Zürich, Opernhaus Zürich, 2019/20 – 9 Opernpremieren: Iphigénie, Makropulos, Belshazzar …, IOCO Aktuell, 15.08.2019

Opernhaus Zürich

Opernhaus Zürich / Aussenansicht © Dominic Büttner

Opernhaus Zürich / Aussenansicht © Dominic Büttner

2019/20 : Operhaus Zürich – 9 Oper-, 3 Ballettpremieren, 17 WA

– IOCO stellt vor –

Das Opernhaus Zürich, früher Stadttheater Zürich, liegt im Zentrum von Zürich, am Sechseläutenplatz. Auf 1.100 Plätzen bietet es ein reiches kulturelles Angebot. 2017/18 besuchten 247.000 Besucher 327 Vorstellungen. Die Auslastungen auf der Hauptbühne der Spielzeit 2017/18  betrugen: Gesamtauslastung: 90.0% (Vorjahr: 85.1%), Auslastung Sparte Oper 88.3% (Vorjahr: 84.7%), Auslastung  Sparte  Ballett Zürich  98.0% (Vorjahr: 89.8%).

Der Spielplan für die Saison 2019/2020 enthält 350 Vorstellungen: Neun Opern-premieren und drei Premieren des Balletts Zürich auf der Hauptbühne sowie siebzehn Wiederaufnahmen des Opernrepertoires und fünf des Balletts bilden das Rückgrat des Hauses. Eine Neuproduktion des Internationalen Opernstudios am Theater Winterthur und eine Neuproduktion aus der Serie Junge Choreografen auf der Studiobühne, neun Konzerte der Philharmonia Zürich und des Spezialensembles Orchestra La Scintilla, sieben Liederabende mit Starsolisten, ein Opernball, der sich zum 20. Mal jährt sowie zahlreiche Angebote für Kinder, junge Erwachsene und Familien sind Teil eines Spielplans. Den Anfang der Saison 2019/20 macht ein grosses Eröffnungsfest und den Abschluss traditionell die Live-Übertragung oper für alle.

Operhaus Zürich / Zuschauerraum © Dominic Büttner

Operhaus Zürich / Zuschauerraum © Dominic Büttner

 PREMIEREN  OPER

Seit über dreissig Jahren ist Cecilia Bartoli dem Opernhaus verbunden. In der Saison 2019/20 steht eine Neuproduktion mit der Ausnahmekünstlerin auf dem Programm. Die Inszenierung von Christoph Willibald Glucks Iphigénie en Tauride liegt in den Händen des Hausherrn Andreas Homoki. Die erste gemeinsame Arbeit der beiden wird von Gianluca Capuano am Pult der Philharmonia Zürich begleitet. Das Opernhaus Zürich hat dem jungen Schweizer Komponisten Stefan Wirth einen Kompositions-auftrag erteilt und kann ab Mai 2020 Girl with a Pearl Earring dem Publikum vorstellen. Die Handlung dieser Uraufführung kreist um die Entstehung eines Gemäldes von Jan Vermeer und basiert auf dem Bestseller von Tracey Chevalier, der mit Scarlett Johansson und Colin Firth verfilmt wurde.

Opernaus Zürich / Hänsel und Gretel - 2019 wieder auf dem Spielplan © Tanja Dorendorf

Opernaus Zürich / Hänsel und Gretel – 2019 wieder auf dem Spielplan © Tanja Dorendorf

Die hochkarätige Besetzung bringt ein Wiedersehen mit Thomas Hampson als Malerikone. Felicity Palmer, Laura Aikin und die junge Amerikanerin Lauren Snouffer stehen eben-falls für den hohen Anspruch dieses Projektes. Die Eröffnungspremiere der Saison widmet sich einer 337 Jahre alten Femme fatale. In Die Sache Makropulos von Leoš Janácek, wird Evelyn Herlitzius zum ersten Mal in einer Neuproduktion am Opernhaus Zürich zu erleben sein. Dmitri Tcherniakov konnte für die Inszenierung gewonnen werden. Eines der populärsten Werke des Operetten-Repertoires ist Emmerich Kálmáns Csárdásfürstin. In Zürich unternehmen Annette Dasch und Pavol Breslik einen Ausflug in diese Form des Musiktheaters. Der musikalische Leiter des Abends ist der operettenerfahrene GMD und Intendant der Oper Leipzig Ulf Schirmer. Die Regie übernimmt Jan Philipp Gloger. Das weithin vergessene Genre Operette erlebt zurzeit eine Renaissance und hat auch in Zürich seit der Intendanz von Andreas Homoki ein Zuhause gefunden.

Opernhaus Zürich / Intendant Andreas Homoki © Frank Blaser

Opernhaus Zürich / Intendant Andreas Homoki © Frank Blaser

Fabio Luisi, Piotr Beczala und Camilla Nylund werden im Rahmen einer Operettengala Arien und Duette von Lehár, Kálmán, Stolz und Strauss im Juni 2020 zu Gehör bringen. Eine Mischung aus Wiener Operettenheiterkeit und melancholischer Abschiedsstimmung ist die letzte gemeinsame Arbeit von Richard Strauss und seinem Librettisten Hugo von Hofmannsthal Arabella. Julia Kleiter, Julie Fuchs und Josef Wagner debütieren als Arabella, Zdenka und Mandryka. Die Inszenierung der Liebes- / Gesellschaftskomödie besorgt Robert Carsen. Um die raffinierten Orchesterklänge und schwungvollen Wiener Walzer kümmert sich der GMD des Hauses Fabio Luisi persönlich. Die Abschlussproduktion der kommenden Saison ist gleichzeitig die erste gemeinsame Zürcher Arbeit von Fabio Luisi mit dem Regisseur Calixto Bieito. Verdis selten gespielte Oper I vespri siciliani wird im Rahmen der Festspiele Zürich im Juni 2020 Premiere feiern. Maria Agresta und Quinn Kelsey, der sein Rollendebüt begeht, singen die Hauptpartien dieser tragischen Liebesgeschichte im Milieu sizilianischer Widerstandskämpfer.

Nabucco – 2019/20 wieder auf dem Spielplan
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Ein Wiedersehen mit Christof Loy gibt es bei der Neuinszenierung von Donizettis Don Pasquale. In der Titelpartie wird Johannes Martin Kränzle wieder in Zürich zu sehen sein. Julie Fuchs gibt die gewiefte junge Witwe Norina und Edgardo Rocha den Neffen des alten Herrn. Enrique Mazzola kümmert sich um die musikalische Seite dieses Meisterwerks der komischen Oper. Sebastian Baumgarten wird Händels Oratorium Belshazzar mit Jakub Józef Orlinski, der mit seinem Rollendebüt auch zum ersten Mal am Opernhaus Zürich arbeitet, und Layla Claire in Szene setzen. Der Händel-Experte Laurence Cummings steht dafür am Pult des Orchestra La Scintilla.

Für das Opernhaus Zürich ist die Heranführung von Kindern und Jugendlichen an das Musiktheater und das Ballett ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Im November 2019 wird Coraline von Marc-Anthony Turnage als Familienoper ihren Weg auf die Zürcher Bühne finden. Die Geschichte um ein Mädchen, das in zwei Welten lebt wurde bereits erfolgreich verfilmt. Mit Joseph Haydns Il mondo della luna präsentieren sich im April 2020 die jungen Nachwuchssänger des Internationalen Opernstudios unter der Regie des jungen Japaners Tomo Sugao am Theater Winterthur.

WIEDERAUFNAHMEN – OPER

Weitere Höhepunkte am Opernhaus Zürich sind auch die zahlreichen Wiederaufnahmen mit herausragenden Besetzungen. Ans Opernhaus Zürich kehren zurück: Juan Diego Flórez, der als Rodolfo sein Rollendebüt in La bohème geben wird. Cecilia Bartoli und Javier Camarena, die wieder gemeinsam in La cenerentola auf der Zürcher Bühne stehen. Ein weiteres Rollendebüt wird Benjamin Bruns als Max im Freischütz feiern. Piotr Beczala, der im vergangenen Sommer sehr erfolgreich in der Bayreuther Neuproduktion den Lohengrin kurzfristig übernahm, wird im Juni 2020 in der Zürcher Inszenierung gemeinsam mit Elza van den Heever zu sehen sein. Christian Gerhaher und Gun-Brit Barkmin sind im Wozzeck das tragische Paar. Saimir Pirgu ist Faust, Anita Hartig Marguerite und Ildebrando d`Arcangelo Méphistophélès in Gounods Vertonung von Goethes Menschheitsdrama. Luca Pisaroni und Jane Archibald werden in «Don Giovanni» wieder zu Gast sein. Ein weiteres Epochalwerk des Opernrepertoires wird von Catherine Naglestad (Abigaille), Dalibor Jenis (Nabucco) und Vitalij Kowaljow (Zaccaria) bestritten. Plácido Domingo erfüllt sich einen Wunsch und singt für seine Zürcher Fans in einer einmaligen Galavorstellung von Verdis Nabucco die Titelpartie. Zum ersten Mal am Opernhaus Zürich zu Gast sind Andreas Schager als Florestan und Wolfgang Koch als Don Pizzaro. Sie werden zusammen mit Anja Kampe in Fidelio zu erleben sein. Kwang-chul Youn gibt den Heinrich in Wagners Lohengrin  und Jacquelyn Wagner die Agathe im Freischütz. Kristina Mkhitaryan und Liparit Avetisyan begehen als Violetta Valéry und Alfredo Germont ihr Hausdebüt. Am Pult der Philharmonia Zürich, werden bekannte und neue Gesichter zu sehen sein. Der GMD Fabio Luisi widmet sich in der kommenden Saison dem Verdi-Repertoire und dirigiert sein Orchester bei den Wiederaufnahmen von Nabucco und La traviata. Für Wagners Lohengrin konn-te abermals Simone Young gewonnen werden. Ebenfalls im deutschen Repertoire zu Hause ist Axel Kober, der Webers Freischütz interpretieren wird. In den Händen von Markus Poschner liegt Beethovens Fidelio. Für Alban Bergs Wozzeck wird Hartmut Haenchen zum ersten Mal im Zürcher Graben stehen. Ebenfalls zum ersten Mal am Opernhaus Zürich ist Ryan Mc Adams mit Gounods Faust. Um Mozarts Don Giovanni kümmert sich Riccardo Minasi und um Puccinis La bohème Marco Armiliato. Für Rossinis La cenerentola zeichnet Gianluca Capuano verantwortlich. Für die Erfolgsinszenierung des regierungskritischen russischen Regisseurs Kirill Serebrennikov Così fan tutte steht Ottavio Dantone am Pult der Philharmonia Zürich.

Cosi fan tutte – 2019/20 wieder auf dem Spielplan
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 BALLETT ZÜRICH

Die Ballettsaison 2019/20 wird, wie schon fast traditionell, mit einer Uraufführung von Ballettdirektor Christian Spuck eröffnet. Zum ersten Mal kommt Helmut Lachenmanns Musiktheater Das Mädchen mit den Schwefelhölzern nach dem todtraurigen Märchen von Hans Christian Andersen als Ballett auf die Bühne. Die Neuproduktion und zugleich auch Schweizer Erstaufführung verbindet Tanz, Bilder und Gesang mit Lachenmanns faszinierender Musik und macht selbst den Zuschauerraum des Opernhauses zum Klangraum. Mehrere Werke von William Forsythe hat das Ballett Zürich bereits auf die Bühne gebracht und feiert den amerikanischen Choreografen nun mit einem eigenen Abend. Schlicht «Forsythe» heißt die Hommage und beinhaltet drei wegweisende Werke des Erneuerers des Tanzes: The Second Detail, Approximate Sonata in der Pariser Neufassung von 2016 und «One Flat Thing, reproduced». Im Rahmen des Ballettabends Walking Mad kehrt auch Hans van Manen, mit seinem vom Nederlands Dans Theater uraufgeführten Werk «Kleines Requiem», nach Zürich zurück. Ebenfalls vom NDT uraufgeführt wurde das titelgebende Stück von Johan Inger, zum berühmten «Boléro» von Maurice Ravel tanzt das Ballett Zürich zum ersten Mal ein Werk des schwedischen Choreografen.

Einen ganzen Abend voller neuer Werke bringt die Serie Junge Choreografen, in deren Rahmen die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts Zürich und des Junior Balletts die künstlerische Verantwortung für ihre eigenen Choreografien übernehmen. Wiederaufgenommen werden mit «Messa da Requiem» und «Nussknacker und Mausekönig» zwei Produktionen von Christian Spuck, der Doppelabend «Emergence» mit Choreografien von Crystal Pite und dem Choreografenduo Sol León & Paul Lightfoot, das Ballett Faust von Edward Clug sowie der Abend des Junior Balletts mit «Kreationen» von Filipe Portugal, Louis Stiens und Goyo Montero.

Hänsel und Gretel – 2019/20 wieder auf dem Spielplan
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KONZERTE, LIEDERABENDE UND EXTRAS

Die Philharmonia Zürich und das Spezialensemble Orchestra La Scintilla werden sich auch in dieser Saison außerhalb des Orchestergrabens präsentieren. Die Eröffnung der Philharmonischen Saison findet mit dem Violinisten Leonidas Kavakos unter der Leitung des Generalmusikdirektors Fabio Luisi und Werken von Beethoven und Wagner statt. Der begonnene Beethoven-Zyklus mit der italienischen Pianistin Beatrice Rana wird von Fabio Luisi mit zwei Konzerten fortgeführt. Gianandrea Noseda, der das Amt des Zürcher GMDs ab der Saison 2021/22 übernehmen wird, wird für ein Konzert mit Werken von Schubert, Tschaikowski und Mendelssohn in Zürich gastieren. Für ein Programm mit Werken von Mahler und Mozart steht Manfred Honeck am Pult der Philharmonia Zürich. Der Experte für historisch informierte Aufführungspraxis Riccardo Minasi wird sich ganz dem Orchestra La Scintilla widmen. Die Programme der vier Konzerte reichen von Haydns «Schöpfung» über Werke von Jan Dismans Zelenka und einem Konzert zum Thema Echos. Für Händels Wassermusik ist Lars Ulrik Mortensen Gast der Scintilla. In der Spielzeit 2019/20 präsentiert das Opernhaus Zürich wieder Liederabende mit Starssolisten: Angela Gheorghiu, Pretty Yende, Krassimira Stoyanova, Stéphanie D’Oustrac, Benjamin Bernheim, Christof Fischesser sowie Julia Kleiter und Michael Nagy, die gemeinsam einen Abend bestreiten.

Am 21. September 2019 veranstaltet das Opernhaus nach der Sommerpause das traditionelle Eröffnungsfest. Im ganzen Haus getanzt wird wieder beim Opernball am 14. März 2020. Die Benefizgala feiert dann ihr 20jähriges Bestehen. oper für alle auf dem Sechseläutenplatz findet am 13. Juni 2020 mit der Live-Übertragung der Mozart-Oper Don Giovanni statt

—| IOCO Aktuell Oper Zürich |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere: DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN, 18.09.2015

September 7, 2015 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

SPIELZEITERÖFFNUNG 2015/16 DER OPER FRANKFURT MIT HELMUT LACHENMANNS DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN

Premiere / Frankfurter Erstaufführung
DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN
Musik mit Bildern von Helmut Lachenmann (*1935)
Text vom Komponisten nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen
sowie Texten von Leonardo da Vinci und Gudrun Ensslin
Mit Übertiteln

Freitag, 18. September 2015, um 19.30 Uhr im Opernhaus

Oper Frankfurt / Das Mädchen mit den Schwefelhölzert © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Das Mädchen mit den Schwefelhölzert © Monika Rittershaus

Musikalische Leitung: Erik Nielsen
Inszenierung: Benedikt von Peter
Bühnenbild: Natascha von Steiger
Kostüme: Cinzia Fossati, Natascha von Steiger
Licht: Joachim Klein
Video: Bert Zander
Dramaturgie: Sylvia Roth, Mareike Wink
ChorWerk Ruhr: Michael Alber

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain

BESETZUNG:
Sopran: Christine Graham, Yuko Kakuta
Klavier: Yukiko Sugawara, Tomoko Hemmi
Shô: Mayumi Miyata
Sprecher: Helmut Lachenmann
Schauspieler: Michael Mendl
ChorWerk Ruhr; Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Oper Frankdurt / Helmut Lachenmann © Astrid Karger

Oper Frankdurt / Helmut Lachenmann © Astrid Karger

Helmut Lachenmann (*1935) gilt als einer der herausragenden Komponisten der musikalischen Avantgarde. In seinen Werken geht es ihm stets um die Erweiterung des herkömmlichen Musikbegriffs, die er u.a. mit der Loslösung von Tonalität und Tonhöhe erreicht. Geräusche verwendet er als integrale Teile des Klangs, innovative Spieltechniken auf traditionellen Instrumenten sollen zu einem neuen Hörverständnis des Publikums beitragen. Dem vielfach ausgezeichneten Künstler wurde u.a. 2015 der Deutsche Musikautorenpreis für sein Lebenswerk verliehen.

„Musik mit Bildern“ lautet der Untertitel von Lachenmanns zentralem Bühnenwerk Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, das am 26. Januar 1997 an der Hamburgischen Staatsoper mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Basierend auf dem gleichnamigen Märchen des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen, verknüpft Lachenmann das Schicksal der Titelfigur mit dem der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, aus deren Texten er neben anderen in seinem Libretto zitiert. Dabei gibt es keine Handlung im eigentlichen Sinn. Das Schicksal der Protagonistin wird vornehmlich durch die Musik vermittelt, wobei das Publikum zwischen den im Zuschauerraum verteilten Orchestermitgliedern Platz nimmt und so Teil des Geschehens wird.

Andersens kleines Mädchen, im Winter ausgeschickt um Streichhölzer zu verkaufen, entzündet eines nach dem anderen, um sich zu wärmen und am Ende doch in der physischen und gesellschaftlichen Kälte zu erfrieren. Während dem Kind die Streichhölzer einen Moment Wärme geben, dienen sie Gudrun Ensslin als Waffe gegen das verhasste System. Benedikt von Peters Inszenierung beginnt dort, wo 1968 Kaufhäuser brannten: in einer Großstadt, mitten in der Gesellschaft mit all ihren sozialpolitischen Facetten.

Die musikalische Leitung der Neuproduktion hat Frankfurts ehemaliger Kapellmeister Erik Nielsen, der in naher Zukunft Chefpositionen in Bilbao und am Theater Basel antreten wird. Regisseur Benedikt von Peter ist seit 2012 Operndirektor am Theater Bremen und wird 2016 die Intendanz des Luzerner Theaters übernehmen. Zu den Mitwirkenden gehören zudem Helmut Lachenmann als Sprecher sowie der renommierte Schauspieler Michael Mendl, der bereits 2014/15 anlässlich der Uraufführung von Rolf Riehms Sirenen in Frankfurt zu Gast war. Die weiteren an der Produktion beteiligten Künstlerinnen und Künstler sind überwiegend bereits mit Lachenmanns Werk vertraut, darunter die japanische Sopranistin Yuko Kakuta sowie ihre Landsfrauen Yukiko Sugawara – Lachenmanns Ehefrau – und Tomoko Hemmi am Klavier. Das Instrument der Shô-Spielerin Mayumi Miyata ist eine traditionelle japanische Mundorgel. Auch das Vokalensemble ChorWerk Ruhr hat Lachenmanns Mädchen bereits aufgeführt, so wie der Dirigent Matthias Hermann, der als Schüler Lachenmanns die Leitung einiger Vorstellungen übernehmen wird. Die amerikanische Sopranistin Christine Graham gibt ihr Frankfurt-Debüt.

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Wiederaufnahme: Katja Kabanova, 05.06.2014

Juni 5, 2014 by  
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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

»Warum können die Menschen nicht fliegen wie Vögel?«

Leos Janáceks »Katja Kabanova« wird am 5. Juni 2014 an der Staatsoper Hamburg wieder aufgenommen

Nach der erfolgreichen Neuproduktion von »Das schlaue Füchslein« im März 2014 nimmt die Staatsoper am 5. Juni 2014 ein weiteres Werk des tschechischen Komponisten Leos Janácek wieder in den Spielplan auf. Mit »Katja Kabanova« kehrt dann eine der eindrucksvollsten Inszenierungen des Hamburger Opernhauses zurück: Willy Deckers Deutung verdichtet Katjas Hoffnung auf Freiheit sehr bewegend im Sinnbild eines Vogels. »Warum können die Menschen nicht fliegen wie Vögel?«, fragt Katja, bevor sie einen verhängnisvollen Ausbruch aus ihrer unglücklichen Ehe riskiert. Sie leidet unter ihrem Ehemann, dem charakterschwachen Kaufmann Tichon und der herrischen Schwiegermutter Kabanicha. Ihr Ausbruch aus diesem »Gefängnis« endet im Drama. Wolfgang Gussmann hat die beklemmende Atmosphäre des Stoffes auch visuell umgesetzt: Er schuf einen wie ein Holzverschlag wirkenden Bühnenraum, der Enge und Ausweglosigkeit suggeriert und Momente von Hoffnung nur dann aufkommen lässt, wenn sich ein Lichtspalt öffnet.

Die musikalische Leitung der Wiederaufnahme übernimmt Lothar Zagrosek. Seit 1985 ist der renommierte Dirigent regelmäßig zu Gast an der Staatsoper Hamburg und leitete hier unter anderem 1997 die erfolgreiche Uraufführung von Lachenmanns »Das Mädchen mit den Schwefelhölzern«. In der Titelpartie gibt die russisch-amerikanische Sopranistin Dina Kuznetzova ihr Debüt an der Staatsoper Hamburg. Die Sängerin ist an zahlreichen großen Opernhäusern erfolgreich, darunter die Metropolitan Opera, das Royal Opera House, die Berliner Staatsoper Unter den Linden, die Wiener Staatsoper und die Bayerische Staatsoper in München. Torsten Kerl kehrt als Boris Grigorjewitsch nach Hamburg zurück, in der Spielzeit 2009/10 war der international gefragte Tenor hier als Max in »Der Freischütz« und Erik in »Der fliegende Holländer« zu erleben. Katjas willensschwachen Ehemann Tichon singt Hans-Georg Priese, der mit dieser Rolle sein Debüt an der Staatsoper gibt. Renate Spingler übernimmt die Partie der Marfa (Kabanicha), Tigran Martirossian ist als Savjol Dikoj zu hören. Es singen außerdem: Dovlet Nurgeldiyev (Wanja Kudrjasch), Thomas Florio (Kuligin), Ida Aldrian (Glascha) und Maria Markina (Varvara).

Wiederaufnahme: 5. Juni 2014, 19.30 Uhr
Vorstellungen: 11., 20. und 24. Juni 2014, 19.30 Uhr

—| Pressemeldung Staatsoper Hamburg |—

Essen, Aalto Theater Essen, Premiere MACBETH, 19.10.2013

Oktober 4, 2013 by  
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Aalto Theater Essen

Aalto-Theater-Essen © IOCO

PREMIERE

MACBETH

 
Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
Dichtung von Francesco Maria Piave und Andrea Maffei nach William Shakespeare
 
Premiere am Samstag, 19. Oktober 2013, um 19 Uhr im Aalto-Theater
 
Mit einem Meisterwerk von Giuseppe Verdi beginnt Hein Mulders seine Intendanz am Aalto-Musiktheater: Die Oper „Macbeth“ feiert am Samstag, 19. Oktober 2013, um 19 Uhr Premiere.
 
Unter der Leitung des neuen Generalmusikdirektors Tomás Netopil wird das Werk damit zum ersten Mal an diesem Haus zu erleben sein. Die Inszenierung liegt in den Händen des jungen Regisseurs David Hermann, der bereits an zahlreichen namhaften Häusern 
und bei renommierten Festivals zu Gast war, darunter die Salzburger Festspiele und das Teatro Real Madrid. Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Ausstatter Christof Hetzer, der auch in Essen für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich ist. Mit „Macbeth“ geben sie ihr gemeinsames Aalto-Debüt. Die beiden Hauptpartien sind mit erstklassigen Gästen besetzt: Der finnische Bariton Tommi Hakala ist als Macbeth, die deutsche Sopranistin Gun-Brit Barkmin als Lady Macbeth zu erleben.
 
Für seine zehnte Oper verhandelte Giuseppe Verdi 1846 mit dem Impresario der Florentiner Oper und schwankte zwischen drei Themenblöcken: Shakespeares „Macbeth“, Schillers „Die Räuber“ und Grillparzers „Die Ahnfrau“ – allen Stoffen ist gemein, dass sie sich nicht für die theatrale Form des traditionellen italienischen „melodramma“ eignen. Verdi wählte ganz bewusst etwas Neues, er schrieb: „Das Sujet der Oper ist weder politisch noch religiös: Es ist fantastisch.“ Der Komponist verzichtete auf die eigentlich übliche Liebesgeschichte, auch auf die glänzende Tenorrolle und konzentrierte sich auf die Schattenseite der menschlichen Seelenabgründe. Nach der erfolgreichen Uraufführung in Florenz war der Komponist sehr zufrieden und widmet das Werk seinem Schwiegervater und Gönner Antonio Barezzi: „Macbeth ist mir lieber als meine anderen Opern.“
 
Musikalische Leitung: Tomás Netopil / Yannis Pouspourikas (1., 3., 21.11.2013) Inszenierung: David Hermann ? Bühne und Kostüme: Christof Hetzer ? Video: Martin Eidenberger ? Chor: Alexander Eberle ? Dramaturgie: Alexander Meier-Dörzenbach
 
Macbeth Tommi Hakala, Banquo Liang Li, Lady Macbeth Gun-Brit Barkmin / Katrin Kapplusch (16., 21.11.; 4.12.2013), Kammerfrau der Lady Marie-Helen Joël, Macduff Alexey Sayapin / Abdellah Lasri, Malcolm, Duncans Sohn Abdellah Lasri / Michael Smallwood, Ein Arzt Baurzhan Anderzhanov / Tijl Faveyts
Opernchor, Essener Philharmoniker
 
Einführungsmatinee: Sonntag, 13.10.2013, 11:00 Uhr, Aalto-Theater
Premiere: Samstag, 19.10.2013, 19:00 Uhr, Aalto-Theater
Weitere Vorstellungen: 22., 24., 27.10.; 1., 3., 6., 8., 16., 21.11.; 4.12.2013, Aalto-Theater
 
David Hermann studierte Regie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. 2000 gewann er den Ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb für Regie und Bühnenbild in Graz. Er inszenierte u. a. an der Oper Bonn, am Nationaltheater Mannheim, an den Staatstheatern in Oldenburg, Braunschweig und Nürnberg, am Theater Heidelberg,

Aalto-Musiktheater / David Hermann © Aalto-Musiktheater

Aalto-Musiktheater / David Hermann © Aalto-Musiktheater

am Luzerner Theater, an der Deutschen Oper am Rhein, an der Opéra de Nancy, bei der Ruhrtriennale, am Teatro Real in Madrid, an der Nederlandse Opera in Amsterdam, bei den Salzburger Festspielen und an der Oper Frankfurt, wo er u. a. einen dreiteiligen Monteverdi-Zyklus realisierte. 

Zu seinen letzten Arbeiten zählen die Produktionen „Iolanta“ und „L’italiana in Algeri“ an der Opéra national de Lorraine, „Die Zauberflöte“ an der Vlaamse Opera in Antwerpen, Lachenmanns „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ an der Deutschen Oper Berlin, „Il turco in Italia“ an der Nederlandse Opera, „Les Troyens“ am Staatstheater Karlsruhe, „Pique Dame“ am Theater Basel, Pilar Jurados „La página en blanco“ am Teatro Real in Madrid und Charpentiers „Médée“ an der Oper Frankfurt. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit verbindet David Hermann mit dem Ausstatter Christof Hetzer. Mit „Macbeth“ geben sie ihr gemeinsames Aalto-Debüt.
 
In der Rolle der Lady Macbeth ist die deutsche Sopranistin Gun-Brit Barkmin erstmals am Essener Opernhaus zu erleben. Sie war als Ensemblemitglied und Gast der Komischen Oper Berlin verbunden, wo sie u. a. die Partien Marie („Wozzeck“),

Aalto-Musiktheater / Gun-Brit Barkmin © Aalto-Musiktheater

Aalto-Musiktheater / Gun-Brit Barkmin © Aalto-Musiktheater

Gouvernante („The Turn of the Screw“) und Jen?fa übernahm. Gastengagements führten sie zudem als Elsa („Lohengrin“), Chrysothemis („Elektra“) und Ariadne („Ariadne auf Naxos“) nach Leipzig, Marie zur Welsh National Opera, Mimì („La Bohème“) nach Seattle, Katerina Ismailowa („Lady Macbeth of Mtsensk“) und Salome nach Zürich sowie in letzterer Partie mit der Wiener Staatsoper nach Japan. Darüber hinaus war sie bereits u. a. an der Opéra de Lyon, Deutschen Oper am Rhein, Canadian Opera Company in Toronto, am Nationaltheater Prag sowie bei den Festspielen in Salzburg, Bregenz, Edinburgh und Neuseeland zu erleben. 2013/14 übernimmt sie die Rollen Salome, Sieglinde („Die Walküre“) und Ellen Orford („Peter Grimes“) an der Wiener Staatsoper und konzertiert u. a. als Salome in der Carnegie Hall mit der Wiener Staatsoper und dem Boston Symphony Orchestra.

 
Der finnische Bariton Tommi Hakala war am Essener Opernhaus bereits als Belcore zu erleben und kehrt nun mit der Titelpartie von „Macbeth“ zurück. Neben Festengagements in Nürnberg, Leipzig und an der Finnischen Nationaloper war er regelmäßiger Gast des

Aalto-Musiktheater / Tommi Hakala © Leitner-Sidl

Aalto-Musiktheater / Tommi Hakala © Leitner-Sidl

Savonlinna Opernfestivals. Seit 2008 ist er Ensemblemitglied der Finnischen Nationaloper. Darüber hinaus gab er zahlreiche Konzerte in Europa und den USA, sang Graf Almaviva („Le nozze di Figaro“) in San Francisco und Atlanta, Valentin („Faust“) und Schaunard („La Bohème“) an der Metropolitan Opera in New York, Don Giovanni in Turku, Graf Danilo („Die lustige Witwe“) an der Vlaamse Opera in Antwerpen/Gent und in Bern, Escamillo („Carmen“) in Helsinki, Rodrigo („Don Carlo“) in Kopenhagen und Tampere sowie Belcore („L’elisir d’amore“) an der Nederlandse Opera in Amsterdam. Jüngere Engagements umfassen u. a.  Eugen Onegin, Marcello („La Bohème“), Valentin und Amfortas („Parsifal“) in Helsinki, Orest („Elektra“) in Montpellier, Frank/Fritz („Die tote Stadt“) in Bilbao und Kurwenal („Tristan und Isolde“) in Helsinki. Zukünftige Verpflichtungen führen ihn als Graf Almaviva erneut nach Helsinki, als Simone („Eine florentinische Tragödie“) nach Turin sowie als Nabucco nach Tampere.

 
 
—| Pressemeldung Aalto Theater Essen |—

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