München, Bayerische Staatsoper, Figaros Hochzeit von W. A. Mozart, IOCO Kritik, 07.11.2017

November 7, 2017 by  
Filed under Bayerische Staatsoper, Hervorheben, Kritiken, Oper

Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Le nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart

 „Schwierige Türen“

Von Hans-Günter Melchior

Wolfgang Amadeus Mozart in Wien © IOCO

Wolfgang Amadeus Mozart in Wien © IOCO

Alle kennen Figaros Hochzeit. Alle Männer. Sei es als Traum, sei es als Realität. Ein junge Frau, die man auch gerne mal in den Armen hielte, heiratet ihren Geliebten/Verlobten. Und man hält an seinem Traum fest. Bei manchen erfüllt er sich sogar: als außereheliche Beziehung.  Und alle Frauen kennen Figaros Hochzeit. Sie heiraten zwar, könnten sich aber ganz gut vorstellen, in den Armen dessen, der sie so heiß begehrt, ein wenig zu ruhen – und so weiter.

Das ist es, was Mozart wusste!

Und deshalb kennen – fast – alle die Geschichte, die Mozart und sein Librettist Lorenzo da Ponte daraus gemacht haben. Vor allem Mozarts wunderbare, erotisierende Musik, die zwischen die Zeilen des Librettos schlüpft und ins Seelenleben der Protagonisten und der Zuhörer eindringt. Dass man am Ende sagt: So ist es, genau so. Als wäre es ich.

Ganz kurz und zur Erinnerung:

Susanna (Olga Kulchynska), Kammermädchen der Gräfin Almaviva (Federica Lombardi) heiratet Figaro (Alex Esposito), den Kammerdiener des Grafen Almaviva (Christian Gerhaher). Letzterer stellt aber der schönen Susanna nach, pocht zwar nicht ausdrücklich, aber doch faktisch auf dem ius prima noctis (Recht der ersten Nacht), einem „Gesetz“, das er gerade, offenbar in einer aufklärerischen Anwandlung, abgeschafft hat. Er verletzt dabei die Gefühle seiner Gattin auf das Nachhaltigste. Diese schmiedet mit ihrem Kammermädchen Susanna einen Plan: Susanna lockt den Grafen am Hochzeitsabend in den Park. Dort trifft er aber auf die als Kammermädchen Susanna verkleidete eigene Frau, während Susanna als Gräfin verkleidet ihren eifersüchtigen Ehemann Figaro narrt und erotisch reizt. Als der Schwindel auffliegt, zerfließen die männlichen Hauptpersonen, insbesondere der Graf, vor Reue und richten sich in der „gottgewollten“ Ordnung ein.

Bayerische Staatsoper / Le nozze di Figaro - hier Olga Kulchynska als Susanna und Alex Esposito als Figaro © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Le nozze di Figaro – hier Olga Kulchynska als Susanna und Alex Esposito als Figaro © Wilfried Hösl

Dazwischen ereignet sich allerlei komödiantischer Schnickschnack, ein wenig überdrehte Komik. Marcellina (Anne Sofie von Otter, die sehr schön Mozarts  in den musikalischen Fluss eingebautes Lied „Abendempfindung an Laura“ in deutscher Sprache vorträgt), eine gräfliche Angestellte, erhebt Rechte auf Figaro, beruft sich auf einen Vertrag, der ihr eine von Figaro zu zahlende Mitgift oder die Heirat mit diesem zuspricht. Sie wird von Bartolo (Manuel Günther), einem Arzt aus Sevilla, bei dem sie früher angestellt war, unterstützt. Als sie ihren vertraglichen Anspruch einklagen will, stellt sich heraus, dass sie Figaros Mutter und Bartolo dessen Vater ist. Na ja.

Durch die gesamte Oper irrlichtert – dies allerdings eine überaus wichtige Figur (eine Frauenrolle) –: Cherubino (Solenn´Lavanant-Linke) als lebendes Beispiel unerfüllter Sexualität. Die Gräfin und Susanna ordnen ihm zunächst die Aufgabe zu, als Mädchen verkleidet, den Grafen zu verführen. Als der argwöhnische Graf die Verkleidungszeremonie stört und zum Scheitern bringt, flüchtet Cherubino mit einen Sprung durchs Fenster in Garten. Er wird von dem Gärtner Antonio (Milan Siljanov) dabei beobachtet, was zu komischen Verwicklungen führt, weil Figaro behauptet, er sei es gewesen, der aus Angst vor dem wütenden Grafen aus dem Fenster gesprungen sei.

Don Curzio (Dean Power), ein stotternder Richter (gibt es sowas wirklich?!), soll das Urteil vollziehen, durch das Figaro zur Heirat mit Marcellina oder zur Zahlung einer Mitgift verpflichtet werden soll. Eine kleine Partie. Babarina (Anna El-Khashem), Tochter des Gärtners Antonio, war dem Grafen bereits zu Liebesdiensten, sie stellt ihn vor der Gräfin bloß, indem sie ihre Gelegenheitsbeziehungen offenbart.

Bayerische Staatsoper / Le nozze di Figaro - hier Alex Esposito als Figaro © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Le nozze di Figaro – hier Alex Esposito als Figaro © Wilfried Hösl

In der Aufführung der Bayerischen Staatsoper sind alle Personen nicht das, was sie sind. Der Graf ist kein richtiger, autoritärer und über den Dingen stehender Herrscher, sondern ein eher Getriebener, ziemlich triebgesteuerter Wicht. Und Figaro und Susanna sind nicht so richtig geduckte Untergebene, sondern selbstbewusste Angestellte, die mit dem Grafen umspringen als befänden sie sich mit ihm auf Augenhöhe. Auch die Gräfin hat so ihre Mucken, sie macht sich mit ihrem Kammermädchen gemein und man hat den Eindruck, dass sie Figaro ganz gern sieht. Und Marcellina und ihre Helfer sind echte und moderne Bürger, die in Auftreten und Reden durchaus in der Lage sind, ihre Rechte zu verteidigen.

Alle eint so etwas wie unerfüllte Liebe. Vor allem aber ein sexuelles Bedürfnis, das quer durch die Standesränge – und durch die tradierten Ordnungscodices geht. Nicht nur der Graf verzehrt sich in einem Begehren, das ihn im Grunde erniedrigt. Selbst von Susanna hat man, folgt man dem Regisseur Christof Loy, durchaus den Eindruck, dass sie sich einer Liaison mit dem Grafen nicht besonders nachhaltig widersetzen würde. Die beiden turteln miteinander und kommen sich gefährlich näher. Das ist durchaus kein Fall von #Me Too, von missachteter sexueller Selbstbestimmung der Frau, nein, das alles geschieht durchaus gesetzeskonform, weil freiwillig, in beiderseitiger Übereinstimmung. Und wie Figaro seiner Susanna, die er ja für die Gräfin hält (!), an die Wäsche geht, offenbart mehr als geheime Wünsche –, Wünsche, die aus der gerade verbindlich gemachten Beziehung zur Angetrauten streben.

Das wird auch musikalisch deutlich. Schon im ersten Akt kommt es nur schwer zum Duett zwischen Susanna und Figaro. Während er das Zimmer vermisst und die Maße vor sich hinbrummelt, schwärmt sie von ihrem neuen Hut. Erst nach und nach kommen die beiden musikalisch zusammen. Und so geht es durch die ganze Oper weiter, es überwiegt zwischen den beiden das Streitbar-Dialogische. Ganz offen bekennt sich freilich nur die exemplarische Figur Cherubino zur bindungsfreien sexuellen Lust –, ein allgegenwärtiger Kobold, dem Mozart die herrlichsten Arien zuordnete (Non so più cosa son, cosa faccio…, ich weiß nicht, was ich bin, was ich tue…; und Voi che sapete… Sagt holde Frauen…).

Bayerische Staatsoper / Le nozze di Figaro - hier Olga Kulchynska als Susanna und Anne Sofie von Otter als Marcelline © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Le nozze di Figaro – hier Olga Kulchynska als Susanna und Anne Sofie von Otter als Marcelline © Wilfried Hösl

Mit der erotischen Färbung des Werks haben Mozart und Da Ponte die politisch-kämpferische Vorlage Beaumarchais entschärft und ins Psychologische transponiert. Einzig in Figaros Arie: „Se vuol ballare, signor Contino…Will der Herr Graf den Tanz mit mir wagen…“, flammt der sozial- und gesellschaftskritische Kern des ursprünglichen Stoffes auf, eine Schlüsselszene. Die einzig wirklich Kampfansage von unten nach oben.

Stilgebendes Element der Inszenierung sind die Türen. Im ersten Akt sind sie so niedrig, dass man nur in gebückter Haltung eintreten kann. Dann werden sie immer größer. Im dritten Akt ist die Türklinke so hoch angebracht, dass man sich auf die Zehenspitzen stellen muss, um sie zu erreichen. Und im vierten Akt füllt eine riesige Tür bis unter die Decke den Bühnenraum aus, wo zuvor der Ausschnitt eines Gemäldes von Fragonard dominierte. Ganz klein sind die Personen vor diesem wie aus einem Vergrößerungsglas herausgefallenen Monstrum, das nur einen kleinen Spalt offen lässt, hinter dem die Schwärze der Nacht obskure Handlungen verschlingt.

Assoziationen an Kafka drängen sich auf. In der „Verwandlung“ ist ständig von Türen die Rede, die schwer zu öffnen und grundsätzlich immer verschlossen zu halten sind. Und in der Erzählung „Vor dem Gesetz“ bewacht ein Türsteher lauter offene Türen zum Gesetz hin, durch die zu gehen der einzige Besucher sich nicht traut und schließlich gleichsam unerlöst wartend stirbt. Vielleicht weil er weiß, dass er dem Gesetz nicht gewachsen wäre. Es sind bewusst schwierige Türen in dieser Aufführung. Hindernisse. Barrieren vor der Überwindung der Ordnung, vor dem, was sich hinter ihr an sie sprengenden Sehnsüchten verbirgt. Und doch lassen sie Schlupfwinkel offen. Ein philosophisch kluger Einfall der Regie, der die Ambivalenz des Geschehens verdeutlicht.

Constantinos Carydis leitet das hervorragend disponierte Staatsorchester (die Bläser!)  mit anfeuernder Gestik. Die straffen Tempi schaffen es, dass die Musik ins Blut geht. Und sie treiben die Darsteller zu Höchstleistungen an. Großer und anhaltender Jubel.

Le nozze di Figaro an der Bayerischen Staatsoper, weitere Vorstellungen: 10.11.2017; 15.7.2018, 17.7.2018

—| IOCO Kritik Bayerische Staatsoper München |—

 

 

 

Kiel, Theater Kiel, Premiere DIE HOCHZEIT DES FIGARO von Mozart, 07.03.2015

Februar 24, 2015 by  
Filed under Oper Kiel, Premieren, Pressemeldung

theater_kiel.jpg

Theater Kiel

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT

 Die Hochzeit des Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart

— in italienischer Sprache mit dt. Übertiteln —

Premiere: Samstag 07.03. | 19:30 Uhr | Opernhaus

Ein toller Tag bei den Almavivas: Während der Graf zum Leidwesen der Gräfin seiner Zofe Susanna hinterhersteigt, versucht diese eigentlich den ganzen Tag, ihren geliebten Figaro zu heiraten. Dazwischen funken neben der ältlichen Marcellina und dem rachsüchtigen Doktor Bartolo auch der liebestolle Page Cherubino … Mozarts Meisterwerk kehrt in einer »kulinarischen « Neuinszenierung von Daniel Karasek nach Kiel zurück!


Weitere Termine: 11.03.2015; 04.04.2015; 09.04.2015; 16.04.2015; 25.04.2015; 08.05.2015; 17.05.2015


Zentalfriedho Wien / Denkmal Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

Zentalfriedho Wien / Denkmal Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

Die Ehe der Almavivas ist in die Jahre gekommen. Der Graf hat mehr Interesse an jungen Bediensteten wie der schönen Susanna als an seiner eigenen Frau. Da passt es ihm nicht recht, dass Susanna den Tausendsassa Figaro heiraten möchte. Mit allen Mitteln versucht er, diese Hochzeit zu verhindern, doch die Gräfin, die ihrem vergangenen Glück nachtrauert, spielt zusammen mit Figaro und Susanna gegen ihren Mann. Zusätzliche Verwirrung verursachen die amourösen Entdeckungen des pubertären Pagen Cherubino, der dem Grafen mehr als einmal an diesem »verrückten Tag« in die Quere kommt.

Als Mozart 1786 das in Wien eigentlich verbotene Stück Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaro in Musik setzte, war er sich mit seinem Textdichter Lorenzo Da Ponte voll im Klaren, dass er damit ein »quasi neues Bühnengenre« geschaffen hatte, wie Da Ponte in der Vorrede zum Libretto schreibt. Eine komische Oper, bei der Musik und Handlung eine derartige Symbiose eingehen sollten, war bis dato unerhört und ist bis heute kaum wieder erreicht worden. Und Mozarts Musik dringt hier in Dimensionen der menschlichen Psyche vor wie nur wenige Komponisten vor oder nach ihm. Generalintendant Daniel Karasek inszeniert ein zeitloses Meisterwerk, das Harmonie, Humor und Humanität in heitere Balance bringen kann.

Musikalische Leitung Georg Fritzsch Regie Daniel Karasek Bühne Norbert Ziermann Kostüme Claudia Spielmann

Mit Marina Fideli, Agnieszka Hauzer / Ekaterina Isachenko, Roberta Mameli, Lesia Mackowycz, Rosanne van Sandwijk; Fred Hoffmann, Michael Müller, Timo Riihonen, Ks. Jörg Sabrowski / Christoph Woo, Tomohiro Takada, Marek Wojciechowski

Premiere: Samstag 07.03. | 19:30 Uhr | Opernhaus, weitere Termine: 11.03.2015; 04.04.2015; 09.04.2015; 16.04.2015; 25.04.2015; 08.05.2015; 17.05.2015

—| Pressemeldung Theater Kiel |—

Essen, Aalto Musiktheater, Wiederaufnahme : LE NOZZE DI FIGARO, 19.02.2014

Februar 10, 2014 by  
Filed under Aalto Theater Essen, Pressemeldung

aalto_logo.jpg
Aalto Theater Essen

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Wiederaufnahme:

Le nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart

Le nozze di Figaro (Figaros Hochzeit) – das ist für viele Oper in Perfektion! Mozarts zwischen Herbst 1785 und Frühjahr 1786 entstandene Opera buffa ist bis heute der hellste Traum der Aufklärung. Es herrscht in diesem Stück, in dem das Ideal der vorurteilsfreien Gesellschaft mit dem turbulenten Spiel eines jungen Ensembles zusammenfällt, stets eine freie, von der Musik unentwegt vorwärtsgetriebene Entfaltung aller Kräfte. Yannis Pouspourikas, seit dieser Spielzeit Erster Kapellmeister am Aalto-Threater, studiert die Oper musikalisch neu ein. Als Figaro ist Baurzhan Anderzhanov   zu erleben.
Die Gräber von Beethoven und Mozart © IOCO

Die Gräber von Beethoven und Mozart © IOCO

 
Musikalische Leitung Yannis Pouspourikas 
Inszenierung Johannes Schaaf 
Bühne und Kostüme Ezio Toffolutti 
Choreinstudierung Alexander Eberle 
 
BESETZUNG:
Graf Almaviva: Martijn Cornet , Gräfin Almaviva: Sandra JanuSait
Susanna: Christina Clark ,  Figaro: Baurzhan Anderzhanov 
Cherubin: Karin Strobos,  Marcellina: Marie-Helen Joël 
Basilio: Rainer Maria Röhr ,  Curzio: Albrecht Kludszuweit 
Bartolo: Tijl Faveyts ,  Antonio: Mateusz Kabala 
Barbarina: Uta Schwarzkopf , 1. Mädchen: Natacha Valladares 
2. Mädchen: Michaela Sehrbrock 
 
Wiederaufnahme  19. Februar 2014,  Weitere Vorstellungen 16., 23. März 2014
—| Pressemeldung Aalto Theater Essen |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere LE NOZZE DI FIGARO, 01.02.2014

Dezember 30, 2013 by  
Filed under Deutsche Oper am Rhein, Premieren, Pressemeldung

logo_dor2.jpg

Deutsche Oper am Rhein

Düsseldorf Opernhaus © IOCO

Premiere: Le nozze di Figaro  von Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere: Samstag, 1. Februar 2014, 19.30 Uhr, Weitere Aufführungen im Opernhaus Düsseldorf Do 06.02. 19.30 Uhr | So 09.02. 18.30 Uhr | Mi 12.02. 19.30 Uhr Sa 15.02. 19.30 Uhr | Fr 21.02. 19.30 Uhr | So 23.02. 15.00 Uhr | Do 13.03. 19.30 Uhr      Sa 15.03. 19.30 Uhr | Fr 11.04. 19.30 Uhr | So 13.04. 18.30 Uhr | Do 17.04. 19.30 Uhr       So 20.04. 18.30 Uhr | Sa 31.05. 19.30 Uhr | Sa 21.06. 19.30 Uhr | Mi 02.07. 19.30 Uhr

Musikalische Leitung: Christoph Altstaedt Licht: Manfred Voss Inszenierung: Michael Hampe Chorleitung: Gerhard Michalski, Bühne und Kostüme: German Droghetti Choreografie: Michal Matys
Ehrengrab Mozarts im Wiener Zentralfriedhof © Bild IOCO
 
BESETZUNG
Graf Almaviva: Richard Sveda, Basilio: Bruce Rankin, Gräfin Almaviva: Brigitta Kele
Don Curzio: Luis Fernando Piedra, Susanna: Anett Fritsch, Bartolo: Sami Luttinen
Figaro: Torben Jürgens, Antonio: Daniel Djambazian, Cherubino: Maria Kataeva
Barbarina: Luiza Fatyol, Marcellina: Marta Márquez,
Chor der Deutschen Oper am Rhein,  Orchester: Düsseldorfer Symphoniker
 
In ‚Figaros Hochzeit‘ sind alle gescheit“, so lautet eine der zehn Thesen, mit denen Michael Hampe, einer der bekanntesten und erfahrensten Opernregisseure und Theaterleiter, seine Inszenierung von Mozarts Oper buffa untermauert hat. Er spricht damit die Wachheit und geistige Beweglichkeit an, die Mozart (1756–1791) und sein Textdichter Lorenzo da Ponte ihrer Komödie „Le nozze di Figaro“ in Text und Musik eingeschrieben haben. Nicht nur Susanna und Figaro, das Dienerpaar, das heiraten möchte und dafür die Zustimmung seines Dienstherren benötigt, muss sich der herrschaftlichen Anmaßungen des Grafen Almaviva mit List und Geistesgegenwart erwehren. Auch die Gräfin, der junge Page Cherubino, die Haushälterin Marcellina, der rechtskundige Doktor Bartolo und selbst der einfältige Gärtner Antonio samt liebeshungriger Tochter Barbarina unterliegen in dieser Komödie einem ständigen Wechsel von Angriff und Verteidigung, sind auf ihren Vorteil aus und müssen so manchen Nachteil hinnehmen. „Mimisch scharf charakterisierend bis ins Physiologische, hellsichtig-dämonisch im Psychologischen, leuchtet Mozarts Musik wie mit einem Laserstrahl in alle Abgründe der Seele und legt das schlagende Herz frei.“ Michael Hampe tut das Seine, um Mozarts Genialität in diesem intrigenreichen Spiel exemplarisch aufscheinen zu lassen.
 
Aufführungen im Opernhaus Düsseldorf:
Sa 01.02. 19.30 Uhr | Do 06.02. 19.30 Uhr | So 09.02. 18.30 Uhr | Mi 12.02. 19.30 Uhr
Sa 15.02. 19.30 Uhr | Fr 21.02. 19.30 Uhr | So 23.02. 15.00 Uhr | Do 13.03. 19.30 Uhr
Sa 15.03. 19.30 Uhr | Fr 11.04. 19.30 Uhr | So 13.04. 18.30 Uhr | Do 17.04. 19.30 Uhr
So 20.04. 18.30 Uhr | Sa 31.05. 19.30 Uhr | Sa 21.06. 19.30 Uhr | Mi 02.07. 19.30 Uhr
 
—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Nächste Seite »