Augsburg, Theater Augsburg, Premiere Die Lustige Witwe im martini-Park, 07.12.2019

Oktober 22, 2019 by  
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Theater Augsburg

Theater Augsburg / Außenansicht © Theater Augsburg

Theater Augsburg / Außenansicht © Theater Augsburg

»Die Lustige Witwe« von Franz Lehár
Operette in drei Akten
Libretto von Victor Léon & Leo Stein

Mit diesem Klassiker des Genres erlebte die Ära der »Silbernen Operette« Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt: 1905 am Theater an der Wien uraufgeführt, avancierte die »Lustige Witwe« schnell weltweit zum Kassenschlager und brachte seinem Komponisten Franz Lehár den endgültigen Durchbruch.

Ab Samstag, dem 7. Dezember (Premiere) ist damit im martini-Park ein wahres Operetten-Feuerwerk zu erleben, in dem nicht der – hier drohend bevorstehende – Niedergang der Finanzmärkte bejammert wird, sondern aufrührerisch, frech und feierwütig geflirtet wird und die Figuren voller Lust neue Chancen entdecken: Bunte Unterhaltung vom Auftakt bis zum Schlussapplaus!

Regisseurin Andrea Schwalbach, deren frische und konsequente Erzählweise das Augsburger Publikum bereits in der vergangenen Spielzeit bei ihrer Inszenierung von W.A. Mozarts »Die Zauberflöte« begeisterte, widmet sich dem heiteren Stoff mit Tiefgang und Ernsthaftigkeit, ohne dabei den pointierten und bissigen Operettenwitz preiszugeben.

Die Rolle der selbstbewussten jungen Witwe Hanna Glawari übernimmt die schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Sopranistin Jihyun Cecilia Lee, die seit zwei Jahren festes Ensemblemitglied in Augsburg ist. Die männliche Hauptrolle – den

bindungsscheuen Genussmenschen Graf Danilo Danilowitsch – übernimmt Bariton Alejandro Marco-Buhrmester, der u.a. schon mehrfach in Bayreuth und an der Berliner Staatsoper Unter den Linden gastierte und ebenfalls seit zwei Jahren fest in Augsburg engagiert ist.

Zur Handlung:

Fernab von existenziellen Nöten feiert die High Society mit viel Pomp und Getöse eine Party nach der anderen. Dass sie dabei hochverschuldet ist, kümmert sie wenig. Geflirtet wird nach ­allen Regeln der Kunst, man nimmt das Leben und die Liebe auf die leichte Schulter. Nur Graf Danilo und Hanna Glawari schwelgen nicht mit.Danilo tröstet sich mit Grisetten über seinen Kummer hinweg, aus Standesgründen seine große Liebe Hanna nicht geheiratet zu haben. Hanna vermählte sich stattdessen mit dem reichen Bankier Glawari, der allerdings bereits kurz nach der Hochzeit verstarb. Nun begegnen sich reiche Witwe und Playboy wieder: Sie, umworben von jedermann, und er mit dem Auftrag des Botschafters, mit ihrem Vermögen den Staatsbankrott zu vereiteln. Die Liebe der beiden entflammt erneut. Doch um die Gefühle preiszugeben, braucht es erst Champagner, Tanz, Musik – und eine List.

Besetzung und Termine

Musikalische Leitung : Domonkos Héja
Inszenierung :  Andrea Schwalbach
Bühne : Nanette Zimmermann
Kostüme : Nora Johanna Gromer
Einstudierung der Chöre : Carl Philipp Fromherz
Choreografie : Amy Share-Kissiov
Dramaturgie : Sophie Walz
Baron Mirko Zeta, pontevedrinischer Gesandter in Paris  : Stanislav Sergeev
Valencienne, seine Frau : Olena Sloia
Graf Danilo Danilowitsch, Gesandtschaftssekretär : Alejandro Marco-Buhrmester
Hanna Glawari  : Jihyun Cecilia Lee
Camille de Rosillon : Roman Poboinyi
Vicomte Cascada : Erik Völker
Raoul de Saint-Brioche  : Oliver Marc Gilfert
Bogdanowitsch, pontevedrinischer Konsul :Reinhold Zott
Sylviane, seine Frau :  Cornelia Lindner
Kromow, pontevedrinischer Gesandtschaftsrat  : André Wölkner
Olga, seine Frau  : Susanne Simenec
Njegus, Kanzlist bei der pontevedrinischen Gesandtschaft  : Gerhard Werlitz
Grisetten : Diana Hecht, Jana Hecht, Eva Patricia Klosowski, Sarah Martlmüller, Janina Moser, Helena Sturm

Augsburger Philharmoniker
Opernchor des Staatstheater Augsburg

Premiere : 07.12.2019 19:30 | martini-Park

Weitere Termine
15.12.2019 18:00          | martini-Park
18.12.2019 19:30          | martini-Park
31.12.2019 19:00          | martini-Park

02.01.2020 19:30          | martini-Park
07.01.2020 19:30          | martini-Park
17.01.2019 19:30          | martini-Park
16.02.2020 18:00          | martini-Park
07.03.2020 19:30          | martini-Park
14.03.2020 19:30          | martini-Park
03.05.2020 15:00          | martini-Park

—| Pressemeldung Theater Augsburg |—

Bielefeld, Theater Bielefeld, ARIANE und BLAUBART – Paul Dukas, 02.03.2019

Februar 6, 2019 by  
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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

ARIANE und BLAUBART  –  Paul Dukas

Premiere Sa. 02.03.19 um 19:30 Uhr im Stadttheater

»Es war einmal ein Mann, der hatte unermesslichen Reichtum, aber unglücklicherweise einen blauen Bart. Das machte ihn so hässlich und abschreckend, dass alle Frauen und Mädchen vor ihm flohen …« 1697 schrieb Charles Perrault das Märchen vom Ritter Blaubart auf: Er bringt jede seiner Ehefrauen um und entsorgt ihre Leiche in eine Kammer seines Schlosses, die zu betreten er der jeweils nächsten Frau untersagt – wiewohl er ihr den Schlüssel dazu aushändigt. Viele (Bühnen-) Bearbeitungen des Märchens zeugen seitdem von seiner Brisanz, u. a. von Jacques Offenbach oder Béla Bartók.

Für den Komponisten Paul Dukas entwarf der belgische Dichter Maurice Maeterlinck um 1901 ein Blaubart-Drama, in dem die bisherigen fünf Ehefrauen gar nicht tot, sondern nur eingesperrt sind und von der sechsten gefunden werden. Weniger die pragmatische Überlegung, dass lebendige Frauen auf der Opernbühne glaubwürdiger singen als tote, dürfte ihn dabei interessiert haben, als vielmehr das Schicksal der Eingesperrten aus der Perspektive einer starken, weiblichen Retter- Persönlichkeit. Blaubart selbst rückt dabei in den Hintergrund und wird ganz en passant vom Vorwurf des Serienmords freigesprochen (das Gerücht davon umgibt ihn aber dennoch).

Theater Bielefeld / Ariane und Blaubart hier_ Sarah Kuffner ist Ariane © Philipp Ottendoerfer

Theater Bielefeld / Ariane und Herzog Blaubart hier_ Sarah Kuffner ist Ariane © Philipp Ottendoerfer

HANDLUNG: Ariane betritt als Braut die Burg des Herzogs Blaubart, begleitet von ihrer Amme. Hinter der einzigen ihr verbotenen Tür, die sie umso zielsicherer ansteuert, trifft Ariane auf ihre Vorgängerinnen: fünf eingesperrte Frauen, die mehr tot als lebendig vor sich hin vegetieren. Auch wenn Blaubart anders als in vergleichbaren Opern – etwa von Béla Bartók – kaum in Erscheinung tritt: Sein mächtiges Ich ist in jedem Raum seiner Burg präsent und lastet zentnerschwer auf den Frauen. Jede mit ihrer eigenen Geschichte, jede vom Todesurteil des Herzogs bedroht. Ariane gewinnt ich Vertrauen und verleiht ihnen die Kraft zum gemeinsamen Widerstand. Mit dem Selbstbewusstsein ihrer antiken Namensschwester Ariadne ausgestattet, die dem Geliebten den Ausweg aus dem Labyrinth des grausamen Minotaurus wies, hat Ariane den Mut und den Intellekt, es mit dem nahezu unsichtbaren Gegner aufzunehmen.

Paul Dukas, berühmt für seine symphonische Dichtung Der Zauberlehrling, gelang mit seiner 1907 uraufgeführten Oper Ariane et Barbe-Bleue eine dunkel-sinnliche und atmosphärisch dichte Vertonung des bekannten Märchenstoffs. Kein Geringerer als Maurice Maeterlinck formte hieraus ein Libretto, das erstaunlich aktuelle Themen berührt. Dukas’ Tonsprache übertrifft zuweilen noch die vor Farben nur so sprühenden Opernpartituren seines Lehrers Alexander Zemlinsky und verleiht der berührenden Befreiungsgeschichte immer wieder geradezu rauschhafte Momente.

Originaltitel: Ariane et Barbe-Bleue // Oper in drei Akten von Paul Dukas // Libretto von Maurice Maeterlinck // In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Originaltitel: Ariane et Barbe-Bleue // Oper in drei Akten von Paul Dukas // Libretto von Maurice Maeterlinck // In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln Musikalische Leitung Alexander Kalajdzic Inszenierung Andrea Schwalbach Bühne und Kostüme Nanette Zimmermann Choreinstudierung Hagen Enke, Dramaturgie Jón Philipp von Linden, Mit Nohad Becker, Yoshiaki Kimura, Melanie Kreuter, Sarah Kuffner, Hasti Molavian, Dorine Mortelmans, Moon Soo Park, Dumitru-Bogdan Sandu, Katrin Schyns, Katja Starke, Bielefelder Opernchor, Bielefelder Philharmoniker

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Osnabrück, Theater am Domhof, Die Zirkusprinzessin – Operette mit Trauerrand, IOCO Kritik, 13.12.2017

Dezember 13, 2017 by  
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Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

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Die Zirkusprinzessin von Emmerich Kálmán

Operette mit Trauerrand

 Von Hanns Butterhof

Emmerich Kálmán muss den Ersten Weltkrieg übersehen haben. Diesem Eindruck kann man sich nicht entziehen, wenn man die beiden Kálmán-Operetten Die Csárdásfürstin von 1915 in Münster und Die Zirkusprinzessin von 1926 in Osnabrück besucht. In beiden Aufführungen wird Kálmán entschieden korrigiert, der Krieg auf die Bühne gebracht und ein happy end verweigert.

Der Krieg bricht in Kálmán-Operetten in Münster und Osnabrück herein

Als Die Zirkusprinzessin 1926 in Wien uraufgeführt wurde, war der Erste Weltkrieg gerade ein paar Jahre vorbei. So ist das große Thema der Zirkusprinzessin das Fertigwerden mit schlimmen Schlägen des Schicksals und fürs Herz die Hoffnung, dass schon alles wieder gut wird. Im Theater am Domhof traut die Regie Sonja Trebes‘ dem Operettenoptimismus nicht.

Theater Osnabrück / Die Zirkusprinzessin - hier: Sie lieben sich, Susann Vent-Wunderlich und Ralph Ertel als Fürstin Fedora und Mr. X. © Jörg Lewandowski

Theater Osnabrück / Die Zirkusprinzessin – hier: Sie lieben sich, Susann Vent-Wunderlich und Ralph Ertel als Fürstin Fedora und Mr. X. © Jörg Lewandowski

Vom Schicksal geschlagen ist Fedja Palinski (Ralph Ertel). Er hatte es gewagt, sich in die künftige Frau seines mächtigen Onkels zu verlieben. Der enterbte Palinski und zerstörte dessen militärische Laufbahn; sozial abgestürzt tritt er nun als Mr.X beim Zirkus auf. Diese Frau, Fürstin Fedora Palinska (Susann Vent-Wunderlich), ist nun Witwe und wegen ihres ungeheuren Reichtums heiß begehrt. Unter etwas schwer nachvollziehbaren Umständen verlieben sich die beiden, und es liegt ein happy end mit echter Liebesheirat statt Vernunftehe in der Luft.

Dass das nicht klappt, liegt an einer fiesen Intrige des Prinzen Sergius Wladimir (Jan Friedrich Eggers), der es selber auf das Vermögen Fedoras abgesehen hat. Er hat Mr.X völlig unnötig dazu bewogen, sich bei der Fürstin als Prinz Korrossoff einzuführen. Als er nach der Heirat seine Zirkusidentität offenbart, weist ihn Fedora zurück.

Das war von der Fürstin nicht zu erwarten, die Susann Vent-Wunderlich als sehr sympathische Figur stimm- und ausdrucksstark spielt. Bei ihr war Standesdünkel eigentlich kein Thema. Auch dass sie sofort von Wladimir als „Zirkusprinzessin“ geschmäht, von Husaren respektlos begrapscht wird und offenbar sofort ihr Vermögen verliert, erschließt sich nicht wirklich.

Theater Osnabrück / Die Zirkusprinzessin - hier Susann Vent-Wunderlich ist die Zirkusprinzessin © Jörg Landsberg

Theater Osnabrück / Die Zirkusprinzessin – hier Susann Vent-Wunderlich ist die Zirkusprinzessin © Jörg Landsberg

Zu deutlich und sichtlich nicht stimmig will die Regisseurin weg von der märchenhaften Operettenseligkeit. Schon Prinz Wladimir ist mafiös mit einer schwerbewaffneten Privatarmee, die sich, weniger lustig, reihenweise an den Frauen vergeht. Im dritten Akt ist Fedora auch noch auf der Straße gelandet, wo sie zudem beraubt wird. Mit Explosionen bricht gar der Krieg ein, und wenn es doch zu überraschenden Heiraten von Nebenfiguren kommt, so bleibt das Ende für das Liebespaar doch offen; nichts da fürs Herz.
Bis dahin gibt es jedoch auf der erst zirkusbunten, dann dunkleren Bühne (von Nanette Zimmermann) phantasievolle Kostüme (von Linda Schnabel) und eine turbulente Haupt- und Nebenhandlung mit abwechslungsreicher, eingängiger Musik. Neben Susann Vent-Wunderlich gefalllen vor allem der elegante, warme Tenor Ralph Ertel, die lebensfrohen Soubrette Gabriella Guilfoiol und ihr Buffo-Partner Mark Hamman, während der von Markus Lafleur einstudierte Chor sich spielfreudig durch den Abend schmettert.
Daniel Inbal und das Osnabrücker Symphonieorchester retteten schwungvoll die Operettenseligkeit und erhielten mit allen Beteiligten den langen Beifall des Premierenpublikums.

Theater Osnabrück – Die Zirkusprinzessin:  Weitere Vorstellungen  15.12.2017 um19.30 Uhr. Silvester 15.00 und 19.00 Uhr und am 5.1 und 10.1.2018 um19.30 Uhr.

—| IOCO Kritik Theater Osnabrück |—

Wuppertal, Wuppertaler Bühnen, Webers Freischütz als Horror Picture Show, IOCO Kritik, 14.09.2012

September 17, 2012 by  
Filed under Kritiken, Wuppertaler Bühnen


Kritik

Wuppertaler Bühnen

Carl Maria von Webers “Freischütz“: Eine Horror Picture Show

Premiere am 14.09.2012
 

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ - v.l.n.r. John In Eichen, Banu Böke, Marco Wohlwend hinten: Chor- und Extrachor der Wuppertaler Bühnen mit Martin Js. Ohu © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ – v.l.n.r. John In Eichen, Banu Böke, Marco Wohlwend hinten: Chor- und Extrachor der Wuppertaler Bühnen mit Martin Js. Ohu © Uwe Stratmann


Nicht auf einen geschlossenen Vorhang schauten die Besucher bei der Premiere der Weber-Oper, sondern auf eine grob gezimmerte Bretterwand. Vielleicht sollte diese den deutschen Wald verkörpern, denn die Bretter waren echt.

Aber es war nur eine Wand der Bretterscheune, die als Bühnenbild, angereichert mit einigen Stühlen und wenigen Versatzstücken diente. Im Laufe Handlung machten sich die Bretter selbständig, wurden in der Wolfsschluchtszene als Mobiles benutzt und dergleichen. Die Bühne wie auch die Kostümentwürfe (schwarz/weiß die Herren in ihren Fräcken, die Damen bunt und pettycoatkurz) gestaltete Nanette Zimmermann. In dieses frugale Interieur stellte Andrea Schwalbach ihre Inszenierung.

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ - v.l.n.r. Boris Leisenheimer, Marco Wohlwend © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ – v.l.n.r. Boris Leisenheimer, Marco Wohlwend © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ - vorne Mitte: Banu Böke, Boris Leisenheimer hinten: Chor- und Extrachor der Wuppertaler Bühnen © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ – vorne Mitte: Banu Böke, Boris Leisenheimer hinten: Chor- und Extrachor der Wuppertaler Bühnen © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ - v.l.n.r. Marco Wohlwend, John In Eichen © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ – v.l.n.r. Marco Wohlwend, John In Eichen © Uwe Stratmann

  

Das Originallibretto hatte sie angereichert mit Auszügen aus der Erzählung “Der Freischütz“, aus dem Gespensterbuch von Johann August Apel und Friedrich Laun, sowie durch Zaubersprüche aus “Deutsche Mythologie“ von Jacob Grimm. Die meisten dieser neuen Texte wurden hier Samiel zugeteilt, der außer seinem Job als schwarzer Jäger, auch als Vampyr und Kommentator tätig war. Der Schauspieler Marco Wohlwend machte das ganz großartig. Was Frau Schwalbach in ihrer Inszenierung  anstellte, sprengte den Rahmen des Herkömmlichen, aber leider negativ.

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ - v.l.n.r. Niclas Oettermann, Dorothea Brandt, Marco Wohlwend, Wencke Drumm © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ – v.l.n.r. Niclas Oettermann, Dorothea Brandt, Marco Wohlwend, Wencke Drumm © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ -vorne: Banu Böke Mitte: Dorothea Brandt hinten: Marco Wohlwend © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ -vorne: Banu Böke Mitte: Dorothea Brandt hinten: Marco Wohlwend © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ -Dorothea Brandt, Marco Wohlwend © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ -Dorothea Brandt, Marco Wohlwend © Uwe Stratmann

  

Es war sehr schwer den Handlungsfaden zu verfolgen, da die Turbulenzen auf der Bühne zu gewaltig waren. Wie auch viele Dialogszenen akustisch nicht zu verstehen waren, da alle durcheinander redeten. Auch war man immer wieder mit Szenen konfrontiert, die fremd waren und äußerst unschön, plakativ wie auch ekelhaft.

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ - vorne: Chor – Extrachor der Wuppertaler Bühnen hinten Mitte: Olaf Haye hinten: Marco Wohlwend © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ – vorne: Chor – Extrachor der Wuppertaler Bühnen hinten Mitte: Olaf Haye hinten: Marco Wohlwend © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ - vorne: John In Eichen Mitte: Banu Böke hinten: Marco Wohlwend © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ – vorne: John In Eichen Mitte: Banu Böke hinten: Marco Wohlwend © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ - Wencke Drumm, Marco Wohlwend © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / DER FREISCHÜTZ – Wencke Drumm, Marco Wohlwend © Uwe Stratmann

  

Sehr befremdlich war eine Szene im ersten Akt. Nach einer heißen Kuss-Szene mit Samiel, wird Kilian (von Boris Leisenheimer verkörpert) von diesem per Bauchstich abgeschlachtet. Sein Leichnam hängt später in einem Netz in der Wolfsschlucht. In dieser wird auch eine “Jungfrau“ als Blutgeberin missbraucht und bis zum Exitus restlos entleert. Die Freikugeln werden von Samiel ausgewürgt und in eine Schüssel gespuckt, die Agathe (!) ihm hinhält.

Dem Eremiten hat man wohl die Augen ausgehackt. Sein Auftritt mit Augenbinden war sehr stark (Martin Js. Ohu sang ihn sehr sonor). Überhaupt  gab es wirklich starke Momente die gefallen konnten, wie die Szene, wenn Max seine Arie singt und Kasper und Samiel ihn (mimisch) verspotten. Leider wies die musikalische Komponente auch einige Defizite auf. Das sonst so hohe Niveau der Wuppertaler Bühne wurde nicht ganz gehalten.

Nicht immer ausgewogen war das Tempo, dass Florian Fanneck dem fabelhaft disponierten Wuppertaler Orchester vorgab. Einige Intonationstrübungen bei den Hörnern konnten das Gesamtbild nicht trüben.

Aber auch bei einigen Sängern klang nicht alles wie es sein sollte. Banu Bökes schöner, ausdruckstarker Sopran (Agathe) klang eng im oberen Register.

Desgleichen war bei John In Eichen (Kasper) zu hören. Der noch junge Sänger mit seiner prächtigen tiefen Lage, wird das sicher noch in den Griff bekommen.

Keine besonders schöne, aber sehr kräftige Stimme in allen Lagen, hatte der Max von Niclas Oettermann.  Die Stimmen aller Sänger klangen gut bis hervorragend (Thomas Laske als Ottokar).

Wer außergewöhnliche, kräftig gegen den Strich gebürstete Inszenierungen mag, dem sei dieser zum “Grusical“ mutierte “Freischütz“ empfohlen.

Das meist sehr freundliche, dankbare Wuppertaler Publikum zeigte doch erheblichen Unmut, durch kräftige Missfallensäußerungen an die Adresse des Regie-Teams.

IOCO / UGK / 14.09.2012