Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Der Liebestrank – Gaetano Donizetti, IOCO Kritik, 14.05.2018

oper_gelsenkirchen.jpg

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Der Liebestrank – Gaetano Donizetti

 Semperoper und MiR – Vereint im Liebestrank

Von Viktor Jarosch

Gaetano Donizetti (1797–1848) war ein ungewöhnlicher Viel-Komponist: In seiner Schaffenszeit von nur 25 Jahren komponierte er über 70 Opern, Messen, Kantaten, Sonaten. Er formte, in heftiger Konkurrenz mit Vincenco Bellini (1801–1835), eine musikalische Brücke zwischen Gioacchino Rossini und Giuseppe Verdi wie den Weg vom modischen Belcanto zur differenzierenden musikalischen Charakter-Dramatik. Im September 1830, mit seiner 32sten Oper Anna Bolena, Librettist Felice Romani, wurde Donizetti  bekannt. Weitere sechs Opern hatte Donizetti komponiert bis, im Mai 1832, die in drei Wochen entstandene Oper L´Elisir d´amore, Der Liebestrank den wahren Durchbruch brachte. Er wurde weltberühmt. Der Liebestrank gehört seither zu den meist gespielten Werken auf großen wie kleinen Bühnen des Globus. Der große Erfolg überraschte selbst Donizetti.

Musiktheater im Revier / Liebestrank - hier : Nemorino und die Belcores © Pedro Malinowski

Musiktheater im Revier / Liebestrank – hier : Nemorino und die Belcores © Pedro Malinowski

„Meistermacher“ des Liebestrank war wie bei Anna Bolena, Librettist Felice Romani.  Romani suchte beständig nach neuen Sujets für Donizetti und den schon damals schnelllebigen italienischen Opernmarkt. Das spritzige Libretto des französischen Dramaturgen Augustin Eugène Scribe begegnete ihm; Daniel Auber hatte daraus die in Frankreich erfolgreiche Oper Le Philtre geschrieben. Romani übernahm das Libretto nahezu wörtlich ins italienische, füllte es mit „Buffo-Arien“, welche Donizetti filigran komponierte und instrumentierte: Fertig war L´Elisir d´amore! In einem Monat.  Der folgende große Erfolg überraschte selbst Donizetti.

Belcore, Dulcamara – Bereiter von Lebensvielfalt

Michael Schulz, Regisseur des Liebestrank (NB: Schulz ist auch Intendant des Musiktheater im Revier, MiR) schuf diese Inszenierung zuvor für die Semperoper Dresden; mit Dirk Becker (Bühne) und Renée Listerdal. Schulz´ Paradigma der Inszenierung: Die Befreiung richtungsloser, mental gefangener Menschen, Charaktere aus der Einfalt des Lebens, aus selbst-gewählter Beschränkung in eine lebende, farbige, sich zum Besseren ändernde Welt. Nemorino, Belcore, Dulcamara sind in Schulz‘ Inszenierung die Katalysatoren der Veränderung: Facettenreichtum und farbige Kreativität in Choreographie, Bühnenbild und Kostümen schaffen eine mitreißende Inszenierung. Liebestrank in Gelsenkirchen ist so mehr als pausbackige Komische Oper, keine biedere  Opera Buffa, wenn ihn auch Belcanto und Frohsinn prägen.

Musiktheater im Revier / Liebestrank - hier : Dulcamara und sein Rotwein alias Liebestrank © Pedro Malinowski

Musiktheater im Revier / Liebestrank – hier : Dulcamara und sein Rotwein alias Liebestrank © Pedro Malinowski

Dem Besucher begegnet zur Ouvertüre der der alt-keltischen Sage um Tristan und Isolde entstammende Liebestrank:  Mit wagnerianischen Alliterationen, projiziert auf dem Bühnen-vorhang: „Und Tristan trank den trüben Trunk…..“  , welche mit einem irritierenden „Ha?“ endeten. Das erste Bühnenbild beginnt verhalten; es zeigt einen etwas herunter gekommenen Ballsaal, Tische mit Nummernlämpchen, verriegelte Türen und Fenstern: Eine bunte aber richtungslose Gemeinschaft, tanzt, küsst, stolpert, fällt darin, doch merkwürdig ziellos. Es ist eine Gesellschaft, der Freude am Leben, an partnerschaftlichen Beziehungen, an der Farbe in ihrem Leben verloren ging.  Nur der schüchterne, wie verloren wirkende Nemorino wird noch von Gefühlen, Liebe geleitet und betet in seiner ersten  Arie Quanto è bella, quanto è cara !  Più la vedo, e più mi piace ..Welche Schönheit, welche Reize…“,  die  ebenfalls teilnahmslos, abwesend wirkende Adina an: Die gefühlsarme Gemeinschaft dreht Nemorino den Rücken zu, ignoriert ihn, buht ihn aus. Auch Adina nimmt Nemorino nicht wahr, erzählt stattdessen über den Liebestrank:  „Della crudele Isotta, il bel Tristano ardea…. Tief von Isoldens Reizen  war Tristans Herz getroffen“. Man lebt blutlos, freudlos, wie in Trance.

Musiktheater im Revier / Liebestrank - hier : die Belcores feiern Adina © Pedro Malinowski

Musiktheater im Revier / Liebestrank – hier : die Belcores feiern Adina © Pedro Malinowski

Ein wunderbarer Regie-Clou leitet den Wandel der Gemeinschaft zu lebensfrohem, farbigem Leben sichtbar ein: Von magischer Hand geführt schneidet eine Säge eine Öffnung in den Boden. Dieser Öffnung entsteigen, noch in farbloser Malerkluft, Belcore (Michael Dahmen) und acht weiteren Belcores. Auf der Bühne reißen die Belcores ihre Kluft herunter, um mit Helmbusch, prachtvollen Uniformen und mitreißenden Choreographien  (Sebastian Schiller)   reales Leben im Farbe und Sprache zu zeigen: „Keine Frau widersteht dem Anblick eines Helmbusches!“. Ein verloren einsam wirkender Klavierspieler (Askan Geisler) schlurft immer wieder zur Bühnenmitte, um dort Träume in Form eines Luftballons in den Himmel steigen lässt, der kurz darauf zerplatzt auf die Bühne zurück fällt. Doch frohes, neues Leben ist unwiderruflich in die Gemeinschaft zurückgekehrt:  Die Belcores ziehen sich zur Ruhe in ein winziges Zelt zurück, welches beständig verräterisch schaukelt, aus welchem Hände Adinas Bein begrapschen.  Spektakulär verformt sich sodann das Bühnenbild mit dem Erscheinen des Quacksalbers Dulcamara:  Trommelwirbel; der riesige Bug eines Schiffes bricht sich durch die Seitenwand auf die Bühne; aus einer mit glitzernden Lichtern behangenen Türe am Boden des Bugs erscheint Dulcamara: „Kauft meine Medizin….Wollt ihr glatte Haut haben…“. Die noch seelenarme Gemeinschaft horcht…, Nemorino bittet Dulcamara um Tristan und Isoldes Liebestrank.., Belcore erhält einen Marschbefehl..  Ein spektakulär durch die Bühnendecke brechender riesiger Kronleuchter beendet den ersten Akt und zeigt auch, warum diese Produktion in Dresden erfolgreich war.

Der zweite Akt wird dann endgültig zum Stimmenfest, zur herrlichen Opera Buffa: Ein langer gedeckter Tisch mit viel Spaghetti und Rotwein, an welchem die neun Belcores italienisch ausgelassen Hochzeit feiern während sich Adina sichtbar unwohl fühlt; Nemorino bettelt in seinen Liebesnöten Dulcamara erneut um den Liebestrank; verdingt sich bei den Belcores (abermals mit starker Choreographie)  als Soldat;  nebenan feiern die Frauen Nemorina als reichen Heiratskandidaten: „Ist eine gute Partie“. Pralles wie vielseitiges Leben wird allgegenwärtig, ist sichtbar, spürbar, bis zum allseits bekannt guten Ende: der Hochzeit von Nemorina und Adina.

Musiktheater im Revier / Liebestrank - hier : Nemorino wird ob der Erbschaft von Frauen umschwärmt © Pedro Malinowski

Musiktheater im Revier / Liebestrank – hier : Nemorino wird ob der Erbschaft von Frauen umschwärmt © Pedro Malinowski

Das MiR überrascht erneut: Selbst höchst anspruchsvolle  Opern „stemmt“ das inmitten des Ruhrgebietes liegende, finanziell beschränkte MiR meist mit dem eigenen Ensemble; so auch diesen Liebestrank. Die Koreanerin Dongmin Lee kokettiert als Adina spielerisch mit perlenden, lyrisch sanften wie dramatischen Koloraturen; ist  stimmlicher Höhepunkt des Abends. Mit bleibend ungestresster Natürlichkeit in ihren anspruchsvollen Arien vermittelt Dongmin Lee farbiges italienischen Belcanto voller Menschlichkeit und Charme. Ibrahim Yesilay als Nemorino füllte seine große Partie – schüchtern oder mutig weil voll des Liebestranks – darstellerisch und mit wohl timbrierten lyrischem Tenor; einschließlich der großen romantischen Arie Una furtiva lagrima. Auch Michael Dahmen als Belcore wie Joachim Maaß als Dulcamara überzeugen in ihren Partien darstellerisch wie stimmlich. Lina Hoffmann ist in ihrer stimmlich eher kleinen Partie als Gianetta szenisch wie auffällig präsent. Der große wie viel beschäftigte Chor (Alexander Eberle) klingt stets homogen. Thomas Rimes führt die Neue Philharmonie Westfalen lebendig und mit den differenzierenden Pianos sehr sängerfreundlich.

Musiktheater im Revier / Liebestrank - hier : Premierenapplaus © ioco

Musiktheater im Revier / Liebestrank – hier : Premierenapplaus hier von links Belcore, Adina, Nemorino, Dulcamara und Gianetta © ioco

Das Gelsenkirchener MiR-Publikum feierte Darsteller wie Inszenierung mit großem Beifall: Zum Ende der Vorstellung ohnehin; doch viel umfangreicher in der folgenden MiR-traditionellen Premierenfeier. Zu später Stunde beklatschten dort mehrere hundert Besucher die Ausführungen von Intendant / Regisseur Michael Schulz zu Darstellern und Inszenierung, bei Essen und guten Getränken. Es war deutlich spürbar: Die Besucher feierten nicht nur Darsteller und Inszenierung; sie feierten auch „ihr“ MiR.

Der Liebestrank im Musiktheater im Revier: weitere Vorstellungen 19.5.; 27.5.; 1.6.; 3.6.; 23.6.; 24.6.; 7.7.2018

—| IOCO Kritik Musiktheater im Revier |—

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Tristan und Isolde – Ekstase wider Stille, IOCO Kritik,

März 8, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Musiktheater im Revier, Oper

oper_gelsenkirchen.jpg

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Komplexer Mythos in „gerader Erzählweise“

Tristan und Isolde von Richard Wagner

Von Viktor Jarosch

Intendant Michael „Furchtlos“ Schulz und Opernstar Torsten Kerl als „Matchmaker“ – er hat eine besondere Beziehung zu Gelsenkirchen – bringen mit  Tristan und Isolde eine höchst komplexe Produktion ins Revier. Mit kleinem Etat schafft das MiR ein künstlerisches Mammutprojekt, vor dem große Theater mit vielfachem Etat zurückschrecken. Der Lohn: Eine starke Tristan-Inszenierung, eine begeisternde Premiere, ausverkauftes Haus für die kommende Vorstellungen und eine Ausstrahlung, welche weit über die Grenzen des Ruhrgebiets wirkt.

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde - Kerl, Foster, Malmberg, Herbst, Herrenchor © Forster

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde – Kerl, Foster, Malmberg, Herbst, Herrenchor © Forster

Der uralte Mythos um Tristan und Isolde kennt keine Verfasser. Seine Macht bezieht der Mythos aus kollektiver Wahrnehmung, aus Archetypen, nicht aus individuell ästhetisch gestalteten Kunstwerken. Im 5. Jahrhundert fanden fragmentarische Versionen der Legende um Tristan und Isolde ihren Weg in die Literatur der Länder Europas; 1210 veröffentlichte in Deutschland erstmals Gottfried von Straßburg den Versroman Tristan; Adaptionen folgten. Der Zauber des Mythos Tristan ergriff auch den Mythen-getriebenen Richard Wagner schon um 1840.

Von der mittelalterlichen Sage blieb in der Oper Wagners nur der Name und ein wenig äußerer Rahmen: Wagner machte so Morold zu Isoldes getötetem Verlobten; in der Sage dagegen ist Morold ein irischer Riese, welcher aus Cornwall junge Mädchen und Jungen holt. Wagners unerfüllbare Liebesleidenschaft zu der verheirateten Mathilde Wesendonck wie die Philosophie Schopenhauers waren ihm Schmerz wie Inspiration: Seine Tristan-Komposition wird von Sehnsucht nach  unbedingtem Tod, von schrankenloser Leidenschaften ohne Rücksicht auf Riten und Gesetzen der Welt getrieben; von Gedanken, welche damals wie heute  psychopathische Züge haben, welche als krankhaft im sozialen, als Todsünde im religiösen Sinne gelten.

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde - Malmberg, Kerl, Foster, Herbst, Herrenchor © Forster

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde – Malmberg, Kerl, Foster, Herbst, Herrenchor © Forster

Richard Wagner begann 1857 mit dem Werk Tristan und Isolde: Die Komposition des Nibelungenringes war in eine Schaffenskrise geglitten. Doch auch die Schöpfung von Tristan und Isolde sollte von Krisen begleitet werden: Erst im Juni 1865 sollte die Uraufführung in München stattfinden. Die Dichtung zu Tristan hatte Wagner 1857 in wenigen Monaten geschrieben, die Partitur dagegen dauerte Jahre: Das Mystische ist Mittelpunkt der Komposition; dies auszudrücken öffnet Wagner zu romatischer Musik auch das Tor zur Atonalität. Bereits in den ersten sieben Takten des Vorspiels werden alle zwölf Töne der Halbtonleiter verwendet: Mystisches – Auflösung, Verschwimmen, Verdämmern – zeigend. Wagner komponiert in Tristan und Isolde neue, bis dahin unbekannte Klangwelten mit verzehrender Expressivität, ein Gleichgewicht zwischen Ekstase und Stille.

Regisseur Michael Schulz bringt eine wohltuend klassische Inszenierung, in „gerader Erzählweise“ (Dramaturgie Gabriele Wiesmüller), mit griffiger Personenregie, blendender Besetzung und neutralen Kostümen (Renée Listerdal) auf die Bühne des MiR. Fokus sind Psyche, Mystik und Wagners komplexe Partitur. Schulz meidet angestrengte abstrakte Interpretationen auf der Bühne sondern lenkt Blick und Gedanken der Besucher mit konkreter Einfachheit der Bühnenbilder unabgelenkt auf die in Musik und Dichtung deutlich werdende Zerrissenheit der handelnden Charaktere. Im ersten Aufzug: Eine höhengeteilte Bühne (Kathrin-Susann Brose) bildet im Halbdunkel des Unterdecks eine klagende Isolde und Brangäne ab, während über ihnen, auf dem Oberdeck, vor schwarzem Mast (Tristan lehnt wie in Trance an ihm) und hohen weißen Segeln, freudige Seemänner die kommende Ankunft in Cornwall besingen. Sanfte Lichteffekte (Patrick Fuchs) verwischen Bewußtes mit Unbewußtem, stärken das unvergängliche Phänomen der Tristan-Partitur.

 Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde - Torsten Kerl im dritten Aufzug © Forster

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde – Torsten Kerl im dritten Aufzug © Forster

Akribisch getragene Eleganz zeichnen Vorspiel wie die folgenden Aufzüge der Neuen Philharmonie Westfalen unter Rasmus Baumann. Sanft wie einfühlsam spielte das Orchester, zumindest zu Beginn der fünf Stunden–Oper, ohne Myterienmalerei. Tristan ist keine leise Oper, die Erfahrungen am MiR waren begrenzt. Und doch gelingt es Dirigent und Orchester die Partitur der so handlungsarmen Oper schon in der Premiere sehr expressiv auszumusizieren, Wagners Werk tonmalerisch zu interpretieren. Ein klagender Junger Seemann (Ibrahim Yesilay) eröffnet das anspruchsvolle Psychodrama im MiR, unsichtbar in lyrisch reiner Unschuld „Westwärts schweift der Blick, ostwärts streicht das Schiff“. Wut, Enttäuschung und Verzweiflung bringt die Bayreuth-erfahrene Catherine Foster als Isolde schon im ersten Aufzug der Premiere, sicher in hochdramatischer aber kontrollierter Diktion, von „Wer wagt mich zu höhnen!“ über das berühmte Liebesduett des zweiten Aufzugs und das „O sink hermieder, Nacht der Liebe“ bis zum gemeinsamen Liebestod und ihrem „Isolde ruft: Isolde kam, mit Tristan treu zu sterben“. Torsten Kerl, weltweit gesuchter Wagner-Sänger, beherrscht seine schwere Partie des Tristan souverän; bei aller Dramatik strahlt auch immer wieder tenoraler Charme in wunderbarem Timbre. Die riesige Partie bewältigt Torsten Kerl kraftvoll wie auffällig textsicher, speziell im besonders fordernden dritten Aufzug, als er mit fiebrigen Visionen, von Melot verletzt, am Boden liegt. Doch auch die MiR Ensemblemitglieder Urban Malmberg als Kurwenal und Almuth Herbst als Brangäne beherrschten in ihren Debüts ihre großen Partien und rundeten mit einem stimmlich sicheren wenn auch etwas salbungsvoll braven Phillip Ens als König Marke die ungewöhnliche Premiere Tristan und Isolde im MiR ab.

 Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde - Der liebestod im dritten Aufzug © Forster

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde – Der Liebestod im dritten Aufzug © Forster

Stürmischer Applaus, viele Bravos, Bravas, Bravi des voll besetzten Hauses belohnten Intendant Michael Schulz wie Initiator Torsten Kerl für ihr gewagtes wie erfolgreiches Experiment Tristan und Isolde inmitten des Reviers. Doch auch die Neue Philharmonie Westfalen unter Rasmus Baumann wie die hoch geforderten Ensemblemitglieder des MiR wurden für ihre gelungene Beiträge hörbar belohnt.

Tristan und Isolde im MiR, Gelsenkirchen: Termine :  Premiere 04. Mär. 2017 17:00-22.00 Uhr, 12. Mär. 2017 16:00-21:00 Uhr, 19. Mär. 2017 16:00-21:00 Uhr, 26. Mär. 2017 16:00-21:00 Uhr, 08. Apr. 2017 17:00-22:00 Uhr, 07. Mai. 2017 16:00-21:00 Uhr, 13. Mai. 2017 17:00-22:00 Uhr, 04. Juni. 2017 16:00-21:00 Uhr

—| IOCO Kritik Musiktheater im Revier |—

 

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Premiere Tristan und Isolde, 04.03.2017

Februar 24, 2017 by  
Filed under Musiktheater im Revier, Pressemeldung

oper_gelsenkirchen.jpg

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

TRISTAN UND ISOLDE von Richard Wagner
Premiere: Samstag, den 4. März 2017, 17 Uhr, Großes Haus

König Marke schickt seinen Vertrauten, den jungen Ritter Tristan, nach Irland, um ihm die Prinzessin Isolde als Braut zuzuführen. Er weiß nicht, dass Tristan und Isolde insgeheim ein Liebespaar sind. Gemeinsam treten sie die Schiffsreise nach Cornwall an, Tristan meidet Isoldes Nähe. Als Isoldes Vertraute Brangäne Tristan schließlich zu ihr bringt, beschließen die Liebenden, mit Hilfe eines Todestranks ihrem Leben ein Ende zu setzen – und gestehen sich rückhaltlos ihre Liebe. Doch der Trank bringt nicht den Tod, sondern vertieft die Liebe des Paares durch einen unlösbaren Zauber.

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde - Kerl, Foster, Malmberg, Herbst, Herrenchor © Forster

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde – Kerl, Foster, Malmberg, Herbst, Herrenchor © Forster

In Cornwall eingetroffen und mit König Marke verheiratet, wartet Isolde des Nachts auf Tristan. Überglücklich, einander wiederzusehen, schlagen sie alle Warnungen in den Wind. Doch der König entdeckt den Verrat. Im Zweikampf mit Markes Vertrautem Melot kann sich Tristan seinen Schuldgefühlen nicht länger entziehen und stürzt sich in Melots Schwert. Schwer verwundet zieht sich Tristan auf sein Schloss zurück und wartet mit einer nicht heilenden Wunde auf Isolde. Als sie endlich zu ihm kommt, hat er bereits dem irdischen Leben entsagt und stirbt in ihren Armen. Isolde folgt ihm in eine andere Welt.

„Unbewusst – höchste Lust“ sind die letzten Worte Isoldes, bevor sie den berühmtesten Liebestod der Musikgeschichte erleidet. Tristan und Isolde, 1865 in München uraufgeführt, ist Richard Wagners persönlichstes Musikdrama und untrennbar mit seiner Biografie verknüpft: Wagner sah sich selbst der, in der bürgerlichen Gesellschaft unerfüllbaren, Liebesleidenschaft zu Mathilde Wesendonck ausgesetzt, die ihm gleichzeitig Schmerz und höchste Inspiration bereitete. In dieser Frau fand der Komponist eine ebenbürtige Gesprächspartnerin und sie schrieb auch die Verse zu den berühmten Wesendonck-Liedern, die heute als musikalische Studien zu „Tristan und Isolde“ gelten. „Nun schreiten wir so leise als tief in uns selber. […] Es ist unser eigenes tiefsinniges Träumen, dort zu finden, wo die Worte und die Schritte nicht mehr eilen.“ sagte Ernst Bloch über das Magische des Tristan-Vorspiels.

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde - Malmberg, Kerl, Foster, Herbst, Herrenchor © Forster

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde – Malmberg, Kerl, Foster, Herbst, Herrenchor © Forster

Bayreuth kommt nach Gelsenkirchen! Richard Wagners großes Epos über Liebe und Schuld in der Inszenierung von Generalintendant Michael Schulz bringt Bayreuth-Größen wie Catherine Foster, Torsten Kerl und Gerhard Siegel auf die Bühne des Großen Hauses.

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde - Kerl © Forster

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde – Kerl © Forster

Der junge deutsche Tenor TORSTEN KERL gehört zu den weltweit gefragtesten Sängern seines Fachs. Er gastiert an allen wichtigen internationalen Opernhäusern, unter anderem an der Staatsoper Wien, Metropolitan Opera New York, Deutschen Oper Berlin, San Francisco Opera, Royal Opera Covent Garden London, Semperoper Dresden, Scala di Milano, New National Tokyo Opera, Nederlandse Opera Amsterdam, Staatsoper München, Gran Teatro del Liceo Barcelona, Palau de les Arts Valencia, Opera National de Paris (Bastille), Châtelet Paris, Opera du Lyon, Staatsoper Hamburg, Teatro Carlo Felice Genova, Den Norske Opera Oslo, Kungliga Operan Stockholm, Opera de Munt Brüssel, Maggio Musicale Fiorentino. Torsten Kerl begann zunächst als professioneller Solo-Oboist (Orchestermusiker und Instrumental-Solist) und wurde dann schnell Sänger. Er ist Preisträger mehrerer Wettbewerbe, Förder-Preise und Stipendien. Im Jahr 2000 gewann er einen „Grammy Award“ im Bereich „Beste internationale Opernaufnahme des Jahres“. Torsten Kerl ist häufiger Gast bei internationalen Festivals wie z.B. bei den Bayreuther Festspielen („Holländer“ und „Meistersinger“), den Salzburger Festspielen (Mozart-Requiem, „Liebe der Danae“, „Die tote Stadt“), beim Edinburgh Festival („Lohengrin“), dem Glyndebourne Festival („Fidelio“ und „Tristan“), dem Festival in Orange („Holländer“), dem Aarhus Opernfestival in Dänemark („Die tote Stadt“ und „Tristan“) und dem Festival in Savonlinna in Finnland („Lohengrin“). Ein besonderer Repertoire-Schwerpunkt ist das deutsche Fach, so gehört Torsten Kerl weltweit zu den wenigen Tenören, die regelmäßig alle großen Wagner-Partien interpretieren (Rienzi, Erik, Tannhäuser, Lohengrin, Loge, Siegmund, beide Siegfriede, Tristan, Stolzing, und Parsifal). Außerdem singt Torsten Kerl regelmäßig den Max („Freischütz“), Paul („Tote Stadt“), Florestan („Fidelio“), Pedro („Tiefland“) und Kaiser („Frau ohne Schatten“). Daneben gastiert er aber auch regelmäßig im französischen Fach mit Don José („Carmen“) und Samson („Samson et Dalila“), im russischen Fach mit Grigori („Boris Godunov“) und Hermann („Pique Dame“) und im italienischen Fach mit Otello („Otello“), Turriddu („Cavalleria Rusticana“) und Dick Johnson („Fanciulla del West“).

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde - Kerl, Foster © Forster

Musiktheater im Revier / Tristan und Isolde – Kerl, Foster © Forster

Die britische Sopranistin CATHERINE FOSTER begann ihr Gesangsstudium 1993 bei der renommierten britischen Gesangslehrerin Pamela Cook, die sie bis zu ihrem Tod im Jahr 2013 unterrichtete. Zwischen 1995 und 1999 studierte sie am Birmingham Conservatoire, dem Royal Northern College of Music in Manchester und dem London Opera Studio. Noch während ihres College-Studiums gab sie ihr Debüt als Königin der Nacht an der Opera of Northern Ireland und der Welsh National Opera. Im Jahr 2000 folgte ihr Hausdebüt als Königin der Nacht an der English National Opera. Zwischen 2001 und 2011 war Catherine Foster am Nationaltheater Weimar als jugendlich dramatischer Sopran engagiert und erweiterte dort ihre Bühnenerfahrung mit Rollen wie Mimi, Leonore in Il Trovatore, Elisabeth in Don Carlos, Abigaille, Elektra in Idomeneo, Turandot und Tosca. In Weimar hatte sie auch die Möglichkeit, sich auch in das deutsche Repertoire einzuarbeiten: Auf Elisabeth im Tannhäuser folgten u. a. Senta, Leonore in Beethovens Leonore (Fidelio). So vollzog sich der Wechsel ins dramatische Fach. Bald schon stand sie in Rollen wie Brünnhilde (Walküre, Siegfried und Götterdämmerung), Isolde (Tristan und Isolde) und Strauss‘ Elektra auf der Weimarer Bühne. Daneben gastierte sie in Don Carlos in Kassel und in Nabucco in Bremen. Im Jahr 2006 gelang der internationale Durchbruch mit der Kaiserin in Die Frau ohne Schatten als Rollen- und zugleich Hausdebüt in Dresden. Dorthin kehrte sie 2008 und 2010 zurück, um die Wiederaufnahmen von Der Fliegende Holländer und Fidelio zu singen.

Tristan und Isolde im MiR, Gelsenkirchen: Termine :  04. Mär. 2017 17:00-22.00 Uhr, 12. Mär. 2017 16:00-21:00 Uhr, 19. Mär. 2017 16:00-21:00 Uhr, 26. Mär. 2017 16:00-21:00 Uhr, 08. Apr. 2017 17:00-22:00 Uhr, 07. Mai. 2017 16:00-21:00 Uhr
13. Mai. 2017 17:00-22:00 Uhr, 04. Juni. 2017 16:00-21:00 Uhr

Mitwirkende: Musikalische Leitung: Rasmus Baumann, Inszenierung: Michael Schulz, Bühne: Kathrin-Susann Brose, Kostüm: Renée Listerdal, Chor: Alexander Eberle, Licht: Patrick Fuchs, Dramaturgie: Gabriele Wiesmüller, Tristan: Torsten Kerl / Gerhard Siegel, Isolde: Catherine Foster / Yamina Maamar, Kurvenal: Urban Malmberg, Brangäne: Almuth Herbst, Marke: Phillip Ens / Dong-Won Seo, Melot: Piotr Prochera / Marvin Zobel, Ein Hirte: William Saetre, Ein Steuermann: Jacoub Eisa
Junger Seemann: Ibrahim Yesilay.  

—| Pressemeldung Musiktheater im Revier |—

Linz, Landestheater Linz, Premiere: DIE LUSTIGE WITWE, 07.11.2015

Oktober 30, 2015 by  
Filed under Landestheater Linz, Premieren, Pressemeldung

Landestheater Linz.jpeg

Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

 DIE LUSTIGE WITWE von Franz Léhar

Libretto von Viktor Léon und Leo Stein

Grabmal Victor Leon ©   IOCO

Grabmal Victor Leon © IOCO

Paris – die Metropole der Weltausstellungen und des Can-Can, mondän und erotisch. Eine diplomatische Gesandtschaft trifft sich in sorgenvoller Konspiration, denn: Der Staatsbankrott des Vaterlandes scheint unvermeidlich. Baron Mirko Zeta sieht nur noch ein Mittel, wie er den fiktiven Operettenstaat Pontevedro vor dem finanziellen Ruin retten kann: die millionenschwere Witwe Hanna Glawari, die gerade in Paris angekommen ist! Einer seiner Landsleute soll, nein muss die Witwe heiraten. Und schon beginnt die Jagd auf die Millionen des wohl charmant-kokettesten „Rettungs-Schirms“ der Operettengeschichte.

Premiere am Samstag, 7. November 2015, 19.30 Uhr Großer Saal, Musiktheater Volksgarten, Weitere Vorstellungen:, DIENSTAG, 10. NOVEMBER 2015 19:30 – 22:15 UHR, MONTAG, 16. NOVEMBER 2015 19:30 – 22:15 UHR, MONTAG, 23. NOVEMBER 2015 19:30 – 22:15 UHR, DONNERSTAG, 26. NOVEMBER 2015 19:30 – 22:15 UHR
MITTWOCH, 02. DEZEMBER 2015 19:30 – 22:15 UHR, SONNTAG, 06. DEZEMBER 2015 Geschlossene Vorstellung 15:00 – 17:45 UHR, FREITAG, 11. DEZEMBER 2015,19:30 – 22:15 UHR, SONNTAG, 13. DEZEMBER 2015,19:30 – 22:15 UHR, DONNERSTAG, 17. DEZEMBER 2015,19:30 – 22:15 UHR, DONNERSTAG, 31. DEZEMBER 201519:00 – 21:45 UHR, SAMSTAG, 02. JÄNNER 2016,19:30 – 22:15 UHR, SONNTAG, 17. JÄNNER 201617:00 – 19:45 UHR, MITTWOCH, 27. JÄNNER 2016,19:30 – 22:15 UHR
FREITAG, 29. JÄNNER 201619:30 – 22:15 UHR, DIENSTAG, 02. FEBRUAR 201619:30 – 22:15 UHR, FREITAG, 12. FEBRUAR 2016,19:30 – 22:15 UHR, DIENSTAG, 23. FEBRUAR 201619:30 – 22:15 UHR, SAMSTAG, 05. MÄRZ 201617:00 – 19:45 UHR, FREITAG, 22. APRIL 2016,19:30 – 22:15 UHR, DIENSTAG, 26. APRIL 2016 19:30 – 22:15 UHR, MITTWOCH, 11. MAI 2016 19:30 – 22:15 UHR

Zu dieser Produktion gibt es ein theaterpädagogisches Angebot unter der Leitung von Anna-Lena Geerdts., Musikalische Leitung Johannes Wildner, Daniel Spaw
Inszenierung und Bühne Michiel Dijkema, Kostüme Alexandra Pitz
Choreografie Matthew Tusa, Chorleitung Georg LeopoldDramaturgie,  Magdalena Hoisbauer

BESETZUNG:
Michael Wagner, Hans-Günther Müller (Baron Mirko Zeta, pontevedrinischer Gesandter in Paris), Elisabeth Breuer, Martha Hirschmann (Valencienne, seine Frau), Martin Achrainer, Matthäus Schmidlechner (Graf Danilo Danilowitsch, Gesandtschaftssekretär), Judith Kuhn, Gotho Griesmeier (Hanna Glawari), Sven Hjörleifsson, Jacques le Roux (Camille de Rosillon), Csaba Grünfelder, Pedro Velázquez Díaz (Vicomte Cascada), Iurie Ciobanu, Jonathan Whiteley (Raoul de Saint-Brioche), Ulf Bunde, Ville Lignell (Bogdanowitsch, Konsul), Petra Göndöcs, Antoaneta Mineva (Sylviane, seine Frau), Claus Durstewitz, Bonifacio Galván (Kromow, Gesandtschaftsrat), Gabriele Salzbacher, Ulrike Weixelbaumer (Olga, seine Frau), Nikolai Galkin, Andrzej Ulicz (Pritschitsch, Oberst in Pension), Cheryl Lichter, Isabelle Wernicke- Brîncoveanu (Praskowia, seine Frau), Reinhold G. Moritz, Matthäus Schmidlechner (Njegus, Kanzlist bei der Gesandtschaft), Monika Brandstetter (Tanz und Akrobatik)
Chor des Landestheaters Linz
Bruckner Orchester Linz

Pressemeldung Landestheater Linz

Nächste Seite »