Krefeld, Theater Krefeld Mönchengladbach, Atemschutzmasken für Pflegeheime, April 2020

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Theater Krefeld Mönchengladbach

Theater Krefeld © Matthias Stutte

Theater Krefeld © Matthias Stutte

Theater näht Atemschutzmasken für Pflegeheime

In Zusammenarbeit mit dem Krefelder Verein Die Wiege e.V. fertigt die Schneiderei des Theaters Mundschutze. 700 Stück sind schon entstanden. Krefeld und Mönchengladbach. „Helfen wo man helfen kann. Gemeinschaftlich unterwegs sein. Das sind einige Gebote der Stunde. Unser Theater steht mitten in der Stadt und wir verorten
uns auch in der Mitte der Gesellschaft. Wenn wir dieser Stadt und dieser Gesellschaft in der jetzigen Lage etwas zurückgeben können, ist dies gut für alle“, sagt Generalintendant Michael Grosse.

Theater Krefeld Mönchengladbach /  (links) Ina Schotes, Leiterin der Kostümabteilung, und Karin Meincke - Krefelder Verein Die Wiege e.V.  © Matthias Stutte

Theater Krefeld Mönchengladbach / (links) Ina Schotes, Leiterin der Kostümabteilung, und Karin Meincke – Krefelder Verein Die Wiege e.V. © Matthias Stutte

Deshalb hat das Theater Krefeld und Mönchengladbach in Zusammenarbeit mit dem Krefelder Verein Die Wiege e.V., dessen Schirmherrin Schlagersängerin Andrea Berg ist, die Produktion von Atemschutzmasken aus Stoff begonnen. Dort, wo sonst die Kostüme für die Inszenierungen gefertigt werden, nähen die Schneiderinnen und Schneider jetzt aus den hauseigenen Stoffvorräten, aber auch aus vielen Stoffspenden von Krefelder Bürgerinnen und Bürgern Mundschutze. Sie kommen vor allem Pflegeeinrichtungen zugute, die sich mit den Stoffmasken behelfen können. „700 Stück konnten bereits verteilt werden und täglich kommen etwa 150 dazu“, erläutert die Leiterin der Kostümabteilung Ina Schotes. Außerhalb des Theaters sitzen etliche Hobbynäherinnen unermüdlich an ihren Maschinen und unterstützen die Herstellung. Karin Meincke aus dem Vorstand des Vereins Die Wiege e.V. organisiert die Stoffspenden und liefert dem Theater täglich Nachschub. Kontakt: info@karinmeincke.de

Theater Krefeld Mönchengladbach /  Kostümabteilung Theater   © Matthias Stutte

Theater Krefeld Mönchengladbach / Kostümabteilung Theater © Matthias Stutte

Ab sofort näht die Schneiderei des Theaters auch für Einrichtungen in Mönchengladbach, die von der Stadt betreut werden.

—| PressemeldungTheater Krefeld Mönchengladbach |—

Krefeld, Theater Krefeld Mönchengladbach, Mihkel Kütson bleibt bis 2027, IOCO Aktuell, 14.03.2020

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Theater Krefeld Mönchengladbach

Theater Krefeld © Matthias Stutte

Theater Krefeld © Matthias Stutte

 Generalmusikdirektor Mihkel Kütson bleibt bis 2027

Das Theater Krefeld und Mönchengladbach hat gemeinsam mit den beiden Städten als Gesellschafter den Vertrag des Generalmusikdirektors Mihkel Kütson vorzeitig um weitere fünf Jahre verlängert. Seit Beginn der Spielzeit 2012/13 ist Kütson am Gemeinschaftstheater und führt als Generalmusikdirektor die Niederrheinischen Sinfoniker. In dieser Spielzeit dirigiert er unter anderem Salome von Richard Strauss, Giuseppe Verdis Rigoletto und Francis Poulencs Die Gespräche der Karmeliterinnen.

Die Oberbürgermeister der beiden Städte zeigen sich zufrieden mit der frühzeitigen Verlängerung. „Dank der engagierten und künstlerisch anspruchsvollen Arbeit von Mihkel Kütson haben die Niederrheinischen Sinfoniker ein klares Profil, das weit über die Region hinaus Anerkennung findet. Nach dem Finanzierungspaket ‚Theater mit Zukunft III‘ und der Vertragsverlängerung von Generalintendant Michael Grosse bis 2025 (link hier) ist dies der nächste wichtige Schritt, unser Theater für die nächsten Jahre gut aufzustellen“, sagt Oberbürgermeister Frank Meyer. Sein Mönchengladbacher Amtskollege Hans Wilhelm Reiners betont: „Ich freue mich sehr, dass Mihkel Kütson sich entschieden hat zu bleiben. Die Niederrheinischen Sinfoniker haben in den Jahren unter seiner Leitung eine erstaunliche Entwicklung genommen. Schön, dass der gemeinsame Weg noch nicht zu Ende ist.“

Theater Krefeld und Mönchengladbach / Generalmusikdirektor Mihkel Kütson © Matthias Creutziger

Theater Krefeld und Mönchengladbach / Generalmusikdirektor Mihkel Kütson © Matthias Creutziger

Auch Generalintendant Michael Grosse freut sich darauf, die langjährige Zusammenarbeit fortsetzen zu können: „„Die Vertragsverlängerung unseres allseits geschätzten und verehrten Generalmusikdirektors Mihkel Kütson ist ein wertvoller Glücksumstand für die Niederrheinischen Sinfoniker und das Theater Krefeld und Mönchengladbach: Sie würdigt die bisherige herausragende künstlerisch und konzeptionelle Arbeit von Herrn Kütson und eröffnet der Weiterentwicklung bisher durch ihn nachdrücklicher gesetzter Schwerpunkte und Impulse neue zeitliche Horizonte. Wir freuen uns auf weitere Spielzeiten mit unserem Generalmusikdirektor, den wir auch in der alltäglichen Konzert-und Theaterarbeitals sensiblen, aufgeschlossenen, hoch engagiert kompetenten und humorvollen Kollegen und Mitstreiter überaus zu schätzen gelernt haben.“

Salome – hier Dirigat Mihkel Kütson
youtube Trailer des Theater Krefled Mönchengladbach
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Geboren in Tallinn (Estland), studierte Mihkel Kütson zunächst in seiner Heimatstadt und dann als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in der Dirigierklasse von Prof. Klauspeter Seibel an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Meisterkurse bei Kurt Sanderling, Fabio Luisi und Kurt Masur prägten seinen Werdegang. Mit 27 Jahren wurde er zum Generalmusikdirektor des Theaters Vanemuine und des Vanemuine Sümfooniaorkester in Estland berufen. Von 2001 bis 2006 war er eng mit der Niedersächsischen Staatsoper Hannover verbunden, zunächst als Gastdirigent und von 2002 an als Erster Kapellmeister. Dort hatte er die Möglichkeit, sein breites Repertoire weiter auszubauen. Mittlerweile umfasst es über 60 Bühnenwerke.2002 wurde Mihkel Kütson ins Förderprogramm „Dirigentenforum“ des Deutschen Musikrates aufgenommen und erhielt im Oktober 2006 als erster Dirigent den Deutschen Dirigentenpreis.

Von 2007 bis 2012 war er Generalmusikdirektor am Landestheater Schleswig-Holstein.Gastverträge führten ihn unter andereman die Semperoper Dresden,an die Komische Oper Berlin, an die Estnische Nationaloper und die Deutsche Oper am Rhein. Als Gastdirigent arbeitete er mit zahlreichen Orchestern wie der Staatskapelle Dresden, dem WDR-Sinfonieorchester, dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem NDR-Sinfonieorchester, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, den Düsseldorfer Symphonikern, den Nürnberger und Stuttgarter Philharmonikern, dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, dem National Symphony Orchestra of Ireland, dem Warsaw Philharmonic und der Philharmonia Taiwan zusammen.

—| IOCO Kritik Theater Krefeld Mönchengladbach |—

Krefeld, Theater Krefeld Mönchengladbach, Generalintendant Michael Grosse bleibt bis 2025, IOCO Aktuell

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Theater Krefeld Mönchengladbach

Theater Krefeld © Matthias Stutte

Theater Krefeld © Matthias Stutte

Michael Grosse – Vertragsverlängerung bis 2025

Generalintendant und Geschäftsführer des Theater Krefeld und Mönchengladbach. Michael Grosse, hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert. Grosse bleibt bis mindestens 2025 am Niederrhein: Der 56-Jährige hat seinen Vertrag als Generalintendant und Geschäftsführer des Theaters Krefeld und Mönchengladbach vorzeitig bis zum 31. Juli 2025 verlängert. Am Rande der gestrigen Aufsichtsratssitzung der gemeinnützigen Theater-GmbH unterzeichneten die Oberbürgermeister beider Städte, Frank Meyer und Hans Wilhelm Reiners, das neue Arbeitspapier.

Theater Krefeld Mönchengladbach / Vertragsverlaengerung Michael Grosse © Lothar Struecken

Theater Krefeld Mönchengladbach / Vertragsverlaengerung Michael Grosse © Lothar Struecken

Michael Grosse ist das Gesicht unseres Theaters. Er hat in den vergangenen acht Jahren gemeinsam mit seinem Team nicht nur künstlerisch wichtige Akzente gesetzt – er hat das Theater auch neu in der Zivilgesellschaft unserer Städte verankert. Als unermüdlicher Netzwerker und kluger Organisator ist seine Arbeit vor und hinter den Kulissen ungeheuer wertvoll“, erklärte Frank Meyer, der zurzeit auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Theater-gGmbH fungiert. Sein Mönchengladbacher Amtskollege Hans Wilhelm Reiners betonte: „Michael Grosse bleibt uns auch zukünftig erhalten, und das ist gut so. Er hat seit Beginn seiner Intendanz hervorragende, künstlerisch anspruchsvolle Arbeit geleistet und am Erfolg des Theaters entscheidend mitgewirkt. Seine Vertragsverlängerung gibt dem Theater weitere Planungssicherheit, ebenso wie die Entscheidung des Aufsichtsrates und der Räte beider Städte, das Konzept ‚Theater mit Zukunft III‘ auf den Weg zu bringen. Dank der vom Land zugesagten finanziellen Förderung befindet sich die erfolgreiche Theaterehe in sehr gutem Fahrwasser.“

Michael Grosse kam 2010 als neuer Intendant des damals noch städtischen Gemeinschaftstheaters an den Niederrhein. Gleich zu Beginn musste er die Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH und eine Umbauspielzeit mit Ausweichspielstätte in Mönchengladbach bewältigen. Mit Hilfe des Konzepts „Theater mit Zukunft“ gelang es ihm in enger Zusammenarbeit mit den beiden Städten, sein Haus langfristig finanziell abzusichern. Die bereits dritte Auflage von „Theater mit Zukunft“ wurde im November 2017 beschlossen. Sie gibt dem Drei-Sparten-Theater mitsamt Niederrheinischen Sinfonikern und den 550 Mitarbeitern Planungssicherheit bis zum Jahr 2025 – genau so lange läuft auch der neue Intendantenvertrag.

Mit einem Programm zwischen Anspruch und Unterhaltung haben Michael Grosse und sein Leitungsteam mit Geschäftsführer Michael Magyar, Schauspieldirektor Matthias Gehrt, Operndirektor Andreas Wendholz, Ballettdirektor Robert North und Generalmusikdirektor Mihkel Kütson die Auslastung des Theaters über die Jahre deutlich erhöht. Mit Stücken wie The Rocky Horror Show, dem Ballett Carmina Burana, dem Musical My Fair Lady oder zuletzt der Fußball-Revue Wir sind Borussia gelangen dem Theater große Publikumserfolge. Doch auch die kleine Form wird gepflegt: Mit der Reihe „Außereuropäisches Theater“ gibt es in jeder Spielzeit eine Uraufführung aus einem anderen Land. Mit der Orestie war das Theater vor einigen Jahren in Zypern zu Gast, das Stück Kein schöner Land über die Flüchtlingskrise wurde zu einem Festival nach Israel eingeladen. Die Niederrheinischen Sinfoniker traten zuletzt an fünf Abenden beim Opernfestival Saaremaa in Estland auf. Darüber hinaus hat das Theater auch außerhalb des eigenen Spielplans mit Formaten wie der Kino-Sinfonie in Krefeld, dem Kulturmarkt in Mönchengladbach oder dem Benefiz-Musikfestival „Welcome Now“ auf sich aufmerksam gemacht.

Michael Grosse wurde 1961 als Sohn des bekannten Theater- und Filmschauspielers Herwart Grosse und der Schauspielerin Annemarie Hermann in Ost-Berlin geboren. Er studierte an der dortigen Ernst-Busch-Hochschule für Schauspielkunst und wurde 1991 Intendant des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters in Bautzen. Mit erst 29 Jahren war er damals der jüngste Theaterleiter der Republik. 1996 wechselte er ans Theater Altenburg-Gera und von dort im Jahr 2000 ans Schleswig-Holsteinische Landestheater. Als Regisseur kann er knapp 100 Inszenierungen vorweisen. In Krefeld und Mönchengladbach trat er vor allem in Soloabenden auf, etwa in „Ein Hochstapler erzählt“ nach Thomas Mann, in Heinrich Heines Deutschland. Ein Wintermärchen und im Balladenabend „Die Macht des Gesanges“. Zudem übernimmt er auf der Bühne gerne kleine, feine Nebenrollen, zum Beispiel in Samuel Becketts „Glückliche Tage“. Michael Grosse ist verheiratet mit der Sängerin Gabriela Kuhn. Er hat drei Kinder und lebt in Krefeld-Bockum.

—| Pressemeldung Theater Krefeld Mönchengladbach |—

Mönchengladbach, Theater Mönchengladbach, Premiere Manon von Jules Massenet, IOCO Kritik, 26.02.2015

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Theater Krefeld Mönchengladbach

Theater Mönchengladbach © Matthias Stutte

Theater Mönchengladbach © Matthias Stutte

Manon: Lebensfreuden, Lebensnöte in Zeiten des Barock

Theater Mönchengladbach / Lescaut, Grisetten und Fest © Matthias Stutte

Theater Mönchengladbach / Lescaut, Grisetten und Fest © Matthias Stutte

Um 1900 war Jules Massenet (1842–1912) wegen seiner herrlichen Melodien und der Spannweite seiner Themen der populärste französische Komponist. Ambroise Thomas und Charles Gounod  waren frühe Lehrmeister. Kompositorisch verehrte Vorbilder Massenets wurden später Liszt und Wagner, bevor er sich dem gefühlshaften wie sentimentalen Lyrismus verschrieb. Massenet zeichnete menschliche Gefühlswelten in sinnlich melodiösen Farben in über 20 Opernwelten aus Exotik, Bibel, Sittendramen, Märchen oder Historie; nie grell oder rau, immer sensibel harmonisch. Manon und Werther bis heute populär, finden regelmäßig auf den Spielplänen der Theaterwelt, Thaïs, Don Quichote, Le Cid und Cendrillon (Aschenputtel) eher selten. Die anderen Opern Massenets werden nur sehr selten aufgeführt.

Theater Mönchengladbach / Manon in barockem Fest © Matthias Stutte

Theater Mönchengladbach / Manon in barockem Fest © Matthias Stutte

Massenets tragisch endende Oper Manon (1884 uraufgeführt) basiert auf dem Roman Manon Lescaut, von Antoine-Francois Prévost 1753 veröffentlicht. Roman und Oper sind bis auf ihr Ende identisch: sie spielen um 1721, inmitten der vom Barock geprägten Lebemännern und Bürgerwelten in Paris und Amiens. Regisseur Francois De Carpentries inszenierte die Produktion in Mönchengladbach / Krefeld in glaubhaftem historischem Kontext. Beige-gold-farbene Kulissen auf der großen Mönchengladbacher Bühne entsprechen dem damaligen Zeitgeist. Spektakulärer Teil der Inszenierung sind die in unendlicher Feinheit entwickelten Barockkostüme, Adel und Volk dabei prägnant differenzierend (Karine Van Hercke). Prächtig, humorig wie streng stützten sie das so geschaffene Ambiente und den barocken historischen Kontext. Die Optik lenkt Sinne und Verständnis des Betrachters auf den Zeitgeist im damaligen Spätbarock / Rokoko. Romantische Melodien, ein gut augelegtes Sängerensemble, großartige Chöre (Maria Benyumova) paaren sich im Theater Mönchengladbach mit optischer Vielfalt, lebendiger, origineller Choreographie.

Theater Mönchengladbach / Manon, Spohie Witte © Matthias Stutte

Theater Mönchengladbach / Manon, Spohie Witte © Matthias Stutte

Zur Ouvertüre betritt Manon (langjähriges Ensemblemitglied Sophie Witte) die Bühne noch ganz schüchternes Mädchen; leise, unauffällig von einem Seiteneingang: Blond, blass, ein strahlend junges Mädchen mit kleinem Vogelkäfig auf dem Weg ins Kloster. Und prallt, in Amiens, in das tobende Chaos einer um Kutschenplätze kämpfenden, reisenden Bevölkerung; Chor: „Bevor man in den Wagen steigt, sollte man sein Testament machen“. Inmitten des Chaos (wunderbare Choreographie) trifft Cousin Lescaut (Rafael Bruck), ganz barock auf Manon und erklärt den Weg ihrer Reise; schon in der folgenden frühen Arie „Ich bin noch ganz benommen“ glänzt Sophie Witte als Manon mit höhensicherem, lyrischem Sopran wie zarten Piani. Die Annäherungsversuche des vermögenden Guillot de Montfontaine (Walter Planté) werden durch dessen feine Mimik, starke Darstellungskraft und Kostüm zu optischen Kontrapunkten im Handlungsgeschehen. Lescaut vertreibt Guillot mit seinen Annäherungen lebensnah in wohltuend gut verständlichem Französisch und wohl timbrierten Bariton „Ich bin der Hüter der Familienehre“.

Theater Mönchengladbach / Grisetten in Manon © Matthias Stutte

Theater Mönchengladbach / Grisetten in Manon © Matthias Stutte

Drei Grisetten, Debra Hays als Poussette, Gabriela Kuhn als Javotte und Charlotte Reese als Rosette, begleiten den Fluss der Handlung in herrlichen Kostümen ihren weniger ehrbaren Lebenswandel nicht verbergen wollend. Bis Chevalier des Grieux (Kairschan Scholdybajew, Ensemble) mit sehr kräftigem, metallischem Tenor erscheint, dessen Charme Manon erliegt. Doch die von Sophie Witte lyrisch zart gesungenen Arien „Schwach bin ich und zerbrechlich“ verraten Unbill. Die besseren Kreise des wohlsituierte Edelmann de Brétigny (Andrew Nolen) verlockten ManonIch bewege mich auf allen Wegen wie eine Königin, sich lang zu amüsieren…“. Im zweiten Akt kündigen Konflikte, Widersprüche und das Halbdunkel des Klosters St. Sulpice ein tragisches Ende an. Stark Matthias Wippich als Vater, Graf des Grieux, groß, mit breitem, tiefen Bass und drohender Aura von Einschüchterung rät seinem betenden Sohn und angehenden Abbé emotionslos: „Heirate ein Mädel, …deine geheuchelte Tugend...“. Von Sarkasmus, Liebe, Verführung, Lebenskälte umgeben, von flüchtig schwachem Willen gefangen, taumelt Manon ihrem Ende entgegen, die Arie der Grisetten und Manon: Wer weiß, ob wir morgen noch leben“ ergreift auch den Zuhörer.

Theater Mönchengladbach / Manon, Grisetten, Fest © Matthias Stutte

Theater Mönchengladbach / Manon, Grisetten, Fest © Matthias Stutte

GMD Mihkel Kütson führte seine Niederrheinischen Sinfoniker mit wohltemperierter Gelassenheit durch die komplexen Komposition. Das von Jules Massenet gewollte melodische Klangbild der Festoper klingt unverstellt barock. Kütson führt sängerfreundlich und filigran durch die vielschichtigen Handlung, die meist klare Artikulation der Sänger nicht zudeckend. Dickes Kompliment verdient der allgegenwärtige riesige Chor mit starken Personenführung und reichen Tonfarben. Mut des Theater Krefeld / Mönchengladbach und von Intendant Michael Grosse  Manon mit eigenem Ensemble zu produzieren, gelang grandios. Das Publikum dankte, bejubelte Regie und Ensemble und genoss die anschließende Premierenfeier mit hörbarer Zufriedenheit.

IOCO / Viktor Jarosch / 28.02.2015

Weitere Manon Vorstellungen in MG: 07.03.2015; 13.03.2015; 18.03.2015; 25.03.2015; 10.04.2015; 14.04.2015; 16.04.2015; 19.04.2015; 25.04.2015

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