München, Staatstheater am Gärtnerplatz, DIE LUSTIGE WITWE – Franz Lehár, ab 29.09.2018


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

DIE LUSTIGE WITWE von Franz Lehár
Buch Victor Léon und Leo Stein

DIE LUSTIGE WITWE von Franz Lehár zeigt das Gärtnerplatztheater wieder ab 29. September 2018

Staatstheater am Gärtnerplatz / Die lustige Witwe - Alexandra Reinprecht (Hanna Glawari), Ensemble, Herrenchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz © Marie-Laure Briane

Staatstheater am Gärtnerplatz / Die lustige Witwe – Alexandra Reinprecht (Hanna Glawari), Ensemble, Herrenchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz © Marie-Laure Briane

Vorgeschichte  –   Der Kavallerieleutnant Graf Danilo Danilowitsch und die mittellose Tochter eines Gutsverwalters, Hanna, waren ein glückliches Paar. Auf Druck seines Onkels, der ihm mit Enterbung drohte, gab Danilo die unstandes­gemäße Beziehung jedoch auf. Hanna heiratete den reichen pontevedrinischen Hofbankier Glawari, der wenige Tage nach der Hochzeit starb. Danilo, nunmehr Reservist, wurde als Gesandtschaftssekretär nach Paris berufen. Seine neue Aufgabe befriedigt ihn jedoch nicht, und er versucht seinem Leben durch nächtelange Aufenthalte bei Maxim mit Champagner und Grisetten ein wenig Glanz zu verleihen.

Die Handlung

1. Akt –  Bei einem Fest in der Pariser Gesandtschaft des Klein­staats Pontevedro wird Hanna Glawari fieberhaft erwartet. Es geht das Gerücht, dass die charmante Witwe wieder heiraten möchte. Da ihre Millionen über die Zukunft des verarmten Pontevedro entscheiden, will der Gesandte Baron Mirko Zeta unter allen Umständen ihre Heirat mit einem Pariser verhindern.

Die junge Ehefrau des Baron Zeta, die Französin Valen­cienne, möchte ihren glühenden Verehrer Camille de Rosillon mit Hanna Glawari vermählen. Gleichzeitig nagt die Eifersucht an ihr. Camille denkt jedoch nicht daran, von Valencienne zu lassen. Auf ihren Fächer schreibt er: „Ich liebe dich.”

Zeta lässt durch den Kanzlisten Njegus den Grafen Danilo holen. Dieser interessiert sich nicht für die Belange des Vaterlandes und will seinen Rausch ausschlafen. Er wird von Hanna geweckt, die sich einen Moment lang aus der Gesellschaft zurückgezogen hat. Die alten Wunden ihrer Beziehung brechen wieder auf.

Indessen hat Valencienne ihren Fächer verloren, Zeta und Kromowhaben ihn gefunden. Der eifersüchtige Kromow ist überzeugt, der Fächer gehöre seiner Frau Olga und bezichtigt sie der Untreue. Zeta nötigt daraufhin Valen­cienne, den Fächer als den ihren auszugeben, um Kromow zu beruhigen. Kaum ist Kromow weg, nimmt Zeta den Fächer wieder an sich, um ihn der vermeintlichen Besitzerin zurückzugeben.

Franz Lehár Denkmal in Wien © IOCO

Franz Lehár Denkmal in Wien © IOCO

Zeta nimmt Danilo ins Gebet: Er soll Hanna heiraten. Da sich Danilo aber hartnäckig weigert, wird er beauftragt, alle „eheverdächtigen” Franzosen von Hanna fernzu­halten. Bei der anschließenden Damenwahl preist Valencienne die Tanzkünste Camilles. Doch Hanna entscheidet sich für Danilo, der sie mit seiner Ablehnung zuerst brüskiert, um später, als sie allein sind, doch mit ihr zu tanzen.

2. Akt – Hanna gibt ein pontevedrinisches Fest, das sie selbst mit der Darbietung des „Vilja-Lieds” eröffnet. Danilo lauscht ergriffen dem Lied vom „liebkranken Mann”. Die Suche nach der Eigentümerin des Fächers geht weiter. Danilo erkennt die Handschrift Camille de Rosillons und versucht nun, dessen Geliebte ausfindig zu machen. Er befragt mehrere Damen und erfährt dabei von ihren außerehelichen Liebschaften; die gewünschte Auskunft erhält er jedoch nicht Danilo stellt den Ehemännern die Frage nach der Treue ihrer Frauen, und man sinniert über die „Weiber” im Allgemeinen.

Pause

Die Frauen sinnieren ihrerseits über die Männer. Hanna stellt Danilo zur Rede, da sie bemerkt, dass er ihr die anderen Männer vom Hals schafft. Wieder kommen die beiden einander näher.

Njegus bringt ein Telegramm des Ministeriums, das auf Erhalt der Glawari-Millionen drängt. Zeta, Danilo und Njegus verabreden eine Besprechung beim Pavillon.

Valencienne versucht, sich endgültig von Camille loszusagen. Sie findet endlich ihren Fächer wieder und schreibt darauf ihre Antwort auf Camilles Liebesgeständnis: „Ich bin eine anständige Frau.” Dennoch folgt sie ihm in den Pavillon, um von ihm Abschied zu nehmen.

Als Zeta zur Besprechung erscheint und den Pavillon verschlossen vorfindet, wagt er einen Blick durchs Schlüsselloch. Er entdeckt Camille und freut sich, dessen Geheimnis endlich zu lüften, erbleicht jedoch, als er seine Frau bei ihm sieht. Njegus erhält die Anweisung, den Hinterausgang des Pavillons abzuschließen, führt aber Valencienne heraus und Hanna hinein.

Die Verwirrung ist perfekt, als Hanna aus dem Pavillon tritt. Um Valencienne zu retten, gibt Hanna ihre Verlobung mit Camille de Rosillon bekannt. Danilo rast vor Eifersucht.

3. Akt

Hanna hat die Grisetten des Maxim eingeladen, deren Darbietung den Höhepunkt des Festes bildet. Danilo stellt Hanna zur Rede und verbietet ihr, Camille zu heiraten. Hanna erklärt ihm, dass sie gar kein Rendezvous mit Camille hatte, sondern eine verheiratete Dame aus einer peinlichen Situation retten wollte.

Endlich stellt sich heraus, dass der Fächer Valencienne gehört. Zeta erklärt, sich scheiden zu lassen, und hält um Hannas Hand an. Diese weist ihn darauf hin, dass sie laut Testament ihres Mannes im Falle einer Wiederverheiratung ihr gesamtes Vermögen verliert. Zeta zieht seinen Heiratsantrag zurück. Danilo gesteht Hanna nun endlich seine Liebe, worauf Hanna erklärt, dass ihre Millionen bei einer Heirat in den Besitz ihres Mannes übergehen.

Valencienne zeigt ihrem Gatten, was sie auf den Fächer geschrieben hat: „Ich bin eine anständige Frau.Zeta verzeiht ihr.

 

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—

Braunschweig, Staatstheater Braunschweig, Operetten-Gala, 15.12.2017

Dezember 8, 2017 by  
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Staatstheater Braunschweig

Staatstheater Braunschweig © Stefan Koch

Staatstheater Braunschweig © Stefan Koch

Operetten-Gala

Fledermäuse, falsche Barone, lustige Witwen und nicht zu vergessen der schöne Sigismund! Kein Wunder, dass es 1985 in der Süddeutschen Theaterzeitung hieß: »Die Operette ist nicht für Betschwestern, spröde alte Jungfern und Hypermoralisten gemacht …«

Überzeugen Sie sich selbst in der neuen Braunschweiger Operetten-Gala, in der wir Sie neben den Wiener Größen Franz Lehár und Emmerich Kálmán auch zum Begründer der Pariser Operette, Jacques Offenbach, sowie zum »Operettenkönig« Johann Strauß führen – selbstverständlich angereichert mit einer kräftigen Portion Schmelz und Champagner!

Mit: Jelena Bankovic, ;Nana Dzidziguri, Ivi Karnezi, Maximilian Krummen, Vincenzo Neri, Gideon Poppe, Eugene Villanueva, David Zimmer  sowie: Staatsorchester Braunschweig, Chor des Staatstheaters Braunschweig

Premiere
Freitag, 15.12.2017, 19:30 Uhr, Großes Haus  Weitere Vorstellungen  31.12.2017 | 31.01. | 11.02. | 01.03.2018


Das Programm
(Änderungen vorbehalten!)

Franz von Suppé    LEICHTE KAVALLERIE  Ouvertüre

Robert Stolz  »Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau’n«  Gideon Poppe / David Zimmer

Emmerich Kálmán  DIE BAJADERE  »Tanz mit mir«  Nana Dzidziguri, Opernchor

Emmerich Kálmán  DIE CSARDASFÜRSTIN  »Das ist die Liebe«  Jelena Bankovic – Gideon Poppe / David Zimmer

Franz Lehár  DIE LUSTIGE WITWE  Introduktion, Tanz und Vija-Lied  Ivi Karnezi, Opernchor

Emmerich Kálmán  GRÄFIN MARIZA  »Komm, Zigány«  Eugene Villanueva / Maximilian Krummen

Jacques Offenbach  ORPHÉE AUX ENFERS  »Gloire à Jupiter«  Opernchor

Fred Raymond  MASKE IN BLAU  »Die Juliska aus Budapest«  Eugene Villanueva / Maximilian Krummen, Jelena Bankovic, Nana Dzidziguri

Franz Lehár  DIE LUSTIGE WITWE  »Lippen schweigen«  Jelena Bankovic – Vincenzo Neri

Carl Zeller  DER VOGELHÄNDLER  »Schenkt man sich Rosen in Tirol«  Ivi Karnezi, Gideon Poppe / David Zimmer, Opernchor


PAUSE


Johann Strauß  DIE FLEDERMAUS  Ouvertüre

Johann Strauß  DIE FLEDERMAUS  »Komm mit mir zum Souper«  Vincenzo Neri – Gideon Poppe / David Zimmer

Johann Strauß  EINE NACHT IN VENEDIG  »Alle maskiert«  Jelena Bankovic, Nana Dzidziguri, Gideon Poppe / David Zimmer, Vincenzo Neri

Johann Strauß  DER ZIGEUNERBARON  »Hurra, die Schlacht mitgemacht«  Opernchor

Gerónimo Giménez  LA BODA DE LUIS ALONSO  Intermedio

Gerónimo Giménez  LA TEMPRANICA  »La tarántula«  Jelena Bankovic

Morena Torroba  LUISA FERNANDA  »Cállate Corazón«  Nana Dzidziguri – Gideon Poppe / David Zimmer

Emmerich Kálmán  DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN  »Heia, heia, in den Bergen ist mein Heimatland«  Ivi Karnezi, Opernchor

Emmerich Kálmán  GRÄFIN MARIZA  »Komm mit nach Varasdin«  Jelena Bankovic – Vincenzo Neri

Franz Lehár  DAS LAND DES LÄCHELNS  »Dein ist mein ganzes Herz«  Gideon Poppe / David Zimmer

Jacques Offenbach  LA VIE PARISIENNE  »Nous venons, arrivons«  Opernchor

Emmerich Kálmán  DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN  »Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht«  Vincenzo Neri, Damen des Opernchores

Jacques Offenbach  ORPHÉE AUX ENFERS  »Can Can: Ce bal est original«  SolistInnen, Opernchor;

—| Pressemeldung Staatstheater Braunschweig |—

München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Eröffnungspremiere DIE LUSTIGE WITWE, 19.10.2017

Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gaertnerplatztheater München © Christian Pogo Zach

Gaertnerplatztheater München © Christian Pogo Zach

 DIE LUSTIGE WITWE von Franz Léhar

 Eröffnungspremiere am 19.10.2017

Danilos und Hannas finales Liebesbekenntnis »Lippen schweigen« zählt noch immer zu den Evergreens des musikalischen Unterhaltungstheaters. Mit seinen unerschöpflichen melodischen Einfällen und bezaubernden orchestralen Farben traf Lehár genau den Nerv seiner Zeit. In seiner Neuinszenierung dieser Operette für das Gärtnerplatztheater spürt Staatsintendant Josef E. Köpplinger den feinfühligen psychologischen Abgründen dieses zeitlosen Klassikers nach. Die Musikalische Leitung hat der neue Chefdirigent Anthony Bramall.


Handlung

Staatstheater am Gärtnerplatz / Probenstart DIE LUSTIGE WITWE Josef E. Köpplinger (Regie), Adam Cooper (Choreografie), Anthony Bramall (Musikalische Leitung) Christoph Filler (Graf Danilo Danilowitsch), Alexandra Reinprecht (Hanna Glawari), Camille Schnoor (Hanna Glawari), Daniel Prohaska (Graf Danilo Danilowitsch) © Christian POGO Zach

Staatstheater am Gärtnerplatz / Probenstart DIE LUSTIGE WITWE © Christian POGO Zach

Um die klammen Kassen des in finanzielle Schieflage geratenen Operetten-Staats Pontevedro zu sanieren, veranstaltet der pontevedrinische Gesandte Baron Zeta in Paris ein rauschendes Fest, mit dem Hintergedanken, auf diesem Weg die letzten finanziellen Privatreserven für das Vaterland zu retten. Denn der drohende Staatsbankrott scheint nur noch durch eine Heirat der millionenschweren pontevedrinischen Witwe Hanna Glawari mit einem Landsmann abwendbar. Als geeigneter Heiratskandidat soll der lebenslustige Graf Danilo Danilowitsch herhalten, dem allerdings ein etwas zweifelhafter Ruf vorauseilt, so dass es zwischen ihm und der durchaus heiratswilligen Witwe, einer alten »Verflossen« Danilos, anfänglich nicht so recht funken will. Erst nach zahlreichen Wirrungen und abenteuerlichen Missverständnissen findet das Paar schließlich zueinander.

Musikalische Leitung   Anthony Bramall, Regie   Josef E. Köpplinger, Choreografie   Adam Cooper, Bühne   Rainer Sinell, Kostüme   Alfred Mayerhofer, Licht   Michael Heidinger, Josef E. Köpplinger, Choreinstudierung   Felix Meybier, Dramaturgie   Daniel C. Schindler

Mit: Sigrid Hauser, Dagmar Hellberg, Sophie Mitterhuber, Ann-Katrin Naidu, Alexandra Reinprecht, Jasmina Sakr, Camille Schnoor, Valentina Stadler, Frank Berg, Maximilian Berling, Adam Cooper, Juan Carlos Falcón, Christoph Filler, Hans Gröning, Liviu Holender, Lucian Krasznec, Maximilian Mayer, Holger Ohlmann, Daniel Prohaska, Erwin Windegger u. a., den Chor, das Orchester und das Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz.

Premiere 19. Oktober 2017 um 19.30 Uhr, Weitere Vorstellungen :  Oktober 21 / 22 / 24 / 25,  November 3 / 5 / 10 /18, 2017

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Osnabrück, Theater am Domhof, Die lustige Witwe von Franz Léhar, IOCO Kritik, 07.12.2016

Dezember 7, 2016 by  
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Theater Osnabrück

Die lustige Witwe von Franz Léhar: An Osnabrücks Großem Haus, dem Theater am Domhof, hat Andrea Schwalbach Franz Lehárs Erfolgsoperette „Die lustige Witwe“ als Liebesgeschichte in einer grotesk aus den Fugen geratenen Welt quirlig komödiantisch inszeniert…..

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Sittenverfall als Chance
  Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ begeistert aufgenommen

Von Hanns Butterhof

Theater Osnabrück – Die lustige Witwe: Die nächsten Vorstellungstermine: 9., 16., und 21.12.2016, jeweils 19.30 Uhr, am 31.12.2016 um 15.00 und 19.00 Uhr.

Silvester rückt heran und damit die Zeit für Operetten. Der Knaller dieser Spielzeit im Theater am Domhof ist Franz Lehárs Erfolgsoperette „Die lustige Witwe“. Andrea Schwalbach hat sie als Liebesgeschichte in einer grotesk aus den Fugen geratenen Welt quirlig komödiantisch inszeniert.

Theater Osnabrück / Die lustige Witwe - Hanna und Danilo werden doch ein Paar © Marek Kruszewski

Theater Osnabrück / Die lustige Witwe – Hanna und Danilo werden doch ein Paar © Marek Kruszewski

Dem Staate Pontevedro droht der Bankrott, wenn die zwei Millionen schwere Witwe Hanna Glawari (Susann Vent-Wunderlich) bei der Hochzeit mit einem ihrer vielen französischen Bewerber ihr Vermögen ins Ausland mitnimmt. Um dieses Unglück zu verhindern, setzt der pontevedrinische Botschafter in Paris, Baron Zeta (Mark Hamman), den bewährten Lebemann Graf Danilo Danilowitsch (Jan Friedrich Eggers) auf die Witwe an.

Im Salon der Botschaft, wo die Handlung zumeist spielt (Bühne: Nanette Zimmermann), entfaltet sich boulevardesk und teilweise nah am Klamauk ein buntes Chaos von Lug und Trug. Überall wird munter die Ehe gebrochen, bei jeder Gelegenheit stürzen sich Zetas junge Gattin Valencienne (Gabriela Guilfoil) und ihr Verehrer de Rossillon (Daniel Wagner) aufeinander. Die nur nach dem Vermögen der Witwe gierenden französischen Bewerber St. Brioche (Stefan Kreimer) und Cascada (Silvio Heil) schlagen sich um den Vorrang, und das Botschaftspersonal Zeta, Bogdanowich (Ulrich Enbergs) und Kromow (Marcin Tla?ka) weist mit Ausnahme des drolligen Faktotums Njegus (Genadijus Bergorulko) deutliche Spuren von Gehirnerweichung auf.

Theater Osnabrück / Die lustige Witwe Ansehnlich tanzen die Grisetten © Marek Kruszewski

Theater Osnabrück / Die lustige Witwe Ansehnlich tanzen die Grisetten © Marek Kruszewski

Susann Vent-Wunderlich hat mit ihrem vollen dramatischen Sopran, der auch lyrisch weich zu werben weiß, als an sich gar nicht heirats-lustige Witwe alles im Griff. Wenn sie Danilo, der scheinbar ohne eigene Absichten alle Bewerber vertreibt, den Krieg erklärt, weiß man, dass er ihn verlieren und sie schließlich doch heiraten wird.
Jan Friedrich Eggers deutet mit elegantem Bariton in seiner anrührenden Ballade von den zwei Königskindern den Grund für Danilos Verhalten an. Sein Lotterleben ist der Versuch zu überspielen, dass er Hanna, die seine erste Liebe war, innerlich nie losgelassen hat. Damals hatte er die Bürgerliche den alten Adelssitten gemäß nicht geheiratet, jetzt möchte er nicht in den Verdacht geraten, ihres Geldes wegen um sie zu werben.
Ganz im Sinne Lehárs bejammert Andrea Schwalbach nicht den Verfall der Sitten, sondern feiert mit dem Liebespaar in den bunten Kostümen Nora Johanna Gromers turbulent die neuen Chancen, die sich daraus ergeben.

Entsprechend geht Daniel Inbal mit dem Osnabrücker Symphonieorchester die Operette mehr preußisch flott als wienerisch schwelgend an. Die Ohrwürmer vom schmissigen „Jetzt gehen wir zum Maxim“ bis zum seelenvollen „Lippen schweigen“ zelebriert er mitreißend. Mit lang anhaltenden Ovationen dankte ein begeistertes Publikum allen Beteiligten, auch dem von Markus Lafleur einstudierten, gut verständlich singenden Chor und den sehr ansehnlichen Grisetten vom Institut für Musik der Hochschule Osnabrück.

Theater Osnabrück – Die lustige Witwe: Die nächsten Vorstellungstermine: 9., 16., und 21.12.2016, jeweils 19.30 Uhr, am 31.12.2016 um 15.00 und 19.00 Uhr.

—| IOCO Kritik Theater Osnabrück |—

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