Düsseldorf, Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Tristan und viel mehr – Spielplan Dezember 2020

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein für alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Oper und Ballett am Rhein –  Dezember 2020


Oper am Rhein


Mittwoch, 02.12.
19.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf

Weihnachten mit Freunden
Festlicher Abend für den Freundeskreis und alle Opernfreunde

Eine schöne Tradition zum Jahresende ist das festliche Gala-Konzert, das die Deutsche Oper am Rhein ihrem Freundeskreis als Dank für dessen Unterstützung schenkt. Es ist auch für alle anderen Opernfreunde geöffnet und bietet in diesem Jahr die Gelegenheit, das neu formierte Opernstudio näher kennen zu lernen: Die sechs Nachwuchssolistinnen und -solisten Ekaterina Aleksandrova, Sander de Jong, Luvuyo Mbundu, Jake Muffett, Andrei Nicoara und Anna Rabe präsentieren die schönsten Arien und Ensembles mit weihnachtlichem Flair auf der großen Bühne. Für Mitglieder des Freundeskreises ist der Eintritt zum Konzert frei.


Donnerstag, 03.12.  19.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
 
Donnerstag, 17.12.  19.30 Uhr
Theater Duisburg

 Tristan und Isolde – 1. Aufzug – PREMIERE
von Richard Wagner – Bearbeitung von Eberhard Kloke

Nach dem furiosen „Ring am Rhein“ präsentiert die Deutsche Oper am Rhein im Dezember ein weiteres exklusives Wagner-Erlebnis: An drei aufeinander folgenden Abenden zeigt sie Tristan und Isolde in einer Inszenierung von Dorian Dreher und unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober mit einem Weltklasse-Ensemble um Kammersängerin Linda Watson, Tenor Michael Weinius und Kammersänger Hans-Peter König. Der erfahrene Dirigent und Komponist Eberhard Kloke nimmt hierfür eine intime Bearbeitung der Tristan-Partitur vor, in der das Orchester auch räumlich zum Protagonisten wird.


Samstag, 05.12.  19.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
 
Freitag, 18.12.   19.30 Uhr
Theater Duisburg

Tristan und Isolde – 2. Aufzug – PREMIERE:
von Richard Wagner in der Bearbeitung von Eberhard Kloke


Sonntag, 06.12.  18.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
 
Samstag, 19.12.  19.30 Uhr
Theater Duisburg
PREMIERE:
Tristan und Isolde – 3. Aufzug –  PREMIERE:
von Richard Wagner in der Bearbeitung von Eberhard Kloke


Freitag, 04.12.  18.00 Uhr
Theater Duisburg

Meister Pedros Puppenspiel von Manuel de Falla  –  PREMIERE

Drei Sängerinnen und Sänger, zwei Puppenspieler, ein Orchester und ein Live-Video: In dieser ungewöhnlichen Verbindung präsentiert die Deutsche Oper am Rhein Manuel de Fallas phantasievollen Operneinakter Meister Pedros Puppenspiel. Mit glutvollen spanischen Klängen hat de Falla ein Motiv aus Cervantes? Don Quijote zum Leben erweckt: Dem berühmten Ritter von der traurigen Gestalt geht während einer Puppenspielaufführung dermaßen die Fantasie durch, dass er mit blanker Waffe die Bühne stürmt…

Die luftschlosshafte Wirklichkeit, die Don Quijote irgendwo zwischen Traum und Realität bewohnt, wird von Filmemacher Torge Möller (fettFilm), Ilaria Lanzino und dem Düsseldorfer Marionetten-Theater mit Live-Video in Szene gesetzt. Mit ihrer phantasievollen Umsetzung und einer Spieldauer von 45 Minuten eignet sie sich auch hervorragend für junge Besucher ab 6 Jahren.


Montag, 07.12. 18.00 Uhr   Opernhaus Düsseldorf
OPERNWERKSTATT

Romeo und Julia – Kammeroper von Boris Blacher

Schon einige Tage vor der Premiere stellen die Dramaturginnen und Dramaturgen der Deutschen Oper am Rhein die neuen Produktionen vor und geben Einblicke in den künstlerischen Arbeitsprozess. In Podiumsgesprächen sprechen Mitwirkende über das Werk, geben interessante Informationen über Hintergründe und künstlerische Zusammenhänge und stellen die Grundzüge ihrer Inszenierung vor. Eine öffentliche Probe mit den beteiligten Künstlern sowie den Düsseldorfer Symphonikern oder Duisburger Philharmonikern vermittelt im Anschluss einen ersten Eindruck von der neuen Produktion.

Der Eintritt ist frei, und es ist keine Anmeldung erforderlich.


Dienstag, 08.12.  18.00 Uhr
Theater Duisburg
Opernwerkstatt

Masel Tov! Wir gratulieren!  –   Mieczys?aw Weinberg

Schon einige Tage vor der Premiere stellen die Dramaturginnen und Dramaturgen der Deutschen Oper am Rhein die neuen Produktionen vor und geben Einblicke in den künstlerischen Arbeitsprozess. In Podiumsgesprächen sprechen Mitwirkende über das Werk, geben interessante Informationen über Hintergründe und künstlerische Zusammenhänge und stellen die Grundzüge ihrer Inszenierung vor. Eine öffentliche Probe mit den beteiligten Künstlern sowie den Düsseldorfer Symphonikern oder Duisburger Philharmonikern vermittelt im Anschluss einen ersten Eindruck von der neuen Produktion.

Der Eintritt ist frei, und es ist keine Anmeldung erforderlich.


Freitag, 11.12.  19.30 Uhr
Theater Duisburg

Masel Tov! Wir gratulieren – Mieczyslaw Weinberg – PREMIERE

In der Küche brodelt das Leben. Das ist bei guten Partys so und auch in Mieczyslaw Weinbergs Kammeroper „Masel Tov!“ ist es die Basis für eine höchst lebendige und komödiantische Liebesgeschichte. Drei Bedienstete und ein fliegender Buchhändler treffen dort während der Vorbereitungen für die Verlobung der Tochter des Hauses zusammen. Es wird geflirtet und gelästert, Alkohol ist ebenfalls reichlich im Spiel, und so kommt es zu unerwarteten Wendungen im Beziehungsgeflecht der Bediensteten, die in zwei Verlobungen münden. Weinberg, den man vor allem in Verbindung mit seiner Oper Die Passagierin kennt, zeigt sich in Masel Tov! von einer ganz anderen Seite: Klezmermelodien geben der Partitur gemeinsam mit aus der jiddischen Musiktradition heraus intonierten Walzer-, Polka- und Galoppformen eine ganz eigene Farbe.


Sonntag, 13.12.    11.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf

Weihnachten in Lied und Wort

Zu den Highlights des Düsseldorfer Adventskalenders zählt das traditionelle „Weihnachten in Lied und Wort“: ein festlicher Vormittag im Opernhaus, zu dem Mitglieder des Sängerensembles und des Opernchores stimmungsvolle Weihnachtsmusik präsentieren. Der aus Serien wie „Tatort“, „Rosenheim Cops“ und „Polizeiruf“ bekannte Schauspieler und Sprecher Stefan Wilkening liest Texte zur Weihnachtszeit. Kurator des Programms und Begleiter am Klavier ist Ex-Operndirektor Stephen Harrison. Mit Sandra Michaela Diehl, Sylvia Hamvasi, Sander de Jong, Susan Maclean, Jake Muffett, Bohyeon Mun, Franziska Orendi, Volker Philippi und Beniamin Pop.


Mittwoch, 16.12.   18.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf

Hänsel und Gretel  – Engelbert Humperdinck

Der Winter-Klassiker Hänsel und Gretel darf auch in dieser Saison nicht fehlen: Engelbert Humperdincks Oper nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm kehrt zur Weihnachtszeit in gekürzter Neufassung an die Deutsche Oper am Rhein zurück. Schon seit mehr als 50 Jahren verzaubert das Stück in der fantasievoll-bunten Inszenierung von Andreas Meyer-Hanno das Publikum in Düsseldorf und Duisburg. Die aktuell geltenden Auflagen machten eine Überarbeitung notwendig, die den Klassiker zurück zu seinen Wurzeln bringt: Bevor Humperdinck aus der Erzählung „große Oper“ machte, brachten der Komponist und seine für das Libretto verantwortliche Schwester Adelheid Wette Hänsel und Gretel mit großem Erfolg als singspielartige Haustheater-Aufführung im eigenen Wohnzimmer heraus. Die szenische Neueinstudierung von Esther Mertel in einer Fassung für Kammerensemble entdeckt den Zauber der kleinen Besetzung wieder.


Samstag, 19.12.
19.30 Uhr
Theater Duisburg
PREMIERE Romeo und Julia
von Boris Blacher

Während drinnen ein rauschender Ball die Gemüter erhitzt, treffen sich Romeo und Julia am Rande des Geschehens – und wissen sofort: Es ist Liebe auf den ersten Blick. Weil sie aber tödlich verfeindeten Familien angehören und Julia am nächsten Morgen eigentlich Paris heiraten soll, ist ihre Liebe zwar unsterblich, aber vor allem verboten. Das Schicksal nimmt seinen tragischen Lauf.

Boris Blacher hat 1943 mit seiner Vertonung der Tragödie William Shakespeares eine Kammeroper geschaffen, die in ihrer Ausgespartheit ein kleines Wunder ist. Er konzentrierte und verdichtete den Stoff auf seine Essenz: das Schicksal von Romeo und Julia. Eine tragende Rolle übernehmen dabei der Solistenchor sowie Chansons, die das Scheitern dieser großen Liebe immer wieder humorvoll und untergangstrunken brechen und kommentieren.

Regisseur Manuel Schmitt, der u.a. bereits bei den Opernfestspielen der Bayerischen Staatsoper, dem Staatstheater Nürnberg, dem Theater Trier und dem Musiktheater im Revier inszenierte, erarbeitet mit „Romeo und Julia“ erstmals eine Produktion für die Deutsche Oper am Rhein.


Donnerstag, 31.12.
18.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
SILVESTERWUNSCHKONZERT
Alle guten Wünsche!

Zum Ausklang des alten Jahres darf das Publikum der Deutschen Oper am Rhein das Programm selbst gestalten: Auf der Website operamrhein.de und in den sozialen Netzwerken gibt es vorab die Gelegenheit, über Lieblings-Arien abzustimmen, die dann von Mitgliedern des Ensembles und den Düsseldorfer Symphonikern auf die Bühne des Opernhauses gebracht werden. Unter der Leitung von Aziz Shokhakimov gestalten Liana Aleksanyan, Valerie Eickhoff, Luiza Fatyol, Anna Harvey, Elena Sancho Pereg, Ramona Zaharia, Eduardo Aladrén, Bogdan Baciu, Jorge Espino, Ovidiu Purcel, Luke Stoker und Bogdan Talos das Wunschkonzert. Moderiert wird der musikalische Übergang ins neue Jahr von Stephen Harrison.


Ballett am Rhein


Dienstag, 08.12.
18.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
BALLETTWERKSTATT
Geschlossene Spiele
Ein Ballettabend mit einer Uraufführung von Demis Volpi

Schon einige Tage vor der Premiere stellen die Dramaturginnen und Dramaturgen des Ballett am Rhein das neue Programm vor und geben Einblicke in die künstlerische Arbeit im Probenprozess. Interessante Informationen über Hintergründe und Zusammenhänge sowie das Erleben einer Probe geben allen Tanzbegeisterten die Möglichkeit, Künstler und Choreographie näher kennen zu lernen.

Der Eintritt ist frei, und es ist keine Anmeldung erforderlich.


Freitag, 11.12.
20.00 Uhr
Tonhalle
PREMIERE
Prometheus Dis.order
Ein multimediale Klang-, Licht- und Tanz-Inszenierung zu Ballettmusik von Ludwig van Beethoven und einer Komposition von Charles Ives

Die Tonhalle leuchtet: Eine spektakuläre Lichtinszenierung der Medienkünstler Nick & Clemens Prokop katapultiert Beethovens Ballettmusik „Die Geschöpfe des Prometheus“ ins Heute. Im kuppelförmigen Saal entfaltet sich eine Bühnenskulptur, die unterschiedliche Facetten von Licht kombiniert und kontrastiert: dynamische 3D-Effekte, leuchtend bewegte Wände, Funkenwürfe, Blitze und Lavaströme werden zu Sinnbildern von Prometheus‘ titanischem Tun und dessen Konsequenzen.

Mitten in dem medialen Spektakel spielt die Choreographie von Virginia Segarra Vidal, in der Prometheus von drei Compagnie-Mitgliedern des Ballett am Rhein getanzt wird: Michael Foster, Philip Handschin und Marjolaine Laurendeau verkörpern dessen gespaltenes, zwischen Menschenliebe, Größenwahn und Destruktion changierendes Wesen. Virginia Segarra Vidal ist seit 2011 Mitglied des Ballett am Rhein und wird in ihrem Bestreben als Choreographin aktiv gefördert. Mit „Prometheus Dis.order“ entsteht bereits ihre zweite Arbeit für die Compagnie.

Unter der Leitung von Alexandre Bloch spielen die Düsseldorfer Symphoniker.


Samstag, 12.12.
19.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
PREMIERE
Geschlossene Spiele
Ein Ballettabend mit einer Uraufführung von Demis Volpi

In einem argentinischen Lokal treffen Menschen aufeinander, die auf den ersten Blick wenig zu verbinden scheint. Ein Richter wiegt in der Mittagspause pedantisch seine Möhren, eine amerikanische Touristin möchte ein Huhn um Erlaubnis fragen es zu verspeisen, die Kellner fallen wie aus dem Nichts in Ohnmacht, ein Kunde versucht über Stunden seine Koffer aufzugeben, scheitert aber letztlich am bürokratischen Apparat. Absurd-surreale Begegnungen verweben sich zu einem virtuosen Diskurs über Gerechtigkeit, Recht und Unrecht, und die Idee des Menschen, in fairer Art und Weise über das Schicksal anderer bestimmen zu können. Als Grundlage für sein erstes Handlungsballett als neuer Chefchoreograph hat Demis Volpi ein Schauspiel von Julio Cortázar gewählt, das mit Scharfsinn nicht nur seinen ursprünglichen Hintergrund, nämlich die Zeit der Militärdiktatur Argentiniens unter J. R. Videla seziert, sondern auch heute noch als Gesellschaftsparabel funktioniert.


Donnerstag, 31.12.
18.00 Uhr
Theater Duisburg
BALLETT-SILVESTERGALA
Der gute Rutsch

Für die letzten Stunden des Jahres bittet im Theater Duisburg das Ballett am Rhein zum Tanz und präsentiert ein Gala-Programm, das alles andere wird als „the same procedure as every year“. Mit Fantasie, Grazie und Power stimmt das Bewegungs-Feuerwerk auf der Bühne bestens auf einen gut gelaunten Jahreswechsel ein.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Götterdämmerung – Ring des Nibelungen, 17.11.2019

November 11, 2019 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg © IOCO

Theater Duisburg © IOCO

Götterdämmerung –  Szenische Premiere in Duisburg

 Premiere 17. November 2019

Innerhalb von sechs Tagen den ganzen Ring erleben: Am Dienstag, 12. November 2019, beginnt mit Das Rheingold die erste zyklische Aufführung von Richard Wagners  Ring des Nibelungen im Theater Duisburg.

Endlich ist es soweit: Vom 12. bis 17. November 2019 ist der gesamte Ring des Nibelungen von Richard Wagner  erstmals szenisch im Theater Duisburg zu erleben. Er schließt am Sonntag, 17. November 2019, mit der szenischen Premiere der Götterdämmerung, dem letzten Teil des vierteiligen Zyklus. In opulenten Bildern entfalten Regisseur Dietrich W. Hilsdorf und sein Team den Nieder­gang einer göttlichen Herrscherdynastie vor dem Hintergrund der politischen, industriellen und sozia­len Entwick­lungen des 19. Jahrhunderts.


Götterdämmerung – Hilsdorf – Inszenierung – hier in Düsseldorf
Youtube Trailer der Deutschen Oper am Rhein
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

In musikalischer Hinsicht geriet der vierteilige Ring bereits in der vergangenen Spielzeit zu einem umjubelten Triumph für das Sänger­ensemble und die Duisburger Philharmoniker unter Generalmusik­direktor Axel Kober: Infolge des großen Wasserschadens im Theater Duisburg diente die benachbarte Mercatorhalle im Mai 2019 als Ausweichquartier für vier konzertante Aufführungen.

Auf der Bühne des Duisburger Theaters stellen jetzt erneut zahlreiche Ensemblemitglieder der Deutschen Oper am Rhein und hochkarätige Gäste ihre Wagner-Kompetenz unter Beweis. Die Partien gestalten u. a. James Rutherford (Wotan), Linda Watson (Brünnhilde), Raymond Very (Loge), Michael Weinius (Siegmund), Sarah Ferede (Sieglinde und Waltraute), Corby Welch (Siegfried), Florian Simson und Cornel Frey (Mime), Stefan Heidemann (Alberich), Sami Luttinen (Hunding und Hagen), Bogdan Baciu (Gunther) und Sylvia Hamvasi (Gutrune). Orchestral begleitet werden sie von den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Axel Kober.

Der Ring des Nibelungen  im Theater Duisburg:
Dienstag, 12. November, 19.30 Uhr: Das Rheingold
Mittwoch, 13. November, 18.00 Uhr: Die Walküre
Freitag, 15. November, 18.00 Uhr: Siegfried
Sonntag, 17. November, 17.00 Uhr: Götterdämmerung (Szenische Premiere)

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Wien, Wiener Staatsoper, Saisonauftakt 01.09. – Tag der offenen Tür, IOCO Aktuell

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 Saisonauftakt 2019/2020 – 1. September 2019

IOCO Video – Jahrespressekonferenz zum Spielplan 2019/20

Mit sieben Opernwerken, zwei Ballettprogrammen, einem Konzert, zwei Matineen sowie mehreren Sonderveranstaltungen startet die Wiener Staatsoper im September 2019 in die neue Spielzeit 2019/2020, die letzte von Staatsoperndirektor Dominique Meyer und Ballettdirektor Manuel Legris verantwortete Saison.

Wiener Staatsoper 2019/20 – IOCO Video zur Jahrespressekonferenz der Staatsoper
youtube Video von IOCO Düsseldorf
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Den Auftakt zur neuen Spielzeit bildet auch heuer wieder traditionellerweise der beliebte Tag der offenen Tür am Sonntag, 1. September 2019. An zwei Terminen (14.00 – 16.30 Uhr sowie 17.30 – 20.00 Uhr) werden spannende Einblicke hinter die Kulissen des Opern- und Ballettbetriebs mit u. a. Proben mit Publikumslieblingen wie KS Ildikó Raimondi und Zoryana Kushpler, einer Technik- und Bühnenshow mit szenischen Ausschnitten aus L’italiana in Algeri, La Bohème und Sylvia, der Ausstellung von Kostümen, Requisiten, historischem Notenmaterial und vielem anderen mehr geboten.

 Eckdaten der Wiener Staatsoper zur Saison 2018/19

In der Spielzeit 2018/2019 konnte die Wiener Staatsoper erneut einen Einnahmenrekord durch Kartenverkauf erzielen: 37.695.162,26 Euro (2017/2018: 35.298.761,91) – um 2.314.762,26 über den Plansoll. Die Sitzplatzauslastung betrug insgesamt 99,10% (2017/2018: 98,61%).

Insgesamt 622.081 Gäste (2017/2018: 608.955), besuchten 291 Opern-, Ballett-vorstellungen und Matineen auf der Hauptbühne (2017/2018: 292), 72 Vorstellungen im Studio Walfischgasse (2017/2018: 90) sowie 18 Matineen im Gustav Mahler-Saal (2017/2018: 20).

Die ersten Vorstellungen der Spielzeit 2019/20

Die erste Vorstellung der Staatsopernsaison 2019/2020 ist Verdis La traviata am Mittwoch, 4. September 2019. Irina Lungu verkörpert die Violetta, Charles Castronovo den Alfredo Germont und KS Thomas Hampson den Giorgio Germont. Giampaolo Bisanti leitet erstmalig La traviata im Haus am Ring.

Reprisen: 7. und 10. September


Am Donnerstag, 5. September 2019 wird Offenbachs Les Contes d’Hoffmann im Haus am Ring wiederaufgenommen: Anstelle des erkrankten Yosep Kang verkörpert Dmitry Korchak den Hoffmann und gibt damit sein Rollendebüt im Haus am Ring. Weiters sind erstmals an der Wiener Staatsoper Olga Peretyatko als Olympia, Antonia und Giulietta, Gaëlle Arquez als Nicklausse / Muse, Luca Pisaroni als Lindorf, Coppélius, Miracle und Dapertutto und Michael Laurenz als Andrès, Cochenille, Frantz und Pittichinaccio zu erleben. Es dirigiert: Frédéric Chaslin.

Reprisen: 8., 11. und 15. September


Ab Freitag, 6. September 2019 steht Verdis Don Carlo wieder auf dem Staatsopernspielplan. Ihre Rollendebüts im Haus am Ring geben Fabio Sartori in der Titelpartie und Dmitry Ulyanov als Großinquisitor. Anja Harteros ist erneut als Elisabetta zu erleben, KS René Pape als Philipp II., KS Simon Keenlyside als Rodrigo und Elena Zhidkova als Eboli. Jonathan Darlington dirigiert erstmals Don Carlo im Haus am Ring.

Reprisen: 9. und 12. September


Weiters stehen im September auf dem Spielplan: Verdis Il trovatore unter der der Leitung von Alberto Veronesi mit Yusif Eyvazov, Michelle Bradley, Roberto Frontali, Monika Bohinec (19., 22. und 25. September); Donizettis L’elisir d’amore mit Pavel Petrov, Maria Nazarova, Samuel Hasselhorn, Paolo Rumetz, dirigiert von Jonathan Darlington (21. und 24. September); Strauss’ Salome unter Dennis Russel Davies, mit Ausrine Stundyte, Alan Held, Jörg Schneider, Linda Watson (27. September, außerdem noch am 1. und 4. Oktober) und Puccinis La Bohème u. a. mit Aida Garifullina, Jinxu Xiahou, Adrian Eröd, es dirigiert Louis Langrée (29. September 2019, weitere Vorstellungen am 3. und 7. Oktober).


Am Dienstag, 17. September 2019 kehrt Elisabeth Kulman mit einem Solistenkonzert zurück an das Haus und präsentiert mit einem 7-köpfigen Ensemble ihr Programm „La femme c’est moi“.


Das Wiener Staatsballett eröffnet seine Saison in der Wiener Staatsoper am 13. September 2019 mit Manuel Legris’ Sylvia (Reprisen am 14., 18. und 20. September) sowie mit dem vierteiligen Abend Forsythe | van Manen | Kylián (Vorstellungen am 26., 28. und 30. September 2019).


Ebenfalls im September findet der erste Termin in dieser Spielzeit der beliebten Reihe „Kammermusik der Wiener Philharmoniker“ im Gustav Mahler-Saal statt (28. September 2019).

Parallel dazu laufen seit dem gestrigen Montag, 26. August 2019 die Proben für die erste Premiere in dieser Spielzeit: Brittens A Midsummer Night’s Dream (Premiere am 2. Oktober 2019) unter der Leitung von Simone Young (Dirigentin) und Irina Brook (Regisseurin). Schon am Sonntag, 22. September 2019 lädt die Wiener Staatsoper zur Einführungsmatinee mit Mitwirkenden der Neuproduktion.


In der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE werden im September „Bild und Bühne – Die Entwicklung des Bühnenbilds von 1600 bis heute“ (Vortrag von Rudi Risatti, 20. September), eine Einführung in die Musik von Die Frau ohne Schatten (mit dem musikalischen Studienleiter Jendrik Springer, 25. September) sowie zwei Schulvorstellungen von Der Karneval der Tiere angeboten.


Die Vorstellungen von La traviata am 7. September, Don Carlo am 12. September, Les Contes d’Hoffmann am 15. September und Il trovatore am 25. September 2019 werden mit WIENER STAATSOPER live at home über www.staatsoperlive.com weltweit in HD übertragen.


Im Rahmen von „Oper live am Platz“ werden im September 18 Vorstellungen live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen, den Auftakt bildet La traviata am 4. September 2019.

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Götterdämmerung – Richard Wagner, IOCO Kritik, 09.11.2018

November 10, 2018 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Götterdämmerung – Richard Wagner

– Dietrich W. Hilsdorfs stoischer Rückzug aus der Ring-Regie –

Von Hanns Butterhof

Mit der Götterdämmerung ist der Düsseldorfer Ring des Nibelungen von Richard Wagner in der Regie von Dietrich W. Hilsdorf abgeschlossen, ohne als ganzer und auch jetzt mit dessen drittem Abend voll zu befriedigen. Einer guten musikalischen Leistung des Sängerensembles und der Düsseldorfer Symphoniker unter Axel Korber steht entgegen, dass die Regie keine schlüssig übergreifende Konzeption gefunden und sich in der Götterdämmerung bis in die Nähe zum Konzertanten zurückgezogen hat.


Götterdämmerung – Richard Wagner
Youtube Trailer der Deutschen Oper am Rhein
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Das Vorspiel der Götterdämmerung nutzt Hilsdorf zu einem Statement über sein Regieverständnis. Da kommen drei ältere Damen in wilhelminisch-jugendstilähnlicher Gewandung (Kostüme: Renate Schmitzer) zum Kaffeeklatsch vor der romantischen Kulisse des Rheins am Drachenfels zusammen. Mit unüberhörbaren Anklängen an das Schauspiel Kalldewey, Farce von Botho Strauß sind es die drei schicksalspinnenden Nornen (Susan Maclean, Sarah Ferede und Morenike Fadaymi), die das Elend der Welt betratschen. Es ist immer das gleiche, sie ist aus den Fugen, spätestens seit Siegfried den Speer Wotans zerschlagen hat. Jetzt ist ihr Schicksal-Seil zerschlissen, das sie sich wie einen unsichtbaren Ball zuwerfen. Da zitiert Hilsdorf direkt Botho Strauß mit einem Schriftzug über der Bühne:

Der Rest ist Theater, der letzte unserer magischen Versuche, die Ängste uns auszutreiben.

Dazu flackern aufgeregt die Varieté-Lämpchen, die schon seit dem Rheingold die Bühne umrahmen. Und am Schluss formuliert er, wieder Strauß zitierend, seinen Konzeptionsverzicht, verbunden mit der Aufforderung an das Publikum: Nehmt euch, was ihr gebrauchen und erhalten könnt. Der Rest, das ist die Götterdämmerung, und jeder sehe zu, was sie ihm sagt.

Deutsche Oper am Rhein / Götterdämmerung - hier : Die Rheintöchter © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Götterdämmerung – hier : Die Rheintöchter © Hans Joerg Michel

– Kammerspiel auf dem Hinterdeck –

Dann fällt die Rheinkulisse und gibt den Blick frei auf das marode Schiffchen MS Wodan, das Kernstück der von Dieter Richter entworfenen Einheitsbühne. Das Schiff liegt an einem Landungssteg, den man sich durchaus am Rhein denken darf, und ist, nun ja,  Brünnhilde-Felsen, Gibichungen-Halle und schließlich der Scheiterhaufen für Siegfried. Optisch ist das Bühnenbild von beeindruckender Düsternis. Das Schiff vermittelt auch den Anschein, als triebe es während der Handlung bedeutungsvoll aus mythischen Urgründen der Gegenwart entgegen und auf Düsseldorf und Duisburg zu. Dass es dabei seinen Landungssteg mitführt, trübt allerdings die Plausibilität des in lichtschwacher Videoprojektion burgenbestanden vorüberziehenden Rheinufers. Die Entscheidung, die wesentlichen Teile der Handlung auf dem Schiff spielen zu lassen, engt den Spielraum der Akteure erheblich ein und lässt das Weltgeschehen des Rings zu einem Kammerspiel auf dem Hinterdeck schrumpfen.

Weniger aus der räumlichen Enge treibt es dann Siegfried (Michael Weinius) davon zu neuen Taten. Er hält eher die Spießigkeit auf dem Hinterdeck nicht aus, auf dem Brünnhilde (Linda Watson) neben einem Weihnachtsbäumchen an der Reling sitzt und Höschen für den Nachwuchs strickt. Bei aller Beteuerung von strahlender Liebe, bei allen jubilierend vielfachen Heil-Rufen ist kaum Beziehung zwischen beiden zu spüren. Siegfried hat seine frühere Knabenhaftigkeit verloren und sich zu einem Bruder Leichtfuß entwickelt, der das Wissen, das ihm Brünnhilde vermacht hat, so wenig zu bewahren weiß wie seine Liebe zu ihr. So kann am Hof der Gibichungen Gutrune (Sylvia Hamvasi)  getrost den Siegfried von Hagen (Hans-Peter König) zugedachten Vergessenstrank verschütten. Siegfried verfällt ihr auch ohne diesen auf der Stelle, vielleicht weil sie so sehr das Gegenstück zu Brünnhilde ist. Sie ist fast klassisch weiblich passiv und auch an der späteren Intrige bestenfalls billigend inkaufnehmend beteiligt. Dass sie offenbar an der Nadel hängt ist für den Fortgang der Handlung ebenso bedeutungslos wie der angedeutete Alkoholismus ihres Bruders, König Gunther (Bogdan Baciu).

Hagen, der Sohn Alberichs (Michael Kraus) und Stiefbruder der königlichen Gibichungen, hat nichts als den Gewinn des Rings und damit die Herrschaft über die Welt im Sinn. Er zieht in der Götterdämmerung nur zu diesem Zweck die Fäden. Hans-Peter König gibt ihm stimmlich und enorm bühnenpräsent die entsprechende Statur, ohne eine wirkliche Kontrastfigur zu Siegfried zu sein. Seine Ähnlichkeit mit diesem weist vielmehr darauf hin, dass beide je auf ihre Weise das Programm ihrer Vorfahren verfolgen – und verraten.

Deutsche Oper am Rhein / Götterdämmerung - hier : Siegfried (Michael Weinius), Brünnhilde (Linda Watson) © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Götterdämmerung – hier : Siegfried (Michael Weinius), Brünnhilde (Linda Watson) © Hans Joerg Michel

Um Gutrune heiraten zu dürfen, lässt sich Siegfried auf den Plan Hagens  ein, für den schwachen König Gunther und in dessen Gestalt – der Tarnhelm aus dem Nibelungenhort macht es möglich – Brünnhilde als Braut zu gewinnen. Die grauenvolle, Brünnhilde vergewaltigende Handlung vollzieht sich erstaunlich gesittet; so wenig vorher Liebe zwischen Siegfried und Brünnhilde, so wenig ist jetzt die Gewalt zwischen ihnen spürbar; nur als ihr Siegfried den Ring entreißt, kommt Bewegung auf.

Der nicht nur der Enge auf dem Schiffsdeck geschuldete Mangel an Bewegung zieht sich durch die ganze Götterdämmerung. Das ist selbst in der einzigen Chorszene der Fall, als Hagen die Mannen zusammenruft. Bei der Rückkehr Siegfrieds und dann Gunthers mit Brünnhilde sollen sie Zeugen der Schwäche ihres Königs und des Betrugs an Brünnhilde werden. Dazu drängt sich dann ein Stadtsoldaten-Karnevalsverein auf dem Schiffsdeck zusammen. Bewegung findet nur auf dem Landungssteg statt, wo als Hinweis auf das  Leid Brünnhildes bedeutsam ein Tanzmariechen mit Spagat-Übungen gequält wird.

Recht statuarisch geht es dann weiter dem Ende zu, bis Siegfried vor der Projektion rauchender Industrieschlote bei Duisburg von Hagen hinterrücks kühl erstochen wird. Dem sterbend im Schiffsbauch der MS Wodan verschwindenden Siegfried werfen wie bei einer Seebestattung Stadtsoldaten die Flaggen der deutschen Geschichte hinterher. Dem Doppeladler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, der Hakenkreuzflagge des III. Reichs und dem Schwarz-Rot-Gold Nachkriegsdeutschlands mit und ohne die DDR-Applikation Hammer und Sichel folgt eine gänzlich weiße Flagge. Sie kann das Leichentuch der deutschen Geschichte so gut meinen wie die Kapitulation vor einer Deutung der ganzen Ring-Geschichte. Oder sie mag die  Freifläche sein, die vom geneigten Publikum mit eigenen Assoziationen  gefüllt werden kann, während es Brünnhilde zusieht. Die steht heroisch auf der MS Wodan, auf der ein kleines Feuerchen als Hinweis auf Siegfrieds Scheiterhaufen flackert, und wirft den Ring zu den Rheintöchtern hinab, um ihn zu entsühnen. Die munteren Mädchen (Anne Krabbe, Kimberley Boettger-Soller und Ramona Zaharia) setzen sogleich das am Ring haftende Morden fort, indem sie Hagen, der ihnen beim Erhaschen des Rings zuvorkommen wollte, ein nasses Grab bereiten.

Deutsche Oper am Rhein / Götterdämmerung - hier : Hagen (Hans-Peter König), Alberich (Michael Kraus) © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Götterdämmerung – hier : Hagen (Hans-Peter König), Alberich (Michael Kraus) © Hans Joerg Michel

Wenn man schon meint, nun seien alle tot, hat Hilsdorf zur hoffnungsfrohen Schlussmusik bei erleuchtetem Zuschauerraum doch noch eine Botschaft parat. Wotan, der auf dem Besetzungsplan der Götterdämmerung gar nicht mehr vorgesehen ist, erscheint wie im Siegfried, als er Mime die Wissenswette aufzwang, mit Bart und Fahrrad. Dann legt er das Götterkostüm des Wanderers ab, enthüllt darunter einen bürgerlichen Straßenanzug von heute, und schiebt fröhlich sein Fahrrad in die Kulisse. So könnte der Bürger der neue Wotan sein, nachindustriell und ökologisch.

Es sind die von sich aus ruhigen Szenen wie die dramatische  Unterredung Brünnhildes mit ihrer Walkürenschwester Waltraute (Katarzyna Kunico) oder der eindringliche Wachtraum-Dialog Hagens mit Alberich, die voll überzeugen. In ihnen wirken alle Elemente des Musikdramas glücklich zusammen, Gesang, Darstellung und Orchestermusik. In ihnen ist auch die Personenführung zu spüren, auf die Hilsdorf wenig achtet und sich gern damit begnügt, ein charakterisierendes Schlaglicht auf eine Figur zu werfen und sie ansonsten singen zu lassen.

Es ist die Musik, die über die gut fünfstündige Götterdämmerung trägt. Star des guten Ensembles ist Hans-Peter König als Hagen, der mit wuchtigem, dominantem Bass szenisch und stimmlich beeindruckt. Ihm kann man zutrauen, dass er Gunter von jeher klein gemacht hat, denn  Bogdan Baciu hat stimmlich raumgreifend alle Anlagen zum König, gesangsdarstellerisch ist der Bariton einsame Spitze. Linda Watson  bringt ihre ganze Bühnenerfahrung mit und gibt der Brünnhilde immer wohlklingend stimmliche Substanz, in der Trauer überzeugender denn als Liebende. Michael Weinius ist ein Siegfried von bewundernswerter stimmlicher Kondition und heldentenoralen Spitzen, der in den lyrischen Partien am Ende auch menschliche Wärme ausstrahlt. Sie  zwischenmenschlich darzustellen gelingt ihm nicht so recht, auch nicht bei der Gutrune Sylvia Hamvasi, deren schöner Stimme das Orchester mehr Raum hätte zugestehen können. Katarzyna Kunico als Waltraute und Michael Kraus als Alberich,  die Rheintöchter Anne Krabbe, Kimberley Boettger-Soller und Ramona Zaharia sowie die Nornen   Susan Maclean, Sarah Ferede und Morenike Fadayomi und schließlich der von bedrohlich karnevalistischer Heiterkeit überschäumende Chor (Einstudierung: Gerhard Michalski)  komplettieren die gute sängerische Gesamteistung.

Deutsche Oper am Rhein / Götterdämmerung - hier : Woglinde (Anke Krabbe), Siegfried (Michael Weinius), Floßhilde (Ramona Zaharia), Wellgunde (Kimberley Boettger-Soller) © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Götterdämmerung – hier : Woglinde (Anke Krabbe), Siegfried (Michael Weinius), Floßhilde (Ramona Zaharia), Wellgunde (Kimberley Boettger-Soller) © Hans Joerg Michel

Wesentlichen Anteil daran, dass der Abend sich nicht in die Länge zieht, hat Axel Kober am Pult der engagiert spielenden Düsseldorfer Symphoniker. Er setzt nicht auf den großen überwältigenden Wagnersog, sondern begleitet die Handlung so sorgfältig, dass im unaufdringlichen Herausarbeiten der Leitmotive viel mehr hörbar wird, als die Szene zeigt. Er zieht in die Götterdämmerung hinein, raunt mit den Nornen, albert mit den Rheintöchtern, kann es so ausdrucksstark krachen wie die wilde Geschichte auch hoffnungsfroh sanft enden lassen.

Götterdämmerung an der Deutschen Oper am Rhein; die weiteren Vorstellungen am 18. und 25.11.2018 17.00 Uhr, 2.12.2018 15.00 Uhr

—| IOCO Kritik Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

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