Frankfurt, Oper Frankfurt, HIGHLIGHTS September – The Medium und mehr … , IOCO Aktuell

August 21, 2020 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

HIGHLIGHTS SEPTEMBER 2020 – The Medium, Gesang der Geister …

Sonntag, 13. September 2020, 17.00 und 20.30 Uhr – Opernhaus

GESANG DER GEISTER ÜBER DEN WASSERN – für acht Männerstimmen und tiefe Streicher – Franz Schubert *

VIER GESÄNGE für Frauenchor, zwei Hörner und Harfe von Johannes Brahms *
TRAUERMUSIK für Streichorchester von Witold Lutoslawski
* In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle; Chor: Tilman Michael
Mitwirkende: Chor der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Premiere im Großen Haus


THE MEDIUM  –  Tragödie in zwei Akten – Gian Carlo Menotti

In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle; Regie: Hans Walter Richter
Mitwirkende: Dshamilja Kaiser / Bernadett Fodor (Madame Flora), Gloria Rehm / Angela Vallone (Monica), Barbara Zechmeister (Mrs. Gobineau), Simon Neal / Dietrich Volle (Mr. Gobineau), Kelsey Lauritano (Mrs. Nolan), Marek Löcker (Toby)

Weitere Vorstellungen: 17. (19.30 Uhr), 19. (17.00 und 20.30 Uhr), 25. (17.00 und 20.30 Uhr) September, 1. (19.30 Uhr), 4. (15.30 und 19.00 Uhr), 8. (19.30 Uhr), 10. (17.00 und 20.30 Uhr), 17. (17.00 und 20.30 Uhr) Oktober 2020
Preise: € 15 bis 182 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / The Medium - Madame Flora (in der Bildmitte stehend) und Ensemble © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / The Medium – Madame Flora (in der Bildmitte stehend) und Ensemble © Barbara Aumüller

Als The Medium von Gian Carlo Menotti (1911-2007) in Kombination mit Bruno Madernas Satyricon am Ende der Saison 2018/19 im Bockenheimer Depot zur Frankfurter Erstaufführung gelangte, war noch nicht daran zu denken, dass es so bald ein Wiedersehen mit dieser erfolgreichen Produktion von Hans Walter Richter geben würde.

Aber nachdem die Einschränkung des Proben- und Spielbetriebs durch die Corona-Krise die ursprünglich geplante Eröffnung der Spielzeit 2020/21 mit György Ligetis groß besetzter Oper Le Grand Macabre unmöglich erscheinen ließ, wurde ein adäquater Ersatz im Repertoire gesucht, der sich leichter in die verordneten Auflagen einfügen würde. Dieser Ersatz wurde mit Menottis Medium gefunden, das nun – ohne Satyricon – erstmals im Opernhaus gezeigt wird, neu kombiniert mit Kompositionen für Chor und Orchester von Franz Schubert (1797-1828) – außer am 4. Oktober 2020 –, Johannes Brahms (1833-1897) und Witold Lutoslawski (1913-1994). Dies gibt den beteiligten Kollektiven die Chance, sich endlich wieder etwas prominenter vor Publikum zeigen zu können, und die Oper Frankfurt präsentiert damit eine veritable Premiere. Zudem soll es mit diesem Wechsel gelingen, die erfolgreiche Inszenierung jenem Teil des Publikums zugänglich zu machen, der sie seinerzeit im Depot versäumt hat. Unterstützt wird diese Planung durch das Angebot von zwei Vorstellungen an bestimmten Tagen.

Das Publikum kann sich auf eine Produktion von hoher Qualität freuen, was sich seinerzeit auch in den Pressestimmen widerspiegelte. So schrieb etwa der Kritiker des Darmstädter Echo: „Hans Walter Richters Regie gelingt die psychologische Verdichtung, hat Gespür für den menschenfreundlichen Witz, während sie doch die tragische Verstrickung unerbittlich zuzieht.“ In dem spannenden Opern-Krimi führt Madame Flora ihre Klienten im Rahmen von Séancen hinters Licht, um an deren Geld zu kommen. Dabei sind ihre naive Tochter Monica und der stumme Waisenjunge Toby behilflich. Als Flora jedoch selbst mit einer Geistererscheinung konfrontiert zu werden scheint, kommt es zur Katastrophe…

Oper Frankfurt / The Medium - Toby (unten) und Monica (oben) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / The Medium – Toby (unten) und Monica (oben) © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung der Produktion liegt bei Frankfurts Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, der damit den ersten Auftritt in der neuen Saison an seinem Stammhaus vorlegt. Die deutsche Mezzosopranistin Dshamilja Kaiser, seit 2017/18 Ensemblemitglied an der Oper Bonn, kehrt nach ihrem erfolgreichen Hausdebüt 2018/19 als Adalgisa in Bellinis Norma zurück nach Frankfurt. In der Partie der Madame Flora wechselt sie sich mit ihrer ungarischen Fachkollegin Bernadett Fodor ab, die im Haus am Willy-Brandt-Platz zuletzt 2015/16 u.a. als Erda in Wagners Der Ring des Nibelungen zu erleben war. 2017 erhielt Gloria Rehm (Monica) den renommierten FAUST-Preis für Ihre Darstellung der Marie in Zimmermanns Die Soldaten bei den Internationalen Maifestspielen in Wiesbaden. Das Frankfurter Publikum kennt die deutsche Koloratursopranistin als Blonde (Die Entführung aus dem Serail 2017) und Königin der Nacht (Die Zauberflöte 2018). Auch der britische Bariton Simon Neal ist neben seinen Stationen an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und der Oper Leipzig regelmäßiger Gast in Frankfurt, wo er u.a. zuletzt 2015/16 als Förster in Janáceks Das schlaue Füchslein auftrat. In allen weiteren Partien sind fast ausschließlich Mitglieder des Ensembles der Oper Frankfurt – auch als Doppelbesetzungen – zu erleben.


Donnerstag, 3. September 2020, um 19.00 Uhr im Opernhaus
Erste Wiederaufnahme
I PURITANI
Opera seria in drei Teilen von Vincenzo Bellini
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Oksana Lyniv; nach der Regie von Vincent Boussard
Mitwirkende: Brenda Rae (Elvira), Francesco Demuro (Lord Arturo Talbo),
Andrzej Filonczyk (Sir Riccardo Forth), Thomas Faulkner (Lord Gualtiero Valton), Kihwan Sim (Sir Giorgio), Brian Michael Moore (Sir Bruno Roberton), Karolina Makula (Enrichetta di Francia), Evie Poaros (Eine Frau)

Weitere Vorstellungen: 6. (15.30 Uhr), 9., 12., 20. (18.00 Uhr) September 2020

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr
Koproduktion mit der Opéra Royal de Wallonie, Liège
Preise: € 15 bis 116 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / I Puritani - Kihwan Sim (Sir Giorgio) und Brenda Rae (Elvira) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / I Puritani – Kihwan Sim (Sir Giorgio) und Brenda Rae (Elvira) © Barbara Aumüller

„Weltklasse ist Brenda Rae als Elvira. Ihre Stimme bietet alles, was diese Rolle braucht: schmelzendes Legato, perlend virtuose Koloraturen, leichtes Staccato, kluge Atemführung. Zwei Wahnsinnsszenen billigt der Komponist dieser Partie zu, in beiden folgt das Publikum der im Frankfurter Ensemble großgewordenen Sängerin atemlos.“ So wie der Kritiker der Frankfurter Neuen Presse überschlugen sich alle Rezensent*innen nach dieser Premiere der Puritani von Vincenzo Bellini (1801-1835) am 2. Dezember 2018 im Opernhaus. Ein Blickfang der von Vincent Boussard inszenierten Produktion waren sicherlich auch die Kostüme von Couturier Christian Lacroix, und das werden sie auch wieder bei der ersten, den Corona-Auflagen angepassten Wiederaufnahme sein. Also bitte nicht verpassen: Koloraturwunder Brenda Rae trägt Lacroix!

Die Handlung der Oper spielt im englischen Bürgerkrieg in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts: Elvira, Tochter des puritanischen Gouverneurs Lord Gualtiero Valton, erwartet ihre Hochzeit mit Lord Arturo Talbo, einem Parteigänger der fast geschlagenen Stuarts. Allerdings kann der Gouverneur Elvira nicht selbst in die Kirche führen, da er eine Staatsgefangene zum Parlament bringen muss: Enrichetta, die Witwe des hingerichteten Stuart-Königs Karl I. Aus politischer Überzeugung ermöglicht Arturo seiner Königin die Flucht von der Festung. Elvira glaubt daraufhin, dass ihr der Geliebte untreu geworden ist und wird wahnsinnig…

Oper Frankfurt / I Puritani - Brenda Rae (Elvira) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / I Puritani – Brenda Rae (Elvira) © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung der Produktion aus der Spielzeit 2018/19 liegt nun bei der jungen ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv, die damit ihr Hausdebüt gibt. Von 2017 bis 2020 war sie Generalmusikdirektorin an der Oper Graz. Zwei neubesetzte Gäste stehen an der Seite Brenda Raes: Der italienische Tenor Francesco Demuro (Lord Arturo Talbo) gastiert an den Opernhäusern von Berlin, Paris und New York. In Frankfurt war er bisher als Rodolfo (La Bohème), Alfredo (La Traviata) und einspringend als Herzog von Mantua (Rigoletto) zu erleben. Andrzej Filonczyk (Sir Riccardo Forth) stammt aus Polen und gibt in dieser Produktion sein Hausdebüt. Auf seiner Agenda stehen Engagements in München, London und Paris; Auftritte an der New Yorker Met sind geplant. Aus dem Ensemble sind wie in der Premiere Thomas Faulkner (Lord Gualtiero Valton) und Kihwan Sim (Sir Giorgio) besetzt, während „Ensemble-Neuzugang“ Brian Michael Moore (Sir Bruno Roberton) und Opernstudio-Mitglied Karolina Maku?a (Enrichetta di Francia) erstmals mit von der Partie sind.


Freitag, 18. September 2020, um 19.00 Uhr im Opernhaus
Siebte Wiederaufnahme
LE NOZZE DI FIGARO
Oper in vier Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Rory Macdonald; nach der Regie von Guillaume Bernardi

Mitwirkende: Liviu Holender (Graf Almaviva), Adriana González (Gräfin Almaviva), Gordon Bintner (Figaro), Bianca Tognocchi (Susanna), Bianca Andrew (Cherubino), Cecelia Hall (Marzelline), Anthony Robin Schneider (Bartolo), Franz Mayer (Antonio), Ekin Su Paker (Barbarina), Matthew Swensen (Basilio, Don Curzio) u.a.

Weitere Vorstellungen: 24., 26. September, 2., 9. Oktober 2020
sowie mit weiteren Ensemblemitgliedern im Februar und März 2021
Alle Vorstellungen im September und Oktober 2020 beginnen um 19.00 Uhr
Preise: € 15 bis 116 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Le Nozze die Figaro - v.l.n.r. Susanna, Graf Almaviva und Cherubino (hinter dem Sessel versteckt) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Le Nozze die Figaro – v.l.n.r. Susanna, Graf Almaviva und Cherubino (hinter dem Sessel versteckt) © Barbara Aumüller

Mit Le nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) präsentierte der kanadische Regisseur Guillaume Bernardi in der Spielzeit 2006/07 nach Arbeiten im Bockenheimer Depot erstmals eine Inszenierung im Opernhaus. Publikum und Presse waren von der klassisch gehaltenen Produktion gleichermaßen begeistert, und so war etwa in der Frankfurter Rundschau zu lesen: „Es ist Bernardi gelungen, eine alte Geschichte so zu erzählen, dass sogar der ausgepichteste Kenner wieder einiges Neue in dem (wie alle guten Stücke) unerschöpflichen Werk entdeckt. Dabei geht es ohne Verkrampftheiten ab, ohne ratternde Gags.“ Nun wird die Erfolgsinszenierung, die am 4. März 2007 Premiere feierte, zum siebten Mal wiederaufgenommen, wobei auch hier Corona-bedingte Anpassungen vorgenommen werden müssen.

Zum Inhalt: Als das Diener-Paar Figaro und Susanna heiraten möchte, pocht deren Dienstherr, Graf Almaviva, auf das „Recht der ersten Nacht“ mit der Braut. Damit bringt er nicht nur die Verlobten, sondern auch die eigene Gattin Rosina und nahezu alle Schlossbewohner gegen sich auf. Was folgt ist ein Tag voller Intrigen, Verkleidungen, Verwirrungen und Irrungen. Am Ende aber siegt die Liebe…

Oper Frankfurt / Le Nozze die Figaro - Susanna und Figaro © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Le Nozze die Figaro – Susanna und Figaro © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung der Produktion liegt anlässlich dieser Wiederaufnahme erstmals bei dem schottischen Gastdirigenten Rory Macdonald, der 2017/18 mit Mozarts Così fan tutte an der Oper Frankfurt debütierte. Figaro führte ihn 2019 bereits an das Opernhaus von Göteborg. Nur zwei Sängergäste sind in dieser Wiederaufnahme besetzt: Die aus Guatemala stammende Sopranistin Adriana González (Gräfin Almaviva) gewann nach Stationen in den Opernstudios des Opernhauses Zürich und der Opéra national de Paris 2019 den 1. Preis in Placido Domingos Operalia-Wettbewerb. Die Partie der Gräfin führte sie bereits an die Opéra national de Lorraine in Nancy. Die Sopranistin Ekin Su Paker (Barbarina) stammt aus der Türkei und erhielt ihre Ausbildung u.a. an der Kunstuniversität Graz. 2019 erreichte sie die Finalrunde beim Bertelsmann-Wettbewerb „Neue Stimmen“ in Gütersloh und wird ab der Spielzeit 2020/21 das Frankfurter Opernstudio verstärken. Die Partie der Barbarina wird sie im November 2020 auch am Theater an der Wien verkörpern. Fast alle weiteren Partien sind erstmals mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt: Liviu Holender (Graf Almaviva), Bianca Tognocchi (Susanna), Bianca Andrew (Cherubino) und Matthew Swensen (Basilio, Don Curzio). Gordon Bintner (Figaro) ist mit der Inszenierung bereits als Graf vertraut, genauso wie Cecelia Hall (Marzelline) als Cherubino. Ein Wiedersehen in ihren Rollen gibt es hingegen mit Anthony Robin Schneider (Bartolo) und Franz Mayer (Antonio). Bei den Vorstellungen im Februar und März 2021 kommen weitere Ensemblemitglieder zum Zuge.


Sonntag, 27. September 2020, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Fünfte Wiederaufnahme
WERTHER
Lyrisches Drama in vier Akten (fünf Bildern) von Jules Massenet
In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Takeshi Moriuchi; nach der Regie von Willy Decker

Mitwirkende: Gerard Schneider (Werther), Gaëlle Arquez (Charlotte), Heather Engebretson (Sophie), Domen Križaj (Albert), Iain MacNeil (Johann), Franz Mayer (Le Bailli), Brian Michael Moore (Schmidt) u.a.

Weitere Vorstellungen: 3. (18.00 Uhr), 11. (18.00 Uhr), 15., 24. Oktober 2020
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 116 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Werther - Charlotte und Werther © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – Charlotte und Werther © Barbara Aumüller

„Auch Goethe hätte sicherlich applaudiert, diese Premiere in der Frankfurter Oper dürfte ihm gefallen haben. (…) Unglaublich stimmig und intensiv wurde hier Massenets Werk in Szene gesetzt. (…) So aufgeführt wie in Frankfurt, beweist sich Massenets Werther als wahrer Publikumsmagnet und zeigt wieder einmal, dass große Gefühle auch heute noch sehr en vogue sind.“ So urteilte das Internetportal Klassik.com nach der Premiere der nach Goethes Briefroman entstandenen Oper von Jules Massenet (1842-1912). Das Werk in der Inszenierung von Willy Decker feierte als Originalproduktion der Nederlandse Opera Amsterdam am 11. Dezember 2005 seine Frankfurter Premiere.
Zum Inhalt: Werther liebt Charlotte, doch diese ist mit Albert verlobt und weist den schwärmerischen jungen Mann zurück. Am Sterbebett ihrer Mutter hat sie versprochen, Albert zum Mann zu nehmen. Nach der Hochzeit treffen sich Charlotte und Werther erneut, und sie muss feststellen, dass er ihr nicht gleichgültig ist. Auch Werthers Zuneigung ist nicht geringer geworden. Von der Ausweglosigkeit der Situation überzeugt, bittet Werther Albert um dessen Pistolen, er will sich auf eine längere Reise begeben. Der inzwischen misstrauisch gewordene Ehemann zwingt seine entsetzte Frau, die Waffen herauszugeben. Voll dunkler Vorahnungen eilt Charlotte dem Unglücklichen nach, doch sie kommt zu spät – tödlich verwundet stirbt er in ihren Armen.

Oper Frankfurt / Werther - Werther und Charlotte © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – Werther und Charlotte © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung dieser fünften, den Corona-Bedingungen angepassten Wiederaufnahme einer Produktion aus der Spielzeit 2004/05 hat Studienleiter Takeshi Moriuchi. Der japanische Pianist und Dirigent unternahm kürzlich zusammen mit seiner Kollegin In Sun Suh eine Reise auf zwei Klavieren durch drei Jahrhunderte in Form eines Kammermusik-Programms. Für den österreichisch-australischen Tenor Gerard Schneider (Rollendebüt als Werther), seit 2018/19 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, standen 2019/20 u.a. mit dem Herzog von Mantua in Verdis Rigoletto und Narraboth in Strauss’ Salome wichtige Aufgaben an. Gaëlle Arquez (Charlotte) gehört zu den regelmäßigen Gästen der Oper Frankfurt. Eines der jüngsten Engagements der französischen Mezzosopranistin im Haus am Willy-Brandt-Platz war Adalgisa in Bellinis Norma, kürzlich gefolgt von einem umjubelten Liederabend im Opernhaus. Die Partie der Charlotte führt sie bald auch an die Wiener Staatsoper, zuvor jedoch gastiert sie als Bizets Carmen an der Opéra Comique Paris. Die amerikanische Sopranistin Heather Engebretson (Sophie) gibt als Sophie ihr Frankfurter Hausdebüt, dem später Aufführungen von Mozarts Le nozze di Figaro mit ihr in der Partie der Susanna folgen werden. 2021 gastiert sie als Verdis Violetta (La traviata) an der Deutschen Oper Berlin. Ab 2020/21 wird der slowenische Bariton Domen Križaj (Albert) das Ensemble der Oper Frankfurt verstärken. Ende 2019/20 gab er einen vielversprechenden Liederabend im Opernhaus. In der Spielzeit darauf wird er in der Wiederaufnahme von Puccinis Manon Lescaut den Bruder der Titelheldin verkörpern. „Ensemble-Neuzugang“ Brian Michael Moore (Schmidt) und Iain MacNeil (Johann) singen erstmals in der Produktion, während Franz Mayer (Le Bailli) bereits mit ihr vertraut ist.

 

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, The Medium – Satyricon, IOCO Kritik, 27.07.2019

Juli 27, 2019 by  
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Oper Frankfurt

Bockenheimer Depot © Staedtische Buehnen Frankfurt / PMG

Bockenheimer Depot © Staedtische Buehnen Frankfurt / PMG

The Medium – Gian Carlo Menotti : Satyricon – Bruno Maderna

 – Erstaufführungen der Oper Frankfurt im Bockenheimer Depot –

von Ljerka Oreskovic Herrmann

Ein Ort, der Theatergeschichte geschrieben hat, bietet den passenden Raum für zwei jeweils gut einstündige Opernwerke: The Medium von Gian Carlo Menotti und Satyricon von Bruno Maderna sind erstmals zusammen zu hören und zugleich auch Frankfurter Erstaufführungen. Menotti (1911-2007) und Maderna (1920-1973) waren Zeitgenossen und doch unterscheiden sich ihre Kompositionsweisen und Werke erheblich. Auch in der Thematik gehen diese beiden Komponisten mit italienischen Wurzeln getrennte Wege.

 Oper Frankfurt / The Medium - hier : Meredith Arwady als Madame Flora © Barbara Aumueller

Oper Frankfurt / The Medium – hier : Meredith Arwady als Madame Flora © Barbara Aumueller

Das Bockenheimer Depot verfügt über den kleinen, keineswegs weniger bedeutenden, dafür aber intimen Rahmen. Das Depot, das im Frankfurter Stadtteil Bockenheim liegt, ist ein Relikt aus vergangenen Tagen: ein Betriebshof und Hauptwerkstatt der Straßenbahn Frankfurt. Entstanden ist das unter Denkmalschutz stehende Gebäude 1900, um die elektrifizierten Straßenbahnen beherbergen zu können, doch 1966 war damit Schluss. Nach diversen Nutzungen – so auch von Zirkus Roncalli 1986 – musste nach dem Opernbrand von 1987 das Schauspielhaus, das seine Bühne der Oper zur Verfügung stellte, ins Bockenheimer Depot ausweichen. Der Umbau in ein Theater mit etwa 400 Sitzplätzen rechnete sich langfristig, denn von 1985 bis 2004 residierte dort das legendäre Theater am Turm –  kurz TAT. Dieses musste seinen angestammten Platz am Eschenheimer Turm, der ihm auch den Namen eintrug, verlassen – und mit ihm ging auch ein Stück Frankfurter und deutsche Theatergeschichte verloren. Bis heute nutzen sowohl das Schauspiel- als auch das Opernhaus der Städtischen Bühnen diesen ungewöhnlichen Theaterraum. Und ein weiterer Großer der Frankfurter Theatergeschichte gehört dazu: William Forsythe, der dem Ballett Frankfurt zunächst als künstlerischer Direktor und dann als Intendant zwei Jahrzehnte bis 2004 vorstand, gab bis 2015 mit seiner Forsythe Company dort regelmäßig Ballettvorstellungen Die Nachfolgekompanie gastiert noch heute im Bockenheimer Depot.

Oper Frankfurt / The Medium - hier : v.l. Louise Alder als Monica, Meredith Arwady als Madame Flora, Marek Löcker als Toby © Barbara Aumueller

Oper Frankfurt / The Medium – hier : v.l. Louise Alder als Monica, Meredith Arwady als Madame Flora, Marek Löcker als Toby © Barbara Aumueller

In The Medium sehen wir einen dunklen Raum, rechts mit einer Treppe zu einer Tür nach oben führend. Links steht der Tisch für anstehende spiritistische Sitzung bereit. Es ist ein klaustrophobischer Ort, es gibt zwar Türen links und oben, aber sie bieten keinen Ausweg – zumindest nicht für die Bewohner, wie sich später zeigen wird, stattdessen wird alles noch düsterer werden. Die Séance verspricht den Besuchern Kontakt zu ihren zu früh Verstorbenen herzustellen. Da sind das Ehepaar Gobineau, das über den Tod ihres kleinen Sohnes nach all den Jahren nicht hinwegkommen ist, und Mrs. Nolan, die eine fast schon erwachsene Tochter verloren hat. Aber auch die Bewohner dieses okkulten Ortes tragen ihre Päckchen: Madame Flora – Meredith Arwady – ist eine Wucht und die zentrale Figur dieser Oper – trinkt, ist unbeherrscht und kann brutal werden; wie sie das darstellt und mit allen Facetten ihrer Stimme operiert – von beinahe nicht geglaubter Sanftheit bis zu scharfen Tönen – ist sie der Höhepunkt des Abends. Insbesondere gegen ihren stummen „Ziehsohn“ Toby richtet sich ihre Wut und auch hier gilt: großartig gespielt von Marek Löcker. Monica, die Tochter und von Louise Alder als liebenswürdige Antifigur zu ihrer Bühnenmutter dargestellt, versucht den Ausgleich zwischen beiden. Sie mag Toby, und sie gibt ihm die Wärme, die er sucht, aber sie wird ihn nicht retten können. Ihre Figur und ihre berührende glockenklare Stimme sind nicht nur dramaturgisch, sondern auch musikalisch der Kontrast zu Madame Flora und ihrem schroffen Wesen.

Während die Gobineaus schon erfahrene Teilnehmer sind, ist Mrs. Nolan unsicher, ob der Kontakt zu ihrer toten Tochter gelingen kann und ihr Frieden bringen wird. Die Sitzung beginnt wie immer: Der Kontakt zum kleinen Sohn der Gobineaus erfolgt sofort, und auch Mrs. Nolan, skeptisch und etwas irritiert über die Aussagen ihrer Tochter, scheint überzeugt. Bis Madame Flora vermeintlich von einer unsichtbaren Hand berührt wird. Jetzt kippt alles. Die Séance-Teilnehmer werden nach Hause geschickt, Toby für die mysteriöse Hand verantwortlich gemacht. Wie eine Furie wütet diese Frau, die doch alles im Griff zu haben schien, und tappt in ihre eigene Falle. Als sie erneut kommen, will sie ihnen vorführen, dass das alles nur Tricks waren: Monica ist über einen Spiegel als die tote Tochter Mrs. Nolans erschienen, auch die Gobineaus habe sie nur betrogen. Doch sie glauben ihr die Wahrheit nicht. Sie trinkt, hetzt gegen Toby, am Ende ist ihre Wut sein Tod: Er erhängt sich und baumelt vom angedeuteten Dachboden, wohin er sich immer vor ihr geflüchtet hat, herunter. Ein ausgezeichnetes Sängerensemble, das fein aufeinander abgestimmt ist: Barbara Zechmeister und Dietrich Volle sind ein bewährtes Team, das die Eltern eines toten Kindes bis in jedes Detail sehr gut spielen und singen. Kelsey Lauritano beeindruckt mit schöner Stimme und ebenso versiertem Spiel. Louise Alder ist der Halt bzw. der optimistische Teil, der Hoffnung aufzeigt, so dass man geneigt wäre zu glauben, es wird noch eine Wendung zum guten Ende geben. Marek Löckers Rolle ist zwar stumm, aber seine Präsenz ist so grandios, dass er allen ein ebenbürtiger Partner ist. Und natürlich die alles umwerfende Meredith Arwady,: wie wenige andere ist sie in der Lage von Zärtlichkeit – in Stimme und Haltung – zu Wut und Aggression zu wechseln.

Hans Walter Richter zeigt ein stimmiges Kammerspiel, indem sich das Drama langsam abzeichnet und am Ende fürchterlich kulminiert. Ihm zur Seite stehen: der Bühnenbildner Kaspar Glarner, die Kostümbildnerin Cornelia Schmidt und Jan Hartmann, der für das entsprechende Licht sorgte. Ein rundes, gelungenes Werk zu dem das Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter der souveränen Leitung von Kapellmeister Nikolai Petersen hervorragend beiträgt. Belohnt wurde nicht nur das Regieteam, sondern auch das Sängerensemble mit großem Applaus; Meredith Arwady ist die überragende Sängerin des Abends, die vom Publikum dafür begeistert gefeiert wurde.

Oper Frankfurt / Satyricon - hier : Peter Marsh als Trimalchio und Ensemble © Barbara Aumueller

Oper Frankfurt / Satyricon – hier : Peter Marsh als Trimalchio und Ensemble © Barbara Aumueller

Der Raum ist bei Satyricon geweitet, alles ist offen und scheinbar heiter, heller, ein wahres optisches Kontrastprogramm zu The Medium. Auch musikalisch – die Leitung hat Simone di Felice übernommen – bietet es eine andere Klangwelt. Es ist eine musikalische Collage, die kräftig aus der Musikliteratur zitiert – von Tschaikowski bis Wagner, ebenso Tango und Jazz. Aber, wie Simone di Felice im Gespräch mit der Regisseurin Nelly Danker im Programmheft erläutert: „In ihren vielen kleinen Fragmenten ist die Musik absolut als eine italienische erkennbar. Für Maderna sind Instrumente wie Stimmen in einem Dialog, sie sprechen und streiten miteinander, wie Personen.

Tatsächlich findet ein ständiger „Dialog“ nicht nur der Instrumente, sondern auch der Protagonisten statt, den nachzuvollziehen aufgrund des überbordenden Bühnengeschehens und der gleichzeitigen Aktionen nicht unbedingt erleichtert wird. Bei Satyricon handelt es sich um ein Werk, das in unterschiedlicher Fassung bzw. Folge der sechzehn verschiedenen Szenen aufgeführt werden kann und soll. In fünf Sprachen wird das Gastmahl des Trimalchio gefeiert, eine Episode aus dem in Latein verfassten Romanfragment Satyricon von Petronius Arbiter aus dem 1. Jahrhundert zu Zeiten Kaiser Neros. Trimalchio, ein ehemaliger Sklave, ist zur Reichtum gekommen und gibt wieder eine Party, allerdings soll auf dieser seine eigene Beerdigung und sein letzter Wille verkündet und gefeiert werden. Natürlich kann das nur schrill und überzogen sein, und so lässt die Regisseurin Nelly Danker ein Laufband hinter der rechts stehenden Halbtreppe ständig neue Präsente auffahren, die kaum alle sinnvoll genutzt werden können – außer den Protz des Gastgebers zu demonstrieren. So wie auch die links freistehende Badewanne eher Lustspielen als ihrem eigentlichen Zweck dient. Überhaupt ist die Akrobatik ein nicht unwesentlicher Bestandteil dieser Inszenierung: Scintillas Gesang ist ebenso artistisch wie ihre körperlichen Verrenkungen, einer Trapezkünstlerin gleich hängt sie im und am weißen von der Decke baumelnden Tuch. Die weiteren Gäste dieser makabren Feier sind Habinnas, ihr Gatte, sowie Criside und Eumolpus. Auch die Sklaven Niceros, Philargyros und Cairo sind nur Staffage, einzig da, ihren Herren zufrieden zu stellen und dabei auch die Attacken seiner Frau Fortunata abzumildern. Da es kein richtig oder falsch bei diesem Werk gibt, ist Flexibilität von Musikern und Mitwirkenden gefordert. Simone di Felice, seit 2017/18 Kapellmeister an der Oper Frankfurt, bringt es präzise auf den Punkt: „Das ist wie beim Festessen einer italienischen Familie. Drei Stunden lang sprechen alle laut durcheinander, und keiner hört zu. Es gibt eigentlich keinen Dialog, sondern viele Monologe gleichzeitig und trotzdem haben am Ende alle eine gute Zeit – meistens.“  Leider hat das die Regisseurin allzu sehr beherzigt, so dass das Stück eher disparat wirkt und im optischen Overkill untergeht. Mehr Schein als Sein hat sie ihren Figuren – insbesondere dem Gastgeber Trimalchio bescheinigt –, so dass alles nur Oberfläche bleibt, von der von ihr beschriebenen „bissigen Gesellschaftssatire“ Bruno Madernas ist wenig zu spüren. Schade, denn sie hätte durch eine stringentere Erzählweise genau das zeigen können.

Oper Frankfurt / Satyricon - hier : Ensemble © Barbara Aumueller

Oper Frankfurt / Satyricon – hier : Ensemble © Barbara Aumueller

Die Leistung aller Mitwirkenden kann gar nicht genug gelobt werden, das Publikum sah es ähnlich und belohnte die Mitwirkenden mit großem Applaus. Allen voran Peter Marsh als Trimalchio, der nicht nur mit den verschiedenen Sprachen hantieren muss, sondern musikalisch als ein mit Halbwissen um sich werfender in Gold gekleideter Gockel auftritt – mit großen Witz stattet er diesen über alle Epochen und Zeiten immer wiederkehrenden Zeitgenossen aus. Susanne Gritschneders eher geerdete oder berechnende Fortunata bildet einen schönen Kontrast dazu. Ambur Braid ist Scintilla, ihr zynisch angehauchter Mann Habinnas wird von Theo Lebow verkörpert. Criside, von Karen Vuong, und Eumolpus, von Mikolai Trabka, sind das andere Gästeehepaar. Die drei Sklaven werden von Kamil Mrozowski, Michael Gross und Manuel Gaubatz dargestellt. Unter Simone di Felice spielt ein fabelhaft aufgelegtes Frankfurter Opern- und Museumsorchester. Für Bühnenbild zeichnet Kaspar Glarner, für Kostüme Cornelia Schmidt, für Licht Jan Hartmann und für Video Sami Bill verantwortlich.

Die Verschränkung der Stücke wirkt durchaus interessant, am Ende jedoch kann man sich nicht erwehren, nach der Sinnhaftigkeit der Verknüpfung zu fragen. Nichts verbindet sie, weder musikalisch noch inhaltlich – am ehesten noch, dass sie ein jeweils spezifisches gesellschaftliches Miteinander porträtieren und musikalisch erklingen lassen. Vielleicht hätte man beide Werke einer einzigen regieführenden Person überlassen sollen, so zerbröselte der Abend nach dem packenden ersten Teil zwar etwas, entwickelt aber insgesamt eine spannende, inspirierende Nachwirkung.

The Medium – Satyricon:  weitere Aufführungen im Bockenheimer Depot zur Zeit nicht auf dem Spielplan der Oper Frankfurt

 

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