Essen, Philharmonie Essen, Lisa Batiashvili und Sir Antonio Pappano, 24.05.2019

logo_philharmonie_essen

Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Lisa Batiashvili © Sammy Hart/DG

Philharmonie Essen / Lisa Batiashvili © Sammy Hart/DG

Lisa Batiashvili und Sir Antonio Pappano –  Zu Gast

Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia spielt am Freitag, 24. Mai 2019, um 19:30 Uhr in der Philharmonie Essen

„Mein Ton besitzt Zärtlichkeit, Wärme und Nostalgie.“ So beschreibt die Geigerin Lisa Batiashvili selbst ihre musikalische Persönlichkeit. In der Philharmonie Essen kann man sich nun von ihrem außergewöhnlichen Violinspiel verzaubern lassen: Am Freitag, 24. Mai 2019, um 19:30 Uhr (19:30 Uhr „Die Kunst der Hörens“, 20:00 Uhr Konzertbeginn) spielt die Georgierin gemeinsam mit Italiens Spitzenorchester, dem von Sir Antonio Pappano geleiteten Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia aus Rom, bei dem sie in der vergangenen Saison Artist in Residence war. Interpretieren wird sie Béla Bartóks erstes Violinkonzert. Außerdem spielt das Orchester Modest Mussorgskis Eine Nacht auf dem kahlen Berge und Nikolai Rimski-Korsakows Sinfonische Suite Scheherazade.

Philharmonie Essen / Antonio Pappano © Musacchio & Ianniello

Philharmonie Essen / Antonio Pappano © Musacchio & Ianniello

Sir Antonio Pappano ist seit Oktober 2005 musikalischer Direktor der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, nachdem er bereits im September 2002 musikalischer Direktor des Royal Opera House Covent Garden in London wurde. Pappano dirigierte viele international bedeutende Orchester, darunter das New York Philharmonic, das Chicago Symphony Orchestra, das Philadelphia Orchestra, die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Staatskapelle Dresden, die Staatskapelle Berlin, das Royal Concertgebouw Orchestra und das London Symphony Orchestra. Die in München lebende Lisa Batiashvili veröffentlichte als Exklusivkünstlerin der Deutschen Grammophon zuletzt das Album „Visions of Prokofiev“ mit dem Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin, das mit dem Opus Klassik Award 2018 ausgezeichnet und für die Gramophon Awards 2018 nominiert wurde.

Für Kinder ab 10 Jahren bietet die Philharmonie während des ersten Konzertteils eine separate Einführung an. Im zweiten Teil können sie Rimski-Korsakows „Scheherazade“ dann gut vorbereitet live erleben. Für Kinder und Eltern gibt es ermäßigte Karten (€ 10,00 für Erwachsene; € 6,60 für Kinder; Reservierung erforderlich unter education@tup-online.de, T 02 01 81 22-826).

[ Von Lisa Batiashvili wurden verschiedene Aufnahmen bei der deutschen Grammophon veröffentlicht.]

—| Pressemeldung Philharmonie Essen |—

Berlin, Staatsoper im Schillertheater, Daniel Barenboim Konzerte im Dezember 2016,

staatsoper_schiller_theater.png

Staatsoper im Schiller Theater

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

Daniel Barenboim und Staatskapelle Berlin

Bis Jahreswechsel:  Batiashvili,  Brönner, Anton Bruckner und mehr

Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin bis Anfang Januar mit zwei Sinfoniekonzerten sowie den Konzerten zum Jahreswechsel zusammen mit Lisa Batiashvili, Till Brönner und dem Till Brönner Orchestra in Berlin zu erleben!

Kommende Woche, am 12. und 13. Dezember (Philharmonie | Konzerthaus), bringt die Staatskapelle Berlin mit ihrem III. Abonnementkonzert unter der Leitung von Daniel Barenboim Bedrich Smetanas monumentales Werk Má vlast (Mein Vaterland) zur Aufführung. Der aus sechs sinfonischen Dichtungen bestehende Zyklus wurde Ende 1882 in Prag uraufgeführt. Ausgangspunkt für diese Tondichtungen waren Mythen, Geschichte und Landschaft der tschechischen Heimat Smetanas, mit der der Komponist tief verwurzelt war. So schildert er musikalisch die mächtige Festung Vyšehrad am Rande Prags, den anmutigen Lauf sowie den rauschenden Strom der Moldau, die Sage vom Mädchen Šárka, Böhmens Haine und Flure, den majestätischen Gesang der Hussiten und endet mit der Sage um den Berg Blaník, in dem sich die Helden versteckt halten und in schwerem Schlaf auf den Augenblick warten, wenn sie aufgefordert werden, dem tschechischen Volk zu Hilfe zu eilen. Realisiert werden diese Programme mit dem klangfarbenreichen großen romantischen Orchester. Erstmals wieder seit über 30 Jahren zyklisch aufgeführt von der Staatskapelle Berlin.

Die Konzerte zum Jahreswechsel am 31. Dezember 2016 und 2. Januar 2017 (Schiller Theater | Philharmonie) setzen einen besonderen, überraschenden Akzent mit einem gemeinsamen Programm der Staatskapelle Berlin, Daniel Barenboim, Violinistin Lisa Batiashvili und Trompeter Till Brönner mit seiner Band, dem Till Brönner Orchestra. Klassik und Jazz treffen aufeinander, wenn die Musiker Peter Tschaikowskys Ballettmusik zu E.T.A. Hoffmanns Märchen Der Nussknacker in zwei verschiedenen Versionen interpretieren, in ihrem je eigenen Stil und Klangbild. Das berühmte Werk erklingt dabei abwechselnd sowohl im traditionellen sinfonischen Gewand, als auch mit Trompete, Bass, Drums und Co in Arrangements von Duke Ellington. Abgerundet wird das Konzert durch Tschaikowskys an eindrucksvollen Melodien und virtuosen Kunstgriffen geradezu überreiches Violinkonzert – gespielt von Lisa Batiashvili, die dieses Werk jüngst mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin bei der Deutschen Grammophon auf CD veröffentlichte.

Der Beginn des neuen Jahres steht für die Staatskapelle und ihren Generalmusikdirektor ganz im Zeichen Anton Bruckners: Vom 5. bis 7. Januar bringen sie seine Sinfonien 1 bis 3 in die Philharmonie de Paris, am 11. Januar folgt ein Gastspiel im Wiener Musikverein, ebenfalls mit der 3. Sinfonie und vom 19. bis 29. Januar kommt es in der New Yorker Carnegie Hall erstmals in der nordamerikanischen Musikgeschichte zur Aufführung des kompletten Bruckner-Zyklus mit allen neun Sinfonien.

Dazwischen gibt es beim IV. Abonnementkonzert am 9. und 10. Januar die Möglichkeit, Bruckner auch in Berlin zu hören: Dann erklingt die 3. Sinfonie in der Philharmonie und im Konzerthaus – ein Werk, in der die individuelle Tonsprache des österreichischen Komponisten erstmals zu voller Ausprägung gelangte. Von Wagnerscher Harmonik inspiriert, entfaltet sich hier der von unverwechselbarer Originalität geprägte Stil und Klang Bruckners. Kombiniert wird das mit Mozarts Krönungskonzert, dem Klavierkonzert D-Dur KV 537, das Daniel Barenboim als Solist gestalten und gleichzeitig dirigieren wird.

—| Pressemeldung Staatsoper im Schillertheater |—

 

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Philadelphia Orchestra – Yannick Nézet-Séguin – Lisa Batiashvil IOCO Kritik, 28.05.2015

Juni 1, 2015 by  
Filed under Konzerthaus Dortmund, Kritiken

Konzerthaus Dortmund

Philadelphia Orchestra, Yannick Nézet-Séguin
Lisa Batiashvili, Violine   28.05.2015

Konzerthaus Dortmund / YNS Philadelphia © Jan Regan The Philadelphia Orchestra

Konzerthaus Dortmund / YNS Philadelphia © Jan Regan The Philadelphia Orchestra

The Philadelphia Orchestra“, eines der der großen amerikanischen Sinfonieorchester, zu den “Big Five“ gehörend, neben Boston, Chicago, Cleveland und New York, wurde im Jahre 1900 gegründet. Es entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem der renommiertesten Klangkörper der USA.  Wesentlich geformt wurde es von Leopold Stokowski, der ihm von 1912 bis 1938 als Principal Conductor vorstand, sowie von Eugene Ormandy, seinem Nachfolger in der Position.

Das  Ensemble ist berühmt für seinen unverwechselbaren Klang, dem präzisen Miteinander der Gruppen und der Vielfalt des Repertoires. Als achter Künstlerischer Leiter seit der Gründung steht dem Orchester seit 2012 der junge kanadische Dirigent Yannick Nézet-Séguin vor. Dieser ist in der laufenden und der kommenden Spielzeit Exklusivkünstler des  Dortmunder Konzerthauses.

Im Rahmen der Europa-Tournee 2015 gastierte nun das “Philadelphia“ an zwei Tagen im Konzerthaus Dortmund. Am ersten Abend (27.5.) standen Werke von Brahms, Beethoven und Richard Strauss auf dem Programm. Das zweite Konzert, hier besprochen, galt Dmitri Schostakowitsch und Peter Iljitsch Tschaikowsky.

Den Beginn machte das “Konzert für Violine und Orchester Nr.1 in a-moll“ von Schostakowitsch aus dem Jahre 1948. Solistin war die außerordentliche, in allen Konzertsälen gefeierte georgische Geigerin, Lisa Batiashvili. Schostakowitschs Violinkonzert wurde erst im Oktober 1955 in St. Petersburg von David Oistrach uraufgeführt. Es ist heute, trotz der enormen technischen Finessen, ein häufig gespieltes Werk geworden. Vorausgesetzt, man hat den richtigen Interpreten dafür, wie an diesem Abend.

Konzerthaus Dortmund / YNS Philadelphia © Jan Regan The Philadelphia Orchestra

Konzerthaus Dortmund / YNS Philadelphia © Jan Regan The Philadelphia Orchestra

Lisa Batiashvili spielte auf ihrer unwahrscheinlich klangvollen Guarneri-Geige. Der wunderschöne Klang des Instruments kam schon sehr eindrucksvoll im 1. Satz mit seinem breiten melodischen Fluss zur Geltung, fabelhaft eingebettet in die orchestrale Begleitung. In der Mitte des Scherzos (2. Satz) mit dem fast humorvollen folkloristischen Tanz, geriet das perfekte Miteinander von Sologeige, Orchester und Dirigent zu einem Hörerlebnis ersten Grades.

Die Gefühlswärme des 3. Satzes kam bei der Solistin, wie auch im Orchester wunderbar zum Ausdruck. Hier konnten die exzellenten tiefen Streicher des Orchesters in der Passacaglia ihren erstklassigen Rang demonstrieren. Die große Kadenz, die in den finalen Satz überleitet, wurde von Batiashvili mit atemberaubender Virtuosität gespielt. Die Rasanz dieses Satzes, in dem sich Fröhlichkeit und Freude in burlesker Ausgelassenheit verbinden, wussten der charismatische Dirigent und das großartige Orchester rauschhaft wiederzugeben. Das Publikum feierte die Solistin mit frenetischem Beifall und das zu Recht.

Nach der Pause stand Peter Iljitsch Tschaikowsky mit seiner “Sinfonie Nr. 5 in e-moll, op. 64“ auf dem Programm. Bei deren Wiedergabe entfesselten die amerikanischen Musiker unter ihrem fabelhaften Chef ein grandioses orchestrales Feuerwerk.

Alle vier Sätze der Sinfonie haben eine kolossale Spannkraft in Ausdruck und Dynamik. Nezet-Séguins Virtuosität der Orchesterbeherrschung rutschte nie zum Selbstzweck ab. Die Schlagzeugeffekte der Allegro-Teile wirkten nie aufgesetzt und wunderbar geriet der lyrisch durchwehte Streicherklang im Andante des 2. Satzes. Das majestätische Finale war ein einziger Klangrausch.

Das begeisterte Publikum feierte das Orchester, sowie seinen großartigen sympathischen Dirigenten, mit “standing ovations“.

IOCO / UGK / 28.05.201501

—| IOCO Kritik Konzerthaus Dortmund |—

Essen, Philharmonie Essen, Sir Antonio Pappano – Lisa Batiashvili – Orchestra di Santa Cecilia, IOCO Kritik, 06.03.2015

März 9, 2015 by  
Filed under Kritiken, Philharmonie Essen

logo_philharmonie_essen

Philharmonie Essen

Orchestra Dell`Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Roma
Sir Antonio Pappano – Lisa Batiashvili, Violine

Philharmonie Essen / Batiashvili Lisa und Pappano Antonio © Riccardo Musacchio und Flavio Ianniello / Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Batiashvili Lisa und Pappano Antonio © Riccardo Musacchio und Flavio Ianniello / Philharmonie Essen

Eines der traditionsreichsten Orchester Italiens, das Orchestra Nazionale di Accademia di Santa Cecilia di Roma, machte im Rahmen einer kleinen Europa-Tournee auch Halt in Essen. Unter seinem derzeitigen Chefdirigenten, dem Briten (mit italienischen Wurzeln) Sir Antonio Pappano, gastierten sie mit einem sehr feinen, ausgewogenen Programm in der Essener Philharmonie.

Das Orchester wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet. Seit dem Jahr 1908 wurde es über Italien hinaus in Europa bekannt. Immer wieder standen ihm prominente Dirigenten vor, wie Erich Kleiber, Willem Mengelberg, Richard Strauss, Arturo Toscanini und viele andere. In den 1950er und 1960er Jahren wurde das Orchester sehr bekannt durch die Opern-Aufnahmen der englischen DECCA, wie zum Beispiel Aida, La Bohéme, Otello, Mefistofele, Turandot, La Gioconda und vielen mehr.

In diesen Aufnahmen glänzten Stars wie Renata Tebaldi, Mario del Monaco, Ettore Bastianini, Hilde Güden und Cesare Siepi. Dirigent dieser Aufnahmen war meist Alberto Erede, der lange auch in Düsseldorf an der Deutschen Oper am Rhein gewirkt hat. Unter seinem derzeitigen Prinzipal, Sir Antonio Pappano, operiert das römische Orchester zunehmend international.

Der Konzertabend begann mit dem brillanten, immer wieder gern gehörten Scherzo “Der Zauberlehrling“ von Paul Dukas, nach einer Ballade von Goethe. Pappano und seine Musiker gingen sehr forsch zu Werke, voller Temperament und bei sehr zügigem Tempo. Die feinsinnige, burleske Musik vermittelte Pappano ohne billige Effekte und ohne übertriebene “Schmissigkeit“.

Danach folgte das “Konzert für Violine und Orchester in D-Moll, op. 47“ von Jean Sibelius. Es ist ein virtuoses Stück, mit eingängiger Musik, melodisch aber nicht unbedingt mitreißend. Aber es gibt viele Möglichkeiten für einen technisch perfekten, virtuosen Solisten. Den hatte man an diesem Abend in Gestalt der attraktiven georgischen (in München lebenden) Geigerin Lisa Batiashvili. Sie entlockte ihrer Guarneri-Geige “del Gesú“ himmlische, süsse Töne, die der strengen, schwerblütigen Musik von Sibelius die richtige Würze gaben.

Die Geigerin schoss hier dazu ein virtuoses, spielerisch glanzvolles Feuerwerk ab. Das klang alles wunderbar. Zumal Pappano auf Batiashvilis Konzept nobler Differenzierung und kontrollierter Expressivität einging und jeglicher Verdickung und Pathetisierung des Orchesterparts widerstand. Das Publikum zeigte sich begeistert. Die Solistin bedankte sich mit einer georgischen Volksweise, an der auch das Orchester beteiligt war.

Nach der Pause gab es dann mit Modest MussorgskisBilder einer Ausstellung“ in der Orchesterfassung von Maurice Ravel den orchestralen Höhepunkt.

Pappanos Interpretationskonzept war weniger den impressionistischen Glamour der Ravel-Partitur wiederzugeben, sondern bei bestechender Transparenz die Härte und Kantigkeit der originalen Klavierfassung von Mussorgski hörbar werden zu lassen. Das gelang in fabelhafter Weise.

Antonio Pappano entfesselte mit seinem Orchester einen Klangrausch, der einem fast den Atem nahm. Als die Klangwogen das “Große Tor von Kiew“ erreichten und verwehten, lehnte man sich erschöpft, aber höchst befriedigt zurück und der Puls beruhigte sich.

Frenetischen Beifall gab es auch nach diesem Stück. Der Dirigent und das formidable Orchester geizten nicht und gewährten zwei Zugaben. Zunächst ein elegisches Stück, das nach Sibelius klang und dann den zweiten Teil der “Wilhelm Tell“- Ouvertüre von Rossini. Höhepunkt dabei war der mimisch hochbegabte Pauker des Orchesters, der seine große Stunde hatte.

IOCO / UGK / 06.03.2015

—| IOCO Kritik Philharmonie Essen |—

 

Nächste Seite »