Dortmund / Konzerthaus Dortmund, Rotterdam Philharmonic Orchestra, Yannick Nézet-Séguin, IOCO Kritik, 25.10.2015

Oktober 28, 2015 by  
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Konzerthaus Dortmund

Konzerthaus Dortmund / Yannick Nezet-Seguin( © Harald Hoffmann DG

Konzerthaus Dortmund / Yannick Nezet-Seguin( © Harald Hoffmann DG

Rotterdam Philharmonic Orchestra, Yannick Nézet-Séguin,
Sarah Connolly, Robert Dean Smith:  Beethoven + Mahler

Der Kanadier Yannick Nézet-Séguin gehört inzwischen zu den Stars an den Dirigentenpulten. Seit der Spielzeit 2012/13 ist er Musikdirektor des renommierten Philadelphia Orchestra. Es gibt kaum einen Klangkörper von Rang, mit dem er nicht konzertiert hätte. Sehr eng ist seine Zusammenarbeit mit dem 1918 gegründeten Rotterdam Philharmonic Orchestra, mit dem er in dieser Saison eine Nordamerika-Tournee machte. [Von Yannick Nézet-Séguin wurden verschiedene Aufnahmen bei der deutschen Grammophon veröffentlicht.]

Nun kam er mit den Rotterdamern ins Konzerthaus nach Dortmund, wo er seit der letzten Spielzeit eine Residence hat, die unter dem Motto The YANNICK Experience läuft. Im Laufe dieser Residenz wird er hier noch mit verschiedenen Orchestern zu erleben sein, unter anderem mit Werken von Bruckner, Wagner Mendelssohn und anderen.

Er begann an diesem frühen Abend mit einem der wohl populärsten Werke der klassischen Musik. Beethovens 6. Sinfonie, die sogenannte Pastorale, ist nicht nur ausgemachten Klassik-Freaks bekannt. Die idyllische Landpartie mit der eingängigen Melodik liebt jeder.

Nézet-Séguin nahm den einleitenden Allegro-Satz sehr zügig, die Vorfreude auf die “heiteren Gefühle bei Ankunft auf dem Lande“ begannen schon sehr früh sich auszubreiten. Wunderschön geriet den exzellenten Streichern des Orchesters das anmutige Thema der Geigen, das auf einer Fermate verharrt.

Wohlig zurücklehnen ist angesagt im zweiten Satz. Man ergötzt sich an den Naturlauten und nimmt befriedigt die Präzision im Zusammenspiel der einzelnen Orchestergruppen wahr.

Das lustige Zusammensein der Landleute im 3. Satz Allegro wird von Nézet-Séguin und dem Orchester genüsslich zelebriert.  Prächtig geriet auch der Finalsatz. Beethoven hat mit den einfachsten Mitteln das Wüten der Naturgewalten geschildert. Der Dirigent und das Orchester setzten hier scharfe Akzente, um dann höchst sensibel das ruhige Finale mit dem traumschönen Hirtengesang anzugehen.

Nach dieser sehr schönen Interpretation hatte auch das Publikum im Haus dankbare Gefühle nach dem Sturm. Der Beifall zur Halbzeit wollte kein Ende nehmen.

Nach der Pause erklang Das Lied von der Erde für Alt, Tenor und Orchester von Gustav Mahler. Das Leben, dargestellt als ein langer Abschied. Diese sechs Orchesterlieder sind mit das schönste, was Mahler komponiert hat.  Das 1909 uraufgeführte Werk fußt auf einer Sammlung altchinesischer Lyrik in der Übersetzung von Hans Bethge.

Schon in der Einleitung zum ersten Lied spürte man, dass auch Mahlers Musik bei Nézet-Seguin in den besten Händen ist. Das Orchester spürte jede Regung, jeden Impuls, der vom Pult ausging. Bestechend war die große Farbigkeit in den einzelnen Gruppen des superben Orchesters. Faszinierend geriet der satte Klang und die sagenhafte Transparenz bei den Blechbläsern. Das waren Eindrücke, die unauslöschlich bleiben.

Konzerthaus Dortmund / Sarah Connolly © Peter Warren

Konzerthaus Dortmund / Sarah Connolly © Peter Warren

Zwei ausgezeichnete Gesangsleistungen trugen zu dieser vollendeten Darbietung des grandiosen Werkes bei.

Die Alt-Partie übernahm die englische Mezzosopranistin Sarah Connolly, eine der profiliertesten Opern- und Konzertsängerinnen derzeit. Connolly beeindruckt nicht nur durch den Umfang ihrer Stimme, sondern auch durch deren aparte Farbe und ihre außerordentliche Gestaltungskraft.

Zu erwähnen ist auch ihre enorme Textverständlichkeit. Das letzte Lied Abschied, gehörte durch die Dichte der Empfindung, zu den Höhepunkten des Abends.

Konzerthaus Dortmund / Smith © Photopulse

Konzerthaus Dortmund / Smith © Photopulse

Kraftvoll  wenngleich niemals sein lyrisches Fundament verlassend, sang Robert Dean Smith die drei Tenor-Lieder und ließ sich auch im dicksten Tutti der Begleitung niemals zum forcieren verleiten. Der im amerikanischen Kansas geborene Sänger, der 1997 als Stolzing bei den Bayreuther Festspielen debütierte, ist im Laufe der Jahre ein gefragter Interpret geworden. Auch er war sehr textverständlich und bestach durch intensive Gestaltung.

Wir erlebten eine großartige Wiedergabe dieses grandiosen Werkes und es wurde vom Publikum, im so gut wie ausverkauften Haus, frenetisch bejubelt.

IOCO / UGK / 25.10.2015

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Gavan McCullough, Portraitaustellung – National Gallery of Ireland, Dezember 2014

Dezember 12, 2014 by  
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Portraitausstellung Irischer Künstler

in der National Gallery of Ireland (NGI), Dublin

Gavan McCullough / Portrait © Gavan McCullough

Gavan McCullough / Portrait © Gavan McCullough

 

Der 2014 erstmalig vergebene Hennessy Portrait Prize ist ein Porträt-Wettbewerb für Künstler aller Disziplinen. Der Preis in Höhe von 20,000 € hat mehr als 400 Künstler inspiriert, ihre Arbeiten einzureichen. Von diesen wurden schließlich 12 für die Ausstellung in der NGI in Dublin ausgewählt. Der Gewinn beinhaltet auch eine Kommissionsarbeit für die Daueraustellung National Portrait Collection. Die Jury, die die 12 Finalisten ausgewählt hat, bestand aus Cristín Leach Hughes (The Sunday Times), Dr Declan Long (NCAD), Janet McLean (NGI) und Donald Teskey, RHA, Vorsitz hatte Sean Rainbird, Direktor der National Gallery of Ireland.

Der Preis ging an Nick Miller (Portrait of Barrie Cooke ), aber wir wollen hier Gavan Mc Cullough vorstellen, dessen Selbstportrait This bei einer Online-Umfrage als bestes Ölgemälde gewählt wurde.

Gavan McCullough ist ein Irische Künstler, der 5 Jahren lang in Berlin gelebt hat. Zur Zeit wohnt er wieder in seiner Heimat. Er arbeitet im Bereich Malerie sowie Skulptur.
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Zu seinem Werk sagt er: „Die menschlichen Formen, insbesondere der Kopf und das Gesicht, sprechen über das unermessliche Alter der Evolution zu mir: die zufälligen Rhythmen und die Dynamik die entstehen, wenn man, bei dem Versuch ein Abbild zu schaffen, genau hinschaut, sind so komplex, dass sie fast mystisch erscheinen.

Wenn ich mit der Arbeit beginne, dauert es einige Zeit, bis ich meinen optimalen Arbeitszustand erreiche, der fokussiert, meditativ und nicht wertend ist.

Die Pinselführung wird automatisch und mein Betrachten grenzt an einen Zustand der „Ent-Kennung„, d. h. ich stelle jedes beliebige anatomische Merkmal unbewusst dar und achte nur noch auf Licht und Form.

In diesem Portrait, sowie in meinem Landschaftsarbeiten, verfolge ich eine Technik, bei der die Farben erst auf einem Spachtel abgestimmt werden, indem sie jedes Mal in genau gleichem Lichtwinkel gehalten werden, um das gleiche einfallende Licht zu fangen. Nur wenn die Spitze des Spachtels mit der Hintergrundfarbe verschmilzt, ist die Farbe bereit, auf die Leinwand aufgetragen zu werden. Meine visuelle Auffassung wird auch stark von meiner Erfahrung als Bildhauer beeinflusst.

Als ich dieses Gemälde begann, befand ich mich in einer konfrontativen Stimmung; ich wollte alle Elemente auf ein Minimum reduzieren, daher die frontale Positionierung, der Mangel an Hintergrunddetails, die einfache Beleuchtung und der direkte Blick.

Sein Selbstportrait ‚This‘ ist bis den 8. Februar in der National Gallery in Dublin zu sehen. Für Auftragsarbeiten oder Anfragen ist der Künster auf Deutsch oder Englisch hier zu erreichen: gavanmccullough.info 

Weitere Werke hier : ioco-art

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