Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Keine Vorstellungen bis 31.05.2020

logo_dor2.jpg

Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein –  Keine Vorstellungen bis 31. Mai

Nach Absprache mit den kommunalen Verantwortlichen sagt die Deutsche Oper am Rhein weitere Vorstellungen in Düsseldorf und Duisburg vorerst bis zum 31.Mai 2020 ab. Neben zahlreichen Repertoirevorstellungen betrifft das auch die beiden letzten für diese Spielzeit geplanten Premieren: das Ballettprogramm b.44, das die letzte Produktion des Balletts am Rhein unter der Leitung von Martin Schläpfer und Remus Sucheana gewesen wäre, fällt aus,  während die für den 29. Mai geplante Opernpremiere von Verdis Macbeth auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. In Absprache mit dem Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein wird überdies die Operngala am 19. Juni abgesagt. Da laut Erlass des Kultusministeriums Schulausflüge bis Ende des Schuljahres untersagt sind, entfallen des Weiteren sämtliche Vorstellungen von Gol“, Ronja Räubertochter sowie  Zauberflöte für Kinder.

„Der Kampf gegen das Corona-Virus ist längst noch nicht vorbei“, sagt Generalintendant Prof. Christoph Meyer. „Die Politik hat in diesen Tagen unmissverständlich klar gemacht: Auch wenn die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus erste Erfolge zeigen und einzelne Restriktionen im öffentlichen Leben gelockert werden können, so werden wir dennoch in den nächsten Wochen auf vieles von dem verzichten müssen, was den Alltag lebenswert macht. Unsere künstlerische Arbeit in Oper und Ballett gehört leider dazu.“

Um auch während der Corona-Pause mit ihrem Publikum im Kontakt zu bleiben, stellt die Deutsche Oper am Rhein auf ihrer Website und in den Sozialen Medien ein umfangreiches Online-Angebot zur Verfügung. Überregionale Beachtung verzeichnet beispielsweise der „Ring“-Talk von Generalmusikdirektor Axel Kober und Spielleiter Dorian Dreher, die während der Ostertage wegen der Absage des „Ring“-Zyklus‘ mit ihrer digitalen Talkshow für ein kleines Ersatzprogramm gesorgt haben. Wegen des großen Interesses stellen sie sich in einer fünften Folge ab Mittwoch, 22. April, den Fragen des Publikums.

Opernitalienisch heißt die Sprache, die man ab Montag, 20. April, in einem Online-Workshop der Deutschen Oper am Rhein lernen kann. In ihr steckt die brodelnde Dramatik der italienischen Opern von Rossini, Verdi und Puccini: Verführung und Leidenschaft, Treueschwüre und Eifersucht, Intrigen und Verrat. Ilaria Lanzino, Spielleiterin und Regisseurin an der Deutschen Oper am Rhein, wird den Wort-Schatz des italienischen Opernvokabulars zusammen mit den Zuschauern heben und speziellen Begriffen auf den Grund gehen, so dass der nächste Opernbesuch noch mehr Spaß macht.

Halb acht – gute Nacht“ heißt es ab Donnerstag, 23. April, 19.30 Uhr auf www.operamrhein.de: Sieben Solist*innen aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein haben Schlaflieder aus ihren Heimatländern aufgenommen. In aller Einfachheit und ihrer Muttersprache singen Liana Aleksanyan, Luiza Fatyol, Maria Kataeva, Anke Krabbe, Katarzyna Kuncio, Florian Simson und Richard Šveda Gutenachtlieder für Kinder und Erwachsene.

Die Junge Oper hat zahlreiche Rezepte „gegen die Corona-Langeweile“ parat. An ihrem digitalen Ferien-Projekt „Opernmacher – Die Kurzfilmausgabe“ nehmen zurzeit mehr als 70 Kinder teil, darunter ein Kinderchor aus Venezuela.

Zum kostenlosen Streaming-Angebot der Deutschen Oper am Rhein gehören darüber hinaus Aufzeichnungen von Opern- und Ballettaufführungen der Deutschen Oper am Rhein. Online sind derzeit Martin Schläpfers Ballett „Schwanensee“ und Georg Friedrich Händels Barockjuwel Xerxes in der Inszenierung von Stefan Herheim. Weitere Aufzeichnungen werden folgen.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Roméo et Juliette – Charles Gounod, IOCO Kritik, 09.04.2019

April 9, 2019 by  
Filed under Deutsche Oper am Rhein, Hervorheben, Kritiken, Oper

logo_dor2.jpg

Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Roméo et Juliette – Charles Gounod

– Love is a losing game –

von Albrecht Schneider

Liebe bedarf zu ihrer Offenlegung der Zeichen. Seien es Worte, gesprochene oder geschriebene, seien es Bilder, wie das von Amors Pfeil durchbohrte Herz, oder die Musik. Mit ihr und in ihr findet die Liebe wohl den reinsten Ausdruck. Gewiss sind innige wie feurige Briefe und Verse Meldungen liebender Seelen; allein ist es nicht letztlich doch der Gesang, welcher als flammende wie leidende Herzensergießung das allmächtige Gefühl am wahrhaftigsten zu offenbaren vermag?

In der bürgerlichen Welt wird die Liebe vom Standesbeamten besiegelt, im Mythos vom Tod. Bei ihm bedient sich gern die dramatische Oper; Tristan und Isolde, Aida und Radames, ja und Romeo und Julia, sie sind die eben todtraurigen Erzählungen von der Ausweglosigkeit eines dauernden Miteinander zweier Liebenden, die mit dem erzwungenen Verzicht auf die Liebeserfüllung freiwillig auch auf das Leben verzichten.

Roméo et Juliette – Charles Gounod
youtube Trailer der Deutschen Oper am Rhein
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Nach Vertonung schreit geradezu die gefühlssatte Historie des Veroneser Liebespaares. Dessen bitterschokoladesüße Beziehung im Niemandsland zwischen den Familienfronten der Todfeinde Capulet und Montague, ein von Lerchen- und Nachtigallengesang tönendes Verona, Julias Haus samt Balkon im Mondenschein, und endlich eine düstere Krypta mit dem unselig-seligen Ende der beiden Unglücklichen, das hat Charles Gounod, 1818 – 1893, zu einer wahren Gesangsoper angestiftet. Sie schildert, bar der großen Tableaus eines Meyerbeer oder Spontini und mit nur wenigen hochdramatischen Szenen, lyrisch wie leidenschaftlich in Arien, Kavatinen, vier Liebesduetten und Chören die Amour fou sowie die Gemütsverfassungen ihrer Protagonisten. Die fünf Akte sind höchst melodisch und demnach für kleine wie große Ohren eingängig komponiert, weswegen sie hierzulande bei einigen hochbildungsbürgerlichen Puristen unter Kitschverdacht steht.

Wie leicht – nicht seicht! – und elegant die Komposition dem Franzosen gedieh, das hört man die ganze Zeit über: sie prä-sentiert sich ohne Schwulst und ohne jeden, bei germani-schem Publikum gern als Wert gehandelten, flachen Tiefsinn. In unserem Nachbarland sind Roméo und Juliette ein hochgeschätztes wie beliebtes Werk. Das von Gounods Nachfahre und Kollege Eric Satie in anderem Zusammenhang geäußerte Bonmot über den älteren Tonsetzer träfe auch hier durchaus zu: Eine sauerkrautlose Musik.

Deutsche Oper am Rhein / Romeo et Juliette - hier : Maria Boiko als Stephano, Ovidiu Purcel als Romeo, Bogdan Baciu als Mercutio © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Romeo et Juliette – hier : Maria Boiko als Stephano, Ovidiu Purcel als Romeo, Bogdan Baciu als Mercutio © Hans Joerg Michel

Was also gibt’s zu gucken und zu hören, wenn ein junger Regisseur (Philipp Westerbarkei) das aus dem Geist der französischen Romanik komponierte alte Märchen ins 21. Jahrhundert holen will? Nun, der Haken oder die Crux bei seinem Unternehmen ist schlichtweg die Macht des Mythos Romeo und Julia; denn der ist als Urbild idealer Liebe eingraviert in unsere Köpfe, und, anders in Szene gesetzt, sollte er sich schon faszinierend wie einleuchtend darbieten, damit sich das Rührstück, wovon hier in wohlwollendem Sinn zu sprechen erlaubt ist, zu einer zeitnahen überzeugende musikalische Erzählung wandelt. Leonard Bernsteins West Side Story beruht unbestritten auf einem gelungenen Aneignen des klassischen Stoffs. Dessen Verlagerung indessen aus einem legendären Raum in einen prosaischen der Neuzeit kann auch Entzauberung heißen. Übrig bleibt dann lediglich die Idee von einer Liebe schlechthin.

Auf der Bühne der Rheinoper besteht der Ort des Geschehens permanent aus einem schwarzen Kubus, einem dunklen klaustrophobischen Gehäuse, das heutzutage die Regie gern verwendet als eine Bildmetapher des Eingesperrtseins in Konvention, Gesellschaft, das eigene Ich oder wo auch immer. Dort sind Roméo et Juliette, im Jargon formuliert, keine heurigen Hasen mehr, durchrast vom ersten Sturm der Gefühle: sie sind Mann und Frau mit Erfahrung in Sachen Geschlechterbeziehung. Auf dem Ball im Hause Capulet finden sie Gefallen aneinander, und alsbald zeigt sich, wie heikel das Verhältnis geraten wird: ihr Auftritt in einer die Figur betonende Silberrobe der Hautcouture, seiner simpelst in Hemd und Hose mit Hosenträgern. Die Distanz der Milieus und die darin lauernde Gefährdung des Zueinanderwollens, und erst recht die des Zusammenseins, deutet sich an. Der Chor der Festgäste kommentiert und markiert zugleich die äußeren Vorgänge wie jene in den Köpfen der Figuren. Auseinanderstrebend, sich neu gliedernd, wirkt er als eine bildhafte Umsetzung dessen, was real geschieht und zu geschehen droht. Derlei Aktionen durchziehen die gesamte Aufführung. Die Gründungsakte des Dramas ist bildlich und musikalisch schlüssig formuliert. Nein, heute Abend spielt sich hier gewiss keine Herzschmerzgeschichte ab.

Deutsche Oper am Rhein / Romeo et Juliette - hier : Luiza Fatyol als Juliette, Michael Kraus als Capulet © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Romeo et Juliette – hier : Luiza Fatyol als Juliette, Michael Kraus als Capulet © Hans Joerg Michel

Die Süße wurden ihm ausdestilliert, allein die Musik besitzt sie nach wie vor. Mit ihrer schwelgerischen Melodik und Harmonik steht sie der Ablösung einer dramatischen Liebesgeschichte zweier reinen Seelen durch den Konflikt einer bornierten Gesellschaft mit zwei zwar mündigen, nur zur eigenen Emanzipation nicht fähigen Mitgliedern eigentlich im Wege. Ein Gefühl von Unvereinbarkeit, das bei mancher befremdenden Szene anfangs den Besucher beschleicht, weicht nach und nach der Einsicht von der Stimmigkeit von Bild, Geste und Gesang.

Es ist mehr denn ein hübscher Einfall der Regie, wenn in der hiesigen Aufführung während der Aktwechsel und vor dem geschlossenen Vorhang ein sehr jugendliches Liebespaar, untermalt von tönendem Herzpochen, pantomimisch das Hin und Weg, das Ja und Nein der klassischen zwei Figuren temperamentvoll imitiert.

Julietta Statue in Verona © IOCO

Giulietta Statue in Verona © IOCO

Juliette posiert oben auf einem Turm zusammengestellter Kneipenstühle, Roméos Liebesbeteuerungen tönen zu ihr hinauf, die ihren zu ihm hinab (Balkonszene?) Beide eingerahmt von den schwarzen Wänden, Dunkelheit liegt über Verona. Gounods Oper ist auch eine der Nacht, dabei belässt es die neue Deutung.

Im dritten Akt, nach der abermals in Düsternis vollzogenen heimlichen Trauung, erklimmt die Frau ein Felsklotz-ähnliches Objekt, welches bislang wie ein schwarzes Ungetüm im Hintergrund wartete. Der Mann steigt ihr nach! Oben singen sich beide ihr Glück von der Seele, es ist der Höhepunkt der Zweisamkeit und zugleich die Peripetie des Dramas: nunmehr kann es nur abwärts gehen, der Sturz ist zu ahnen. Es sind zwei bizarre, fatale Szenarien, deren letzte in gegenseitigem Erstechen ihrer Anhänger mündet.

Eine Gesellschaft, die ihre Konflikte mit dem Messer bewältigt, leidet keine Individuen, die sich ihren rigiden Manieren entziehen wollen. Für Juliette bietet die Liebe eine Chance des Entkommens aus dem im Kult des Hasses erstarrten orthodoxen Familienclan und mithin auch Rettung vor der angesagten Verheiratung mit der Bella Figura Paris. Roméo ist für die Frau das Versprechen für ein Leben im Irgendwo, jedenfalls fern der Veroneser Realität. „Je veux vivre“ hatte sie schon früh gesungen. Allein der Mann verliert sich im Gefühl, er ist ein Liebender im Rausch, kein Verständiger für das Verlangen der Geliebten. Der Ruin einer von Vornherein zukunftslosen Verbindung ist unabwendbar.

Das Finale, den fünften Akt, in der Originalversion das Sterben des Paares an Gift und durch Dolch oder letztlich an der Unmöglichkeit der Liebe, entwirft der Regisseur als zwischen Wirklichkeit, Traum und Vision changierend Sequenzen. Im ersten Akt noch scheint der feinen Dame aus dem Hause Capulet, vorgestellt als die einer obsoleten Tradition ausgelieferte Tochter, doch süchtig nach Trennung, kraft der Liebe eine temporäre Befreiung zu glücken. Symbolisiert wird die Tat, indem sie jetzt aus ihrer Silberglitzerrobe steigt, um dann im Untergewand sich sichtlich hilflos gegenüber der ungewohnten Freiheit zu fühlen. Bloß ist Mann in dem Moment nicht an ihrer Seite.

Deutsche Oper am Rhein / Romeo et Juliette - hier : Ovidiu Purcel als Roméo, Luiza Fatyol als Juliette © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Romeo et Juliette – hier : Ovidiu Purcel als Roméo, Luiza Fatyol als Juliette © Hans Joerg Michel

Das autonome Atmen währt nicht lange. Der Geist ihres von Roméo erstochenen Cousins Tybalt zwängt sie in das Braut-kleid, der familiäre Kodex beharrt auf der Heirat mit Paris, das Drama ist wieder dort angelangt, von wo aus es seinen Anfang nahm. Indessen der verzweifelnde Roméo wohl weniger an dem eingenommenen Gift, denn an einer Überdosis Liebe dahinscheidet, entschwindet die wirkliche, die halluzinierte oder der Geist der toten Juliette im Bühnenhintergrund. Und wohin weiter? Zum Traualtar? Ins Grab? Oder in den Mythos ?

Die großen Liebenden brauchen ihr Unglück zur Unsterblichkeit. Sonst wird sie ihnen nicht zuteil. Seine verdankt das Paar aus Verona dem Drama Shakespeares. Des Stoffs hat man sich vielfach bedient: von West Side Story war bereits die Rede, besonders erwähnenswert sind Berlioz’ Sinfonie, Tschaikowskis Phantasieouvertüre und Prokofievs Ballett. Vermöge des vornehmlich tänzerischen wie gestischen Charakters eines Tanzpoems, im Zwanzigsten Jahrhundert komponiert, verheißt dessen Choreografie eher Erfolg denn eine lyrisch sentimentale Oper aus dem Neunzehnten, die dem Publikum als ein ganz und gar aktuelles Theaterstück angeboten werden soll.

Regisseur Philipp Westerbarkei hat sich in Düsseldorf der wahrlich nicht einfachen Aufgabe unterzogen, und gemeinsam mit der Dramaturgin Anne de Paco, der Bühnen-bildnerin Tatjana Ivschina und dem Lichtkünstler Volker Weinhart eine gegenwartsnahe und damit zwangsläufig wenig poetische, doch zumeist fesselnde, gelegentlich eigenwillige und niemals langweilende Inszenierung auf die Bühne gestellt.

Luiza Fatyols Stimme kennt Lust, Pein und Angst, durch alle Register hindurch singt sie makellos eine Juliette der divergierenden Gefühle. Diese Partie dünkt ihr wie auf den Leib geschrieben worden zu sein, ein Eindruck, den ihre Erscheinung bestätigt. Dem Roméo (Ovidiu Purcel) platzt schier die Brust vor lauter Liebesgefühl, nicht mit Schmelz, mit Verve attackiert sein Tenor der Liebsten Herz, ein hitziger Lover, dessen Gesang bis zum und selbst im Sterben nicht schwächelt.
Gounod hat die Nebenfiguren mit Musik nicht vernachlässigt, Tybalt (Ibrahim Yesilay) darf als capuletbesessener Familien-mensch so aggressiv tönen wie Montaguefreund Mercutio (Bogdan Baciu) con Allegro die Ballade von der Fee Mab vortragen. Bruder Laurent (Bogdan Talos) traut das Paar und klärt es mit balsamischem Bass über die Ehe auf. Der alte Capulet (Michael Kraus) begrüßt anfangs gutgestimmt seine Gäste wie er später gleich sonor den Totschlag des Neffen bejammert, indessen Roméos Begleiter Stephano (Hosenrolle Maria Boiko) keck sein/ihr Liedchen von der Taube zwitschert.

Zur gleichen Zeit hob sich am Anfang des Abends der Vorhang, setzte die Ouvertüre ein und zeigte sich der Chor (Ltg. Gerhard Michalski). Nach deren Schluss kündete er, gleich-sam als ein historisches Gedächtnis der Stadt Verona, von einer an der Feindschaft der Capulet und Montague zerbrechenden Liebe. Entlang der ganzen Aufführung haben dessen Sängerinnen und Sänger neben der Stimme auch mit dem Körper zu agieren und zu akzentuieren. Beide Aufgaben erledigen sie wie gewohnt perfekt.
Die Düsseldorfer Sinfoniker bereiten den Solisten und dem Chor einen Klangteppich aus, auf dem alle durch die Partitur fliegen, gleiten, torkeln und stürzen können. Die Musik ist ja eine voller Esprit, Dolcezza und Sentiment; dem Dirigenten David Crescenci eignet genügend Italianità, um das alles zum Hören zu bringen. Manche Bläserkantilene umrankt so blühend den Gesang wie wohl einst die Bouganvillea den Balkon der Signorina Julia.
Love is a losing game lautet die letzte Einblendung auf den gefallenen Vorhang. Wer verliert? Sie? Er? Beide? Gar die Liebe selbst?

Dem großen Beifall nach hat dies Spiel dem Publikum sehr gefallen

Roméo et Juliette an der Rheinoper, die weiteren Termine dieser Spielzeit 18.4.; 24.4.; 27.4.; 11.5.; 18.5.; 26.5.2019

—| IOCO Kritik Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Premiere Don Carlo von G. Verdi , 10.06.2017

Mai 10, 2017 by  
Filed under Deutsche Oper am Rhein, Oper, Premieren, Pressemeldung

logo_dor2.jpg

Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg © IOCO

Theater Duisburg © IOCO

Don Carlo von Giuseppe Verdi

Oper nach Friedrich von Schiller, Libretto von Joseph Méry und Camille du Locle / Italienischer Text von Antonio Ghislanzoni

Premiere Duisburg: Samstag, 10. Juni 2017,  19.30 Uhr   weitere Vorstellungen  Donnerstag 15.06. – 18.30 Uhr / Samstag 17.06. – 19.30 Uhr / Freitag  23.06. – 19.30 Uhr / Donnerstag 29.06. – 19.30 Uhr / Saamstag 01.07. – 19.30 Uhr

Im Theater Duisburg ist am Samstag, 10. Juni 2017, Premiere für Verdis große Oper Don Carlo. Inszeniert hat sie der international gefragte flämische Regisseur Guy Joosten, der hier in der kommenden Spielzeit Donizettis Oper Maria Stuarda auf die Bühne bringen wird.

Deutsche Oper am Rhein / Don Carlo © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Don Carlo © Hans Joerg Michel

Dirigent Lukas Beikircher hat zu Don Carlo eine ganz besondere Beziehung: „In dieser Oper liegen einige der schönsten und glückhaftesten Momente von Verdis Musik. Verdi schafft es, Gefühle, Emotionen und Tiefe allein durch eine Melodie auszudrücken – das kann keiner so wie er. Die Melodie ist pure Substanz. Auch die berühmtesten Arien und Duette sind vom Drama beseelt und niemals Selbstzweck.“ In Duisburg erarbeitet er Don Carlo mit den Duisburger Philharmonikern. Die Titelpartie singt der italienische Tenor Gianluca Terranova, der schon bei der Düsseldorfer Premiere begeisterte und als „das stimmliche Ereignis des Abends“ (k.west) gefeiert wurde. Als Don Carlos Vater Filippo II. gastiert der in China geborene Bass Liang Li. Die irische Sopranistin Celine Byrne stellt sich nach zwei Auftritten als Liù („Turandot“) in Duisburg als Elisabetta vor. Aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein präsentieren sich Sarah Ferede und Bogdan Baciu mit ihren Rollendebüts als Eboli und Rodrigo di Posa an der Seite von Sami Luttinen als Großinquisitor und Günes Gürle als Mönch.

Musikalische Leitung: Lukas Beikircher,  Chorleitung: Gerhard Michalski, Inszenierung: Guy Joosten Licht: Manfred Voss, Bühne: Alfons Flores Dramaturgie: Bernhard F. Loges, Kostüme: Eva Krämer

Filippo II.: Liang Li / Adrian Sâmpetrean Un Frate: Günes Gürle, Don Carlo: Najmiddin Mavlyanov Tebaldo: Dimitra Kotidou, Rodrigo di Posa: Bogdan Baciu Il Conte di Lerma: Bryan Lopez Gonzalez, Il Grande Inquisitore: Sami Luttinen Voce dal Cielo: Luiza Fatyol / Lisa Griffith, Elisabetta di Valois: Celine Byrne,   Principessa di Eboli: Sarah Ferede Duisburger Philharmoniker

Don Carlo, Infant von Spanien, ist gefangen in seinen Gefühlen zu Elisabetta di Valois, die aus Gründen der Staatsräson nicht mit ihm, sondern mit seinem Vater, König Filippo II., verheiratet wurde. Sein Freund Rodrigo di Posa legt ihm die Befreiung Flanderns von der spanischen Besatzung ans Herz und glaubt, ihm in dieser Aufgabe einen neuen Lebenssinn zu geben. Zugleich ist Marquis Posa ein kalkulierender Politiker, der seine Ideale von Freiheit im totalitären, von der Inquisition durchsetzten Staate verwirklichen will. Er steht dem König nahe, der in ihm gar einen Freund zu erkennen glaubt. Doch für menschliche Beziehungen, ob Freundschaft oder Liebe, ist in diesem System kein Platz.

Giuseppe Verdi (1813–1901) liebte die Werke Friedrich Schillers und fühlte sich ihm geistesverwandt. Der Drang nach Freiheit im Denken und Handeln, wie ihn der Dichter in seinem Don Karlos 1787 auf die Bühne brachte, bestimmte auch das Leben des Komponisten. Vier Mal vertonte er Stoffe Schillers, zuletzt Don Karlos. Am 11. März 1867 wurde seine gleichnamige Oper in Paris uraufgeführt – zunächst ohne Erfolg. In den folgenden 20 Jahren arbeitete Verdi seine Oper sieben Mal um. Am 10. Januar 1884 wurde eine vieraktige Fassung in Mailand aufgeführt. Diese bis heute meistgespielte Version ist auch an der Deutschen Oper am Rhein zu hören.

Opernwerkstatt zur Premiere mit Gesprächen und Probebesuch: Di 06.06., 17.00 Uhr, Theater Duisburg (Eintritt frei)

Premiere Duisburg: Samstag, 10. Juni 2017,  19.30 Uhr   weitere Vorstellungen  Donnerstag 15.06. – 18.30 Uhr / Samstag 17.06. – 19.30 Uhr / Freitag  23.06. – 19.30 Uhr / Donnerstag 29.06. – 19.30 Uhr / Saamstag 01.07. – 19.30 Uhr,

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Duisburg |—

Düsseldorf, Rheinoper – Tonhalle, Open Air-Konzert, 27.08.2016

logo_dor2.jpg

Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein und Tonhalle laden zum Open Air-Konzert und gemeinsam mit dem Schauspielhaus ins Aktions-Zelt auf der Kulturmeile

Deutsche Oper am Rhein / NRW_Sommerkonzert 2012 © Frank Heller

Deutsche Oper am Rhein / NRW_Sommerkonzert 2012 © Frank Heller

Zur Eröffnung des NRW-Bürgerfests am Samstag, 27. August 2016, um 11.30 Uhr, präsentieren sich die drei größten Düsseldorfer Kulturinstitutionen Tonhalle, Deutsche Oper am Rhein und Schauspielhaus in einem gemeinsamen Aktions- und Infozelt auf dem Grabbeplatz. Michael Becker, Intendant der Tonhalle Düsseldorf, Alexandra Stampler-Brown, Geschäftsführende Direktorin der Deutschen Oper am Rhein, und Wilfried Schulz, Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, begrüßen dort zum Auftakt der Festlichkeiten persönlich ihre ersten Gäste.

Zum Finale des Bürgerfests laden am Sonntag, 28. August, um 19.00 Uhr Oper und Tonhalle zum Klassik Open Air auf den Burgplatz ein. Solisten aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein präsentieren mit den Düsseldorfer Symphonikern unter der Leitung von Alexandre Bloch ein vielfältiges Programm von Oper bis Musical. Der Eintritt ist frei.

Als Teil der Kulturmeile beim großen NRW-Geburtstagsfest präsentieren Schauspielhaus, Tonhalle und Oper ihre Häuser und aktuellen Programme in einem Gemeinschaftszelt auf dem Grabbeplatz vor der Kunstsammlung NRW/K20. Dabei steht neben Informationen zu den Angeboten viel Aktion im Vordergrund. Gemeinsam veranstalten die Häuser ein Karten-Gewinnspiel, die Tonhalle präsentiert ein 360-Grad-Video, und am Glücksrad gibt es kleinere und größere Preise als Sofortgewinne. Handwerksbäckermeister Josef Hinkel unterstützt das Aktions-Zelt mit „Kultur-Plätzchen“, die ebenfalls am Glücksrad zu gewinnen sind.

Mit einem stimmungsvollen Klassik-Abend bei freiem Eintritt auf dem Burgplatz gestalten Deutsche Oper am Rhein und Tonhalle gemeinsam den fulminanten Abschluss des Fests zum 70. Landesgeburtstag: Anke Krabbe, Luiza Fatyol, Susan Maclean, Ramona Zaharia, Corby Welch, Ovidiu Purcel, Bogdan Baciu und Günes Gürle – allesamt Solisten aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein – präsentieren unter der Leitung von Alexandre Bloch mit den Düsseldorfer Symphonikern Arien und Duette aus Bizets „Carmen“, Donizettis „L’elisir d’amore“, Puccinis „Gianni Schicchi“, Verdis „Un ballo in maschera“, Gershwins „Catfish Row“ und aus Bernsteins „West Side Story“. Petra Albrecht, vor allem durch ihre langjährige Moderation der Düsseldorfer WDR-Lokalzeit bekannt, führt durch das Programm.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Nächste Seite »

Diese Webseite benutzt Google Analytics. Die User IPs werden anonymisiert. Wenn Sie dies trotzdem unterbinden möchten klicken Sie bitte hier : Click here to opt-out. - Datenschutzerklärung