Essen, Philharmonie Essen – Klavierfestival 2014 – Martha Argerich und Lilya Zilberstein, IOCO Kritik, 11.07.2014

Juli 15, 2014 by  
Filed under Klavierfestival, Kritiken, Philharmonie Essen

klavierfestival.jpg

KLAVIER-FESTIVAL RUHR 2014

PHILHARMONIE ESSEN

Philharmonie Essen © Bernadette Grimmenstein

Philharmonie Essen © Bernadette Grimmenstein

Martha Argerich + Lilya Zilberstein, Piano

Das diesjährige Klavierfestival hatte wieder, wie in den Jahren zuvor, viele Höhepunkte, die begeisterten. Doch der Konzertabend am letzten Freitag in der Essener Philharmonie war eine Sternstunde, die unvergesslich bleiben wird.

Über Martha Argerich, ihre Vita und Karriere zu berichten, hieße “Eulen nach Athen“ zu tragen. Die Argentinierin ist schon zu Lebzeiten eine Legende geworden. Beim Klavierfestival war sie schon zum 16. Mal zu erleben.

Klavierfestival Ruhr 2014 / Mozart zu vier Händen: Lilya Zilberstein und Martha Argerich beim © KFR/Peter Wieler

Klavierfestival Ruhr 2014 / Mozart zu vier Händen: Lilya Zilberstein und Martha Argerich beim © KFR/Peter Wieler

In den letzten Jahren spielte sie immer seltener allein, bevorzugte Duo-Abende und auch Abende mit mehr als einem Partner (Argerich and Friends). So auch an diesem Abend in Essen, wo gleich 5 Pianoschaffende zu hören waren.

Das Programm eröffneten Martha Argerich und Lilya Zilberstein. Letztere ist Russin, gebürtig in Moskau und sie lebt seit 1990 in Deutschland. 1987 gewann sie den Busoni-Wettbewerb in Bozen. Seit 10 Jahren ist sie auch Duo-Partnerin von Martha Argerich. Beim Klavierfestival ist die Künstlerin, die seit 2009 eine Professur an der Hamburger Musikhochschule hat, zum siebten Mal Gast.

Argerich und Zilberstein eröffneten das Konzert mit der “Sonate in D-Dur für Klavier zu 4 Händen, KV 381“ von Mozart. Es war faszinierend, ihrem Spiel zu zu sehen, die spielerische Leichtigkeit zu bewundern und sich einfach den Klängen hinzugeben.

Klavierfestival Ruhr 2014 / Im vierhändigen Zusammenspiel: Lilya Zilberstein und Martha Argerich © KFR/Peter Wieler

Klavierfestival Ruhr 2014 / Im vierhändigen Zusammenspiel: Lilya Zilberstein und Martha Argerich © KFR/Peter Wieler

Was nun kam, war Präzision pur. Lilya Zilberstein, die japanische Pianistin Akane Sakai, sowie die beiden Jung-Pianisten (und Brüder) Anton und Daniel Gerstenberg spielten die Busoni-Bearbeitung für zwei Klaviere zu acht Händen der “1. Sinfonie in C-Moll“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das war eine Staunen machende Begegnung. Und überhaupt eine unwahrscheinliche Leistung, den “Klang eines ganzen Orchesters auf zwei Klaviere zu übertragen“.

Nach der Pause spielten Lilya Zilberstein und die Gebrüder Gerstenberg (Zilbersteins Söhne) das “Rondeau Brillant für Klavier zu sechs Händen, op. 227“ von Carl Czerny. Musikalisch gesehen, ist dies eine hübsche kleine Nichtigkeit, die es aber in sich hat, was technische Fertigkeit anbelangt. Mit seinen Fingerübungen ist ein jeder Pianist schon in Berührung gekommen. Lilya Zilberstein und die Gebrüder Gerstenberg spielten das Stück ohne Schwierigkeiten (wenngleich es auf der Klavierbank ziemlich eng wurde) und sichtlich vergnügt.

Klavierfestival Ruhr 2014 / Lilya Zilberstein (Links) und Martha Argerich © KFR/Peter Wieler

Klavierfestival Ruhr 2014 / Lilya Zilberstein (Links) und Martha Argerich © KFR/Peter Wieler

Klavierfestival Ruhr 2014 / Klavier-Festival Ruhr 2012: v.l. Daniel und Anton Gerzenberg, Martha Argerich, Lilya Zilberstein © KFR/Mark Wohlrab

Klavierfestival Ruhr 2014 / Klavier-Festival Ruhr 2012: v.l. Daniel und Anton Gerzenberg, Martha Argerich, Lilya Zilberstein © KFR/Mark Wohlrab

1845 schrieb Robert Schumann die “Sechs kanonischen Studien für Pedalflügel, op.56“. Dieses Instrument, ist ein Flügel mit Fußtastatur, und “dient den Studien angehender Organisten, befriedigt aber keine höheren Ansprüche“ (Herzfeld). Die Damen Argerich und Zilberstein spielten es in einer Transkription für zwei Klaviere von Claude Debussy. Und man kann sagen, dass sie es höchst befriedigend spielten.

Der offizielle Abend endete mit der “Suite Nr.1 für zwei Klaviere“, ein Jugendwerk Sergei Rachmaninows, sein Opus 5. Dieses hochvirtuose Stück, das auch über eine ausgeprägte Polyphonie verfügt, war bei den Damen Argerich und Zilberstein in den besten Händen.

Das Publikum feierte alle fünf Künstler frenetisch, aber insbesondere Martha Argerich und Lilya Zilberstein. Es gab einige wunderbare Zugaben, von denen Darius Milhauds Welterfolg “Scaramouche“, von den Damen Argerich und Zilberstein hinreißend gespielt, besonders in Erinnerung bleibt.

IOCO / UGK / 11.07.2014

—| IOCO Kritik Klavierfestival Ruhr |—

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, 3. Philharmonisches Konzert, 12./13.11.2013

Oktober 4, 2013 by  
Filed under Konzerthaus Dortmund, Pressemeldung

 

Konzerthaus Dortmund

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

3. Philharmonisches Konzert

 
Di 12.11.2013 20.00
Mi 13.11.2013 20.00
 
Dortmunder Philharmoniker 
George Pehlivanian (Dirigent)
Lilya Zilberstein (Klavier)
 
orient_düfte
Carl Nielsen: Nielsen »Aladdin« Suite op. 34
Camille Saint-Saëns: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 F-Dur op. 103 »L’Égyptien« 
Aram Chatschaturjan: »Gayaneh«-Suiten (Auszüge)
 
Wir stimmen ein – Die Künstler geben Einblick ins Programm um 19.30 Uhr im Saal
 
Veranstalter: Theater Dortmund
 
—| Pressemeldung Konzerthaus Dortmund |—

Saarbrücken, Saarländisches Staatstheater, 8. Sinfoniekonzert mit Julia Jones, 16./17.06.2013

oper saar.jpg

Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Letztes Sinfoniekonzert der Saison am 16. und 17. Juni

 
Am 16. und 17. Juni bringen Julia Jones und das Saarländische Staatsorchester nordische Klangwelten in die Congresshalle. Beim 8. Sinfoniekonzert umrahmen Per Norgards „Luna“ und Carl Nielsens 4. Sinfonie op. 29 mit dem Titel „Das Unauslöschliche“ Edvard Griegs berühmtes Klavierkonzert in a-Moll, für das die renommierte Pianistin Lilya Zilberstein als Solistin gewonnen werden konnte. 
 
Vor beiden Konzerten gibt es 45 Minuten vor Beginn – Sonntag den 16. Juni um 11, und Montag den 17. Juni um 20 Uhr – eine Einführung durch die Dramaturgin Caroline Scheidegger. 
 
—| Pressemeldung Saarländisches Staatstheater |—

Essen , Klavier-Festival Ruhr 2012, Klavier-Festival Ruhr 2012 startet mit dreistündiger Live-Sendung auf WDR 3, 07.05.2012

Mai 7, 2012 by  
Filed under Klavierfestival, Pressemeldung

klavierfestival.jpg

Klavier-Festival Ruhr 2012

Klavier-Festival Ruhr 2012 startet mit dreistündiger Live-Sendung auf WDR 3

Jean-Yves Thibaudet und die Bochumer Symphoniker unter Steven Sloane brillieren mit Musik von Maurice Ravel, Leonard Bernstein und George Gershwin

Mit einer dreistündigen Live-Übertragung des Westdeutschen Rundfunks begann am Samstag das Klavier-Festival Ruhr 2012. Das „Klassik Forum“ auf WDR3, das von 9 bis 12 Uhr aus dem RWE Pavillon der Philharmonie Essen gesendet wurde, stimmte mit Interviews, Musik und Gesprächen auf das Programm des diesjährigen Festivals ein. Die Länderschwerpunkte „Frankreich und Amerika“ ließen der Pianist Jean-Yves Thibaudet und die Bochumer Symphoniker unter Dirigent Steven Sloane im Eröffnungskonzert um 20 Uhr anklingen. Mit Spielfreude und Raffinesse interpretierten sie in der Philharmonie Essen Musik von Maurice Ravel, Leonard Bernstein und George Gershwin.

Unter der Schirmherrschaft von Dr. Heinrich Weiss (Vorsitzender der Geschäftsführung der SMS GmbH) präsentiert das Klavier-Festival Ruhr bis zum 14. Juli nahezu die gesamte französische Pianistenelite. So sind nach dem Auftakt mit Jean-Yves Thibaudet auch Pierre-Laurent Aimard, Bertrand Chamayou, Lise de la Salle, David Fray, Hélène Grimaud, David Kadouch, Katia und Marielle Labèque, Adam Laloum, Jean-Frédéric Neuburger und Alexandre Tharaud zu erleben. Wiederbegegnungen gibt es mit Koryphäen wie Martha Argerich und Lilya Zilberstein, Daniel Barenboim, Rafa? Blechacz, Yefim Bronfman, Ivo Pogorelich. Grigory Sokolov, Arcadi Volodos und Krystian Zimerman. Die Geigerin Anne-Sophie Mutter kehrt mit André Previn und der Uraufführung von dessen Violin Sonata No. 2 zurück, die sie gemeinsam mit dem Klavier-Festival Ruhr in Auftrag gab. In einem viertätigen Meisterkurs in Essen wird Alfred Brendel erstmals den Preisträgern des Busoni-Wettbewerbs künstlerische Impulse geben.

Den 100. Geburtstag des Komponisten John Cage feiert das Klavier-Festival Ruhr mit zwei exklusiven Konzerten der renommierten Cage-Interpretin Margaret Leng Tan. Die Musik des experimentierfreudigen Amerikaners erkunden Kinder und Jugendliche auch in kreativen Education-Projekten, die teilweise in sozialen Brennpunkten stattfinden und Schüler verschiedener Schulformen zusammenführen. Ein jüngst erhaltener Preis als „Ausgezeichneter Ort“ der bundesweiten Initiative „365 Orte im Land der Ideen“ ermutigte das Education-Team des Festivals erneut zu einem Inklusionsprojekt, bei dem behinderte und nicht-behinderte Schüler gemeinsam tanzen und musizieren. In der erfolgreichen Reihe zur Vermittlung zeitgenössischer Klaviermusik arbeitet Tamara Stefanovich mit Schülern und Studierenden. Die Ergebnisse werden bei den „Discovery-Projekten“ innerhalb des Festivals vorgestellt.

Hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Rundfunk und Presse waren beim Auftaktkonzert zugegen, unter ihnen Bundestagspräsident Norbert Lammert, Staatssekretär Prof. Klaus Schäfer sowie zahlreiche Persönliche Mitglieder des Initiativkreises Ruhr und erstmals viele der rund 250 Mitglieder des Gründerkreises der neuen Stiftung Klavier-Festival Ruhr.

In seinem Grußwort gratulierte Schirmherr Dr. Heinrich Weiss dem Intendanten Franz Xaver Ohnesorg dazu, das Klavier-Festival Ruhr zu einem der weltweit bedeutendsten seiner Art gemacht zu haben. Staatssekretär Prof. Klaus Schäfer, der die Grüße der NRW-Landesregierung übermittelte, bezeichnete das Klavier-Festival Ruhr als einen Beweis dafür, dass sich der im Kulturhauptstadtjahr begonnene Aufbruch fortsetze. Die Kultur sei ein bedeutender Standortfaktor, der erhalten und gesichert werden müsse. Sein Dank ging an die Sponsoren des Festivals, an die über 250 Mitglieder des Gründerkreises, an den Verein der Freunde und Förderer des Klavier-Festival Ruhr, die NATIONAL-BANK Essen als Gründungsstifterin sowie an den Initiativkreis Ruhr, dessen Grundfinanzierung für das Festival dazu beitrage, dem neuen kulturellen Image des Ruhrgebiets auch nach dem Kulturhauptstadtjahr Nachhaltigkeit zu verleihen.

Das Klavier-Festival Ruhr 2012 umfasst 66 Konzerte in 19 Städten an Rhein und Ruhr. Davon sind 20 Veranstaltungen bereits jetzt ausverkauft. WDR, Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur werden zahlreiche Konzerte im Hörfunk übertragen. Der diesjährige Preis des Klavier-Festivals Ruhr geht an den rumänischen Pianisten Radu Lupu, der am Mo. 21. Juni in der Stadthalle Mülheim konzertiert.

—| Pressemeldung Klavierfestival Ruhr |—