Stuttgart, Stuttgarter Ballett, CREATIONS IV – VI ~ Wasser, Sonne, Mond, IOCO Kritik, 29.02.2020

Stuttgarter Ballett | Oper Stuttgart

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Creations IV bis VI   –  Stuttgarter Ballett

Botschaften – Aus dem Wasser – Von der Sonne – Vom Mond

von Peter Schlang

Nicht weniger als sechs Uraufführungen hat Tamas Detrich auf den Spielplan seiner zweiten Saison als Intendant des Stuttgarter Balletts gesetzt. Nachdem deren erste Hälfte im Herbst auf der „kleinen Ballettbühne“, jener des Schauspielhauses, das Stuttgarter Ballettpublikum in Begeisterung versetzt hatte, wurden die anderen drei Neuschöpfungen unter dem passend-programmatischen Titel CREATIONS IV – VI am 21. Februar 2020 auf der „großen Ballettbühne“, also im Opernhaus, präsentiert. Im Untertitel werden mit „Douglas Lee / Louis Stiens / Martin Schläpfer“ nicht nur die drei verantwortlichen Choreografen dieses Abends genannt, sondern für Kenner wird damit auch deutlich gemacht, dass diese aus drei unterschiedlichen Generationen stammenden  Ballettschöpfer einen äußerst abwechslungsreichen, vielseitigen und spannenden Ballettabend, quasi ein choreografisches Drei-Gänge-Menü, kreieren würden.

Mit dem 42jährigen Douglas Lee, von 1996 bis 2011 als erster Solist Mitglied der Stuttgarter Compagnie, eröffnete der der mittleren Choreografen-Generation Angehörende diesen Uraufführungsreigen. Sein Naiad betiteltes Ballett nimmt Bezug auf die Wassernymphen der griechischen Mythologie und das 1830 entstandene Gedicht „Krake“ des englischen Lyrikers Alfred Lord Tennyson und möchte nicht nur die verschiedenen Eigenschaften des Wassers beleuchten, sondern vor allem die Mythen um dieses Element hinterfragen. Auf der Bühne selbst wird die Unterwasserwelt  durch schwarze, in Wellenbewegung zu bringende Stoffbahnen an der hinteren Bühnenwand (Eva Adler) und eine Meerestiefen imaginierende, mystische  Beleuchtung (Sakis Birbilis) angedeutet. Im Mittelpunkt steht aber der riesige schwarze Reifrock, mit dem Sinéad Brodd starke Assoziationen an eine Qualle erzeugt und der ihr ungeheuer weiche, fließende, auf- und ab wogende und weit ausladende Tanzbewegungen ermöglicht. Zudem  nutzen Choreograf und Tänzerin das beeindruckende Kostüm für manch dramaturgische und tänzerische Überraschung, etwa wenn unter diesem „Rock-Zelt“ plötzlich ein anderer Tänzer hervorkriecht.

Stuttgarter Ballett / CREATIONS IV - VI NAIAD hier © Stuttgarter Ballett

Stuttgarter Ballett / CREATIONS IV – VI NAIAD hier © Stuttgarter Ballett

Um dieses die Fantasie anregende optische und choreografische Zentrum gruppieren sich in wechselnder  Ensemblegröße weitere vier Tänzerinnen und fünf Tänzer, die in kraftvoll-artistischen wie weich-fließenden Bewegungen und Figuren und einer insgesamt sehr modernen Tanzsprache eine Wasserwelt simulieren, die mehr Schutz und Autonomie als Bedrohung und Lebensfeindlichkeit bietet.

Zusätzliche Bewegung und eine weitere Dimension erhalten die einzelnen Szenen Naiads durch die neun sich vertikal und um sich selbst bewegenden, aus dem Bühnenhimmel herunterragenden Spezialscheinwerfer, die nicht nur oft selbst regelrecht in Tanz geraten, sondern als modernes theatralisch-dramaturgisches Mittel der Szene etwas Futuristisch-Unwirkliches verleihen. Zudem lassen sie im Betrachter das Gefühl entstehen, (auf den Meeresboden) zu sinken.

Alle diese Effekte werden durch die von Douglas Lee ausgewählte, höchst emotionale Musik  verstärkt.  Im ersten Teil ist dies die von dem australischen Komponisten Sávva geschaffene Auftragskomposition Corallina, in der nicht nur die von Gustavo Surgik virtuos gespielte Solo-Violine und das mit ihr häufig dialogisierende Klavier für erstaunliche Effekte sorgen. Das ausgesprochen tänzer/innenfreundliche Werk nimmt den Hörer auch durch den fantasievollen  Einsatz diverser Rhythmus- und Perkussionsinstrumente  für sich ein.

Als zweites Musikstück greift Lee auf das 2011 veröffentlichte Stück Algol Bloom des vor allem als Filmkomponisten bekannten Briten Joby Talbot zurück, das ebenfalls das Schlagwerk im Stuttgarter Staatsorchester stark beschäftigt und die Lebensenergie des Wassers klangsinnlich verdeutlicht. Mit prächtig-metallenem Wirbel und fetzigem Drive werden die so selbst in Schwingung gebrachten und bereits heftig begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauer  in die erste Pause entlassen.

Das zweite Drittel dieses abwechslungsreichen Ballettabends lag in den Händen des jüngsten der drei mitwirkenden Choreografen, des als Halbsolist in der Stuttgarter Compagnie aktiven Louis Stiens.

In seinem Beitrag Messenger, für den er auch die Bühne und die Kostüme der zehn Tänzerinnen und sieben Tänzer entwarf, verfolgt er die so unterschiedlichen Reaktionen von Menschen auf einen aus einer anderen Sphäre gekommenen Boten, der in wechselnder Gestalt und Sendung auftreten kann. Ausgangspunkt für Stiens‘ Ideen und Botschaften war nach seinen eigenen Aussagen die dafür von ihm ausgewählte Musik, das 2017 im Auftrag des Bayerischen Rundfunks entstandene und der Geigerin Isabelle Faust gewidmete „Follow me“ des in Prag geborenen Komponisten Ondrej Adámek. Dieses dreisätzige Violinkonzert, den Solopart hatte dieses Mal Elena Graf übernommen, thematisiert die Beziehung einer  Gruppe zu einem Individuum oder Solitär, die sich in ganz unterschiedlichen Verhaltensweisen und Reaktionen äußern kann.

Stuttgarter Ballett / Creations IV-VI Messenger - hier : das Tänzerensemble © Stuttgarter Ballett

Stuttgarter Ballett / Creations IV-VI Messenger – hier : das Tänzerensemble © Stuttgarter Ballett

Mit seinen wechselnden Stimmungen und seinem rhythmisierenden, akzentreichen Duktus liefert „Follow me“  Stiens die perfekte Grundlage für seine höchst akkurate, körperlich-akrobatische Bewegungssprache. Diese beansprucht den gesamten Körper der Tanzenden, von denen Elisa Badenes und Jason Reilly häufig solistisch agieren, die aber auch dem Rest des Ensembles Einiges an Artistik, Körperbeherrschung und Synchrongefühl abverlangt. Ob in kleineren Formationen oder als gesamtes Ensemble im Einsatz,  gelingen den Tänzerinnen und Tänzern zumindest anfangs beeindruckende Charakter- und Bewegungsstudien, die ihre Wirkung vor allem aus der großen Vielfalt an Tanz- und Ausdruckselementen und dem mitunter atemberaubenden Tempo der Musik bezieht. So liefert der Choreograf Studien in einer Art Pinguin-Gang  oder im stakkatohaften Takt von Maschinen und lässt seine Kolleginnen und Kollegen puppen- und marionettenartige Bewegungen ausführen.

In den ersten zwei Sätzen von Adámeks Musik vermag das alles die Zuschauer zu fesseln und vermittelt auch einen interessanten Überblick über die dem zeitgenössischen   Ballett zur Verfügung stehenden Tanzstile und Bewegungstechniken. Spätestens im letzten Teil verliert dieser  Ansatz aber etwas an Wirkung und Reiz und fällt gegenüber dem Bisherigen durch das nun hinreichend Bekannte und häufig Redundante ab. Eine Entwicklung findet jetzt nur noch in der Musik statt, was nicht nur der Komposition, sondern in erster Linie dem auch hier fabelhaft aufspielenden Staatsorchester unter der bewährten Leitung seines Ballett-Dirigenten James Tuggle zu verdanken ist.

Das Publikum zeigte sich trotz dieser leichten Trübung von der neuen Arbeit eines seiner Lieblinge sehr angetan und spendete diesem, der ihn kongenial unterstützenden Licht-Designerin Tanja Rühl sowie dem gesamten Ensemble begeisterten Beifall.

Stuttgarter Ballett – Tamas Detrich und der Arbeitsalltag
youtube Trailer des Stuttgartr Ballett
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Mit großen Erwartungen sah man nach der zweiten Pause auch dem letzten Teil des Abends entgegen, wofür neben seinem prominenten Namen vor allem die Tatsache sorgte, dass der hierfür gewonnene Schweizer Choreograf Martin Schläpfer nur zwei seiner bisher über 70 Arbeiten für Compagnien außerhalb seiner jeweiligen Wirkungsstätte geschaffen hat. Diese entstanden vielmehr fast ausschließlich für die Ballette in Bern, Mainz und Düsseldorf, von wo der jetzt Sechzigjährige im Sommer  als Ballettdirektor an die Wiener Staatsoper wechseln wird. Dass Schläpfer für diese Aufgabe gut gerüstet ist und man sich in der österreichischen Hauptstadt uneingeschränkt auf ihn freuen kann, zumindest was seine schöpferische Meisterschaft betrifft, stellte er mit seinem über fünfundvierzigminütigen Beitrag, dem längsten dieses Stuttgarter Abends, eindrucksvoll unter Beweis. Für dieses von ihm versprochene und – das sei jetzt schon verraten – überzeugend realisierte „freudvolle Tanzfest“ als „Hommage an diese große Kompanie“ hatte Schläpfer mit  Franz Schuberts 3. Sinfonie in freudvollem, hellem, heiterem D-Dur ein anspruchsvolles wie mitreißendes Konzertstück gewählt, das seinen Ansprüchen und Fähigkeiten als Vertreter der klassisch geprägten Ballettschule voll entgegenkam. Zu dieser Musik lässt er die neun Tänzerinnen und zehn Tänzer tatsächlich und wie von ihm versprochen „wie in ein Sommerhaus eintreten“ – „in kompletter Harmonie mit sich selbst“.

Mit einem Stück des zeitgenössischen japanischen Komponisten Toshio Hosokawa, dessen Oper Erdbeben.Träume im Juli 2018 in der Staatsoper Stuttgart ihre umjubelte Uraufführung erlebte, fügt Schläpfer dem Schubert’schen Sommerhaus aber gleichsam einen Keller oder ein Untergeschoss hinzu und bleibt damit seiner vielfach gerühmten Tiefgründigkeit treu. Diese Dialektik von Unten und Oben, hell und dunkel, Tag und Nacht findet sich auch in dem vom Choreografen für sein Stuttgarter Stück gewählten Titel wieder, Sonne und Mond, den er allerdings dem zweiten, japanischen Musikstück angepasst hat und in die viel leichter und musikalischer klingende japanische Fassung übersetzen ließ: Taiyo to Tsuki.

Stuttgarter Ballett / CREATIONS IV - VI Taiyo to Tsuki © Stuttgarter Ballett

Stuttgarter Ballett / CREATIONS IV – VI Taiyo to Tsuki © Stuttgarter Ballett

Das Staatsorchester unter seinem „großen Ballett-Versteher“ James Tuggle versieht dazu die Musik des erst siebzehnjährigen Franz Schubert mit strammen Tempi und trocken-klarem Klang, kurz, mit unbetonten, fast harschen Schlüssen und nahezu vibratofrei,  sprich in historisch-informiertem Stil, was diese 3. Sinfonie auch für Liebhaber des „Originalklangs“ zu einem Fest werden ließ.

Dass es zu diesem auch uneingeschränkt für die Anhänger großer Tanzkunst wurde,  war neben der alle Register des Spitzentanzes und anderer klassischer Ausdruckmittel ziehenden Choreografie-Kunst Schläpfers natürlich vor allem auch dem diesem bedingungslos folgenden Stuttgarter  Ensemble zu verdanken. In größter Meisterschaft demonstrieren Miriam Kacerova, Hyo-Jung Kang, Anna Osadcenko, David Moore, Roman Novitzky und Friedemann Vogel, alles Erste Solistinnen und Solisten der Compagnie, sowie die anderen, hier aus Platzgründen nicht namentlich genannten, Ensemblemitglieder in Solo-Auftritten, als Paar und in unterschiedlichsten Gruppenformationen alle Bewegungsmöglichkeiten und Ausdrucksmittel, die sich das klassische Ballett über Jahrhunderte hinweg erarbeitet und angeeignet hat.

Dieses Leichte und Spielerische wird durch die Kostüme Florian Ettis unterstrichen, der die Tänzerinnen in leichte, weite Kleider und die Tänzer in ebenso bequeme weite Hosen und Shirts steckt; eine Art Haus- oder Freizeitkleidung, die auch eine gewisse ironische Distanz zu herkömmlichen klassischen Balletten schafft.

Freilich entspringt diese Leichtigkeit und dennoch vorhandene Tiefe von Schläpfers Entwurf auch der von ihm pausenlos verfolgten und sicht- wie hörbar gewordenen engen Beziehung zwischen seiner Choreografie und der diese begleitenden Musik, die zudem das Geschehen auf der Bühne nicht nur sensibel doppelt und unterstreicht, sondern auch einen gewissen inhaltlichen Bogen zum zuvor gezeigten  Messenger von Louis Stiens schlägt.

Dass  Martin Schläpfer dem modernen Tanztheater durchaus offen gegenübersteht und dieses gekonnt mit klassischen Stilmitteln und Elementen zu verknüpfen weiß, zeigt er im letzten Teil, also zur „Mond-Musik“  Hosokawas, die dessen Stück „Ferne Landschaft III“ entnommen ist. Hier bemerkt man bei deutlich herausgenommenen Tempi, teilweise wie in Zeitlupe, ganz neue, überraschende Figuren und Bewegungen in einer formenreichen, vielseitigen Tanzsprache, die einen tatsächlich in schlaf- oder traumhafte Stimmung versetzen. Ja, der Berichterstatter sah sich hier gar in Gefahr, (Mond)- und tanzsüchtig zu werden – Ballettkunst in höchster Vollendung!

Nach so viel Lob für die drei Choreografen und die deren Ideen in traumhafter  Sicherheit umsetzenden Tänzerinnen und Tänzer sei abschließend noch einmal das (nicht nur) an diesem Abend fabelhafte Staatsorchester und sein Ballett-Dirigent James Tuggle dafür gelobt, dass und wie sie in einer einzigen Aufführung fünf so unterschiedliche, äußerst anspruchsvolle  Stücke spielen, dazu nicht als rein akustisches Ereignis in einem Konzertsaal, sondern für Tänzerinnen und Tänzer, die dazu in ebenso anspruchsvollen wie unterschiedlichen Choreografien ihr Bestes geben müssen.

Dafür, dass dies ausnahmslos überzeugend, ja begeisternd gelang, ernteten alle Beteiligten nach jedem der drei Teile des Abends – und an dessen Ende nochmals zusammengefasst und verstärkt – uneingeschränkten Beifall, ja großen Jubel.

Creations IV – VI  des Stuttgarter Ballett – weitere Vorstellungen am 29.02.; am 03., 19., 25., 29. 03.; am 08., 11. 04.; am 22., 23. 07. 2020

—| IOCO Kritik Staatsoper Stuttgart |—

Düsseldorf, Ballett am Rhein, Schwanensee – Martin Schläpfer – Fernsehen, 24.12.2019

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

 Schwanensee – Matin Schläpfer – Im Fernsehen

In der Nacht von Heiligabend zum ersten Weihnachtsfeiertag zeigt der deutsch-französische Kultursender arte ab 00:10 Uhr Martin Schläpfers Schwanensee. Unter der Regie von Peter Schönhofer hatten WDR/arte/3sat im Juli dieses Jahres Schläpfers Neukreation für das Ballett am Rhein aufgezeichnet. Die mit Spannung erwartete Schwanensee –Interpretation des preisgekrönten Choreographen fand national und international ein großes Medienecho und wird vom Publikum mit anhaltender Begeisterung aufgenommen. Sämtliche Vorstellungen in Düsseldorf und Duisburg sind in dieser Spielzeit ausverkauft. In der arte-Mediathek ist die Schwanensee-Aufzeichnung nach ihrer Ausstrahlung weitere 30 Tage abrufbar. Anfang März erscheint bei Euroarts eine DVD mit dem Mitschnitt.

Schwanensee Peter Tschaikowski – Eine Einstimmung – HIER
youtube Trailer Deutsche Oper am Rhein
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Mit seiner extrem physischen und hochexpressiven Tanzsprache lässt Martin Schläpfer in seinem Schwanensee die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts am Rhein eine märchenhafte Geschichte über das Erwachsenwerden erzählen. In die geordnete und determinierte Welt am Königshof bricht mit dem Auftauchen der in einem bösen Zauber gefangenen Schwanenfrauen plötzlich die Schwarze Romantik mit all ihren Geheimnissen, Träumen, Sehnsüchten und dunklen Wesen herein. Höfische Etikette, hinter der sich die Charaktere verstecken können, lässt der Schweizer Choreograph aus, in seinem Schwanensee stehen die Protagonisten im steten Kontakt und in direkter emotionaler Konfrontation.

Fernsehpremiere Di 25.12.2018, 00:10 Uhr arte – weitere Informationen und ein Trailer auf der arte-Website

DVD-Veröffentlichung Euroarts Anfang März 2019

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Spielplan Überblick Januar 2020

Dezember 2, 2019 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

 

Sa 04.01. – 19.30 Uhr Theater Duisburg
Wiederaufnahme: „Le Nozze di Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts „Le Nozze di Figaro“ hat alles, was einen unterhaltsamer Opernabend auszeichnet: Verwirrungen, Verwechslungen und Blamagen. Zentrales Motiv ist wie so oft die Liebe: Die Bediensteten Susanna und Figaro möchten heiraten, doch ihr Dienstherr, der Graf Almaviva, will dies verhindern, solange die hübsche Kammerzofe nicht seine Liebesbeute geworden ist. Hinter dem großen Spaß offenbart sich die große Tragödie: In Mozarts Musik wie auch in da Pontes Libretto tun sich immer auch die Abgründe der menschlichen Seele auf. Regie-Altmeister Michael Hampe inszenierte die Oper in stimmungsvollen klassischen Bühnenräumen und Kostümen von German Droghetti, die musikalische Leitung haben alternierend David Crescenzi und Benjamin Reiners.


Fr 10.01.-19.30 Uhr Theater Duisburg
BALLETTPREMIERE b.42: Balanchine / ?uchean? / Schläpfer

Als metaphorische Reise an einen Ort „voller ferner, dunkler Geheimnisse“ beschreibt Remus ?uchean? seine choreographische Auseinandersetzung mit Anna Thorvaldsdottirs Komposition „Metacosmos“. „Symphonic Poem“ ist seine fünfte Arbeit für das Ballett am Rhein und steht im Zentrum des neuen Ballettprogramms.

Den Anfang macht „Square Dance“ von George Balanchine: 1957 für das New York City Ballet kreiert, entfalten sich zu Musik von Vivaldi und Corelli Tänze voll sprühender Leichtigkeit, virtuoser Beinarbeit, purer Linien, aber auch Leidenschaft und Lyrik. Mit „Reformationssymphonie“ studiert die Compagnie ein Werk aus Martin Schläpfers erster Spielzeit mit dem Ballett am Rhein neu ein: In seiner expressiven Bewegungssprache erzählt es gleichermaßen von Härte und Aggressivität wie von luftigen Höhen, die von aller Erdenschwere befreit scheinen: eine eindringliche Frage nach dem Tanzen an sich, nach der Bewegung und dem, was dahinter steht.

Die Ballettwerkstatt bietet mit Gesprächen und einer öffentlichen Probe am Dienstag, 07.01., um 18.00 Uhr bei freiem Eintritt im Theater Duisburg erste Einblicke in das Ballettprogramm b.42.


Sa 11.01. – 15.00 Uhr Foyer des Düsseldorfer Opernhauses
Konzert zum Abschluss der Meisterklasse unter der Leitung von Michael Volle

Im Januar und Februar stehen für die Sängerinnen und Sänger des Opernstudios gleich zwei Meisterklassen bei international renommierten Künstlern auf dem Programm: Zu Jahresbeginn wird erstmals Bariton Michael Volle mit dem Opernstudio arbeiten. Zu Beginn der vergangenen Spielzeit war Volle als Mandryka in „Arabella“ in Düsseldorf zu erleben, 2020 steht er u.a. in Berlin, Paris, an der Wiener Staatsoper, der MET New York, dem Teatro alla Scala Milano und bei den Bayreuther Festspielen auf der Bühne. Am 15. Februar folgt die Meisterklasse der vielseitigen argentinischen Mezzosopranistin Bernarda Fink, die als eine der weltweit meist gefragten Lied- und Konzertsängerinnen mit allen bedeutenden Orchestern und Dirigenten zusammenarbeitet und sich zudem seit Jahren regelmäßig auch in Meisterkursen der Förderung  junger Sängerinnen und Sänger widmet.


Di 14.01. – 19.30 Uhr Foyer des Düsseldorfer Opernhauses
Stephen Harrison & Friends: Eine Robert-Schumann-Soiree

„Kennst Du das Land, in dem die Zitronen blühen“, so beginnt diese Soiree mit dem ersten der neun Lieder nach Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“. In die Sprache romantischer Musik transponiert hat sie Robert Schumann. „Es affiziert mich alles, was in der Welt vorgeht!“, schreibt er 1838 an seine zukünftige Frau Clara Wieck. Kurz nach der Hochzeit widmete er sich verstärkt der innigsten musikalischen Form: „Liebesfrühling“ entstand in seinem „Liederjahr“ 1841 gemeinsam mit seiner Frau. Schumann-Kenner und Pianist Stephen Harrison schlägt mit seinen Gesangssolisten und Musikern feinsinnig den Bogen zu Schumanns einzigem Klavierquartett, das nur ein Jahr später entstand und im Leipziger Gewandhaus mit Clara Schumann am Flügel seine Uraufführung erlebte.


Mi 15.01. – 19.30 Uhr Opernhaus Düsseldorf
Wiederaufnahme: „Madama Butterfly“ von Giacomo Puccini

Die japanische Geisha Cio-Cio-San bricht aus Liebe zu dem amerikanischen Marineoffizier Pinkerton mit ihren Traditionen und schlägt den American Way of Life ein. Ihre Familie verstößt sie, er reist ab. Sie ist sich sicher, er wird wiederkommen und mit ihr im Land der unbegrenzten Möglichkeiten neu anfangen – mit ihr und ihrem gemeinsamen Sohn. Als Pinkerton nach drei Jahren tatsächlich wieder japanisches Land betritt, bringt er seine US-amerikanische Ehefrau mit und kommt nur zurück, um den gemeinsamen Sohn abzuholen. Cio-Cio Sans grausame Desillusionierung und ihr Freitod werden zum erschütternden Zeugnis über die weitreichenden Folgen einseitigen Kulturtransfers. Puccini erzählt unter Verwendung japanischer Originalmelodien und raffinierter Klangmalereien eine „japanische Tragödie“, deren himmelschreiendes Unrecht über alle Kontinente hinweg berührt.


So 19.01. – 11.00 Uhr Foyer des Düsseldorfer Opernhauses
Symphoniker im Foyer: Fledermaus trifft Freunde

Knapp eine Woche vor der Düsseldorfer Premiere der „Fledermaus“ schlagen auch die Herzen der Düsseldorfer Symphoniker im Dreivierteltakt. In ihrer beliebten Kammermusikreihe „Symphoniker im Foyer“ widmen sich 10 Holzbläser*innen und eine Harfenistin gemeinsam mit den Solistinnen Heidi Elisabeth Meier (Sopran) und Kimberley Boettger-Soller (Mezzosopran) diesmal dem Wirken des weltberühmten „Fledermaus“-Komponisten Johann Strauß (Sohn) und seines nicht minder populären Kollegen Jacques Offenbach. In prägnanten Arrangements erklingen die beliebtesten Melodien aus der „Fledermaus“ und den Operetten Jacques Offenbachs neben Strauß? „Frühlingsstimmenwalzer“.


Sa 25.01. – 19.30 Uhr Opernhaus Düsseldorf
PREMIERE: „Die Fledermaus“ von Johann Strauß (Sohn)

„Champagner hat’s verschuldet, tralalalala“, mag sich manch einer gerade nach der Beerdigung des Hoppeditz denken. Der König der Weine ist auch der Brennstoff für die turbulenten Verwicklungen in Johann Strauß? berühmtem Operetten-Klassiker „Die Fledermaus“, der in der bildgewaltigen Inszenierung von Regisseur Axel Köhler nach seiner umjubelten Duisburger Premiere ab Januar endlich auch auf der Düsseldorfer Bühne zu erleben ist. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der respektable Gabriel von Eisenstein, der für ungebührliches Verhalten eine mehrtätige Arreststrafe verbüßen soll. Freund Notar Dr. Falke überredet ihn, Sorgen und Ehefrau Rosalinde noch einmal auf dem rauschenden Maskenfest des Prinzen Orlofsky zu vergessen. Doch auch Rosalinde und ihre vergnügungslustige Reinigungshilfe Adele haben eine Einladungskarte erhalten. Als die Masken fallen, kommt es, wie es kommen muss… nur gut, dass es da noch König Champagner I. gibt, dem man die Schuld geben kann.

Axel Köhler und sein Team machen Gabriel von Eisenstein zu einem umtriebigen Düsseldorfer Lokalpolitiker, der mit dem Bau eines Weltraumbahnhofs der Landeshauptstadt zu neuem Glanz zu verhelfen will. Vor dieser intergalaktischen Kulisse tanzt, singt und spielt ein großes Ensemble aus Hausmitgliedern und Gästen wie dem bekannten Schauspieler Wolfgang Reinbacher als Frosch.

Die Opernwerkstatt bietet mit Gesprächen und einer öffentlichen Probe am Dienstag, 21.01., um 18.00 Uhr bei freiem Eintritt im Opernhaus Düsseldorf erste Einblicke in Strauß? Operetten-Klassiker.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Spielbetrieb wieder aufgenommen – nach Wasserschaden, IOCO Aktuell, 29.11.2019

Dezember 2, 2019 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

 Wasserschaden:  Spielbetrieb  ab 29.11. wieder „live“

Nachdem am 25.11.2019 durch eine Fehlauslösung der Sprinkleranlage Teile der Bühne (IOCO Bericht hierzu hier) und des Orchestergrabens im Opernhaus Düsseldorf durch austretendes Löschwasser beschädigt wurden, kann der Spielbetrieb bereits am Freitag, 29. November, wieder aufgenommen werden. Dem technischen Personal der Deutschen Oper am Rhein ist es mit Unterstützung von umgehend eingesetzten Spezialfirmen gelungen, in kurzer Zeit die zentralen bühnentechnischen Voraussetzungen für den Vorstellungsbetrieb wiederherzustellen.  Verbleibende Schäden werden im Lauf der nächsten Wochen behoben. Die Schadenshöhe wird noch ermittelt – zunächst hatte die Wiederherstellung des Probe- und Spielbetriebs Priorität.

Deutsche Oper am Rhein / Wasserschaden © Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Wasserschaden an der Rheinoper  Düsseldorf © Deutsche Oper am Rhein

Generalintendant Prof. Christoph Meyer:Wir haben alles daran gesetzt, so schnell wie möglich wieder für unser Publikum da zu sein. Mein großer Dank gilt dem hochengagierten Einsatz unseres technischen Teams, den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der städtischen Kulturbauabteilung und sämtlichen externen Fachleuten. Dass sie  es geschafft haben, die Bühnentechnik in so kurzer Zeit für den Vorstellungsbetrieb wiederherzustellen, ist eine herausragende Leistung und grenzt schon fast an ein Wunder. Wir freuen uns sehr, unsere drei Wochenendvorstellungen spielen zu können.“

Im Opernhaus Düsseldorf ist am Freitag, 29.11.2019 sowie am Samstag, 30.11. das neue Ballettprogramm b.41 mit der Uraufführung Cellokonzert von Martin Schläpfer zu erleben, das erst am vergangenen Samstag seine gefeierte Premiere hatte. Am Sonntag, 01.12. wird zum letzten Mal in dieser Spielzeit Saint-Saëns große Chor-Oper Samson et Dalila gezeigt.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein |—

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