München, Münchner Philharmoniker, Valery Gergiev bleibt Chefdirigent bis 2025, IOCO Aktuell, 20.02.2018

Münchner Philharmoniker

Kulturreferat München -Münchner Philharmoniker / OB Reiter, Gergiev, Kueppers, Mueller ©Landeshauptstadt München, Michael Nagy

Kulturreferat München -Münchner Philharmoniker / OB Reiter, Gergiev, Kueppers, Mueller ©Landeshauptstadt München, Michael Nagy

Kulturreferat

Münchner Philharmoniker

Valery Gergiev – Chefdirigent  bis 2025

Der Münchner Stadtrat hat in seiner heutigen Sitzung entschieden, den Vertrag mit dem
amtierenden Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker Valery Gergiev (*2.5.1953 in Moskau) um fünf Jahre zu verlängern. Damit bleibt Maestro Gergiev bis zum Ende der Saison 2024/2025 Chefdirigent des Orchesters der Stadt. Er hat diese Position bereits seit der Saison 2015/2016 inne.

Intendant Paul Müller und Orchestervorstand Matthias Ambrosius äußern sich zur Vertragsverlängerung wie folgt: Intendant Paul Müller: „Die heutige Entscheidung des Stadtrats zur Vertragsverlängerung unseres Chefdirigenten Valery Gergievs bis 2025 ist richtungsweisend: sie ist künstlerisch zwingend, um die internationale Präsenz auf höchstem Niveau und in Verbindung mit einer umfassenden medialen Wahrnehmung weiterzuentwickeln und um die Interimsspielstätte ab 2020 zu gestalten, gerade auch für ein jüngeres Publikum, das andere Ansprüche und Bedürfnisse haben wird. Wir freuen uns auf die nächsten Jahre!“

Matthias Ambrosius, Sprecher des Orchstervorstandes:  „Die ganz große Mehrheit des Orchesters hat sich die Fortführung der Zusammenarbeit mit Valery Gergiev gewünscht. Er steht für Kontinuität in der künstlerischen Arbeit auf höchstem Niveau. Mit ihm erleben wir bei der Arbeit einen Partner, für den die gemeinsame Arbeit am Orchesterklang an oberster Stelle steht.

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Zu Valery Gergiev: 1953 in Moskau geboren, in Nord-Ossetien aufgewachsen, hängt dem mit der russischen Nomenklatura teilweise störend gut vernetzten Valery Abisalovich Gergiev der Ruf an, betörenden Klangfarbenzauber zu schaffen, aber auch, akribische Arbeit nicht sonderlich zu schätzen. Die deutsche Sprache gehört auch heute nicht zu seinen Stärken. Gergiev ist unter anderem auch General Manager des Mariinsky Theater in St. Petersburg, Dirigent des London Symphony Orchestra, und Künstlerischer Leiter des „Weiße Nächte-Festival“ in St.Petersburg.

—| Pressemeldung Münchner Philharmoniker |—

 

München, Münchner Philharmoniker, Zubin Mehta + Faschingskonzert, IOCO Kritik, 08.03.2017

März 11, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Konzert, Kritiken, Münchner Symphoniker

Philharmonie Im Gasteig © Gasteig München GmbH / Matthias Schönhofer

Philharmonie Im Gasteig © Gasteig München GmbH / Matthias Schönhofer

Faschingskonzert mit  den Münchner Philharmoniker

Von  Daniela Zimmermann

Ein Faschingskonzert mit österreichisch wienerisch-ungarischem Flair und Charme. Zubin Mehta als fast Österreicher, dirigierte dieses Programm mit den dazugehörigen typisch wienerischen Walzer Raffinessen, die man eben nur in Wien erlernt. Er als Träger des Ehrenringes der Wiener Philharmoniker und als der Dirigent, der 5x das Neujahrskonzert dirigiert hat, ist in der Wiener Musik zu Hause.

Zubin Metha beginnt das Konzert mit der Ouvertüre zu Nozze di Figarro. Dort spielt die Maskerade die ausschlaggebende Rolle und so passt dieser fröhliche und temperamentvolle Beginn zu diesem speziellen Konzert. Julian Rachlin spielt die Geige in Mozarts Violinkonzert Nr.3 G-Dur KV 216. Die Sologeige dialogisiert sehr einfühlsam mit den unterschiedlichsten EinzeIinstrumenten und Instrumentengruppen. Im 3. Satz gibt es auch hier eine unerwartete Maskerade.

Eine freche kleine Melodie schiebt sich dort ein, wo sie gar nicht hingehört. Julian Rachlin in Litauen geboren und in Wien musikalisch aufgewachsen, gehört zu den erfolgreichsten, jungen Geigern unserer Zeit. Schon mit 14 Jahren wurde er bei der Eurovision in Amsterdam als Young Musician of the Year ausgezeichnet. Und bis heute  Ist er der jüngste Solist, der je mit den Wiener Philharmonikern gespielt hat. Julian Rachlin spielt sehr differenziert. Auffallend seine leise, zarte sehr einfühlsame  Bogenführung. Sein Spiel berührt durch des Geigenspiels. Julian Rachlin spielt eine Stradivari aus dem Jahre 1704. In dem anschließenden Liebesleid und Liebesfreud  kommt seine Wiener Schule zum Ausdruck. Den Walzer und den Ländler spielt er  mit so viel Schmiss, dass man wirklich an einen Wiener Stehgeiger des alten Wiens  erinnert wird.

Michael Ziehrer © IOCO

Michael Ziehrer © IOCO

Für beste Stimmung sorgten die Märsche von Michael Ziehrer und Julius Fucik. Die Bläser und die Schlagzeuger des Philharmonischen Orchesters waren ganz in Ihrem Element. Uns die Zuhörer sehr begeistert. Das Gasteig war ausverkauft bis auf den letzten Platz.  Weiter ging es mit dem ganzen Orchester und der Israelischen Sopranistin Chen Reiss. In dem stimmlich sehr hoch angelegten Frühlingserwachen wirkte sie angestrengt, Während sie bei den weiteren Liedern aus der Fledermaus mit ungarischem Akzent stimmlich überzeugte und verdienten Applaus bekam.  Und dann Johann Strauß Sohn mit der Annen Polka und dem Kaiserwalzer und den Zugaben, es war wie im Neujahrskonzert, ganz wundervoll. Eine ganz besondere Rosenmontag Stimmung.

—| IOCO Kritik Münchner Symphoniker |—

München, Münchner Symphoniker, Franck – Bartok – Berlioz: Sinfonische Dichtungen der Romantik, IOCO Kritik, 16.03.2015

März 18, 2015 by  
Filed under Kritiken, Münchner Symphoniker

Muenchner Symphoniker © Peter von Felbert

Muenchner Symphoniker © Peter von Felbert

 

Münchner Symphoniker

 Emotionen Pur: Sinfonische Dichtungen der Romantik

Kevin John Edusei, seit 2014 Chefdirigent der Münchner Symphoniker, überrascht  seine inzwischen zahlreichen Münchner Fans mit Frische, Besuchernähe und ungewohnter Programmvielfalt.  Edusei, Intendantin Annette Josef und ein wenig auch der junge ungarische Solo-Violonist Barnabas Kelemen, vermittelten am 4. März 2015, zunächst von einer kultigen gelben Couch im Herkulessaal, das hochromantische Programm des Abends in seiner musikalischen und historischen Vielfalt. Auch originell: Mit Beginn des Abends bereits, konnte das Publikum auf ausgelegten Karten mögliche Programm-Zugaben frei wählen.

Grabmal César Franck © IOCO

Grabmal César Franck © IOCO

Das Konzert begann mit dem lyrischen 4. Satz aus Psyché und Eros, wohl einem der schönsten und bezauberndsten Werke der französischen Spätromantik von César Franck (1822 – 1890). Das Werk, entstanden 1888, wird heute in seiner Gänze nur selten gespielt, zumeist nur jener sentimentale 4 Satz, jene Kantilenen des Amor und der Psyché. Das Märchen der Antike über die Liebe des Gottes Amor zur Königstochter Psyché wird darin von einer seltsam, märchenhaften, träumerischen Grundstimmung beherrscht, voller Melodien des Gottes Amor und dem aus Violinen entwickeltem Gesang der Königstochter Psyché. Edusei, Kelemen und die Münchner Symphoniker übersetzten die großartige Komposition wunderbar in weiche melodische Vielfalt, akribische Prägnanz: Den von César Franck sentimental beschriebenen musikalischen Hymnus an die Liebe zauberten sie in den Himmel des Herkulessaales.

Kevin John Edusei © Marco Borggreve

Kevin John Edusei © Marco Borggreve

Ungewöhnlich, mit einem langen zarten Solopart, der das Herz berührt, beginnt danach Violonist Barnabas Kelemen das Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 op. posthum von Bela Bartok. Fein, ganz zart führt Kelemen den Bogen seiner Geige. Nach mehreren Takten stellt sich das Orchester an seine Seite und begleitet die Solovioline. Bartok schrieb dieses Violinkonzert mit 26 Jahren, für die damals beste Geigerin der Zeit, für die Ungarin Stefi Geyer (1888 – 1956). Geyer war nicht nur sehr musikalisch, sie war auch hübsch. Das Wichtigste: Bartok war in sie verliebt. So ist der 1. Satz seines Konzertes eine aufrichtige Liebeserklärung voll Aufrichtigkeit, Leidenschaft und Hoffnung. Der 2. Satz drückt Bartoks Ahnungen aus, dass seine Liebe unerfüllt bleibt und setzt Geyer darin ein Denkmal. Dieser Satz ist kommunikativ: Geige und Orchester setzen sich auseinander. Mit dem 2. Satz wollte Bartok zeigen, welch wunderbare Kompositionen er schaffen kann, sollte „sein Flehen nicht erhört werden“. Eine Musik, die aus dem Herzen Bartoks kommt und ein Herz der geliebten  „Stefi Geyer zwingen“ soll.  Doch Geyer hielt  dieses Konzert ihr Leben lang  unter Verschluss. Erst nach ihrem Tod wurde es öffentlich gespielt. Edusei führt sein Orchester mit festem Griff  Es ist mitreißend, Bartoks Liebeshoffen, sein Sehnen in Klängen zu hören. Zu erleben, wie lebendig, ergreifend Edusei, die Münchner Symphoniker und Kelemen die Seelenstimmungen wiedergeben.

Münchner Symphoniker © Marco Borggrefe

Münchner Symphoniker © Marco Borggrefe

Von Liebe, Sehnsüchten, Träumen, Enttäuschung und schließlich Rache handelt Hector Berlioz 1830 komponierter Welterfolg, die sinfonische Dichtung Symphonie fantastique. Fünf Episoden aus dem Leben eines Künstlers schildert dies vielleicht bedeutendste Werk der romantischen Musik: In der ersten  Episode schwelgt das Largo die Träumereien eines jungen Musikers; die fünfte Episode, im wilden Hexensabbat, mischt Totenglocken, Höllenorgien mit Totenmessen. Die Münchner Symphoniker zeichnen die so gegensätzlichen Episoden mit Klangvirtuosität und Präzision. Wohltuend, sensibel doch klanglich massiv wie ausgewogen führt Chefdirigent Edusei durch die extremen Stationen des seit über 180 Jahren bleibend populärem sinfonischem Gefühlsepos.

Das Publikum im ausverkauften Herkulessaal zeigte sich begeistert von Edusei, Kelemen den Münchner Symphonikern und dem von Romantik und Liebe geprägten   Konzertabend. Lauter und stürmischer Beifall.

IOCO / D.H. Zimmermann / 10.03.2015

—| IOCO Kritik Münchner Symphoniker |—

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, MÜNCHNER PHILHARMONIKER, 18.12.2014

Dezember 16, 2014 by  
Filed under Konzerthaus Dortmund, Pressemeldung

 

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Konzerthaus Dortmund

Donnerstag 18.12.2014, 20.00 Uhr

MÜNCHNER PHILHARMONIKER

  Pietari Inkinen Dirigent, William Youn Klavier

Grabmal Frederich Chopin © IOCO

Grabmal Frederich Chopin © IOCO

Olivier Messiaen: »Les offrandes oubliées« Sinfonische Meditation für Orchester
Frédéric Chopin: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-moll op. 11
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 1 e-moll op. 39

Voraussichtliches  Ende gegen 22.15 Uhr.

 

 

 

 

—| Pressemeldung Konzerthaus Dortmund |—

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