Essen, Philharmonie Essen, Mannheimer Streichquartett auf der Zeche Zollverein, 30.06.2019

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Philharmonie Essen

Zeche Zollverein

Essen Zeche Zollverein © Thomas Robbin

Essen Zeche Zollverein © Thomas Robbin

Mannheimer Streichquartett spielt Mozart, Bartók und Dvorák

Konzert im Erich Brost-Pavillon auf Zollverein am Sonntag, 30. Juni 2019, um 17 Uhr

Die Konzerte des Mannheimer Streichquartetts im Erich Brost-Pavillon auf dem Welterbe Zollverein gehören seit vielen Jahren zum Programm der Philharmonie Essen. Am Sonntag, 30. Juni 2019, um 17 Uhr ist die renommierte Formation wieder an diesem außergewöhnlichen Ort auf dem Dach des Ruhr Museums zu Gast. Mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Jagdquartett“ B-Dur (KV 458), Béla Bartóks Streichquartett Nr. 6 D-Dur (Sz 114) und Antonín Dvo?áks Streichquartett Nr. 13 G-Dur, op. 106 stellen die Musiker auch diesmal eine große Bandbreite der traditionsreichen Gattung vor.

Philharmonie Essen / Mannheimer Streichquartett © Niklas Schwarz

Philharmonie Essen / Mannheimer Streichquartett © Niklas Schwarz

Drei der vier Musiker des Mannheimer Streichquartetts sind Mitglieder der Essener Philharmoniker: Konzertmeister Daniel Bell (Violine), Solo-Bratscher Sebastian Bürger und Solo-Cellist Armin Fromm. Die Violinistin Shinkyung Kim ist Konzertmeisterin der Dortmunder Philharmoniker. Das Mannheimer Streichquartett wurde 1975 in Mannheim gegründet und erhielt seinen Namen durch den Gründungsort sowie in Anlehnung an die „Mannheimer Schule“, die maßgeblich an der Entstehung der Gattung Streichquartett beteiligt war. Nach Lehrjahren, in denen das Quartett mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde, etablierte es sich fest in der deutschen und internationalen Musikszene. Es konzertiert in Deutschland, im europäischen und außereuropäischen Ausland. Eine wichtige Rolle spielen Rundfunkaufnahmen und Einspielungen von CDs, für die das Mannheimer Streichquartett unter anderem mit dem deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet wurde.

Karten (Einheitspreis: € 21,00) und Infos unter T 02 01 81 22-200 und www.philharmonie-essen.de.

—| Pressemeldung Philharmonie Essen |—

Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Pelléas et Mélisande – Claude Debussy, 25.05.2019

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

  Pelléas et Mélisande  von Claude Debussy

Premiere Samstag, 25. Mai 19 Uhr

Barrie Koskys Inszenierung von Debussys Pelléas et Mélisande feiert am Samstag, 25. Mai um 19 Uhr im Opernhaus Premiere. Die erfolgreiche Koproduktion mit der Komischen Oper Berlin zeigt Golaud, den Enkel des Königs von Allemonde, die mysteriöse Mélisande, die er heiratet, und seinen Bruder Pelléas, der sich ebenfalls in Mélisande verliebt, wie in einem Laboratorium, in dem die Ringe einer Drehbühne die Figuren in immer neue Konstellationen bringt.

Nationaltheater Mannheim / Pelléas et Mélisande © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim / Pelléas et Mélisande © Hans Jörg Michel

Barrie Kosky übersetzt die Oper in ein psychologisch tiefenscharfes, zugleich anrührendes Kammerstück, das die erschütternde Zeitlosigkeit einer tragischen Beziehungskonstellation offenlegt. Für Bühne und Licht ist Klaus Grünberg verantwortlich, Co-Bühnenbildnerin ist Anne Kuhn, Kostümbildnerin ist Dinah Ehm.

Nationaltheater Mannheim / Pelléas et Mélisande © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim / Pelléas et Mélisande © Hans Jörg Michel

Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Alexander Soddy – es singen Raymond Ayers (Gast), Astrid Kessler, Joachim Goltz, Patrick Zielke, Marie-Belle Sandis, Fridolin Bosse aus dem Kinderchor des NTM und Mathias Tönges (Gast).

Premiere Samstag, 25. Mai 19 Uhr, Weitere Vorstellungen am 29. Mai, 2. und 8. Juni sowie 14. und 24. Juli 2019

 

—| Pressemeldung Nationaltheater Mannheim |—

Brenda Roberts, Sopran – Diskographien 5 – 6, 11.05.2019

Mai 11, 2019 by  
Filed under IOCO - CD-Rezension, Personalie

Il Tabarro - CD mit Brenda Roberts

Il Tabarro – CD mit Brenda Roberts

BRENDA ROBERTS – DISKOGRAPHIE Teil 4 + 5

von Rolf Brunckhorst

Teil 4: In diesem vierten Teil der Brenda-Roberts-Diskographie geht es um relativ unbekannte Aufnahmen von nur bedingt populär zu nennenden Opern.

 MEDEA  –  Komponist Friedhelm Döhl

Als erstes sei die Medea -Studio-Gesamtaufnahme genannt. Die Medea gilt als ausgesprochene Primadonnen-Partie und ist in der Vergangenheit von einigen wenigen Sopranistinnen eindrucksvoll dargestellt worden (Callas, Jones, Rysanek). Jetzt gibt es eine neue Medea, die der Komponist Friedhelm Döhl Brenda Roberts quasi auf den Leib geschneidert bzw. in die Kehle geschrieben bzw. komponiert hat. Musikalisch ist dies eine ganz neue Welt, die nicht jedem Hörer gefallen kann, aber für Fans von Brenda Roberts ist besonders der Schlußteil der Oper ein reines Vergnügen. Hier kann Brenda Roberts in einem langen Solo alle Register ihres Könnens ziehen. Der Komponist mutet ihr zu, alle Möglichkeiten einer Sing- bzw. Sprechstimme auszunutzen. Brenda Roberts macht das hervorragend und schafft es sogar, textverständlich auch in den höchsten Lagen zu singen. Dirigent Klauspeter Seibel kennt Brenda Roberts aus Hamburger Vorstellungen und hat sowohl sein Orchester als auch das Ensemble der Kieler Oper souverän im Griff. So ist die Ersteinspielung der Döhl-Medea eine rundum gelungene Sache, und so gibt es eine weitere Medea-Darstellerin, die im Gedächtnis bleiben wird.

 

Brenda Roberts in jungen Jahren © Brenda Roberts

Brenda Roberts in jungen Jahren © Brenda Roberts

STERNENGEBOT – Komponist Siegfried Wagner

Sternengebot ist eine der zahlreichen Opern von Siegfried Wagner, die sich im Repertoire nicht haben durchsetzen können. Zwar „wagnert“ es beständig in dieser Oper, aber des Vaters Theaterpranke hatte sein Sohn Siegfried keineswegs geerbt. Die Musik fließt schön und gleichmäßig, aber sie packt den Zuhörer nicht. Szene um Szene geht vorbei, ohne daß sich der Hörer angesprochen fühlt. Ende der 90er Jahre hatte die Firma Marco Polo das ehrgeizige Vorhaben in die Tat umgesetzt, die Siegfried-Wagner-Opern auf CD einzuspielen, und somit einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Brenda Roberts hatte für diese Aufnahme die beiden Partien der Hiltrud und der Julia übernommen. Sie behauptet sich völlig souverän in den teilweise etwas holprig komponierten Orchesterfluten und macht auch diese Aufnahme zu einem Muß für Brenda-Roberts-Fans.

 ALBERT HERRING  – Benjamin Britten

Mitte der 80er Jahre hatte Brenda Roberts in der Britten-Oper Albert Herring“ als Lady Billows ihre Hamburger Premiere. Das Publikum erlebte eine treffliche Darbietung der in Deutschland zu Unrecht verkannten Oper Brittens. An der Spitze des Hamburger Ensembles machte Brenda Roberts bereits in der ersten Szene, in der sie mit Ursula Boese als Florence Pike ein tugendhaftes Mädchen für das Dorffest auswählen soll, auf ihre komödiantische Begabung aufmerksam. Die feine Ironie, mit der Britten das englische Dorfleben beobachtet, wird von Brenda Roberts auf das Feinste aufgenommen und auf der Bühne umgesetzt. Da darf die Stimme schon mal etwas schriller werden, wenn sich nicht das ganze Dorf den moralischen Ansprüchen der Lady Billows anpassen will. Insgesamt eine bemerkenswerte Aufnahme, die die Leistungsfähigkeit des Hamburger Ensembles dokumentiert.

Brenda Roberts hier mit Rolf Brunckhorst © Rolf Brunckhorst

Brenda Roberts hier mit Rolf Brunckhorst © Rolf Brunckhorst

DIE BACCHANTINNEN  –  Egon Wellesz

Im Dezember 1985 trat Brenda Roberts im Wiener Konzerthaus in der Partie der Königin Agave auf, eine dankbare Partie in der Oper Die Bacchantinnen von Egon Wellesz. Die Stimme von Brenda Roberts paßt perfekt zu der stilistisch ein bißchen hin und her pendelnden Oper, die die Grundlage dafür bietet, daß Brenda Roberts ihre dramatische Durchschlagskraft, ihre sicheren Höhen und hohe Durchhaltekraft eindrucksvoll vorführen kann. Diese konzertante Aufführung, im Dezember 1985 vom ORF übertragen, kann man sich bei youtube anhören.

 5. Teil: Schlußteil dieser Diskographie – Raritäten für Brenda-Roberts-Fans.
Die meisten Aufnahmen sind stark gekürzt, auf die Sopranpartie reduziert

 ARIADNE AUF NAXOS  –  Richard Strauss,

Im November 1990 gab es die seltene Gelegenheit, Brenda Roberts als Ariadne zu erleben. Obwohl die Partie der Ariadne eher zurückhaltend und abwartend angelegt ist, fand sich die stets aktive und dramatisch agierende Brenda Roberts mühelos in das Ensemble des Bielefelder Opernhauses ein. Es begann mit ganz verhalten lyrischen Monologen und steigerte sich bei der Ankunft des Bacchus in ein glorioses Schlußduett. Ihr zur Seite stand der zu Recht sehr gefragte Heldentenor Herbert Schaefer, der der kraftvollen Stimme von Brenda Roberts Paroli bieten konnte, so daß der von GMD Rainer Koch dirigierte Abend im Strauss-Rausch endete.

SALOME  –  Richard Strauss,

Dieses ist eine der Aufnahmen mit den meisten Auslassungen. Entschädigt wird der Zuhörer für das etwas mühsame Hören von der unglaublichen Tagesform der Brenda Roberts. Kraftvoll mit wunderschön dahingehauchten Piani und einem energischen Schlußgesang war sie die unumstrittene Hauptattraktion des Abends. Die lächerliche Szenerie konnte die Sängerin überhaupt nicht beeinträchtigen, ihre Stimme leuchtet bis in den letzten Winkel nicht nur des auf der Bühne aufgebauten Schlachthauses, sondern auch des Zuschauerraums des Staatstheaters Braunschweig und endet mit einem triumphalen Schlußgesang.

TOSCA  –  Giacomo Puccini

Die Partie der Floria Tosca ist von ihren Gestaltungsmöglichkeiten her eine feine Sache für alle spielfreudigen dramatischen Sopranistinnen, also auch für Brenda Roberts. Die hier vorgestellte Aufführung am Staatstheater Kassel fand in deutscher Sprache statt, und Brenda Roberts hatte einen furiosen Abend. Sie überzeugte schon im ersten Akt als eifersüchtige Diva, wobei das Duett mit Cavaradossi äußerst leidenschaftlich angelegt war. Am Ende des ersten Aktes verschafft sich die Stimme Raum, wenn die Eifersucht sie langsam vereinnahmt. Viel Aufregung herrscht im zweiten Akt bei den Kerker- und Folterszenen, wenn Tosca zwischen Hoffen und Bangen hin und her schwankt, und voller Stimmeinsatz gefordert wird. Brenda Roberts meistert diese anspruchsvollen Passagen, ohne bei zu schreienden und zu sprechenden Tönen jemals die Kontrolle über die Stimme zu verlieren. Im dritten Akt nimmt sie den liebenden Tonfall der Anfangsszene wieder auf und erträumt sich mit Cvaradossi eine glückliche Zukunft, obwohl beide wissen, aber einander nicht eingestehen, daß es für dieses Liebespaar keinen Morgen geben wird. Passend dazu klingt der Sopran von Brenda Roberts ängstlich, beinahe zittrig, bis sie in der letzten Passage mit stimmlicher Bravour dem toten Scarpia ankündigt, daß man sich an den Pforten der Hölle wiedersehen wird.

CD Brenda Roberts in Frau ohne Schatten © Sebastian Sierke

CD Brenda Roberts in Frau ohne Schatten © Sebastian Sierke

DIE FRAU OHNE SCHATTEN –  Richard Strauss

Kaum eine Oper ist so vielen Kürzungen ausgesetzt wie die Frau ohne Schatten. Im Jahre 1987 gab es im Nationaltheater Mannheim eine Version zu bestaunen, in der sogar die Reihenfolge der Bilder durcheinander gewürfelt wurden. Im zweiten Akt besteht die Oper jetzt nur noch aus vier Bildern, die in der Reihenfolge 1-2-4-5 auf die Bühne gebracht werden, wobei das dritte Bild mit dem fünften Bild zusammengelegt worden sind. Da es sich dabei vor allem um die Szenen im Färbershaus handelt, ist die Färbersfrau am meisten von diesen Eingriffen betroffen. Brenda Roberts, international anerkannte Färbersfrau, ließ sich durch diese neue Version nicht durcheinander bringen und bot eine grandiose Leistung. Wirkt sie zunächst im ersten Akt noch (rollengemäß) etwas spröde, so wird am Ende des Aktes, als die Färberin glaubt, die anklagenden Stimmen ihrer noch ungeborenen Kinder zu hören, ganz großes Operntheater geboten aufgrund ihrer packenden Rolleninterpretation. Im letzten Bild des zweiten Aktes sind es dann die Monologe der Färbersfrau, die „aneinander gebackt“ wurden, um eine Verschmelzung der Bilder 3 und 5 zu erreichen. Brenda Roberts triumphiert auch in dieser etwas willkürlich wirkenden Version mit nie endender Strahlkraft und wahrlich hochdramatischem Impetus. Diese Mannheimer Aufnahme ist durchaus habenswert, und das nicht nur wegen der exzellenten Sänger (u.a. Jean Cox), sondern auch um sich diese Kuriosität anhören zu können. Nach Wissen des Rezensenten gibt es eine vergleichbare Version nur noch unter Herbert von Karajan, der die Partie der Färbersfrau ganz auf Christa Ludwig eingestellt hatte. Für ergänzende Mitteilungen bedankt sich der Autor schon im Voraus.

 TURANDOT  –  Giacomo Puccini,

Wenn es eine Partie im Repertoire der Brenda Roberts gibt, bei der die Fans sofort sagen, daß sie der Künstlerin auf den Leib geschneidert sei, dann ist dies Puccinis Turandot. Gefordert ist eine hochdramatische Sopranistin, der von der Dauerbelastung in der Höhe und lautesten Orchesterklängen alles abverlangt wird, und genau unter diesen Ansprüchen blüht die Stimme von Brenda Roberts förmlich auf. Hier ist eine Stimme, die „In questa Regia“ wirklich kalt und überheblich präsentieren kann, die im zweiten Akt ein Feuerwerk von Spitzentönen abliefert, und die im dritten Akt aufwallende Emotionen so nach und nach zulassen kann.

Zum Schluß dieser Diskographie sei noch auf die erste offizielle CD von Brenda Roberts verweisen, nämlich „BRENDA ROBERTS IM GEISENHEIMER DOM“. Auf dieser CD findet man ein reichhaltiges Programm, eingeleitet von je einem Händel- und einem Haydn-Block. Der Bogen wird bis zu „The Lord’s Prayer“ gespannt. Der großen und strahlenden Sopranstimme von Brenda Roberts kommt die Akustik des Geisenheimer Doms sehr entgegen. Schon bei der ersten Händel-Arie „Rejoice greatly“ aus dem „Messias“ legt der Hörer die Ohren an und freut sich 70 Minuten lang über ein Konzert in diesem ganz besonderen Klangbild. Brenda Roberts selbst ist vorzüglich bei Stimme, und man fragt sich, wie eine gefeierte Elektra so intensiv und sensibel Barockarien von Josef Haydn interpretieren kann. Diese CD war (und ist vielleicht noch immer) über die Künstlerin selber zu beziehen.

Diese Diskographie erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Brenda Roberts ist immer noch so populär, daß immer wieder neue Live-Aufnahmen mit ihr auftauchen, so daß vielleicht in einem Jahr noch ein sechster Teil dieser Diskographie erscheinen könnte. Drei Vorboten sind schon am Horizont zu erkennen, nämlich ihre Fidelio-Interpretation in Antwerpen und den Bad Hersfelder Opernfestspielen, sowie ihre Salome aus Gent/Belgien. Alle drei Opern sind in Auszügen auf youtube zu bestaunen, schön wären natürlich aufgearbeitete DVD-Versionen.

—| IOCO CD-Rezension |—

Rudolstadt, Theater Rudolstadt, Premiere Otello – Giuseppe Verdi, 04.05.2019

April 16, 2019 by  
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Theater Rudolstadt

Theater Rudolstadt / Otello - v. li. Zinzi Frohwein (Desdemona), Anja Daniela Wagner (Emilia) © Roland Obst

Theater Rudolstadt / Otello – v. li. Zinzi Frohwein (Desdemona), Anja Daniela Wagner (Emilia) © Roland Obst

Otello  von Giuseppe Verdi

Premiere 4. Mai 2019, Meininger Hof Saalfeld

Liebe und Hass, Eifersucht und Intrigen,  Giuseppe Verdis Oper Otello feiert im Meininger Hof Saalfeld Premiere

Mit seiner vorletzten Oper „Otello“ erreichte Giuseppe Verdi den Höhepunkt seines Schaffens. Die umjubelte Eröffnungspremiere der Jubiläumsspielzeit des Partnertheaters Nordhausen kommt am 4. Mai mit den Thüringer Symphonikern im Meininger Hof Saalfeld in halbszenischer Aufführung – ganz auf die Kraft der Musik konzentriert – zur Premiere.

Verdis Literaturoper nach Shakespeares Otello erzählt die tragische Geschichte eines Außenseiters, der zu Macht und Ansehen kommt. Als ehemaliger Sklave wird Otello nach militärischen Erfolgen zum Befehlshaber der venezianischen Flotte ernannt und bekommt die schöne, adlige Senatorentochter Desdemona zur Frau. Doch sein Aufstieg ruft Neider auf den Plan … allen voran Fähnrich Jago. Dieser startet, um den Widersacher zu Fall zu bringen, eine perfide Intrige, in der sich Otello mit fataler Zwangsläufigkeit immer tiefer verfängt. So nimmt das Verhängnis um ein Taschentuch seinen unaufhaltsamen Lauf. Vom Zweifel an der Treue seiner Geliebten innerlich zerfressen, tötet er im Wahnsinn der Eifersucht erst sie und letztendlich sich selbst.

Theater Rudolstadt / Otello - Krum Galabov (Jago), Michael Austin (Otello) © Roland Obst

Theater Rudolstadt / Otello – Krum Galabov (Jago), Michael Austin (Otello) © Roland Obst

In diesem späten Meisterwerk gelingt es Giuseppe Verdi, die Klangfarben und die Leitmotivik seines Konkurrenten Richard Wagner in den Orchesterpart zu integrieren. Gleich mit ihrer Ouvertüre entfesselt die Oper eine Wucht, die den Zuhörer bis zur letzten Note nicht mehr loslässt. Zusammen mit seinem Librettisten Arrigo Boito gelang Verdi ein geniales Musikdrama, wie es intensiver, schöner und erschütternder bis heute kaum ein anderes gibt.

Anette Leistenschneider – sie inszenierte u. a. an der Oper Breslau, am Musiktheater Lublin und an der Staatsoper Zagora und ist seit der Spielzeit 2016/17 Operndirektorin in Nordhausen – akzentuiert in ihrer Inszenierung die lyrischen Momente. Das Bühnenbild von Wolfgang Kurima Rauschning und die Kostüme von Anja Schulz-Hentrich bebildern die Inszenierung mit prunkvollen Roben und umschleierten Madonnen. Das Sängerensemble ist hochkarätig besetzt. Die Hauptrolle dieser Produktion aus dem Theater Nordhausen wird vom US-amerikanischen Sänger Ray M. Wade verkörpert. Er sang bereits mit großen Orchestern, wie dem Metropolitan Opera Orchestra, spielte an der Seite von Edita Gruberova den Normanno in Lucia di Lammermoor und Flavio in Norma auf CD ein. Festengagements führten den Tenor u. a. ans Nationaltheater Mannheim und an die Oper Köln. Die zweite große Partie ist nicht jene Desdemonas, sondern Jagos. Sie wird von Krum Galabov interpretiert, der schon mit Regisseuren wie Franco Zeffirelli und Einar Schleef zusammengearbeitet hat und mit Vesselina Kassarova gemeinsam auf der Bühne stand. Seine Karriere führte den bulgarischen Bariton in die Arena di Verona, die Staatsoper Sofia oder zu den Schlossfestspielen Schwerin. Die Darstellerin der Desdemona, Zinzi Frohwein, ist dem Saalfelder Publikum von verschiedenen Partien bekannt, u. a. als Mimi in La Bohème. Seit der Spielzeit 2016/17 am Theater Nordhausen fest engagiert, sang sie auch bereits in der Niederländischen Nationaloper. In weiteren Partien sind Yavor Genshev, Marian Kalus, Thomas Kohl, Jung-Uk Oh und Anja Daniela Wagner zu erleben. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Chefdirigent Oliver Weder. Es spielen die Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt. Begleitet wird die Inszenierung durch den Mädelchor des Kantorats der Johannes-Kirche Saalfeld.

Szenische Einrichtung: Anette Leistenschneider, Bühne: Wolfgang Kurima Rauschning
Kostüme: Anja Schulz-Hentrich, Choreinstudierung: Markus Popp, Dramaturgie: Anja Eisner

Ray M. Wade jr. (Otello), Krum Galabov (Jago), Marian Kalus (Rodrigo), Yavor Genshev (Lodovico), Thomas Kohl (Montano), Jung-Uk Oh (ein Herold), Zinzi Frohwein (Desdemona), Anja Daniela Wagner (Emilia)

Es spielen die Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt. Es singt der Mädelchor Saalfeld des Kantorats der Johannes-Kirche Saalfeld.

Karten für die Premiere am 4. Mai um 19.30 Uhr sowie für die weiteren Aufführungen am 7. und 12. Mai, jeweils um 15 Uhr und am 18. und 31. Mai, jeweils 19.30 Uhr, sind an den üblichen Vorverkaufsstellen sowie telefonisch unter 03672/422766 erhältlich.

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