Wien, Volksoper, Brigadoon – Musical – Alan J. Lerner, IOCO Kritik, 12.12.2019

Dezember 11, 2019 by  
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Volksoper Wien

 Volksoper Wien bei Nacht Foto IOCO

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Brigadoon – Musical – Alan J. Lerner & Frederick Loewe

…  ein Dorf in den schottischen Highlands, von Nebeln verschluckt …

von Marcus Haimerl

Mit der österreichischen Erstaufführung des am 13. März 1947 am Broadway uraufgeführten Musicals Brigadoon von Alan J. Lerner und Frederick Loewe (My fair Lady, Camelot, Gigi) gelang der Volksoper Wien erneut eine Erfolgsproduktion auf die Bühne zu bringen.

Die Grundlage zu Brigadoon, dem sagenhaften schottischen Dorf, das nur alle hundert Jahre für einen Tag zum Leben erwacht, geht auf Ludwig Bechsteins Sagenschatz des Thüringerlandes (1937) zurück. Die Sage wurde von Friedrich Gerstäcker 1860 für seine Erzählung Germelshausen aufgegriffen. Traurig endet jedoch die Geschichte um den jungen Maler Arnold, der dem Mädchen Gertrud im Wald begegnet und sich in sie verliebt, nämlich mit der Trennung der beiden.

Brigadoon eine Einführung
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Da zwei Jahre nach Kriegsende ein in Deutschland spielendes Broadway-Musical undenkbar gewesen wäre, verlegte Alan J. Lerner die Handlung in die schottischen Highlands und ermöglichte ein Happy-End.

Die beiden New Yorker Freunde Tommy Albright und Jeff Douglas verlaufen sich auf einem Jagdausflug in den schottischen Highlands und landen in einer Ortschaft, die auf keiner Landkarte zu finden ist: Brigadoon. Auf dem Marktplatz treffen die beiden inmitten der traditionell bekleideten Einheimischen auch auf Andrew McLaren und seine beiden Töchtern Fiona und Jean. Letztere soll noch an diesem Tag mit dem jungen Charlie Dalrymple vermählt werden, worüber der in sie verliebte Harry Beaton verzweifelt. Fiona hingegen will warten, bis ihr der Richtige begegnet. Während Tommy sich sofort zu Fiona hingezogen fühlt, hat das Milchmädchen Meg Brockie ein Auge auf Jeff geworfen. Die beiden Amerikaner verstehen nicht, wo sie da hingeraten sind, warum es hier kein Telefon gibt und warum Charlie sich freut, dass das Wunder für ihn verschoben wurde.

Volksoper Wien / Brigadoon - hier : das Wiener Staatsballett und Chor © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Volksoper Wien / Brigadoon – hier : das Wiener Staatsballett und Chor © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Das Geheimnis von Brigadoon liegt 200 Jahre zurück. Als die Highlands von bösen Zauberern heimgesucht wurden, überlegte der Dorfpriester namens Forsythe wie er seine Gemeinde schützen könnte und bat Gott um ein Wunder: Brigadoon möge mitsamt seinen Bewohnern vom Nebel des Hochlands verschluckt werden und alle hundert Jahre soll das Dorf für einen Tag erwachen. Kommt ein Fremder in den Ort und liebt jemanden genug, kann er bleiben, verlässt jedoch ein Bewohner Brigadoon, würde das Dorf einschlafen und niemals mehr erwachen.

Harry Beaton stört die Hochzeitsfeier und verkündet, dass er Brigadoon verlassen will. Die Männer von Brigadoon verfolgen Harry, der auf seiner Flucht tödlich verunglückt. Fiona ist Tommy nachgeeilt und gesteht ihm ihre Liebe. Tommy ist verunsichert und gesteht Fiona, dass er trotz seiner Gefühle für sie nicht bleiben kann, doch sie weiß, dass sie ihn immer lieben wird.

Zurück in den USA kann Tommy Fiona immer noch nicht vergessen. Er kehrt zurück nach Brigadoon, um immer mit Fiona zusammen zu sein.

Rudolf Klaban (szenische Einrichtung), Florian Hurler (Choreografie) und Doris Engl (Kostüme) zeichnen sich für die großartige Umsetzung dieser weit mehr als nur halbszenischen Aufführung verantwortlich.

Volksoper Wien / Brigadoon - hier vorne: Peter Kirk als Charlie Dalrymple, hinten Vernon Jerry Rosen als Andrew MacLaren, Wiener Staatsballett, Chor © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Volksoper Wien / Brigadoon – hier vorne: Peter Kirk als Charlie Dalrymple, hinten Vernon Jerry Rosen als Andrew MacLaren, Wiener Staatsballett, Chor © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Mit dem hervorragenden Ensemble der Volksoper ist aber auch die musikalische Umsetzung auf allerhöchstem Niveau. Gesungen wird in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln, zusätzlich führt Christoph Wagner-Trenkwitz als Erzähler durch den Abend.

Eine bessere Besetzung als die texanische Sopranistin Rebecca Nelsen kann man sich für die Partie der Fiona McLaren eigentlich nicht wünschen. Mit Intensität und Leidenschaft gestaltet sie die Rolle der Fiona mit ihrem schönen, klaren Sopran und findet damit in Ben Connor mit seinem wohlklingenden, dunklen, warmen Bariton als Tommy Albright ihren kongenialen Partner. Besonders intensiv erlebt man beide Sänger bei ihrem gemeinsamen Duett im zweiten Akt („From this day on“). Auf ebenso hohem Niveau erlebt man das zweite Paar: Juliette Khalil ist eine hinreißende, berührende Jean McLaren, der britische Tenor Peter Kirk beeindruckt als Charlie Dalrymple. In der Rolle des unglücklichen Harry Beaton brilliert Oliver Liebl nicht nur gesanglich und darstellerisch, sondern begeistert auch mit seiner großartigen Tanzleistung beim Schwerttanz. Optimal besetzt ist die Rolle von Tommy Albrights Freund Jeff Douglas mit dem vielseitigen amerikanischen Tenor Jeffrey Treganza, der in der austrialischen Mezzosopranistin Jessica Aszodi als Meg Brockie seine ideale Partnerin findet. Höchstes Lob auch für die kleineren Partien: Vernon Jerry Rosen als Andrew McLaren, Jakob Semotan (Stuart Cameron), Maximilian Klakow (Sandy Dean), Lauren Urquhart (Jane Ashton), Sarah Weidinger (Kate) und Mila Schmidt (Maggie).

BrigadoonEin Musical
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Eine hervorragende Leistung erlebt man auch vom Chor der Volksoper Wien (Choreinstudierung Thomas Böttcher). Mit viel Schwung und Eleganz läuft das Orchester der Volksoper Wien unter Lorenz C. Aichner zur Höchstform auf. Ganz besonderen Eindruck hinterließen aber auch Irmgard Foglar und Saskia Konz (Dudelsack) und Julia Nusko (Trommel), die nicht nur beim Leichenzug von Harry Beaton, sondern schon vor Vorstellungsbeginn in den Gängen und Foyers der Volksoper mit schottischen Klängen für die richtige Stimmung sorgten. Das Publikum dankte mit kaum enden wollendem Jubel. Am Ende sagt Christoph Wagner-Trenkwitz die berührenden Worte „Wenn Du jemanden wirklich liebst, ist alles möglich.“. Dem möchte man nichts mehr hinzufügen, außer der leisen Hoffnung, dass es keine hundert Jahre dauert, bis Brigadoon wieder auf einer österreichischen Bühne aus den schottischen Hochlandnebeln aufsteigt.

Brigadoon an der Volksoepr Wien; die weiteren Termine 13.12.

—| IOCO Kritik Volksoper Wien |—

Wien, Volksoper Wien, Cabaret – Inspirationen bei Revue und Ragtime, IOCO Kritik, 27.09.2019

September 27, 2019 by  
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 Volksoper Wien bei Nacht © IOCO

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 Cabaret  –  Inspirationen bei Ragtime und Revue

– in Fräulein Schneiders Berliner Pension kulminieren Träume –

von Marcus Haimerl

Grundlage für das im November 1966 in New York uraufgeführte Musical Cabaret von John Kander und Fred Ebb bildet das Theaterstück I am a camera (verfilmt 1955 mit Julie Harris und Laurence Harvey) nach den beiden autobiographischen Romanen Mr. Norris steigt um (Mr. Norris changes trains, 1935) und Leb wohl, Berlin (Goodbye to Berlin, 1939). Die New Yorker Uraufführung sangen Jill Haworth (Sally), Bert Convy (Cliff), Lotte Lenya (Fräulein Schneider) und Joel Grey als Conférencier, jener Rolle, die er auch in der Verfilmung mit Liza Minelli 1972 übernommen hat.

Cabaret – Musical an der Volksoper Wien
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Die Handlung spielt zu Beginn der 1930er Jahre in Berlin. Der junge amerikanische Schriftsteller Cliff Bradshaw reist nach Berlin, um einen Roman zu schreiben und landet in der Pension einer älteren Dame, Fräulein Schneider. Über seine Bekanntschaft mit Ernst Ludwig lernt er auch den Kit-Kat-Club samt seinem Star, der englischen Sängerin Sally Bowles, kennen. Nach ihrer Entlassung aus dem Club sucht sie Zuflucht in Cliffs Zimmer in Fräulein Schneiders Pension. Die beiden werden ein Paar. Aber auch Fräulein Schneider begegnet das Glück: Herr Schultz, ein weiterer Bewohner der Pension, kann ihr Herz erfolgreich erobern. Als sich auf der Verlobungsfeier jedoch herausstellt, dass Ernst Ludwig Nationalsozialist und Herr Schultz Jude ist, auf dessen Obstgeschäft ein antisemitischer Anschlag verübt wird, erkennt Fräulein Schneider die Konsequenzen einer solchen Ehe und löst die Verlobung. Herr Schultz verlässt die Pension und auch Cliff möchte Deutschland verlassen, aber Sally träumt weiter von einer Karriere in Berlin. Als sie aber das gemeinsame Kind abtreiben lässt, hält Cliff nichts mehr. Nach einem letzten Zusammentreffen in der Pension flieht Sally in den Kit-Kat-Club, Cliff verlässt Berlin.

Erstmalig nahm sich die Volksoper Wien nun dieses Musicals an und konnte damit erwartungsgemäß dem Repertoire einen neuen Erfolg hinzufügen. Regisseur Gil Mehmert schuf in seiner Regiearbeit einen Tanz auf dem Vulkan im schillernden Berlin der ´“Roaring Twenties“ mit seinem berühmt-berüchtigten Nachtleben auf der einen und dem bürgerlichen Leben auf der anderen Seite, am Vorabend der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Dazu schuf Heike Meixner ein Bühnenbild auf einer Drehbühne, das wie zwei Seiten einer Medaille funktioniert: Hier die biedere Pension Frau Schneiders mit dem biederen Leben der Kleinbürger auf zwei Wohnebenen, dort der Kit-Kat-Club mit einem überdimensionalen, schrägen Klavier als Bühne mit schrägen,  schillernden, kaum noch Geschlechterrollen beachtenden Gestalten.

Als zentrale Figur geistert der Conférencier durch die gesamte Handlung. Neben seiner Aufgabe im Kit-Kat-Club, wo er mit übergroßen Händen Sänger dirigiert oder am Klavier begleitet, agiert er auch in kleinsten Rollen und ist somit auf der Bühne beinahe allgegenwärtig.

Volksoper Wien / Cabaret - hier : Jörn-Felix Alt als Clifford Bradshaw und Bettina Mönch als Sally Bowles © Barbara Palffy / Volksoper Wien

Volksoper Wien / Cabaret – hier : Jörn-Felix Alt als Clifford Bradshaw und Bettina Mönch als Sally Bowles © Barbara Palffy / Volksoper Wien

Da man Joel Grey, den überaus charismatischen Conférencier der Verfilmung, nur schwer vergessen kann, setzte Regisseur Gil Mehmert mit einem weiblichen, fast schon androgynen Conférencier, Ruth Brauer-Kvam, einen Kontrapunkt. Aber auch sonst war Mehmert durchaus einfallsreich: Bei dem Song „Two Ladies“ wird die besungene Dreierbeziehung politisch umfunktioniert. Der Conférencier wird kurzerhand zum neuen deutschen „Führer“ und bekommt zwei Figuren, die Mussolini und Stalin darstellen, zur Seite gestellt. Für den Song „Money“ ließ sich Kostümbildner Falk Bauer von einer Figur aus George GroszStützen der Gesellschaft“ (1926) inspirieren: Einem Bankier mit goldenem Gehirn und vergoldeten Gedärmen, die aus seinem Bauch – einem Tresor – entnommen werden. Ein besonders intensives Bild gelingt, als nach der ersten Darbietung des Liedes „Der morgige Tag ist mein“ der immer dem Publikum den Rücken zuwendende Conférencier sich umdreht und ein Totenkopfgesicht enthüllt.

Cabaret – Zwei Traumrollen auf der Bühne
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Neben der gelungenen Regiearbeit kann man auch von einem Erfolg der Künstler sprechen. Der gebürtigen Münchnerin Bettina Mönch gelingt es zweifelsfrei, in ihrer Partie der Sally Bowles aus dem Schatten von Liza Minelli herauszutreten und mit ihrer Darstellung nicht nur zu überzeugen, sondern auch mit ihrer enormen Stimmgewalt der Partie eine neue Intensität zu verleihen.  Als Conférencier setzt Ruth Brauer-Kvam neue Maßstäbe in der Interpretation dieser Figur und bleibt auch vokal mitreißend bei all ihren Songs. Fantastisch auch Dagmar Hellberg als Fräulein Schneider, sie berührt in ihrer Melancholie zutiefst. Neben diesen Damen haben es die Herren des Abends nicht ganz so leicht: Jörn-Felix Alt gibt sein Volksopern-Debüt in der Partie des sympathischen Schriftstellers Clifford Bradshaw. Auch Volksoper-Hausherr Robert Mayer tritt in Cabaret auf, als Herr Schultz. Peter Lesiak als Ernst Ludwig überzeugen in ihren Partien, müssen sich aber rollenbedingt dennoch anstrengen, um mit den Damen mithalten zu können.

Am Pult des hervorragenden Orchesters der Volksoper gestaltet Lorenz C. Aichner die Hits dieses Musicals zwischen Ragtime, Jazz und Revue.

Keine Überraschung, dass am Ende dieses Abends zwischen Freude und Beklemmung fast nicht endenwollender Jubel des Publikums stand. Eine präzise Punktlandung bereichert das Repertoire der Wiener Volksoper.

 

—| IOCO Kritik Volksoper Wien |—

Wien, Volksoper Wien, Spielzeit 2019/20: Volksoperfest – Cabaret mit Bettina Mönch, IOCO Aktuell, 23.08.2019

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 Volksoper Wien bei Nacht Foto IOCO

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 Volksoper Wien –  Spielzeit 2019/20 – Eröffnung am 1.09.2019

Volksoper Wien / Intendant Robert Meyer © Johannes Ifkovits / Volksoper Wien

Volksoper Wien / Intendant Robert Meyer © Johannes Ifkovits / Volksoper Wien

Mit einem Eröffnungsfest für die ganze Familie startet die Volksoper Wien am 1. September 2019 in die Spielzeit 2019/20. Vor der Volksoper erwartet die Besucher ein vielfältiges Programm. Besondere Highlights sind die begehrten Backstage-Führungen und das Meet & Greet mit Pinocchio und Peter Pan und Tinkerbell. Um 19:00 Uhr feiern man mit der Hommage an Dagmar Koller auf der Bühne der Volksoper den 80. Geburtstag des  Ehrenmitgliedes.

Intendant Robert Meyer – zur Spielzeit 2019/20:  „Im Mittelhochdeutschen ist die „mære“ ein Bericht oder eine Nachricht. Die Verkleinerungsform „Märchen“ bezieht sich auf kurze Erzählungen, die von fantastischen Vorgängen berichten, die allerdings symbolhaft unsere eigene Lebenswirklichkeit widerspiegeln. Im Musiktheater arbeiten wir keineswegs in einer Märchenwelt: Ein strenger Ablauf von Studium, Proben und Vorstellungen, dazu Termin- und Budgetdruck und alle möglichen Probleme und Problemchen prägen unsere Tage. Was jedoch aus dieser fordernden Arbeit entsteht, soll Sie, das Publikum, in eine Märchenwelt versetzen.

Volksoper Wien – der Spielplan 2019/20
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Die Geschichten, die unsere Premieren der kommenden Saison erzählen, haben zum Teil tatsächlich Märchenstoffe: Ein Untoter spukt nachts im Schloss (in der Familienoper Das Gespenst von Canterville, die wir zur Österreichischen Erstaufführung bringen); durch Hexenmacht übernehmen Mitglieder des königlichen Gemüsebeets die Macht (in Offenbachs König Karotte); ein schottisches Dörfchen erwacht nur alle hundert Jahre aus dem Schlaf (in Lerner & Loewes Musical Brigadoon). Doch auch wenn Magie und Übernatürliches auf den ersten Blick zu fehlen scheinen, wenn Ort und Zeit recht genau bestimmt und die Vorgänge „real“ sind, fühlen wir etwa in Kander & EbbsCabaret (Premiere 14.9.2019) monströse Kräfte am Werk, eine irrationale Bedrohung, die zu Anfang der 1930er Jahre Deutschland erfasste. Und ist die Liebe von Saffi und Bárinkay im Zigeunerbaron etwa nicht eine märchenhafte „Himmelsmacht“ in turbulenten Zeiten? Muss sich der tragische Titelheld in Boris Godunow nicht den Mächten des Wahnsinns geschlagen geben? Und fühlt sich ein Österreicher in den Gefilden der Traumfabrik wirklich märchenhaft glücklich? Diese Frage stellt unsere Kasino-Produktion, die Europäische Erstaufführung von Tod Machovers Schoenberg in Hollywood. Gewiss, in den letztgenannten Werken begegnen uns weder Feen noch sprechende Tiere – aber singende und tanzende Menschen auf der Bühne sind meiner Ansicht nach ebenso märchenhafte Wunderwerke. Apropos Tanz: Neben den oben erwähnten Neuproduktionen im Bereich Musiktheater trägt auch das Wiener Staatsballett mit La Piaf und Appassionato – Bach und Vivaldi das Seine zu einem abwechslungsreichen und hoffentlich beglückenden Spielplan bei.“

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 Volksoper Wien – Der Spielplan 2019/20

Neun Premieren, sechs Wiederaufnahmen (drei Trailer siehe unten) und 20 Stücke im Repertoire bilden den abwechslungs-reichen Spielplan der 13. Saison der Direktion Robert Meyer, und das mit einer enormen Bandbreite: Ein Klassiker des Operettenrepertoires, Der Zigeunerbaron, trifft auf die Wiederentdeckung der Offenbach-Rarität König Karotte. Der monumentalen russischen Volksoper Boris Godunow stehen die Österreichische Erstaufführung der Familienoper Das Gespenst von Canterville und die Europäischen Erstaufführung von Tod Machovers Schoenberg in Hollywood im Kasino am Schwarzenbergplatz gegenüber. Das Musical Cabaret (Premiere 14.9.2019) entführt in das Berlin der 1930er, während das Musical-Märchen Brigadoon in den schottischen Highlands angesiedelt ist. Und mit La Piaf huldigt das Wiener Staatsballett einerseits der großen französischen Chansonnière und orientiert sich andererseits in der Uraufführung von Appassionato – Bach und Vivaldi an Meisterwerken des Barock.

Gräfin Mariza – wieder auf dem Spielplan der Volksoper
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Als Wiederaufnahmen kehren mit Gräfin Mariza und Die lustige Witwe zwei Werke der silbernen Operettenära in gefeierten Inszenierungen wieder. Die Opern Carmen und Rigoletto (nun in italienischer Sprache) thematisieren die Liebe in ihrer Unausweichlichkeit, während im Musical Kiss me, Kate der Rosenkrieg tobt. Mit Carmina Burana wird ein besonders effektvoller und beim Publikum beliebter Ballettabend wiederaufgenommen.
Eröffnet wird die Saison am 1. September 2019 mit dem traditionellen Volksopernfest und einer Hommage an Dagmar Koller.

Cabaret   –   „Willkommen, Bienvenue, Welcome!“ Mit der Premiere von Cabaret eröffnen wir die Saison und heißen das Musical des Autorenduos Kander und Ebb in der Regie von Volksoperndebütant Gil Mehmert und unter der Musikalischen Leitung von Lorenz C. Aichner zum ersten Mal an der Volksoper willkommen.
Nach langer Abwesenheit kehrt Ruth Brauer-Kvam in dieser bittersüßen Ode an das Berlin der 1930er-Jahre als Conférencier wieder an die Volksoper zurück. Die Rolle der Sally Bowles hat Liza Minelli in der mit acht Oscars ausgezeichneten Verfilmung von Cabaret 1972 für alle Zeit geprägt. Wer könnte die legendäre Nachtclubsängerin an der Volksoper besser verkörpern als Bettina Mönch, die zuletzt der Hollywooddiva Gloria Mills in Axel an der Himmelstür Glamour verlieh.   –   Premiere am 14. September 2019

Das Gespenst von Canterville   –   Ein Untoter spukt nachts im Schloss und findet erst recht keine Ruhe, als ein Immobilienmakler mit seinen aufmüpfigen Zwillingssöhnen einzieht und das Anwesen in ein schickes Hotel umbauen möchte. Philipp M. Krenn inszeniert die österreichische Erstaufführung von Das Gespenst von Canterville des zeitgenössischen Komponisten Marius Felix Lange als humorvolle Gruseloper für die ganze Familie. Morten Frank Larsen schlüpft in die Rolle des gepeinigten Gespensts Sir Simon und Gerrit Prießnitz steht am Pult des Volksopernorchesters.   –   Österreichische Erstaufführung am 18. Oktober 2019

Carmina Burana – wieder auf dem Spielplan der Volksoper
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König Karotte   –   Übersinnliches ist auch in Jacques Offenbachs König Karotte im Spiel, wenn die Mitglieder des königlichen Gemüsebeets die Macht ergreifen. Die Wiederentdeckung von Jacques Offenbachs „Komischer Zauberoper“ voller bissiger literarischer und politischer Anspielungen ist das Jubliläums-highlight zum 200. Geburtstag des Komponisten. Wir zeigen die Inszenierung von Matthias Davids als Koproduktion mit der Staatsoper Hannover unter der Musikalischen Leitung von Guido Mancusi. Mirko Roschkowski verkörpert den vergnügungssüchtigen Regenten Fridolin XXIV, der einer vegetarischen Läuterung bedarf.   –   Premiere am 23. November 2019

Brigadoon   –   Eine Liebesgeschichte in den schottischen Highlands, die die Grenzen von Zeit und Raum überwindet… Brigadoon war 1947 der erste durchschlagende Erfolg des Musicalduos Alan J. Lerner und Frederick Loewe, der späteren Schöpfer von My Fair Lady und Gigi. Die Volksoper präsentiert das große romantische Musical unter der Leitung von Lorenz C. Aichner halbszenisch als Österreichische Erstaufführung. Die Ensemblemitglieder Rebecca Nelsen und Ben Connor verkörpern das Liebespaar Fiona und Tommy. Sarah Schütz, die furiose Ruth des diesjährigen Musicalhits Wonderful Town, erzählt als schräge Meg Brockie vom Hochzeitstag ihrer Eltern.   –   Österreichische Erstaufführung am 1. Dezember 2019

Der Zigeunerbaron   –   1885 bescherte die Uraufführung des Zigeunerbaron Johann Strauß den größten Bühnenerfolg zu Lebzeiten und dem Operetten-Repertoire einen in seinem musikalischen Reichtum bis heute hinreißenden Meilenstein. Zwei rivalisierende Schlitzohren treffen in der sumpfigen Landschaft des habsburgisch-verwalteten Banat aufeinander: der gierige Schweinezüchter Kálmán Zsupán (KS Kurt Rydl) und der aus der Fremde heimkehrende Sándor Bárinkay (Eric Laporte), der in der jungen Saffi (Katrin Adel) seine Liebe findet. 1910 wurde die Operette in der Regie von Rainer Simons erstmals an der Volksoper gezeigt. Die achte Neuinszenierung liegt in den Händen von Peter Lund. Alfred Eschwé steht am Pult des Volksopernorchesters.   –   Premiere am 29. Februar 2020

Die lustige Witwe – 2019/20 wieder auf dem Spielpan der Volksoper
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La Piaf   –   Gleich zwölf Tänzerinnen verkörpern in Mauro Bigonzettis Hommage an Edith Piaf die Rolle der unvergesslichen Chansonnière, die sich als „Spatz von Paris“ in die Geschichte einschrieb. Fasziniert von ihrem einzigartigen Charisma spürt Bigonzetti in seinem Ballett La Piaf mit einer stark bildhaften und märchenhaft anmutenden Erzählweise der besonderen Aura der legendären Sängerin nach.   –   Premiere am 28. März 2020

Schoenberg in Hollywood   –   Als Arnold Schönberg 1933 in die USA emigrierte, geriet er mit Hollywood und dem Genre der Filmmusik in Kontakt. In cineastischen Rückblenden erzählt Schoenberg in Hollywood ausgehend vom Aufeinandertreffen des Komponisten mit dem Filmproduzenten Irving Thalberg Episoden aus dem Leben Arnold Schönbergs. Die Kammeroper des amerikanischen Komponisten Tod Machover wurde im November 2018 in Boston uraufgeführt und gelangt nun als vierte Produktion unserer Serie zeitgenössischer Opern im Kasino am Schwarzenbergplatz unter der Musikalischen Leitung von Gerrit Prießnitz zur Europäischen Erstaufführung, Helen Malkovsky zeichnet für die Regie verantwortlich, Marco Di Sapia verkörpert die Titelfigur.   –   Europäische Erstaufführung im Kasino am Schwarzenbergplatz am 4. April 2020

Boris Godunow   –   Boris Godunow will an die Macht. Doch als Zar spürt er: Macht bedeutet Verantwortung. Wie viel Macht kann ein Mensch ertragen? Und wie viel Gewissen kann ein Mächtiger sich leisten? Boris Godunow ist ein Stück über Wahrheit und Lüge in der Politik, über Machtgier und die Last politischer Verantwortung. Altmeister Peter Konwitschny, „Regisseur des Jahres“ 2018 (Opernwelt) inszeniert die monumentale Oper und feiert damit sein Volksoperndebüt. Der österreichische Bass Albert Pesendorfer kehrt in der Titelrolle an unser Haus zurück. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen von Jac van Steen, der zuletzt mit Korngolds Das Wunder der Heliane Publikum und Kritik begeisterte.   –   Premiere am 2. Mai 2020

Appassionato – Bach und Vivaldi   –   Die zugleich letzte Premiere der Saison und von Manuel Legris als Direktor des Wiener Staatsballetts ist Uraufführungen von Choreographen gewidmet, die aus der Kompanie hervorgegangen sind. Während Boris Nebyla in Il Prete Rosso der bewegten Biographie Antonio Vivaldis nachspürt, lotet Eno Peci mit Monkey Mind die Kraft der Gedanken aus, die es ermöglicht, zu innerer Stärke zu finden. Martin Winter wiederum folgt dem Symbolgehalt der Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi, wobei er sich auf die 2012 veröffentlichte Bearbeitung des Werkes von Max Richter stützt.  –   Uraufführung am 5. Juni 2020

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Wien, Volksoper, Volksopernfest mit Hommage an Dagmar Koller, 08.07.2019

Juli 6, 2019 by  
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 Volksoper Wien bei Nacht Foto IOCO

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1.9.2019 – Volksopernfest – Mit  Hommage an Dagmar Koller

Ballettelevin – So begann Dagmar Koller an der Volksoper

Mit einem Eröffnungsfest für die ganze Familie startet die Volksoper Wien am 1. September 2019 in die Spielzeit 2019/20. Vor der Volksoper erwartet die Besucher ein vielfältiges Programm. Besondere Highlights sind die begehrten Backstage-Führungen und das Meet & Greet mit Pinocchio und Peter Pan und Tinkerbell. Um 19:00 Uhr feiern wir mit der Hommage an Dagmar Koller auf der Bühne der Volksoper den 80. Geburtstag unseres Ehrenmitgliedes.

Ab 14:00 Uhr verwandelt sich der Platz vor der Volksoper in eine Open Air Bühne. Bei freiem Eintritt erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm: die Kantinenbrass, die Schrammelmusik und das Salonorchester spielen auf, der Chor singt Repertoirehighlights, wer möchte kann sein Musikwissen bei einem Quiz testen und Musicalhits lauschen. Die Jüngsten können in einem eigenen Kinderzelt nach Lust und Laune malen und basteln oder sich beim Kinderschminken verschönern lassen.

Peter Pan, der Junge der nie erwachsen wurde  –  James Matthew Barrie
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Für viel Aufregung wird der Besuch von Pinocchio, Peter Pan und Tinkerbell sorgen, die persönlich zu dem Fest kommen und mit den Kindern plaudern werden. Von 14:00-17:00 bieten unsere Backstage-Führungen Theaterinteressierten magische Einblicke in die Welt der Bühne.

 Volksoper Wien / Dagmar Koller © Volksoper Wien

Volksoper Wien / Dagmar Koller © Volksoper Wien

19:00-20:30 Uhr Hommage an Dagmar Koller

Begonnen hat Dagmar Koller an der Volksoper Wien als Ballettelevin; ab den 1970er Jahren spielte sich Dagmar Koller u. a. als Eliza in My Fair Lady, Aldonza in Der Mann von La Mancha, Kate und Dolly in die Herzen des Publikums. Wenige Tage nach ihrem 80. Geburtstag am 26. August gratuliert die Volksoper dem Ehrenmitglied mit einer Soiree, die von Christoph Wagner-Trenkwitz moderiert wird. Lisa Habermann, Juliette Khalil, Axel Herrig, Josef Luftensteiner, Robert Meyer und Jeffrey Treganza singen Ausschnitte aus Carousel, My Fair Lady und Der Mann von La Mancha, Lorenz C. Aichner leitet das Orchester der Volksoper Wien. Mit Videozuspielungen.

Ablauf des Volksopernfest

14:00–19:00 Uhr: Open Air Bühne vor der Volksoper
14:00 Uhr Salonorchester
15:00 Uhr Kantinenbrass
16:00 Uhr Musicalhighlights der Saison 2019/20
16:30 Uhr Musikquiz mit Magdalena Hoisbauer – Ensemblemitglieder bringen Kostproben aus Operette und Oper
17:15 Uhr Von „Zauberflöte“ bis „Fledermaus“,
18:00 Uhr Schrammelmusik

14:00–18:00 Uhr: Kreativprogramm der Jungen Volksoper
Jonglierworkshop, Buttons gestalten, Peter Pan Tattoo Station, uvm.
15:00–17:00 Uhr Kinderschminken
15:00 Uhr Triff Pinocchio
17:00 Uhr Triff Peter Pan und Tinker Bell

14:00–17:00 Uhr: Backstage-Führungen
Ausgabe der Führungskarten beim Infozelt vor der Volksoper
13:30 Uhr für Führungen von 14:00–15:30 Uhr
15:00 Uhr für Führungen von 15:45–17:00 Uhr

19:00 Uhr Hommage an Dagmar Koller

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