München, Bayerischer Rundfunk, Simon Rattle – Nachfolger von Mariss Jansons, IOCO Aktuell, 14.01.2021

Ulrich Wilhelm, BR Intendant und Simon Rattle bei Vertragsunterzeichnung © BR / Bayerischer Rundfunk

Ulrich Wilhelm, BR Intendant und Simon Rattle bei Vertragsunterzeichnung © BR / Bayerischer Rundfunk

Sir Simon Rattle – Neuer Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

Vertrag ab Saison 2023/24 für fünf Jahre

Die Nachfolge von Mariss Jansons als Chefdirigent von Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks steht fest: Sir Simon Rattle wird ab der Konzertsaison 2023/24 die Leitung der beiden Ensembles übernehmen. Am 3. Januar 2021 hat er einen Fünfjahres-Vertrag mit dem Bayerischen Rundfunk unterzeichnet. Sir Simon, der derzeit Chefdirigent beim London Symphony Orchestra ist und zuvor in gleicher Funktion das City of Birmingham Symphony Orchestra und die Berliner Philharmoniker zu großen Erfolgen geführt hat, ist eine der musikalisch aussagekräftigsten Dirigentenpersönlichkeiten unserer Zeit. Während seiner gesamten Karriere stand Sir Simon stets für einen Geist der Offenheit, der Erneuerung und des Aufbruchs innerhalb der klassischen Musikwelt. Diese Qualitäten machten ihn noch mehr zum Wunschkandidaten der Musikerinnen und Musiker des Chors und Symphonieorchesters, die sich in einem überwältigenden Votum für ihn ausgesprochen haben.

 2021 – Simon Rattle – zu seiner Bestellung am BSRO
youtube Trailer Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
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Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks:

Der Bayerische Rundfunk ist sehr glücklich, dass Sir Simon als neuer Chefdirigent nach München kommen wird. Mit seiner Leidenschaft, mit seiner künstlerischen Vielseitigkeit und mit seinem einnehmenden Charisma wird er ein überaus würdiger Nachfolger von Mariss Jansons sein. Unser Chor und unser Symphonieorchester freuen sich sehr darauf, mit ihm gemeinsam die künstlerische Konzeption für das neue Konzerthaus im Münchner Werksviertel Mitte zu entwickeln. So steht er wie kein anderer für neue Wege, Menschen für Musik zu begeistern. Ich empfinde dieses Engagement als wichtiges, zukunftsweisendes Signal, gerade in einer Zeit, in der die Kunst mit nicht für möglich gehaltenen Einschränkungen durch die Pandemie zu kämpfen hat.

Sir Simon Rattle:

Ich bin begeistert, die Position des Chefdirigenten von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks anzunehmen. Es ist eine Ehre, die Nachfolge von Mariss Jansons anzutreten, und ich freue mich darauf, diese wunderbaren Musikerinnen und Musiker in den kommenden Jahren zu leiten.

Mit Beginn der Spielzeit 2023/24 wird der heute 65-Jährige nun das Amt des Chefdirigenten übernehmen.

Erste Begegnung mit dem Symphonieorchester vor 50 Jahren

Im Oktober 1970 erlebte der Teenager Simon in seiner Heimatstadt Liverpool Beethovens Neunte Symphonie, aufgeführt vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Rafael Kubelík, während einer England-Tournee des Orchesters:

Sir Simon Rattle:

Dieses Konzert sollte mein Leben verändern. Mir war das BRSO schon vertraut, weil ich ein großer Kubelik-Fan war und einige Langspielplatten gekauft hatte. Aber dieser Auftritt des Orchesters in Liverpool hat einen so tiefen und bleibenden Eindruck auf mich gemacht – auf einen Teenager, der sich in den Kopf gesetzt hatte, Dirigent zu werden. Da war so eine starke Verbindung zwischen Dirigent und Musikern zu erleben: nicht nur strahlten sie pure Freude beim Spielen aus, es schien als würden hier alle gleichgesinnt und mit derselben Philosophie musizieren. Dieses Konzert wurde für mich zu einer Art Maßstab für etwas, das man als Musiker erreichen möchte. 

2015 – Simon Rattle probt Rheingold mit dem BSRO
youtube Trailer BR-Klassik
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Als ich im Jahr 2010, fast 40 Jahre später, selbst erstmals vor diesem Orchester stand und wir den von mir so geliebten Schumann spielten, habe ich genau diesen “Spirit” wieder gespürt – obwohl nur noch eine Handvoll Musiker von damals dabei waren. Kubelík hat einen Ton gesetzt, eine Atmosphäre geschaffen, in der unglaublich flexibel, kultiviert und liebevoll musiziert wird – und diese Qualitäten wurden von seinen großartigen Nachfolgern sogar noch verstärkt, ganz besonders von meinem Freund Mariss Jansons, der mir und uns allen so fehlt.

Wenn ich also meine Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit diesen großartigen Ensembles, dem Orchester und dem Chor, zum Ausdruck bringe, möchte ich das nicht tun, ohne meine Dankbarkeit und meinen Respekt allen Musikerinnen und Musikern gegenüber auszusprechen, die hier in der Vergangenheit waren und für so eine künstlerische Wärme und so eine Menschlichkeit gesorgt haben. 
Die Menschen kommen und gehen, das Ethos aber bleibt.

Sein Debüt gab Sir Simon Rattle bei BR-Chor und BRSO im Jahr 2010 mit einer Aufführung von Schumanns „Das Paradies und die Peri“. Auf den Programmen der gemeinsamen Projekte seither standen unter anderem Wagners Opern Das Rheingold, siehe YouTube Trailer unten,  und Die Walküre sowie Mahlers Lied von der Erde diese Aufführungen wurden vom BR-Klassik-Label als CDs veröffentlicht. Aber auch bei der Interpretation von unter anderem Rameau, Haydn, Mozart und Ligeti fanden Sir Simon und die beiden Ensembles in den letzten Jahren zu einer gemeinsamen Sprache. Im kommenden März wird er am Pult des BRSO zwei Programme dirigieren: unter anderem die Uraufführung eines Werks von Ondrej Adámek, Georg Friedrich Haas‘ monumentale Komposition „in vain“ sowie Musik von Purcell, Haydn, Brahms, Strawinsky und Messiaen.

Sir Simon Rattle:

Aufbauend auf den wunderbaren Momenten des gemeinsamen Musizierens in den letzten zehn Jahren werden wir gemeinsam ein breites Spektrum an fantastischer Musik erkunden und Programme über viele Genres hinweg gestalten – sowohl für unser Live-Publikum in den Sälen als auch für die Zuschauer und Zuhörer der Medienkanäle des Bayerischen Rundfunks. Zu unseren Ambitionen gehören die Entwicklung der Kreativität des Orchesters mit der historischen Aufführungspraxis sowie der Aufbau engerer Verbindungen mit der Musica Viva-Reihe in der Stadt.

Vorstand des BRSO:

Wir sind hocherfreut, Sir Simon Rattle als neuen Chefdirigenten willkommen zu heißen. Selten gibt es zwischen Dirigent und Orchester von Anfang an ein so tiefes gegenseitiges, musikalisches Verständnis. Sir Simon verkörpert den Wunsch des Orchesters, die große musikalische Tradition des BRSO zu pflegen und mit unserer Leidenschaft für die Musik auf neuen Wegen immer mehr Menschen zu erreichen. Es ist uns ein Herzensanliegen, gemeinsam auf dem musikalischen Vermächtnis unseres verstorbenen Chefdirigenten Mariss Jansons aufzubauen und sein Lebensprojekt, das neue Konzerthaus München, zu realisieren und mit Leben zu füllen. Wir können es kaum erwarten, mit Simon als eine Einheit weiterhin das Musikleben zu prägen.

2016 – Eine Alpensinfonie mit Mariss Jansons
youtube Trailer BR-Klassik
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Vorstand Chor des Bayerischen Rundfunk:

Mit Simon Rattle bekommen das Symphonieorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks einen Chefdirigenten, der nur als Glücksfall in der Nachfolge Mariss Jansons genannt werden kann! Unsere langjährige Zusammenarbeit zeichnet sich durch höchste musikalische Wärme und der für uns so wichtigen Hingabe an alle Musikstile und Epochen gleichermaßen aus. Die Atmosphäre war von Beginn an, mit Schumanns „Paradies und die Peri“, von großer gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Wir freuen uns auf alle künftigen Projekte und Möglichkeiten, von der Barockmusik bis zur musica viva.

Innovative Projekte, neue Medien, große Experimentierfreude

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, kurz  BRSO, findet sich aber nicht nur in Sir Simons stilistischer Vielseitigkeit –  von Barock- bis zeitgenössischer Musik – wieder, es schätzt auch seine Innovationsfreude und seine gesellschaftliche Aufgeschlossenheit: Die Einrichtung der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker, 2008 noch ein Vorreiter in Sachen Internet-Livestreams, fällt genauso in seine Ära als dortiger Chefdirigent wie die Präsentation von zahlreichen erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten Education-Projekten: Die Dokumentation „Rhythm is it“ über Musikvermittlung in „Problemschulen“ und gegen den Bildungsnotstand brachte Klassische Musik und die Musikförderung sogar in ausverkaufte Kinosäle. Erst im vergangenen Jahr engagierte sich Sir Simon federführend bei der Gründung der LSO East London Academy, an der Profi-Musikerinnen und -Musiker Jugendliche mit diversen Hintergründen unterrichten und fördern.

Gemeinsame Herausforderungen: Gesellschaftliche Teilhabe im Konzerthaus

Neben der musikalischen Arbeit freuen sich Sir Simon Rattle und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks auf weitere gemeinsame Herausforderungen. Ihr Ziel, möglichst vielen Menschen in Bayern den Zugang zu Musik zu ermöglichen – gerade dann, wenn Herkunft und soziales Umfeld Hindernisse darstellen –, teilen sie mit dem Konzerthaus-Projekt des Freistaats im Münchner Werksviertel Mitte. Bei dessen Planung steht neben einem akustisch erstklassigen Saal vor allem auch eine adäquate Infrastruktur für Musikvermittlung und Education-Projekte im Mittelpunkt – es liegt Sir Simon und dem BRSO viel daran, sie mit größtmöglicher Breitenwirkung nutzbar zu machen.

Sir Simon Rattle:

Als Teil meiner neuen Rolle werde ich mich für das neue Konzerthaus in München einsetzen und dem Bayerischen Staat meine ganze Unterstützung anbieten, um dieses Projekt zu verwirklichen. Es wird dem BRSO das Arbeitsumfeld bieten, das es verdient, und für viele andere Musikerinnen und Musikern aus München, Bayern und darüber hinaus eine „Heimat“ sein. In der Zwischenzeit werden wir die Vermittlungsarbeit des Orchesters weiter ausbauen, sowohl im Werksviertel Mitte, wo der Saal entstehen wird, als auch in vielen anderen Gemeinden in ganz Bayern.

In einer Reihe mit großen Namen

Sir Simon Rattle wird der sechste Chefdirigent in der Geschichte des BRSO und damit Nachfolger von Eugen Jochum, Rafael Kubelík, Sir Colin Davis, Lorin Maazel und Mariss Jansons sein.

—| IOCO Aktuell BR |—

Berlin, Berliner Philharmoniker, In memoriam Mariss Jansons – Gedenkkonzerte, 4.-6. Juni 2020

März 3, 2020 by  
Filed under Berliner Philharmonie, Pressemeldung

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmonie © Reinhard Friedrich / Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmonie © Reinhard Friedrich / Berliner Philharmoniker

In memoriam – Mariss Jansons

Gedenkkonzerte der Berliner Philharmoniker für ihr im Dezember 2019  verstorbenes Ehrenmitglied

Die Berliner Philharmoniker gedenken des am 1. Dezember verstorbenen Mariss Jansons mit Konzerten am 4., 5. und 6. Juni 2020, die der Dirigent ursprünglich selbst hätte leiten sollen. Dafür wird das Programm geändert. Die Konzerte werden nun ohne Dirigent stattfinden und durch den Ersten Konzertmeister Noah Bendix-Balgley vom Pult aus geleitet. Auf dem Programm steht die Zweite Symphonie von Ludwig van Beethoven, die Mariss Jansons besonders am Herzen lag und die er als einzige Symphonie dieses Komponisten bei den Berliner Philharmonikern dirigiert hat. Das Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester von Dmitri Schostakowitsch mit dem Pianisten Denis Matsuev und dem Trompeter Guillaume Jehl wird wie vorgesehen aufgeführt. Ergänzt wird das Programm durch die Unvollendete Symphonie von Franz Schubert.

Berliner Philharmoniker / Mariss Jansons © Stephan Rabold

Berliner Philharmoniker / Mariss Jansons © Stephan Rabold

Alexander Bader: »Mariss Jansons, Ehrenmitglied der Berliner Philharmoniker, war uns viele Jahrzehnte lang ein hochgeschätzter musikalischer Begleiter und ein menschliches Vorbild. In den im Juni mit ihm geplanten Konzerten verzichten wir in seinem Gedenken als Zeichen seiner Unersetzbarkeit an dieser Stelle auf einen Dirigenten. Das Programm haben wir entsprechend angepasst. Wichtig war es uns, Werke zu wählen, die Mariss Jansons besonders nahe waren, wie die Zweite Symphonie von Ludwig van Beethoven und das Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester von Dmitri Schostakowitsch.

Berliner Philharmoniker / Noah Bendix Balgley © Sebastian Haenel

Berliner Philharmoniker / Noah Bendix Balgley © Sebastian Haenel

Die „Unvollendete“ von Schubert empfanden wir als passende Botschaft am Ende dieser Konzerte. Wir werden Mariss Jansons immer in unseren Herzen tragen.«

Do, 04. Juni 2020, 20 Uhr, Philharmonie Berlin
Fr, 05. Juni 2020, 20 Uhr, Philharmonie Berlin
Sa, 06. Juni 2020, 19 Uhr, Philharmonie Berlin
Berliner Philharmoniker
Noah Bendix-Balgley Leitung
Denis Matsuev Klavier
Guillaume Jehl Trompete
Ludwig van Beethoven Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 36
Dmitri Schostakowitsch Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester c-Moll op.35
Franz Schubert Symphonie Nr. 7 h-Moll D 759 »Unvollendete«
Berlin, 2. März 2020

—| Pressemeldung Berliner Philharmoniker |—

München, Bayerischer Rundfunk, Mariss Jansons: 1943 – 2019, IOCO Aktuell, 11.12.2019

Mariss Jansons dirigiert hier in der Philharmonie Berlin © BR / Peter Meisel

Mariss Jansons dirigiert hier in der Philharmonie Berlin © BR / Peter Meisel

 

Bayerischer Rundfunk trauert um Mariss Jansons

Der international angesehene Dirigent Mariss Jansons ist tot. Er starb am  1. Dezember 2019 in Sankt Petersburg im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Herzerkrankung. Jansons hatte seit 2003 Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks geleitet; zudem war er Träger vieler Auszeichnungen. So hat Jansons noch am 13. Oktober 2019 den Musikpreis Opus Klassik (Nachfolger des in Misskredit gebrachten Echo Klassik) für sein Lebenswerk erhalten

Mariss Jansons wurde 1943 in der lettischen Hauptstadt Riga in eine musikalische Familie geboren. Seine Mutter war Sängerin, sein Vater Arvids Jansons war damals Kapellmeister der Oper von Riga.

Stimmen des BR zum Tod von Mariss Jansons

BR-Intendant Ulrich Wilhelm
„Wir trauern um einen großartigen Künstler und wunderbaren Menschen. Mariss Jansons hat Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks zu dem geformt, was sie heute sind: Sie zählen zu den besten Klangkörpern der Welt. Seine Präzision am Pult und sein von Menschlichkeit geprägter Umgang mit den Musikerinnen und Musikern machten ihn zu einem Ausnahmekünstler. Seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass in München in den nächsten Jahren ein neues Konzerthaus entstehen wird. Der Bayerische Rundfunk wird Mariss Jansons ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.“

Mariss Jansonseine Vita
youtube Trailer Bayerischer Rudnfunk
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Nikolaus Pont, Manager BR-Symphonieorchester
„Die Nachricht von Mariss Jansons‘ Tod erfüllt mich und wohl alle, die ihn kennenlernen durften, mit unfassbarer Trauer. Als Mensch und als Musiker hat er das Leben von so vielen Menschen reicher gemacht. Ich werde ihm dafür immer dankbar sein.“

Susanne Vongries, Managerin BR-Chor und der BR-Chorvorstand
„Der Chor des Bayerischen Rundfunks trauert um seinen Chefdirigenten Mariss Jansons. In Erinnerung bleiben außergewöhnliche Momente der Begegnung und tief beeindruckende Konzerte mit insbesondere großformatigem Repertoire, in dem er die Kräfte musikalisch und künstlerisch in einzigartiger Weise bündeln konnte wie kaum ein anderer. Unser tiefes Mitgefühl gehört seiner Frau Irina und der ganzen Familie.“

Orchestervorstand BR-Symphonieorchester
„Die Nachricht vom Tod unseres Chefdirigenten Mariss Jansons hat uns mit tiefer Bestürzung und großer Trauer erfüllt. Mit seinem Tod verliert die Musikwelt eine ihrer größten Künstlerpersönlichkeiten. Wir schätzen uns sehr glücklich, in den vergangenen 17 Jahren mit ihm in enger künstlerischer und menschlicher Verbindung zahlreiche unvergessliche Konzerte erlebt zu haben. Sein unerbittlicher Anspruch an sich selbst und auch an seine Musiker, sein stets respektvoller Umgang mit seinen Kolleginnen und Kollegen und seine große Hingabe an die Musik werden uns immer in Erinnerung bleiben. Mariss Jansons wird in der Geschichte unseres Orchesters einen Ehrenplatz einnehmen, wir werden ihm ein lebendiges und ehrendes Andenken bewahren.“

—| Pressemeldung Bayerischer Rundfunk |—

Dortmund, Oper Dortmund, TURANDOT – Giacomo Puccini, 09.02.2019

Januar 23, 2019 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Dortmund

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

TURANDOT  –  Giacomo Puccini

Premiere am Samstag, 9. Februar 2019

Giacomo Puccinis Dramma lirico TURANDOT wird am Samstag, 9. Februar 2019, um 19.30 Uhr im Opernhaus Dortmund Premiere haben. Der japanische Regisseur Tomo Sugao gibt sein Debüt an der Oper Dortmund. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz werden Stéphanie Müther als Turandot, Sae-Kyung Rim als Liú und Andrea Shin als Calaf erstmals in Dortmund zu sehen sein.

Aus Rache für ihre Ahnin hat die chinesische Prinzessin Turandot ein grausames Gesetz erlassen: Nur wer drei Rätsel lösen kann, darf sie heiraten – anderenfalls wartet der Tod. Schönheit und Stärke Turandots paralysieren nicht nur zahlreiche Edelmänner, sondern das ganze Volk. Auch Calaf, ein unbekannter Prinz, stellt sich mutig der Prüfung und besteht sie. Aber Turandot verweigert sich ihm. Calaf stellt ihr nun seinerseits das Rätsel um seinen Namen und bietet als Preis für die Lösung das eigene Leben.

Oper Dortmund / Stéphanie Müther ©Lutz Edelhoff

Oper Dortmund / Stéphanie Müther ©Lutz Edelhoff

Giacomo Puccini erschafft in seiner letzten Oper mit ihrem orientalischen Sujet das idealisierende Bild eines fantastischen Chinas, das als exotischer Sehnsuchtsort zum Schauplatz für eine hochspannende Geschichte fungiert. Dabei war das Land 1925 bei weitem nicht mehr die romantisierte heile Welt: Die Ära des chinesischen Bürgerkriegs beschied dem gespaltenen Reich ein militaristisch geprägtes Regime. In seinem Dramma lirico vereint Puccini Märchen und Exotismus, Tragödie und Komödie zu einem klingenden Kunstwerk voller poetischer Momente und Chinoiserie. Der farbenreiche Orchesterklang mit teils authentischen chinesischen Melodien schafft ein unverkennbares Kolorit.

Mit gerade einmal 19 Jahren gab Tomo Sugao sein Regiedebüt in Tokyo. Seitdem präsentierte er mehrere hochgelobte Arbeiten, die sich durch ihren Ideenreichtum sowie eine exzellente Chorführung auszeichnen.

Stéphanie Müther arbeitete u.a. mit Teresa Berganza, Christoph Prégardien, Ion Buzea und Mariss Jansons. Ihr Werdegang führte sie in das dramatische Wagnerfach, so dass sie 2018 an der Biwako Hall in Otsu, Kyoto als Brünnhilde in DIE WALKÜRE debütierte und am Theater Chemnitz die Brünnhilde in der GÖTTERDÄMMERUNG interpretierte.

Die Sopranistin Sae-Kyung Rim hat mehrere internationale Wettbewerbe gewonnen, unter anderem den „Giambattista Viotti“ in Vercelli. Stationen ihrer bisherigen Karriere waren die Wiener Staatsoper, Bergen National Opera, Oper Leipzig, die Washington National Opera, das Gärtnerplatztheater sowie das New National Theatre in Tokyo.

Der südkoreanische Tenor Andrea Shin, der den unbekannten Prinzen Calaf verkörpert, zählt zu den vielversprechendsten Tenören der Gegenwart und singt unter anderem an der Metropolitan Opera in New York.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

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