Dresden, Semperoper,  Eröffnungskonzert – Sächsische Staatskapelle Dresden, IOCO Kritik, 04.09.2019

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

 Eröffnungskonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden

 Ein Höllenritt mit Yuja Wang und Myung-Whun Chung 

von Thomas Thielemann

Sergej Rachmaninows 3. Klavierkonzert d-Moll op. 30 gehört zu den Rekordhaltern berüchtigter Musikstücke. Unspielbar und Elefantenkonzert sind die häufigsten dem Werk angehängten Bezeichnungen. Mit dem Konzert wird ein Niveau der erforderlichen pianistischen Virtuosität erreicht, das in der Folge sinnvoll kaum steigerungsfähig ist. Im Klavierpart hat das Rach. 3 von den großen Klavierkonzerten die meisten Noten pro Sekunde. Unter dem Druck des technisch hochkomplizierten Werkes soll der durch eine schizoaffektive Störung vorgeschädigte  australische Pianist David Helfgott 1970 sogar den Verstand verloren haben. Inzwischen spielt er zwar das Konzert wieder. Mit einem über Helfgotts Comeback gedrehtem Film:„Shine-Der Weg ins Licht“ gelangte  das 3. Klavierkonzert in die Lichtspielhäuser der Welt und damit auch zu breiter Popularität.

Staatskapelle Dresden / Myung-Whun Chung und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Staatskapelle Dresden / Myung-Whun Chung und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Der sechsunddreißig jährige Pianist Rachmaninow war 1909 zu einer Tournee in die Vereinigten Staaten eingeladen worden. Da sein 2. Klavierkonzert in den USA nur verhalten aufgenommen worden war, er aber auf einen finanziellen Erfolg des Gastspiels angewiesen war, beschloss er, mit einem neuen Konzert anzureisen. Im April 1909 verließ die Familie Dresden und zog sich auf das Familiengut der Rachmaninows Iwanowka zurück. Unter extremen Zeitdruck komponierte er sein d-Moll-Konzert, weil bereits im November Tourneebeginn vertraglich vereinbart war. Am 23. September war die Komposition soweit fertig, so dass der Komponist die Überfahrt nutzen konnte, auf einem stummen Klavier den Solopart des „Konzertes für einen Elefanten“ zu üben. Am 28. November 1909 fand dann in der Carnegie Hall die Uraufführung mit dem Solisten Rachmaninow und dem New York Symphony Orchestra  unter Walter Damrosch statt. Die Kritik bemängelte etwas ratlos, dass dem Konzert Rhythmus und harmonische Kontraste fehle. Erst die Aufführung des Konzertes mit dem New York Philharmonic unter Gustav Mahler  am 16. Januar 1910 brachte, allerdings nach intensiver Probenarbeit des Pianisten Rachmaninow, den Erfolg.

Im ersten Symphoniekonzert der Saison 2019/20  bot Yuja Wang das Konzert mit der Staatskapelle und deren ersten Gastdirigenten  Myung-Whun Chung. Die Pianistin haben wir inzwischen mehrfach als technisch auf höchstem Niveau agierende Virtuosin kennen gelernt. Aber mit philosophischem Tiefgang war sie zumindest mir bisher nicht aufgefallen. Mithin war sie mit ihrer extremen Leichtigkeit des Spieles und ihrer Intensität bei der Bewältigung des oft halsbrecherischen Tempos der Partitur die ideale Interpretin des Virtuosen-Stückes. Auch wenn sich gelegentlich der Eindruck einstellte, dass es sich beim Konzert um Kampfsport handele. Mit ihrer unwahrscheinlichen Technik jagte sie durch die schnellen Passagen des Konzerts und trieb das Orchester vor sich her.

Semperoper Dresden / Sächsische Staatskapelle © Matthias Creutziger

Semperoper Dresden / Sächsische Staatskapelle © Matthias Creutziger

Myung-Whun Chung  begleitete das ungestüme Klavierspiel mit den Musikern der Staatskapelle nuanciert, pünktlich und lebendig. Er rundete so die Interpretation in vollkommener Form ab und verschaffte uns damit einen lebendigen Saisonauftakt.

Im zweiten Konzert-Teil der Saisoneröffnung brachte Myung-Whun Chung mit der Staatskapelle die zweite Sinfonie von Johannes Brahms zu Gehör.

Während sich Johannes Brahms mit seiner ersten Symphonie von, der ersten Planung 1854 bis zur Uraufführung im November 1876, regelrecht herumgeplagt hatte, konzentriert sich, (zumindest nach unserem Wissen über die Arbeit an der zweiten Symphonie), die Entstehung auf das Jahr 1877. Weil Brahms keine Kompositionsskizzen hinterließ, ist die Entstehungsgeschichte nur von Briefen und Äußerungen des Komponisten abzuleiten. Danach entstand die Symphonie vor allem während eines Sommer-Aufenthalts im Juni 1877 in Pörtschach am Wörthersee. Im September begab sich Brahms anschließend, wie seit1865 in jedem Jahr, nach Lichtenthal bei Baden –Baden.

Dort hatte 1862 Clara Schumann ein Haus gekauft, um sich zwischen ihren anstrengenden Konzert-Tourneen, die üblicherweise vom Oktober bis zum Mai dauerten, zu erholen und sich mit ihrer Familie sowie Freunden zu treffen. Für Brahms war im Haus unter dem Dach eine Wohnung mit zwei Zimmern eingerichtet. Nach Berichten der Schumann-Töchter sei Brahms 1877 recht mürrisch gewesen, was auf seine unglückliche Situation in der Hausgemeinschaft zurückgeführt werden könnte. Er gehörte zwar wie selbstverständlich zur Familie, nahm aber keine eindeutige Stellung, weder als Ehemann noch als Sohn, ein. „Wir Kinder hatten Brahms  alle sehr gern, aber wir behandelten ihn wie einen, der eben da ist“, erinnert sich die Tochter Eugenie. Clara und Johannes musizieren zusammen, gehen spazieren und essen gemeinsam, fanden aber nicht mehr zueinander, nach dem sie beide bereits 1856 beschlossen hatten, getrennte Wege zu gehen.

Staatskapelle Dresden / Pianistin Yuja Wang und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Staatskapelle Dresden / Pianistin Yuja Wang und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Am 24. September berichtet Clara Schumann, Brahms habe eine neue Symphonie fertig. Die Uraufführung des Werkes fand am 30. Dezember 1877 in Wien unter der Leitung von Hans Richter statt. Ab dem 10. Januar 1878 ging Brahms mit seiner Schöpfung von Leipzig auf eine erfolgreiche Tournee.

Die Symphonie D-Dur op. 73 wird häufig als heiter, natürlich und pastoral charakterisiert. Tiefere Analysen unterstellen aber Johannes Brahms eine ambivalente Haltung zur Naturpoesie. Er selbst berichtete von melancholischen Stimmungen, so dass der Begriff der „gebrochenen Idylle“ das Werk besser beschreibt. Auch zweifelt man inzwischen an, dass Brahms zunächst die Ecksätze und erst zum Schluss die Mittelsätze komponiert habe.

Intensiv führte Chung die Musiker im gesamten ersten Satz in einem großen Spannungsbogen durch die Partitur. Dabei entstand die Spannung vor allem durch ein ungewöhnlich strikt gleichmäßiges Tempo, ohne die kraftvolle Steigerung in der Durchführung des zweiten Themas zu vernachlässigen. Das Adagio non Troppo begann mit einer wehmütigen klangvollen Kantilene der wunderbaren Violoncelli-Gruppe der Staatskapelle. Chung formte in der Folge die brahmssche Sehnsucht nach etwas Unerreichbaren als eine Naturidylle und bringt dabei die dunklen Farben und grüblerischen Momente auf das Eindrucksvollste zur Geltung.

Mit dem  dritten Satz „Allegro grazioso“ lockert Myung-Whun Chung die Bedeutungsschwere  der beiden ersten Sätze behutsam auf. Mit dem Finale betonte er aber wieder das brahmssche Grübeln und die Tiefsinnigkeit. Der Schluss wurde damit nicht zum Jubel, sondern eher zu einem fiebrigen Ausklang.

Wie schon so oft, begeisterte Myung-Whun Chungs Dirigat mit seiner Detailgenauigkeit, der Präzision und seiner Energie. Er hatte aber offenbar begriffen, dass nach dem Rachmaninow-Feuerwerk die Besucher eher etwas gedämpft waren und schickte sein Publikum mit einem fulminant vorgetragenen  „Ungarischen Tanz“ nach Hause.

—| IOCO Kritik Sächsische Staatskapelle Dresden |—

Hamburg, Elbphilharmonie, New York Philharmonic – Alan Gilbert, IOCO Kritik, 10.4.2017

April 11, 2017 by  
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Elbphilharmonie Hamburg

Elbphilharmonie Hamburg © Oliver Heissner

Elbphilharmonie Hamburg © Oliver Heissner

Elbphilharmonie Hamburg © Oliver Heissner

New York Philharmonic mit repetetiven Strukturen zum Licht

„Die Kraft der Minimal Music“

Von Sebastian Koik

Mit dem New York Philharmonic kommt am 4.4.2017 nach dem Chicago Symphony Orchestra das zweite US-amerikanische Orchester zu Gast in die Elbphilharmonie nach Hamburg. Es gehört ebenfalls zu den so genannten Big Five ihres Landes, ist ein Orchester der Superlative: Das älteste amerikanische Sinfonieorchester und eines der ältesten Orchester überhaupt. In der aktuellen Saison feiert es seinen 175. Geburtstag. Seit 1917 hat das New York Philharmonic mehr als 2000 Einspielungen veröffentlicht. Außerdem ist es bereits in 432 Städten in 63 Ländern aufgetreten. In der aktuellen Spielzeit erreicht das Orchester durch seine Konzerte in New York und weltweit, Downloads, internationale Fernseh-, Radio- und Internetauftritte und seine zahlreichen Bildungsprogramme bis zu 50 Millionen Musikliebhaber.

Der aktuelle Dirigent des renommierten Orchesters ist Alan Gilbert und steht damit in der Tradition musikalischer Giganten des 20. Jahrhunderts wie Gustav Mahler, Arturo Toscanini, Leonard Bernstein, Pierre Boulez und Kurt Masur. Außerdem dirigiert er regelmäßig andere führende Orchester der Welt und hat einen Direktorenposten an der renommierten New Yorker Juillard School. Übrigens war er ehemals Erster Gastdirigent des jetzigen NDR Elbphilharmonie Orchesters und beweist in der Einführung zum Konzert, dass er immer noch hervorragend Deutsch spricht.

Ganz passabel Deutsch scheint übrigens auch der Komponist der beiden Stücke des Abends, John Adams, zu sprechen. Er tut es jedenfalls ein paar Sätze lang in der Einführung, bevor er dann allerdings doch ins Englische wechselt. John Adams gehört zu den erfolgreichsten US-amerikanischen Komponisten überhaupt. Er gewann diverse Grammy-Auszeichnungen und besitzt mehrere Ehrendoktorwürden. Adams komponiert für die unterschiedlichsten Besetzungen und Formate, am liebsten aber groß angelegte Orchesterwerke.

 Elbphilharmonie Hamburg / Alan Gilbert und New York Philharmonic © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Alan Gilbert und New York Philharmonic © Claudia Hoehne

Außergewöhnlich früh fühlte sich John Adams zum Komponieren berufen. Schon mit elf Jahren nimmt er seinen ersten Kompositionsunterricht. Nicht interessiert an der Kompositionsweise Arnold Schönbergs, die man ihm beim Kompositionsstudium in Harvard vermitteln will und deren Klangergebnisse ihm nicht zusagen begibt er sich nach seinem Abschluss auf die Suche nach etwas anderem. Er findet die Minimal Music, die kleinste Motive unendlich lange wiederholt und variiert und feiert in diesem neuen Stil große Erfolge.

Er will sich allerdings nicht durch stilistische Strenge beschränken. Er will Musik schreiben, die einen Bezug zur Lebenswirklichkeit der Menschen hat, die die Menschen berührt und trotzdem etwas Neues beinhaltet. Anders als Kollegen, die ausschließlich im Feld der Neuen Musik arbeiten und sich nur im Bereich der so genannten Avantgarde, der unerschlossenen Welt des Neuen bewegen, hat Adams keine Probleme damit, sich auf vergangene Formen und Harmonien zu beziehen.

Elbphilharmonie Hamburg / Das New York Philharmonic © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Das New York Philharmonic © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Das New York Philharmonic © Claudia Hoehne

Das erste Stück des Abends trägt den Titel Absolute Jest und basiert auf Fragmenten von diversen Stücken von Ludwig van Beethoven. Adams arbeitete und experimentierte für dieses Stück am Computer. Er wendete einen Algorithmus auf die Beethoven-Fragmente an und formte die Musik damit um. Er konnte sie spiegeln, in die Länge ziehen, neu anordnen oder sie übereinander schichten. Und mittels des Computers konnte er sofort überprüfen wie sich die Ergebnisse dieser Operationen anhörten.

Adams ergänzt das Orchester um ein Streichquartett, das in erster Linie die Fragmente aus den Beethoven-Quartetten spielt. Das Orchester wiederum ist im Wesentlichen für die am Computer neu entstandenen  Passagen verantwortlich. Das Streichquartett übernimmt in diesem Spiel immer mehr die Führung und treibt das Orchester vor sich her.  Im Ergebnis ist das schön und interessant. Die Komposition hat eine gute innere Spannung und ist lebendig pulsierend. Die Musiker setzen das Stück ganz hervorragend um. Sie spielen diese sehr energiereiche Musik spritzig, sehr präzise und musikalisch. Der erste Geiger der Solisten, Frank Huang, hat einige überzeugende, feurige Soli. Zwischendurch verliere ich ein wenig Interesse an der Komposition, bevor sie mich in dem letzten Minuten des Stückes wieder mitnimmt. Ganz zum Schluss entsteht durch die Überlagerung von verschiedenen übereinander geschichteten, sich wiederholenden Elementen ein sehr interessanter und angenehmer Eindruck von Chaos und Harmonie gleichzeitig.

Das zweite Stück des Abends Harmonielehre nennt sein Schöpfer den gelungenen „einmaligen Versuch die Chromatik des Fin de Siècle mit den rhythmischen und formalen Verfahren des Minimalismus zu verbinden.“ Es beginnt überzeugend und begeistert mit sehr luftig-leicht wirkenden Minimal Music-Wiederholungsschleifen und interessanten Schichtungen verschiedener Klang- und Rhythmus-Elemente. Es ist Spannung, Energie und ein großes Klangfarbenspektrum in der Musik. Danach wechseln sich sehr klassisch-sinfonische Passagen wiederholt mit minimalen Strukturen ab.

Nach dem sehr lauten und energiereichen Finale des ersten Satzes beginnt der 2. Satz mit warm wabernden Kontrabässen. Dann kommen die Celli dazu und lange Zeit wird das Orchester nur zu geringen Teilen verwendet, oft spielen nur ein oder zwei Sektionen gleichzeitig. Später wird das Orchester wieder etwas voluminöser eingesetzt, doch über weite Strecken vermag mich dieser zweite Satz nicht mitzunehmen.

Elbphilharmonie Hamburg / Alan Gilbert und John Adams rechts © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Alan Gilbert und John Adams rechts © Claudia Hoehne

Sehr spannend wird dann der dritte Satz! Er begeistert zunächst mit wunderbar feinen, luftigen Klängen enormer Leichtigkeit. Es klingt paradiesisch. Das Orchester spielt sehr feingeistig ätherisch wirkende repetetive Strukturen und elegante Modulationen. Es ist schöne, interessante, quirlige, sonnendurchflutete Musik! Danach legt sich wie ein Schatten eine gewisse Schwere und Düsterkeit auf die Musik. Sich unentwegt wiederholende Elemente brechen das dann wieder auf, bahnen sich neue Wege. Die Musik wird wieder fröhlicher, heller, lebendiger und energiereicher.

Das Spiel wiederholt sich noch einmal: Erst legen sich Schatten über die minimalen Strukturen, doch dann bahnt sich die Musik mit der Kraft der minimalen Wiederholung wieder Wege zum Licht. Nach einer weiteren Verdunklung existieren beide Seiten für eine Weile gleichwertig nebeneinander. Es wird lauter und mächtiger, unruhiger, nervöser. Viele verschiedene Klangflächen und Loops werden übereinander geschichtet. Die Pauken treiben voran. Die Musik zuckt und flimmert. Als es dann endet ist es als sei die Musik wie das Raumschiff Enterprise in Richtung irgendwelcher interessanten Orte des Universums entschwebt. Das klingt schön, bezaubernd, spannend und mitreißend. Und einzigartig. Es ist ein ganz besonderes musikalisches Erlebnis und eine wundervolle Minimal Music-Erfahrung.

Das New York Philharmonic unter Alan Gilbert hat sich als Weltklasse-Orchester präsentiert und einzigartige und spannende Musik aus ihrer Heimat mitgebracht. Herzlichen Dank!

—| IOCO Kritik Elbphilharmonie Hamburg |—

 

Trier, Theater Trier, 8. SINFONIEKONZERT, 03.07.2014

Juli 1, 2014 by  
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Theater Trier

Theater Trier © Theater Trier

Theater Trier © Theater Trier

8. SINFONIEKONZERT

Das letzte Konzert der Saison steht im Zeichen von Jubilar Richard Strauss: Im 150. Geburtsjahr des großen „Spätromantikers“ stehen seine „Vier letzten Lieder“ auf dem Programm mit der Sopranistin Christiane Libor, die vor allem im Liedfach zu den weltweit gefragtesten Interpretinnen zählt. Zu Beginn erklingt das aufregend-dynamische Orchesterstück SHORT RIDE IN A FAST MACHINE des amerikanischen Minimal-Komponisten John Adams – im Wortsinn ein kurzer und schneller Ritt durch die Klangmöglichkeiten eines großen sinfonischen Orchesters. Zum Abschluss der Konzertspielzeit präsentiert GMD Victor Puhl mit dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier das vielleicht bedeutendste Werk der französischen Sinfonik: die Symphonie fantastique, op. 14 von Hector Berlioz.

03.07.2014 // 20.00 UHR // GROSSES HAUS

Theater Trier / Christiane Libor © Theater Trier

Theater Trier / Christiane Libor © Theater Trier

Christiane Libor, Sopran, wurde in Berlin geboren. Schon frühzeitig begann dort ihre musikalische Ausbildung in den Fächern Klavier und Gesang. Bis 1996 studierte sie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin bei Anneliese Fried; 1999 schloss sie ein Zusatzstudium mit Ziel Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Von 1997 an gehörte Christiane Libor der Liedinterpretationsklasse von Dietrich Fischer-Dieskau an und nahm Unterricht bei Julia Varady und Brigitte Fassbaender. Schon während ihres Studiums wirkte sie in zahlreichen Operninszenierungen und Konzerten mit.

1998 erhielt sie den O.E. Hasse-Preis der Akademie der Künste Berlin und wurde 1999 Preisträgerin des VII Internationalen Mozart-Wettbewerbs in Salzburg. Im gleichen Jahr Debüt an der Hamburgischen Staatsoper in John Neumeier’s Ballett-Choreographie von Händels Messias. Seit 2000 sang sie dort Partien wie Erste Dame oder Feldmarschallin (Der Rosenkavalier).

Gastspiele u. a. an den Opernhäusern in Hannover, Hamburg, Dresden, Innsbruck, Staatsoper Berlin, Graz, Théâtre du Châtelet in Paris, Opéra du Rhin Strasbourg, Karlsruhe, Seattle, Opéra de Bastille Paris, Frankfurt, Stuttgart, Opéra de Nice, Nürnberg, Zürich, Leipzig. Im März 2008 debütierte sie bei New York Philharmonic unter der Leitung von Kurt Masur.

Weitere Konzertverpflichtungen führten u. a. nach Spanien, Polen, Estland, Österreich, Italien (u.a Santa Cecilia unter Kurt Masur), in die Niederlande, Schweiz, USA, zu den BBC Proms London, Bard-Festival (USA), Schubertiade Feldkirch, Richard Strauss Festival nach Garmisch-Partenkirchen und nach Berlin zu Berliner Philharmonikern.

Des Weiteren Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Helmuth Rilling, Jaap van Zweden, Jörg Faerber, Markus Stenz, Ulf Schirmer, Philippe Jordan, Christoph Prick, Philippe Auguin, David Zinman, Ton Koopmann, Marc Minkowski, Sebastian Weigle, Lawrence Foster, Antoni Wit, Michael Schonwandt, Simone Young, Frieder Bernius sowie Marek Janowski. Seit 2011 hat sie eine Professur an der Hochschule für Musik Karlsruhe.

Pressemeldung Theater Trier

Hamburg, Philharmoniker Hamburg, 7. Philharmonisches Konzert:Viviane Hagner, Jan Vogler und Simone Young, 06./07.04.2014

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Philharmoniker Hamburg

Brahms` Doppelkonzert und Strauss` Zarathustra

 
Viviane Hagner, Jan Vogler und Simone Young im 7. Philharmonischen Konzert
 
Am 6./7. April 2014 präsentieren Simone Young, Viviane Hagner und Jan Vogler das Doppelkonzert für Violine und Violoncello von Johannes Brahms in der Laeiszhalle. Daneben steht eine Bach-Bearbeitung von Anton Webern sowie Richard Strauss` »Also sprach Zarathustra« auf dem Programm.
 
Brahms` Doppelkonzert zählt zum Spätwerk des Komponisten. Trotz der enormen technischen Schwierigkeiten fordert das Stück vor allem den klugen, feinsinnigen Dialog zwischen zwei gleichberechtigten Solisten. Viviane Hagner debütierte bereits im Alter von 13 Jahren unter Zubin Metha und zählt seitdem zu den weltweit gefragtesten Geigenvirtuosinnen. Jan Vogler erhielt den Europäischen Kulturpreis, ist zweifacher ECHO-Preisträger und u.a. Duopartner von Hélène Grimaud.
 
In der zweiten Konzerthälfte dirigiert Simone Young mit Richard Strauss` »Also sprach Zarathustra« einen populären Klassiker der Musikgeschichte. Unzählige Male verwendet und adaptiert, etwa in Stanley Kubricks »2001: Odyssee im Weltraum« oder bei Bühnenshows von Elvis Presley, ist die majestätische Eröffnungs-Fanfare heute weltberühmt.
 
Viviane Hagner konzertiert mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Philharmonia Orchestra oder dem New York Philharmonic und arbeitet mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Ricardo Chailly oder Lorin Maazel. Als Kammermusikerin spielt sie mit ihrer Schwester Nicole Hagner sowie mit Daniel Müller-Schott und Jonathan Gilad. In der Reihe »Philharmonie stellt vor« trat Viviane Hagner bereits 1989 unter dem kürzlich verstorbenen ehemaligen Hamburger GMD Gerd Albrecht auf. 1997 gastierte sie mit Johannes Brahms` Violinkonzert bei den Philharmonikern.
 
Jan Vogler ist nicht nur einer der herausragenden deutschen Cellisten, sondern auch Künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals bei Dresden und Intendant der Dresdner Musikfestspiele. Als Solist arbeitete er mit dem New York Philharmonic, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, den Wiener Symphonikern, den Münchner Philharmonikern, dem Montreal Symphony Orchestra oder mit dem DSO Berlin. Vogler spielt ein Stradivari-Cello von 1707 sowie das Domenico Montagnana »Ex-Hekking« von 1721. Mit diesem Konzert debütiert er bei den Philharmonikern Hamburg.
 
 
7. Philharmonisches Konzert
So, 6. April 2014, 11 Uhr, Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal
Mo, 7. April 2014, 20 Uhr, Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal
 
Johann Sebastian Bach / Anton Webern: Fuga (2. Ricercata) a 6 voci aus dem »Musikalischen Opfer« BWV 1079
Johannes Brahms: Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op.102
Richard Strauss: Also sprach Zarathustra op. 30
 
Simone Young, Dirigentin
Viviane Hagner, Violine
Jan Vogler, Violoncello
Philharmoniker Hamburg
 
Konzerteinführung mit Kerstin Schüssler-Bach
So, 6. April 2014, 10.15 Uhr, Laeiszhalle, Studio E
 
Schüler-Vorkonzert, moderiert von Burkhard Friedrich
Mo, 7. April 2014, 19.15 Uhr, Laeiszhalle, Studio E
 
»Also sprach Zarathustra: Wahnsinn und Utopie?« Ein Kompositionsprojekt. Die 12. Klasse Musik der Julius-Leber-Stadtteilschule hat sich von Richard Strauss zu einer eigenen Komposition inspirieren lassen und diese unter der Leitung der Komponistin Ruta Paidere im Musikunterricht erarbeitet. Weitere Infos unter www.klangradar3000.de
 
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