Köln, Oper Köln, Premiere Carmen, 10.11.2019

November 4, 2019 by  
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Oper Köln

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Premiere von »Carmen« am Sonntag, den 10. November 2019 um 18:00 Uhr
im StaatenHaus, Saal 1

mit der Neuproduktion von George Bizets »Carmen« widmet sich Regisseurin Lydia Steier nach ihrem »Turandot«-Erfolg an der Oper Köln erneut einer starken, unangepassten Frauengestalt. Die verführerische Carmen verkörpert viele Leidenschaften, aber auch Projektionen: Liebe, Erotik, Freiheit, aber auch Kriminalität und schließlich der Tod gehören zu ihrem Leben. Bizet verbindet diese ergreifende Geschichte mit einigen der heute berühmtesten Melodien der Operngeschichte. Für die Neuproduktion an der Oper Köln konnte der französische Dirigent und Bizet – Experte Claude Schnitzler gewonnen werden. Adriana Bastidas-Gamboa, herausragendes Ensemble-Mitglied der Oper Köln, debütiert in der Rolle der Carmen. Ihr zur Seite steht Martin Muehle in der Rolle des Don José. Der brasilianische Tenor ist dem Kölner Publikum als Kalaf in Turandot in bester Erinnerung! Oliver Zwarg, zuletzt als Gilles de Rais in »Jeanne d’Arc – Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna« und als Frank Maurrant in Kurt Weills »Street Scene« an der Oper Köln zu sehen, wird den Escamillo geben.

Besetzung
Musikalische Leitung Claude Schnitzler / Gabriel Feltz (17., 20., 22., 26. und 28.12.2019 / 2., 5.
und 7.1.2020) / Arnaud Arbet (13. und 15.12.2019)
Inszenierung Lydia Steier
Bühne Momme Hinrichs (fettFilm)
Kostüme Gianluca Falaschi
Licht Andreas Grüter
Chor Rustam Samedov
Dramaturgie Birgit Meyer

Mit
Carmen › Adriana Bastidas-Gamboa / Rihab Chaieb / Stéphanie D‘Oustrac
Don José › Martin Muehle / Dmytro Popov / Young Woo Kim
Micaëla › Ivana Rusko / Claudia Rohrbach / Julia Novikova
Escamillo › Oliver Zwarg / Samuel Youn / Kostas Smoriginas / Erwin Schrott
Zuniga › Matthias Hoffmann / Lucas Singer / Thomas Faulkner
Frasquita › Alina Wunderlin / Ye Eun Choi
Mercédès › Arnhei?ur Eiríksdóttir / Regina Richter
Le Dancaïre › Miljenko Turk / Stefan Hadži?
Le Remendado › Alexander Fedin / Anton Kuzenok
Chor und Extrachor der Oper Köln
Mädchen und Knaben des Kölner Domchores / Schüler des Mittelstufenchores am
Max Ernst Gymnasium Brühl
Gürzenich-Orchester Köln

Weitere Vorstellungen
Do, 14. November › 19:30 Uhr
So, 17. November › 18:00 Uhr
Mi, 20. November › 19:30 Uhr
Sa, 23. November › 19:30 Uhr
Do, 28. November › 19:30 Uhr
So, 01. Dezember › 18:00 Uhr
Mi, 04. Dezember › 19:30 Uhr
Sa, 07. Dezember › 19:30 Uhr
Fr, 13. Dezember › 19:30 Uhr
So, 15. Dezember › 18:00 Uhr
Di, 17. Dezember › 19:30 Uhr
Fr, 20. Dezember › 19:30 Uhr
So, 22. Dezember › 16:00 Uhr
Do, 26. Dezember › 16:00 Uhr
Sa, 28. Dezember › 19:30 Uhr
Do, 02. Januar › 19:30 Uhr
So, 05. Januar › 16:00 Uhr
Di, 07. Januar › 19:30 Uhr (letzte Aufführung)

—| Pressemeldung Oper Köln |—

Münster, Picasso Museum, „Im Rausch der Farben“ – Ausstellung, IOCO Aktuell, 16.10.2019

Oktober 15, 2019 by  
Filed under IOCO Aktuell, Kunstmuseum Pablo Picasso

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster © Kunstmuseum Pablo Picasso

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster © Kunstmuseum Pablo Picasso

Kunstmuseum Pablo Picasso

„Im Rausch der Farben – Von Gauguin bis Matisse“

  Französische Moderne  –  Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

von Hanns Butterhof

Dem Kunstmuseum Pablo Picasso Münster ist wieder ein Glücksgriff gelungen. In seiner Ausstellung „Im Rausch der Farben – Von Gauguin bis Matisse“ zeigt es sehenswert über sechzig Meisterwerke aus dem Musée d’Art moderne de Troyes, die bisher außerhalb ihres Stammhauses nur in Seoul zu sehen waren. Aus eigenen Beständen würdigt es den Namensgeber mit der Sonderausstellung „Wie Gott in Frankreich – Picasso kulinarisch“.

Die Ausstellung positioniert sich gleich zu Anfang mit einem kurzen schwarz-weiß-Film auf der Gewinnerseite der Kunstgeschichte. Der Reihe nach präsentieren sich die Künstler der „Fauves“, die Wilden, mit einschlägigen Kunst-Parolen, um dann in Boxkämpfen ihren Gegnern punktgenau den knock out zu versetzen. Warum sich die Fauves als Sieger im Kampf gegen die akademische und Salon-Malerei fühlen durften, zeigt die Ausstellung dann mit ihrem Farbrausch eindringlich.

 Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster / Ausstellung Im Rausch der Farben - hier : André Derain, Big Ben, 1906, Öl auf Leinwand © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster / Ausstellung Im Rausch der Farben – hier : André Derain, Big Ben, 1906, Öl auf Leinwand © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Die Werke entstammen dem Teil der Sammlung, die das Textilindustriellen-Paar Denise und Pierre Lévy dem französischen Staat für das  Musée d’Art moderne von Troyes, der Stadt in der Champagne, vermacht haben. Freund und künstlerischer Anreger der Lévys war André Derain (1880 – 1954), deren „Hausgott“, wie ihn der Direktor des Picasso-Museums, Dr. Markus Müller, im Gespräch nennt. Derain hatte mit seinen Künstlerfreunden um Henri Matisse (1869 – 1954) auf dem Pariser Salon d’Automne 1905 den Skandalerfolg gefeiert, der die lose Maler-Gruppe als „Les Fauves“ etablierte.

Entsprechend bildet Derain einen Schwerpunkt der mit Gemälden, Grafiken und Skulpturen bestens bestückten Ausstellung. Einen besonderen Blickfang im großen Ausstellungsraum bildet sein an Monet erinnerndes Gemälde „Big Ben“, und sein „Hafen von Collioure“ trägt deutliche Spuren seines Zusammenseins mit Matisse 1904 in der katalonischen Hafenstadt nahe der Kapitale Perpignan. Von der Erfindung ihrer völlig neue Bildsprache aus dem Licht Südfrankreichs spricht auch Chaim Soutinés (1893 – 1943) „Das Kapuzinerkloster von Céret“, das auf ein unweit von Collioure gelegenes Städtchen verweist, dessen Musée d’art moderne Céret noch viele Zeugnisse aus der frühen französischen Moderne und eine Vielzahl von Keramiken Pablo Picassos mit Stierkampfszenen besitzt.

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster / Ausstyellung : Im Rausch der Farben - hier : Félix Vallotton, Afrikanerin, 1910, Öl auf Leinwand, Foto Ville de Troyes, Carole Bell © Domaine public 2019

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster / Ausstyellung : Im Rausch der Farben – hier : Félix Vallotton, Afrikanerin, 1910, Öl auf Leinwand, Foto Ville de Troyes, Carole Bell © Domaine public 2019

Der Ausstellung im westfälisch verregneten Münster eignet ein Hauch von Leichtigkeit, als atme sie die helle Luft des französischen Südens, und vermittelt jenseits von systematischem Sammlertum etwas von den sympathisch persönlichen Neigungen der Lévys. So fallen Werke von Jean Metzinger (1883 – 1956) wie seine  sanft kubistische „Frau von vorne und im Profil“ oder von Robert Delaunay (1885 – 1941) „Die Läufer“ ins Auge, daneben von Amado Modigliani (1884 – 1020) das Portrait „Jeanne Hébuterne“, von Max Ernst (1891 – 1976) eine Landschaft, und dazwischen überrascht die nahezu fotorealistisch gemalte „Afrikanerin“ von Félix Valloton (1865 – 1925). Im Kontrast dazu steht das Portrait “Junge Kreolin“ von Paul Gauguin (1848 – 1903), und wieder anders strahlen die Pointilisten Paul Signac (1863 – 1935) mit dem lichten Aquarell „Venedig“ oder Georges Seurat (1859 – 1891) mit dem „Vorort“.

Erstaunlich sind auch Sujet-Ähnlichkeiten zu entdecken. Atelierszenen oder Blicke aus dem Fenster auf die Straße wie von Maurice Marinot (1882 – 1960) erinnern frappant an Bilder der Ausstellung „Raoul Dufy – Les Ateliers de Perpignan 1940 – 1950“,  wie sie letztes Jahr im Musée d’art moderne Hyacinthe Rigaud in Perpignan zu sehen waren. Dort läuft gegenwärtig noch die sehenswerte Ausstellung „Rodin – Maillol – face à face“ mit charakteristischen Skulpturen der beiden Bildhauer, die auch in der Ausstellung im Picasso-Museum zu sehen sind. Auguste Rodin (1840 – 1917) etwa ist mit dem stolzen Kopf „Balzac“, Aristide Maillol (1861 – 1944) mit der hübschen „Krabbenfrau“ vertreten. Weitere Skulpturen finden sich verstreut in der Ausstellung, darunter Pferde- und Frauen-Motive von Edgar Degas (1834 – 1917).

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster / Ausstellung : Im Rausch der Farben - hier : Pablo Picasso, Drei Sardinen, 1948, Keramik (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster / Ausstellung : Im Rausch der Farben – hier : Pablo Picasso, Drei Sardinen, 1948, Keramik (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

In der Sonderausstellung  „Wie Gott in Frankreich – Picasso kulinarisch“ würdigt das Picasso-Museum in der 2. Etage aus eigenen Beständen Pablo Picasso (1881 – 1973) mit Linolschnitten, Lithografien, Keramiken und Gemälden rund um das Thema Essen und Trinken. Frisch gefangener Fisch, Artischocken und Wein lassen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Manche Bilder vermitteln aber auch eine Ahnung von den Phantasien, die von der Lebensmittelknappheit in Frankreich zur Zeit der deutschen Besatzung angeregt wurden.

In beiden Ausstellungen kommt den Besuchern eine außerordentlich nahe Moderne entgegen, bei der erstaunen lässt, vor wie langer Zeit ihre Protagonisten gewirkt haben. Und dazu gesellt sich das Erschrecken, wie vorbei diese Epoche ist.

Die Ausstellung „Im Rausch der Farben – Von Gauguin bis Matisse“ im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster läuft noch bis zum 19.1.2020.

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag und Feiertage: 10.00 bis 18.00 Uhr. Freitag: 10.00 bis 20.00 Uhr.  Der ausführliche, umfassend bebilderte Katalog zur Ausstellung kostet an der Museumskasse 29,80 €, im Buchhandel 38,00 €.

—| ioco-art Kunstmuseum Pablo Picasso Münster |—