Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Norma – Vincenzo Bellini, 11.07.2019

Juli 11, 2019 by  
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Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Oper Stuttgart © Matthias Baus

  Norma – Vincenzo Bellini

Aufwühlendes Doppelleben

Vincenzo Bellinis Norma – am 11. Juli 2019 – in neuer Besetzung 

Donnerstag, 11. Juli 2019, um 19 Uhr kehrt Vincenzo Bellinis Norma in der Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito auf den Spielplan der Staatsoper Stuttgart zurück. Es dirigiert Giacomo Sagripanti. Der junge italienische Dirigent gehört zu den gefragtesten Dirigenten seiner Generation und wurde im Jahr 2016 bei den International Opera Awards in der Kategorie „Young Conductor“ ausgezeichnet.

In der Titelpartie der Norma gibt die spanische Sopranistin Yolanda Auyanet ihr Hausdebüt. Ensemblemitglied Diana Haller singt erstmals in Stuttgart die Rolle der Adalgisa. Der italienische Tenor Massimo Giordano ist als Pollione erneut zu Gast an der Staatsoper Stuttgart. In dieser Spielzeit wurde er bereits an der Seite von Catherine Naglestad als Mario Cavaradossi in Puccinis Tosca vom Stuttgarter Publikum gefeiert. Kommende Saison ist er in der Titelpartie von Giuseppe Verdis Don Carlos zu erleben. Die weiteren Hauptpartien singen Ks. Liang Li (Oroveso) und Daniel Kluge (Flavio) aus dem Solistenensemble der Staatsoper Stuttgart.

Vincenzo Bellini - Père Lachaise - Paris © IOCO

Vincenzo Bellini – Père Lachaise – Paris © IOCO

In der Priesterin Norma, die ihren Göttern dient und dennoch nicht keusch leben will, zeichnet Vincenzo Bellini das aufwühlende Doppelleben einer bis ins Extrem liebesfähigen Frau: Als geistliche Autorität gibt Norma ihrem unterworfenen Volk Orientierung und hält zugleich an ihrer Liebe zu einem der Besatzer fest, selbst als dieser sie verlässt.

Vorstellungen:  11. / 14. / 17. Juli 2019, 21. / 24. September 2019, 03. Oktober 2019

Musikalische Leitung Giacomo Sagripanti, Regie und Dramaturgie Jossi Wieler, Sergio Morabito, Bühne und Kostüme Anna Viebrock, Chor Bernhard Moncado

Pollione, Massimo Giordano (Juli 2019) / Norman Reinhardt (Sept / Okt 2019),, Oroveso, Liang Li (Juli 2019) / David Steffens (Sept / Okt 2019), Norma Yolanda Auyanet, Adalgisa Diana Haller, Flavio Daniel Kluge (Juli 2019) / Moritz Kallenberg (Sept / Okt 2019), Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart

—| IOCO Kritik Staatsoper Stuttgart |—

Dresden, Semperoper, Nabucco – Im Krieg der Jetztzeit angekommen, IOCO Kritik, 18.06.2019

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Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

 Nabucco  – Giuseppe Verdi

In der Jetztzeit –  Syrien, Pistolen, Militär, Krieg

von Thomas Thielemann

Viel ist nicht zu David Böschs Inszenierung von Nabucco an der Semperoper Dresden zusagen. So wie die Soldaten des babylonischen Herrschers Nabü-kudurrï-usur II. (um 640 v. Chr. Bis 562 v. Chr.) im Jahre 595 v. Chr. Jerusalem nach langer Belagerung eroberten, werden ideologische oder religiöse Unterschiede noch immer als Vorwände für kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Volksgruppen oder für Bürgerkriege genutzt. Sind doch offenbar große Teile der Menschheit im Verlaufe der letzten zweieinhalb Jahrtausende kaum klüger geworden.

Nabucco-  Giuseppe Verdi
youtube Trailer der Semperoper
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Deshalb war es für Bösch einfach, Verdis Hebräern und Babylonier zeitgenössische Kleidung und Uniformen anzuziehen (Kostüme: Meentje Nielsen) und in einer Ruinenstadt unserer heutigen Zeit agieren zu lassen. Damit dürfte die Inszenierung deutlich näher am biblisch überlieferten Geschehen bleiben, als das Libretto von Temistocle Solera. Patrick Bannwart stellte eine an den Turmbau von Babel erinnernde Stahlbau-Ruine auf die Bühne und konfrontiert uns mit Fernsehbildern unserer Tage aus Syrien, dem Irak, der Ost-Ukraine oder Jemen. Der Turm, vertikal geteilt, an die Bühnenränder verschoben, bildete die Spielfläche für die weitere Vorstellung.

Bleibt damit nur, die leider nicht durchgängig handwerklich gute Personenführung Böschs zu loben und über die musikalischen Aspekte des Opernabends zu schreiben: Da wäre unbedingt der von Jörn Hinnerk Andresen hervorragend vorbereitete Staatsopernchor, der gemeinsam mit dem Sinfoniechor Dresden und der Komparserie das Rückgrat der Vorstellung bildete. Dazu die Musiker der Staatskapelle, wieder unter der sorgsamen Leitung des „gesundeten“ Omer Meir Welber, der seine Intensität hervorragend den Möglichkeiten und Erfordernisse der Bühne anpasste.

Semperoper Dresden / Nabucco - hier : Plácido Domingo als Nabucco, Saioa Hernández als Abigaille, Christa Mayer als Fenena, Vitalij Kowaljow als Zaccaria, Ensemble © Semperoper Dresden / Daniel Koch

Semperoper Dresden / Nabucco – hier : Plácido Domingo als Nabucco, Saioa Hernández als Abigaille, Christa Mayer als Fenena, Vitalij Kowaljow als Zaccaria, Ensemble © Semperoper Dresden / Daniel Koch

Zur Besprechung der Eindrücke der Gesangs- und Schauspielerleistungen der Solisten erfordert es in Böschs Auslegung der Verdischen Komposition schon ein gehöriges Abstraktionsvermögen. So sehr ich ansonsten Szenenapplaus als störend empfinde, hier war er angebracht, weil doch das Gehörte und das Gesehene keinen gemeinsamen Fluss bildeten. Da war die „Beifalls-Pause“ sogar hilfreich.

Die Titelrolle hatte der zu seinen Bariton-Anfängen zurück gefundene Plácido Domingo mit der gesamten Bühnenpräsenz seiner Persönlichkeit übernommen. Er musste die Rolle komplett in einer Felduniform unserer Tage singen und spielen. Mit einem stimmlichen Spektrum von Donner und Demut tritt er gewaltig bis geschmeidig auf. Nachhaltige Eindrücke hinterlassen vor allem seine ruhigeren Darstellungen im Wahnsinns-Monolog im 4. Akt.

Semperoper Dresden / Nabucco - hier : Plácido Domingo als Nabucco, Saioa Hernández als Abigaille, Ensemble © Semperoper Dresden / Daniel Koch

Semperoper Dresden / Nabucco – hier : Plácido Domingo als Nabucco, Saioa Hernández als Abigaille, Ensemble © Semperoper Dresden / Daniel Koch

Die Spanierin Saioa Hernándes bot in ihrem Rollen- und Deutschlanddebüt als Spinto-Sopranistin alles, was zur Gestaltung der Figur der Abiggaille zur Verkörperung ihres Machthungers und ihrer Brutalität benötigt wurde: Die Höhen und Tiefen, die Attacke und das Lyrische für die wenigen psy-chologischen Momente. Ob ihre Zornausbrüche im ersten Akt oder ihr Duett mit Plácido Domingo im 3. Akt, immer war sie richtig dominierend. Kaum weniger Beeindruckend die zurückhaltendegehaltene Gestaltung ihrer Halbschwester Fenena durch die Mezzosopranistin Christa Mayer. Ihr Geliebter Ismaele, vom italienischen Tenor Massimo Giordano dargestellt, bot eher Schöngesang als Leidenschaft oder gar Kampfesmut.

Den Oberpriester des Baals zelebrierte der aus Korea stammende Bassist Sejong Chang stimmgewaltig als blutrünstiger Rächer. Für den emotionalen Höhepunkt und für einen musikalischen Glanzpunkt der Aufführung sorgten der Chor und der Bassist Vitalij Kowaljow mit dem letztlich eigenständig in das „Geschehen“ eingebaute „Flieg Gedanke auf goldenen Schwingen“.

Der frenetische Schluss-Beifall, der sich dann zum Stakkato und stehend entwickelte galt uneingeschränkt dem ganzen Ensemble,  Plácido Domingo eingeschlossen.

—| IOCO Kritik Semperoper Dresden |—

Dresden, Semperoper, Nabucco – Giuseppe Verdi, 28.05. – 21.06.2019

Mai 27, 2019 by  
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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Nabucco – Giuseppe Verdi

Vorstellungen dieser Spielzeit – 28., 30. Mai, 5., 9., 15., 21. Juni 2019

Am Sonnabend, den 25. Mai 2019, hob sich in der Semperoper erstmalig der Vorhang für David Böschs Neuinszenierung von Nabucco. Nach seinem Debüt mit Korngolds Die tote Stadt bringt der Regisseur damit Verdis dritte Oper in Dresden zur Premiere. Gleichzeitig ist dies für den seit dieser Spielzeit Ersten Gastdirigenten der Semperoper, Omer Meir Wellber, der als einer der führenden Dirigenten im Opern- und Orchesterrepertoire gilt, die erste Neuproduktion in Dresden unter seiner Musikalischen Leitung.

Nabucco – Gespräch mit  Regisseur David Bösch
youtube Trailer der Semperoper Dresden
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Nabucco, König von Babylon, hat die Hebräer unterworfen und ihren Tempel zerstört. Seine Tochter Fenena liebt einen der versklavten Hebräer, während die zweite Tochter Abigaille die Hebräer hasst. Im Rausch seines Sieges erhebt sich Nabucco zum Gott – und verliert darüber den Verstand. Als Abigaille erfährt, dass sie selbst in Wahrheit die Tochter eines Sklaven ist, beginnt ein mörderischer Kampf um die Macht. Giuseppe Verdis 1842 an der Mailänder Scala uraufgeführte Oper Nabucco benutzt eine Geschichte aus dem Alten Testament für eine Auseinandersetzung um Freiheit, Identität, menschlicher Hybris und Glauben.

Mit Nabucco gelang dem 29-jährigen Giuseppe Verdi der Durchbruch als Komponist, nicht zuletzt, weil er mit dem Chor der versklavten Hebräer »Va, pensiero, sull’ali dorate« zum ersten Mal eine Melodie komponiert hatte, die in der aufgeheizten Atmosphäre der italienischen Unabhängigkeitsbewegung als Ausdruck eines kollektiven Freiheitswunsches verstanden wurde. Doch Nabucco ist viel mehr als dieser populäre Chor, der erst im Zusammenhang der voranstürzenden Handlung seine Kraft gewinnt. Zum ersten Mal hat Verdi hier eine Oper geschrieben, die klanglich aus einem einzigen Guss zu sein scheint und mit ihren vorwärts drängenden Rhythmen den Zuhörer emotional gefangen nimmt. Mit der ehrgeizigen Abigaille schuf Verdi einen ganz neuen, kraftvollen Frauentypus auf der Opernbühne.

Semperoper Dresden / Nabucco - Alexandros Stavrakakis (Oberpriester des Baal), Saioa Hernández (Abigaille), Sächsischer Staatsopernchor Dresden, Sinfoniechor Dresden – Extrachor der Semperoper, Komparserie; ©Semperoper Dresden / Ludwig Olah

Semperoper Dresden / Nabucco – Alexandros Stavrakakis (Oberpriester des Baal), Saioa Hernández (Abigaille), Sächsischer Staatsopernchor Dresden, Sinfoniechor Dresden – Extrachor der Semperoper, Komparserie © Semperoper Dresden / Ludwig Olah

Mit Andrzej Dobber, der in dieser Saison bereits für die Partie des Baron Scarpia in Tosca nach Dresden zurückkehrte, singt einer der weltweit gefragtesten Verdi-Baritone die Titelpartie des Nabucco.

Placido Domingo als Nabucco – Am 5., 9., 15. Juni 2019

Zum ersten Mal in der Partie der Abigaille und überhaupt auf einer deutschen Opernbühne zu erleben, gibt Saioa Hernández hier in Dresden ihr dreifaches Debüt. Seit ihrem Debüt im Dezember 2018 am Teatro alla Scala in Mailand als Odabella (»Attila«) gilt die mehrfach ausgezeichnete spanische Sopranistin international als neuer Opernstar. Die Partie der Fenena  interpretiert die Altistin Christa Meyer, die als festes Mitglied des Ensembles in der aktuellen Saison bereits u.a. als Geneviève in Pelléas et Mélisande und als Adelaide in Arabella zu erleben war. In der Partie des Ismaele ist mit dem italienischen Tenor Massimo Giordano einer der führenden Tenöre im Belcanto-Fach zu Gast in der Semperoper.

Semperoper Dresden / Nabucco © Semperopre Dreden / Ludwig Olah

Semperoper Dresden / Nabucco © Semperoper Dresden / Ludwig Olah

Premiere: Samstag, 25. Mai 2019 um 19 Uhr, weitere Vorstellungen in dieser Spielzeit am 28., 30. Mai und 5., 9., 15., 21. Juni 2019. Werkeinführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

—| Pressemeldung Semperoper Dresden |—

Wien, Wiener Staatsoper, Premiere: ADRIANA LECOUVREUR, 16.02.2014

Februar 14, 2014 by  
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Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper © Starke

PREMIERE | ERSTAUFFÜHRUNG AN DER WIENER STAATSOPER:  ADRIANA LECOUVREUR

 
FRANCESCO CILÈA
OPER IN VIER AKTEN | TEXT: ARTURO COLAUTTI
 
Im Haus am Ring ist die 1902 in Mailand uraufgeführte Oper noch niemals erklungen, obgleich der veristische Stil des Komponisten Francesco Cilèa und die komplexe Liebes- und Eifersuchtsgeschichte der Oper nichts an Wirkung fehlen lassen. Adriana Lecouvreur liebt und wird vom Grafen von Sachsen wiedergeliebt – und findet doch durch ein vergiftetes Blumenbukett ihrer Konkurrentin den Tod. Geschickt haben Cilèa und sein Librettist Arturo Colautti die Handlung, die im Theatermilieu spielt, mit der geschichtlichen Realität verwoben. Die Titelfigur lebte wie ihr Liebhaber im 18. Jahrhundert und war eine führende Schauspielerin ihrer Zeit, Erdachtes und Historie bilden somit eine dichte, von Cilèa klanglich raffiniert angereicherte Einheit.
 
This opera premièred in Milan in 1902 has never before been performed at the Opera House on the Ring, although the veristic style of the composer Francesco Cilèa and the complex story of love and jealousy are used to full effect in this work. Adriana Lecouvreur loves the Count of Saxony, who returns her love – but dies as a result of a bouquet of poisoned flowers sent her by her rival. Cilèa and his librettist Arturo Colautti skilfully interweave a story set in the world of the
theatre with the historical reality. The title character and her lover lived in the 18th century, and she was a leading actress of her time. Fiction and history thus form a densely knit whole elaborately enriched by the music of Cilèa.
 
 
Dirigent: Evelino Pidò | Regie: David McVicar | szenische Einstudierung: Justin Way | Bühne: Charles Edwards | Kostüme: Brigitte Reiffenstuel | Licht: Adam Silverman | Choreographie: Andrew George | choreographische Einstudierung: Adam Pudney
Chorleitung: Thomas Lang
 
BESETZUNG:
Maurizio, Conte di Sassonia: Massimo Giordano
Il Principe di Bouillon: Alexandru Moisiuc
Abate: Raúl Giménez
Michonnet: Roberto Frontali
Quinault.: Jongmin Park
Poisson: Jinxu Xiahou
Adriana Lecouvreur: Angela Gheorghiu
La Principessa di Bouillon: Elena Zhidkova°
Jouvenot: Bryony Dwyer*
Dangeville: Juliette Mars
 
Orchester der Wiener Staatsoper
Chor der Wiener Staatsoper
Bühnenorchester der Wiener Staatsoper
 
°Debüt an der Wiener Staatsoper | *Stipendiatin von Novomatic
Alle Solistinnen und Solisten geben in dieser Vorstellung ihr Rollendebüt an der Wiener Staatsoper.
 
Premiere: Sonntag, 16. Februar 2014
Reprisen: 19., 22., Februar, 4., 8., 12. März 2014
Die Vorstellung am 22. Februar 2014 wird im Rahmen von WIENER STAATSOPER livestreaming weltweit übertragen: staatsoperlive.com sowie live von Radio Ö1 (+ EBU).
 
 
 
 
Pressemeldung Wiener Staatsoper

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