Kassel, Staatstheater Kassel, Cavalleria rusticana – I Pagliacci, 12.10.2019

September 3, 2019 by  
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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Cavalleria rusticana

 Pietro Mascagni, Text:  Giovanni Targioni Tozetti, Guido Menasci

I Pagliacci  –  Der Bajazzo

 Ruggero Leoncavallo

Premiere: Samstag, 12. Oktober, 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen: 16.10, 25.10., 30.10., 02.11., 17.11. (16 Uhr), 22.11., 24.11.2019 (18 Uhr)

Manchmal genügt ein einziges Werk, um weltweit und epochenübergreifend unsterblich zu werden. Auf Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo trifft genau dies zu. Ihre Operneinakter Cavalleria rusticana (Uraufführung 1890) und I Pagliacci (Uraufführung 1892), die in nur kurzem Abstand voneinander Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, sind wahre Geniestreiche und eroberten die Opernbühnen im Sturm. Seitdem ihr Verleger Edoardo Sonzogno 1892 die zwei überaus erfolgreichen Stücke erstmals zu einem Abend kombinierte, werden beide Opern in einem Atemzug genannt.

Die beiden Werke markieren den Beginn des musikalischen „Verismo“ in der italienischen Musik, einer Stilrichtung, die sich als Gegenentwurf zu Symbolismus und historischer Oper verstand. Ihr wesentliches Ziel war Wahrhaftigkeit und das bedeutet: Realistisches und bis an emotionale Grenzen gehendes Musiktheater, das Eintauchen in glutvoll-überschäumende Gefühlswelten und eine Musik, die einen mitreißenden Sog entfaltet.

Beide Werke sind in Süditalien verortet und in beiden sind verschmähte Liebe, unbändige Eifersucht und der Durst nach Vergeltung die zentralen Themen, die fast eruptiv die Katastrophe herbeiführen: In Cavalleria rusticana nimmt die junge Bäuerin Santuzza Rache an Turiddu, der ihr die Ehe versprochen und sie entehrt hat und sich dennoch von seiner früheren Geliebten Lola wieder verführen lässt.

Und in I Pagliacci wird das Theater selbst zum Schauplatz eines Mordes: Realität und Fiktion verschwimmen für einen Moment, bis das Publikum erkennt, dass der Komödiant Canio seine Frau Nedda auf offener Bühne ersticht, weil sie ihn für den jungen Silvio verlassen wollte. La commedia è finita lauten Canios letzte Worte; der Vorhang fällt.

Musikalische Leitung: Mario Hartmuth, Inszenierung: Tobias Theorell, Bühne, Kostüme und Video: Herbert Murnauer, Dramaturgie: Christian Steinbock, Licht: Stefanie Dühr, Choreinstudierung Opernchor: Marco Zeiser Celesti, Choreinstudierung CANTAMUS-Chor: Maria Radzikhovskiy

Mit: Khatuna Mikaberidze (Santuzza in Cavalleria rusticana), Marius Vlad (Turiddo in Cavalleria und Canio, bzw. Bajazzo in I Pagliacci), Inna Kalinina (Lucia in Cavalleria rusticana), Hansung Yoo (Alfio in Cavalleria rusticana und Tonio bzw. Taddeo in I Pagliacci, Maren Engelhardt  (Lola in Cavalleria rusticana), Ani Yorentz (Nedda, bzw. Kolumbine in I Pagliacci), Younggi Moses Do (Beppo bzw. Harlekin in I Pagliacci), Cozmin Sime (Silvio in I Pagliacci), Ji Hyung Lee / Sczepan Nowak (Ein Bauer in I Pagliacci), Hyunseung You / Dae-Ju Na (Ein anderer Bauer in I Pagliacci), Dieter Hönig (Hausmeister in Cavalleria rusticana und I Pagliacci)

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Kassel, Staatstheater Kassel, Die Walküre – Richard Wagner, 09.03.2019

Januar 21, 2019 by  
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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Der Ring des Nibelungen – Staatstheater Kassel

Die Walküre –  Premiere: Samstag, 9. März, 17 Uhr weitere Vorstellungen dieser Spielzeit: 16. März, 23. März, 31. März, 13. April und 28. April 2019

Das Staatstheater Kassel ist mit dem Rheingold fulminant in Richard Wagners Ring des Nibelungen gestartet – und man darf gespannt sein, wie es weitergeht: Inmitten eines Kriegsschauplatzes sucht das Zwillingspaar Siegmund und Sieglinde nach Glück und Liebe und findet doch nur Leid und Elend. Wotan greift nach wie vor nach dem Ring der Macht und verstrickt sich mehr und mehr in Selbstbetrug. Und die Walküre Brünnhilde probt den Aufstand gegen ein Rechtssystem, das sich ohnehin längst überholt hat. Es bleibt also spannend, zumal der Besuch der Bühnenorchesterprobe direkte Einblicke in die Entstehung dieser Neuinterpretation bietet.

Das Rheingold  –  Richard Wagner
Youtube Trailer des Staattheater Kassel
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Die Walküre  am Staatstheater Kassel

Die Auswüchse von Krieg, Gewalt und Machtgier werden in der Walküre derart offenkundig und eindringlich gezeigt, dass die im Rheingold begangenen Verbrechen dagegen fast harmlos wirken könnten. Und Wagners bis dahin wohl mitreißendste Liebesmusik trifft auf rauschhaft-martialische Klänge beim „Walkürenritt“ und die weltverneinende Philosophie Arthur Schopenhauers.

Doch trotz aller Tabubrüche und Grausamkeiten ist Die Walküre bis heute der beliebteste Teil des Rings, vielleicht gerade weil das Werk am dichtesten an die romantische Operntradition anschließt. Mit den Zwillingen Siegmund und Sieglinde tritt ein unglücklich liebendes Paar in Erscheinung, das emotional ebenso fesselt wie die mitfühlende Brünnhilde oder der um seine Lieblingskinder trauernde Wotan. Dem stürmischen Beginn des ersten Aufzugs folgen berührende ariose Momente wie „Winterstürme wichen dem Wonnemond“ und „Du bist der Lenz“, innige Monologe wie „Wotans Abschied“ und großartige Tableaus wie der „Walkürenritt“ und der „Feuerzauber“.

Hinzu kommt die kompositorisch-musikdramatische Weiterentwicklung Wagners: Sein Umgang mit der „Leitmotivtechnik“ ist hier freier als noch im Rheingold, und die Synthese von Text und Musik reicht bis zur völligen Gleichberechtigung.

Der   Ring   in Kassel

Nach fast 20-jähriger Pause ist Richard Wagners Opus Magnum wieder in Kassel zu erleben. Zum fünften Mal seit 1961 bringt das Staatstheater Kassel den Ring auf die Bühne, was außergewöhnlich in der deutschen Theaterlandschaft ist. Im Mai und im Juni 2021, zum Ende der letzten Saison unter der Intendanz von Thomas Bockelmann, finden abschließend zwei Ring-Zyklen statt.

Musikalische Leitung: Francesco Angelico, Inszenierung: Markus Dietz, Bühne: Mayke Hegger, Kostüme: Henrike Bromber, Dramaturgie: Christian Steinbock

Mit Martin Iliev (Siegmund), Nadja Stefanoff (Sieglinde), Yorck Felix Speer (Hunding), Nancy Weißbach (Brünnhilde), Bjarni Thor Kristinsson (Wotan), Ulrike Schneider (Fricka / Schwertleite) Jaclyn Bermudez (Gerhilde), Doris Neidig (Helmwige), Marie-Luise Dreßen (Siegrune), Maren Engelhardt (Waltraute), Marta Herman (Grimgerde), Inna Kalinina (Roßweiße), Barbara Senator (Ortlinde)

Alle „Ring“-Premieren und -Vorstellungen sowie die Termine der Zyklen finden Sie unter www.der-ring-in-kassel.de .

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Kassel, Staatstheater Kassel, Falstaff – Giuseppe Verdi, 13.10.2018

Oktober 1, 2018 by  
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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Falstaff – Giuseppe Verdi

Text Arrigo Boito nach Die Lustigen Weiber von Windsor von William Shakespeare

Premiere:  Samstag, 13. Oktober, 19.30 Uhr, Kostprobe: Freitag, 5. Oktober, 19 Uhr, Opernhaus (18.45 Uhr Einführung) weitere Vorstellungen: 20.10., 24.10., 28.10. (18 Uhr), 3.11., 8.11., 11.11. (16 Uhr)

Staatstheater Kassel / Falstaff - Domenico Balzani © Fabio Parenzan

Staatstheater Kassel / Falstaff – Domenico Balzani © Fabio Parenzan

Er machte William Shakespeare in der Londoner Theaterwelt überhaupt erst bekannt: Sir John Falstaff – Fresssack und Säufer, Angsthase und Aufschneider, ein Lebemann und Liebhaber, wie er im Buche steht, ein intimer Kenner des Weltenlaufes, ein Philosoph der Faulheit, ein Verfechter des Genusses. Angesichts knapper Kassen ist es um sein leibliches Wohl jedoch nicht mehr gut bestellt. In Sorge um seinen männlichen Sexappeal und den dazugehörigen Bauch ersinnt Falstaff einen vermeintlich schlauen Plan: Er schickt gleich zwei verheirateten Damen identische Liebesbriefe, einerseits um ihre Herzen zu brechen, andererseits um ihr Haushaltsgeld in seine Taschen zu befördern. Doch so leicht lassen sich die Damen nicht aufs Glatteis führen. Am Ende wird aus dem liebhabenden Betrüger Falstaff ein betrogener Liebhaber. Doch Sir John ist kein Spielverderber und zieht aus seinem Missgeschick die klügste Lehre, die sich wohl ziehen lässt: „Tutto nel mondo è burla!“ – „Alles ist Spaß auf Erden!“

Es ist vor allem dem Librettisten Arrigo Boito zu verdanken, dass sich der fast 80-jährige Giuseppe Verdi noch einmal an einen komisch-tragischen Opernstoff wagte, um den jungen Wilden seiner Zunft ein letztes Mal die Zähne zu zeigen. Mit überwältigendem Erfolg: Mit Falstaff, uraufgeführt 1893 an der Mailänder Scala, krönte der Komponist seine einzigartige Karriere.

Zugleich ließ der Grandseigneur der Oper damit seine eigene Zeit versöhnlich ausklingen. Falstaffs „Tutto nel mondo“-Motto avancierte dabei zu Verdis ganz persönlichen Lebensresümee.

Am Staatstheater Kassel kommt Verdis letztes Bühnenwerk jetzt unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Francesco Angelico und in einer Neuinszenierung von Adriana Altaras auf die Bühne. In der Titelrolle ist als Gast der italienische Bariton Domenico Balzani zu erleben, weitere Solistinnen und Solisten sind u.a. Ani Yorentz (Mrs. Alice Ford), Marie-Luise Dreßen und Maren Engelhardt (alternierend als Mrs. Meg Page), Karola Sophia Schmidt (Nanetta), Daniel Jenz (Fenton), Ulrike Schneider (Mrs. Quickly), Johannes An (Dr. Cajus), Younggi Moses Do (Bardolfo), Bernhard Modes (Der Wirt vom Gasthaus „Zum Hosenband“) und Hee Saup Yoon (Pistola).

Premiere ist am Samstag, 13. Oktober, um 19.30 Uhr im Opernhaus. Bereits am Freitag, 5. Oktober, bietet für 7 Euro Eintritt die „Kostprobe“ – eine öffentliche Bühnen-Orchesterprobe – Gelegenheit für erste Einblicke in die Produktion. Beginn der Kostprobe ist um 19 Uhr, um 18.45 Uhr gibt Dramaturg Christian Steinbock eine Einführung.

Musikalische Leitung: Francesco Angelico, Inszenierung: Adriana Altaras,
Bühne: Etienne Pluss, Kostüme: Nina Lepilina, Dramaturgie: Christian Steinbock, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

Mit Domenico Balzani als Gast (Sir John Falstaff), Ani Yorentz (Mrs. Alice Ford), Marie-Luise Dreßen/ Maren Engelhardt (Mrs. Meg Page), Karola Sophia Schmid (Nanetta), Daniel Jenz (Fenton), Marc-Olivier Oetterli (Ford, Alices Gatte), Ulrike Schneider (Mrs. Quickly), Johannes An (Dr. Cajus), Younggi Moses Do (Bardolfo), Bernhard Modes (Der Wirt vom Gasthaus „Zum Hosenband“), Hee Saup Yoon (Pistola), Opernchor des Staatstheaters Kassel, Staatsorchester Kassel

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Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere Falstaff – Giuseppe Verdi, 13.10.2018

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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Falstaff  von Giuseppe Verdi

Text  Arrigo Boito; nach Die Lustigen Weiber von Windsor von William Shakespeare

 Premiere:  Samstag, 13. Oktober, 19.30 Uhr,  weitere Vorstellungen: 20.10., 24.10., 28.10. (18 Uhr), 3.11., 8.11., 11.11.2018 (16 Uhr)

England. Ein feudales Hotel. Die Gesellschaft am Rande einer Epochenwende. Wer früher einmal reich, berühmt und begehrt war, findet sich plötzlich „ganz unten“ wieder. Hier logiert Ritter Sir John Falstaff, und auch er hat seine besseren Zeiten zweifellos hinter sich. Vor allem am Geld fehlt es, um seinen üppigen Bauch zu pflegen, den andere einen gehörigen Wanst nennen würden. Doch Falstaff ist überzeugt: Dieser Bauch ist das Markenzeichen seiner ungebrochenen Attraktivität und darf auf keinen Fall schrumpfen. So sendet er zwei gleichlautende Liebesbriefe an Alice Ford und Meg Page – Damen der gehobenen Schicht mit direktem Zugang zum Bargeld der jeweiligen Ehemänner –, die selbstverständlich „not amused“ sind über derlei ungehörige Annäherungsversuche. So beschließen sie, es dem schwergewichtigen Schwerenöter kräftig heimzuzahlen.

Es ist vor allem dem Librettisten Arrigo Boito zu verdanken, dass sich Giuseppe Verdi noch einmal an einen komisch-tragischen Opernstoff wagte, um den jungen Wilden seiner Zunft ein letztes Mal die Zähne zu zeigen. Mit überwältigendem Erfolg: Mit Falstaff, uraufgeführt 1893 an der Mailänder Scala, sollte der fast 80-jährige Komponist seiner einzigartigen Karriere die Krone aufsetzen.

Staatstheater Kassel / Francesco Angelico © Giancarlo_Pradelli

Staatstheater Kassel / Francesco Angelico © Giancarlo_Pradelli

Musikalische Leitung: Francesco Angelico, Inszenierung: Adriana Altaras,, Bühne: Etienne Pluss, Kostüme: Nina Lepilina, Dramaturgie: Christian Steinbock, Chor-einstudierung: Marco Zeiser Celesti

Mit:  Domenico Balzani als Sir John Falstaff (Gast), Ani Yorentz  – als Mrs. Alice Ford, Marie-Luise Dreßen / Maren Engelhardt (Mrs. Meg Page), Karola Sophia Schmid (Nanetta), Daniel Jenz (Fenton), Marc-Olivier Oetterli (Ford, Alices Gatte), Ulrike Schneider (Mrs. Quickly), Johannes An (Dr. Cajus), Younggi Moses Do (Bardolfo, in Falstaffs Diener), Bernhard Modes (Der Wirt vom Gasthaus „Zum Hosenband“), Hee Saup Yoon (Pistola, in Falstaffs Diensten), Opernchor des Staatstheaters Kassel, Staatsorchester Kassel

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