Lyon, Opéra de Lyon, Tosca – Giacomo Puccini, IOCO Kritik, 26.1.2020

Januar 25, 2020 by  
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Opéra de Lyon in Lyon © Stofleth

Opéra de Lyon in Lyon © Stofleth

Opéra de Lyon

  Tosca – Giacomo Puccini

  – Über das Leben einer gealterten Opern-Heroine –

von Ingrid Freiberg

 Opéra de Lyon – Eine herausfordernde Architektur

In der Opéra de Lyon bekommen die Besucher hautnah zu spüren, was das konkret bedeutet. Die Farbe Schwarz dominiert das 1993 von Jean Nouvel komplett entkernte und im Innern neu gestaltete Theater. Die Decken im Eingangsbereich und in den oberen Ebenen sind niedrig, Wände und Fußböden bestehen vorzugsweise aus schwarzem Metall, was zu verwirrenden Spiegelungen führt. Der Besucher läuft über Lochbleche, die beim Betreten bedrohlich schwanken. Es folgt ein Orientieren über Rolltreppen im Halbdunkel, relingartige Geländer bieten eine gewisse Sicherheit. Oben angekommen erwarten den Gast Vorräume in knalligem Rot, einer Farbe, die waghalsige Interpretationen zulässt. Komplett in Schwarz gehalten ist wieder der Zuschauerraum mit seinen sechs Rängen. Auch hier wurde viel Metall verbaut. Die Bestuhlung, getrennt durch Metallgeländer, die mit kleinen Lichtspots ausgestattet sind, ist stylisch, hart und kantig. In der Opéra de Lyon wird das Sehen und Gesehenwerden radikal unterbunden. Das kleine Foyer, das in seiner prächtigen Ornamentik erhalten blieb, wirkt fast wie ein Fremdkörper. Jean Nouvel ist es hier gelungen, die Aufmerksamkeit ganz auf das Bühnengeschehen zu lenken – ein Geniestreich, bei dem die Frage aufkommt, warum niemand zuvor mit einer derartigen Architektur der darstellenden Kunst Form gab…

Opéra de Lyon / Tosca hier Catherine Malfitano als alternde Opern-Heroine  © Jean Louis Fernandez

Opéra de Lyon / Tosca hier Catherine Malfitano als alternde Opern-Heroine  © Jean Louis Fernandez

Vielbeachtete Regiekonzeption

Serge Dorny, Intendant seit 2003, nun auf dem Weg an die Bayerische Staatsoper nach München, hat die Lokalpolitik hinter sich. 20 Prozent ihres jährlichen Budgets gibt Lyon für den Kulturbereich aus, für Musik, Museen, Bühnen und Bibliotheken. Das erlaubt, ja geradezu erfordert, die ungewöhnliche Regiekonzeption von Christophe Honoré: Tosca von Giacomo Puccini wird seit 1903 – nach der Pariser Premiere in der Opéra-Comique – als heftige und zutiefst erschütternde Geschichte, als Musikthriller, aufgeführt, mit weltberühmten Arien wie ,,Vissi d’arte“ (Tosca), „E lucevan le stelle“ (Cavaradossi) und „Ha più forte sapore“ (Scarpia). So oft, dass das Geschehen über Folter, Tod, Lüge und Heuchelei Opernbesuchern hinlänglich bekannt ist, und hier auf eine genaue Wiedergabe verzichtet werden kann. Honoré inszeniert seine Tosca rund um die Figur einer gealterten Opern-Heroin, die Catherine Malfitano verkörpert. Die Sängerin feierte eine lange und schillernde Karriere als Tosca. Als Sängerin, die sich von der Opernbühne zurückgezogen hat, lädt sie im 1. Akt junge Sänger zu sich in ihren privaten Salon ein, um mit ihnen zu proben. Zumeist unterstützend versucht sie einzugreifen, manchmal aber auch dominant und störend.

Nach Probenphase und Durchlaufprobe verselbständigen sich im 2. Akt die Prozesse auf bedrohliche Weise. Die Welt der Künstler versinkt in einer skandalumwitterten Tragödie, die von sexueller Gewalt, Macht und Tod geprägt ist. Tosca muss mit anhören, wie im Nebenzimmer ihr Mario gefoltert wird. Immer wieder dringen seine Schmerzensschreie zu ihr, bis sie zusammenbricht und Scarpia gesteht: Angelotti hält sich im Brunnen von Cavaradossis Villa versteckt… In tiefer Verzweiflung singt sie ihren berühmten Monolog „Vissi d’arte“: Ich lebte für die Kunst, lebte für die Liebe, tat keinem Lebewesen was zuleide! Mit diskreter Hand habe ich, wo ich Elend sah, geholfen. Warum, warum, o Herr dankst du mir das so?“ Im 3. Akt führen die Nachwuchskünstler zu Ehren von La  Prima Donna eine Gala auf: Die Oper Tosca als konzertante Aufführung. Unerwartet sitzt das Orchester auf der Bühne, Cavaradossi trägt einen Frack und singt „E lucevan le stelle…: Und es leuchteten die Sterne, und es duftete die Erde … es knarrte die Gartentür und Schritte streiften über den Sand. Sie trat ein, duftend, sank mir in die Arme. Oh! Süsse Küsse… Für immer ist mein Liebestraum verflogen … Die Stunde ist vorbei und ich sterbe verzweifelt!“ Die beiden Toscas zeigen sich in atemberaubenden Konzertroben. Ein Modell des Château Saint-Ange Rome wird an die Wand projiziert… Ein Blumenmeer, von Musikern hereingetragen, das an die Trauer über den Tod von Prinzessin Diana erinnert, kündigt die Erschießung Cavaradossis an. In einem letzten Aufbäumen schreit Tosca: „Sarpia – wir sehen uns vor Gott!“ Danach sinken beide Interpretinnen entleibt nieder…

Opéra de Lyon / Tosca © Jean Louis Fernandez

Opéra de Lyon / Tosca © Jean Louis Fernandez

Eifersucht, Misstrauen und Begierde

Das alles zusammen schafft Konflikte in den menschlichen Beziehungen: Eifersucht, Misstrauen, Begierde – die Themen des Librettos. Das Unveränderliche des Werks vermischt sich mit der Wirklichkeit der jungen Künstler. Die Beziehungen, die sie zueinander entwickeln, verwachsen mit den Beziehungen zwischen den Figuren. Dem Regisseur geht es darum, das Klischee einer Diva zu erschüttern, um sie subtiler und menschlicher zeichnen zu können.  Seine „beiden Toscas“ bringt er auf unterschiedliche Weise zur Geltung. Für die eine ist es ein Rollendebüt, für die andere war Tosca einer der Glanzpunkte ihrer Karriere. Die Ausleuchtung der beiden Figuren ist für Honoré essentiell.

Bewegte Bilder erinnern an unvergessene Tosca-Aufführungen

Der Regisseur setzt immer wieder Videos ein. Dank umfangreichem Archivmaterial lässt er und Baptiste Klein die Vergangenheit sprechen: Bewegte Bilder erinnern an Stimmen, ohne sie hören zu müssen. Unterstützt wird die Wirkung durch zwei Handkameras, die mit Großaufnahmen gekonnt das umwerfende Charisma von Catherine Malfitano einfangen, Proben und Ablauf filmen. Erstaunlicherweise gelingt es Christophe Honoré trotz szenischer Wiederholungen im 1. Akt und Videoüberfrachtung im 2. Akt ein überzeugendes Kammerspiel, eine minutiöse Verzahnung von Text und illustrierter Musik auf die Bühne zu bringen. Alban Ho Van (Bühnenbild) gestaltet die verschiedenen Räume des Wohnsitzes von La Prima Donna liebevoll plüschig, mit zahlreichen Erinnerungen wie Bühnenkleider und -kostüme, Accessoires, Porträts, Fotoalben. Es ist eine Verehrungsstätte ihrer großen Karriere, in der sich die nachfolgende Sängergeneration ungefragt bewegen muss. Spielstätten wie die Kirche, der Palazzo Farnese und die Engelsburg entfallen. Es bleibt nur der von ihr zur Verfügung gestellte begrenzte Probenraum. Die Kostüme von Olivier Bériot decken das gesamte Spektrum des Spiels im Spiel ab und unterstützen das Verstehen des Tathergangs. Im 1. Akt treten die ausgewählten Talente in üblicher Probenkleidung auf. Erst im 2. Akt darf die junge Tosca das nachempfundene rote Kleid der Callas tragen und erst im 3. Akt in einer festlichen Robe glänzen. Nur La Prima Donna ist stets außergewöhnlich und dem Anlass entsprechend gekleidet. Die auf der Bühne geführten Handkameras, als optisches Hilfsmittel für die Reflexion eingesetzt, agieren sensibel und wirkungsvoll. Die Lichtregie von Dominique Bruguière zeigt besonders im 2. Akt, dass die Probensituation mit der inneren Struktur des Dramas vereinbart werden kann.

Elena Guseva verkörpert die junge Floria Tosca. Trotz des Regiekonzepts gelingt es ihr, sich voll und ganz auf die exquisite Schönheit ihrer Stimme zu konzentrieren. Sie ist wunderbar strömend, den Sog dieser Musik aufs Schönste evozierend. Beeindruckend sind auch ihre schauspielerischen Fähigkeiten. Guseva wird sich in die Reihe der berühmten Tosca-Interpretinnen“ einreihen. Ein wahrer Glücksfall und eine Bereicherung ist Catherine Malfitano als La Prima Donna. Ohne sie hätte Christophe Honoré seinen Geistesfunken „der beiden Diven“ nicht realisieren können. La Malfitano verfügt über eine fesselnde Bühnenpräsenz. Auch, wenn ihr Gesang teilweise durch eigene Einspielungen unterstützt wird, zu denen sie ihre Lippen bewegt, versteht sie ihrer Nachfolgerin glaubhaft zu demonstrieren, wie sie aus ihrer Rolle mehr Sinnlichkeit und Stimme schöpfen kann. Einer der Höhepunkte des Abends: Zu Beginn des 3. Aktes erscheint sie aus dem prunkvollen Foyer, stellt die dramatische Erschießungsszene an einem hölzernen Modell nach, stimmt die schlichte Hirtenweise „Io de‘ sospiri“  an und betritt, weiterhin von Kamera-Großaufnahmen theatralisch begleitet, die Bühne.

Opéra de Lyon / Tosca © Jean Louis Fernandez

Opéra de Lyon / Tosca © Jean Louis Fernandez

Massimo Giordano ist als Cavaradossi sowohl Partner der alternden Diva als auch der jungen „Gesangsschülerin“ und benötigt Anlauf, um seine Linie zu finden. Seine jugendliche Tenorstimme beginnt „E lucevan le stelle“ fast tonlos… ist aber gefühlsbetont, beinahe liedhaft zart mit fein gesetzten Piani. Mehr und mehr gewinnt er an Kontur und überzeugt mit tenoreskem Schmelz und strahlendem Klang. Alexey Markov ist ein animalischer, sadistischer Baron Scarpia von erschreckender Kälte, kompromisslos und manipulativ. Er beeindruckt mit seiner sonoren, mephistophelisch bedrohlich klingenden Bariton-Stimme, die Ausschweifungen und Gewalt drastisch beschreibt. Leider verliert der Kampf zwischen Tosca und Scarpia ein wenig an Dramatik: Fächer, Passierschein und Dolch werden zwar ausgespielt, reichen aber trotz stimmlicher Höchstleistung nicht aus, um Wolllust und Ekel vollumfänglich wiederzugeben. Die „Probenkonzeption“ Honorés lässt auch Simon Shibambu (Cesare Angelotti), Leonardo Galeazzi (Mesner), Jean-Gabriel Saint-Martin (Sciarrone), Michael Smallwood (Spoletta) sowie Scarpias Schargen Virgile Ancely (Gefängniswärter) und Jean-Frédéric Lemoues (Bediensteter) nicht voll brillieren. Sie sitzen, wenn sie nicht agieren, sichtbar an Tischen in den Nebenzimmern der Villa, unterhalten sich, essen und trinken. Kommen sie zum Einsatz, nehmen sie ihre Notenständer und singen unter den wachsamen Augen von La Prima Donna ihre Rollen. Ergreifende Darstellungen, eine verzweifelt gespielte Flucht, Schlitzohrigkeit und Spielfreude müssen unterbleiben.

Gotteslob als Anbetung einer Diva

Das fantastische Te Deum ist eines der Beispiele, wie sich Puccini in die Arbeit an seiner Oper vertiefte: Er studierte die Melodie des gregorianischen Te Deum nach römischem Ritual, um möglichst viel Authentizität in seine römische Oper zu bekommen. Beim Lyoner Opernchor unter der Leitung von Chordirektor Hugo Peraldo ist das Gotteslob die Anbetung einer Diva. Der Chor trägt ein Plakat, das Catherine Malfitano als Tosca zeigt, und bittet sein Idol um Autogramme. Er beeindruckt mit tragischer Dichte und klanglicher Schönheit.

Das  Orchestre de L’Opéra de Lyon unter der Musikalischen Leitung des jungen Daniele Rustioni, seit September Chefdirigent, spielt eine der Hauptrollen an diesem Abend. Bisweilen mit großem Tempo, aber auf jede Nuance achtend, entfaltet es Ausdruckskraft und Genauigkeit. Die Musiker zeigen sich in Bestform: Einem schön grundierenden satten Streicherklang stehen das Blech und die Hörner gegenüber, die geschmeidig wirken. Die feineren Zwischentöne bei den Arien „Vissi d’arte“ und „E lucevan le stelle“ werden wohltuend moduliert. Der Horn-Choral zu Beginn des 3. Aktes, das berüchtigte Cello-Quartett vor Cavaradossis Sternenarie und die Soloklarinette leuchten auf.

Die Aufführung bewegt und ist nach einigem Nachdenken ein gelungener Kommentar zur ursprünglichen Opernform. Es gab viel Jubel vom Premierenpublikum und Standing Ovations.

Für Künstler und geladene Gäste fand im Souterrain  des Theaters, im multifunktionalen Amphitheater, genannt Auditorium, eine Premierenfeier statt. Dabei gab es – neben einem köstlichen Buffet und Getränken – ausreichend Gelegenheit, sich mit den Künstlern zu unterhalten. Von Catherine Malfitano erfreute mich mit einen persönlichen Autogramm…

—| IOCO Kritik Opéra de Lyon |—

Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Don Carlos – Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 02.11.2019,

November 2, 2019 by  
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Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Don Carlos – Giuseppe Verdi

Staat und Kirche vereint – gegen jede Menschlichkeit

von Peter Schlang

Größer könnten die Unterschiede kaum sein:  Als am Sonntag, dem 27. Oktober 2019 die Amazonas-Synode im Vatikan neue Wege für die Zulassung zu den Weiheämtern propagierte und somit Möglichkeiten für eine menschenfreundlichere, volksnahe Kirche aufzeigt, präsentiert die Staatoper Stuttgart in ihrer Neu-Inszenierung von  Don Carlos einen Groß-Inquisitor, dem alles Menschenfreundliche und erst recht die Nächstenliebe ein Gräuel ist. Stattdessen hat er Machterhalt und Ausübung des Gewaltmonopols um jeden Preis zu seinen einzigen Zielen gemacht und Menschenverachtung und Zynismus  zu seinen wichtigsten Werten erklärt.

Don Carlos Giuseppe Verdi
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Aber auch über dieses „katholische Thema“ hinaus bietet die von der jungen niederländischen Regisseurin  Lotte de Beer und ihrem Bühnen- und Kostümbildner Christof Hetzer verantwortete erste Stuttgarter Neu-Produktion der aktuellen Spielzeit manche Vergleichsmöglichkeit mit aktuellen Befunden und liefert aufschlussreiche psychologische,  soziologische und politische Erkenntnisse.

Lotte de Beer, Preisträgerin der International Opera Awards, und ihr Team wählten für ihren Stuttgarter Don Carlos eine fünfaktige Fassung in französischer Sprache, die sich weitgehend an der Pariser Urfassung von 1866/67 orientiert.

Im Unterschied zu anderen Aufführungen dieser Version, einer von sieben dieser wohl traurigsten und hoffnungslosesten Oper von Giuseppe Verdi, weist die Stuttgarter Produktion drei Besonderheiten auf: Eine nur in der Generalprobe zur Uraufführung gespielte Szene tritt an den Beginn des ersten Aktes – und stellt mit der darin dargestellten Flüchtlingsthematik einen weiteren Gegenwartsbezug her. Die manchmal gestrichenen Ballettmusiken, wichtiger Bestandteil der damals in Paris obligatorischen Grand Opéra,  werden in Stuttgart musiziert, allerdings nicht, wie vielleicht von manchen Opernbesuchern erwartet, klassisch  getanzt, sondern  jeweils von einer Gruppe von fünf ganz in weiß gekleideten Kindern szenisch-darstellerisch interpretiert. Verkörpern diese anfänglich noch viel kindliche Unschuld, stumpfen sie im Verlauf ihrer Auftritte gegenüber den ringsum tobenden Grausamkeiten beständig ab und passen sich so der deutlich eskalierenden Gewalt der dargestellten Gesellschaft an.

Staatsoper Stuttgart / Don Carlos - hier : Olga Busuioc als Elisabeth von Valois, Massimo Giordano als Don Carlos; vorne kniend, Christopher Sokolowski als Graf von Lerma / Ein königlicher Herold, Ensemble © Matthias Baus

Staatsoper Stuttgart / Don Carlos – hier : Olga Busuioc als Elisabeth von Valois, Massimo Giordano als Don Carlos; vorne kniend, Christopher Sokolowski als Graf von Lerma / Ein königlicher Herold, Ensemble © Matthias Baus

Die letzte dieser Ballett-Zwischen-Musiken wurde jedoch vom musikalischen Leiter dieser Produktion, dem Stuttgarter GMD Cornelius Meister, durch  die 2015 entstandene “Pussy-(r)-PolkaGerhard E. Winklers ersetzt, die nicht nur das Finale von Verdis Original-Ballettmusik zitiert, sondern, wie es schon im Titel anklingt, Bezug auf einen politisch-kulturellen Skandal in Russland nimmt. Bei diesem demonstrierten bekanntlich weibliche Mitglieder der regierungs- und kirchenkritischen Punkband Pussy Riot öffentlich und wurden dafür von Staat und Kirche abgestraft. Es sei bereits an dieser Stelle erwähnt, dass der Rezensent die Verknüpfung  des Verdischen  Originals mit der zeitgenössischen Überschreibung  sowohl musikalisch als auch inhaltlich als äußerst schlüssig und erhellend empfand. Modernes Opernregietheater darf sich solche Eingriffe durchaus erlauben, erst recht, wenn wie in Stuttgart mit einem solchen gut gemachten Kunstkniff ein interessanter und erhellender Erkenntnisgewinn und eine erweiterte Sicht auf Zusammenhänge verbunden sind.

Diese sind insgesamt an vielen Stellen der Inszenierung sehr hoch, wozu neben der schlüssigen und intensiven Zeichnung der Hauptfiguren auch das recht puristische Bühnenbild beiträgt, das wie ein Brennglas den Blick auf Charakter und Verfassung der Akteure und der von ihnen verkörperten Rollen lenkt.

In der Mitte des meist leeren, schwarzen Bühnenraums sieht man lediglich einzelne Möbelstücke oder Versatzstücke: Ein überdimensioniertes Ehebett (Im ersten Akt räkeln sich darin Don Carlos und seine zu diesem Zeitpunkt vermeintliche Braut Elisabeth; im vierten Akt teilt sich König Philipp dieses Bett mit seiner Mätresse,  Prinzessin Eboli) ein Schreibtisch, eine angedeutete Treppe und eine seltsam geformte Wolke – alle in einem für die Macht  stehenden gleißenden Weiß gehalten. Um diese sparsamen Requisiten kreist eine dunkle angewinkelte gewaltige Wand, die häufig am vorderen Bühnenrand angehalten wird, dabei das  Innen vom Außen trennend, Platz für Umbauten und Auftritte bietend, vor allem aber das Dunkle und Dämonische der verschiedenen Szenen unterstreichend. Allerdings schränkt sie an manchen Stellen auch den Bewegungsspielraum der vor ihr agierenden Sängerinnen und Sänger ein.

Staatsoper Stuttgart / Don Carlos - hier : Ksenia Dudnikova als Prinzessin Eboli, Olga Busuioc als Elisabeth von Valois © Matthias Baus

Staatsoper Stuttgart / Don Carlos – hier : Ksenia Dudnikova als Prinzessin Eboli, Olga Busuioc als Elisabeth von Valois © Matthias Baus

Der dahinter liegende Raum bietet darüber hinaus einen idealen Auftrittsrahmen für die großen Chorszenen, bei denen der gerade zum zwölften Mal als Opernchor des Jahres ausgezeichnete Stuttgarter Staatsopernchor auch unter seinem neuen Leiter Manuel Pujol seine ganze sängerische und darstellerische Ausnahmeklasse beweisen kann. Außerdem ist die leere Bühne Projektionsfläche für einige imposante „Tableau vivants“, bei denen die Regisseurin jeweils zur Szene passende Gemälde diverser Epochen der Kunstgeschichte nachstellt und zur Illustration innerer Vorgänge mit prallem Leben erfüllt.

Diese äußeren Elemente setzen zusammen mit der fast ausnahmslos schlüssigen und konsequenten Personenführung die jahrzehntelange Stuttgarter Tradition packenden Regietheaters konsequent fort und lassen trotz der wagnerschen Länge von fast vier Stunden reiner Spielzeit an keiner Stelle Langeweile oder Leere aufkommen. Dazu dürfte auch beigetragen haben, dass das Regieteam – neben den bereits erwähnten Lotte de Beer als Regisseurin  und Christoph Hetzer als Ausstatter gehört noch der für eine fantastische , szenengenaue Beleuchtung sorgende Alex Brok  dazu – Mittel und Wege verwendet, welche dem Zuschauer bekannt vorkommen, diesen aber dennoch fesseln und neugierig halten. So verortet die Regie die Handlung, wie dem aufwändig und hervorragend gemachten Programmheft zu entnehmen ist, in einem zwanzig bis dreißig Jahre vor uns liegenden „visionären Spanien“, in dem psychische Kälte, physische Gewalt und staatlicher Terror zu absolut(istisch) bestimmenden Größen geworden sind. Deren Umsetzung und Wirkung kommt uns, nicht zuletzt durch die getragene Kleidung und die eingesetzten physischen Mittel der Gewaltausübung, recht bekannt vor und erinnert uns an die zahlreichen aktuellen, von Gewalt beherrschten Assoziationsfelder rund um den Globus.

So wird In Stuttgart aus dem „anti-autoritären Polit-Thriller“ ein deprimierendes Kaleidoskop aus gegenseitigen Verletzungen, Verrat, Lüge, blindem Egoismus, skrupelloser Machtausübung und  Unterdrückung,  ja Vernichtung, des Individuums.

Und wie die katholische Kirche in Person des aalglatten und schmierigen, von Falk Struckmann bis in die Bewegung seiner Fingerspitzen als  fies, zynisch, ja dämonisch charakterisierten Großinquisitors dabei die Fäden in der Hand hält, lässt einem angesichts der vor nicht allzu langer Zeit aufgedeckten Verfehlungen zahlreicher realer  kirchlicher Würdenträger die Haare zu Berge stehen.

Wie Struckmann geben auch die Darsteller der anderen sechs Hauptrollen wie der vier eher kleineren Nebenrollen an diesem Abend nicht nur alle ihr Rollendebüt, sondern sicht- und hörbar auch ihr Bestes.

Don Carlos die Darsteller beschreiben die Musik der Oper
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Dass dieses, wie im Falle des Don-Carlos-Darstellers, nicht immer zur vollen Zufriedenheit des Premierenpublikums möglich war, mag neben einer gewissen Nervosität und Unerfahrenheit  auch dem Regiekonzept geschuldet sein. Dieses entwirft für Don Carlos das pathologische Grundprofil eines spät-pubertierendem, unreifen, ohne Mutterliebe und vom Vater kaum als Individuum wahrgenommenen jungen Mannes, der zudem stark autistische Züge aufweist und sichtbar kaum kommunikations- und bindungsfähig ist. Zudem wird er von manchen Obsessionen beherrscht, was ihm seinen Kampf um Freiheit und Selbstverwirklichung nicht gerade erleichtert. Dem stimmlich erst im Verlauf des zweiten Aktes zu sich findenden Massimo Giordano als Don Carlos fällt die schauspielerische Umsetzung dieser Charakteranforderungen an manchen Stellen etwas schwer, was selbst noch beim Applaus an etwas unbeholfenen, eher kindischen Gesten zu bemerken ist. Dabei ist dem Sänger sicherlich zu Gute zu halten, dass er zumindest darstellerisch die mit Abstand anspruchsvollste Rolle der ganzen Oper auszufüllen hat.

Etwas leichter haben es da die anderen Darstellerinnen und Darsteller, und sie machen es erfreulicherweise auch deutlich besser. Dies gilt zunächst  für Goran Juric, der seinem Philipp II mit schön gefärbtem Bass viel Abgründig-Dämonisches, aber auch etwas opferhaft-Verletztes verleiht, genauso aber für den famosen Bariton Björn Bürger als Marquis von Posa, der dessen mehrfache Verwandlungsakte äußerst glaubhaft und souverän auf die Bühne bringt und mit seinem jugendlichen Timbre in allen Registern zu überzeugen vermag. Der famose, alle Fäden des teuflischen sicher webende Großinquisitor Frank Struckmanns wurde ja an anderer Stelle schon ausführlich gewürdigt, und es würde zu weit führen, alle seine bis ins Detail sicher beherrschten darstellerischen Kabinettstückchen einzeln zu beschreiben.

 Staatsoper Stuttgart / Don Carlos - hier : Christopher Sokolowski als Graf von Lerma / Ein königlicher Herold und der Staatsopernchor Stuttgart© Matthias Baus

Staatsoper Stuttgart / Don Carlos – hier : Christopher Sokolowski als Graf von Lerma / Ein königlicher Herold und der Staatsopernchor Stuttgart© Matthias Baus

Die Prinzessin Eboli der Ksenia Dudnikova besticht durch einen dramatisch-energischen Mezzo-Sopran, der sowohl in der Tiefe wie in den Höhen samtig, aber kraftvoll und äußerst biegsam klingt und  dem Charakter dieser ja ebenfalls sehr gespaltenen Figur  jederzeit beredt Ausdruck verleiht.

Die absolute Spitzenleistung in diesem ja ausnahmslos aus hauseigenen Kräften zusammengestellten  Solistenensemble  vollbringt  an diesem Abend die junge, aus Moldavien stammende und seit der letzten Spielzeit zum Stuttgarter Ensemble gehörende Sopranistin Olga Busuioc. Mit großer  Zartheit, Verletzlichkeit und einer gewissen Unschuld verleiht sie ihrer Elisabeth das von Libretto und Geschichtsschreibung vermutete jugendliche Alter, dabei mit klarem, fein geführten, streckenweise geradezu schwerelos wirkendem Sopran jederzeit überzeugend – eine wahre (Welt-) Klasseleistung!.

Den ganzen langen Abend über sicherer Garant bzw. Ermöglicher dieser und anderer Stimmfreuden ist das Staatsorchester Stuttgart,  das  unter der Hand seines Chefdirigenten Cornelius Meister hörbar an Strahlkraft und Klang-Opulenz gewonnen hat. Dass die Musikerinnen und Musiker – in geänderter Aufstellung im proppenvollen Orchestergraben sitzend – ihren singenden Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne bis auf ganz wenige etwas zu laut geratene Stellen ein verlässlicher, einfühlsamer Begleiter sind, mag auch an der erhöhten Position Maestro Meisters liegen, der so jederzeit den vollen Überblick behält. Wer ihn besser kennt,  kann sich gut vorstellen, wie er dabei das ihm anvertraute musikalische Personal auch mit seinem freundlichen Lächeln und anderer feiner Mimik durch den Abend führt.

Allerdings soll diese Würdigung nicht darüber hinwegtäuschen, dass der neue Stuttgarter  Don Carlos ein Unterfangen ist, das sowohl den Mitwirkenden als auch den Zuschauenden einiges abverlangt und thematisch inhaltlich kein Wohlfühlabend ist.

Dafür gibt einem das Gesehene und Gehörte manche Denkaufgabe und erfüllt so eine wichtige Aufgabe zeitgemäßer Opernregie. Manche Besucher fühlten sich dadurch vielleicht überfordert oder auch enttäuscht, was die doch recht kräftigen Buhrufe für das Regieteam  erklären könnte, die sich hörbar unter den freilich deutlich stärkeren Premierenjubel mischten.

Don Carlos an der Staatsoper Stuttgart; weitere Vorstellungen am 1. 3., 8. und 10. November 2019 und – in einer zweiten Aufführungsserie –  am 15., 21., 26. März sowie am 18. April 2020

—| PIOCO Kritik Staatsoper Stuttgart |—

Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, PREMIERE Don Carlos, 27.10.2019

September 26, 2019 by  
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Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Oper Stuttgart © Matthias Baus

PREMIERE Don Carlos Giuseppe Verdi

Sonntag, 27. Oktober 2019, 17 Uhr

Weitere Vorstellungen
01. / 03. / 08. / 10. November 2019
15. / 21. / 26. März 2020
18. April 2020

Der Kampf um Macht und Einfluss

Verdis Don Carlos feiert Premiere im Stuttgarter Opernhaus

Generalmusikdirektor Cornelius Meister dirigiert; Lotte de Beer inszeniert; Bühne und Kostüme von Christof Hetzer

Am Sonntag, 27. Oktober 2019, eröffnet die Staatsoper Stuttgart um 17 Uhr den Premierenreigen der Saison mit Giuseppe Verdis Don Carlos. Generalmusikdirektor Cornelius Meister dirigiert, Regie führt Lotte de Beer. Die Preisträgerin der „International Opera Awards“ inszenierte bereits u. a. am Theater an der Wien, an De Nationale Opera Amsterdam und an der Israeli Opera Tel Aviv. Die Ausstattung entwirft Christof Hetzer, regelmäßiger künstlerischer Partner der Regisseurin.

An der Staatsoper Stuttgart ist die erstmals 1886 in Modena gezeigte, vom Komponisten revidierte fünfaktige Fassung in französischer Sprache zu hören. Generalmusikdirektor Cornelius Meister dazu: „Die große Anzahl an existierenden Fassungen von Verdis Don Carlos erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den höchst unterschiedlichen Versionen des Werks. Letztlich haben wir uns für die Sprache der Uraufführung entschieden: Verdis Musik im Don Carlos ist meiner Ansicht nach deutlich auf die französische Sprache hin komponiert.“ Die Neuproduktion der Staatsoper Stuttgart beinhaltet dabei auch eine selten gespielte Szene aus der Pariser Urfassung des Don Carlos von 1866/67 und eine „Stuttgarter Fassung“ der Ballett-Suite mit einer zeitgenössischen Übermalung durch den österreichischen Komponisten Gerhard E. Winkler.

Lotte de Beer verlagert das Geschehen in eine nahe Zukunft. Verschiedene Konflikte und Krisen haben den Planeten verändert, es herrscht politisch-ideologischer Ausnahmezustand. Vor diesem Hintergrund inszeniert sie Verdis Meisterwerk nach Friedrich Schillers Drama Don Karlos, Infant von Spanien, als einen Kampf zwischen Masse und Individuum um die Entscheidungsgewalt. „Ich bin überzeugt davon, dass wir Menschen in unserer Machart außerstande sind, mit dieser Macht umzugehen“, so die Regisseurin.

In der Titelpartie kehrt Massimo Giordano an die Staatsoper Stuttgart zurück. Hier war er in der vergangenen Saison u. a. an der Seite von Catherine Naglestad als Cavaradossi in Puccinis Tosca zu erleben. Erneut zu Gast ist auch Falk Struckmann, der 2018 im ehemaligen Paketpostamt als Herzog Blaubart sein Stuttgart-Debüt gab. In Don Carlos singt er die Rolle des Großinquisitors. Die weiteren zentralen Partien verkörpern die Ensemblemitglieder Björn Bürger (Marquis von Posa), Olga Busuioc (Elisabeth von Valois), Goran Juri? (Philipp II.) sowie der soeben zum zwölften Mal zum „Opernchor des Jahres“ gekürte Staatsopernchor Stuttgart.

Musikalische Leitung Cornelius Meister

Regie Lotte de Beer
Bühne & Kostüme Christof Hetzer
Licht Alex Brok
Chor Manuel Pujol
Dramaturgie Franz-Erdmann Meyer-Herder, Peter Te Nuyl
Philipp II. Goran Juri?
Don Carlos Massimo Giordano
Marquis von Posa Björn Bürger
Der Großinquisitor Falk Struckmann
Ein Mönch Michael Nagl
Elisabeth von Valois Olga Busuioc
Prinzessin Eboli Ksenia Dudnikova
Thibault, Page Elisabeths Carina Schmieger*
Eine Stimme vom Himmel Claudia Muschio*
Graf von Lerma Christopher Sokolowski*
*Mitglieder des Internationalen Opernstudios der Staatsoper Stuttgart
Staatsopernchor Stuttgart
Staatsorchester Stuttgart

Begleitveranstaltungen

Einführungsmatinee
Sonntag, 20. Oktober 2019, 11 Uhr im Opernhaus, Foyer I. Rang
Das Produktionsteam gibt Einblicke in die Konzeption der Neuinszenierung.

Einführungen
Eine Einführung vor jeder Vorstellung findet jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang, statt.

—| Pressemeldung Staatsoper Stuttgart |—

Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Norma – Vincenzo Bellini, 11.07.2019

Juli 11, 2019 by  
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Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Oper Stuttgart © Matthias Baus

  Norma – Vincenzo Bellini

Aufwühlendes Doppelleben

Vincenzo Bellinis Norma – am 11. Juli 2019 – in neuer Besetzung 

Donnerstag, 11. Juli 2019, um 19 Uhr kehrt Vincenzo Bellinis Norma in der Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito auf den Spielplan der Staatsoper Stuttgart zurück. Es dirigiert Giacomo Sagripanti. Der junge italienische Dirigent gehört zu den gefragtesten Dirigenten seiner Generation und wurde im Jahr 2016 bei den International Opera Awards in der Kategorie „Young Conductor“ ausgezeichnet.

In der Titelpartie der Norma gibt die spanische Sopranistin Yolanda Auyanet ihr Hausdebüt. Ensemblemitglied Diana Haller singt erstmals in Stuttgart die Rolle der Adalgisa. Der italienische Tenor Massimo Giordano ist als Pollione erneut zu Gast an der Staatsoper Stuttgart. In dieser Spielzeit wurde er bereits an der Seite von Catherine Naglestad als Mario Cavaradossi in Puccinis Tosca vom Stuttgarter Publikum gefeiert. Kommende Saison ist er in der Titelpartie von Giuseppe Verdis Don Carlos zu erleben. Die weiteren Hauptpartien singen Ks. Liang Li (Oroveso) und Daniel Kluge (Flavio) aus dem Solistenensemble der Staatsoper Stuttgart.

Vincenzo Bellini - Père Lachaise - Paris © IOCO

Vincenzo Bellini – Père Lachaise – Paris © IOCO

In der Priesterin Norma, die ihren Göttern dient und dennoch nicht keusch leben will, zeichnet Vincenzo Bellini das aufwühlende Doppelleben einer bis ins Extrem liebesfähigen Frau: Als geistliche Autorität gibt Norma ihrem unterworfenen Volk Orientierung und hält zugleich an ihrer Liebe zu einem der Besatzer fest, selbst als dieser sie verlässt.

Vorstellungen:  11. / 14. / 17. Juli 2019, 21. / 24. September 2019, 03. Oktober 2019

Musikalische Leitung Giacomo Sagripanti, Regie und Dramaturgie Jossi Wieler, Sergio Morabito, Bühne und Kostüme Anna Viebrock, Chor Bernhard Moncado

Pollione, Massimo Giordano (Juli 2019) / Norman Reinhardt (Sept / Okt 2019),, Oroveso, Liang Li (Juli 2019) / David Steffens (Sept / Okt 2019), Norma Yolanda Auyanet, Adalgisa Diana Haller, Flavio Daniel Kluge (Juli 2019) / Moritz Kallenberg (Sept / Okt 2019), Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart

—| IOCO Kritik Staatsoper Stuttgart |—

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