Gera, Theater und Philharmonie Thüringen, Spielzeit 2018/19

September 4, 2018 by  
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Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Künstler und Mitarbeiter freuen sich auf Sie in der Spielzeit 2018/19 © Ronny Ristok

Theater und Philharmonie Thüringen / Künstler und Mitarbeiter freuen sich auf Sie in der Spielzeit 2018/19 © Ronny Ristok

Die Spielzeit 2018/19 steht in Altenburg und Gera vor der Tür
Theaterkassen ab 4. September wieder geöffnet

 

Herzlich willkommen in der neuen Spielzeit!  Theater&Philharmonie Thüringen meldet sich aus der Spielzeitpause zurück. Die Theaterkassen sind ab 4. September wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet: in Altenburg Dienstag 10 bis 13 Uhr und 14 bis 19 Uhr, Mittwoch bis Freitag von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr, in Gera Dienstag, Mittwoch und Freitag 10 bis 17 Uhr und Donnerstag 10 bis 19 Uhr.

Es wird wieder intensiv geprobt! Das Musical CABARET  in Gera in der Regie von Lydia Bunk und die Operette DER VOGELHÄNDLER in Altenburg in der Regie des ehemaligen Schauspieldirektors Bernhard Stengele sind die ersten großen Ensemblestücke, die Ende September Premiere im Großen Haus haben. Auch das Puppentheater bereitet ein großes Ensemblestück vor: Molières MISANTHROP erlebt als Maskenspektakel am 12. Oktober seine Premiere.

Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera gibt sein erstes Philharmonisches Konzert am 19. und 20. September in Gera und hat sich dazu einen namhaften Solisten eingeladen, Daniel Ottensamer, Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker. In Altenburg beginnt die Konzertsaison schon am 7. September mit dem Marstallkonzert zum „Tag des offenen Denkmals“ bei freiem Eintritt und am 23. September folgt ein Kammerkonzert im Logenhaus.

Erst einmal aber sind alle Kräfte auf die Vorbereitung der Eröffnungsgala am 14. September in Gera und am 16. September in Altenburg konzentriert. Sänger, Tänzer, Musiker, Schauspieler und Puppenspieler laden zu einem Ausblick auf die Produktionen der Saison ein. Generalintendant Kay Kuntze und Schauspieldirektor Manuel Kressin führen als Moderatoren durchs Programm. Während die Gala in Gera bereits ausverkauft ist, sind für Altenburg noch Karten erhältlich.

—| Pressemeldung Theater und Philharmonie Thüringen |—

Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere MY FAIR LADY, 21.08.2018

Juli 16, 2018 by  
Filed under Musical, Premieren, Pressemeldung, Theater Bielefeld

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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

MY FAIR LADY
FREDERICK LOEWE / ALAN JAY LERNER

Musical nach Bernard Shaws Pygmalion und dem Film von Gabriel Pascal. Buch von Alan Jay Lerner, Musik von Frederick Loewe, Deutsch von Robert Gilbert.

PREMIERE Fr. 21.09.18, 19:30 Uhr, Stadttheater

Die nächsten Vorstellungen 23.09., 29.09., 07.10., 11.10., 21.10., 03.11., 20.11.;
weitere Termine folgen

Musikalische Leitung – William Ward Murta
Inszenierung – Thomas Winter
Bühne, Kostüme – Ulv Jakobsen
Choreografie – Thomas Klotz

Mit
Michaela Ataalla/Elena Schneider / Dirk Audehm / Annika Brönstrup/Sofio Masxarashvili // Nikolaj Alexander Brucker /Alexander Franzen // Christin Enke-Mollnar // Vera Freese // Krzysztof Gornowicz // Kai Hufnagel // Melanie Kreuter // Lutz Laible // Vladimir Lortkipanidze // Monika Mayer // Carlos H. Rivas // Theresa Weber // Lorin Wey // Bielefelder Opernchor // Bielefelder Philharmoniker

Ich hätt’ getanzt heut’ Nacht, Es grünt so grün, Bringt mich pünktlich zum Altar – wer kennt sie nicht, Frederick Loewes unsterbliche Ohrwürmer aus My Fair Lady? Professor Higgins, unverbesserlicher Junggeselle und genialischer Dialektforscher, wettet mit Oberst Pickering, dass es ihm gelingt, aus der eher umgangssprachlich orientierten und aus bildungsfernen Schichten stammenden Eliza Doolittle eine Dame von feinster Redensart zu machen. Und sie – wir sind in London! – in die feine Gesellschaft einzuführen. Gesagt, getan. Eliza wird einbestellt, erhält wochenlangen Sprach- und Manierenunterricht nebst freier Kost und Logis und erfüllt Higgins‘ kühne Hoffnungen. Immerhin schon im zweiten Anlauf bezaubert sie die Upper Class, doch nach diesem an sich erfreulichen Zwischenergebnis wird sie von den beiden Herren schlichtweg im Stich gelassen. Wohin nun mit ihrer neuen Identität? Entrüstet haut Eliza ihrem Möchtegern-Schöpfer seine Selbstherrlichkeit um die Ohren …

My Fair Lady basiert auf der 1913 verfassten »Romanze« Pygmalion von George Bernard Shaw, der für seine messerscharfe Beobachtungsgabe genauso berüchtigt war wie für seine pointierte Sprache. Rund vierzig Jahre war das Stück bereits alt, als es Frederick Loewe unter die Finger bekam. Als Sohn Wiener Eltern in Berlin sozialisiert, verbrachte Loewe den größten Teil seines Lebens in New York, wo er als Pianist und Boxer hauptsächlich am Nachtleben teilnahm und davon mehr schlecht als recht lebte. 1942 traf er den Songtexter Alan Jay Lerner, mit dem er zunächst Brigadoon als ersten gemeinsamen Erfolg am Broadway herausbrachte, um dann 1956 mit My Fair Lady einen Welterfolg zu landen, der bis heute seinesgleichen sucht. Am Theater Bielefeld liegt die Neuproduktion von My Fair Lady bei William Ward Murta (Musikalische Leitung), Thomas Winter (Regie), Ulv Jakobsen (Bühne und Kostüme) sowie Thomas Klotz (Choreografie) in bewährten Händen. Behutsam verschlankt, erzählt sich die Geschichte »Eliza vs. Prof. Higgins« im optischen Rahmen des Jahres 1912. Neu am Haus ist die noch junge Musicaldarstellerin Theresa Christahl in der Hauptrolle der Eliza; ebenso wie Nikolaj Alexander Brucker, der sich als Prof. Higgins mit Alexander Franzen abwechseln wird. Kai Hufnagel (Pickering) und Dirk Audehm (Doolittle) vervollständigen das Solistenquartett, zu dem sich spielfreudige Ensemblemitglieder wie Melanie Kreuter und Lorin Wey sowie die Mitglieder des Bielefelder Opernchores gesellen. Ein Wiedersehen gibt es mit Monika Mayer als Mrs. Higgins, ebenfalls neu sind die Mitglieder der Bewegungsgruppe E-Motion, die das Bühnengeschehen äußerst lebendig bereichern. Was selbstredend auch für die Bielefelder Philharmoniker gilt, die Loewes Melodien zum Blühen bringen.

MUSIKALISCHE LEITUNG
William Ward Murta, geboren in Fort Smith/Arkansas und aufgewachsen in Oklahoma, ist seit 1984 Musical-Kapellmeister am Theater Bielefeld. Er übernahm die musikalische Leitung vieler Produktionen wie Cabaret, Evita, Chicago, La Cage aux Folles, Piaf, Die Comedian Harmonists, der Uraufführung von James Lyons Für mich soll’s rote Rosen regnen, Franz Wittenbrinks Männer – Tore, Tränen und Triumphe, Sekretärinnen und Mütter, außerdem She Loves Me, Jekyll & Hyde, Me and My Girl, Crazy For You, The Scarlet Pimpernel, Chess, Company, The Birds of Alfred Hitchcock, City of Angels, Die Hexen von Eastwick, Bonnie & Clyde, Sunset Boulevard, A Little Night Music, Hochzeit mit Hindernissen, Avenue Q und Frühlings Erwachen (Spring Awakening). Murta ist in Musikerkreisen ein gefragter Arrangeur; zahlreiche seiner Arrangements gehören zu den Standards von Musical- und Gala- Aufführungen im In- und Ausland. Darüber hinaus komponiert Murta eigene Musicals: 1987 M … wie Marilyn und sein Werk über das Leben von Galileo Galilei, Starry Messenger (Sternenbote), das 2004 sehr erfolgreich am Theater Bielefeld uraufgeführt wurde. Zu Beginn der Spielzeit 2010/11 folgte ebenso erfolgreich die Uraufführung von The Birds of Alfred Hitchcock und in der Spielzeit 2016/17 die Uraufführung von Das Molekül.

INSZENIERUNG
Thomas Winter war Sänger der Kölner Soulfunk Band Upstairs bevor er von 1995 bis 1999 an der Folkwang Hochschule Essen Schauspiel, Gesang und Tanz studierte. 1997 gewann er den 1. Preis beim Bundeswettbewerb Gesang (Musical, Chanson, Song). Von 1999 bis 2001 war er fest als Schauspieler am Theater Heilbronn und von 2001 bis 2005 am Staatstheater Oldenburg engagiert. Seit 2005 arbeitet er als freier Schauspieler, war in Film- und Fernsehproduktionen wie Das Duo, SOKO München oder Der Baader-Meinhof Komplex zu sehen und spielte unter anderem am Theater Bielefeld, im Winterhuder Fährhaus in Hamburg, am Theater Münster, in der Bar jeder Vernunft in Berlin, an der Deutschen Oper am Rhein und am Nationaltheater Mannheim. Darüber hinaus ist er als Regisseur tätig und inszeniert u. a. an der Oper Chemnitz, am Volkstheater Rostock, am Theater Konstanz und am Theater Bielefeld, wo er auch seit 2011 die Spielstätte Loft künstlerisch betreut. Am Bielefelder Theater inszenierte er u. a. mit großem Erfolg City of Angels, Sunset Boulevard, Cyrano, Hochzeit mit Hindernissen und Das Molekül.

BÜHNE UND KOSTÜME
Ulv Jakobsen wurde 1962 in Berlin-Pankow geboren. Er absolvierte sein Design- und Bühnenbildstudium an der Kunsthochschule Berlin- Weißensee und machte 1993 sein Diplom. 1992 war er Assistent bei Robert Wilson. Jakobsen war an über 80 Produktionen als Bühnen- und Kostümbildner an verschiedenen Theatern beteiligt. Darunter das Nationaltheater Lubljana (Slowenien), das Deutsche Theater Berlin, das Staatstheater Schwerin und das Theatret Vårt in Norwegen. Darüber hinaus arbeitete Jakobsen als Theater- und Filmautor in Schwerin, Bremerhaven und für den Kinofilm Die Datsche (2003). Seine Theaterplakate wurden mehrfach ausgezeichnet und fanden Aufnahme in staatliche und private Sammlungen.

Am Theater Bielefeld war Ulv Jakobsen an den Musicalproduktionen City of Angels, Sunset Boulevard, Cyrano und Das Molekül als Bühnenund Kostümbildner beteiligt.

CHOREOGRAFIE
Thomas Klotz konnte schon während seines Studiums an der Folkwang Hochschule Essen sein Können im Musical Cabaret in Düsseldorf und bei den Sommerfestspielen Bad Hersfeld in Evita unter Beweis stellen. Nach seinem Studium spielte er ab 2001 in Stuttgart bei Der Tanz der Vampire u. a. den Alfred. Danach zog es ihn nach Hamburg, wo er 2003 als Sky und Eddie in Mamma Mia! im Operettenhaus engagiert war. Ebenfalls in Hamburg war er Teil der Europa-Premieren-besetzung des Musicals Dirty Dancing, wo er ab 2006 zunächst in den Rollen Billy, Neil Kellerman und Solosänger zu sehen war. Ab 2007 wurde er die Erstbesetzung des Neil Kellermann. Im Sommer 2007 zog es ihn noch einmal zu Der Tanz der Vampire, diesmal als Erstbesetzung des Alfred. Es folgte ein Engagement bei den Freilichtspielen in Tecklenburg, wo er 2008 als Ren McCormack in Footloose glänzte. Danach konnte man Thomas Klotz für die Weltpremiere des Musicals Der Schuh des Manitu im Berliner Theater des Westens gewinnen, wo er den Falschen Hasen, aber auch den Winnetouch spielte. 2010 ging er mit Grease auf Deutschlandtournee, wobei er die Rolle des Roger verkörperte. 2011 wirkte er an der Produktion Songs for a New World im Loft des Theaters Bielefeld mit, um danach noch einmal auf Tournee zu gehen, diesmal als der EiSkimbleshanks in dem Musical Cats. 2013 spielte Thomas erneut in Bielefeld, diesmal im Musical City of Angels (Jimmy Powers), wo er auch für die Choreografie verantwortlich war. Außerdem spielte er im Loft des Theaters Bielefeld das zwei Personen Musical Die letzten fünf Jahre. Er war 2014 Teil der Europapremiere des Musicals Bonnie und Clyde, wo er den Ted Hinton verkörperte. Im Sommer 2015 spielte er bei den Sommerfestspielen in Klingenberg den Jonathan Harker in Wildhorns Musical Dracula. Ebenfalls 2015 war er in der Welturaufführung des Musical Burnout in der Hauptrolle Ben zu sehen. 2016 spielte er den Joe Gillis in dem Musical Sunset Boulevard bei den Schlossfestspielen Ettlingen. 2016/17 konnte man Thomas als Armand St. Just im Theater Chemnitz bei Scarlet Pimpernel sehen. Thomas gewann außerdem 2016 den Deutschen Musical Theater Preis als Bester Hauptdarsteller in einem Musical (Ben – Burnout). Das Bielefelder Publikum erlebte in zuletzt als Craig Venter/Linus Pauling in der Musical- Uraufführung Das Molekül sowie als Princeton und Rod in Avenue Q.

BESETZUNG
Professor Henry Higgins Nikolaj Alexander Brucker/
Alexander Franzen
Oberst Hugh Pickering Kai Hufnagel
Eliza Doolittle Theresa Christahl
Alfred P. Doolittle, ihr Vater Dirk Audehm
Freddy Eynsford-Hill Lorin Wey
Mrs. Pearce, Higgins‘ Hausdame Melanie Kreuter
Mrs. Higgins Monika Mayer
Mrs. Eynsford-Hill Christin Enke-Mollnar
Jamie Vladimir Lortkipanidze
Harry Carlos Horacio Rivas
1. Dienstmädchen Michaela Ataalla/Elena Schneider
2. Dienstmädchen Annika Brönstrup/
Sofio Masxarashvili
Zwei Dienstboten bei Higgins Tae-Woon Jung/Seung-Koo Lim/
Dumitru-Bogdan Sandu/Paata
Tsivtsivadze
Lady Boxington Vera Freese
Lord Boxington Lutz Laible
Vier Obsthändler In-Kwon Choi/Krzysztof
Gornowicz/Young Sung Im/Tae-
Woon Jung/Lutz Laible/Ramon
Riemarzik/Dumitru-Bogdan
Sandu/Paata Tsivtsivadze
Wirt Mark Coles
Mann aus Hoxton Krzysztof Gornowicz
Mann aus Sesley Ramon Riemarzik

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Hagen, Theater Hagen, Premiere Cabaret, IOCO Kritik, 01.09.2012

September 5, 2012 by  
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Kritik

Theater Hagen

Musical  Cabaret: Saisoneröffnung mit Publikumsrenner

Nun tanzen sie wieder, die Kit Kat – Boys und Girls des gleichnamigen Revue-Etablissements. Sie animieren mehr oder minder lasziv das vergnügungssüchtige Publikum.

Theater Hagen / Cabaret / Marysol Ximénez-Carillo (Sally Bowles) © Kühle, Rechte theaterhagen

Theater Hagen / Cabaret / Marysol Ximénez-Carillo (Sally Bowles) © Kühle, Rechte theaterhagen

Theater Hagen / Cabaret / Henrik Wager (Conférencier), Ensemble © Kühle, Rechte theaterhagen

Theater Hagen / Cabaret / Henrik Wager (Conférencier), Ensemble © Kühle, Rechte theaterhagen

John Kanders (Musik) und Fred Ebbs (Lyrics) Musical Cabaret ist auch heute, 46 Jahre nach der Uraufführung, ein Kassenmagnet und Publikumsrenner. Nach 1981/ 83 und 1996/97 ist es nun zum dritten Mal im Theater Hagen zu erleben.

Theater Hagen / Cabaret / Emanuele Pazienza (Matrose), Maria Klier (Fräulein Kost) © Kühle, Rechte: theaterhagen

Theater Hagen / Cabaret / Emanuele Pazienza (Matrose), Maria Klier (Fräulein Kost) © Kühle, Rechte: theaterhagen

Theater Hagen / Cabaret / Henrik Wager (Conférencier), Ensemble ©Kühle, Rechte: theaterhagen

Theater Hagen / Cabaret / Henrik Wager (Conférencier), Ensemble ©Kühle, Rechte: theaterhagen

 Die Hagener Bühne eröffnete damit die neue Spielzeit,  diesmal in der Spielstätte OPUS, der Probebühne des Hauses. Eine Notlösung (die Handwerker im großen Haus waren noch tätig), die sich als goldrichtig erwies. Der begrenzte Raum schaffte eine intime Atmosphäre.

Theater Hagen / Cabaret / Emanuele Pazienza (Kit Kat-Boy), Marysol Ximénez-Carrillo (Sally Bowles), Tim Radünz (Kit Kat-Boy) © Kühle, Rechte: theaterhagen

Theater Hagen / Cabaret / Emanuele Pazienza (Kit Kat-Boy), Marysol Ximénez-Carrillo (Sally Bowles), Tim Radünz (Kit Kat-Boy) © Kühle, Rechte: theaterhagen

Theater Hagen / Cabaret / Werner Hahn (Herr Schulz), Sylvia Rentmeister (Fräulein Schneider) © Kühle, Rechte: theaterhagen

Theater Hagen / Cabaret / Werner Hahn (Herr Schulz), Sylvia Rentmeister (Fräulein Schneider) © Kühle, Rechte: theaterhagen

Die Einstimmung auf das Stück fand schon im Foyer statt. Die Kit-Kats begrüßten freundlich die Gäste, boten mit Kaugummi gefüllte Zigaretten an und auch der Conferencier hatte schon einen Auftritt.

Thilo Borowczak gelang eine aktionsreiche, turbulente Inszenierung, die in vielen Momenten auch Biss hatte. Die Aufmärsche der Nationalsozialisten – der sich schon abzeichnenden braunen Katastrophe – hatten etwas Gespenstisches. Die leisen Stellen berührten, gerieten aber manchmal etwas langatmig. Sehr intensiv und stringent war Borowczaks Personenführung. Da saß alles, es gab keinen Leerlauf.

Fabelhaft geriet die Choreografie von Barbara Tartaglia, die mit rasanten Show-Effekten das Publikum begeisterte. Jan Bammes Bühne war der Spielstätte verpflichtet, etwas karg aber bunt und gut bespielbar. Sehr schön gerieten die Kostüme, die Christiane Luz entworfen hatte.

Wieder einmal konnte man feststellen, das kluge Personalpolitik positive Auswirkungen hat. Das Ensemble war einfach optimal. Herausragend waren drei Darsteller.

Der glänzende, intensive Singschauspieler Werner Hahn berührte als humaner, feinfühliger jüdischer Gemüsehändler Schultz, mit einer Leistung, die sehr betroffen machte. Des weiteren begeisterte der überaus aktive und auch gesanglich überzeugende Conferencier von Henrik Wager.

Und last but not least, hatte man mit Marysol Ximenéz Carillo eine Sally, die zwar in Outfit und Habitus Liza Minelli verblüffend ähnelte, aber mit einer wirklich exemplarischen Leistung in Gesang, Darstellung und prägnanter Dialogsprache der zitierten Filmdiva ebenbürtig war. Ob dieser Leistung wurde sie zu recht vom Publikum frenetisch bejubelt. Eindringlich spielte Richard van Gemert den gläubigen Nazi Ernst Ludwig.

Lieb und nett und hochsympathisch präsentierte sich Jeffery Krueger als amerikanischer Journalist und Schriftsteller Clifford Bradshaw, blieb aber darstellerisch ein wenig blass.

Überzeugend waren Sylvia Rentmeister als Fräulein Schneider, die Zimmervermieterin und Maria Klier, die das Fräulein Kost, die quicklebendige Gunstgewerblerin darstellte.

Bei der Kit-Kat Truppe blieben keine Wünsche offen. Die philharmonische “Band“ war “in the Mood“. Die Musiker swingten hinreißend unter der animierenden Stabführung von Steffen Müller-Gabriel. Jeder der Songs, längst alle Evergreens, wurden zu einem Ohrwurm.

Ein toller Einstand in die neue Spielzeit, das Publikum war begeistert.

IOCO / UGK / 01.09.2012

—| IOCO Kritik Theater Hagen |—