Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere – Wo die wilden Kerle wohnen, 04.02.2018

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

„Wo die wilden Kerle wohnen“

Die Familienoper von Oliver Knussen

Junge Zuschauer ab 6 Jahren lädt die Deutsche Oper am Rhein am Sonntag, 4. Februar, um 11.00 Uhr zur Premiere ein: Oliver Knussens fantastische Oper Wo die wilden Kerle wohnen kommt auf die Bühne des Düsseldorfer Opernhauses. Sie führt den kleinen Max auf eine Traumreise ins schaurig-schöne Reich der Fantasie. Dort begegnet er den „wilden Kerlen“ – seltsamen Kreaturen, mit denen Max die ungeheuerlichsten Abenteuer erlebt.

Deutsche Oper am Rhein / Wo die wilden Kerle wohnen -Statisterie (Doubles Wilde Kerle), Lavinia Dames (Max), Jule Langeder (Dienstmädchen) © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Wo die wilden Kerle wohnen -Statisterie (Doubles Wilde Kerle), Lavinia Dames (Max), Jule Langeder (Dienstmädchen) © Hans Jörg Michel

Die Welt, die Maurice Sendak in seinem berühmten Kinderbuch beschreibt, hat der britische Komponist Oliver Knussen Anfang der 1980er Jahre in einer expressiven Musik voll leuchtender Klangfarben ausgemalt. Wo die wilden Kerle wohnen ist ein Klassiker der Familienoper des 20. Jahrhunderts geworden– der junge Dirigent Jesse Wong bringt ihn in Düsseldorf zum Klingen. In der turbulenten Inszenierung von Philipp Westerbarkei verwandeln sich die Erwachsenen in Max’ Elternhaus in die Helden seiner Fantasie. Dazu hat Tatjana Ivschina, die seit 2009 alle Familienopern an der Deutschen Oper am Rhein ausstattet, eine feudale Villa als Bühnenbild sowie fantastisch-skurrile Kostüme und Masken entworfen. 

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Oper und Ballett am Rhein – März 2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Turandot © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Turandot © Hans Jörg Michel

Oper und Ballett am Rhein im März 2017

Fr 03.03. – 11.00 Uhr                Premiere Familienoper: Oliver Knussen „Wo die wilden Kerle wohnen“ im Theater Duisburg

Sa 04.03. – 19.30 Uhr               Premiere: Giacomo Puccini „Turandot“ im Opernhaus Düsseldorf

So 05.03. – 11.00 Uhr               Liedermatinee im Foyer – mit Torben Jürgens (Gesang) und Stephen Harrison (Klavier) im Opernhaus Düsseldorf

Fr 10.03. – 19.30 Uhr                Wiederaufnahme: Giuseppe Verdi Aida im Opernhaus Düsseldorf

Sa 18.03. – 19.00 Uhr             AIDS-Gala 2017: 8. Festliche Operngala für die Deutsche Aidsstiftung im Opernhaus Düsseldorf

Mo 27.03. –  19.00 Uhr       Ballettwerkstatt im Opernhaus Düsseldorf: Podiumsgespräch und Probenbesuch zur Premiere von b.31: Schläpfer/van Manen/León & Lightfoot

Do 30.03. – 19.30 Uhr              Wiederaufnahme: Giacomo Puccini Tosca im Theater Duisburg

Deutsche Oper am Rhein / Wo die wilden Kerle wohnen © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Wo die wilden Kerle wohnen © Hans Joerg Michel

Im März …

… feiert die Deutsche Oper am Rhein gleich zwei Premieren: Im Theater Duisburg kommt ab Freitag, 3. März, 11.00 Uhr, mit Oliver Knussens „Wo die wilden Kerle wohnen“ erneut eine phantasievoll und temporeich inszenierte Familienoper auf die Bühne. Die Oper nach Maurice Sendaks berühmtem Bilderbuch nimmt Kinder und Erwachsene mit auf die spannende musikalische Traumreise des kleinen Max zu den „Wilden Kerlen“, mit denen er die wildesten Abenteuer erlebt. Regie führt Philipp Westerbarkei, für die Ausstattung konnte erneut die Kostüm- und Bühnenbildnerin Tatjana Ivschina gewonnen werden. Jede Menge wilder Verwandlungen auf der Bühne sorgen zusammen mit Knussens lautmalerischer Musik in 45 Minuten für pausenloses Opernvergnügen. Es spielen die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Jesse Wong.

Im Opernhaus Düsseldorf öffnet sich am 4. März, um 19.30 Uhr der Vorhang für Giacomo Puccinis „Turandot“. Als Koproduktion mit dem National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying), Taiwan, präsentiert Regisseur Huan-Hsiung Li seinen Blick aus Fernost auf Puccinis Meisterwerk, der behutsam historische Inhalte mit aktuellen Bezügen verknüpft. Besonders ins Auge fallen die prächtigen Kostüme von Hsuan-Wu Lai, die auf perfekte Weise Symbolkraft und Schönheit miteinander vereinen. In der Titelrolle ist die international gefeierte Linda Watson zu erleben, die seit 2013 wieder dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein angehört. Als Kalaf gastiert Yonghoon Lee, der ebenfalls auf den großen Bühnen der Welt zu Hause ist. Zahlreiche Ensemblemitglieder sind zudem in Rollendebüts zu erleben: Anke Krabbe als Liù, Dmitri Vargin als Ping, Luis Fernando Piedra als Pong, Günes Gürle als Timur sowie Richard Šveda als Mandarin. Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein und der Kinderchor am Rhein ergänzen das Ensemble. Unter der musikalischen Leitung von Wen-Pin Chien spielen die Düsseldorfer Symphoniker.

Noch mehr Puccini gibt es ab Donnerstag, 30. März, um 19.30 Uhr, im Theater Duisburg, wenn „Tosca“, inszeniert als spannender Psychothriller von Dietrich W. Hilsdorf, die Herzen des Publikums erobert. Als Gastsänger sind Cellia Costea in der Titelpartie und Arnold Rutkowski als ihr Geliebter Cavaradossi zu erleben, den skrupellosen Gegenspieler Scarpia gibt Anooshah Golesorkhi. Aus dem Ensemble wirken Torben Jürgens als Angelotti, Peter Nikolaus Kante als Sagrestano und Florian Simson als Spoletta mit, aus dem Opernstudio Beniamin Pop als Sciarrone. Der Chor der Deutschen Oper am Rhein und der Kinderchor St. Remigius ergänzen die Besetzung. Am Pult der Duisburger Philharmoniker steht der bereits mehrfach ausgezeichnete 28 Jahre junge Kapellmeister Aziz Shokhakimov.

Im Opernhaus Düsseldorf triumphieren am Freitag, 10. März , um 19.30 Uhr, zum vorletzten Mal in dieser Spielzeit in Giuseppe Verdis imposanter Choroper „Aida“ Herrschende über Unterdrückte. Am Ende triumphiert jedoch die Liebe, wenn sich die Bühne als Grabplatte auf die Titelheldin herabsenkt und sie dem Glauben an sich und ihre Gefühle dennoch bis zum letzten Moment treu bleibt. Mit  Morenike Fadayomi als Aida, Sergey Khomov als Radamès, Renée Morloc als Amneris, Thorsten Grümbel als König, Adrian Sâmpetrean als Ramfis und Juan Orozco als Amonasro steht ein stimmgewaltiges und szenisch überzeugendes Sängerensemble auf der Bühne. Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein ergänzen die Besetzung. Es spielen die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Kapellmeister Wen-Pin Chien.

Dem besonderen Reiz des Liedvortrags gibt die Deutsche Oper am Rhein in ihrer neuen Serie „Liedermatinee im Foyer“ ein Forum. Bassbariton Torben Jürgens gestaltet am Sonntag, 5. März, um 11.00 Uhr, gemeinsam mit Operndirektor Stephen Harrison am Klavier ein anspruchsvolles Programm aus Franz Schuberts posthum veröffentlichten Zyklus „Schwanengesang“ D 957 und Liedern Viktor Ullmanns. Tickets kosten 12,00 Euro (erm. 6,50 Euro).

Mit der 8. Festlichen Operngala für die Deutsche Aidsstiftung am Samstag, 18. März, um 19.00 Uhr findet unter der musikalischen Leitung von Philippe Auguin im Opernhaus Düsseldorf erneut das hochkarätige Klassik-Event statt, das auf vorbildliche Weise Musikgenuss mit gesellschaftlichem Engagement verbindet. Sängerinnen und Sänger verzichten auf ihre Gage, so dass die Ticketeinnahmen und Spenden der Zuschauer direkt der Deutschen AIDS-Stiftung zur Unterstützung lokaler und internationaler Hilfsprojekte zu Gute kommen. Bei der von Holger Wemhoff moderierten Gala präsentieren sich unter Begleitung der Düsseldorfer Symphoniker in diesem Jahr Maria Kataeva, Jane Archibald, Valentina Nafornita, Golda Schultz, Michèle Losier, Abdellah Lasri, Boris Pinkhasovich, Martin Piskorski, Giacomo Prestia und Sergey Romanovsky. Resttickets kosten zwischen 69,00 und 175,00 Euro.

Ballett am Rhein

Ein neues Programm stellt das Ballett am Rhein am Samstag, 1. April 2017, um 19.30 Uhr im Düsseldorfer Opernhaus vor: Mit „Obelisco“ von Martin Schläpfer, „Adagio Hammerklavier“ von Hans van Manen und „SH-BOOM!“ von Sol León und Paul Lightfoot zeigt b.31 drei Meisterwerke aus der jüngeren Vergangenheit. Erste Eindrücke bietet schon vor der Premiere bei freiem Eintritt die Ballettwerkstatt am Montag, 27. März, um 19.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Premiere Wo die wilden Kerle wohnen, 03.03.2017

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Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg © IOCO

Theater Duisburg © IOCO

  Wo die wilden Kerle wohnen von Oliver Knussen

Fantastische Oper in einem Akt – Text von Maurice Sendak

Premiere im Theater Duisburg am 3. März 2017 11 Uhr, Dienstag 07.03. – 11.00 Uhr / Mi 29.03. – 11.00 Uhr / So 30.04. – 15.00 Uhr / So 07.05. – 15.00 Uhr / So 11.06. – 15.00 Uhr / Di 13.06. – 11.00 Uhr / Mi 05.07. – 11.00 Uhr,  ab 6 Jahren.

Deutsche Oper am Rhein / Wo die wilden Kerle wohnen © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Wo die wilden Kerle wohnen © Hans Joerg Michel

Als der kleine Max wieder einmal mit Wolfsgeheul durch die Wohnung tobt, schickt ihn seine Mutter ohne Abendessen ins Bett. Plötzlich verwandelt sich sein Zimmer und er gelangt zu einer einsamen Insel, auf der seltsame Kreaturen, die wilden Kerle, leben, die den ganzen Tag über herumtollen. Bald wird Max zu ihrem Häuptling ernannt und genießt die Ausgelassenheit, bis es ihm schließlich auch zu bunt wird und er seine neuen Spielkameraden ohne Essen schlafen schickt.

Er bekommt Heimweh und beschließt, die Insel zu verlassen. Zwar wollen ihn die wilden Kerle nicht ziehen lassen, doch Max lässt sich nicht davon abbringen und kehrt heim. Dort wartet sein Abendessen auf ihn und er kann endlich seinen Hunger stillen. Generationen von Kindern kennen Maurice Sendaks Bilderbuch-Klassiker Wo die wilden Kerle wohnen von 1962. So wie Sendak sein eigenes Libretto dem Medium der Oper anpassen und eine Grundlage für Knussens leuchtende Klangfarben schaffen musste, gilt es für jedes Regieteam einen Weg zu finden, die zweidimensional gezeichneten wilden Kerle aus dem Bilderbuch zu lebendigen Wesen werden zu lassen.

Oliver Knussens dicht komponierte Musik entwickelt eigene Bilder, in denen die Verwandlung von Max’ Umwelt in seine Fantasiewelt deutlich wird. Der im Alltag erlebte Konflikt wird auf der Insel der wilden Kerle fortgespielt und findet seine Auflösung schließlich in der Versöhnung mit der Mutter. Regisseur Philipp Westerbarkei und Bühnen- und Kostümbildnerin Tatjana Ivschina lassen diese Verwandlung der Erwachsenenwelt in die der wilden Kerle live auf der Bühne geschehen. Mit Knussens Musik verwandeln sich die Mutter und die restliche Familie in die wilden Kerle, die Spielkameraden, die Max gern in ihnen sehen würde.

Während die Deutsche Oper am Rhein in dieser Spielzeit einen Klassiker der Familienoper des 20. Jahrhunderts auf die Bühne bringt, setzt sie auch die Kooperation „Junge Opern Rhein-Ruhr“ mit den Theatern in Dortmund und Bonn fort: Als vierte Uraufführung bringt die Oper Dortmund am 21. Mai 2017 Gerald Reschs Familienoper „Gullivers Reise“ auf die Bühne, die in der kommenden Spielzeit im Theater Duisburg zu erleben ist.

Vermittlungsangebot der Jungen Oper am Rhein: Schon vor der Premiere macht die Familienopernwerkstatt am Dienstag, 21. Februar, um 18.00 Uhr im Theater Duisburg junge Zuschauer mit Stück und Inszenierung vertraut. Der Eintritt ist frei.

Zur intensiven Beschäftigung mit dem Stück bietet die Junge Oper am Rhein ein Patenprojekt im Theater Duisburg an: Ab Dienstag, 31. Januar, erkunden Kinder ab sechs Jahren in sechs wöchentlich aufeinander folgenden Workshops von 16.00-17.30 Uhr das Theater sowie die Handlung, Musik und Inszenierung der neuen Familienoper. Anmeldungen zum Patenprojekt nimmt die Junge Oper am Rhein unter Tel. 0211/89 25 152 und per E-Mail an schule@operamrhein.de entgegen.

Musikalische Leitung: Jesse Wong, Licht: Franz-Xaver Schaffer, Inszenierung: Philipp Westerbarkei Dramaturgie: Bernhard F. Loges, Bühne und Kostüme: Tatjana Ivschina
Max: Lavinia Dames Hahnkerl: Daniel Djambazian, Tzippie: Irina Vakula Bullenkerl: Lukasz Konieczny, Bart- und Ziegenkerl: Peter Aisher Orchester: Duisburger Philharmoniker, Hornkerl: Sebastià Peris, PMDOR

Wo die wilden Kerle wohnen  –  Theater Duisburg:  Fr 03.03. – 11.00 Uhr / Di 07.03. – 11.00 Uhr / Mi 29.03. – 11.00 Uhr / So 30.04. – 15.00 Uhr / So 07.05. – 15.00 Uhr / So 11.06. – 15.00 Uhr / Di 13.06. – 11.00 Uhr / Mi 05.07. – 11.00 Uhr, ab 6 Jahren.

 

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Bielefeld, Theater Bielefeld, Musiktheater-Premiere WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN u. DIDO UND AENEAS, 15.04.2012

März 29, 2012 by  
Filed under Premieren, Pressemeldung, Theater Bielefeld

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Theater Bielefeld

WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN   u. DIDO UND AENEAS

WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN (WHERE THE WILD THINGS ARE)
OLIVER KNUSSEN

Premiere 15.04.12 um 19:30 Uhr im Stadttheater

Fantastische Oper in neun Szenen. Libretto von Maurice Sendak und Oliver Knussen nach dem Buch von Maurice Sendak In deutscher Sprache

DIDO UND AENEAS
HENRY PURCELL
Oper in drei Akten. Libretto von Nahum Tate
In englischer Sprache mit deutschen Übertexten

Ein Abend – zwei Opern. Zwei Zeiten, zwei Geschichten – eine Frage: Welcher Stimme folge ich? – Im Abstand von 300 Jahren haben Henry Purcell und Oliver Knussen zwei kurze Opern geschrieben, die verschiedene Muster emotionaler Konfliktbewältigung zu spannendem, prallem Musiktheater machen.

Der Schotte Oliver Knussen ist als Komponist und Dirigent seit den 70er Jahren eine der bedeutendsten Figuren des britischen Musiklebens. Seinen farbenprächtigen und hochvirtuosen Stil, der eine Affinität zu Mussorgsky, zum frühen Strawinsky, zu Debussy und Skryabin erkennen lässt, hat er zunächst im Rahmen von Orchesterwerken entwickelt. Internationales Renommee erlangte er dann aber vor allem mit seinen beiden Operneinaktern nach Kinderbüchern des Amerikaners Maurice Sendak, die er gemeinsam
mit diesem entwickelte. Besonders Wo die Wilden Kerle wohnen (Where the Wild Things are, 1979-83) gehört – trotz ihres hohen technischen Anspruchs – heute zu den meist gespielten Kinderopern überhaupt.

Sendaks Buch von 1963 ist ein Klassiker der Kinderliteratur. Hier geht es um den kleinen Max, der in den Augen seiner Mutter zu wild spielt, deswegen von seiner Mutter ohne Essen ins Bett geschickt wird und diesen Streit dann auf einer wunderbaren Traumreise ins Reich der Wilden Kerle verarbeitet.

Purcells dreiaktige, aber nur 60minütige Oper Dido und Aeneas wurde 1689 in einem Mädchenpensionat uraufgeführt. Sie ist Purcells einzige »echte« Oper – seine fünf sogenannten Semi-Opern, von denen King Arthur und The Fairy Queen heute mehr oder weniger im Repertoire verankert sind –, bestehen etwa zur Hälfte aus Musik und zur anderen Hälfte aus gesprochenem Theater. In Dido aber haben er und sein Librettist Nahum Tate das Kunststück vollbracht, auf knappstem Raum ein solches Spektrum an musiktheatralen Ausdrucksformen zusammenzufügen, dass man hinterher den Eindruck hat, einen ausgewachsenen Opernabend erlebt zu haben.

Die Geschichte geht auf eine Episode aus Vergils Aeneis zurück: Die verwitwete Karthager-Königin Dido ist in Aeneas verliebt. Sie will diese Liebe, doch quälen sie Ängste: Kann sie diesem Mann trauen? Und ihren Freunden, die ihr Mut machen? Dido und Aeneas werden ein Paar. Doch bald zerren geheimnisvolle Mächte ihn von ihr fort. Dido
stirbt an gebrochenem Herzen.

Die Protagonisten in beiden Geschichten durchleben schmerzliche Krisensituationen. Dido und Max fühlen sich auf je verschiedene Weise ohnmächtig gegenüber denen, die ihnen ihren Freiraum nehmen. Ist es bei Max die strenge Mutter, sind es bei Dido ihre eigenen inneren Stimmen, die sie lähmen und ihr Angst machen. Wunsch und Wirklichkeit klaffen für beide auseinander. Doch während es Max gelingt, die Wirklichkeit spielerisch zu transzendieren und die Krise zu verarbeiten, zerbricht Dido an ihren eigenen Zweifeln und ihrem »erwachsenen« Wissen.

Die Inszenierung dieses Abends liegt in den Händen von Holger Potocki, der erstmals am Theater Bielefeld arbeitet und gemeinsam mit seinem Ausstatter Lukas Noll ein verblüffend einfaches Konzept gefunden hat, die beiden stilistisch so unterschiedlichen Opern zusammenzuschmieden. Beide Geschichten spielen im gleichen Raum, der sich allerdings – je nach Wirkung der »inneren Stimmen« der Protagonisten – signifikant verwandelt.

Bei Dido und Aeneas steht mit dem Engländer Nicholas Kok ein ausgewiesener Barock-Spezialist am Pult. Sein »Händchen« für Alte Musik hat er bisher u. a. an der English National Opera und der Oper Stuttgart unter Beweis gestellt, wo er Werke von Monteverdi, Purcell, Gluck und Mozart dirigiert hat. Sein Engagement in Bielefeld wird unterstützt von den Theater- und Konzertfreunden Bielefeld e.V. Die Wilden Kerle leitet Witolf Werner, 2. Kapellmeister am Theater Bielefeld, der sich zuletzt mit dem Dirigat von Unsuk Chins Alice in Wonderland einen ausgezeichneten Ruf als Dirigent zeitgenössischer
Musik erworben hat.

Wo die Wilden Kerle wohnen zeigt das Theater Bielefeld am 11.05., 05.06. und 06.06. auch vormittags für Schulklassen.

BESETZUNG:
WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN
Max Christiane Linke
Mutter / Wildes Weib Sünne Peters
Bart- und Ziegenkerl Michael Pflumm
Hornkerl Daniel Billings
Hahnkerl Torben Jürgens
Bullenkerl / Vater (stumme Rolle) Jacek Janiszewski

DIDO UND AENEAS
Dido Melanie Forgeron
Aeneas Daniel Billings
Belinda / 2. Hexe / Geist Cornelie Isenbürger
Zauberin Sarah Kuffner
1. Hexe / 2. Frau Fabienne Keppler / Orsolya
Ercsenyi
Matrose Michael Pflumm
Bielefelder Philharmoniker, Bielefelder Opernchor, Mitglieder des Tanzensembles PartsS

MUSIKALISCHE LEITUNG
Der Dirigent Witolf Werner, geboren 1978 in Mönchengladbach, begann seine Ausbildung zunächst mit Klavier-, später kamen Cellound Gesangsunterricht hinzu. Das C-Examen für Kirchenmusiker schloss sich an. 1997 wurde ihm der Trude-Fischer-Preis für junge
Künstler verliehen.
Ab 1999 studierte er bei Prof. Michael Luig, MHS Köln, Orchesterleitung, besuchte nebenbei Meisterkurse in Trier und Budapest und begleitete Michael Gielen bei Proben mit dem SWRSinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg. Außerdem übernahm er das Hofgartenorchester der Universität Bonn. 2002 erhielt er sein erstes Engagement durch den Ruf an die Städtischen Bühnen Osnabrück, wo er auch das Konservatoriums-Orchester der FHS Osnabrück leitete.
In der Spielzeit 2004/05 nahm er die angebotene Aufgabe eines Solorepetitors mit Dirigierverpflichtung am Theater Dortmund an. Seine erfolgreiche Arbeit setzte er, einem weiteren Rufe folgend, in der Spielzeit 2005/06 am Theater Bielefeld fort, wo er seitdem als Kapellmeister und seit 2008 auch als Studienleiter und 2. Kapellmeister tätig ist.
Er wurde in die Richard-Wagner-Stiftung aufgenommen und ist Stipendiat der Deutschen-Bank-Stiftung »Akademie Musiktheater heute«. Das Werk seines Stipendiatenkreises, die Oper Helges Leben, brachte er 2009 als Uraufführung auf die Bielefelder Bühne. Als Gastdirigent der Bergischen Symphoniker führte er 2004 die Oper Das schlaue Füchslein auf und dirigierte eine nachfolgende Konzertreihe. Im Herbst 2009 konzertierte er dort überaus erfolgreich mit The best of Carmen. Anfang 2009 war er musikalischer Leiter der Uraufführung der Oper Jo-Ion von Luca Martin in Basel. In der Spielzeit 2010/11 brachte
er neben anderen Werken die deutsche Zweitaufführung von Unsuk Chins Oper Alice in Wonderland am Theater Bielefeld heraus, wofür er in der Kritikerumfrage der »Welt am Sonntag« mit zum »Dirigenten des Jahres« gewählt wurde. In der Spielzeit 2011/12 gastiert er an den Theatern Solingen/Remscheid und am Staatstheater Darmstadt.
Über sein Theaterengagement hinaus ist er Dirigent des Freien Sinfonieorchesters Bielefeld und seit Herbst 2009 auch des KinderOrchesterRuhr mit Konzerten im ganzen Ruhrgebiet.
Projektbezogen oblag ihm die musikalische Leitung des Jungen Philharmonischen Orchesters Niedersachsen (JPON), der Jungen Sinfoniker OWL und vom Jugendsinfonieorchester des märkischen Kreises. Gefragt ist er ebenso als Pianist und Liedbegleiter im In- und Ausland, zuletzt mit einem Schumann-Liederabend in Frankfurt.
Nicholas Kok studierte am New College Oxford und am Royal College of Music in London und war von 1996 bis 2006 Chefdirigent des East of England Orchestra (Sinfonia Viva). Seit 2007 ist er Chefdirigent von »Psappha«, dem führenden Ensemble für  Zeitgenössische Musik in Nordengland. An der English National Opera leitete er u. a. Monteverdis L’Orfeo und Il ritorno d’Ulisse in patria, Purcells The Fairy Queen, Mozarts Le nozze di Figaro und Così fan tutte sowie zwei Uraufführungen von Mark-Anthony Turnage. Mit der Opera North erarbeitete Nicholas Kok Dido and Aeneas, Les Noces, die italienische Ur-Fassung von Glucks Orfeo ed Euridice sowie die Uraufführung von Simon Holts The Nightingale’s to blame. Außerdem dirigierte er verschiedene Programme beim Edinburgh International Festival. Er arbeitete u. a. zusammen mit dem Philharmonia und London Philharmonic Orchestra, der London Sinfonietta, dem Hallé Orchestra, dem Scottish Chamber Orchestra, mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg und dem Münchner Kammerorchester. Zahlreiche Rundfunk- und CDAufnahmen begleiten seine Tätigkeit.

INSZENIERUNG
Holger Potocki wurde 1974 in Berlin geboren und nach seinem Studium der Musikwissenschaft, Geschichte und Kulturwissenschaft in Berlin vom Theater Magdeburg engagiert. Zunächst arbeitete er dort als Regieassistent, ab 2000 auch als Spiel- bzw. Oberspielleiter des Musiktheaters und von 2006 – 2009 als Operndirektor. Seit 2009 ist er
freiberuflich tätig.
In Magdeburg setzte Holger Potocki u. a. die Uraufführung Defendants Rosenberg von Ari Benjamin Meyer, Rusalka, Don Pasquale, La Traviata, Das Feuerwerk, Der Barbier von Sevilla, Salome, Tannhäuser, Der Liebestrank und Rigoletto in Szene. Gastinszenierungen führten ihn an das Nordharzer Städtebundtheater Halberstadt, die Landesbühnen Sachsen Radebeul, das Theater Lüneburg, das Landestheater Detmold sowie an das Theater Nordhausen. Neben seiner Regietätigkeit schreibt Holger Potocki Libretti, darunter für die Kammeroper Das verräterische Herz, die er in Magdeburg und am Nationaltheater Tokio
(Japan) in Szene setzte. Mit dieser Regiearbeit eröffnete er auch das Chamber Opera Festival am Nationaltheater Seoul (Südkorea).

BÜHNE UND KOSTÜME
Lukas Noll, geboren 1968 in Chemnitz, studierte nach einer Tischlerausbildung und Tätigkeiten als Bühnen- und Ausstellungstechniker Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Ab 1995 entstanden seine ersten Ausstattungen für die Theater Kiel und Magdeburg und das Theater Junge Generation in Dresden. Engagements führten ihn an Theater in Coburg, Cottbus, Münster, Kassel, Kaiserslautern und Rostock. Seit 2002 ist Lukas Noll als Ausstattungsleiter am Stadttheater Gießen tätig.
Er zeichnete bisher für zahlreiche Ausstattungen in allen Sparten verantwortlich, dazu gehörten unter anderem Opern wie Martha, Wozzeck, Falstaff, Der Konsul und die Operndoppelabende Gala Gala/ X-Mal Rembrandt und Cavalleria Rusticana/Pagliacci. Im Schauspiel z.B. Die Frau vom Meer, Warten auf Godot und Baumeister Solness sowie zahlreiche Produktionen der Tanzcompagnie. 2010 erhielt er den Preis »denkmal« des Vereins der Freunde des Theaters Gießen e.V..
Gasttätigkeiten führten ihn an die Staatstheater Kassel und Darmstadt sowie an Opernhäuser in Wroclaw, Tallin und Seoul (Korea).

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