Berlin, Deutsche Oper, La forza del destino – Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 05.10.2019

Oktober 5, 2019 by  
Filed under Deutsche Oper Berlin, Hervorheben, Kritiken, Oper

deutscheoperberlin

Deutsche Oper Berlin

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Die Macht des Schicksals  – Giuseppe Verdi

„Viva la guerra“   – oder –  Krieg als Vater der Verrohung, Verlierer aller

von Kerstin Schweiger

Libretto von Francesco Maria Piave und Antonio Ghislanzoni nach dem Drama Don Alvaro o la Fuerza del sino von Angel de Saavedra, Duque de Rivas. Uraufführung 10. November 1862 in St. Petersburg [erste Fassung],  27. Februar 1869 in Mailand [zweite Fassung). Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 8. September 2019,  Besuchte Vorstellung am 28. September 2019

Die letzte Inszenierung dieses Werks an der Deutschen Oper Berlin ist Legende: Hans Neuenfels’ radikal aktualisierte Version polarisierte 1982 das Publikum. Nun setzt sich ein weiterer großer deutscher Regisseur mit dem Stoff auseinander und zumindest in der Premiere soll sich das Publikum treu geblieben und nach Monologen und Textzitaten aus Heiner Müller Der Auftrag und Curzio Malapartes Roman Die Haut einen ähnlichen Skandal von Zustimmung und Ablehnung entfacht haben, mit Spielabbruch und lautstarkem Für und Wider wie schon 37 Jahre zuvor.

La forza del destino – Making of ….
youtube Trailer Deutsche Oper Berlin
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

In der besuchten vierten Aufführung war davon kaum mehr die Rede, ein paar müde pflichtbewusste Buhs und „Verdi!“-Rufe streichelten hier nur die konservative Zuschauerseele. Und das ist richtig, denn Regisseur Frank Castorf macht den mit verwinkelten Handlungssträngen im fernen Spanien des 18. Jahrhunderts angelegten Opernstoff zu einem politischen Ausrufezeichen, das das Augenmerk Friedensverwöhnter mitteleuropäischer Operngänger auf die jüngere Geschichte  und die Schrecken von Krieg und Faschismus, Kriegsgewinnlertum und Enthemmung aus Not lenken soll. Die Grundidee: Schicksal ist der  unabwendbare Zufall, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Und das heißt hier, im Krieg zu sein.

Denn auch Verdi komponierte auf politischem Background. Er unterstützte, auch aktiv als gewählter Volksvertreter, die Einigung Italiens. Schon bei NABUCCO 1842, 20 Jahre vor LA FORZA DEL DESTINO steuerte er in Verkleidung einer alttestamentarischen Handlung eine Stellungnahme zur aktuellen Konfliktlage zwischen Italienern und Österreichern bei, die damals den Norden Italiens besetzt hatten. Mit den mächtigen Chorstellen und insbesondere dem Chor „Va pensiero“ gab der Komponist seinen Landsleuten eine indirekte Stimme gegen die Unterdrückung. Das setzte sich in seinen nächsten Werken bis LA FORZA DEL DESTINO fort. Die Chorstellen sind stets Anwälte der geknechteten oder in Kriegshandlungen gezogenen Menschen, wie z.B. bei „Patria oppressa“ in MACBETH.

Deutsche Oper Berlin / La forza del destino © Siri Maciel

Deutsche Oper Berlin / La forza del destino © Siri Maciel

Bei LA FORZA DEL DESTINO ist es erstmals eine dramatische Idee, Handlung und Musik steuert, nicht die musikalische Nummernfolge gab mehr wie zuvor den Ablauf einer Oper vor. 1862 in St. Petersburg uraufgeführt, überarbeitet und 1869 in dieser Fassung an der Mailänder Scala erstaufgeführt, für die er auch die markante Ouvertüre komponierte, forderte Verdi eine Umsetzung der seiner Oper zugrunde liegenden Idee auf der Szene durch eine übergeordnete Person, einen Regisseur. Damit gab er einen entscheidenden Anstoß zur Proben- und Aufführungspraxis, wie wir sie heute kennen.

Tatsächlich bezieht das gesamte Werk seine Antriebskraft aus der Polarität extremer entgegengesetzter Gefühlswelten, die die Hauptfiguren geradezu obsessiv beherrschen: Auf der einen Seite die vermeintliche Schuld am Tode von Leonoras Vater, die auf ihr und ihrem Geliebten Alvaro lastet. Auf der anderen Seite steht der der Rachedurst, der Leonoras Bruder Don Carlo dazu treibt, die beiden über alle Grenzen hinweg zu verfolgen. Carlo ist überzeugt, dass Leonora und Alvarao den Vater absichtlich getötet haben. Eine bedingungslose Verfolgungsjagd entspinnt sich, die die drei Hauptfiguren durch eine Welt führt, die immer mehr aus den Fugen gerät. In wüsten Massenszenen schildern Verdi und Regisseur Frank Castorf eine enthemmte Gesellschaft, in der nur noch das blanke Überleben zählt und die Gewalt jegliche Moral ersetzt. Damit ist LA FORZA DEL DESTINO Verdis verstörendste Oper und von einer Aktualität, die sich durch neue Bürgerkriege und Gewalttaten, den 1. und 2. Weltkrieg, bis ins Heute zum Krieg in Syrien zieht.

Die junge Adlige Leonora di Vargas ist, Tochter aus gutem und wie in Verdis RIGOLETTO die junge Gilda allein zu Haus, verliert sich in ihrer Liebe zu einem jungen Inka-Prinz, Don Alvaro. Sie schmieden Zukunftspläne, die sie mit einer gemeinsamen Flucht verwirklichen wollen. Leonoras Vater, der Marchese di Calatrava entdeckt die Fliehenden. Alvaro wirft seine Pistole weg, um zu signalisieren, dass er nicht mit Waffengewalt vorgehen wird, dabei löst sich ein Schuss, der den Vater tötet. Leonora und Alvaro fliehen und werden in Kriegswirren getrennt. Leonora sucht den letzten Ausweg in einem Kloster; sie will dort als Einsiedlerin ihr Leben verbringen. Der Klostervorstand Pater Guardian weist ihr einen Verschlag in der Nähe des Kloster zu.

Alvaro hält Leonora für tot und meldet sich zum Kriegsdienst. Während eines Kampfes rettet er, ohne ihn zu erkennen, Leonoras Brunder Don Carlo, der die Flüchtenden verfolgt, das Leben. Beide werden Freunde, bis Alvaro in einem Gefecht verletzt wird und den Freund bittet, persönliche Gegenstände zu vernichten. Dabei fällt das Bild seiner Schwester Leonora Alvaro in die Hände.

Don Carlo fordert Alvaro zum Zweikampf auf, Alvaro will die tot geglaubte Leonora suchen und begibt sich zum Kloster. Derweil amüsieren sich Marketenderinnen und Soldaten im Militärstützpunkt, zum Ärger des Priesters Fra Melitone, der alle zu einem weniger sündigen Leben aufruft. Die Marketenderin Preziosilla, eine Kriegsgewinnlerin, hetzt Soldaten und Volk erneut zum Kriegführen auf.

Don Carlo ist Alvaro dorthin gefolgt, beide kämpfen ganz in der Nähe vom Kloster und Leonoras abgelegener Höhle. Carlo wird verwundet, Alvaro erkennt Leonora,die zu ihrem verwundeten Bruder geht. Carlo vollendet seine Rache und ersticht Leonora.

Deutsche Oper Berlin / La forza del destino © Thomas Brueck

Deutsche Oper Berlin / La forza del destino © Thomas Brueck

Und Frank Castorf, der ein Vierteljahrhundert mit seinen Inszenierungen an der Volksbühne Berlin Theatergeschichte schrieb und sich in den vergangenen Jahren u.a. mit seinem Bayreuther RING DES NIBELUNGEN stärker dem Musiktheater zugewandt hat, hat recht, wenn er in LA FORZA DEL DESTINO, den Focus auf die Folgen von Krieg und Gewalt legt und wie sie Menschen verändern. Damit ist er bei seiner ersten Berliner Opernregie dicht bei Verdi und seinen Librettisten. Denn das Stück ist starker Tobak, reißt viele Themen an: Blutrache und Ehrenmord, Rassismus, Kolonialherrschaft und Gewalt, handelt von Kriegstreibern, Kriegsgewinnlern und –Verlierern.

Bei Castorf wird dieser zentrale Grundgedanke des Stücks durch die Verortung in die uns heute nähere Zeit des spanischen Bürgerkriegs Mitte der 1930er Jahre und später im Neapel von 1943 festgemacht, wo im zweiten Weltkrieg alliierte Truppen als erste am südlichsten Punkt Europas landeten und von dort aus die Befreiung der europäischen Länder von nationalsozialistischer und faschistischer Besetzung begannen. Dazu nutzt das Kreativteam unter anderem eingeblendete und rezitierte Textstellen  von Heiner Müller und aus den Romanen Die Haut und Kaputt des Italieners Curzio Malaparte, der in diesen Werken in surrealistischer Zuspitzung die Gräuel des Kriegs schildert.

Das von den Amerikanern 1943 – lange vor dem D-Day in Frankreich – befreite Neapel, das Curzio Malaparte in seinem Roman Die Haut beschreibt, ist von absoluter Ambivalenz im Verhältnis der Befreier und Befreiten. Malaparte zeigt wie die Befreiten zu Handlangern für die dunkelsten Triebbefriedigungen der Befreier werden, die doch eigentlich Freiheit und Demokratie bringen sollten. Castorf sagt im Programmheft, der Alltag breche in die hohe Kunst der Oper ein. „Und ich ziehe mit Verdi ins Neapel 1943, in die Welt des Schriftstellers Curzio Malaparte, der in seinem Roman Die Haut beschreibt, wie die Amerikaner in Sizilien landen. Wie Mussolini gestürzt wird. Wie Italiener, die zuvor im Widerstand gegen die Faschisten gearbeitet haben, plötzlich ihre Brüder, Töchter, Mütter verkaufen. Es herrscht Sodom und Gomorrha. Auch so kann Befreiung aussehen.(…). Die Musik ist so schön, aber Verdi wollte wachrütteln.

Zwei Ebenen schafft Castorf mit seinem Kreativ-Team über die Grundhandlung hinaus: Die hinzuerfundene Leidens-Figur des Indio (Ronnie Maciel) und die Einspielungen von Live- und aufgezeichneten bzw. aus historischem Filmmaterial kopierten Videos. Die Indio-Figur irritiert. Sie geistert, mal im Pailletten-Bikini, mal in Militärkleidung, mal in Selbstkreuzigung durch das Stück. Steht sie für alle am Schicksal Leidenden, steht sie für Alvaro und die von den Kolonialherren mit Sklaverei und weiteren Verbrechen überzogenen Indios, steht sie für alle Opfer des verteufelten wie forcierten Kriegsgeschehens?

La forza del destino – Making of ….Regisseur Frank Castorf
youtube Trailer Deutsche Oper Berlin
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

„La Cinematografia è l’arma più forte“ kerbt Aleksandar Denic mit einem Mussolini-Kopf ins Bühnenbild. Und das Zitat stammt vom Mussolini, gesprochen zur Eröffnung der römischen Film-Studios in Cinecittà 1937. Vom Diktator als Waffe bezeichnet, setzt Castorf die Kinematografe ein, um den Schrecken zu doppeln. Der Einsatz der live aufzeichnenden Handkamera schafft dabei eine spannende zweite Ebene und ist Schlüssel  zur Innenwelt der Figuren.

Die eingespielten vorbereiteten Videos machen das gesungene Wort vom Krieg und seine Greuel im allgemeinen sichtbar, schaffen einen Subtext, der ganz konkrete Auswüchse wie z.B. die Care-Pakete-Schmuggler, blutige Feldchirurgie und die persönlichen Leiden der handelnden Figuren in Mimik und Haltung illustrieren. Und sie setzen einen leidvollen Kontrapunkt zu den hetzerischen Chören der Kriegstreiber im Stück, z.B. mit auf Austernplatten angerichteten menschlichen Augen oder den schneeverstopften Schlachtfeldern, übersät mit erfrorenen Pferdeleichen. „Die Hölle sind die anderen“, es kommt nur noch darauf an, „die eigene Haut zu retten“, wie Malaparte schreibt. Diese Texte sind eindringlich, aber nur, wenn man sie zuordnen kann, begreift man ihre Stärke.

Aleksandar Denic schafft im Bühnenbild eine kongeniale Lösung des schnellen Schauplatzwechsels: im ansonsten leeren Bühnenraum verquickt die Drehbühne Kriegsschauplatz, Kloster, Wirtshaus, Armee-Checkpoint und Feldlazarett in schnellem Wechsel, im Inneren des Aufbaus finden die Video-Live-Aufnahmen statt, die auf hängenden Leinwänden eingespielt werden.

Auch Dirigent Jordi Bernàcer folgt Castorf mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin durch die atemlose Handlung. Klingt die Ouvertüre noch verhalten, findet das Orchester recht schnell zu seiner Form. Der Chor der Deutschen Oper präsentiert sich in Bestform stimmlich wie darstellerisch präsent und intensiv in den großen Chorszenen.

So stark der inhaltliche Rahmen ist, in der Personenführung bleibt Castorf jedoch konservativ. Gestaltungsstark und in der Figurenzeichnung am eindringlichsten sind Misha Kiria als durchschlagender Fra Melitone, Elena Maximova als Marketedenderin Preziosilla und Markus Brück als stimmstarker rachelodernder zynischer Bruder Carlo. Sie tragen die Handlung. Brück überragendes darstellerisches Können wird durch die Live-Videos mit Großaufnahme auf sein Gesicht verstärkt.

Preziosilla ist die skrupeloseste Figur der Handlung. Sie schwingt die MP und ihr gellendes irritierendes Motto „Viva la guerra“ bringt das Kriegsrasen des Volkes zum Ausbruch. Mit volltönendem Mezzosopran ist die Marketenderin eine von Schillers Wallenstein inspirierte Figur, kompromisslose Kriegsgewinnlerin, eine obszöne frühe Mutter Courage, die ihr Geschäft mit dem Krieg machen will

María José Siri gibt der Leonora mit rundem, warmem Sopran in allen Lagen prachtvolle Töne, ihre „Pace, pace“-Arie gehört zu den anrührendsten Momenten. Russell Thomas als Alvaro ist spielintensiv präsent mit warmem dunklem Tenor, die stählerne Höhe ist stark, insbesondere im Duett mit Carlo. Intensiv ist auch das Duett zwischen Klostervorsteher Pater Guardian und Leonora bei der Aufnahmeszene im Kloster. Marco Mimica singt das mit wunderschönem sonoren Bass und vollem runden Tondesign.

Die Schrecken des Krieges sind total; es gibt keinen Sieger; es gibt nur Verlierer; auch vermeintliche Sieger werden letztlich zu Verlierern

La Forza del destino an der Deutschen Oper Berlin; Weitere Vorstellungen am 17., 20., 26. Juni 2020.

 

Verona, Arena di Verona, 97. Opernfestival: 21.06. – 07.09.2019, IOCO Aktuell, 23.03.2019

arena.gif

Arena di Verona

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

97. OPERNFESTIVAL 2019 – Arena di Verona

 La Traviata, Aida, Il Trovatore, Carmen, Tosca

Das 97. Opernfestival in der Arena di Verona beginnt am 21. Juni 2019 mit La Traviata von Giuseppe Verdi, eine neue Inszenierung des legendären Franco Zeffirelli,*1923. Die Festspiele dauern bis 7. September 2019. An 51 Abenden werden in der „Tradition der Arena“ klassische Opern für das spektakuläre römische Amphitheater inszeniert. Große Stars der Opernbühne geben hier gerne ihr Stelldichein. Über 600.000 Besucher werden das 97. Opernfestival 2019 in der Arena di Verona erneut zum größten Opernereignis der Welt  machen. Fünf Opern stehen 2019 auf dem Spielplan:  La Traviata, Aida, Il Trovatore, Carmen, Tosca. 

Geschichtliches: Seit 1913, dem 100. Geburtsjahr von Giuseppe Verdi, populärster aller Opernkomponisten und sensibler Menschenfreund, finden in der antiken Arena di Verona die über zwei Monate dauernden Opernfestspiele statt. Stimm- und Lebensfreude sind die besonderen Merkmale dieses Opernfestivals. Verona feiert dies Festival im humanen Geiste Giuseppe Verdis, „lebendig, mitten im Volk“.

AIDA 2018 in der Arena – Triumphmarsch
youtube Trailer der Arena di Verona
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Julia Statue im Casa di Giulietta in Verona © IOCO

Julia Statue im Casa di Giulietta in Verona © IOCO

Die Arena di Verona wurde 30 n.Chr. erbaut. Von einem Erdbeben im Jahr 1117 schwer zerstört sind die Umfänge heute 138 x 109 Meter. 45 Stufenränge mit 45 Zentimeter Höhe und Tiefe bieten 22.000 Besuchern Platz. Die Arena di Verona – nach dem Kolosseum in Rom und der Arena von Capua – das drittgrößte der erhaltenen antiken Amphitheater. Wo 1278 die letzten gegen die Inquisition kämpfenden Katharer hingerichtet wurden, wo früher Gladiatoren mit Löwen kämpften schwelgen heute lebensfrohe Musikliebhaber.

97. OPERNFESTIVAL 2019  – ARENA DI VERONA

Drei intensive Monate, 5 Operntitel, drei Sonderevents, 51 Aufführungen, 80 Solisten aus aller Welt, darunter Alessandra Kurzak, welche als Violetta Valéry neben Leo Nucci als Giorgio Germont in Traviata zur Festivaleröffnung am 21.6.2019 singen wird; aber auch Anna Netrebko (Leonore in Trovatore 29.6., 4.7.; 7.7.2019), Jusif Eyvazov, Plácido Domingo, neben dem Event am 4.8.2019, siehe folgender Absatz, auch als Giorgio Germont in Traviata, 1.8.), Lisette Oropesa, Leo Nucci, Vittorio Grigolo, Aleksandra Kurzak, Saioa Hernández, Erwin Schrott, Hui He, Dmitry Belosselskiy, Tamara Wilson (u.a. als AIDA), Luca Salsi, Maria José Siri (u.a. als AIDA), Pavel Petrov, Amartuvshin Enkhbat (u.a. als Amonasro), singen zusammen mit bekannten Nebenstimmen in La Traviata, Aida, Il Trovatore, Carmen, Tosca.

Mit dem Sonderevent Plácido Domingo 50 Arena Anniversary Night am 4.8.2019 werden fünfzig Jahre künstlerische Tätigkeit seit dem Erstauftritt in der Arena von Placido Domingo gefeiert, einer wahren Legende in der internationalen Opernwelt. Die Ballettveranstaltung Roberto Bolle and Friends wird an zwei Abenden im Zeichen des Weltballetts über die Bühne gehen. Am dritten Eventabend tritt die symphonische Musik auf die Bühne der Arena mit Carl Orffs Carmina Burana.

Ikonen des Operngesangs und junge aufstrebende Talente: die Arena als Würdigung und Anerkennung von grossen Opernstars und Debütrampe für neue Talente im berühmtesten und grössten Freilichttheater der Welt. Folgende Dirigenten werden zu den fünf Produktionen am Pult stehen:

–  Daniel Oren, Andrea Battistoni und Marco Armiliato am Pult von La Traviata
–  Francesco Ivan Ciampa und Daniel Oren dirigieren Aida
–  Daniel Oren dirigiert Carmen
–  Piergiorgio Morandi dirigiert Il Trovatore
–  Daniel Oren dirigiert Tosca

In der Besetzung wechseln sich grosse internationale Opernstars, bekannte Namen auf den prestigereichsten Weltbühnen und bestmögliche Kenner der vielschichtigen Realität der Arena mit jungen aufstrebenden Sängern ab, in deren Curriculum ein Auftritt auf der gefürchteten, aber von allen erträumten Bühne der Arena nicht fehlen darf.

Arena di Verona / Stimmungsbild zur Pause in der Arena di Verona © IOCO

Arena di Verona / Stimmungsbild zur Pause in der Arena di Verona © IOCO

Die Besetzung ist auch ein Abbild der globalen Verbreitung der Oper, die nicht mehr nur eine Charakteristik der westlichen Kultur darstellt, sonden auch zur Leidenschaft in vielen aufsteigenden Ländern wie Russland und China geworden ist, die unter den Zuschauern in der Arena bestens vertreten sind, denn die Künstler und das Publikum sind stark international geprägt.

Das 97. Opernfestival beginnt am 21. Juni 2019 mit einer neuen, von Franco Zeffirelli geschaffenen Inszenierung von Verdis La Traviata, bestmögliche Synthese seiner jahrelangen Reflexionen über die beliebte Thematik; auf der Bühne der polnische Sopran Aleksandra Kurzak, eine grossartige Sängerin, die von den berühmtesten Opernhäusern in aller Welt gerufen wird und auch ausgezeichnete Musikerin ist; dann die Amerikanerin Lisette Oropesa, Publikumsliebling beim letzten Rossini-Festival in Pesaro, die Kroatin Lana Kos, die der Bühne der Arena besonders verbunden ist, wo sie im Jahr 2011 in Hugo de Anas La Traviata ihr Debüt gefeiert hat und die dann auch in der Carmen singt und die Russin Irina Lungu, die bereits beim Veroneser Publikum grossen Beifall geerntet hat: ein Quartett von grossartigen Stimmen und stattlicher Bühnenpräsenz für eine Bühne, auf der die “Nouvelle Vague” der Opernwelt am besten zur Geltung kommt, denn sie legt besonderen Wert auf die Schauspielkunst und steht so der filmtechnischen Vorstellung sehr nahe.

 La Traviata in der Arena di Verona

Summa  der ästhetischen Auffassung der Legende Franco Zeffirelli

Zwei lang gehegte  Liebschaften, die endlich zusammenkommen:  La Traviata und die Arena von Verona. La Traviata ist mit Sicherheit eine der von Zeffirelli in seiner langen Karriere als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner am häufigsten dargestellten Opern; 1958 hatte er diese Oper in Dallas in der Besetzung von Maria Callas inszeniert und sich als junger aufstrebender Regisseur mit seinem künstlerischen Vorbild Visconti gemessen, der die Oper kurz vorher in der berühmten Gestaltung an der Mailänder Scala dargestellt hatte;  bekannt sind auch seine engen Beziehungen  zu Verona, mit seinem persönlichen Touch beim Restyling der Piazza Bra, insbesondere aber mit der Arena, in deren immensen und feierlichen Weite  er unvergessliche Operninszenierungen von  Carmen, Aida, Il Trovatore, Turandot, Madama Butterfly, Don Giovanni kreiert hat und für die diesjährige Opernsaison endlich die allseits erwartete Traviata.  Die Erwartungen sind riesig, nicht nur weil der Artist mit diesem Werk in der Opernwelt einen Meilenstein gesetzt hat, man denke nur an die Verfilmung von  Traviata aus dem Jahr  1983,  die die Chronik  der Oper auf der Leinwand stark geprägt hat, sondern auch weil alle Traviate von Zeffirelli das Publikum in aller Welt immer bezaubert haben, in seinen ständigen, ästhetisch untadeligen und emotionell faszinierenden Neuauslegungen des populären Dramas von Giuseppe Verdi. Nun kommt endlich “seine” Traviata  in die Arena und diese Inszenierung wird wirklich zum Höhepunkt seiner fortwährenden, sachkundigen Auslegung des Texts, die den Artisten  sein ganzes Leben begleitet hat.

Also eine neue  Traviata, die gleichzeitig zur Chronik einer langen Ideenkette von Bildern, Farbnuancen und Anregungen wird, die sich in den Augen und Herzen der Opernfans aus aller Welt eingenistet haben, unter Zitaten, Sinnesänderungen, Erinnerungen an frühere Gestaltungen, als handle es sich um eine Enzyklopädie der stilistischen  Überlegungen  Zeffirellis rund um das heissgeliebte Thema. Man könnte also diese Traviata in der Arena als allerletzte Zusammenfassung eines wagnerianischen Leitmotivs  bezeichnen, das ewig in der Schwebe war  und nun im Juni 2019 vollendet wird.

Desto mehr wenn es sich um eine bedeutende Produktion handelt, insbesondere in den Augen der jüngeren Generationen, die die grossartigen Inszenierungen Zeffirellis aus der Vergangenheit nicht persönlich erlebt haben und ein Fresko vorfinden werden, das das Florilegium einer auserlesenen, von Erfahrungen geprägten Ideenkette darstellt, hochstilisierte ?berlegungen und gleichzeitig auch ein historisches und ästhetisches Dokument.

In Zeffirellis, La Traviata folgender, ebenso zauberhaftem Il Trovatore wird nach den drei beinahe ausverkauften Vorführungen auch Anna Netrebko und die wunderschöne Stimme der Italienierin Anna Pirozzi zu hören sein, “ein wunderschöner dramatischer Koloratursopran”. Männlicher Hauptdarsteller in einigen Vorstellungen ist  Ehemann Jusif Eyvazov, der aserbaidschanische Tenor, der gemeinsam mit Ehefrau Anna Netrebko auftritt.

Anlässlich der Première der Carmen werden die bildschöne Uzbekin Ksenia Dudnikova und die junge und talentierte Spanierin Ruth Iniesta in den Hauptrollen singen, die letztere ist auch in der Besetzung der Carmina Burana.

Arena di Verona / Festspiele 2018 hier Nabucco © Ennevi

Arena di Verona / Festspiele 2018 hier Nabucco © Ennevi

Die nächste grossartige Première findet am 22. Juni 2019 mit Verdis Aida statt, mit der wundervollen Regie von Regisseur Gianfranco de Bosio, die er 1982 gestaltet hat in Anlehnung an die Originalinszenierung der von Ettore Fagiuoli 1913 kreierten ersten Aida in der Arena; die diesjährige Aida wird aber mit einigen interessanten Neuheiten aufwarten. In der Besetzung der historischen Aida sind auch Anna Pirozzi, die Amerikanerin Tamara Wilson,wahre Kraft der Natur”, die faszinierende Spanierin Saioa Hernandez, deren künstlerische Persönlichkeit bereits im Attila an der Scala geschätzt wurde, die Chinesin Hui He, Publikumsliebling in der Arena, die sich auch in der Tosca mit Saioa Hernandez abwechseln wird, und die in Italien und weltweit beliebte hübsche Georgierin Svetlana Kasyan: fünf bemerkenswerte Stimmen und Darstellerinnen, die sich im Rahmen der zeitlosen Inszenierung durchsetzen und die Erwartungen des immensen Publikums sicher nicht enttäuschen werden. Primaballerina Petra Conti, Principal Dancer des Los Angeles Ballet.

Beachtenswerte Darsteller mit grossartigen Stimmen und Schauspielertalent sind der junge Weissrusse Pavel Petrov, in der Rolle des Alfredo anlässlich der Erstaufführung von La Traviata, der temperamentvolle und rollenübergreifende Starsänger am New Yorker Metropolitan Vittorio Grigolo, der auch anlässlich der Oscarverleihung aufgetreten ist und der amerikanische Tenor Stephen Costello, der auf den bekanntesten Bühnen in aller Welt auftritt. In der historischen Inszenierung der Aida singt desweiteren Murat Karahan, der sich in der Arena seit seinem Debüt behauptet hat, Erwin Schrott in Carmen, ein vielseitiger Künstler, Luca Salsi, in Il Trovatore und der Bariton “par excellence” Leo Nucci.

Madame Butterfly 2014 in der Arena
youtube Trailer der Arena di Verona
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Eine faszinierende Besetzung mit den bekanntesten Namen der internationalen Opernwelt, die die Erwartungen der Opernfans erfüllen und beim neuen Publikum Interesse für die Oper erwecken werden, denn dies ist die Berufung der Arena seit der ersten Opernaufführung am 10. August 1913 mit Aida, der Symboloper des Festivals in der Arena.

Das weltweit grösste Opernschauspiel kann beginnen auch dank der allseits anerkannten Professionalität der künstlerischen Ensembles und der technischen Mitarbeiter der Stiftung Arena di Verona mit ihren zahlreichen Statisten und Mimen. Das Statement des Bürgermeisters von Verona und Vorsitzenden der Stiftung Arena, Federico Sboarina:

“Es ist mir eine grosse Ehre, die diesjährige Opernsaison vorstellen zu dürfen, die zweite nach der Wende, die wir mit Tatkraft und Beharrlichkeit herbeigeführt haben. Verona kann sich zweier Prachtstücke rühmen, der Stiftung Arena, die in den Sommermonaten ihr ruhmreiches Festival veranstaltet und die Arena, das Symbol der Stadt, aber auch die grö?te weltweit bekannte Freilichtbühne. Die besonderen akustischen Merkmale des Amphitheaters und die Professionalität der Stiftung Arena bilden zusammen eine Einzigartigkeit, die das Image von Verona und das Echo qualitativer Musik in aller Welt ausstrahlt. Deshalb geht mein Dank an die Oberintendantin und an den gesamten richtungsweisenden Rat für die einwandfreien Leistungen, das Ergebnis einer unermüdlichen Leidenschaft und anerkannten Fähigkeit. Ein Dankeschön auch an alle Artisten der Besetzung und an unsere Mitarbeiter, der Seele jedes Festivals”.

Cecilia Gasdia, Oberintendantin und künstlerische Leiterin der Stiftung Arena, bringt ihre persönliche Befriedigung über das Angebot des 97. Opernfestivals 2019 zum Ausdruck: “Bangen, Freude aber auch Herzklopfen überwältigen mich beim Herannahen des einladenden Gongschlags mit dem unser Amphitheater, wie jeden Sommer seit über einhundert Jahren, der Opernwelt anvertraut und gewidmet wird. In der diesjährigen Veranstaltung treten auf der Bühne der Arena berühmte internationale Artisten auf neben vielversprechenden Nachwuchstalenten bei ihrem Debüt. Ein von bedeutenden Bestätigungen, allseits erwarteten Erstauftritten und freudiger Rückkehr auf die Bühne der Arena geprägtes Festival mit einer Spitzenbesetzung”.

—| IOCO Aktuell Fondazione Arena di Verona |—

Maria José Siri, Sopranistin – Im Gespräch mit IOCO, IOCO Interview, 30.11.2018

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Staatsoper Hamburg

Maria Jose Siri

IOCO im Gespräch   –  Sopranistin MARIA JOSÉ SIRI

Von Rolf Brunckhorst

Anlässlich der Wiederaufnahme von Puccinis Manon Lescaut trafen wir die junge Sopranistin Maria José Siri, die bereits vor einigen Jahren ihr Hamburger Staatsopern-Debüt als Aida gab, und jetzt als Manon nach Hamburg zurückgekehrt ist.

Frau Siri hat in den vergangen Jahren eine beachtliche Karriere gemacht, insbesondere seit sie vor zwei Jahren an der Mailänder Scala ihr Debüt als Madame Butterfly in der Urfassung dieser Puccini-Oper gab. Im vergangenen Jahr gab sie an der Scala ein weiteres Rollendebüt als Francesca da Rimini, auch in dieser Spielzeit wird sie an die Mailänder Scala zurückkehren, ebenfalls als Manon Lescaut in einer Neuproduktion der Erst-Fassung dieser Oper.

Auf die Frage, welche der beiden Frauengestalten, Butterfly oder Manon, sie bevorzuge, erwidert sie nach kurzen Überlegen: „Ich würde mich für die Manon entscheiden, weil sie mir vom rebellischen Temperament her ähnlicher ist als die Butterfly. Mir als Südamerikanerin liegt der eher rebellische Charakter der Manon mehr als die ständig zurückhaltende, unterwürfige und gehorsame Butterfly.“

Maria José Siri © Victor Santiago

Maria José Siri © Victor Santiago

Maria José Siri wurde in Uruguay geboren, ihre Familie mütterlicherseits stammt aus Spanien, ihre Vorfahren väterlicherseits stammen aus einer musikalischen neapolitanischen Familie. Nach ihrem Gesangsstudium in Montevideo hatte sie ihre ersten Bühnenauftritte u.a. an den argentinischen Opernhäusern Rosario und La Plata, u.a. in Partien wie Musetta, Figaro-Gräfin und Donna Anna; ihr Debüt am Teatro Colón in Buenos Aires gab sie als Micaela in Carmen. Um ihre Gesangsstudien fortzusetzen ging sie zunächst nach Paris, später nach Wien, wo Ileana Cotrubas ihre Lehrerin wurde. Seit 15 Jahren lebt sie nun in Verona, von dort aus eroberte sie bedeutende Opernhäuser in Italien und anderen europäischen Ländern. So sang sie an der Wiener Staatsoper bereits Butterfly, Tosca, Andrea Chenier, an der Berliner Staatsoper Tosca und Tatjana/ Eugen Onegin, an der Dresdner Semper-Oper Tosca, am Liceo Barcelona La Boheme, am Théatre La Monnaie in Brüssel die Amelia/Maskenball, in Valencia Manon Lescaut, in Bilbao die Elisabetta/Don Carlos u.a.m. Besonders verbunden ist sie auch mit dem Opernhaus Turin, wo sie u.a. neben der Tosca auch Rollendebüts als Desdemona/Otello und Amelia/Simone Boccanera geben konnte.

Bei diesem breit gefächerten Repertoire bietet sich die Frage nach ihren Lieblingspartien an:  „Das ist vor allem an erster Stelle die Norma, die mir stimmlich vorzüglich liegt, ich habe diese Partie erstmals beim Opern-Festival in Macerata gesungen, von dieser Aufführung ist auch eine DVD in den Handel gekommen. An zweiter Stelle kommt die Madeleine de Coigny aus Andrea Chenier, ich sang diese Partie bereits in Turin, bei den Bregenzer Festspielen, an der Wiener Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, am Teatro dell’Opera in Rom, und auch in Tokio. An die dritte Stelle würde ich Zandonais Francesa da Rimini setzen.“ Es folgt ein Gespräch über weitere wichtige Frauengestalten der italienischen Oper. „Puccinis Fanciulla del West hat eine wunderbare Musik, aber mir gefällt der Charakter der Minnie nicht so sehr, ähnlich ergeht es mir mit der Santuzza aus Mascagnis Cavalleria rusticana. Die Elisabetta in Verdis Don Carlos habe ich sowohl fünfaktig in Französisch und Italienisch gesungen, und vieraktig in Italienisch, aber ich bevorzuge das französische Original. Das Werk ist in französischer Sprache geschrieben und muss auch so klingen, und es sollte stets ungekürzt aufgeführt werdenTosca auch Rollendebüts als Desdemona/Otello und Amelia/Simone Boccanera geben konnte.“

Bei diesem breit gefächerten Repertoire bietet sich die Frage nach ihren Lieblingspartien an: „Das ist vor allem an erster Stelle die Norma, die mir stimmlich vorzüglich liegt, ich habe diese Partie erstmals beim Opern-Festival in Macerata gesungen, von dieser Aufführung ist auch eine DVD in den Handel gekommen. An zweiter Stelle kommt die Madeleine de Coigny aus Andrea Chenier, ich sang diese Partie bereits in Turin, bei den Bregenzer Festspielen, an der Wiener Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, am Teatro dell’Opera in Rom, und auch in Tokio. An die dritte Stelle würde ich Zandonais Francesa da Rimini setzen.“ Es folgt ein Gespräch über weitere wichtige Frauengestalten der italienischen Oper. „Puccinis Fanciulla del West hat eine wunderbare Musik, aber mir gefällt der Charakter der Minnie nicht so sehr, ähnlich ergeht es mir mit der Santuzza aus Mascagnis Cavalleria rusticana. Die Elisabetta in Verdis Don Carlos habe ich sowohl fünfaktig in Französisch und Italienisch gesungen, und vieraktig in Italienisch, aber ich bevorzuge das französische Original. Das Werk ist in französischer Sprache geschrieben und muss auch so klingen, und es sollte stets ungekürzt aufgeführt werden.“

Nun kommen wir auf Regisseure und moderne Operninszenierungen zu sprechen. Generell lehnt Frau Siri das deutsche moderne Regietheater nicht ab, und sie hat auch noch nie ein Engagement wegen einer zu modernen Regie abgesagt. Akribisch bereitet sich Frau Siri auf jede neue Rolle vor: „Ich beginne mit der Literatur, zuerst lese ich, wenn vorhanden, den zugrunde liegenden Roman oder das zugrunde liegende Theaterstück und informiere mich über die Epoche, in der das Stück spielt, im Falle der „Manon Lescaut“ z.B. Abbé Prévosts Romanvorlage. Dann erarbeite ich die Partie für mich allein am Klavier, dann lerne ich den Text, und wenn ich die ganze Partie beherrsche, gehe ich noch einige Male zu meinem Gesangslehrer, und dann bin ich für die Theaterproben vorbereitet“.

Maria José Siri © Victor Santiago

Maria José Siri © Victor Santiago

Zukünftige Engagements der Künsterin sind u.a. Andrea Chenier an der Deutschen Oper Berlin, ein Verdi-Konzert an der Mailänder Scala, Suor Angelica und Giorgetta/ Il Tabarro in Florenz, Madame Butterfly in Muscat/Oman, Tosca am Teatro Carlo Felice in Genua, die bereits erwähnte Erst-Fassung von Manon Lescaut an der Mailänder Scala, und im Sommer wiederum die Aida in der Arena di Verona. Neues gibt es auch von ihr auf dem DVD- und CD-Markt: In Kürze wird die Mailänder Butterfly auf DVD erscheinen, und als CD ist ein Puccini-Recital geplant.

Auf die Frage, wie sie neben ihren zahlreichen Engagements ihre knapp bemessene Freizeit gestaltet, antwortet sie: „Ich liebe die Natur, ich bin sehr naturverbunden, die Städte, in denen ich gastiere, erwandere ich sehr gerne, so habe ich hier in Hamburg viele Spaziergänge unternommen, bin um die Alster gelaufen, auch mit dem Alsterdampfer gefahren, bin zum Hafen gegangen und habe mir die Elbphilharmonie angesehen und hoffe sehr, dass ich auch dort einmal singen werde, ich bin in der St. Michaeliskirche gewesen, mit dem Lift hochgefahren und habe den Blick über Hamburg genossen, ich fotografiere gern und habe Hunderte Fotos von Hamburg gemacht. Zwischen den Hamburger Aufführungsterminen fliege ich zurück nach Verona, wo ich mich um die Einrichtung meines neuen Domizils kümmere, welches im Dezember bezugsfertig sein wird. Dabei kann ich mich auch ausführlich mit meinem Hund und meiner Katze beschäftigen, um die sich während meiner Abwesenheiten meine Tochter kümmert. Desweiteren gehe ich gern ins Kino, besonders bei trüber Witterung, und im Sommer liege ich auch gern mal am Strand und genieße die Sonne.“

Wir danken Frau Siri für dies ausführliche Gespräch und hoffen sehr, sie recht bald wieder an der Hamburger Staatsoper erleben zu können. Das Gespräch mit Frau Siri führte IOCO – Korrespondent Rolf Brunckhorst.

—| IOCO Interview María José Siri |—

Verona, Arena di Verona, 96. Opernfestival 2018, 22.06. – 01.09.2018

arena.gif

Arena di Verona

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

96. OPERNFESTIVAL  – 2018

Carmen, Nabucco, Aida, Turandot, Il Barbiere di Sivigli

Das 96. Opernfestival in der Arena di Verona beginnt diesen Freitag, den 22. Juni 2018 mit Carmen von Georges Bizet; Anna Goryachova als Carmen, in einer neuen Inszenierung von Hugo de Ana: Mehr zu dieser Produktion – siehe am Ende dieses Berichts.

Die Festspiele dauern bis 1. September 2018. An 47 Abenden werden dort in der „Tradition der Arena“  klassische Opern eigens für das römische Amphitheater spektakulär inszeniert. Stars der Opernbühne geben ihr Stelldichein. Für 600.000 Besucher wird dies Opernfestival auch 2018 zu einem bewegenden Erlebnis.

Arena di Verona / Stimmungsbild zur Pause in der Arena di Verona © IOCO

Arena di Verona / Stimmungsbild zur Pause in der Arena di Verona © IOCO

Seit 1913, zum 100. Geburtsjahr des populärsten aller Opernkomponisten dem sensiblem Menschenfreund Giuseppe Verdi, finden in der antiken Arena di Verona über zwei Monate dauernde Opernfestspiele statt. 2018 machen über 600.000 Theater-besucher die Festspiele in der Arena di Verona zum größten Opernereignis der Welt. Stimm- und Lebensfreude sind die Merkmale dieses Opernfestivals. Verona feiert dies Festival im humanen Geiste Giuseppe Verdis, „lebendig, mitten im Volk“.

Die Arena di Verona wurde 30 n.Chr. erbaut. Von einem Erdbeben im Jahr 1117 schwer zerstört sind die Umfänge heute 138 x 109 Meter. 45 Stufenränge mit 45 Zentimeter Höhe und Tiefe bieten 22.000 Besuchern Platz. Die Arena di Verona – nach dem Kolosseum in Rom und der Arena von Capua – das drittgrößte der erhaltenen antiken Amphitheater. Wo 1278 die letzten gegen die Inquisition kämpfenden Katharer hingerichtet wurden, wo früher Gladiatoren mit Löwen kämpften schwelgen heute lebensfrohe Musikliebhaber.

Anlässlich der 96. Veranstaltung des historischen Opernfestivals in der Arena von Verona vom 22. Juni bis 1. September 2018 sind an 47 Aufführungsabenden zusammen mit international berühmten Interpreten auch die kreativen und technischen Mitarbeiter der Stiftung Arena engagiert. Das Festival wird mit einer neuen Inszenierung von Georges Bizets Carmen eröffnet, einer der weltweit meistgespielten Opern; es folgen die grossen klassischen Werke in eindrucksvollen Aufmachungen sowie Giuseppe Verdis Nabucco in der Inszenierung, mit der die vergangene Opernsaison 2017 eröffnet wurde.

Arena di Verona / Festspiele 2018 hier Il Barbiere di Siviglia © Ennevi

Arena di Verona / Festspiele 2018 hier Il Barbiere di Siviglia © Ennevi

Auf dem Spielplan stehen insgesamt fünf Opern: ausser Carmen und Nabucco, Aida von Giuseppe Verdi, Turandot von Giacomo Puccini und Il Barbiere di Siviglia von Gioachino Rossini. Zwei nicht zu versäumende Ereignisse bereichern das Programm: Roberto Bolle and Friends, ein absolutes Muss in der Ballettwelt und Special Opera Night für ein einzigartiges Festival, das seit über einhundert Jahren das Publikum in Verwunderung versetzt und begeistert.

Das Festival 2018 wird am 22. Juni mit Carmen, Bizets Meisterwerk, eröffnet; die Oper, die beim Publikum der Arena immer grossen Anklang findet, wird an 13 Abenden in einer neuen, vom argentinischen Regisseur Hugo de Ana signierten Inszenierung aufgeführt.
Wiederholungen: 29. Juni um 21.00 Uhr – 6. 11. 17. 21. Juli 21.00 Uhr – 3. 9. 12. 22. 25. 28. 31. August um 20.45 Uhr.

Traditionsgemäss findet am Tage darauf, 23. Juni, die Erstaufführung der in der Arena zum Symbol gewordenen Oper statt: Verdis Aida wird an 16 Abenden in der imposanten Inszenierung von Franco Zeffirelli aus dem Jahr 2002 und mit dem Kostümen von Anna Anni dargestellt.  Wiederholungen: 28. Juni um 21.00 Uhr – 8. 10. 14. 19. 22. 27. Juli um 21.00 Uhr – 2. 5. 7. 11. 19. 23. 29. August um 20.45 Uhr – 1. September um 20.45 Uhr.

Die dritte Oper auf dem Spielplan 2018 ist Puccinis Turandot in einer Interpretation des genialen Regisseurs Franco Zeffirelli aus dem Jahr 2010, der Regie und auch Bühnenbild zeichnet, und mit den Kostümen des Oskarpreisträgers Emi Wada. Die Oper wird vom 30. Juni an fünf Abenden dargestellt. Wiederholungen: 5. 13. 18. 26. Juli um 21.00 Uhr.

Arena di Verona / Festspiele 2018 hier Nabucco © Ennevi

Arena di Verona / Festspiele 2018 hier Nabucco © Ennevi

Vom 7. Juli kehrt für 6 Vorstellungen Verdis Nabucco in der von grossem Beifall begleiteten Inszenierung zurück, die das Festival 2017 eröffnet hatte. Regie und Kostüme von Arnaud Bernard und Bühnenbild von Alessandro Camera. Wiederholungen: 12. 20. 28. Juli um 21.00 Uhr – 10. 18. August um 20.45 Uhr.

Als letzter Operntitel auf dem Programm wird am 4. August an 5 Abenden Rossinis Il Barbiere di Siviglia aufgeführt; die von Hugo de Ana kreierte Inszenierung aus dem Jahr 2007 verwandelt das römische Amphitheater in einen faszinierenden Garten; die unterhaltsamen Choreographien stammen von Leda Lojodice. Wiederholungen: 8. 17. 24. 30. August um 20.45 Uhr.

Dazu kommen zwei Überraschungen: am 25. Juli kehrt zum fünften Mal im Rahmen des Opernfestivals in der Arena das Grossevent Roberto Bolle and Friends ins Amphitheater, ein Stelldichein mit der internationalen Ballettwelt; am 26. August hingegen findet ein magischer Opernabend mit au?ergewöhnlichen Interpreten statt, womit die unsterblichen Opernwerke gefeiert werden.

Folgen Sie den Veranstaltungen der Arena von Verona auf der Website www.arena.it und in den sozialen Medien, um alle Details zu entdecken und Ihren Platz für die Aufführungen zu buchen. Lassen Sie sich nicht einen magischen Opernabend unter dem Sternenhimmel der Arena im Sommer 2018 entgehen!


Carmen – Georges Bizet


Das Opernfestival beginnt Freitag den 22. Juni  2018 ( mit Carmen, unter der Regie von Hugo de Ana, der auch die Kostüme und den Bühnenbild signiert. Bizets Drama wird an 13 Abenden, bis 31. August, in einer neuen Inszenierung. Auf dem Podium Francesco Ivan Ciampa. Entdecken Sie mehr und verpassen Sie nicht die Gelegenheit an einer einzigartigen Aufführung teilzunehmen!

Musikalische Leitung Francesco Ivan Ciampa; Regie, Bühnenbild und Kostüme Hugo de Ana; Choreographie Leda Lojodice; Licht Paolo Mazzon; Projection design Sergio Metalli

Knabenchor A.LI.VE. unter der Leitung von Paolo Facincani, Chordirektor Vito Lombardi
Ballett Koordinator Gaetano Petrosino, Leiter Bühneausstattung Michele Olcese
Neue Inszenierung von Fondazione Arena di Verona, Orchester, Chor, Balletkorps und Techniker der Arena di Verona.

MIT:
Carmen Anna Goryachova (22, 29/6 – 11, 17, 21/7 – 3, 9/8) / Carmen Topciu (6/7, 22, 25, 28, 31/8) / Ksenia Dudnikova (12/8)

Micaela Mariangela Sicilia (22, 29/6 – 6, 11/7) / Ruth Iniesta (17/7) / Serena Gamberoni (21/7 – 3, 9, 12/8) / Eleonora Buratto (22, 25, 28, 31/8)

Frasquita Ruth Iniesta (22, 29/6 – 6, 11, 21/7 – 3, 9/8) / Barbara Massaro (17/7 – 12, 22, 25, 28, 31/8)

Mercédès Arina Alexeeva (22, 29/6 – 6, 11, 17, 21/7 – 3, 9/8) / Clarissa Leonardi (12, 22, 25, 28, 31/8)

Don José Brian Jagde (22, 29/6 – 25, 28, 31/8) / Marcelo Puente (6, 11, 17/7) / Francesco Meli (21/7 – 3, 9, 12/8) / Luciano Ganci (22/8)

Escamillo Alexander Vinogradov (22, 29/6 – 6, 11, 17, 21/7 – 3/8) / Erwin Schrott (9, 12, 22, 25/8) / Alberto Gazale (28, 31/8)

Dancairo Davide Fersini (22, 29/6 – 6, 11, 17, 21/7 – 3, 9, 12, 22/8) / Biagio Pizzuti (25, 28, 31/8)

Remendado Roberto Covatta (22, 29/6 – 6, 11, 21/7 – 3, 9/8) / Enrico Casari (17/7 – 12, 22, 25, 28, 31/8)

Zuniga Luca Dall’Amico (22, 29/6 – 9, 12, 22, 25, 28, 31/8) / Gianluca Breda (6, 11, 17, 21/7 – 3/8)

Moralès Biagio Pizzuti (22/6 – 21/7 – 3, 9, 12, 22/8) / Gocha Abuladze (29/6 – 6, 11, 17/7 – 25, 28, 31/8)


Aida – Giuseppe Verdi


Aida geht über die Arena von Verona Bühne in der Inszenierung aus dem Jahr 2002 des genialen Franco Zeffirelli und den Kostümen von Anna Anni. Ab 23. Juni bis 1. September an 16 Abenden wird Verdis Oper unter der musikalischen Leitung von Jordi Bernàcer, Daniel Oren und Andrea Battistoni. Wir erwarten Sie!

Musikalische Leitung, Jordi Bernàcer (23, 28/06 – 8, 10, 14/07), Daniel Oren (19, 22, 27/7 – 2, 5, 7, 11/8), Andrea Battistoni (19, 23, 29/8 – 1/9)

Regie und Bühnenbild Franco Zeffirelli, Kostüme Anna Anni, Choreographie Vladimir Vasiliev, Orchester, Chor, Balletkorps und Techniker der Arena di Verona

MIT:
Der König Romano Dal Zovo (23, 28/6 – 8, 10, 14, 19, 22/7 – 5, 7/8) / Roberto Tagliavini (27/7 – 2, 19/8) / Enrico Marchesini (11, 23, 29/8 – 1/9)

Amneris Violeta Urmana (23, 28/6 – 8, 10, 14, 19, 22/7) / Carmen Topciu (27/7 – 2/8) / Judit Kutasi (5, 7, 11, 19, 23/8) / Anita Rachvelishvili (29/8, 1/09)

Aida Anna Pirozzi (23/6) / Kristin Lewis (28/6 – 8, 10, 14/07) / Maria José Siri (19, 22, 27/7 – 7, 11, 19/8) / Susanna Branchini (2, 5, 23/8) / Hui He (29/8 – 1/9)

Radamès Yusif Eyvazov (23, 28/6) / Marco Berti (8, 10, 14/7) / Carlo Ventre (19, 22, 27/7 – 11/8) / Gregory Kunde (2, 5, 7/8) / Walter Fraccaro (19, 23, 29/8 – 1/9)

Ramfis Vitalij Kowaljow (23, 28/6) / Rafa? Siwek (8, 10, 14, 27/7 – 2, 5/8) / In Sung Sim (19, 22/7) / Marko Mimica (7, 11, 19/8) / Gianluca Breda (23, 29/8 – 1/9)

Amonasro Luca Salsi (23/6) / Sebastian Catana (28/6 – 8, 10, 14/7)
Ambrogio Maestri (19, 22, 27/7) / Amartuvshin Enkhbat (2, 5, 7, 19, 23/8) / Federico Longhi (11, 29/8) / Gocha Abuladze (1/9)

Ein Bote Antonello Ceron (23, 28/06 – 8, 10, 14, 19, 22/07) / Carlo Bosi (27/7 – 2, 5, 7, 11, 19, 23, 29/8 – 1/9)

Oberpriesterin 
Francesca Tiburzi (23, 28/6 – 8, 10, 14, 19, 22, 27/7 – 2, 5, 7, 11/8) / Arina Alexeeva (19, 23, 29/8 – 1/9)

Erste Tänzer Beatrice Carbone / Petra Conti (23, 28/6 – 8, 10, 14, 19, 22, 27/7 – 2, 5, 7, 11/8) / Alessia Gelmetti (19, 23, 29/8 – 1/9) / Gabriele Corrado (23, 28/6 – 8, 14, 19, 22, 27/7) / Mick Zeni (10/7 – 2, 5, 7, 11/8) / Davit Galstyan (19, 23, 29/8 – 1/9)


Turandot – Giacomo Puccini


Vom 30. Juni bis 26. Juli für insgesamt 5  Darbietungen kehrt Turandot von Giacomo Puccini zurück: die Oper, in der eleganten und außerordentlichen Inszenierung des Regisseurs und Bühnenbilders Franco Zeffirelli und Kostüme von Emi Wada. Verpassen Sie nicht diese spannende Aufführung!

Musikalische Leitung, Daniel Oren (30/6 – 18, 26/7), Francesco Ivan Ciampa (5, 13/7)

Regie und Bühnenbild Franco Zeffirelli, Kostüme Emi Wada, Choreographie Maria Grazia Garofoli, Licht Paolo Mazzon

Knabenchor A.d’A.MUS. unter der Leitung von Marco Tonini, Orchester, Chor, Balletkorps und Techniker der Arena di Verona

 Mit:  Turandot Anna Pirozzi (30/6 – 18, 26/7) / Rebeka Lokar (5, 13/7), Altoum Antonello Ceron, Timur Giorgio Giuseppini, Calaf Gregory Kunde (30/6) / Murat Karahan (5, 13, 18, 26/7), Liù Vittoria Yeo (30/6) / Ruth Iniesta (5, 13/7) / Eleonora Buratto (18, 26/7), Ping Federico Longhi, Pong Roberto Covatta, Pang Marcello Nardis, Ein Mandarin Gianluca Breda

—| Pressemeldung Fondazione Arena di Verona |—

Nächste Seite »