Mainz, Staatstheater Mainz, OPERNGALA – Markus Müller moderiert, 25.08.2019

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Staatstheater Mainz

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

OPERNGALA –  ZUR SPIELZEITERÖFFNUNG
25. August  – 18 Uhr

„Ich wusste es genau … die Zukunft gehört uns“ (Je le savais bien … l’avenir est à nous), singen Dorin Rahardja und Eric Laporte im Duett aus Hoffmanns Erzählungen. Und geben damit am kommenden Sonntag den optimistischen Grundton für die Opernsaison 2019/20 vor, die mit der Operngala im Großen Haus eröffnet wird. Die Sommerpause ist beendet, auf den Probebühnen wird bereits intensiv gearbeitet, wir freuen uns auf die neue Spielzeit! Solistinnen und Solisten des Ensembles, das Philharmonische Staatsorchester Mainz sowie der Opernchor machen mit musikalischen Kostproben aus Wiederaufnahmen und Premieren Lust auf den kommenden Spielplan – neben Hoffmanns Erzählungen erklingen unter anderem Arien aus Boris Godunow, Manon Lescaut, Al gran sole carico d’amore sowie erste Ausschnitte aus dem Musical The Producers. Durch den Abend führt wie gewohnt Markus Müller.

Musikalische Leitung: Hermann Bäumer, Samuel, Hogarth, Robert Houssart, Paul, Johannes Kirschner, Leitung Opernchor: Sebastian Hernandez-Laverny, Moderation: Markus Müller

Mit: Marie Christine Haase, Solenn‘ Lavanant-Linke,, Dorin Rahardja, Alexandra Samouilidou, Maren, Schwier, Linda Sommerhage, Nadja Stefanoff; Derrick, Ballard, Peter Felix Bauer, Stephan Bootz, Brett, Carter, Michael Dahmen, Alin Deleanu, Vincent Doddema,, Steven Ebel, Michael Kamp, Eric Laporte,, Johannes Mayer, Alexander Spemann, Philharmonisches Staatsorchester Mainz, Opernchor Mainz

—| Pressemeldung Staatstheater Mainz |—

Mainz, Staatstheater Mainz, Norma von Vincenco Bellini, 05.01.2018

Januar 4, 2018 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, Staatstheater Mainz

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Staatstheater Mainz © Andreas Etter

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 Norma von Vincenco Bellini

Wiederaufnahme am 5. Januar, Weitere Vorstellungen am 16.1.;  4.3.; 31.3.2018

Nach der Premiere 1831 an der Mailänder Scala trat Vincenzo Bellinis Norma einen wahren Siegeszug durch die italienischen und auch anderen europäischen Opernhäuser an. Große Sängerinnen des 19. Jahrhunderts, darunter Maria Malibran und Jenny Lind, nahmen sich der Titelpartie an. Die Priesterin der Gallier, Orakel und Seherin, wurde zur Paraderolle für Belcanto- Sängerinnen: Äußere Konflikte werden sensibel-fein musikalisch nachvollzogen – mit Koloraturen und der sowohl von Wagner wie auch von Verdi gepriesenen „melodie lunghe, lunghe, lunghe“, dem nicht enden-wollenden melodischen Einfallsreichtum des Komponisten.

Grabstätte von Vincenco Bellini in Paris © IOCO

Grabstätte von Vincenco Bellini in Paris © IOCO

So wird Norma auch heute noch als leuchtendes Beispiel der Belcanto-Opern angesehen: Die Titelfigur zerbricht an dem Konflikt von privater Passion und öffentlicher Pflicht. Die gallische Priesterin ruft nämlich nicht zum Krieg gegen die römischen Besatzer, weil sie den Feind liebt – zwei Kinder hat sie mit dem römischen Prokonsul Pollione. Als dieser sich aber in die Novizin Adalgisa verliebt, muss Norma sich entscheiden – soll sie für ihre Liebe kämpfen oder den Wünschen ihres Volkes folgen?

Regisseurin Elisabeth Stöppler zeichnet in starken Bildern den Leidensweg Normas nach. Nadja Stefanoff als Norma und Marie-Christine Haase als Adalgisa beglaubigen dabei die berührenden Schicksale der Figuren – eine „glanzvolle Besetzung“, befand die Frankfurter Rundschau nach der Premiere.

Ästhetisch spielt die Inszenierung unter anderem mit der Bildwelt der Performancekünstlerin Marina Abramovic, die in ihren frühen, den Körper radikal ausstellenden, und ihren späten von extremer Konzentriertheit geprägten Arbeiten eine Art proto-religiöses Vorbild bildet. Norma, die Heilige, die Leidende, die Sich-Opfernde, steht im Zentrum des Abends.

NORMA von Vincenzo Bellini,  Wiederaufnahme am 5. Januar im Großen Haus Weitere Vorstellungen am 16.1. sowie am 4. und 31.3.2018. 

—| Pressemeldung Staatstheater Mainz |—

 

 

Mainz, Staatstheater Mainz, Saul von Georg Friedrich Händel, IOCO Kritik, 27.09.2017

September 27, 2017 by  
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Staatstheater Mainz

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

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SAULOratorium von Georg Friedrich Händel

Von Ljerka Oreskovic Herrmann

Georg Friedrich Händel Grab in Westminster Abbey © IOCO

Georg Friedrich Händel Grab in Westminster Abbey © IOCO

Ein interessanter Saisonstart 2017/18: Das Mainzer Staatstheater beginnt die neue Spielzeit mit einem Oratorium von Georg Friedrich Händel. Saul – in der Regel eher konzertant aufgeführt – wird hier szenisch präsentiert. Mehr als jedes vorangehende Werk Händels symbolisiert es eine Verbindung von Oper, Kirche und Konzert und auch die Instrumentation ist ungewöhnlich: Harfe, Carillon (Turmglockenspiel, großes Glockenspiel bzw. Röhrenglockenspiel), Posaunen, große Trommeln neben den üblichen Orchesterinstrumenten. Es gibt lange Instrumentalpassagen, die Orgel steht für das kirchliche Moment und der Chor – ähnlich der antiken Tradition – ist dramatischer Bestandteil, der die Handlung vorantreibt und zugleich kommentiert. Diese Mainzer Inszenierung ist eine Übernahme vom Staatstheater Oldenburg, wo die Premiere 2012 stattfand.

Das barocke Bühnenbild nebst Kostümen (Katharina Schlipf und Ursula Kudrna) assoziiert die Epoche Händels, in der Opulenz und Vergnügen das vorherrschende Lebensgefühl waren, zumal am Hofe. Sauls Hofstaat lässt es sich gut gehen, gibt sich unter den kritischen Blicken des Königs zufrieden und saturiert. Saul, Derrick Ballard ist ein gefälliger Herrscher, thront wahrhaftig über allem auf einer Art goldenen Empore, die unter sich immer wieder den roten Vorhang lüftet und so zu einem handlungstragendes Element wird. Da kehrt David – wie es sich für einen Kriegsherrn gehört, als lebendes Reiterdenkmal – zurück und nichts wird mehr sein wie zuvor. Saul verkraftet den Erfolg des jungen David nicht, Neid zersetzt ihn, fatal wird es am Ende für das gesamte Gemeinwesen – den Staat.

Staatstheater Mainz / Oratorium Saul szenisch dargestellt © Andreas Etter

Staatstheater Mainz / Oratorium Saul szenisch dargestellt © Andreas Etter

Die Auflösung der dünnen zivilisatorischen Schicht zeigt Regisseurin Lydia Steier sehr anschaulich: Die Wände, die Barockmöbel und Kissen, ehemals gepflegte Umgebung, werden demontiert und wie in einem kollektiven Rausch – und (leider) recht geräuschvoll – zerstört. Die Chormitglieder reißen sich die Perücken vom Kopf, entkleiden sich auch gegenseitig bis auf die Unterwäsche und legen dabei jedes standesgemäße Verhalten ab. Tatsächlich zwängen die barocken Kostüme das Individuum in ein „Korsett“, doch dieses steht im wahrsten Sinne für Haltung bzw. für das Erfassen der „Kraft, die Kleidung verleihen kann…“. (Jil Sanders prägnanter Ausspruch ist zwar auf das gegenwärtige mangelnde Bewusstsein und Wissen um Wirkung von Kleidung gemünzt, aber nichtsdestotrotz für alle Epochen gültig). Mit den entsorgten Kleidern gehen die Sitten über Bord: Die Moral ist kein gesellschaftlich einendes Band mehr. Am heftigsten bekommt das Sauls Sohn zu spüren, der Werte hochhält und einen Rest an äußerlicher Würde zu wahren versucht, für die Masse aber ein veritables Opfer und somit angreifbar wird. Steven Ebel ist ein berührender Jonathan, dessen Misshandlung durch den Chor einen Buhruf provozierte.

Am Ende ist Sauls Sippschaft tot, sein Neid auf David hat sie alle das Leben gekostet. Sauls Niedergang beginnt im Abstieg, d.h. beim Verlassen der Empore, die bei der Demontage einen blauen Container freigibt. Seine Kleidung weist ihn noch als König aus, aber sie wirkt deplatziert, sie kaschiert nur mühsam seine Gewaltbereitschaft und den Hass auf den Emporkömmling David, den das Volk verherrlicht. Für seine Töchter Merab – von Marie-Christine Haase intensiv gespielte Widerborstigkeit – und Michal führen Sauls Exzesse zu Desillusion und Verzweiflung.

Staatstheater Mainz / Oratorium Saul szenisch dargestellt - Ensemble © Andreas Etter

Staatstheater Mainz / Oratorium Saul szenisch dargestellt – Ensemble © Andreas Etter

Michal, die zwar ihren David bekommt, aber letztlich nicht mit ihm ihr Glück erfahren wird, erhängt sich zuletzt im Container. Derweil nimmt David obenauf Platz. Ihr Tod – Dorin Rahardja gibt eine aus der Zeit gefallene Frau, ohne Hoffnung auf Hilfe – markiert eine neue, äußerlich zumindest wenig glanzvolle, Ära: Davids Thron ist ein weißer Plastikstuhl. Allerdings wird er nicht mehr wie Saul von den Neidfiguren  gepiesackt – aber worauf sollte man auch neidisch sein?!

Aus dem opulenten Chor ist eine einheitliche Masse geworden: in dunklen Anzügen und mit schwarzen, streng wirkenden Brillen ausgestattet – man müsste eher von „bewaffnet“ reden, zu deutlich drücken sie die neue Macht und Zugehörigkeit aus. Eine Technokratie, die ihren Herrn im geschmeidigen David, von Alin Deleanu eher düster angelegt, gefunden hat. Es ist „moderner“, keineswegs besser geworden – im Gegenteil.

Staatstheater Mainz / Oratorium Saul szenisch dargestellt - Ensemble © Andreas Etter

Staatstheater Mainz / Oratorium Saul szenisch dargestellt – Ensemble © Andreas Etter

Die Musik behauptet unbedingt den Glauben an Besserung und an eine hoffnungsfrohe Zukunft, was das zupackende Dirigat von Andreas Spering nachdrücklich unterstreicht. Der Chor und Extrachor des Staatstheater Mainz unter der Führung von Sebastian Hernandez-Laverny leistet darstellerisch wie gesanglich herausragendes und erhielt großen Zuspruch vom Publikum. Dass sich in diesem Punkt, eine in sich schlüssige und gelungene Inszenierung nicht mit der Musik verbündet, ja übereinstimmt, ist ein kleiner Wehmutstropfen. George Frideric Handel, so sein Name auf dem englischen Einbürgerungsantrag von 1727, war sich der Virtuosität, Kraft und Wirkungsmacht seiner Musik sicher.

Weitere Mitwirkende sind Alexander Spemann (Hexe von Endor), Georg Lickleder (Samuel), Augustín Sánchez Arrelano (Abner), Dennis Sörös (Bass im Terzett), Tänzer (Neidfiguren mit Hakennasen und Hörnchen auf den kahlen Schädeln) verkörpert von David Krohn, Lászlo Nágy, Léonard Schindler, Carolina Völker und Miro Yilmaz (Kind) und die Kinderstimme von Band gehört Florian Scholz, der ein Mitglied des Mainzer Domchors ist. Großer Applaus.

Saul am Staatstheater Mainz:  Weitere Vorstellunstermine: 30.9.2017, 8.10.2017, 17.10.2017, 4.11.2017

 

—| IOCO Kritik Staatstheater Mainz |—

Mainz, Staatstheater Mainz, Premiere A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM – Britten, 12.05.2017

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Staatstheater Mainz © Andreas Etter

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A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM von Benjamin Britten

Premiere 12. Mai um 19.30 Uhr, Weitere Spieltermine: 15., 23. und 27.5. sowie 2.6.2017

Mitten hinein in den Zauberwald lässt Benjamin Britten seine vier jungen Liebenden stolpern, mitten hinein in die Welt des streitenden Elfenherrscherpaares Oberon und Titania. Sein Sommernachtstraum, der – klug gekürzt – Shakespeares Dramaturgie mit dessen eigenen Worten folgt, findet für die verschiedenen Sphären der allseits bekannten Handlung berückende musikalische Formen: Die Elfenwelt mit Kinderstimmen, hohem Koloratursopran und Countertenor scheint entrückt und zauberhaft, ebenso wie die schwebenden Flageolett-Töne und Glissandi im Orchester. Im größten Gegensatz dazu stehen die Handwerker, deren Musik von tiefen Holzbläsern und humoristischen Elementen geprägt ist. Mittendrin Helena, Hermia, Lysander und Demetrius – mit Sopran, Mezzosopran, Tenor und Bariton quasi Prototypen „liebender“ Stimmen.

Wie so oft betreibt Britten ein augenzwinkerndes Spiel mit Traditionen: Ganz schnell ist man da bei den Liebeswirren in Mozarts Così fan tutte. Nach Purcells The Fairy Queen – auf die sich Britten als „Orpheus Brittanicus“ des 20. Jahrhunderts auch bezieht – setzen wir uns weiter mit Shakespeares Liebeskomödie auseinander, diesmal in ,reiner‘ Operngestalt.

Musikalische Leitung: Hermann Bäumer, Inszenierung:, Niklaus Helbling, Ausstattung: Sabine Kohlstedt,, Video: Philipp Haupt, Dramaturgie: Ina Karr

Mit:  Oberon, König der Elfen: Alin Deleanu, Tytania, Königin der Elfen: Marie-Christine Haase, Puck: Antonia Labs, Theseus, Herzog von Athen: Ks. Hans-Otto Weiß, Hippolyta, Königin der Amazonen: Catherine Garrido, Lysander: Tansel Akzeybek (12.5./2.6.) / Steven Ebel, Demetrius: Brett Carter, Hermia: Linda Sommerhage, Helena: Dorin Rahardja, Bottom, ein Weber: Derrick Ballard, Quince, ein Zimmermann: Stephan Bootz, Flute, ein Bälgeflicker: Johannes Mayer, Snug, ein Schreiner: Georg Lickleder, Snout, ein Spengler:Scott Ingham, Starveling, ein Schneider: Kyung Jae Moon (Junges Ensemble), Cobweb, Peaseblossom, Mustardseed, Moth: Solisten, des Mainzer Domchors, Mitglieder des Mainzer Domchors sowie des Mädchenchors am Dom und St. Quintin, Philharmonisches Staatsorchester Mainz.

Premiere 12. Mai um 19.30 Uhr, Weitere Spieltermine: 15., 23. und 27.5. sowie 2.6.2017

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