Dresden, Semperoper, Spielplan 2021/22 – Don Carlo, Butterfly…., IOCO Aktuell, 20.06.2021

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper – Spielplan 2021/22 – vorgestellt am 17.06.2021

von Thomas Thielemann

Am 17.06.2021 stellte die  Semperoper in einer offiziellen Pressekonferenz mit  Peter Theiler Intendant,  Ballettdirektor Aaron S Watkin, Chefdramaturg  Casimir Eule,  Chefdirigent Christian Thielemann den Semperoper Spielplan der Saison 2021/22 vor.

15 Neuproduktionen sind geplant: Die Opern Don Carlo, Madama Butterfly und der Ballettabend A collection of short stories waren bereits als reduzierte Corona-Varianten zur Aufführung gelangt. In der Spielzeit 2021/22 werden sie szenisch in der ursprünglichen geplanten Fassung gespielt. Die bedeutendsten Opernvorhaben sind unter anderem Rossinis La Cenerentola, Dvoráks Rusalka, Chaillys Die kahle Sängerin sowie die Uraufführung von Torsten Raschs Die andere Frau. Mit großer Spannung wird am 5. März 2022 die Premiere der Aida erwartet; inszeniert von Katharina Thalbach, musikalische Leitung Christian Thielemann.

Alle Produktionen, Termine, Besetzung – link HIER!

Dazu kommen die bereits bekannten 22 Wiederaufnahmen aus dem Opern- und Ballettrepertoire der vergangenen Jahre mit dem leistungsfähigen Hausensemble sowie zum Teil hochrangigen Sängerinnen und Sängern.

Besonders erfreut es, dass es gelungen ist, nach jahrelanger Abstinenz für die kommende Spielzeit Altmeister Peter Konwitschny für die Inszenierungen von Bellinis Norma und Schostakowitschs Die Nase zu verpflichten.

Mehr zu diesen und vielen weiteren Produktionen der kommenden Spielzeit 2021/22; lesen Sie  der folgenden Presseerklärung der Semperoper:

Semperoper / Intendant Peter Theiler und Chefdramarturg Johann C Eule © Daniel Koch

Semperoper / Intendant Peter Theiler und Chefdramarturg Johann C Eule © Daniel Koch

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Presseerklärung der Semperoper: Für das Programm seiner vierten Spielzeit präsentiert Intendant Peter Theiler mit seinem künstlerischen Team für die Saison 2021/22 eine außerordentliche Fülle von Neuproduktionen. Insgesamt elf Opernpremieren, davon drei in Semper Zwei, zwei Ballettpremieren und zwei Premieren der Semperoper Junge Szene erwarten die Zuschauer*innen.

Anfang Oktober kommt Peter Konwitschnys Norma –Inszenierung zur Aufführung, nach nur drei Wochen gefolgt von der mehrfach verschobenen Premiere von Vera Nemirovas Regiearbeit Don Carlo. Erstmals wird dann auch der im Auftrag der Semperoper von Manfred Trojahn komponierte Prolog uraufgeführt werden. Das Kalenderjahr 2021 beschließt im November die Neuproduktion La Cenerentola in der Inszenierung von Damiano Michieletto. Im Januar 2022 sprengt Regisseur Immo Karaman gemeinsam mit dem ungarischen 3D-Künstler und gefeierten Pionier des Projection Mapping, László Zsolt Bordos, Zuschauerraum und Bühne visuell auf für seine Interpretation von Torsten Raschs Oper Die andere Frau.

Mit Chefdirigent Christian Thielemann am Pult der Sächsischen Staatskapelle und Krassimira Stoyanova in der Titelpartie versprechen die Premieren von Verdis Aida, opulent-golden in Szene gesetzt von Katharina Thalbach, gefolgt von Puccinis Madama Butterfly unter der Musikalischen Leitung von Omer Meir Wellber, mit Kristine Opolais als Cio-Cio-San und Christa Mayer als Suzuki, besondere Höhepunkte des neuen Spielplans. Seine inszenatorische Vision der neuen Dresdner »Madama Butterfly« realisierte der japanische Regisseur Amon Miyamoto, die Kostüme schuf der 2020 verstorbene Modedesigner Kenzo.

Christof Loy, der zurzeit wohl international gefragteste Opern- und Schauspielregisseur seiner Generation, inszeniert gegen Ende der Spielzeit Antonín Dvoráks Rusalka die Musikalische Leitung übernimmt Joana Mallwitz. Und schließlich steht mit Die Nase von Dmitri Schostakowitsch eine weitere Konwitschny-Inszenierung auf dem Premieren-Spielplan.

Nach den Voraufführungen im Juni 2021 feiert A Collection of Short Stories mit Choreografien von Aaron S. Watkin, David Dawson, Jorma Elo, William Forsythe und einer Uraufführung von Nicholas Palmquist im Oktober 2021 seine offizielle Premiere. Die gezeigten Kreationen erlauben einen Rückblick auf die bereits 15-jährige Weiterentwicklung der Company unter der künstlerischen Ägide ihres Ballettdirektors Aaron S. Watkin und stehen exemplarisch für Stil, Vielseitigkeit und Ausdruckskraft des Semperoper Ballett. Als zweite der beiden Ballettpremieren der kommenden Spielzeit kommt das epische Handlungsballett Peer Gynt auf die Bühne, nachdem die ursprünglich für November 2020 geplante Premiere entfallen musste. Die Company des Semperoper Ballett übernimmt als erste die 2017 für das Basler Ballett entstandene Choreografie.

Drei weitere Opernpremieren sind in Semper Zwei geplant: Die kahle Sängerin des 2002 verstorbenen italienischen Komponist Luciano Chailly nach Eugène Ionescos Theaterstück (Inszenierung: Barbora Horáková), die Dresdner Fassung des Bühnen- und Leinwandhitwunders Blues Brothers (Inszenierung: Manfred Weiß) und Stephen Sondheims Into the Woods/Ab in den Wald.

Lang erwartet und ebenfalls immer wieder verschoben, kommt im Mai 2022 die Oper Weiße Rose von Regisseur Stephan Grögler zur Premiere. Für das jüngere Publikum feiert in Semper Zwei das Stück Drei miese, fiese Kerle von Zad Moultaka in der Regie von Annika Nitsch Premiere.

—| IOCO Aktuell Semperoper Dresden |—


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Lüttich, Opéra Royal de Wallonie, Madama Butterfly – Giacomo Puccini, IOCO Kritik, 15.09.2019

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Opéra Royal de Wallonie-Liège © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opéra Royal de Wallonie-Liège © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opéra Royal de Wallonie-Liège

 Madama Butterfly – Giacome Puccini

 – Der japanischen Kosmos – Tradition changiert mit Moderne des Westens –

von Ingo Hamacher

Mit langanhaltendem Applaus feierte das Premierenpublikum eine rundum gelungene Leistung des Ensembles, welches nicht nur sängerisch durch Solisten und einen wunderbaren Chor überzeugen konnte, sondern ebenso durch das ausgezeichnet spielende, von Speranza Scappucci lebendig und sensibel geführten Orchester der Opéra Royal de Wallonie-Liège.

Madama Butterfly – Neuproduktion der Opéra Royal de Wallonie-Liège in Zusammenarbeit mit dem Fondazione Festival Pucciniano Torre del Lago

Wenn auch sowohl Svetlana Aksenova, in der Rolle der Cio-Cio-San, als auch Alexey Dolgov als F.B. Pinkerton bei ihrem Hausdebut in Lüttich überraschenderweise – beide haben ihre Rollen seit vielen Jahren in ihrem Repertoir – in den ersten beiden Akten deutliche Zeichen von Anspannung und Lampenfieber zeigten, konnten sie die Partien erfolgreich beenden. Nach ihrer mit Szenenapplaus bedachten und bekanntermaßen herausfordernden Arie:„Un bel dì, vedremo“ fand die Sopranistin Aksenova spürbar zur Ruhe, was ihrer Stimme zugute kam. Tenor Dolgov überzeugte vor allem in den hohen Lagen, wogegen die Tiefen etwas dünn erschienen.

Madama Butterfly – Eine Einführung in die Produktion
youtube Trailer Opéra Royal de Wallonie-Liège
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Saverio Fiore in der Rolle des Goro, auch er gab sein Hausdebut, und Sabina Willeit als Suzuki überzeugten stimmlich vollauf. Wieder einmal überragend jedoch Mario Cassi als Sharpless, dem es nach klassischer Belcanto-Manier gelang, mit durchgängig auf dem Atem liegender Stimme das Publikum zu begeistern.

Madama Butterfly gehört zum Standardrepertoire, so dass die Handlung als bekannt voraus gesetzt werden kann: Um 1900 heiratete der amerikanische Offizier Pinkerton in Japan die junge Geisha Cio-Cio-San, die sich ihm mit Leidenschaft hingab. Aus ihrer Vereinigung wurde ein Kind geboren, von dessen Existenz der Leutnant bei seiner Rückkehr nach Hause nichts wusste. Drei Jahre später kommt er mit seiner amerikanischen Frau zurück nach Japan, um seinen Sohn abzuholen, von dem er inzwischen erfahren hat. Verraten und verlassen, gibt es für Cio-Cio-San nur einen Ausweg……

Nach seinem großen Erfolg, den Giacomo Puccini im Jahr 1900 mit seiner Oper TOSCA hatte, suchte er nach einem neuen Thema, das ihm eine tiefe tragische Quelle bieten konnte. Er setzte auf ein Stück des Dramatikers David Belasco, Madame Butterfly, inspiriert von realen Ereignissen: die katastrophale Liebesaffäre eines sehr jungen Mädchens, Cio-Cio-San, dessen Name auf Japanisch „Schmetterling“ bedeutet.

Madama Butterfly war für Puccini die perfekte Gelegenheit, den „Japonismus“ zu nutzen, der im Westen seit Ende des 19. Jahrhunderts in Mode war. Auf der Suche nach neuen Farben und einzigartigen Atmosphären studierte der Musiker die Sprache, Kultur und Musik Japans und zögert nicht, authentische Melodien zu verwenden. Das Ergebnis war für die Hörer schockierend. Der Autor berichtete, es sei seine „aufrichtigste und ausdrucksstärkste“ Oper.

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Madama Butterfly - hier : Ensemble © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Madama Butterfly – hier : Ensemble © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Japonismus ist die Bezeichnung für den Einfluss der japanischen Kunst auf die Künstler der westlichen Welt, insbesondere französische. Die Kunst, die aus dieser Inspirationsquelle hervorging, wird als Japonesque bezeichnet.

Die Bilder- und Formensprache der „Bilder der heiteren, vergänglichen Welt“, der Ukiyo-e, und anderer Erzeugnisse des japanischen Kunsthandwerks wie Töpfer-, Metall-, Lack- und Bambusarbeiten wurden eine Quelle der Inspiration für den Impressionismus, den Art Nouveau, den Jugendstil, die Wiener Secession und auch viele Künstler des Expressionismus.

Seit um die Mitte des 19. Jahrhunderts die amerikanische Flotte die Öffnung der japanischen Häfen erzwungen hatte, verbreiteten sich im Westen rasch genaue Kenntnisse über japanische Kunst und Kultur; Auf dem Gebiet der Musik, Literatur und der bildenden Künste begann man sich mit dem fernen Inselreich auseinanderzusetzen. Der Begriff Japonismus wurde 1872 von dem französischen Kunstkritiker Philippe Burty geprägt. Die Pariser Weltausstellung 1878 zeigte eine Reihe von Werken der japanischen Kunst.

Stefano Mazzonis Di Pralafera, Intendant der Opéra Royal de Wallonie und Regisseur dieser Neuproduktion, welche die Oper Lüttich in Kooperation mit dem Fondazione Festival Pucciniano Torre del Lago erarbeitet hat, will uns den Kosmos der japanischen Welt sowohl unter dem Aspekt der Tradition, als auch dem Wandel in die Moderne vor Augen führen. Fernand Ruiz, verantwortlich für die Kostüme, ließ dazu beispielsweise die verwendeten 36 Kimonos in den Werkstädten per Hand bemalen, um eine größtmögliche Authentizität zu erzielen.

Die Bühne, im ersten Akt ein historisches Japan, wie wir es mit dem Uraufführungsjahr der Oper 1902 gedanklich in Verbindung bringen. Nachfolgend erleben wir eine typischen 50er-Jahre Stil, der zeitlich mit der 2. amerikanischen Eroberung Japans durch die Amerikaner nach dem 2. Weltkrieg zu verorten ist. Die Veränderungen dieses halben Jahrhunderts ist nicht nur in der Architektur des Hauses, der Einrichtung und der Kleidung zu erleben. Wir erkennen auch völlig veränderte Bewegungs- und Verhaltensabläufe der Protagonisten.

Für die historisch korrekte Reproduktion all dieser Aspekte zeichnet Misaya IODICE-FUJIE, Beraterin für japanische Traditionen, verantwortlich. Misaya Iodice-Fujie wurde in Tokio geboren und studierte Zeichnen, Malen und Kalligraphie.  Parallel zu ihrem Universitätsstudium studiert sie traditionelle japanische Kunst: Ikebana (Blumenkunst) und die Kunst des Kimonos.

Wesentlich für das Werk ist der Gegensatz zwischen dem westlichen und dem fernöstlichen Lebensstil, den Puccini von Anfang an auch musikalisch ausdrückt. Die Oper beginnt mit einem exotischen musikalischen Thema, das auf typisch westliche Weise verarbeitet wird. Pinkertons erstes Gesangsstück enthält bereits die beiden westlichen Hauptthemen der Oper. Umrahmt wird dieses Stück durch ein Zitat der damaligen Marinehymne (ab 1931 die amerikanische Nationalhymne) in den Bläsern. Nach Pinkertons Duett mit dem Konsul Sharpless wird das westliche Kolorit durch ein japanisches abgelöst, als der Heiratsvermittler Goro mit den Frauen eintrifft.

Puccini bemühte sich intensiv, eine glaubhafte „japanische Färbung“ zu erreichen. Zur Inspiration dafür nutzte er unterschiedliche Quellen: Er besuchte eine Aufführung der als Geisha ausgebildeten Schauspielerin und Tänzerin Kawakami Sadayakko während ihrer Welttournee im März und April 1902. Die Gattin des japanischen Botschafters in Rom, Hisako Oyama, sang ihm traditionelle Volkslieder vor und half ihm bei den japanischen Namen. Außerdem erhielt er Hinweise des belgischen Musikwissenschaftlers und Asien-Experten Gaston Knosp. Auch konnte er auf europäische Notensammlungen transkribierter japanischer Melodien zurückgreifen.

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Madama Butterfly - hier : Svetlana AKSENOVA als Cio-Cio-San und Alexey DOLGOV als Pinkerton © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Madama Butterfly – hier : Svetlana AKSENOVA als Cio-Cio-San und Alexey DOLGOV als Pinkerton © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Beim Auftritt des kaiserlichen Kommissars erklingt ein Ausschnitt der japanischen Nationalhymne Kimi Ga Yo. Zwei Motive der Cio-Cio-San sind auf chinesische Volksmusik zurückzuführen. Puccini entnahm diese einer in der Schweiz hergestellten Musik-Box mit westlich assimilierten chinesischen Melodien.

Der mechanische Klang dieser Musik-Box, die naturgemäß einige Eigenheiten fernöstlicher Musik wie die typischen kontinuierlich gleitenden Veränderungen der Tonhöhe oder die originale Klangfarbe der Instrumente nicht wiedergeben konnte, beeinflusste Puccinis Instrumentation der japanisch gefärbten Passagen.

Das Ergebnis von Puccinis Studien sind äußerst ungewöhnliche Klangfarben, die er mit Instrumenten wie Tamtam, japanischen Schellentrommeln, japanischem Klaviaturglockenspiel oder Röhrenglocken erzielt. Der Satz der Begleitstimmen wirkt vielfach exotisch; die Charakterisierung der Nebenfiguren dient der Darstellung des Kolorits. Die Partie des Pinkerton entspricht dagegen ganz der Puccinis lyrischer Tradition.

Die Musik der Cio-Cio-San verbindet fernöstliche und europäische Charakteristiken. Am Schluss ihrer Auftrittsszene fordert sie die anderen Frauen auf, sie nachzuahmen und vor Pinkerton auf die Knie zu fallen. Zu dieser Pantomime erklingt das chinesische „Shiba mo“. Das Niederknien des Ostens vor dem Westen erfolgt somit nicht nur szenisch, sondern auch in der Musik.

Puccini hat die Butterfly selbst seine „innigste und erfüllteste Oper“ genannt. Nie zuvor und nie danach hat er ein so bedingungslos liebendes, zartes, verratenes und bedauernswertes Traumgeschöpf auf die Bühne gebracht wie die kleine Japanerin Cho-Cho-San. „Wie ich sie liebte und auch weiterhin lieben werde! Solange ich die Musik schrieb, sah ich sie vor mir, das kleine süße, von Wehmut erfülle Mädchen“, schwärmte er.

Madama Butterfly – Intendant und Regisseur Stefano Mazzonis Di Pralafera führt ein
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Zeigt uns der erste Akt dieser Inszenierung ein historisch verträumtes Japan mit Holzhaus und Lampignons, die im Zusammenspiel mit den Kostümen und Papierschirmen immer wieder atemberaubend schöne lebendige Bilder auf die Bühne zaubern, so kühl und seelenlos begrüßt uns geflieste Hausfassade im 2. Akt. Sachlichkeit und Strenge, sowohl als Ausdruck Cio-Cio-Sans Seelenleben, aber auch als Zeichen des gesellschaftlichen Wandels. Im 3. Akt lässt Pralafera einen Helikopter auf die Bühne einfliegen und auf dem Flachdach des Hauses landen, dessen Macht und akustische Gewalt in uns hätte Assoziationen vor US-amerikanischen Invasionen wecken können, wie wir sie aus Filmen wie „Apokalypse Now“ vor Augen haben.

Dies gelingt leider nicht. Vermutlich ist es den Begrenzungen des Bühnenraums geschuldeter, dass uns der Bühnenbildner Jean-Guy Lecat einen stark deformierten Hubschrauber präsentiert, der völlig geräuschlos, mit stillstehendem Rotor, hoppelnd und rappelnd aus dem Schnürboden einfliegt, das belustigte Publikum eher an Robbie, Tobbi und das Fliewatüt erinnernd, als an imperiale Gewalt.

Coup de théâtre:  Als Pinkerton seinen im Kinderwagen schlafend geglaubten Sohn auf den Arm nehmen will, um ihn nach Amerika, einer vermeintlich besseren Welt, zu bringen, findet er dort nur ein Haarteil und zusammegerollte Decken. Madama Butterfly hatte ihren hochdramatischen Satz: „Wer nicht in Ehren leben kann, der soll in Ehren Sterben!“ wohl nicht nur für sich selbst gesprochen. Wenn sie blutüberströmt, mit durchgeschnittener Kehle auf die Bühne stürzt, scheint uns die dramatische Schlussmusik zu bestätigen, dass ihr Sohn ebenfalls tot im Hause liegt.

Abschließend ein großes Lob für Franco Marri, dem es mit seiner Lichtkunst großartig gelungen ist, zum Erfolg des Abends beizutragen.

Musikalische Leitung: Speranza Scappucci, Regie: Stefano Mazzonis di Pralafera, Bühne: Jean-Guy Lecat, Kostüme: Fernand Ruiz, Licht: Franco Marri, Chorleitung: Pierre Iodice

Besetzung:

CIO-CIO-SAN: Svetlana Aksenova, Hausdebut  –  Die in St. Petersburg geborene Aksenova absolvierte ihr Gesangsstudium am renommierten Rimsky Korsakov Conservatory, wo sie bereits während ihrer Studienzeit als Titelrolle in Tschaikowskys Iolanta auf sich aufmerksam machte. Svetlana Aksenova wurde international für ihre Auftritte als Lisa in einer Neuproduktion von The Queen of Pades an der Niederländischen Nationaloper unter der Regie von Stefan Herheim und unter der Leitung von Mariss Jansons, der Titelrolle in Rusalka an der Pariser Oper, Cio-Cio-San in Madama Butterfly an der Zürcher Oper gefeiert. Nach ihrem Debüt an der Opéra Royal de Wallonie kehrt sie als Tatyana in Eugene Onegin an die Norwegische Nationaloper in Oslo zurück.

F.B. PINKERTON: Alexey Dolgov, Hausdebut  –  Die Washington Times schreibt über den Tenor: „Ein großes Lob für den gutaussehenden russischen Tenor Alexey Dolgov, der ironischerweise die Rolle des Pinkerton singt, des ursprünglich hässlichen Amerikaners. Mit einem selbstbewussten Schwung und einer klaren, selbstbewussten, autoritativen Stimme bewohnt Herr Dolgov sofort diesen selbstbewussten Yank und versteht gleichzeitig seine essentielle Flachheit. Als Schauspieler glänzt Herr Dolgov auch in den letzten Szenen der Oper. Seine Performance, die die emotionale Feigheit seines Charakters mit viel Geschick projiziert, verleiht der Tragödie in Butterflys letzter Szene weiteres Gewicht.“

SHARPLESS: Mario Cassi  –  Mario Cassi arbeitet regelmäßig an den bedeutenden Opernhäusern weltweit. Sein umfangreiches Repertoire reicht von Händel, Porpora und Mozart bis zu zeitgenössischen Komponisten, wobei sein Schwerpunkt auf dem italienischen Belcanto liegt.

SUZUKI: Sabina Willeit  –  Die Mezzosopranistin wurde in Bozen aus einer ladinischen Familie geboren und studierte Gesang am Konservatorium ihrer Heimatstadt. Sie als Hauptdarstellerin in über 25 klassischen und modernen Opern mit international anerkannten Dirigenten in namhaften Opernhäusern und bei Festivals in Italien und Europa auf.

GORO: Saverio Fiore, Hausdebut  –  Der gebürtige Barier absolvierte sein Gesangsstudium mit Auszeichnung am Istituto Musicale „Giovanni Paisiello“ in Taranto.  Sein Debüt gab er 1998 mit Il fortunato decanno von Donizetti beim Festival della Valle D’Itria und übernahm zahlreiche  Hauptrollen in Opern.

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Madama Butterfly - hier : Alexey Dolgov als Pinkerton und Alexise Yerna als Kate Pinkerton © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Madama Butterfly – hier : Alexey Dolgov als Pinkerton und Alexise Yerna als Kate Pinkerton © Opéra Royal de Wallonie-Liège

KATE PINKERTON: Alexise Yerna, LO ZIO BONZO: Luca Dall’Amico, IL COMMISSARIO/YAMADORI: Patrick Delcour, YAKUSIDÉ: Alexei Gorbatchev, L’OFFICIER D’ÉTAT-CIVIL: Benoît Delvaux, LA MÈRE DE CIO-CIO-SAN: Réjane Soldano, LA TANTE DE CIO-CIO-SAN: Dominique Detournay, LA COUSINE DE CIO-CIO-SAN: Barbara Pryk,  Orchester und Chor: Opéra Royal de Wallonie-Liège

Madama Butterfly; weitere Vorstellungen an der Opéra Royal de Wallonie,  15.; 17.; 19.; 21.; 22.; 24.; 26.; 28.9.2019 und mehr

Madama Butterfly:  Oper von Giacomo Puccini, „Tragedia giapponese“ in drei Akten, Sprache: Italienisch, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, Literarische Vorlage / Autoren: John Luther Long und David Belasco: Madame Butterfly, Uraufführung der dreiaktigen Fassung: 28. Mai 1904, Ort der Uraufführung der dreiaktigen Fassung: Teatro Grande, Brescia, Spieldauer: ca. 2 ½ Stunden, Ort und Zeit der Handlung: Ein Hügel oberhalb von Nagasaki, um 1900

Opéra Royal de Wallonie-Liège:  Als Neuerung der aktuellen Spielzeit 2019/20 wurde eine neue Übertitelungsanlage eingerichtet, die den Text nun in den drei Landessprachen: Französisch, Flämisch und Deutsch einblendet, sondern auch in Englisch.

—| IOCO Kritik Opéra Royal de Wallonie-Liège |—


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Sydney, Opera House, Madama Butterfly – Giacomo Puccini, 28 Jun – 10 Aug 2019

Juni 19, 2019 by  
Filed under Oper, Opera House Sydney, Pressemeldung

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Sydney Opera House

Sydney / Opera House © IOCO

Sydney / Opera House © IOCO

Madama Butterfly – Giacomo Puccini

28 Jun – 10 Aug. 2019

Graeme Murphy’s arresting new production of Madama Butterfly is a contemporary look at Puccini’s alluring heroine. This bold reimagining uses the same technology that wowed Aida audiences, where towering LED screens form a dynamic backdrop of moving images.

The Shows (! – Butterfly  ist eine show in downunder)  run for approx. 2 hours & 45 mins with one interval  –  Latecomers may not be admitted until a suitable break in the performance. This may not be until interval. Event duration is a guide only and may be subject to change.

Experience the ravishing romance of Madama Butterfly in a bold new production by Australia’s most famous choreographer, Graeme Murphy. Enchanted by the beauty of Japan, the American naval officer Pinkerton takes a young geisha for his wife. The innocent Madame Butterfly falls helplessly, hopelessly in love. But every ship must return to its shore, and Pinkerton returns home, leaving his bride behind. Butterfly waits patiently for her husband to return, and when he comes at last, both lovers have a surprise in store.

This long-awaited reimagining uses the same incredible technology that wowed audiences in Aida, where towering flexible LED screens form a dynamic backdrop filled with moving images.

Puccini’s sumptuous score includes the hit aria ‘Un bel di’. See it if you like a good tearjerker, Miss Saigon, and stunning sets and costumes.


Season runs from Friday 28 June to Saturday 10 August 2019


Friday 28 June 2019 at 7.30pm
Saturday 29 June 2019 at 7.30pm

Monday 1 July at 2019 at 7.30pm
Wednesday 3 July 2019 at 7.30pm
Thursday 4 July 2019 at 7.30pm
Friday 5 July 2019 at 7.30pm
Saturday 6 July 2019 at 1.00pm – audio described performance

Thursday 11 July at 7.30pm
Friday 12 July 2019 at 7.30pm
Saturday 13 July 2019 at 1.00pm

Tuesday 16 July at 2019 at 7.30pm
Friday 19 July 2019 at 7.30pm

Monday 22 July at 2019 at 7.30pm
Thursday 25 July 2019 at 7.30pm
Saturday 27 July 2019 at 7.30pm

Monday 29 July at 2019 at 7.30pm
Wednesday 31 July 2019 at 7.30pm
Thursday 1 August 2019 at 7.30pm
Friday 2 August 2019 at 7.30pm
Saturday 3 August 2019 at 7.30pm

Tuesday 6 August at 2019 at 7.30pm
Wednesday 7 August 2019 at 7.30pm
Saturday 10 August 2019 at 7.30pm

–| Pressemeldung Sydney Opera House |—


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Hof, Theater Hof, Premieren Lulu und Madame Butterfly, 14. und 15.06.2019

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Theater Hof

Theater Hof © Foto: Thomann

Theater Hof © Foto: Thomann

„Lulu“ und „Madame Butterfly“ versprechen große Gefühle

Premierenreigen am Wochenende

Ein Premierenreigen erwartet die Zuschauer am Wochenende im Theater Hof. In den letzten beiden Premieren in dieser Spielzeit stehen schillernde Frauen im Mittelpunkt – und natürlich geht es auch um die Liebe. Am Freitagabend (14. Juni) präsentiert Ballettdirektorin Barbara Buser ihre Tanzkreation „Lulu“ nach der Tragödie von Frank Wedekind im Studio. Die „Urgestalt des Weibes“, die nicht mehr mit den Begriffen der bürgerlichen Moral zu bewerten ist, schuf Frank Wedekind mit seiner „Lulu“. Seine tragische Heldin ist unumstritten eine der faszinierendsten Frauenfiguren des 20. Jahrhunderts und polarisiert bis heute. Sie bewegt sich zwischen Opfer und Täterin, Verführerin und Verführte, Kindfrau und Femme fatale. Barbara Buser hat „Lulu“ mit großer Tanzlust und choreographischen Mut inszeniert. Lulu (Isabella Bartolini // Carla Wieden Dobón) bewegt sich wie eine Marionette über die Bühne. Verführung, Hemmungslosigkeit und kindliches Liebesflehen gehören zur Ambiguität ihres Wesens. Untermalt wird der Abend am Theater Hof mit dem Liederzyklus „Lulu – A Murder Ballad“ von der englischen Kultband The Tiger Lillies.

Theater Hof / Madame Butterfly - Joel Montero und Hey Won Nam © Harald Dietz Fotografie

Theater Hof / Madame Butterfly – Joel Montero und Hey Won Nam © Harald Dietz Fotografie

Am Samstag, 15. Juni, feiert dann Puccinis Oper „Madame Butterfly“ Premiere im Großen Haus. Puccini selbst hat einmal gesagt, dass er sein ganzes Herz und seine ganze Seele in diese Oper gelegt hat. Als der Marineoffizier Benjamin Franklin Pinkerton der bezaubernden Geisha Chio-Chio-San das erste Mal begegnet, ist er fasziniert von ihrer Schönheit und ihrem Anmut. Für sie ist es Liebe auf den ersten Blick. Die beiden heiraten nach japanischer Sitte. Am Hochzeitstag freut sich der Bräutigam „Mädchen mit den bezaubernden Augen, jetzt gehörst du ganz mir“. Ihr Glück ist nur von kurzer Dauer, denn Pinkerton plant, in seine Heimat USA zurückzukehren.

 „Madame Butterfly“ ist jedoch mehr als große Gefühle in einem exotischen Setting. Es ist auch eine Oper der Illusionen, auf die beide Protagonisten ihr Leben aufbauen. Obwohl Puccini nie in Japan war, ist es ihm dennoch gelungen, seine Musik fernöstlich anmuten zu lassen (Musikalische Leitung: Walter E. Gugerbauer).  Die Titelrolle der Madame Butterfly verkörpert die aus Seoul stammende Sopranistin Hye Won Nam, die sich selbst als glühende Verehrerin des italienischen Komponisten Giacomo Puccini bezeichnet. Die Partie des Pinkerton übernimmt der mexikanische Tenor Joel Montero. Die Aufführung findet in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln statt. Es wirken mit: Markus Gruber, Minseok Kim, Stefanie Rhaue, James Tolksdorf und der Opernchor Theater Hof (auch solistisch) sowie die Hofer Symphoniker.

—| Pressemeldung Theater Hof |—


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