Hamburg, Elbphilharmonie, Jolanthe von Peter Tschaikowsky, IOCO Kritik, 11.02.2018

Februar 12, 2018 by  
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Elbphilharmonie Hamburg

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

 Jolanthe von Peter Tschaikowsky

  Sternstunde der konzertanten Oper

Von Patrik Klein

Konzertante Opernaufführungen in der Elbphilharmonie Hamburg erfreuen sich besonders großer Beliebtheit, da sich der interessierte Besucher, wenn er denn ein Ticket ergattern konnte, voll und ganz der Musik in einem der besten Klangkörper des Landes widmen kann. Sofern man keinen Platz hinter dem Orchester und damit im Rücken der Sängerinnen und Sänger hat, kann sich hier das musikalische Paradies frei und klanggewaltig von den feinsten Nuancen bis zu den trommelfellmassierenden Spitzen entfalten.

Valery Gergiev –  Meister der kleinen Gesten

Valery Gergiev ist neben seiner Tätigkeit in Sankt Petersburg der Chefdirigent der Münchner Philharmoniker.  Hier musste er sich zunächst mit seinen Orchestermusikern mit seinem speziellen Stil von Gelassenheit, natürlicher Autorität und ungewöhnlich kurzen Probenarbeiten arrangieren. Auch seine Art und Weise zu dirigieren und den Klang dunkler zu gestalten, musste von den Musikern aus München erst einmal gelesen und verstanden werden.

Die Musiker des Mariinsky-Theater, St. Petersburg, wo vor 125 Jahren die Uraufführung stattfand, waren im Rahmen einer Tournee auch in Hamburg und führten Tschaikowskys einaktige und letzte Oper Jolanthe  konzertant auf.

Elbphilharmonie Hamburg / Jolanthe konzertant- mit Valery Gergiev und Musiker des Mariinsky Theater © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Jolanthe konzertant- mit Valery Gergiev und Musiker des Mariinsky Theater © Claudia Hoehne

Die Märchenoper Jolanthe stellt einen Höhepunkt in der Spätromantik an der Grenze zum Symbolismus dar. Sie wurde 10 Jahre vor Debussies  Pelleas und Melisande kurz vor Tschaikowskys Tod im Jahr 1892 in St. Petersburg uraufgeführt. Der Erfolg war nur mäßig. Man sagte ihr Trivialität und Banalität nach und warf dem Komponisten ein sentimentales Abrutschen vor. Die Person Tschaikowsky galt als  umstritten und sein Tod 1893 war mysteriös und tragisch. Am damaligen Stadttheater in Hamburg wurde die Oper 1893 unter der Leitung von Gustav Mahler uraufgeführt.

Wie in Peter Weirs Film The Truman Show geht es um die anrührende Naivität des Helden, der eben hier in einer Show steckt und es nicht weiß. Bei Jolanthe ist es ähnlich, da sie blind ist, davon nichts weiß und in einer abgeschiedenen Welt lebt.

Liebe macht blind, wie es so schön heißt. Doch in Jolanthe kehren sich die Verhältnisse um: Prinzessin Jolanthe ist bereits blind und wird durch Liebe geheilt. Der Weg dahin ist steinig, denn die Königstochter weiß nicht um ihr Schicksal und daher auch nicht, was ihr fehlt. Um geheilt zu werden, muss Jolanthe den Wunsch, sehen zu können, aber überhaupt einmal verspüren. Erst ein fremder Ritter schafft es, die nötigen Gefühle in ihr zu erwecken.

Prinzessin Jolanthe (die Sopranistin Irina Churilova macht den Konzertabend in Hamburg zu einem Erlebnis; mit dunklem Timbre und einer Riesenstimme wird sie fein intonierend vom zarten Hauch bis zum großen Ausbruch mit viel Gefühl den Anforderungen dieser Rolle mehr als gerecht und erhält auch den größten Applaus) lebt abgeschieden auf einem Schloss in der hügligen Provence. Sie ist von Geburt an blind. Ihr Vater, König René, (der nicht nur in St. Petersburg bekannte Bass Stanislav Trofimov, der auch an großen Häusern in Europa zu hören ist, trumpft mit einer respekteinflößenden, wuchtigen, prachtvollen abgrundtiefen schwarzen Stimme auf) hat unter Androhung von Strafe verboten, sie davon ins Bild zu setzen, was ihr fehle. Auch dass sie eine Königstochter ist, weiß Jolanthe nicht.

Elbphilharmonie Hamburg / Jolanthe konzertant - mit Valery Gergiev, Mitte, und Musiker des Mariinsky Theater © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Jolanthe konzertant – mit Valery Gergiev, Mitte, und Musiker des Mariinsky Theater © Claudia Hoehne

Im Schlossgarten gibt sich Jolanthe, umgeben von Martha (Natalia Yevstafieva mit wunderschöner Altstimme) und ihren Freundinnen Brigitta (Kira Loginovas mit feinem Sopran) und Laura (Ekaterina Sergeeva mit schön gefärbtem Mezzosopran), ihrer Traurigkeit hin. Sie spürt, dass man etwas vor ihr verborgen hält. Um sie aufzuheitern, bestellen die Frauen fröhliche Musik. Jolanthe will davon nichts wissen. Sie schickt ihre Freundinnen nach Blumen.

Nachdem Jolanthe im Garten des Schlosses unter dem Gesang eines Wiegenlieds eingeschlafen ist, vernimmt man den Schall von Jagdhörnern. Almerik (Andrei Zorins Tenorstimme klingt spielerisch wie der Schuiski in Mussorgskis Boris Godunow; mit leicht dunkel gefärbter und etwas eng geführter Stimme), der neue Waffenträger des Königs, kündigt die Ankunft des Monarchen an. Bertrand (Yuri Vorobiev mit ebenso prachtvoller Bassstimme), der Türhüter des Schlosses, warnt davor, in Jolanthes Gegenwart vom Licht zu reden oder sie merken zu lassen, dass ihr Vater König ist.

König René trifft ein in Begleitung eines maurischen Arztes, Ibn-Hakia (Roman Burdenkos wartet auf mit feinster Baritonstimme, die mit leicht dunkler Färbung mit atemberaubender Kraft besonders die musikalisch höher gelegenen Tonlagen mühelos meistert), der Jolanthe heilen soll. Der Arzt untersucht die schlafende Prinzessin. Er hält eine Heilung für möglich, besteht aber darauf, dass Jolanthe zuerst um ihre Blindheit wissen und eine Heilung innig herbeisehnen müsse, vorher verspreche eine Behandlung keinen Erfolg. Der König lehnt entschieden ab, Jolanthe das sorgsam gehütete Geheimnis zu offenbaren.

Bei Anbruch der Nacht dringen trotz deutlicher Verbotstafel zwei verirrte Ritter in den Garten ein. Es sind Robert (Alexei Markov mit sehr schöner lyrischen Spielbaritonstimme), Herzog von Burgund, dem Jolanthe versprochen ist, und sein Waffengefährte, Graf Vaudémont (Nazhmiddin Mavlyanov, der auch in Deutschland bekannte Tenor aus Usbekistan macht seine Sache großartig mit hohem Einsatz, leicht nasaler Färbung und feiner Stimmführung ganz besonders im Duett mit Robert). Robert, der nicht weiß, dass Jolanthe blind ist, liebt eine andere Frau, Mathilde, und wünscht sich nichts dringlicher, als von seinem Heiratsversprechen entbunden zu werden. Vaudémont jedoch verliebt sich beim Anblick der schlafenden Prinzessin auf der Stelle in sie. Robert ist das nicht geheuer, er möchte Vaudémont mit Gewalt wegbringen. Dabei erwacht Jolanthe. Sie empfängt die Ritter freundlich und bewirtet sie. Robert fürchtet eine Falle und macht sich davon, seine Scharen zu holen.

Vaudémont bleibt allein zurück mit Jolanthe. Er bittet sie darum, ihm eine rote Rose zu pflücken, die ihn an die liebliche Röte ihrer Wangen erinnern soll. Sie gibt ihm stattdessen eine weiße und ist auch nicht in der Lage, die Anzahl der Rosen im Strauß zu nennen, ohne sie mit den Händen zu greifen. Vaudémont wird gewahr, dass sie blind ist. Voller Mitleid erzählt er ihr von der Schönheit des Lichts, dieses „wunderbaren Erstlingswerks der Schöpfung“.

Der König, Ibn-Hakia, Almerik und Bertrand erscheinen. Es wird deutlich, dass Jolanthe das Geheimnis ihrer Blindheit nicht mehr verborgen ist. Der König dringt in seiner Verzweiflung darauf, dass sich Jolanthe nun einer Behandlung unterzieht. Sie ist bereit, ihrem Vater zu gehorchen, kann sich aber nicht sehnlichst herbeiwünschen, was sie gar nicht kennt, wie es für eine erfolgversprechende Behandlung nötig wäre. Der König droht Vaudémont mit der Todesstrafe, falls die Heilung seiner Tochter misslingt. Angesichts dieser Gefahr verkündet Jolanthe ihre Bereitschaft, alles zu ertragen, um Vaudémont, dessen Liebe sie erwidert, zu retten. Sie geht mit dem Arzt ab.

Elbphilharmonie Hamburg / Jolanthe konzertant - mit Valery Gergiev und Musiker des Mariinsky Theater © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Jolanthe konzertant – mit Valery Gergiev und Musiker des Mariinsky Theater © Claudia Hoehne

König René eröffnet Vaudémont, dass er seine Todesdrohung nicht wahrmachen will, sondern diese einzig dem Zweck diente, in Jolanthe den Wunsch nach Heilung inniger werden zu lassen. Vaudémont gibt ihm gegenüber seine adlige Identität preis und bittet um die Hand Jolanthes. Aber sie ist bereits einem andern versprochen.

Robert kehrt mit seinen Truppen zurück. Er erkennt König René und verneigt sich vor ihm. Nun erst wird es Vaudémont bewusst, wen er die ganze Zeit vor sich hatte. Robert ist trotz seiner Liebe zu Mathilde bereit, die ihm seit seiner Kindheit zugedachte Jolanthe zu heiraten, wenn der König darauf beharrt. König René entbindet ihn von seinem Versprechen und ist nun seinerseits frei, Jolanthe Vaudémont zur Frau zu geben. Ibn-Hakia und Jolanthe kehren zurück. Jolantha kann sehen. Sie besingt die zauberhafte Welt, die für sie sichtbar geworden ist. Alle freuen sich und loben Gott.

Der mit rund 30 Sängerinnen und Sängern recht kleine, aber feine Chor und das wunderbare Orchester aus Hamburgs Partnerstadt füllten das Podium der Elbphilharmonie nicht ganz aus, so dass hinter den beiden wunderbar spielenden Harfenistinnen Raum genug war für die Solisten des Abends. Hier und an der Rampe konnten sie ein wenig die konzertante Atmosphäre mit halbszenischen Einlagen anreichern.

Valery Gergiev dirigierte taktstocklos mit kleinsten Gesten. Seine rechte Hand meist mit wellenförmigen Fingerbewegungen den Takt angebend und mit der linken lautstärkebeeinflussend und partiturumblätternd das große Instrument beherrschend. Seine Musiker verstanden ihn scheinbar blind und folgten seinem Dirigat auf der Stuhlkante sitzend mit Leidenschaft und Präzision.

Das Konzert in der Elbphilharmonie Hamburg geriet zu einem fulminanten Erfolg der wundervollen Musik Tschaikowskys. Das lag zum einen an den sehnsuchtsvollen, süchtig machenden Motivgeflechten, mit denen Tschaikowsky in seiner letzten Oper musikalische Folgen innerer Emotionen entstehen lässt, gespielt von einem russischen Spitzenorchester unter dem passionierten russischen Star-Dirigenten Valery Gergiev, der das Werk selbst als die “beste Partitur Tschaikowskys” bezeichnet und faszinierende, atmosphärisch dichte und zum Teil sehr dunkle Klangfarben entstehen ließ. Vor allem aber lag es an den Hauptfiguren der Oper und des Abends, dem Weltklasse-Ensemble des Mariinsky Theaters Sankt Petersburg.

Das Hamburger Publikum dankt mit großem Applaus allen Beteiligten an diesem bemerkenswerten Abend in der Elbphilharmonie.

—| IOCO Kritik Elbphilharmonie Hamburg |—

Baden Baden, Festspielhaus, Weihnachtsgastspiel – Mariinsky Balletts, 21. bis 27.12.2017

November 24, 2017 by  
Filed under Ballett, Festspielhaus Baden-Baden, Pressemeldung

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Mariinsky Ballett  im  Festspielhaus

21. bis 27. Dezember 2017

Das Mariinsky Ballett tanzt über die Weihnachtstage im Festspielhaus Baden-Baden. Erstmals wird in Baden-Baden dann das Ballett Paquita von Marius Petipa in einer Rekonstruktion zu sehen sein. Das Orchester des Mariinsky Theaters begleitet daneben auch die Ballette Romeo und Julia sowie Der Nussknacker live. Üppige Ausstattungen, historische Kostüme: zu Weihnachten werden Ballett-Träume in Baden-Baden wahr. Über 200 Künstlerinnen und Künstler reisen am 19.12. an. Die Vorstellungen sind vom 21. bis 27.12. zu sehen.

Festspielhaus Baden -Baden / Der Nussknacker - Das Mariinsky Ballett © Natasha Razina.

Festspielhaus Baden -Baden / Der Nussknacker – Das Mariinsky Ballett © Natasha Razina.

Liebe auf Zehenspitzen
Das Mariinsky Ballett kommt mit großen russischen Handlungsballetten wie Der Nussknacker, Romeo und Julia und Paquita über Weihnachten ins Festspielhaus Baden-Baden. Begleitet wird die Compagnie live vom Orchester des Mariinsky Theaters.

Zu Weihnachten 2017 wird ein weiteres Kapitel einer langen Partnerschaft zwischen dem weltbekannten Ballett aus St. Petersburg und dem Festspielhaus an der Oos geschrieben. Tanz-Fans aus aller Welt reisen vom 21. bis 27. Dezember an, um die „Russische Saison“  im winterlichen Schwarzwald zu genießen. Die Wiederentdeckung „Paquita“ gilt dabei als der Geheimtipp der Saison.

Begleitet wird das Gastspiel vom Orchester des Mariinsky Theaters, was für den besonderen Glanz dieser in großen historischen Bühnenbildern schwelgenden Aufführungen sorgt.

Festspielhaus Baden -Baden / Romeo und Julia - Das Mariinsky Ballett © Natasha Razina

Festspielhaus Baden -Baden / Romeo und Julia – Das Mariinsky Ballett © Natasha Razina

Die reine Lehre
In Sachen Spitzentanz wird in St. Petersburg die reine Lehre gepflegt. Von der Pike auf trainieren Jungen und Mädchen noch immer das klassische russische Ballett, das seit seiner Blütezeit um 1900 zu den meist geschätzten Kulturgütern des Landes zählt.

Egal, ob die Schneeflocken in Der Nussknacker tanzen oder Romeo und Julia innig verschlungen niedersinken: Grundlage ist noch immer, was an Eliteschulen wie der Waganowa-Akademie wie vor 100 Jahren unterrichtet wird – präzise Technik, gepaart mit einem Ausdruck, der bis in die letzten Reihen der größten Theatersäle der Welt verstanden wird.


Paquita


Festspielhaus Baden -Baden / Paquita - Das Mariinsky Ballett © Natasha Razina.

Festspielhaus Baden -Baden / Paquita – Das Mariinsky Ballett © Natasha Razina.

Wiederentdeckung „Paquita“
Seit 1999 kommt das Mariinsky Ballett nun regelmäßig nach Baden-Baden. Um die Weihnachtszeit stehen dann die abendfüllenden Klassiker auf dem Programm. Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser und Mariinsky-Ballett-Chef Yuri Fateev vereinbaren dazu für jedes Jahr ein Stück, das in Baden-Baden noch nicht zu sehen war. 2017 heißt dieses Stück „Paquita“ (23./27.12. 2017,19 Uhr) und wurde von St. Petersburgs Ballett-Ikone Marius Petipa geschaffen. Er ist der Vater solcher Ballette wie „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“ – seine Choreografien werden daher gehegt und gepflegt.

Die Geschichte von Paquita ist die ewige Geschichte vom Aschenputtel, das seinen Prinzen findet. Paquita wurde als Kind entführt und spürt deshalb bei all ihrem Liebreiz eine ständige Leere im Herzen. Aufgewachsen ist sie beim fahrenden Volk und verliebt sich nun in einen schmucken, unerreichbaren Adligen: Als Film wäre das die schönste Hollywood-Romanze. Ein Aschenputtel, das gerne tanzt, ein rätselhaftes Medaillon, eine politische Intrige – schon im 19. Jahrhundert erzählten sich die Menschen die gleichen Geschichten wie heute, damals machten sie eben prunkvolle, teure Ballette daraus.


Der Nussknacker


Festspielhaus Baden -Baden / Der Nussknacker - Das Mariinsky Ballett © Natasha Razina

Festspielhaus Baden -Baden / Der Nussknacker – Das Mariinsky Ballett © Natasha Razina

Märchenhaftes Konfitürenburg
Unverändert märchenhaft ist „Der Nussknacker“ (25./26.12.2017, 18/14/19 Uhr), den Marius Petipa zur Musik von Peter I. Tschaikowsky schuf. Nur das Bühnenbild wurde in den 1930er Jahren erneuert, und so sieht das noch immer faszinierte Publikum durch diesen „Nussknacker“ noch immer das Original hindurchblinzeln. Die große Weihnachtsszene zu Beginn ist ebenso verträumt entrückt wie der märchenhafte Tanz der Schneeflocken im berühmten „Weißen Akt“. Und wenn Klara und ihr Prinz nach Konfitürenburg einziehen, ist die Märchen-Herrlichkeit perfekt.


Romeo und Julia


Festspielhaus Baden -Baden /Romeo und Julia - Das Mariinsky Ballett © Natasha Razina

Festspielhaus Baden -Baden / Romeo und Julia – Das Mariinsky Ballett © Natasha Razina

Shakespeare ohne Worte
Sergej Prokofjew komponierte seine Ballettmusik zu „Romeo und Julia“ 1935/1936 eigentlich als Schauspielmusik. In Leningrad (St. Petersburg) nutzte man diese Musik jedoch, um ein Ballett zu produzieren, das noch heute unverändert auf dem Spielplan steht und zu den besten Ballettproduktionen weltweit gehört.

Shakespeares Liebesdrama wird in mächtigen Bildern und ausdrucksstarken Pas de deux erzählt – wenngleich der Tanz jedes Wort überflüssig macht. Ballett in historisch-imposanter Ausstattung, das große Orchester des Mariinsky Theaters und ein über 80-köpfiges Corps des Ballet – das Mariinsky Ballett beschert uns üppige Ballett-Weihnachten in Baden-Baden.

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Klavierkonzert Seong-Jin Cho, 22.07.2017

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Seong-Jin Cho – Überflieger aus Seoul

Er ist der Solist des letzten Konzerts der Baden-Badener Sommerfestspiele 2017 am Samstag, 22. Juli 2017 um 18 Uhr. Seong-Jin Cho spielt an diesem sommerlichen Festspielabend die beiden Klavierkonzerte von Frédéric Chopin, was an sich schon ein seltenes Ereignis ist.

Das Orchester des Mariinsky Theaters unter Valery Gergiev interpretiert nach der Pause noch Anton Bruckners monumentale siebte Sinfonie.

2015 gewann mit Seong-Jin Cho aus Seoul erstmals ein Koreaner den Warschauer Chopin-Wettbewerb, einen der weltweit schwierigsten Klavierwettbewerbe. Jetzt kommt der Sieger von 2015 in Festspielhaus Baden-Baden mit gleich zwei Chopin-Konzerten. In der zweiten Konzerthälfte erklingt Bruckners monumentale siebte Sinfonie. Valery Gergiev dirigiert das Orchester des Mariinsky Theaters.

Festspielhaus Baden - Baden / Seong-Jin Cho © Harald Hoffmann / DG

Festspielhaus Baden – Baden / Seong-Jin Cho © Harald Hoffmann / DG

[Von Seong-Jin Cho wurden verschiedene Aufnahmen bei der Deutschen Grammophon veröffentlicht.]

Perlend wie Champagner, dennoch einfühlsam und ohne vordergründige Effekthascherei: So ließe sich das beeindruckende Spiel von Seong-Jin Cho beschreiben, bei dem nicht Selbstdarstellung, sondern die Musik im Vordergrund steht. Die künstlerische Reife und die musikalischen Fähigkeiten des südkoreanischen Pianisten, der seit 2012 am Pariser Conservatoire bei Michel Béroff studiert, sicherten ihm im Oktober 2015 den ersten Preis beim 17. Internationalen Chopin-Wettbewerb, der weltweit zu den angesehensten Klavierwettbewerben zählt und zu dessen Preisträgern Größen wie Maurizio Pollini, Martha Argerich und Krystian Zimerman zählen. Wie die meisten Finalisten entschied sich Cho für den Vortrag des ersten Chopin-Konzerts: „Es ist eine enorme Herausforderung, weil es schon so oft von so vielen großen Künstlern aufgeführt und eingespielt wurde. Das macht es nicht leicht, eine individuelle Interpretation zu entwickeln.“ Der Newcomer legt sein Hauptaugenmerk nicht auf die vertrackten schnellen Linien: „Die Läufe kann jeder großartig spielen. Es sind die stillen, melodischen Momente, die den Unterschied machen.“ Ein „natürlicher, sanglicher Klang“ sei ihm besonders wichtig, vor allem beim Chopin, „weil mich seine sanglichen Qualitäten an Mozart erinnern“; nicht zufällig zählen Mozart und die italienische Belcanto-Oper zu Chopins wichtigsten Einflüssen.

Anders als beim Chopin-Wettbewerb muss sich Cho bei seinem Baden-Badener Gastspiel am Samstag, 22. Juli 2017, um 18 Uhr nicht für eines der beiden Chopin-Konzerte entscheiden, da sowohl das e-Moll-Konzert als auch das in f-Moll auf dem Programm vertreten ist – Werke, die erklärtermaßen beide zu seinem „Traum-Repertoire“ gehören. Obgleich vor allem in letzterem Werk viele der typischen Merkmale des „Style brillant“ anzutreffen sind, gelang es Chopin, die äußeren Momente des virtuosen Komponierens mit einer bis dahin ungeahnten poetischen Subtilität zu verbinden, wobei er mit der träumerischen Aura und Finesse des Klanges eine substanziell neuartige ästhetische Qualität schuf.

Begleitet wird Seong-Jin Cho bei seinem Baden-Badener Chopin-Debüt vom Orchester des Mariinsky Theaters unter der Leitung des Altmeisters Valery Gergiev. Zusätzlich zu beiden Chopin-Konzerten erklingt Anton Bruckners monumentale Siebte Symphonie, die dem Komponisten nach Jahrzehnten der Ablehnung endlich zu jenem durchschlagenden Erfolg verhalf, den er sich Zeit seines Lebens erhofft hatte.

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

München, Bayerische Staatsoper München, Timur Askerov tanzt Solor in LA BAYADÈRE, 06.03.2014

März 5, 2014 by  
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Bayerische Staatsoper München

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Timur Askerov tanzt Solor in „La Bayadère“

 
Zuletzt begeisterte Timur Askerov, Erster Solist am Mariinsky Ballett in St. Petersburg, gemeinsam mit Oksana Skorik im Grand Pas classique von Victor Gsovsky in der Terpsichore Gala XI. Nun folgt er erneut der Einladung von Ballettdirektor Ivan Liska nach München.
 
In der Vorstellung von La Bayadère am 6. März wird Askerov die Rolle des Kriegers Solor übernehmen. Als Nikija ist Daria Sukhorukova zu sehen, die Partie der Gamzatti tanzt Ivy Amista.
 
Marius Petipa / Patrice Bart
La Bayadère
Termin Timur Askerov
Do 06.03.14, 19.30 Uhr, Nationaltheater
 
 
—| Pressemeldung Bayerische Staatsoper München |—

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