Koblenz, Theater Koblenz, Faust – Oper von Louis Spohr, IOCO Kritik, 29.01.2019

Januar 29, 2019 by  
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Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

FAUST  –  Romantische Oper von Louis Spohr

– Röschen gibt sich Faust hin – Kunigunde wartet auf ihre Rettung –

von Ingo Hamacher

Mit großer Liebe und Aufmerksamkeit für das kleinste Detail hat das Theater Koblenz einen wunderschönen FAUST des eher unbekannten Komponisten Louis Spohr auf die Bühne gebracht und damit ein äußerst lobenswertes Ergebnis erzielt.

Der 1784 geborene Louis Spohr zählte zu den bedeutendsten deutschen Komponisten und gefragtesten Geigenvirtuosen seiner Zeit. Nach seinem Tod 1859 geriet er rasch in Vergessenheit. Bekannt ist Spohr nur noch für sein Nonett für Streicher und Bläser op. 31 – das zum Standartrepertoire gehört. Seine zahlreichen weiteren Kompositionen hingegen, darunter 18 Violinkonzerte, zehn Sinfonien und zehn Opern, werden nur noch selten aufgeführt.

Als Spohr seinen Faust komponierte, war Goethes Faust I zwar schon erschienen, jedoch orientierte sich sein Librettist nicht an diesem Text, sondern an den sehr viel älteren Volkserzählungen zu diesem Stoff, so dass wir einen so ganz anderen Faust erleben, als wir ihn durch Goethe vor Augen haben. Kein alter Mann; kein ungelebtes Leben; kein Weisheitsstreben. Faust hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, und scheint selbst nicht zu wissen wozu. Sinnenlust und Völlerei, die Mephistopheles ihm anbietet, befriedigt ihn jedenfalls nicht.

Es scheint eher die von Mephisto ausgesprochene Kränkung als „Erdenwurm“ zu sein, die ihm die Richtung seines zukünftigen Handelns vorgibt: „Es soll mir Wonne schaffen, Euch zu schlagen mit den Waffen, die mir bietet Eure Macht!

Mit diesen Worten zieht er in einen Kampf gegen den Teufel, den er natürlich am Ende nur verlieren kann. Faust will der Hölle ein Schnippchen schlagen, in dem er die diabolische Macht seines federhütigen Dieners dazu einsetzt, möglichst viel Gutes in der Welt zu bewirken und Mephisto damit eine lange Nase zu drehen. Und zu erledigen hat er eine Menge: Da müssen die Armen beschenkt werden. Da ist noch Röschen zu trösten, die sich nach dem Tod ihrer Mutter ganz Faust hingegeben hat. (Später erfahren wir, dass Faust am Tod der Mutter nicht ganz unschuldig ist.) Und schließlich harrt da auch noch die von einem Ritter namens Gulf geraubte Kunigunde der Rettung, die befreit und ihrem versprochenen Hugo zugeführt werden muss.

Theater Koblenz / Faust von Louis Spohr - Hier : Hana Lee als Kunigunde, Nico Wouterse als Mephisto, Christoph Plessers als Faus © Matthias Baus / Theater Koblenz

Theater Koblenz / Faust von Louis Spohr – Hier : Hana Lee als Kunigunde, Nico Wouterse als Mephisto, Christoph Plessers als Faus © Matthias Baus / Theater Koblenz

Wie in romantischen Singspielen üblich, wird aber erst einmal gesellig Platz genommen und ein herziges Trinklied gesungen: „Der Wein erfreut des Menschen Herz“. Das kennt man aus dem Wunschkonzert… Als weitere Komplikation kommt der Goldschmied Franz dazu, der ebenfalls ein Auge auf Röschen geworfen und Fausts durchtriebenes Spiel durchschaut hat: Mit seinen Getreuen stürzt er heran, um Röschen zu befreien.

Faust hat inzwischen seinen eigentlichen Lebenszweck gefunden: Die Liebe und die Ehe mit Röschen! Dumm nur, dass ihm sein Teufelspakt jede Ehe verbietet. „Zerissen sei der schnöde Bund!“, mit diesen Worten löst er die mit Mephisto getroffene Vereinbarung auf, was dieser überraschenderweise auch sofort anzunehmen bereit ist.

Nur hat Faust eben jetzt auch keinerlei übernatürliche Macht mehr, und draußen tobt das Volk heran, den Muttermörder zur Verantwortung zu ziehen. Der Pakt wird also schnell erneuert: „Ich schwör‘ es bei der Hölle ew‘gen Qualen“, und so gelingt die Flucht durch den Schornstein. („Lichter, verlöscht! Mantel, breite dich aus! Haltet euch fest! Oben fahren wir ’naus!“) Die in Gulfs Burg gefangene Kunigunde beweint ihr Schicksal, kann jedoch aus der Gewissheit ihrer treuen Liebe zu Hugo neue Kraft schöpfen.

Den nahenden Gulf, der ihr Freiheit gegen Liebe bietet, weist sie standhaft zurück. Doch Hugo ist nicht fern! Mit seinen Mannen liedertafelt er sich mit „Die Rettung naht, die Rache wacht!“ schon mal in Stimmung. In Begleitung von Faust, der sich seiner Zauberkräfte bedient, gelingt es ihm, Gulf zu überwinden und ihn den Teufeln der Hölle auszuliefern. Kunigunde ist gerettet und erlebt „namenloses Glück“. Fidelio hatte 8 Jahre vorher bei seiner Befreiung noch „namenlose Freude“ empfunden.

Zweiter Akt

Auf dem Blocksberg tanzen die Hexen. Mephisto führt Faust zur Hexe Sycorax, die ihn mit einem Zaubertrank versorgt, der ihn bei den Frauen unwiderstehlich macht. Faust hat einen erneuten Sinneswandel durchlaufen und schreckt vor nichts zurück, um Kunigunde für sich zu gewinnen. Auf Kunigundes Hochzeit mit Hugo treffen alle wieder aufeinander. Röschen, von Franz begleitet, begegnet auf der Suche nach Faust ihre alten Nachbarn.

Gemeinsam sehen sie den Trauungszug von Hugo und Kunigunde, der auch von Faust beobachtet wird. Beim Zusammentreffen schwankt Faust kurz zwischen beiden Geliebten; entscheidet sich dann jedoch für die gerade erst vermählte Kunigunde, die sich dann aufgrund Fausts Zaubertrank auch sofort willenlos in ihn verliebt. Röschen ist schockiert. Hugo fordert zum Duell, dass er natürlich gegen den mit teuflischer Macht ausgestatteten Faust tödlich verliert.

Theater Koblenz / Faust von Louis Spohr - Hier : Christoph Plessers, Sieglinde Karges_Eva Krumme, Nico Wouterse, Ulrike Scholz, Christiane Thomas © Matthias Baus / Theater Koblenz

Theater Koblenz / Faust von Louis Spohr – Hier : Christoph Plessers, Sieglinde Karges_Eva Krumme, Nico Wouterse, Ulrike Scholz, Christiane Thomas © Matthias Baus / Theater Koblenz

Dritter Akt

Mephistopheles, dem Erdenleben überdrüssig, sehnt sich in die Hölle zurück, in die er Faust als Beute mitnehmen will. Dank der Kraft der Hexen ist es Faust gelungen, die Braut des erschlagenen Hugos in der Hochzeitsnacht in sein Bett zu bekommen. Statt Liebesglück musste er jedoch Albtraum-artige Höllenqualen erleiden. Erneut will er den Teufelspakt durchbrechen; Röschen als reines Opfer scheint ihm da als Mittel gerade Recht, für seine Taten einzustehen.

Die vom Liebesbann befreite Kunigunde schwört Rache! Verzweifelt geht Röschen ins Wasser. Sich vor den Konsequenzen seines Handelns fürchtend verweist Faust auf seine guten Taten; wird jedoch vom Teufel an seine „Morde, Gräu‘l und Freveltaten“ erinnert.

Dem Chor der Geister gehören die letzten Worte:

„Die Zeit ist verronnen, dein Maß ist voll!
Der Hölle bezahlst du den Sündenzoll!
Im sausenden Reigen, wirbelnd voran,
Schaffen wir Bahn.
Hölle, frohlocke, wir nahen, wir nah‘n!“

Musikalisch ist die Oper oft triviales Singspiel, klingt jedoch über weite Strecken auch nach Mozart. So hören wir einerseits starke Anklänge an den Steinernen Gast des Don Giovanni, als auch sehr viel Zauberflöte. Nicht nur im Libretto, sondern auch in der Musik begegnet uns manches wieder, was uns an den 14 Jahre älteren Beethoven erinnert. Trotzdem ist die Oper musikalisch interessant, weil Spohr hier bereits ausgeklügelte Leitmotivtechniken, die von Richard Wagner dann weiter verfeinert wurden, verwendet.

Eine rasche Sechzehntelfigur z.B. charakterisiert Faust, sein unstetes, vorwärts strebendes Wesen. Das „Höllenmotiv“ wird gekennzeichnet durch die chromatische Umspielung des Molldreiklanges.

Spohr geht im Faust über die schlichte Verwendung und Wiederkehr von thematischem Material hinaus und leuchtet Motive in unterschiedlichen harmonischen Zusammenhängen aus. Die Uraufführung wurde denn auch von niemand geringerem als Carl Maria von Weber geleitet, der sich später in seinem Freischütz ausdrücklich auf die dramatischen Passagen der Oper Faust von Spohr beruft. Lobend schreibt er zur Prager Uraufführung 1816: „Glücklich und richtig berechnet gehen einige Melodien wie leise Fäden durch das Ganze und halten es geistig zusammen.“

Über ein halbes Jahrhundert konnte sich Faust auf der Bühne behaupten, verschwand jedoch danach rasch aus dem Repertoire. Dennoch bleibt das Werk ein Meilenstein in der Geschichte des Musiktheaters und gilt, neben E.T.A. Hoffmanns Undine und Carl Maria von Webers Freischütz, als erste deutsche romantische Oper.

Die Koblenzer Inszenierung nimmt  mit

Inszenierung und Bühne: Michiel Dijkema, Kostüme: Alexandra Pitz, Dramaturgie: Rüdiger Schillig

Sie beschränkt sich darauf, eine schöne Inszenierung zu zeigen, wie sie auch vor fast 200 Jahren hätte aussehen können. Vor nachtschwarzem Rundhorizont mit angedeuteten Wolken wird auf leerer Einheitsbühne mit nur wenigen Möbeln und Gegenständen der jeweilige Handlungsort der häufig wechselnden Szenen angedeutet. In erfrischender Schlichtheit wird das Stück zur Diskussion gestellt; die wunderschönen Kostüme bilden das mittelalterliche Handlungsgeschehen entsprechend ab.

Die bonbonfarbenen Gewänder unterstreichen das Märchenhafte der Handlung: Faust ist von Kopf bis Fuß rot, Mephisto grün. Röschen hell- und Franz dunkelblau. Kunigunde gelb (zur Hochzeit weis wie Hugo), Gulf schwarz und die Hexen lila (mit jeweils 12 Brüsten). Und ein über 40 Köpfe zählender Chor trägt dunkle Gewänder und schreckerregende Teufelsmasken.

Da es sich um eine deutschsprachige Oper handelt, wurde auf eine Übertitelung des Textes verzichtet. Die Sänger orientierten sich jedoch leider eher an der Melodielinie als an der Artikulation, so dass der Text über weite Passagen nicht zu verstehen war. Glücklicherweise wurde im Programmheft das vollständige Libretto abgedruckt, so dass man sich wenigstens im Nachgang einzelne Handlungszusammenhänge erschließen kann.

Theater Koblenz / Faust von Louis Spohr - Hier : Sebastian Haake, Peter Rembold, Christoph Plessers, Marco Kilian, Junho Lee © Matthias Baus / Theater Koblenz

Theater Koblenz / Faust von Louis Spohr – Hier : Sebastian Haake, Peter Rembold, Christoph Plessers, Marco Kilian, Junho Lee © Matthias Baus / Theater Koblenz

Von Daniel Spogis, der die musikalische Leitung des Abends hatte, hätte man sich etwas mehr Mut zur Interpretation des Stückes gewünscht. Ohne erkennbare Leidenschaft arbeitet er sich taktschlagend durch die Partitur. Eher nicht geglückt waren die Umbaupausen zu den häufigen Szenenwechseln innerhalb der einzelnen Akten.

Da die verschiedenen Handlungsorte der dreizehn verschiedenen Bilder nur durch zwei bis drei Gegenstände angedeutet wurden, hätte man besser fliegende Umbauten bei offenem Vorhang vorgenommen, als jedes Mal den Vorhang zu senken, das Saallicht einzuschalten, nach 30 sekündigen Umbauten das Saallicht wieder zu löschen, die Musik nach Freigabe durch den Inspizienten erneut zu beginnen und den Vorhang wieder aufzuziehen. In dem doch etwas handlungsarmen und manchmal auch etwas blutleeren Stück entstanden dadurch weitere Längen, die vermeidbar gewesen wären.

Gesanglich überzeugten alle Sänger, wobei die beiden Soprane Hana Lee und Anna Karmasin die stärksten Stimmen des Abends waren. Die männlichen Hauptrollen, Mephistopheles und Faust, waren etwas ungleich besetzt, da Christoph Plessers als Faust nicht ganz an Kraft und Stimmstärke seines niederländischen Kollegen Nico Wouterse als Mephitopheles heran reichte.

Insgesamt ist dem Theater Koblenz mit FAUST vom Louis Spohr ein sehr interessanter und gelungener Abend geglückt, der mit entsprechend großem Beifall gewürdigt wurde. Ovationen für die Hauptpartien und das Produktionsteam.

Vollständige Besetzung: Mephistopheles: Nico Wouterse, niederländischer Bassbariton, sei 2016 festes Ensemblemitglied, Faust: Christoph Plessers, belgischer Bariton, Graf Hugo: Tobias Haaks, Tenor und neues Ensemblemitglied, Kunigunde: Hana Lee, koreanischer Sopran, seit 2009 in Kolenz, Röschen: Anna Karmasin, Sopran aus München und Gast für diese Produktion, Gulf: Jongmin Lim, koreanischer Bass, ebenfalls seit 2009 im Haus, Franz: Junho Lee, koreanischer Tenor, seit 2012 Ensemblemitglied, Wohlhaldt: Sebastian Haake, der aus Karlsruhe stammende Tenor ist häufiger Gast in Koblenz Wagner: Dirk Eicher ist seit 2002 am Theater Koblenz als erster Chortenor engagiert Moor: Marco Kilian, seit 1992 erster Chorbass mit Soloverpflichtung, Kaylinger: Peter Rembold, Bariton im Opernchor des Theaters Koblenz, Sycorax: Christiane Thomas, seit 2002 Sopran im Opernchor, Drei Hexen: Eva Krumme, Sieglinde Karges, Ulrike Scholz, Ein Knappe Hugos: Samuel Kremer

Faust von Louis Spohr am Theater Koblenz; die weiteren Vorstellungen 26.1.; 31.1.; 4.2.; 6.2.; 13.2.; 17.2.; 19.3.2019

—| IOCO Kritik Theater Koblenz |—

Koblenz, Theater Koblenz, IOCO stellt vor: Theater Koblenz – Die Perle des Mittelrhein, IOCO Aktuell, 04.11.2014

November 4, 2014 by  
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Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz:  Tradition und Ausstrahlung

Das Theater Koblenz überrascht mit praller, greifbarer Tradition: 1787, vor über 225 Jahren am Deinhardplatz errichtet, ist es heute der einzige klassizistische Theaterbau am Mittelrhein. Das früheste erhaltene Beispiel eines Rangtheaters und seit 2002 nach der Haager Konvention geschütztes UNESCO-Weltkulturerbe.
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Auch die Stadt Koblenz ist alt: An der Mündungsspitze von Mosel und Rhein gelegen, ursprünglicher Name Confluentes, zu Deutsch Die Zusammenfließenden, feierte Koblenz, eine der ältesten Städte Deutschlands, 1992 ihr bereits 2000-jähriges Bestehen.
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Ihr Theater verdanken die Koblenzer einem bürgernahen Trierer Kurfürst und Erzbischof: Clemens Wenzeslaus von Sachsen. Wenzeslaus betrieb 1787 das Vorhaben, die damalige Stadt Coblenz um ein Concerthaus mit Billard und Caffee-Schenk zu erweitern. Sein Drängen um kulturelle Bildung und freie Meinungsäußerung der breiten Bevölkerung findet man in Theater-Inschriften: Musis Moribus Et Publicae Laetitiae Erectum (Den Musen, der Sittlichkeit und zur Freude der Öffentlichkeit errichte) oder Ridendo corrigo mores (Durch Lachen verbessere ich die Sitten).
Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Erbaut wurde das ehemalige Comoedien- und Assemblée-Haus durch den Düsseldorfer Architekten Peter Joseph Krahé. Die klassizistische Außenfassade wird von Pilastern und Rundbögen geprägt.
Der in Blau, Grau und Weiß gehaltene, hufeisenförmige Zuschauerraum bietet nur 470 Plätze; diese über drei Ränge verteilt. Perspektivisch verzerrende Malereien und Kassetten vermitteln dem Zuschauer, trotz relativ flacher Decke, den Eindruck von Weiträumigkeit. Eröffnet wurde das Theater am 23. November 1787 mit einem Singspiel eines gerade einmal 31 Jahre alten Komponisten. Sein Name:  Wolfgang Amadeus Mozart. Sein Stück:  Die Entführung aus dem Serail.
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Das Theater Koblenz ist Magnet einer kulturell wenig verwöhnten Region, im Umkreis von 80 Kilometern findet sich kein größeres Theater. So schaffen es Markus Dietze, 39, seit 2009 Intendant des Hauses, und seine 200 Mitarbeitern im Theater am Deinhardplatz, vor dem Kurfürstlichen Schloss und der Festung Ehrenbreitstein jährlich weit über 100.000 Besucher im Jahr mit Oper, Schauspiel und Ballett zu begeistern.
Theater Koblenz / Intendant Markus Dietze © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Intendant Markus Dietze © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Ballettchef Steffen Fuchs © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Ballettchef Steffen Fuchs © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Markus Dietze ist ein gut vernetzter Mann: Nicht nur nutzt das Theater Koblenzseit Dietze“ offensiv die neuen Social Media wie Facebook und Twitter. Dietze setzt auch den öffentlichen Auftrag an städtische Theater kre-activ um: 100 Aufführungen von Klassenzimmer-stücken, kleine theaterpädagogisch anregende Vorstellungen in Schulklassen, spielten seine Mitarbeiter allein in 2012. Stücke auf der Probebühne, in Kindergärten gehören geradezu zum Alltag in Koblenz: Öffentliche Mittel blendend eingesetzt! Das Musical Evita von Andrew Lloyd Webber mit einer lebendigen Choreografie von Ballettchef Steffen Fuchs stellt denPublikumsrenner der letzten Monate aber war – völlig überraschend – das Auftragswerk des Theater Koblenz „Alle 16 Jahre im Sommer“, ein lebens-umspannende Trilogie von John von Düffel. Weit über 600 Aufführungen, große wie kleine, bringt das Theater Koblenz jedes Jahr. Großes Musiktheater wie Klassen-zimmerstücke, klassisches wie linksalternatives Schauspiel, Ballett und zahlreiche Kinder-/Jugendstücke: Der Spielplan des Theater Koblenz ist eine reiche Fundgrube für Junge wie Alte, für Kleinbühnenliebhaber wie Freunde des großen Musiktheaters.

Auch 2014/15 ist Spielplan des Theater Koblenz reich: SAMSON ET DALILA, EMILIA GALOTTI, das Musical OLIVER nach Charles Dickens, die ZAUBERFLÖTE von Wolfgang Amadeus Mozart, TOSCA von Giacomo Puccini, EUGEN ONEGIN von Peter Tschaikowsky, die MONOOPER DIE MENSCHLICHE STIMME von Francis Poulenc, das Musicals CATS von Andrew Lloyd Webber oder das Ballett DER BESUCH DER ALTEN DAME nach Friedrich Dürrenmatt, TAUSEND GRÜSSE oder die Schauspiele FAUST von Johann Wolfgang von Goethe oder DON KARLOS von Friedrich Schiller……

Tweets auf der Website des Theater Koblenz meldeten im April 2013:
• Alexander Hoffmann @Aleximander : Die #Dreigroschenoper am @theaterkoblenz steht als nächstes auf meinem Theaterplan! Retweeted by Theater Koblenz : Heute um 20:00 Uhr SPÄTLESE. Zwei Tage vor der Premiere Einblick in die Probenarbeit der DREIGROSCHENOPER. Bereits ausverkauft.

Das Theater Koblenz ist mehr als anregender Lichtblick, Magnet, Unterhalter für 105.000 Besucher. Mit seinen theaterpädagogischen Aktivitäten vermittelt es über 20.000 Jugendlichen, Mädchen wie Jungen, modern und fortschrittlich, wertvolles Verständnis zum sozialen Grundgefüge unserer Gesellschaft. Und man lernt: Besucher der Stadt sollten immer auch dem Theater Koblenz wie einer seiner Aufführungen, sei es am Deinhardplatz, auf der Festung Ehrenbreitstein die „Ehre geben“.
Theater Koblenz / Musikdirektor Enrico Delamboye © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Musikdirektor Enrico Delamboye © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Das Paradigma von Intendant Markus Dietze, Musikdirektor Enrico Delamboye und Ballettdirektor Steffen Fuchs lautet denn auch: Das Theater Koblenz soll: „Dem Publikum in der Stadt Koblenz und der Region unverwechselbare, mitreißende Theatererlebnisse im Schauspiel, im Musiktheater und im Ballett zu bieten und das auf einem Niveau, das auch überregional keinen Vergleich scheuen muss.“

IOCO – Serie/  Viktor Jarosch / 04.11.2014

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Koblenz, Theater Koblenz, Premiere DIE DREIGROSCHENOPER, 13.04.2013

April 10, 2013 by  
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Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

DIE DREIGROSCHENOPER

Ein Stück mit Musik von Bertolt Brecht und Kurt Weill
Theater Koblenz / Dreigroschenoper © Matthias Baus

Theater Koblenz / Dreigroschenoper © Matthias Baus

Mr. Peachum hat ein gut gehendes Geschäft: Er beherrscht und kontrolliert die Londoner Bettler. Unglücklicherweise findet „Captain“ Macheath, der seinerseits den Londoner Straßenraub kontrolliert, Gefallen an Peachums Tochter Polly. Heimlich schließen die beiden den Bund der Ehe. Die Eltern hätten ihre Tochter gern strategisch sinnvoller und vor allem gewinnbringender verheiratet und so setzen sie ihre Beziehungen ein, um Macheath hinter Gitter zu bringen. Doch der verfügt über ausgesprochen gute Beziehungen zum Polizeichef und ist schnell wieder auf freiem Fuß. Nach einer zweiten Verhaftung, die er sich durch einen unvorsichtigen Abstecher in ein Bordell einhandelt, gibt es kein Entrinnen mehr – der Galgen steht für Macheath bereit…
DIE DREIGROSCHENOPER wurde zur Eröffnung der Theatersaison 1928/29 im Berliner Theater am Schiffbauerdamm erstmals gespielt. Es geht zurück auf „The Beggar’s Opera“ von John Gay aus dem Jahre 1728. Hier wurden erstmals Menschen von der Straße zu Figuren auf der Opernbühne – entgegen der zeitgenössischen Gepflogenheiten. Es handelt sich also um eine Oper mit Bettlern und nicht für Bettler, wie der Titel glauben machen könnte. Wie schon John Gay formulierte auch 200 Jahre später Bertolt Brecht seine Intention, dieses Stück auf die Bühne zu bringen: „Ich hatte zu zeigen versucht, dass die Ideenwelt und das Gefühlsleben der Straßenbanditen ungemein viel Ähnlichkeit mit der Ideenwelt und dem Gefühlsleben des soliden Bürgers haben.“ (Bertolt Brecht)
 
Musikalische Leitung: Karsten Huschke Inszenierung: Markus Dietze Bühne: Bodo Demelius Kostüme: Su Sigmund Dramaturgie: Juliane Wulfgramm
 
Mit: Raphaela Crossey, Ks. Claudia Felke, Hana Lee, Monika Staszak, Julia Steingaß, Tae-Oun Chung, Ferdinand Eicher / David Philipps, Sebastian Haake, Marcel Hoffmann, Christof Maria Kaiser, Yi-Soo Kim, Hyeonjoon Kwon, Felix Meyer, Jona Mues, David Prosenc, Olaf Schaeffer
 
Premiere Samstag, den 13. April 2013 im Großen Haus, Weitere Vorstellungen23./ 28. April; 10./ 24./ 30. Mai 2013
 
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