Bregenz, Bregenzer Festspiele, Live – Das Burgtheater spielt Richard II., IOCO Aktuell, 12.04.2021

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Bregenzer Festspiele / hier die spektakuläre Seebühne © Achim Mende

Bregenzer Festspiele / hier die spektakuläre Seebühne © Achim Mende

Festspielhaus Bregenz

Burgtheater Wien – bei den Bregenzer Festspielen

  Richard II. –  Vorpremiere – im Festspielhaus

Am 17. und 18. April 2021 gastiert das Burgtheater-Ensemble mit William Shakespeares Richard II. in der Regie von Johan Simons im Festspielhaus in Bregenz. Die Inszenierung ist als Vorpremiere erstmals in Bregenz zu erleben; das Burgtheater hofft, die Premiere in Wien bald präsentieren zu können, ursprünglich war sie für November 2020 geplant.

Burgtheater – Vorpremiere Richard II –  hier Einblicke von Jan Bülow als Richard II und über die Coronazeiten
youtube Wiener Burgtheater
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Zu erleben sind u. a. Sarah Viktoria Frick als Heinrich Bolingbroke und Jan Bülow als Richard II. (siehe YouTube Video). Da derzeit Vorstellungen in Österreich nur in Vorarlberg live mit Publikum stattfinden können, haben sich Festspiel-Intendantin Elisabeth Sobotka und Burgtheater-Direktor Martin Kušej zu dieser Kooperation der besonderen Art zusammengeschlossen.

Das Burgtheater Wien – entdecke es online – click and meet – HERE!

Mit dieser Initiative zeigen Burgtheater und Bregenzer Festspiele, dass unter Einhaltung strenger Maßnahmen der sichere Besuch von Theatervorstellungen möglich ist. Beide Institutionen stärken damit die Verbundenheit zweier Regionen. Der gemeinsame Wunsch ist es, mit dieser Initiative eine zukünftige und langfristige Kooperation zu beginnen, die das Burgtheater als Bundestheater regelmäßig aus Wien nach Vorarlberg führen soll.

Elisabeth Sobotka:   Dieses Gastspiel ist für mich ein doppelter Grund zur Freude. Das Burgtheater kommt mit einer großartigen Produktion nach Bregenz und wir können in der Modellregion Vorarlberg im Vorfeld des Sommers unserem Publikum einen sicheren Theaterbesuch ermöglichen.“

 Burgtheater Wien © IOCO

Burgtheater Wien © IOCO

Martin Kušej:Als Bundestheater gibt es von uns das klare Ziel, auch immer wieder außerhalb Wiens erlebbar zu sein. Es freut mich daher sehr, dass das Burgtheater mit den Bregenzer Festspielen hier den Auftakt zu einer langfristigen Kooperation machen kann und das Vorarlberger Publikum trotz Pandemie die Möglichkeit bekommt, zwei Voraufführungen von Richard II. in der Regie von Johan Simons zu sehen. Natürlich hoffen wir, dass wir im Mai, Juni auch in Wien wieder ins Theater einladen können. Um Richard II. allen zugänglich zu machen, werden wir ansonsten ein besonderes Streaming aus dem Burgtheater zeigen.“

Termine – Richard II. – Live bei den Bregenzer Festspiele
17. April, 2021  –   17:00 Uhr
18. April, 2021  –  11:00 Uhr

(Dauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten ohne Pause)

 

—| IOCO Aktuell Bregenzer Festspiele |—


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München, Residenztheater, Don Karlos – Friedrich Schiller, IOCO Kritik, 20.06.2018

Juni 20, 2018 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Residenztheater, Schauspiel

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Residenztheater München

Residenztheater München © Matthias Horn

Residenztheater München © Matthias Horn

DON KARLOS  –  Friedrich Schiller

– Schiller beim Wort genommen –

von Hans-Günter Melchior

Die Bühne liegt überwiegend im nachtschwarzen Dunkel. Nur ganz vorne, von einer großen Deckenleuchte herausgeschnitten ein helles Viereck, auf dem die Weltpolitik verhandelt wird. Rechts davon eine Art Fallgrube, in die einige unbekannte Personen hinunterfahren und von einem bösen Rauschen verschlungen werden; Liquidation im Unrechtsstaat. Später werden Prominente folgen. Die Eboli etwa und Don Karlos.  Aber bis es soweit ist, geschieht noch einiges.

Mystisches ereignet sich. Einige Handelnde stehen vorne im Viereck der Verhandlungen. Andere sind zunächst nicht sichtbar, man hört sie reden und es ist wie ein langsamer aufklimmender Gedanke, eine sich vollendende Rede, wenn sich schließlich ins Licht treten.

Residenztheater München / Don Karlos - hier : Nils Strunk als Don Karlos © Matthias Horn

Residenztheater München / Don Karlos – hier : Nils Strunk als Don Karlos © Matthias Horn

Das ist sehr schlüssig, entspricht genau dem Duktus des teils philosophisch verschlüsselten schillerschen Textes, dessen Jamben anmuten als kämen sie erst mit der Zeit zu sich selbst. Schwer verständlich, warum gerade dies, das Wachsen aus der Dunkelheit auf negative Kritik stieß. Die streng geheimen Gespräche sind einem anderen Raum zugeordnet: hermetische, ganz in blau gehaltene, relativ kleine Zimmer, aus deren Wänden Schallschutzpyramiden auf die Anwesenden einzudringen scheinen.

Alle Darsteller sind schwarz gekleidet -, bis auf Don Karlos (Nils Strunk, bewegt, engagiert, leidenschaftlich), der manchmal mit entblößtem Oberkörper erscheint: als wolle er sein Seelenleben offenbaren.  Die Sprache hält sich genau an die literarische Vorlage. Was für ein Genuss. Regisseur Martin Kusej kommt ganz ohne den Performance-Nonsens so manchen  sich kühn dünkenden Neueres aus. Man atmet dankbar auf. Hier vertraut jemand dem dichterischen Genie des Autors.

Nahezu völliger Verzicht auf Dekorationen, keine buntscheckigen Ablenkungen. Der Zuschauer den hochkomplexen Inhalt gezwungen. wird ganz in die rationale Pflicht genommen, zur Konzentration auf den hochkomplexen Inhalt gezwungen.  Kusej verlangt jedoch nicht mehr  als Schiller, er beherrscht dieses schwierige Werk in jeder Hinsicht, arbeitet souverän mit den sparsamsten Mitteln.

Residenztheater München / Don Karlos - hier : v.l. Thomas Loibl als Philipp II und Thomas Gräßle als Lerma © Matthias Horn

Residenztheater München / Don Karlos – hier : v.l. Thomas Loibl als Philipp II und Thomas Gräßle als Lerma © Matthias Horn

Unerbittlich werden die handelnden Personen vorgeführt.  Die Macht- und politische Vernunftmaschine Philipp II (hervorragend Thomas Loibl, alle Nuancen  des Stücks perfekt beherrschend, mal zynisch, mal elegant-ironisch, mal souverän, mal verunsichert und gefühlig) steht stur und altersstarr in den Positionen des absolutistischen Herrschaftsdenkens verharrend gegen den Idealismus der Jugend, die von Don Karlos und seinem Freund , dem Marquis von Posa (überzeugend Franz Pätzold) repräsentiert wird. Freiheit für die Niederland im Namen einer neuen Humanität ist deren Parole. Posa hat für deren Verwirklichung Don Karlos  ausersehen. Er soll für die Niederländer kämpfen. Aber der König verweigert ihm das Kommando über die spanischen Truppen. Der Boden für die Intrige und den internen Machtkampf ist bereitet. Alte Machtvernunft gegen die neue Vernunft einer historischen Erneuerung.

Und allen, mögen sie sich noch so überzeugt auf die Vernunft und die Wahrheit berufen, redet das Gefühl hinein. Das Stück ist auch als ein Familiendrama zu verstehen Der Sohn kommt nicht darüber hinweg, dass der Vater ihm die Geliebte und Verlobte genommen hat, indem er aus machtpolitischem Kalkül Elisabeth von Valois (Lilith Häble, kühl, souverän, kantisches Pflichtgefühl verkörpernd) heiratete. Und der Reinste von allen, der Idealist und Freiheitskämpfe Posa kann sich seine Freundes Don Karlos nicht sicher sein, er verrät ihn aus taktischen Gründen, der eigentliche Kopf der Freiheitsbewegung.

Eindrucksvoll die Niederschlagung des Aufstands in Madrid: Leichen über Leichen in Plastiksäcke eingewickelt überfüllen die Bühne. Befriedigt verkünden die Herrschenden, dass Ruhe in der Stadt herrscht.

Gefühle, Verwirrungen, Grausamkeiten, Gewalt. Selbst der König, der unentwegt auf die eheliche Treue pocht, will eine außereheliche Beziehung zur Hofdame Prinzessin Eboli (sehr verführerisch Meike Droste) einfädeln. Briefe und abermals Briefe gehen hin und her…

Residenztheater München / Don Karlos von Friedrich Schiller © Matthias Horn

Residenztheater München / Don Karlos von Friedrich Schiller © Matthias Horn

„Kein Sein ohne Seiendes“ (Adorno Negative Dialektik) – das ist die Lehre. Das Menschlich-Allzumenschliche durchkreuzt allenthalben die rationalen Pläne, die Visionen der Vernunft.  Allenfalls der Beichtvaters  des Königs , der mit allen Wassern gewaschene Intrigant Domingo (Thomas Gräble) und Herzog Alba (Marcel Heuperman als eiskalter Feldherr und Machtpolitiker, der buchstäblich über Leichen zu gehen entschlossen ist). Auf der Seite der Aufrichtigen, der liebevoll Gezeichnete: Lerma  (Thomas Gräble)

Am Ende siegt der Zynismus der Kirche die alles unter dem Verdikt göttlicher Allmacht unter sich begräbt. Sie reklamiert Don Karlos für sich und der König fügt sich. Unter dem Bannblick des Großinquisitors (Manfred Zapatka) richtet sich der Königssohn Selbst, bevor er gerichtet wird. Er springt in die Grube…

Eine höchst gelungene und durchdachte Aufführung. Langer Beifall

Don Karlos am Residenztheater München; weitere Vorstellungen: 1.7.; 9.7.; 12.7.2018

 

—| IOCO Kritik Residenztheater München |—


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Wien, Burgtheater, Martin Kusej Intendant ab 2019, IOCO Aktuell, 04.07.2017

Juli 6, 2017 by  
Filed under Burgtheater Wien, IOCO Aktuell, Schauspiel

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Burgtheater Wien

Burgtheater Wien © IOCO

Burgtheater Wien © IOCO

Intendanz:  Martin Kusej folgt 2019 Karin Bergmann

 „Wir haben mit Martin Kušej, (*1961 in Wolfsberg, Kärnten)  einen gefeierten Regisseur und erfahrenen Intendanten als Direktor gewonnen. Ich bin davon überzeugt, dass er das Haus mit Intellekt, Lust und Weitblick führen wird. Ich freue mich, dass der wichtigste Regisseur des Landes endlich das bedeutendste Theater des Landes übernehmen wird und sich seiner Lebensliebe – dem Burgtheater – widmen kann. Er hat es sich wahrlich verdient“, so Österreichs Bundesminister Thomas Drozda Freitag,  30.6.2017, anlässlich der Besetzung der Direktion des Burgtheaters für 2019 bis 2024.

Burgtheater Wien / Bundesminister Thomas Drozda, M, und Martin Kusej ,r, © Andy Wenzel

Burgtheater Wien / Bundesminister Thomas Drozda, m, und Martin Kusej ,r, © Andy Wenzel

Bei der Ausschreibung um die zweite Spitzenposition im Burgtheater habe sich der derzeitige kaufmännische Geschäftsführer Thomas Königstorfer unter sechs Kandidaten – darunter fünf Männer und eine Frau – als bestgeeignetster Kandidat durchgesetzt. „Für seinen Beitrag zur finanziellen Stabilität sage ich herzlich Danke. Ich wünsche ihm für die kommenden Jahre auch die notwendige Fortune“, so Bundesminister Drozda. Königstorfer wird die kaufmännischen Agenden ab September für weitere fünf Jahre leiten. Bundesminister Drozda dankte auch Karin Bergmann, die das Haus seit 2014 als künstlerische Direktorin leitet. Sie habe das Haus in einer Zeit übernommen, zu der mehr über Finanzielles als über Künstlerisches diskutiert wurde. „Als eine herausragende Theatermacherin hat sie das Burgtheater in den vergangenen drei Jahren hervorragend und mit professioneller Hand geführt“, so der Minister. Bergmann habe dem Haus überdies Stabilität und dem Ensemble Sicherheit gegeben und werde 2019 ein finanziell wie künstlerisch sehr gut aufgestelltes Haus übergeben. „Dafür gebührt ihr Respekt und herzlicher Dank“, sagte Drozda.

„Sehr gerne nehme ich die neue Aufgabe als Direktor des Burgtheaters an und freue mich darauf, ein neues, spannendes Kapitel in der Geschichte des Burgtheaters schreiben zu können. Es wird meine Aufgabe sein, ein gutes Theater noch besser zu machen“, so Martin Kušej. Kulturelle Toleranz, gesellschaftliche Öffnung, die Bewahrung von politischen Tabus müssten ebenso wie die Realität einer multikulturellen Gesellschaft ernst genommen werden – gerade in einem modernen Wien voller verschiedener Kulturen und Sprachen, so Kušej. „Meine Aufgabe wird es auch sein, die nächsten Jahrzehnte vorauszudenken, damit sich das Burgtheater den Anforderungen der Zukunft – etwa die Herausforderungen durch das digitale Zeitalter – martin kusej, stellen kann“, so Kušej.

Martin Kusej ist anerkannter Intendant und Regisseur. Er inszenierte erfolgreich im gesamten deutschen Sprachraum: Von 2004 bis 2006 leitete er das  Schauspiel der Salzburger Festspiele. Seit 2011, bis 2019 ist Martin Kusej Intendant eines der größten deutschen Sprechtheater, des Bayerischen Staatsschauspiel München, allgemein   Residenztheater, 877 Plätze genannt.

—| IOCO Aktuell Burgtheater Wien |—


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