Kiel, Theater Kiel, Spielplan August-September 2019

August 12, 2019 by  
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Theater Kiel

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT


operkiel*

Premieren


AIDA auf dem Rathausplatz in Kiel © Janina Wilkens

AIDA auf dem Rathausplatz in Kiel © Janina Wilkens

sommertheaterkiel*

Samstag, 24. August | 20.00 Uhr | Rathausplatz
AIDA
Oper von Giuseppe Verdi
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Das Sommerereignis in Kiel 2019 steht vor der Tür – im doppelten Sinne des Wortes! Ab 24. August geht es auf dem Rathausplatz italienisch-ägyptisch zu, »Aida« kommt, die Oper mit dem Triumphmarsch, die Sommeroper aller Sommeropern!
Die äthiopische Gefangene Aida und der ägyptische Heerführer Radamès lieben einander, obwohl ihre Länder Krieg gegeneinander führen. Wegen Aida weist Radamès nicht nur die ägyptische Prinzessin Amneris zurück, er begeht auch Landesverrat, wofür er zu einem perfi den Tod verurteilt wird. Als er die Gruft betritt, in der er lebendig eingemauert werden soll, wartet Aida dort auf ihn …
Musikalische Leitung Benjamin Reiners Regie Daniel Karasek
Bühne Lars Peter Kostüme Claudia Spielmann
Chöre Lam Tran Dinh Choreografi e Yaroslav Ivanenko
Mit Jule-Katrin Burghardt / Elisabeth Raßbach-Külz, Veronika Dzhioeva / Izabela Matula, Maria Gulik / Cristina Melis; Thorsten Grümbel, Fred Hoffmann, Stefano Meo, Sung Kyu Park / Mergen Sandanov sowie Opern- und Extrachor des Theaters Kiel,
Ballett Kiel, Philharmonisches Orchester Kiel


Sonntag, 8. September | 19.00 Uhr | Opernhaus
DIE VOLKSBÜHNENGALA
Kaum sind Aida und Radamès auf der Bühne des Rathausplatzes zum letzten Mal gestorben, da geht es drinnen im Opernhaus weiter, denn nicht nur Prinz Orlofsky »lädt gern sich Gäste ein«. In der Volksbühnengala servieren wir »Appetitmacher« aus den Werken, die Sie in der Spielzeit 2019 / 2020 bei uns erleben werden. Also fliegt die Fledermaus über die tote Stadt, besucht Lucia di Lammermoors Hochzeit, tanzt wie Eugen Onegin, dankt Gott mit Elias, feiert mit den Trojanern Karthago und seine ekstatischen Nächte und fi ndet erst mit einem Amerikaner in Paris den richtigen Rhythmus, um sich noch einmal an Aidas Triumphmarsch zu erinnern! Leitung und Moderation Benjamin Reiners
Mit Agnieszka Hauzer, Ks. Heike Wittlieb; Yoonki Baek, Norbert Ernst, Michael Müller-Kasztelan, Ks. Tomohiro Takada u. a. sowie dem Opernchor und dem Extrachor des Theaters Kiel Es dirigieren Benjamin Reiners u. a.


Freitag, 28. September | 19.30 Uhr | Opernhaus
Deutsche Erstaufführung
EIN AMERIKANER IN PARIS
Musical von George Gershwin
Songs in englischer, Dialoge in deutscher Sprache
Der amerikanische Soldat Jerry Mulligan bleibt nach Ende des zweiten Weltkriegs in Paris, um sich als freier Künstler zu erproben. Als er die junge Französin Lise Dassin kennenlernt, ist es um ihn geschehen – zum Leidwesen seiner Freunde und Konkurrenten Adam Hochberg und Henri Baurel.
Für welchen ihrer drei Verehrer wird sich Lise entscheiden? »I got rhythm«, »They can’t take that away from me«, »Stairway to Paradise« oder »Shall we dance« sind einige der Gershwin-Standards, die Eingang in die spektakuläre Bühnenversion des Filmklassikers von 1951 gefunden haben.
Der West End- und Broadway-Hit ist in Kiel in einer exklusiven Musical- Besetzung erstmals auf einer deutschen Bühne zu erleben, natürlich inklusive des titelgebenden Orchesterhits »An American in Paris«.

Musikalische Leitung Daniel Carlberg
Regie / Choreografi e Ricarda Regina Ludigkeit
Bühne Hans Kudlich Kostüme Gabriele Heimann
Mit Sheila Grant, Evita Komp, Leoni Kristin Oeffi nger, Angelika Ratej, Lynsey Reid, Léonie Thoms, Barbara Wanasek, Alice Wittmer; Hermann Bedke, Adam Cooper, Connor Dowling, Peter Lesiak, Max Meister, Claus Opitz, Robert Schmelcher, Sascha Stead, Andrea Viggiano, Lars Wandres


Wiederaufnahmen


Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Freitag, 6. September | 19.30 Uhr | Opernhaus
DIE REISE NACH REIMS
Oper von Gioachino Rossini
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Absurdes Musiktheater trifft Zeichentrickfi lm, Wechselwirkung inbegriffen, Spaß pur! Auf dem Weg zur Krönung von Karl X. in Reims bleiben Reisende verschiedener Nationen stecken und müssen nun gemeinsam die Zeit totschlagen … Der für und auf die Musik entstandene Film übersetzt die musikalisch großartig ausgeschmückten »Nicht-Ereignisse« in eine Zeichentrickwelt, mit und in der die Sänger spielen!

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Musikalische Leitung Moritz Caffi er / Sergi Roca
Regie und Konzeption Pier Francesco Maestrini
Cartoon und Konzeption Joshua Held Ausstattung Alfredo Troisi
Choreinstudierung Lam Tran Dinh Lichtgestaltung Carsten Lenauer
Mit Julie Caffi er, Tatia Jibladze, Hye Jung Lee, Rossella Ragatzu, Vigdis Bergitte Unsgård; Matteo Maria Ferretti, Fred Hoffmann, Anton Rositskiy, Ks. Jörg Sabrowski, Kemal Ya?ar u. a. sowie dem Opernchor des Theaters Kiel
Koproduktion mit dem Theater Lübeck,
Kooperation mit dem Teatro Filarmonico di Verona

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck


Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Samstag, 14. September | 19.00 Uhr | Opernhaus
DIE KRÖNUNG DER POPPEA
Oper von Claudio Monteverdi
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Mit »Ganz große Oper!« beendete die SHZ ihre Kritik zu Serena Sinigaglias begeistert aufgenommener Inszenierung des hochbarocken Musiktheater- Meisterwerks »Die Krönung der Poppea« über den zielstrebigen Aufstieg der machtgierigen Schönheit Poppea zur neuen Gemahlin Kaiser Neros, der nur durch erzwungenen Selbstmord und Verbannung ihrer Gegner möglich wird. Die bitterböse Satire auf Gewinnstreben und Rücksichtslosigkeit einer selbstverliebt eitlen Wohlstandsgesellschaft berührt durch die
eindringliche Menschlichkeit von Monteverdis Musiksprache.

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Musikalische Leitung Alessandro Quarta Regie Serena Sinigaglia
Bühne Maria Spazzi Kostüme Daniela Cernigliaro
Mit Francesca Boncompagni, Adriana Di Paola, Caroline Nkwe, Tatia Jibladze, Hye Jung Lee, Lucia Napoli, Vigdis Bergitte Unsgård; Andrés Montilla-Acurero, Luca Cervoni, Matteo Maria Ferretti, Fred Hoffmann, Ivan Scherbatyh, Anton Schmalz,
Robert Manuel Zangari und der Statisterie des Theaters Kiel

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck


OPER Extra


Samstag, 21. September | 17.00 Uhr | 1. Foyer Opernhaus
Operncafé: EIN AMERIKANER IN PARIS
Wie bringt man einen Film auf die Bühne? Und wie choreografi ert man
Gershwins Klassiker? Fragen und Antworten zum »Amerikaner in Paris«
gibt es wie immer beim Operncafé.


Montag, 23. September | 20.00 Uhr | 1. Foyer Opernhaus
GESCHICHTEN AUS DEM TRIOLENGITTER
Mary Bauermeister ist selber Künstlerin und gleichzeitig einzigartige Zeitzeugin der neuesten Musikgeschichte. Ob »Fluxus«, Kunst oder Musik – sie hat alle gekannt: Nam June Paik, Karlheinz Stockhausen, Ben Patterson, David Tudor, John Cage. Hier liest sie aus Ihrem Buch »Ich hänge im Triolengitter
– Mein Leben mit Karlheinz Stockhausen«. Der Kontrabassist Heiko Maschmann spielt Werke von John Cage und Stockhausen, gemeinsam werden Bauermeister und Maschmann Benjamin Pattersons Duo für Stimme und Streichinstrument darbieten.
In der Konzertreihe KLANGRAUSCHEN


Sonntag, 29. September | 11.00 Uhr | 1. Foyer Opernhaus
Operncafé: DIE TOTE STADT
Einen »Traum der Wiederkehr«, wie ihn der Witwer Paul in Korngolds Oper träumt, haben auch etliche Opernliebhaber geträumt. Ihr Traum wird jetzt wahr: Erich Wolfgang Korngolds »Die tote Stadt« kommt zurück nach Kiel! Die Regisseurin Luise Kautz und GMD Benjamin Reiners erläutern ihre Sichtweisen auf den schwelgerischen, spannenden, psychologisch ausgefeilten Opernhit der 1920 er Jahre.


Montag, 30. September | 20.00 Uhr | 1. Foyer Opernhaus
SECHS AUF EINEN STREICH
John Doig, Lukas Mimura (Violine), Marie Yamanaka, Hsinyi Liu (Viola), Frauke Rottler-Viain und Laura Barkauskaite (Violoncello) spielen Erwin Schulhoffs Streichsextett op. 45 und Antonín Dvo?áks Sextett op. 48. Beide Komponisten wurden in Prag geboren und von der Volksmusik ihrer Heimat geprägt. Dvo?ák (1841–1904) machte die böhmische Volksmusik erst »salonfähig «, Schulhoff (1894–1942) baute darauf auf, nachdem Dvo?ák ihn als Siebenjährigen »mit zwei Stück Schokolade zum Musikanten promovierte«.


orchesterkiel*


Theater Kiel / Generalmusikdirektor Benjamin Reiners© Gerhard Kühne.

Theater Kiel / Generalmusikdirektor Benjamin Reiners© Gerhard Kühne.

Sonntag, 15. September | ab 14.30 Uhr
Seegartenbrücke und Kieler Schloss
Phil.feiert!
Das philharmonische Antrittskonzert unseres neuen Generalmusikdirektors Benjamin Reiners ist für uns ein Grund zum Feiern – Feiern Sie mit … … und seien Sie bereits dabei, wenn Benjamin Reiners um 14.30 Uhr mit dem Schiff »MS Stadt Kiel« an der Seegartenbrücke ankommt! Nach einer musikalischen Begrüßung gibt’s auf dem Schlossplatz Cake & Coffee, bevor um 15.00 Uhr die Gesprächseinführung »Das Musikalische Quartett« beginnt.
Highlight des Tages ist dann das 1. Philharmonische Konzert um 16.00 Uhr im großen Saal, für dessen Dauer kostenfreie Kinderbetreuung angeboten wird. Im Anschluss daran heißt es: »Phil.feiert!« mit Fischbrötchen, Kieler Bier, Live-Jukebox und weiteren Überraschungen. Alle Einnahmen aus den Tagesveranstaltungen werden dem Förderverein »Konzertsaal am Kieler Schloss« gespendet. Ihre Kieler Philharmoniker und Ihr neuer GMD freuen sich auf Sie!


Mittwoch, 11. September | 18.00 Uhr | musiculum
KOMPONISTENPORTRAIT: SJ HANKE
von den Musikfreunden Kiel

Sonntag, 15. September | 16.00 Uhr | Kieler Schloss
Montag, 16. September | 19.30 Uhr | Kieler Schloss
(Nach dem Konzert am Montag: Philharmonischer Absacker mit Fischbrötchen
und Kieler Bier auf dem Schlossplatz, bei kühleren Temperaturen im Fördefoyer.)
Gesprächseinführung »Das Musikalische Quartett«
um 15.00 Uhr (Sonntag) bzw. 18.30 Uhr (Montag) im Festsaal
1. Philharmonisches Konzert
Ralph Vaughan Williams Serenade to music
Joseph Haydn Sinfonie Nr. 6 D-Dur »Le Matin«
SJ Hanke ropes and knots (Kompositionsauftrag der Musikfreunde Kiel
gemeinsam mit dem Theater Kiel)
Johannes Brahms Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98
Caroline Nkwe (Sopran) Margaret Newcomb (Mezzosopran)
Michael Müller-Kasztelan (Tenor) Ks. Jörg Sabrowski (Bass-Bariton)
Opernchor des Theaters Kiel (Einstudierung Lam Tran Dinh)
Dirigent Benjamin Reiners
Sonntag, 29. September | 17.00 Uhr | musiculum
Kammerkonzert der Orchesterakademie
Sonntag, 29. September | 19.00 Uhr | St. Nikolaikirche Kiel
1. Mozart-Konzert
Werke von Johann Sebastian Bach und
Wolfgang Amadeus Mozart
Gesangssolisten, LandesJugendChor Schleswig-Holstein
Ensemble Schirokko
Dirigent Matthias Janz


Förderverein am Kieler Schloss


MUSIK GEHÖRT ZUM LEBEN,
WIE DER KONZERTSAAL ZU UNSERER STADT
Die Spannung war wochen- und monatelang groß. Am 1. Januar 2019 ist die Entscheidung dann gefallen. Stadt und Land haben den Konzertsaal sowie das Schlossareal gekauft. Das Schloss ist somit wieder in öffentlicher Hand. Der Förderverein Konzertsaal am Kieler Schloss e. V. hat sich das Ziel gesetzt, private Spenden für die Sanierung des Konzertsaales zu sammeln. Ein fulminanter Auftakt der Vereinsarbeit ist in Zusammenarbeit mit den Kieler Musikfreunden im Oktober letzten Jahres gelungen. »Kiel goes Elphi« – Das Benefi zkonzert in der Elbphilharmonie. Mehr solcher großen – und auch kleineren Spenden, sowie viel Einsatzbereitschaft und Tatkraft sind nötig, um unser sportliches Ziel von 4 Millionen Euro zu erreichen. Sie erinnern sich an Ihr schönstes Konzert und möchten, dass sich dieses einmalige Hörerlebnis wiederholt? Dies gelingt nur verbunden mit Ihrer Großzügigkeit!
Bitte spenden Sie für den Erhalt unseres Kieler Konzertsaales.
Vielen Dank. Ihr Förderverein Konzertsaal am Kieler Schloss e. V.


ballettkiel*


Gastspiel des Theater Kiel
Lübeck-Premiere
Samstag, 21. September | 19.30 Uhr | Theater Lübeck (Großes Haus)
LA SYLPHIDE
Ballett von August Bournonville zur Musik von Herman Løvenskiold Das Ballett Kiel gastiert in dieser Spielzeit erneut mit einer Produktion am Theater Lübeck und bringt dort das Ballett »La Sylphide«, das 2017 in Kiel Premiere hatte, zurück auf die Bühne. Das romantische Ballett über einen schottischen Landjunker und dessen unerfüllbare Liebe zu einem Luftgeist ist eines der ältesten bis heute erhaltenen Handlungsballette und prägte das Bild der Ballerina, die rätselhaft, überirdisch und unberührt auf Spitze entschwebt. Die Kieler Inszenierung, die vom Ballettdirektor des Kopenhagener Tivoli Ballet Theatre Peter Bo Bendixen einstudiert wurde, orientiert sich an der originalen Choreografi e von August Bournonville aus dem Jahr 1836, die neben klassischem Ballett auch traditionelle schottische Tänze bietet. Wer »La Sylphide« in Kiel nicht sehen konnte, bekommt somit in Lübeck nun noch einmal die Gelegenheit dazu!
Eine Kooperation des Ballett Kiel mit dem Theater Lübeck Choreografi e August Bournonville Einstudierung Peter Bo Bendixen Musikalische Leitung Jan-Michael Krüger Ausstattung Heiko Mönnich Ballett Kiel
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck
Statisterie des Theater Lübeck


BALLETT Extra


Samstag, 28. September | 10.00 Uhr | Ballettsaal Opernhaus
ÖFFENTLICHES TRAINING
Einen Blick hinter die Kulissen erhaschen und das Ballett Kiel aus nächster Nähe erleben: Diese Möglichkeit bietet das Öffentliche Training wieder im September. Nur fünfzig Zuschauer fi nden im Ballettsaal Platz, daher heißt es: schnell Karten sichern! Der Einlass erfolgt um 9.45 Uhr über die graue Eisentür am Opernparkplatz.


schauspielkiel*


Premieren

Freitag, 20. und Samstag, 21. September | 20.00 Uhr | Schauspielhaus
FAUST
Johann Wolfgang von Goethe
Ein großer Klassiker zum Spielzeitauftakt: »Da steh ich nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.« Mit seinem unstillbaren Verlangen nach Erkenntnis gilt Faust als Sinnbild des modernen Menschen. Er möchte wissen, »was die Welt im Innersten zusammenhält.« Er hinterfragt und missachtet althergebrachte Regeln, fühlt sich von der Gesellschaft entfremdet und möchte in jeder Beziehung über sie hinauswachsen: Für die Erfüllung all seiner Wünsche ist er bereit, dem Teufel seine Seele zu überlassen. Mephisto, »ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft«, bemüht sich mit allen Mitteln seiner Zauberkunst um Fausts Seele und führt ihn dabei mitten hinein ins pralle irdische Leben, mit all seinen Verführungen und Abgründen, und hin zu Gretchen: Die junge Frau wird zur Projektionsfl äche faustischen Begehrens und schließlich zum Opfer seines Größenwahns.

Kein Werk nach der Luther-Bibel hat so viele Spuren in der deutschen Sprache und Geschichte hinterlassen wie Goethes »Faust«. Es gilt als das deutsche literarische Werk, als die Thematisierung des menschlichen Urkonfl ikts schlechthin: der Mensch als zugleich kreativstes und destruktivstes Wesen in der unüberbrückbaren Spannung zwischen gesellschaftlich und moralisch gesetzten Grenzen und deren permanenter Überschreitung.
Regie Annette Pullen Bühne Iris Kraft
Kostüme Barbara Aigner
Mit Maximilian Herzogenrath, Imanuel Humm, Tiffany Köberich,
Anne Rohde, Yvonne Ruprecht, Tristan Steeg


Sonntag, 22. September | 19.30 Uhr | Studio Schauspielhaus
AMSTERDAM
Maya Arad Yasur
Amsterdam: liberal, kosmopolitisch, angesagt. Menschen aus aller Welt und ihre Geschichten treffen hier aufeinander und mittendrin lebt eine israelische Komponistin, die eines Morgens eine unbezahlte Gasrechnung vor ihrer Haustür fi ndet. Und zwar eine aus dem Jahr 1944. Was hat es damit auf sich? Sie begibt sich auf Spurensuche und stößt dabei auf düstere Ereignisse aus der Vergangenheit, die sich während des Zweiten Weltkrieges in ihrem Wohnhaus zugetragen haben. Gleichzeitig wird sie selbst in ihrer vermeintlich so weltoffenen Umgebung immer stärker mit ihrem Selbstbild als Jüdin, mit Vorurteilen und Stereotypen konfrontiert. Leichtfüßig und tiefgründig lässt die junge israelische Autorin die Zuschauer*innen in eine packende Geschichte eintauchen, in der die Schatten der Vergangenheit immer weiter in die Gegenwart hineinwachsen.

Das 2018 mit dem Ersten Preis beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens ausgezeichnete Stück ist auf der einen Seite ein faszinierender Krimi und stellt auf der anderen Seite Fragen nach der Aufarbeitung von Geschichte, nach Erinnerungskultur heute und nach deren Auswirkung auf die eigene Identität.
Regie Josua Rösing Ausstattung Michael Lindner
Musik Thies Mynther
Mit Jennifer Böhm, Rudi Hindenburg, Ksch. Almuth Schmidt


SCHAUSPIEL Extra


Sonntag, 8. September | 11.00 Uhr | Bistro Entracte Schauspielhaus
VorOrt: FAUST
Mit Regisseurin Annette Pullen, Dramaturg Jens Paulsen und Mitgliedern
des Ensembles.

Sonntag, 22. September | 11.00 Uhr | Bistro Entracte Schauspielhaus
VorOrt: FRÜCHTE DES ZORNS
Mit Regisseur Malte Kreutzfeldt,


werftparkkiel*


junges theater
Premiere
Samstag 21. September | 18.00 Uhr | Junges Theater im Werftpark
DAS GESPENST VON CANTERVILLE
ab 6 Jahren
Sir Simon de Canterville ist ein Schlossgespenst, wie es sich gehört. Seit Jahrhunderten spukt er durch das Anwesen von Canterville, jagt den Bewohnern Angst und Schrecken ein und hegt und pfl egt den traditionellen Blutfleck in der Bibliothek. Doch als Familie Otis in das Schloss zieht, wird alles anders. Die glauben nicht an Gespenster! Eine Unverschämtheit! Unaufhörlich versucht Sir Simon de Canterville, ihnen das Gruseln beizubringen. Mit »Das Gespenst von Canterville« bringt das Junge Theater im Werftpark den 1887 erschienenen Klassiker des irischen Schriftstellers Oscar Wilde als unterhaltsames Stück für die ganze Familie auf die Bühne.


—| Pressemeldung Theater Kiel |—

Mörbisch, Seefestspiele Mörbisch, 2018: Gräfin Mariza von Emmerich Kalman, Juli 2018

Seefestspiele Mörbisch

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza - Die größte Geige der Welt © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin:

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza – Die größte Geige der Welt © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin

GRÄFIN MARIZA von Emmerich Kalman

12. Juli – 25. August 2018

Die größte Geige der Welt begeisterte die Premierengäste am 12. Juli 2018. Der Künstlerische Direktor Peter Edelmann bringt in seiner ersten Mörbisch-Saison den beliebten Operettenklassiker Gräfin Mariza auf die Seebühne.

Apropos Bühne: In diesem Jahr bildet eine gigantische Geige von 45 Metern Länge und 14 Metern Höhe die Kulisse. Die technischen Raffinessen der Geige und ihr „Innenleben“ brachten das Premierenpublikum zum Staunen. Die unsterblichen Melodien von Emmerich Kálmán und ein begeistertes Ensemble auf der Bühne sorgten für großen Beifall und bleibende Eindrücke bei den Besuchern.

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza -Janevska (Manja), Ondrej Janoska (Geiger), Vida Mikneviciute (Gräfin Maiza) Statisterie © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin:

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza -Janevska (Manja), Ondrej Janoska (Geiger), Vida Mikneviciute (Gräfin Maiza) Statisterie © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin:

„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah – das war ein wichtiger Gedanke bei der Auswahl dieses Wunderwerkes von Emmerich Kálmán für meine erste Saison als Künstlerischer Direktor“, so Peter Edelmann. Der Ort der Handlung liegt im Original in der ungarischen Puszta und fügt sich somit perfekt in die pannonische Landschaft rund um die Seebühne. Dazu passend stammen die Bilder auf den ins Bühnenbild integrierten Videowänden aus dem Archiv des Nationalparks Neusiedlersee-Seewinkel.

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza - Rinnat-Moriah (Lisa, Tassilos Schwester) und Christoph Filler (Kolomán Zsupán) © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin:

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza – Rinnat-Moriah (Lisa, Tassilos Schwester) und Christoph Filler (Kolomán Zsupán) © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin

Die Produktion ist fast ausschließlich „Made in Austria“. Regisseur Karl Absenger ist Grazer, Bühnenbilder Manfred Waba Burgenländer, der musikalische Leiter Guido Mancusi ist Wiener, genauso wie Peter Edelmann. Die Choreografin Johanna Bodor kommt von der Staatsoperette Budapest und hat somit den Csárdás im Blut.

Prominente Gratulanten
Auch zahlreiche prominente Besucher freuten sich mit dem Künstlerischen Direktor Peter Edelmann über die gelungene Premiere. Dabei waren die Bundesministerinnen Margarete Schramböck und Karin Kneissl, die Landeshauptleute Hans Niessl und Erwin Schützenhofer, Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Ludwig, Landeshauptmann-Stv. Johann Tschürtz und Franz Schnabl, Landesrat und Festspielpräsident Hans-Peter Doskozil, Landesrätin Astrid Eisenkopf, Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky, Landesräte Norbert Darabos und Alexander Petschnig, Harald Serafin mit Gattin, Mirjana Irosch, Sigrid Martikke, Guggi Löwinger, Richard Lugner, Eva Maria Marold, Alfons Haider u.v.a.

Inszenierung: Mörbisch geigt auf!
„Höre ich Zigeunergeigen, wird es mir ums Herz so eigen, wachen alle Wünsche auf“, singt Gräfin Mariza in ihrem Auftrittslied und bringt so die Sehnsucht zum Ausdruck, einmal das Glück der Liebe kennenzulernen.

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza - Vida Mikneviciute (Gräfin Mariza) © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza – Vida Mikneviciute (Gräfin Mariza) © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin

„In keinem anderen Stück steht die Geige so im Mittelpunkt wie in Emmerich Kálmáns mitreißender Operette Gräfin Mariza. Mit feurigen Csárdás-Rhythmen und melancholischen Zigeunerklängen verbindet dieses Instrument das weite Feld zwischen Lachen und Weinen und beschert uns ein Wechselbad der Gefühle“, so Regisseur Karl Absenger über das Stück.

„Die Aufgabe war ein Bühnenbild zu schaffen, das den See zur Geltung bringt, in die Landschaft passt und natürlich dem Stück gerecht wird. So suchten wir nach einem poetischen Stimmungsbild mit hoher Symbolkraft und sehr schnell war die Idee einer Geige als Bühnenbild geboren. Um der riesigen Seebühne gerecht zu werden ist daraus nichts Geringeres als die größte Geige der Welt geworden: 45m lang und 12m hoch. Durch ein ausgeklügeltes mechanisches System lässt sich das Bühnenbild aufbrechen und verwandelt sich so in die verschiedenen Schauplätze, die das Stück benötigt“, lässt Manfred Waba, bekannt für seine fantastischen Bühnenbilder, hinter die Kulissen des Entstehungsprozesses dieses imposanten Bühnenbildes blicken.

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza -Vida Mikneviciute (Gräfin Mariza) und Roman Payer (Graf Tassilo Endrödy-Wittemburg) © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza -Vida Mikneviciute (Gräfin Mariza) und Roman Payer (Graf Tassilo Endrödy-Wittemburg) © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin

„Besonders das Aufeinandertreffen zweier Welten, einmal der ungarischen Folklore und zum Zweiten der dekadenten Städter machen den besonderen Reiz der Kostümausstattung aus. Federn, Boas, Seide, Pelz, Pailletten und edelste Perlstickereien auf der einen und Plissee, Rüschen, Bänder, bestickte Westen und Mieder in wunderschönen Farbkombinationen auf der anderen Seite. Echte Highlights werden natürlich die Kostüme der Gräfin Mariza – feinst aus Seide, Strass, Tüll und Federn gearbeitet. Daneben opulent, die Gräfin Božena im schrägen Texaslook. Und dann die besonderen Auftritte des Balletts. Von LED-Kostümen und großen Revueauftritten bis hin zur Folklore bilden die Auftritte einen reizvollen Bilderbogen“, macht Kostümbildnerin Karin Fritz Lust auf den Besuch in Mörbisch.

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza - Melanie Holliday (Fürstin Božena Cuddenstein zu Clumetz) © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin:

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza – Melanie Holliday (Fürstin Božena Cuddenstein zu Clumetz) © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin:

„Es ist sehr wichtig für mich, dass die Choreografie mit der Aussage und der Seele des Stückes zusammen atmet: die Energie und Leidenschaft, das Spiel, die Vielseitigkeit, Lebenslust und Glück, Reichtum an Stilen, Weiblichkeit und Männlichkeit muss sich in den Tänzen widerspiegeln. Ich arbeite für das Publikum und deshalb muss die Choreografie über die Unterhaltung hinaus auch Freude bereiten. Und hoffentlich manchmal auch die Herzen des Publikums berühren“, so Choreografin Johanna Bodor.

„Emmerich Kálmán ist ein als ernsthafter Musiker sehr unterschätzter Komponist, dem man gerne nachsagt, die leichte Muse kitschig darzustellen. Die Wahrheit ist aber, dass seine Partituren wahre kompositorische Meisterwerke sind, die sich ganz nebenbei auch noch weltweit als Gassenhauer ins Kollektiv einprägen. Er schafft es, volkstümliche Musik in ein symphonisches Korsett zu bringen und es manchmal auch zu sprengen. Durch ihn ist Zigeunermusik auf die Bühnen der Welt gekommen und hat Weltstatus erreicht. In der Folge wurde seine Musik verkitscht, verzerrt und ins volkstümliche verdreht. Das gilt es wieder gut zu machen und zu berichtigen“, sieht der Musikalische Leiter Guido Mancusi die große Herausforderung für ihn und das Orchester der Seefestspiele Mörbisch.

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza - Julian Looman (Karl Stefan Liebenberg) und Roman Payer (Graf Tassilo Endrödy-Wittemburg) © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin

Seefestspiele Mörbisch / Gräfin Mariza – Julian Looman (Karl Stefan Liebenberg) und Roman Payer (Graf Tassilo Endrödy-Wittemburg) © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin

Premieren-Besetzung
Vida Mikneviciute als Gräfin Mariza, Horst Lamnek als Fürst Populescu, Christoph Filler als Baron Kolomán Zsupán, Roman Payer als Graf Tassilo, Rinnat Moriah als Lisa, Julian Looman als Karl Stefan Liebenberg, Melanie Holliday als Fürstin Božena, Franz Suhrada als Penižek, Peter Horak als Tschekko, Mila Janevska als Manja, Verena Te Best als Ilka von Dambössy.

Inhalt
Die ebenso reiche wie schöne Gräfin Mariza kann sich ihrer Verehrer und Mitgiftjäger kaum erwehren. Deshalb erfindet sie einen Verlobten, nur leider gibt es tatsächlich einen Baron mit diesem Namen, der zu Marizas Entsetzen nicht abgeneigt ist, sie zu heiraten. Und das just in dem Moment, wo sie auf ihrem Landgut den neuen Verwalter Tassilo kennen gelernt hat, der ihr – Standesunterschied hin oder her – viel besser gefällt als alle Verehrer zuvor.

—| Pressemeldung Seefestspiele Mörbisch |—

Münster, Theater Münster, Die Katze auf dem heißen Blechdach, IOCO Kritik, 14.10.2017

Oktober 14, 2017 by  
Filed under Kritiken, Schauspiel, Theater Münster

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Die Katze auf dem heißen Blechdach  von Tennessee Williams

Liebloser Kampf um Geld und Status

VON HANNS BUTTERHOF

Frank Behnke hat an Münsters Großem Haus Tennessee Williams’ Theaterklassiker „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ von 1955 fesselnd inszeniert. Das Stück atmet den Geist des amerikanischen Psychotherapie-Traums, das Aussprechen bisher zurückgehaltener Wahrheiten sei heilend, und lebt davon, diese Wahrheiten ans Licht zu bringen.

Theater Münster / Die Katze auf dem heissen Blechdach - Die Beziehung zwischen Brick und Margaret ist zerstört © Marion Bührle

Theater Münster / Die Katze auf dem heissen Blechdach – Die Beziehung zwischen Brick und Margaret ist zerstört © Marion Bührle

Schon die Feier für den 65. Geburtstag von Big Daddy (Wilhelm Schlotterer), einem schwerreichen Südstaaten-Plantagenbesitzer, beginnt mit einer Lüge. Ihm und seiner Frau Big Mama (Carola von Seckendorff) wird vorgemacht, er sei gesund. Alle anderen Familienmitglieder aber wissen, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. In einer Arena mit Blick auf weites Land, die Martin Miotk für das Stück sinnig gebaut hat, findet unter der trügerischen Decke einer Familienfeier der Kampf um das Erbe von Big Daddy statt.

Im Werben um die Gunst des Erblassers platzen alle möglichen Lebenslügen. Es kommt heraus, dass alle Männer ihre Frauen hassen. Das überrascht vor allem beim Erstgeborenen Gooper (Christian Bo Salle). Die Muster-Ehe des ewig zurückgesetzten, narzisstisch gekränkten Advokaten mit seiner bösen Frau Mae (Ulrike Knobloch) ist leere Konvention. Sie zielt mit ihren fünf Kindern, kleinen blonden Bestien, nur darauf ab, Big Daddys Wohlwollen zu gewinnen. Dass dabei ihre pure Geldgier zutage kommt, hat keine ihre Kälte heilenden Folgen.

Konventionell verlogen ist auch die Ehe Big Daddys. Der vitalistische Polterer träumt recht bieder von einer außerehelichen Affäre und offenbart seinen Hass auf seine anfangs immer quietschige, nervend das Ei9nhalten von Konventionen fordernde Frau. Aber in ihr steckt erstaunlich viel  Substanz; resolut nimmt sie im Augenblick seiner Schwäche Big Daddys Interessen gegen Gooper und Mae wahr, so dass er am Ende doch mit ihr zusammen bleibt.

Dass der jüngere Sohn Brick (Joachim Foerster) mit seiner Frau Margaret (Sandra Bezler)  weder eine intakte eheliche Beziehung noch Kinder hat, liegt offen zutage. Aber es ist sein Geheimnis, warum sich das ehemalige Sport-As ganz aus dem Lebenskampf verabschiedet und exzessiv dem Alkohol ergeben hat. Mit verglastem Blick hört er nicht auf die Reden der anderen und humpelt, an Leib und Seele verletzt, auf Krücken über die Bühne.

Theater Münster / Die Katze auf dem heissen Blechdach - Brick und Big Daddy sagen sich die Wahrheit © Marion Bührle

Theater Münster / Die Katze auf dem heissen Blechdach – Brick und Big Daddy sagen sich die Wahrheit © Marion Bührle

Im Gegensatz zu ihm hat Margaret (Sandra Bezler) noch nicht kapituliert. Sie ist die Katze, die es auf dem heißen Blechdach dieser Familie aushält, ohne abzuspringen. Aber es bleibt offen, ob sie aus Liebe zu Brick bleibt,  oder ob die aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Frau nur katzenzäh ihren sozialen Status verteidigen will. Ob es ihr gelingt, Brick doch ins Bett zu locken und mit ihm den ersehnten Enkel zu zeugen, bleibt offen.

Bricks Weigerung, die verlogenen familiären und gesellschaftlichen Rituale, den lieblosen Kampf um Geld und Status mitzumachen, ist bewegend nachvollziehbar. Am Ende scheint die Hoffnung auf, durch das offene Aussprechen der wahren Gründe für seinen Selbst- und Lebensekel könnte seine Ehe ins Lot gebracht, er wieder gesellschaftsfähig und Big Daddys respektabler Erbe werden.

Dieser Schluss zielt auf die Integration in die Gesellschaft mit ihren Konventionen, nicht auf die Beseitigung ihrer Zwänge, die so zu persönliche Macken verharmlost werden, die eine kleine Therapie heilen kann.  Viel Beifall für das spielfreudige Ensemble.

Die Katze auf dem heißen Blechdach im Theater Münster; die nächsten Termine: 13.10. und 7.12. um 19.30 Uhr, 26.11. um 15.00 und 26.12.2017 um 19.00 Uhr.

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