Hildesheim, Theater für Niedersachsen, Die Prinzessin von Trapezunt – Jacques Offenbach, IOCO Kritik, 06.03.2019

Teilen Sie den Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   

TFN_Logo neu.jpg

Theater für Niedersachsen

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Die Prinzessin von Trapezunt – Jacques Offenbach

Libretto Charles Nuitter und Etienne Tréfeu, Musikalische Einrichtung Adam Benzwi

von Randi Dohrin

Jacques Offenbach in Montmartre © IOCO

Jacques Offenbach in Montmartre © IOCO

Anlässlich des am 20.6.2019 bevorstehenden 200. Geburtstages von Jacques Offenbach steht seit dem 3.3.2019 wieder einmal ein fast vergessenes Werk, Die Prinzessin von Trapezunt, auf dem Spielplan des TfN Hildesheim.

– Der hochherrschaftliche Schein –

Der bekannte Schauspieler Max Hopp, gab mit dieser gelungenen Inszenierung, in einer leicht angepassten heutigen Ausdrucksweise, sein Regiedebüt. Überzeugend und zeitlos nachvollziehbar, setzt er mit einem Feuerwerk an humorvollen Szenen effektvoll die Handlungsmotive um. Die vermeintlichen Standesunterschiede des Adels und der Scheinaristokratie lösten sich im Spielverlauf komödiantisch auf. Die für eine Operette zumeist langen Dialoge, ließ Max Hopp durch einen Conférencier (Paul Henze) überbrücken, der die Zusammenhänge der Geschichte gekonnt verdeutlichte.

Thetaer für Niedersachsen / Die Prinzessin von Trapezunt - hier :  Katharina Schutza (Paola), Meike Hartmann (Zanetta), Levente György (Cabriolo), Jan Rekeszus (Tremolini), Neele Kramer (Regina) © Jochen Quast

Thetaer für Niedersachsen / Die Prinzessin von Trapezunt – hier : Katharina Schutza (Paola), Meike Hartmann (Zanetta), Levente György (Cabriolo), Jan Rekeszus (Tremolini), Neele Kramer (Regina) © Jochen Quast

In Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Partner und musikalischen Leiter Adam Benzwi entstand diese neue schmissige Fassung für das TfN Hildesheim, voller lebendiger Komik und eingängig mitreißend melodischer Musik. Adam Benzwi ergänzte die Partitur um einen Flügel und leitete von dort aus souverän das verkleinerte, in sich brillant musizierende Orchester des TfN und das auf hohem Niveau agierende TfN-Ensemble.

1869 wurde die Operette Die Prinzessin von Trapezunt, unter der Leitung von Jacques Offenbach und eigenem Ensemble, in Baden-Baden in französischer Sprache uraufgeführt. Sie zählt zu einem seiner gelungensten, wenn auch unbekanntesten Werke. Sehr populär war diese Opéra-bouffe zu Lebzeiten des kritisch-ironischen Komponisten Offenbach.

Auf einem Jahrmarkt, Mitte des 19. Jahrhunderts, beginnt das geschäftige Treiben der Gaukler, Artisten und Wachsfiguren-Verkäufer. Beim Putzen bricht Zanetta versehentlich dem Wachspuppen-Mädchen Prinzessin von Trapezunt die Nase ab und um den Schaden zu vertuschen, posiert nun Zanetta als Wachsfiguren-Prinzessin. Prinz Raphael verliebt sich unsterblich in die vermeintliche Puppe.

Die Sehnsucht nach Liebe und Reichtum erfüllt sich für die Gauklerfamilie mit dem Gewinn eines herrschaftlichen Schlosses, sodass aus dem Leben eines fahrendes Volkes neu-aristokratische Schlossbewohner werden. Im Laufe der Zeit bedauern sie aber, ihr altes Leben aufgegeben zu haben. Ihre Welt der Schausteller vereinbart sich so gar nicht mit dem langweiligen Dasein der sogenannten hautevolée.

Theater für Niedersachsen / Die Prinzessin von Trapezunt -hier : Paul Hentze Conferencier und Puppenspieler © Jochen Quast

Theater für Niedersachsen / Die Prinzessin von Trapezunt -hier : Paul Hentze Conferencier und Puppenspieler © Jochen Quast

Die Standesunterschiede der Schleiertänzerin Zanetta und Prinz Raphael belasten die junge Liebe. Erst als bekannt wurde, dass Fürst Kasimir seinerzeit selbst eine Liaison mit einer Zirkusakrobatin gehabt hatte, kommt alles zu einem glücklichen Ende und der Verbindung von Aristokraten und Artisten stand nichts mehr im Wege.

Das Ensemble der Premiere Levente György als Cabriolo, Direktor der Gaukler, Zanetta, seine ältere Tochter (Meike Hartmann), Regina, seine jüngere Tochter (Neele Kramer), Paolo seine Schwester und Artistin (Katharina Schutza), Tremonili, Verehrer von Regina und Clown (Jan Rekeszus), Fürst Kasimir (Uwe Tobias Hieronimi), Prinz Raphael, sein Sohn (Julian Rohde), Sparadrap, Erzieher des Prinzen (Dieter Wahlbuhl), Conférencier und die Pagen Brocoli, Finochini, Riccardo (Paul Hentze) zeigten ein beeindruckend darstellerisches und textverständliches Können. Routiniert und mit hoher Präzenz erklangen die überwiegend tänzerisch leichten Melodien der Arien und Gesänge dieses burlesken Bühnenwerks.

Das eher schlicht gehaltene, aber absolut passende Bühnenbild und die perfekt abgestimmten, abwechslungsreichen Kostüme gestaltete Caroline Rössle-Harper. Die beeindruckende Offenbach-Puppe modellierte Erik Raskopf, die übrigen Puppen kreierte Paul Hentze.

Das begeisterte Publikum bedankte sich enthusiastisch mit minutenlangem rhythmischen Applaus für diese gelungene Premiere der selten aufgeführten Operette von Jacques Offenbach

—| Pressemeldung Theater für Niedersachsen |—


Teilen Sie den Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   

Hildesheim, Theater für Niedersachsen, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, 12.06.2018

Teilen Sie den Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   

TFN_Logo neu.jpg

Theater für Niedersachsen

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

Auf der Suche nach dem Paradies

Ein letztes Mal ist Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny von Kurt Weill und Bertolt Brecht am TfN zu erleben. Die Inszenierung von Regie-Altmeister Hans Hollmann verabschiedet sich am 12. Juni aus dem Großen Haus.

Theater für Niedersachsen / Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny © Isabel Winarsch

Theater für Niedersachsen / Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny © Isabel Winarsch

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny ist eine kraftvolle Parabel in ihren Fragen nach gesellschaftlicher Freiheit, Lustbefriedigung und der Rolle des Geldes. Drei Gangster gründen mitten in der Wüste eine Paradiesstadt, in der alles, was der Mensch begehrt, für Geld zu haben ist. In einer Nacht, als ein Hurrikan alle um ihr Leben zittern lässt, ruft der Holzfäller Jim Mahoney die noch radikalere Parole aus: Alles ist erlaubt! Nimm dir, was immer du willst, du darfst es! Schließlich ist es Jim selbst, der zum ersten Opfer dieser entfesselten Lebensweise wird.

Theater für Niedersachsen / Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny © Isabel Winarsch

Theater für Niedersachsen / Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny © Isabel Winarsch

Die Inszenierung von Regie-Legende Hans Hollmann begeisterte in den letzten neun Monaten zahlreiche Brecht- und Weill-Fans und ist nun ein letztes Mal am 12. Juni 2018 um 19.30 Uhr im TfN zu erleben. Noch einmal schallen eingängige Songnummern wie der berühmt gewordene „Oh Moon of Alabama“ und „Denn wie man sich bettet, so liegt man“ durch das Große Haus.

Theater für Niedersachsen / Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny © Isabel Winarsch

Theater für Niedersachsen / Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny © Isabel Winarsch


Demnächst im TfN:

ADELIA  –  Melodramma serio von Gaetano Donizetti
Zum letzten Mal: 1. Juni 2018 | 19.30 Uhr | Großes Haus

THEATER IN MOTION – TANZ TRIFFT ZIRKUS
Doppeltanzabend mit der Kompanie CircO und dem Jugendensemble Saltazio
Termin: 3. Juni 2018 | 19:30 Uhr | Großes Haus

LITERATUR IN DEN HÄUSERN UNSERER STADT
Termin: 8. Juni 2018 | 19 Uhr | verschiedene Orte in Hildesheim

—| Pressemeldung Theater für Niedersachsen |—


Teilen Sie den Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   

Hildesheim, Theater für Niedersachsen, Premiere Doktor Faust – Busoni, 15.04.2017

Teilen Sie den Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   

TFN_Logo neu.jpg

Theater für Niedersachsen

Theater für Niedersachsen / DOKTOR FAUST - Faust-A. Pöhl_-Mephistopheles-H.-J. Schöpflin © J.Quast

Theater für Niedersachsen / DOKTOR FAUST – Faust-A. Pöhl_-Mephistopheles-H.-J. Schöpflin © J.Quast

  Doktor Faust von Ferruccio Busoni

Karsamstag, 15. April 2017, um 19 Uhr: Mit dieser Oper verabschiedet sich Generalmusikdirektor und Operndirektor Werner Seitzer nach 33 Jahren vom TfN Hildeheim und empfindet die Aufführung der Busoni-Oper als einen geeigneten Schlussstein seines Wirkens in Hildesheim.

 „… ich, Faust, ein ewiger Wille!“

Mit der Produktion Doktor Faust verabschiedet sich der Operndirektor und Generalmusikdirektor des Theater für Niedersachsen in Hildesheim, Werner Seitzer, nach über 30 Jahren in den Ruhestand. Zudem zählt die Oper von Ferruccio Busoni, die am Karsamstag, 15. April 2017, um 19 Uhr Premiere feiert, als Beitrag des TfN zum Reformationsjubiläum.

Theater für Niedersachsen / DOKTOR FAUST - Faust-A. Pöhl_-Mephistopheles-H.-J. Schöpflin © J.Quast

Theater für Niedersachsen / DOKTOR FAUST – Faust-A. Pöhl_-Mephistopheles-H.-J. Schöpflin © J.Quast

Der deutsche Gelehrte Faust zählt zusammen mit dem spanischen Don Juan zu den zentralen Gestalten der abendländischen Kultur, welche die schöpferischen Geister immer wieder zur Auseinandersetzung reizten. Für sein musiktheatralisches Hauptwerk schwankte der Deutsch-Italiener Ferruccio Busoni lange zwischen beiden Stoffen hin und her, bevor er sich für den Faust des frühneuzeitlich Puppenspiels entschied. Der 1925 in Dresden uraufgeführte „Doktor Faust“ spielt zur Zeit der noch jungen Reformation überwiegend da, wo alles begann und wo auch unter Fausts Studenten heftig über Martin Luther diskutiert wird: zu Wittenberg. In einzelnen, episodischen Bildern erzählt das Werk, wie Doktor Faust mit Hilfe eines magischen Buches fünf Geister beschwört; dem sechsten verschreibt er im sprichwörtlichen Teufelspakt seine Seele. Mephistopheles tötet dafür Fausts Verfolger und beschützt ihn im Kampf gegen den Bruder eines von ihm verführten Mädchens. Am Hof von Parma hilft er ihm, die junge Herzogin zu verzaubern und sie ihrem Gatten vor der Hochzeitsnacht zu entführen. Zurück in Wittenberg erlebt der in einer Kneipe mit katholischen und lutherischen Studenten diskutierende Faust, wie Mephisto, als Kurier auftretend, sein Parma-Abenteuer in Bänkelmanier vorträgt und ihm ein totes Kind als letzten Gruß der Herzogin vor die Füße wirft. Neben dem Kinde auf verschneiter Straße liegend findet der Gescheiterte den Tod, noch in seinen letzten Worten das Fortwirken seines Strebens beschwörend: „… ich, Faust, ein ewiger Wille!“

Busonis letztes Bühnenwerk blieb ein Fragment, an dem er knapp zehn Jahre arbeitete, denn der Komponist starb noch vor Beendigung der Oper im Jahr 1924. Nach Skizzen Busonis vervollständigte sein Schüler Philipp Jarnach die Komposition. Das Premierendatum für Doktor Faust am TfN ist signifikant gewählt: Die mit den österlichen „Pax“- und „Et resurrexit“-Rufen des Chores beginnende Oper feiert am Karsamstag, 15. April 2017, Premiere und versteht sich zugleich als Beitrag des TfN zum Reformationsjubiläum 2017. Generalmusikdirektor Werner Seitzer verabschiedet sich mit dieser Produktion als Leiter des Musiktheaters in den Ruhestand. Seitzer empfindet die Aufführung der Busoni-Oper als einen geeigneten Schlussstein seines Wirkens in Hildesheim. „Es war mir immer ein Anliegen, Bildung und Unterhaltung nicht als trennende, sondern als sich gegenseitig belebende und ergänzende Elemente des Theaters erfahrbar zu machen.“

Für die Inszenierung zeichnet Uwe Schwarz – der in Hildesheim u. a.  bei „Sweeney Todd“ Regie führte – verantwortlich. Die beiden zentralen Partien der Faust-Saga übernehmen diesmal Gäste. So sind Albrecht Pöhl als Doktor Faust und  Hans-Jürgen Schöpflin als Mephistopheles zu sehen. Neben dem Orchester des TfN erlebt das Publikum zudem natürlich Solisten des Musiktheaterensembles, den Opern- und Extrachor des TfN sowie zahlreiche Statisten auf der Großen Bühne des Stadttheaters Hildesheim.

—| Pressemeldung Theater für Niedersachsen |—

 

 


Teilen Sie den Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   

Hildesheim, Theater für Niedersachsen, Musicalpremiere: FAST NORMAL, 12.04.2014

Teilen Sie den Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   

 

TFN_Logo neu.jpg

Theater für Niedersachsen

Theater am Aegi bei Nacht, Hildesheim © TfN

Theater am Aegi bei Nacht, Hildesheim © TfN

Musicalpremiere: „Fast Normal“ am Theater für Niedersachsen (TfN)

 
Von Tom Kitt und Brian Yorkey
 
Am Samstag, 12. April, um 19.30 Uhr
 
Theater für Niedersachsen / Fast Normal © TfN

Theater für Niedersachsen / Fast Normal © TfN

„Fast Normal“ – das ist die Geschichte einer amerikanischen Familie im Ausnahmezustand. Denn Mutter Diana (Caroline Kiesewetter) leidet an einer bipolaren Störung. Von den Auswirkungen, die diese Krankheit auf Familie Goodman hat, erzählt das 2008 uraufgeführte Kammermusical von Tom Kitt und Brian Yorkey. Die Deutschsprachige Erstaufführung fand am 11. Oktober 2013 am Stadttheater Fürth statt. „Fast Normal“ wurde für elf Tony Awards nominiert, erhielt mehrere Kritikerpreise und den Pulitzer-Preis 2010, der äußerst selten an ein Musical vergeben wird. Die Musik reicht von großen lyrischen Bögen bis zu überraschenden, eingängigen Rocknummern. Für das TfN inszeniert Regisseur Craig Simmons das Stück – in einer Ausstattung von Steffen Lebjedzinski. Aus der TfNMusicalCompany wirken zudem Alexander Prosek (Dan), Jonas Hein (Gabe), Caroline Zins (Natalie), Tim Müller (Henry) und Jens Plewinski (Dr. Fine/Dr. Madden) mit. Die Musikalische Leitung hat Andreas
Unsicker.
 
—| Pressemeldung Theater für Niedersachsen |—

Teilen Sie den Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   

« Vorherige SeiteNächste Seite »

Diese Webseite benutzt Google Analytics. Die User IPs werden anonymisiert. Wenn Sie dies trotzdem unterbinden möchten klicken Sie bitte hier : Click here to opt-out. - Datenschutzerklärung