Boris Papandopulo – Rijeka – zwischen Tradition und Moderne, IOCO Portrait, 18.07.2020

Boris Papandopulo CD @ cpo - das exklusive Klassiklabel

Boris Papandopulo CD @ cpo – das exklusive Klassiklabel

Boris Papandopulo – Komponist zwischen Tradition und Moderne

Rijeka – Kulturhaupstadt  2020, ein Theaterjuwel, ein großer Komponist

von  Ljerka Oreskovic Herrmann

Vieles in diesem eigenartigen Jahr 2020 kann man getrost auf die Corona-Pandemie zurückzuführen: So auch, daß die beiden Kulturhauptstädte Europas, Galway in Irland und Rijeka in Kroatien, ihre Festivals absagen mussten. Beide Städte liegen am Wasser: Galway im Westen Irlands an der Galway Bay, Rijeka im nördlichen Teil der kroatischen Adria. Beide Städte haben eine wechselvolle Geschichte und hatten ein ambitioniertes Programm am Jahresanfang 2020 vorgestellt – doch dann kam eine andere „Welle“, die nicht nur dort zum Stillstand führte. Übrigens steht die neue Kulturhauptstadt für das Jahr 2021 bereits fest: Parma; angesichts des gebeutelten Nordens Italiens keine schlechte Wahl. Nach Galway muss man fliegen, nach Rijeka ist eine Autofahrt möglich. Und nach Rijeka – im Italienischen heißt die Stadt Fiume, was ebenso wie im Kroatischen einfach „Fluss“ bedeutet – haben sich Oliver Triendl und Dan Zhu 2016 aufgemacht. Dort im Theater HNK Ivan pl. Zajc (dem Kroatischen Nationaltheater) nahm cpo das Klavierkonzert Nr. 3 und das Violinkonzert op. 125 von Boris Papandopulo auf.

cpo  CD 5892046  –  Papandopulo – Klavierkonzert Nr 3 – Violin Konzert

Boris Papandopulo © Boris Papandopulo

Boris Papandopulo © Boris Papandopulo

Das Musik-Label cpo hat sich einen Namen mit „Neu- oder Wieder-Entdeckungen“ gemacht – dazu gehört auch die Veröffentlichungen von CDs mit Werken des kroatischen Komponisten Boris Papandopulo. „Wer bitte soll das sein, Papandopulo?„, mag sich der eine oder andere Leser fragen. Die Antwort: Papandopulo war der bedeutendste Komponist des 20. Jahrhunderts in Kroatien – und vor der Staatsgründung 1991/92 war er das auch im damaligen Jugoslawien. Dies markiert gleichsam auch seine Epoche. Das Leben von Boris Papandopulo (*1906 Bad Honnef – 1991 Zagreb) umfasst nicht nur historisch nicht mehr bestehende Staaten und Kaiserreiche, es bildet zugleich eine ungewöhnliche europäische Biographie ab.

Boris Papandopulo – ein stilistisches Chamäleon

An einem Ort, Zagreb, in dem der Komponist als Intendant und Dirigent noch 1959 engagiert war, in diese Zeit fiel wohl auch die Komposition des Klavierkonzerts. Seine Uraufführung erlebte es allerdings erst 1961 bei der ersten Zagreber Biennale (Music Biennale Zagreb), einem bis heute wichtigen Festival für zeitgenössische Musik. Papandopulos Wirkungsstätte in der Hafenstadt statten Giacomo Puccini und Pietro Mascagni, der seine Oper Il piccolo Marat sogar selbst dirigierte, einen Besuch ab. 1898 hatte der damals noch nicht in aller Welt gefeierte Tenor Enrico Caruso einen Gastauftritt, 1941 auch der nicht minder berühmte Beniamino Gigli. Das Theater kann mit architektonischen und künstlerischen Kostbarkeiten aufwarten: Konzipiert wurde es als Nachfolgebau von den Wiener Theater-Architekten Hermann Helmer und Ferdinand Fellner, das Decken- sowie die Wandgemälde (Foto unten) stammen von Ernst und Gustav Klimt und ihrem Künstlerfreund Franz Matsch – übrigens eine der ersten Arbeiten, die Gustav Klimt nach seinem Studium an der Kunstakademie schuf.

Kroatisches Nationaltheater Rijeka @ Matsch _ Klimt Medaillons in der Deckenkuppel @ HNK IVAN pl ZAJC

Kroatisches Nationaltheater Rijeka @ Matsch _ Klimt Medaillons in der Deckenkuppel @ HNK IVAN pl ZAJC

Auf der Suche nach der Partitur

Stellen diese Gemälde einen künstlerischen Aufbruch in die Moderne dar, so lässt sich Boris  Papandopulos Musik als ein Brückenschlag zwischen der herbeigesehnten neuen Epoche Ende des 19. Jahrhunderts und den musikalischen Strömungen nach dem 2. Weltkrieg verorten. Die Freude am Spiel mit den Stilen und Möglichkeiten zeichnen seine Musik aus. Und noch etwas ist für ihn „typisch“: Sein Humor war sprichwörtlich, im Leben wie in der Musik, und er war ein großzügiger Mensch; seine autographischen Arbeiten verteilte er oftmals, ohne sie jemals zurückzufordern, so dass sich nicht eindeutig bestimmen lässt, welchen Umfang sein Werk tatsächlich umfasst. Für das Klavierkonzert Nr. 3 erforderte das eine Rekonstruktion, denn bis heute bleibt die autographe Partitur unauffindbar; der Solist der Uraufführung, Stjepan Radic, besaß aber die Klavierstimme und zusammen mit dem Orchestermaterial gelang vor mehr als einem Jahrzehnt die Wiedereinrichtung der Partitur. Dank dieser Arbeit ist es möglich geworden, das Klavierkonzert wieder auf die Konzertbühnen zu bringen, und auch der Pianist dieser Aufnahme, Oliver Triendl sowie das ihn begleitende Orchester des Staatstheaters Rijeka konnten darauf zurückgreifen.

Vom dekadenten Produkt zur wirklichen Musik

In seinem Roman Der Lärm der Zeit beschreibt Julian Barnes wie Dmitri Schostakowitsch seine Musik immer wieder Vorwürfen von Stalin und der Partei ausgesetzt sah: „Er sei vom wahren Weg eines sowjetischen Komponisten abgewichen, von den großen Themen und zeitgemäßen Bildern. Er habe den Kontakt zu den Massen verloren und nur einer dünnen Schicht von überfeinerten Musikern gefallen wollen.“ Spiegelbildlich verhielt es sich mit Papandopulo und seinem dritten Klavierkonzert, das als nicht „zeitgemäß“ bewertet wurde: Jazz galt im damaligen Kroatien und ganz Jugoslawien eher als eine für die Massen bestimmte „Unterhaltungsmusik“, die nichts in der „ernsten“ Musik verloren hatte. Zudem symbolisierte sie ein „westliches dekadentes Produkt“, das erst nach Titos Bruch mit Stalin 1948 nur langsam Eingang in die Konzertsäle fand. Papandopulo hat sich selbst nicht für Weltanschauungen oder akademische Gepflogenheiten besonders interessiert, nahm dagegen jede musikalische Richtung und Entwicklung mit „offenen Ohren“ auf und hielt beharrlich an seinen kompositorischen Vorstellungen fest. „Was konnte man dem Lärm der Zeit entgegensetzen? Nur die Musik, die wir in uns tragen – die Musik unseres Seins –, die von einigen in wirkliche Musik verwandelt wird.“ So jedenfalls lässt Barnes seinen Protagonisten Schostakowitsch es sagen – Papandopulo hätte ihm ohne Zweifel beigepflichtet, hat sich aber im Gegensatz zu diesem seinen Optimismus immer bewahrt.

Zwischen allen Stühlen

Kroatisches Nationakltheater Rijeka @ Matsch - Klimt Medaillons in der Deckenkuppel @ HNK IVAN pl ZAJC

Kroatisches Nationakltheater Rijeka @ Matsch – Klimt Medaillons in der Deckenkuppel @ HNK IVAN pl ZAJC

Der vielgeschmähte Jazz, den Papandopulo ungeachtet aller Kritik einsetzte, erinnert (vielleicht nicht ohne Hintersinn) stellenweise an amerikanische Zeichentrickfilme, die genauso in die Kategorie verpönter westlich, dekadent-überkommener Lebensart fielen. Übrigens: Kein geringerer als Leopold Stokowski hat mit dem Philadelphia Orchestra für Walt Disneys 1940 entstandenen Zeichentrickfilm Fantasia die Musik eingespielt – von Bach und Beethoven bis hin zu Mussorgski und Strawinsky wird die klassische Musik geradezu zelebriert. Vielleicht schwebte Papandopulo ein ähnliches Feuerwerk an Stil- und Musikrichtungen für sein Klavierkonzert vor. Neben der jazzigen Grundstimmung lassen sich Anspielungen auf Folklore – Franz Liszts’ Fantasie über ungarische Volkslieder könnte Pate gestanden haben –, den Impressionismus und sogar eine Zwölftonreihe ausmachen. Kernmerkmal bleibt aber trotz lyrischer Momente im Mittelteil der Jazz, den Papandopulo damals intensiv und ausgiebig im Radio hörte, was das Konzert mit seinem großartigen und meisterhaften Klavierpart in die Nähe von George Gershwins und Leonard Bernsteins Werke rückt.

Oliver Triendl, Dirigent Rijeka Opera Symphony Orchestra © Christine Tröger

Oliver Triendl, Dirigent Rijeka Opera Symphony Orchestra © Christine Tröger

Oliver Triendl beschreibt Papandopulo als „stilistisches Chamäleon“ und führt weiter aus: „Seine Musik befindet sich ein wenig zwischen allen Stühlen, scheint von vielen Komponisten beeinflusst, findet aber trotzdem eine ganz eigene Sprache, die auch Elemente des Jazz oder Pop nicht meidet. Die Stücke sind sehr effektvoll geschrieben – durchaus anspruchsvoll, aber nicht ‚gegen‘ das Instrument.“ Und Triendl macht es sichtlich Vergnügen diese Musik zum Klingen zu bringen, ihre Entstehungszeit mitschwingen und sie jung und frisch wirken zu lassen. Seine gelungene Darbietung, die große Vertrautheit mit Papandopulos Klavierwerk (das zweite Klavierkonzert hat er ebenfalls eingespielt), zeichnen seine erstrangigen Interpretationen aus: schnörkellos, „mit“ dem Instrument, brillant-klar, einnehmend und „effektvoll“ jedoch ohne Effekthascherei.

Mit Schwung

Auch das Konzert für Violine und Orchester op. 125 weist eine Verbindung zur Küstenstadt Rijeka auf. Papandopulo dirigierte das Opernorchester, als 1969 erst zum zweiten Mal und ein Vierteljahrhundert nach der Uraufführung in Zagreb – die Partitur war in Berlin verlegt worden und verblieb dort – das Violinkonzert gegeben wurde. Papandopulo orientierte sich an Vorbildern aus der spätromantischen Zeit, worauf die Sonatenform des ersten Satzes verweist. Doch nicht nur die Romantik wird beschworen, auch Bach, dem er später eine kompositorische Hommage widmen wird, steht am Anfang des Satzes mit einem choralartigen Prolog die Johannes-Passion evozierend; es folgen, wiederum charakteristisch für den Komponisten, Volksmusik und ein rhythmisch (fast wie ein Militärmarsch) geprägter Teil. Der zweite Satz ist elegischer, das Zusammenspiel von Orchester und Geige überaus erhaben und spannungsreich gestaltet, wobei dem Solisten die Gelegenheit geboten wird, die „subtile melodische Substanz optimal auszugestalten“; Dan Zhu zeigt dabei sein ganzes technisches Können, seine Feinfühligkeit und Virtuosität. Zu Recht zählt er heute zu den international wichtigsten Musikern aus China. Rondoartig mit Schwung und Energie lässt Papandopulo den dritten Satz ausklingen – erneut dringt sein ansteckender Optimismus musikalisch durch. Unter der Leitung des finnischen Dirigenten Ville Matvejeff  spielte das Opernorchester die beiden Konzerte für diese Aufnahme ein. Mittlerweile gehört der international erfolgreiche Dirigent, Pianist und Komponist zum Main Guest Conductor des HNK Ivan pl. Zajc Rijeka und wird dort mit der Auftaktveranstaltung – Ville Matvejeff and Friends – ein eigenes Kammermusik-Festival ins Leben rufen. Zu hoffen bleibt, dass es im September 2020  tatsächlich stattfinden kann.

Reisen bedeutet nicht unbedingt nur, sich von A nach B zu fortzubewegen, es kann gleichwohl ein zeitliches Aufmachen bedeuten, und wer diese Form der – zugeben – eher geistigen Positionsänderung schätzt, dem sei die CD empfohlen – sie ist eine Reise in die unerschöpfliche Welt der Musik, die immer wieder von Neuem gestartet werden kann.

Kroatisches Nationaltheater Ivan pl Zajc in Rijeka @ Theatre of Ivan pl. Zajc, Rijeka / Djoko

Das malerische Kroatische Nationaltheater Ivan pl Zajc in Rijeka @ Theatre of Ivan pl. Zajc, Rijeka / Djoko

Ivan pl. Zajc –   Kroatisches Nationaltheater in Rijeka / Fiume

ein Theaterjuwel – mitgestaltet von Gustav und Ernst Klimt, Franz Matsch

Rijeka, Fiume – zwei Namen und doch dieselbe Stadt, die an der Flussmündung Rijecina liegt und den Stadtnamen begründet. Eine Hafenstadt, von vielen Herrschern begehrt – die Geschichte bezeugt es nachdrücklich. Aber es gibt auch die schönen Seiten der Historie, so z.B. das Theater Ivan pl. Zajc. Der etwas ungewöhnlich anmutende Name geht auf den Komponisten Ivan pl. Zajc (pl. steht für „adelig“) – auch Giovanni von Zaytz genannt – zurück. Er wurde 1832 in der Stadt geboren und gilt als prägende Gestalt des dortigen Musiktheaters. Zajc fühlte sich zeitlebens seiner Heimatstadt verbunden und dirigierte – im wahrhaftigsten Wortsinn schließlich erwarb er sich als Dirigent große Meriten – das Musikleben nicht nur in Rijeka, sondern über vierzig Jahre in ganz Kroatien. Er war zudem ein „echtes“ k.u.k.-Gemisch: Sein Vater, Jan Nepomuk kam aus Bratislava, war jedoch Tscheche, seine Mutter, Anna Bodensteiner, Deutsche. Zajc studierte in Italien und begeisterte sich nach seiner Rückkehr (1855) für die illyrische Bewegung, die im 19. Jahrhundert mehr Mitbestimmung oder vielmehr die Befreiung der südslawischen Bevölkerung forderte. Nichtsdestotrotz feierte er gerade in Wien, wo er von 1862 bis 1870 lebte, mit seinem unverwechselbaren musikalischen Stil – insbesondere mit den beiden Operetten Der Junge auf dem Boot  (1863) und Die Hexe von Boisy (1886) – außerordentliche Erfolge; eine internationale Karriere schien vorprogrammiert. Doch er verzichtete darauf und ließ sich in Zagreb dauerhaft nieder. Das Ende des 1. Weltkriegs und damit den Zerfall des Vielvölkerstaats Österreich-Ungarn erlebte er allerdings nicht mehr. Zajc starb im Dezember 1914, Kaiser Franz Joseph I. im November 1916 und zwei Jahre später war die vielgeschmähte Doppelmonarchie tatsächlich Geschichte. (Als es sie nicht mehr gab, stellte sich für nicht wenige Wehmut ein, ein Phantomschmerz über das zerbrochene k.u.k. Kulturkonglomerat wurde künstlerisch überhöht und verarbeitet, doch letztendlich bildet es bis heute eine gemeinsame kulturelle Klammer für die Nachfolgestaaten.)

In Sankt Veit am Flaum – so hieß die Stadt auf Deutsch – wurde 1765 das erste Theater errichtet, dieses aber bald von einem erweiterten Bau 1805 abgelöst, das der Kaufmann und prominenter Bürger der Stadt Andrija Ljudevit Adamic finanzierte und seinen Namen lieh: das Theater Adamic. Nachdem es in den1880er Jahren europaweit mehrere Theaterbrände gegeben hatte, beschlossen die Stadtoberen unter der Federführung von Bürgermeister Giovanni Clotto, Adamics Enkel, einen Neubau, der den modernen Anforderungen und Ansprüchen des innovativen 19. Jahrhunderts entsprechen sollte. Dafür verpflichteten sie das renommierte Wiener Architektenduo Hermann Helmer und Ferdinand Fellner, die als Theaterarchitekten weit über die k.u.k.-Grenzen enormes Ansehen genossen. In Wiesbaden kann eines ihrer Theater-Bauwerke besichtigt werden: das heute als Staatstheater der hessischen Landeshauptstadt firmierende Dreispartenhaus. Doch zurück nach Rijeka, wo das neue Theatergebäude (außen Neorenaissance, innen Neobarock) 1885 als „Teatro comunale“ eingeweiht wurde. Zur Eröffnung wurden Giuseppe Verdis Oper Aida und Amilcare Ponchiellis La Gioconda gegeben – zwei Werke, die bis dahin noch nicht in Rijeka zu erleben waren. 1913 wurde das Haus in Teatro comunale Giuseppe Verdi umbenannt. 1953 folgte die letzte Namensänderung – das nach Zajc benannte Staatstheater. Er fungierte nicht einfach nur als Verdi-Ersatz, die Namensänderung durfte, neben der zentralen politischen Dimension der Entscheidung aufgrund der verheerenden Kriegszeit, gleichwohl als Reverenz an den großen Sohn der Stadt verstanden werden. Und zudem hatte sich kein geringerer als Zajc um das Opernwerk seine Komponistenkollegen besondere Verdienste erworben.1857 dirigierte er dort Verdis Nabucco, weitere Verdi-Opern sollten folgen. Mit seinen 700 Plätzen zählt „sein“ Theater bis heute zu einem der schönsten Häuser in Europa.

Kroatisches Nationakltheater Rijeka @ Matsch - Klimt Medaillons in der Deckenkuppel @ HNK IVAN pl ZAJC

Kroatisches Nationakltheater Rijeka @ Matsch – Klimt Medaillons in der Deckenkuppel @ HNK IVAN pl ZAJC

Das neue, aufsehenerregende Gebäude glänzte mit künstlerischen Kostbarkeiten: Die figürlichen und ornamentalen Arbeiten erschuf der venezianische Bildhauer Augusto Benvenuti, die Decken- und Seitengemälde (auf dem Proszenium) stammen von Franz Matsch in Zusammenarbeit mit Gustav und Ernst Klimt. Unter dem Namen Künstler-Compagnie bildeten die drei etwa ab 1879 eine Arbeitsgemeinschaft, die gemeinsam Decken- und Wandbilder ausführte – neben denen bereits erwähnten in Rijeka auch in den Theatern von Karlovy Vary (Karlsbad) und Liberec (Reichenberg). Der Tod von Ernst Klimt 1892 setzte der Künstlergemeinschaft ein Ende, acht Jahre später kam es zum endgültigen Bruch zwischen Gustav Klimt und Franz Matsch. Ihre gemeinsamen Werke sind aber bis heute in Rijeka zu bewundern. Die Decke über dem Zuschauerraum zeigt sechs Medaillons-Gemälde, deren Bezeichnungen die Geschichte der Musik und des Theaters versinnbildlichen: Von der „Konzert- und Kriegsmusik“, der „religiösen Musik“ bis hin zur „Operette“, dem „Tanz“, und natürlich der „Liebe“ sind alle Themen abgedeckt, die in einem Theater präsentiert werden; nicht nur Poetisches und Schönes, Wahres und Gutes, sondern auch Feindschaft und Gewalt, Intrige und Verrat – kurzum Komödie und Dramatik. Und Drama wird neben Oper, Ballett und Schauspiel in einer weiteren Sparte geboten: dem Sprechtheater auf Italienisch. Die italienische Bevölkerungsgruppe umfasst etwa zwei Prozent der 130.000 Menschen zählenden Stadt Rijeka, doch sehr viel mehr beherrschen die italienische Sprache – Italien liegt ja schließlich auf der anderen Adriaseite und Venedig ist nur 167 km Luftlinie entfernt. Das Theater in Rijeka erweist sich als ein Ort, in dem sich Geschichte und Kultur bündelt, als Bewahrer des Alten und Schöpfer von neuen Geschichten ist es bis heute ein kreativer Mittelpunkt der Stadt geblieben.

—| IOCO CD-Rezension |—

Karlsruhe, Badisches Staatstheater, GMD Justin Brown verabschiedet sich – Musikalisch, IOCO Aktuell, 04.07.2020

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

 

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

Generalmusikdirektor Justin Brown lädt ein

Musikalische Höhepunkte zum Abschied und zur Wiederkehr

„Annäherung an Karlsruhe, Annäherung an das Amt des Generalmusikdirektors eines traditionsreichen Orchesters und Theaters – wer alles vor mir hat diesen spannenden Weg des Kennenlernens in der langen Geschichte von BADISCHER STAATSKAPELLE und BADISCHEM STAATSTHEATER schon erleben dürfen!“, begeisterte sich im Mai 2020 der designierte Generalmusikdirektor Georg Fritzsch, Nachfolger des langjährigen GMD Justin Brown  bei der Vorstellung der Konzertsaison 2020/21 in Karlsruhe.

 Badische Staatskapelle / GMD Jusitn Brown verabschiedet sich musikalisch © Badische Staatskapelle / Arno Kohlem

Badische Staatskapelle / GMD Jusitn Brown verabschiedet sich musikalisch © Badische Staatskapelle / Arno Kohlem

GMD Justin Bown verabschiedet sich – 12 Jahre Karlsruhe enden …

Klavier mit Flöte, Horn, Klarinette oder Bassklarinette und natürlich solistisch: Zum Abschied von Karlsruhe setzte sich GMD Justin Brown an den Flügel, um gemeinsam mit einigen seiner Kammermusikpartner*innen zu musizieren. Es erklangen Werke von Paul Dukas (Villanelle), Paul Hindemith (Sonate für Flöte und Klavier), Francis Poulenc (Sonate pour Clarinette), Igor Strawinsky (Sonate pour Piano), Jules Semler-Collery (Legende et Divertissement) und Florent Schmitt (Sonatine en Trio op. 85). Tamar Romach spielte Flöte, Frank Nebl Klarinette, Leonie Gerlach Bassklarinette und Dominik Zinsstag Horn.

„Kammermusik mit den hervorragenden Musiker*innen der STAATSKAPELLE zu spielen hat mir seit zwölf Jahren immer erneut große Freude bereitet. Dieses letzte Kammerkonzert hat daher einen gewissen bittersüßen Geschmack hinterlassen. Dafür freue ich mich umso mehr auf das kommende Wochenende mit Mahler, sowie auf meine eigentlichen Abschiedskonzerte im März 2021 mit Werken von Mozart und Beethoven“, so Brown.

Generalintendant Peter Spuhler betonte: „Mit großer Dankbarkeit blicke ich auf die zahlreichen musikalischen Sternstunden zurück, die Generalmusikdirektor Justin Brown dem STAATSTHEATER und seinem Publikum bescherte. Seine Wiederkehr ins GROSSE HAUS in der nächsten Spielzeit, in der wir ihn gebührend verabschieden werden, ist uns allen sehr wichtig.“

Generalmusikdirektor Justin Brown steht aktuell zu mehreren Anlässen im Mittelpunkt des Karlsruher Sonderfahrplans: Am 5. Juli erklingt Mahlers Sinfonie Nr. 4 G-Dur im GROSSEN HAUS. Für Sopran und Ensemble arrangiert bringen Musiker*innen der BADISCHEN STAATSKAPELLE zusammen mit Sopranistin Uliana Alexyuk unter der Leitung des GMD diese Sinfonie, die im 6. Sinfoniekonzert in der Originalfassung hätte erklingen sollen, auf die Bühne. Am 28. Juni feiert die Erfolgsproduktion Wahnfried am Uraufführungsort online eine Streaming-Premiere und wird als Public Viewing mit einer Live-Einführung von Generalintendant Peter Spuhler und GMD Justin Brown im GROSSEN HAUS übertragen.  Virtuell musizieren in einem großangelegten Filmprojekt die STAATSKAPELLE, STAATSOPERNCHOR und Mitglieder der OPER unter der Leitung von Justin Brown Beethovens Chorfantasie, die am 11. Juli online auf den Kanälen des STAATSTHEATERS Premiere feiert. In der Spielzeit 20/21 wird Justin Brown am 7. und 8. März mit Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert Nr. 24 c-Moll und Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55, Eroica, sein Abschiedskonzert am STAATSTHEATER geben. Außerdem wird Brown die Musikalische Leitung der Neuproduktion Wozzeck übernehmen (Premiere 26.6.21).

Der Brite Justin Brown studierte an der Cambridge University sowie in Tanglewood bei Seiji Ozawa und Leonard Bernstein und debütierte mit der britischen Erstaufführung von Bernsteins Mass. Er leitete Uraufführungen und dirigierte wichtige Werke bedeutender Zeitgenossen wie Luciano Berio, Elliott Carter oder George Crumb. Gastengagements führten ihn an so renommierte Opernhäuser wie Lissabon, Genf und Frankfurt am Main sowie zur Uraufführung von Elena Langers Figaro Gets A Divorce an die Welsh National Opera.

Die Badische Staatskapelle packt aus: Sandor Szabo stellt die Posaune vor
youtube Video Badische Staatskapelle – Badisches Staatstheater
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2008 wurde er Generalmusikdirektor des STAATSTHEATERS KARLSRUHE, wo er vor allem für seine Dirigate von Wagners Ring sowie der Werke Berlioz’ und Verdis gefeiert wird. Insgesamt setzte er mit einem breiten Opernrepertoire, unter anderem mit einem     vollständigen Wagner-Zyklus und dem Auftragswerk Wahnfried von Avner Dorman Akzente. Unter seiner Leitung entstehen facettenreiche Konzertspielpläne, für die er und sein Team 2012 /13 die Auszeichnung „Bestes Konzertprogramm“ erhielten.

In der Spielzeit 2019/20 dirigierte Brown zwei Sinfoniekonzerte sowie die Wiederaufnahmen Das schlaue Füchslein von Leoš Janácek und Richard Wagners Tristan und Isolde. Mit dem Ende der Saison verabschiedet sich Brown nach zwölf Jahren als Generalmusikdirektor von seiner STAATSKAPELLE, dem STAATSTHEATER und dem Karlsruher Publikum um dann in der kommenden Spielzeit für sein großes Abschiedskonzert im März wiederzukehren und für Musiktheaterproduktion Wozzeck von Alban Berg am Pult zu stehen. In der langen Geschichte der STAATSKAPELLE ist Brown der Generalmusikdirektor, der sie mit seinen zwölf Jahren Amtszeit am längsten leitete.

Als eines der ältesten Orchester der Welt kann die BADISCHE STAATSKAPELLE auf eine überaus reiche und gleichzeitig gegenwärtige Tradition zurückblicken. 1662 als Hofkapelle des damals noch in Durlach residierenden badischen Fürstenhofes gegründet, entwickelte sich aus dieser Keimzelle ein Klangkörper mit großer nationaler und internationaler Ausstrahlung.

—| IOCO Aktuell Badisches Staatstheater Karlsruhe |—

Osnabrück, Theater Osnabrück, Spielplan 2020/21 – Mephisto, Das Narrenschiff und viel mehr, IOCO Aktuell, 01.07.2020

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Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

      Theater Osnabrück –  Spielpan 2020/21 

– Ein Theater auf der Suche nach Gemeinschaft –

von Hanns Butterhof

Dr Ralph Waldschmidt © Hanns Butterhof

Dr Ralph Waldschmidt © Hanns Butterhof

In diesen Corona-Zeiten ist vieles anders als üblich, da macht auch die Vorstellung des Spielplans für die kommende Theatersaison keine Ausnahme. In gebotenem Abstand verteilt sich das Leitungsteam auf die ganze Breite der Bühne des Theaters im Domhof, während sich im Zuschauerraum ein gutes Dutzend Journalisten als „Testpublikum“ verliert, wie der gutgelaunte, zum Ende der Spielzeit scheidende Intendant Dr. Ralf Waldschmidt scherzt.

Waldschmidts sichtlich entspannter Auftritt hat mehrere gute Gründe. Zum einen ist die Finanzierung durch das Land bis 2023 gesichert, und die Zusagen der Stadt bis 2024 werden in Kürze erwartet, wie der Kaufmännische Direktor Matthias Kühn mitteilt. Zum andern kann er sich auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit einem durchaus ansehnlichen Programm freuen. Waldschmidt stellt es unter das Motto „Gemeinschaft suchen“, wohl nicht zuletzt wegen der unter den Corona-Bedingungen sichtbar gewordenen Spaltung der Gesellschaft.

Die erste Spielzeithälfte weist noch deutlich coronabdingte Formen auf.  Die Stücke sind nicht länger als 80 bis 90 Minuten und werden in dem etwa 600 Plätze bietenden Saal vor etwa 150 zugelassenen Zuschauern ohne Pause gespielt. Optimistisch wird für die zweite Hälfte am alten, vor Corona aufgestellten Spielplan festgehalten.

Im Schauspiel steuern Direktor Dominique Schnizer und Jens Peters weiter ihren „Kunst-muss-politisch-bleiben“-Kurs. Am Großen Haus bieten sie mit Klaus Manns Mephisto, Katherine Anne Porters Das Narrenschiff und Erich Maria Remarques Die Nacht von Lissabon gleich drei Roman-Adaptionen an, dazu Lutz Hübners und Sarah Nemitz‘ Komödie„Willkommen“ sowie Rebekka Kricheldorfs Krimi Das Waldhaus, der ins Milieu von Verschwörungstheoretikern führt.

Ballettchef Mauro de Candia und Dramaturgin Patricia Söckemann © Hanns Butterhof

Ballettchef Mauro de Candia und Dramaturgin Patricia Söckemann © Hanns Butterhof

Nur Digitales gibt es vorerst im emma-theater, Goethes Götz von Berlichingen und die  Krimi-Serie Tödliche Entscheidung, bei der das Publikum am Ende jeder Folge über den Fortgang mitbestimmen kann. Erst für das kommende Jahr sind mit Die Osnabrück-Bücher von Hélène Cixous,  Kriegerinnen von  Ron Zimmering und Julian Mahid Carly-Hossains Stück Verbindungsfehler analoge Projekte vorgesehen.

Für das Musiktheater lobt GMD Andreas Hotz an den Einschränkungen, dass sie kürzere Werke ins Licht rücke, die sonst selten zu erleben und hygienekonform in kleiner Besetzung aufführbar sind. Man darf sich auf Henry Purcells Barockoper Dido und Aeneas, Franz von Suppés Operette Die schöne Galathea und Leonard Bernsteins Musical Trouble in Tahiti freuen. Für Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg ist im März 2021 dann wieder großes Orchester vorgesehen.

Giselle – Uraufgeführt im Theater Osnabrück – wieder auf dem Spielplan
youtube Trailer Theater Osnabrück
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Im Tanztheater macht Tanzchef Mauro de Candia mit seiner Uraufführung Kunstraub die für den ganzen Kunst-Betrieb extrem hinderlichen Abstands- und Hygieneregeln zum Thema. Ein Höhepunkt wird Mozarts Requiem sein, bei dem Dance-Company, Oper, Schauspiel und das Osnabrücker Symphonieorchester zusammenwirken.

GISELLE _ hier die Rezension von Hanns Butterhof / IOCO

Mitglieder der Dance-Company werden sich wieder in Open Windows 9 als Choreografen präsentieren, und Vasna Aguilar und Fernando Melo steuern als Gäste den Doppelabend „Beginning / After“ bei. Mit der 2. Tanzwoche und der abschließenden 8. Tanzgala endet auch für Mauro de Candia und seine Dramaturgin Patricia Stöckemann nach neun sehr erfolgreichen Spielzeiten ihre letzte am Theater Osnabrück.

Für die zehn Konzerte hebt Andreas Hotz Weltstars als Gäste wie auch die inhaltliche Öffnung hin zur Weltmusik hervor. Dazu verweist er auf das vielfältige weitere Angebot, von der Kammermusik-, Schloss- und der Familienkonzert-Reihe bis zu den Kleinst-Kind-Konzerten. Das Publikum kann sich auf eine in vielerlei Hinsicht spannende Spielzeit 20/21 freuen.

Das Heft zur Spielzeit 2020/21 und eine  Spielplan-Präsentation als Video gibt es unter www.theater-osnabrueck.de

—| IOCO Aktuell Theater Osnabrück |—

Kurt Weill – Hommage an den Künstler und Menschen, Teil 6, 27.06.2020

Juni 27, 2020 by  
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Kurt Weil 1932 © Wikimedia Commons, the free media repository / Das Bundesarchiv

Kurt Weil 1932 © Wikimedia Commons / Das Bundesarchiv

KURT WEILL – VON DESSAU ZUM BROADWAY
Hommage an sein Leben und Wirken

von Peter M. Peters

Kurt Julian Weill wurde 1900, vor 120 Jahren in Dessau geboren. 1950, vor 70 Jahren starb Kurt Weill in New York. Zwei Gründe für Peter M. Peters, IOCO Korrespondent in Paris, an den großen Menschen und Komponisten zu erinnern: in der bei IOCO erscheinenden 7-teiligen KURT WEILL – Serie.

Kurt Weill – Teil 1 – Berliner Jahre – erschienen 25.5.2020, link HIER
Kurt Weill – Teil 2 – Songstil und epische Oper -30.03.2020, link HIER
Kurt Weill – Teil 3 – Verteidigung der epischen Oper – Flucht aus Deutschland
Kurt Weill – Teil 4 – Interlude à Paris
 Kurt Weill – Teil 5 – New York und die Erfolge am Broadway

Kurt Weill – Teil 6 –  Der amerikanische Orpheus

Während der vergangenen Arbeitsprozesse entwickelte sich bald eine herzliche Freundschaft zwischen Kurt Weill / Lotte Lenya und dem Dramatiker Maxwell  Anderson (siehe Teil 5 – ua Knickerbocker Holiday) und dessen Frau; sie sollte sich in den folgenden Jahren noch vertiefen. Unmittelbar nach Knickerbocker Holiday begannen die beiden Autoren eine neue Arbeit, Ulysses Africanus, die jedoch nicht zu Ende geführt wurde. 1940 schufen Weill / Anderson im Auftrag von CBS die patriotische Rundfunkkantate The Ballade of Magna Carta. Eine andere Auftragsarbeit hatte den Komponisten ein Jahr zuvor beschäftigt. Für die Präsentation der US-Eisenbahngesellschaften auf der New Yorker Weltausstellung 1939 schrieb er auf einen Text von Edward Hungerford (1875-1948) das musikalische Freiluftspektakel Railroads on Parade für Soli, Chor und Orchester – unter Einbeziehung von 15 verschieden gestimmten Pfeifen unter Dampf stehender historischer Lokomotiven, was die Amerikaner natürlich entzückte und die Massen anlockte. Darauf angesprochen, ob dies ein ernsthafter Komponist machen sollte, erklärte Weill – und wir dürfen die Äußerung als programmatisch für seine Schaffensphilosophie bezeichnen:“Ich habe keineswegs das Gefühl, meine Integrität als Musiker zu gefährden, wenn ich für den Rundfunk, den Film oder irgendein anderes Medium arbeite, das jene Öffentlichkeit erreicht, die Musik hören möchte. Ich habe niemals den Unterschied zwischen ernster  und leichter Musik anerkannt. Es gibt nur gute und schlechte Musik“. (Interview 1940). Seine eigentliche Domäne aber blieb auch jetzt das musikalische Theater.

Kurt Weill – RAILROADS ON PARADE
youtube Trailer Robert Martens
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Ende 1939 lernte Weill den Dramatiker und Librettisten Moss Hart (1904-1961) kennen, einen äußerst erfahrenen Mann des Broadway, der sowohl mit seinen Stücken wie mit Musical-Textbüchern für Cole Porter (1891-1964) (Jubilee, 1935) und Richard Rodgers (1902-1979) (I’d Rather Be Right, 1937) Erfolge feierte. Hart hatte sich früher im Jahr einer psychoanalytischen Behandlung unterzogen – die Freud’sche Methode war zu dieser Zeit in New York gerade en vogue – darüber wollte er zunächst ein Stück, dann aber ein Musical Play schreiben und fragte Weill, ob dieser es komponieren wolle. Die Songtexte würde Ira Gershwin (1886-1983) übernehmen, der seit dem Tod seines Bruders George 1937 nicht mehr für den Broadway gearbeitet hatte. Auch dies eine ideale Konstellation – Weill sagte mit Freude zu. So entstand in intensiver Zusammenarbeit zwischen Februar und November 1940 Lady in the Dark, erneut ein Meilenstein in der Entwicklung des Genres von der Musical Comedy hin zum Musical Play, „…ein Fortschritt sowohl in der Ausarbeitung der Handlung als auch in der musikalischen Gestaltung“. Schon das Vorgehen im Schaffensprozess stellte ein Novum für die vorherrschende Arbeitsteiligkeit der Broadway-Produktion dar. Moss Hart: „Von Anbeginn der Arbeit war die Musik wesentlicher Bestandteil der Grundstruktur des Werkes“. Gleiches trifft für die Partitur zu: „Das Neue der Form besteht darin, dass zu einem realistischen Spiel umfangreiche, abgeschlossene musikalische Szenen treten. Der Dialog wird mehrfach für längere Zeit unterbrochen. Es kommt dann zu einer Art Oper mit Chor und Ballett.Ariose Melodien werden benutzt, außerdem natürlich Songs“. Diese Neuerungen Weills kann nur richtig beurteilen, wer sie am damaligen musikalischen Standard der Musical Comedy misst. Dann allerdings werden sie deutlich sichtbar.

Kurt Weill Denkmal in Dessau © Ralf Schueler

Kurt Weill Denkmal in Dessau © Ralf Schueler

Lady in the Dark wurde zu einem der größten Broadway-Erfolge der frühen vierziger Jahre. Die Uraufführung fand am 23. Januar 1941 im Alvin Theatre statt, mit der gefeierten Gertrude Lawrence (1898-1952) in der Titelrolle. Darauf folgten eine Serie von fast 500 Aufführungen, eine ausgedehnte Tournee und nochmals eine längere Serie in New York. Die Presse reagierte überschwänglich, von einem „Wunderwerk“, einer „Sensation“ war die Rede. New Yorks führender Theaterkritiker Brooks Atkinson (1894-1984), der bereits in seiner Premierenkritik auf den enormen Fortschritt verwiesen hatte, den das Stück darstellte, besuchte nach acht Monaten Laufzeit erneut die Produktion und schrieb danach seine „Bemerkung über das Theaterwunder Lady in the Dark – mit speziellen Bezug zu Kurt Weill und Gertrude Lawrence“. Dort heißt es u.a., und all das bedeutete eben 1941 eine gewichtige Neuerung für das Genre: „Das bindende Element ist Kurt Weills Musik, zugleich Ausdruck der modernen Machart des Stückes. Es ist kein einfacher Song-Schreiber, sondern ein Komponist von organischer Musik, die die unterschiedlichen Elemente eines Stückes verbindet und die Handlung in den Song überführt. Ohne Mr. Weills wunderbar integrierte Musik wäre es schwer, zu jener starken und bildlichen Sprache zu gelangen, die dieses Musical Play von der herkömmlichen Musical Comedy unterscheidet“ (New York Times 1941).

„We will never die“ – das ergreifende Holocaust Memorial 1943 – Hollywood Bowl – Musik Kurt Weill –
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Mit dem Erfolg von Lady in the Dark – alsbald erwarb Paramount auch die Filmrechte – war Weill nun finanziell völlig unabhängig. Im Mai 1941 kaufte er das Brook House, ein 150 Jahre altes Farmhaus mit 17 Morgen Land, direkt neben dem Anwesen des Freundes Maxwell Anderson gelegen. Im September zogen Weill und Lenya ein und sollten sich in der neuen Umgebung bald völlig zu Hause fühlen: „Wenn ich auf eine einsame Insel verschlagen würde, so hätte ich niemals Heimweh nach Berlin, Dessau oder Lüdenscheid. Heimweh hätte ich nach dem Drugstore von New City“ (Interview 1944).

Nur drei Monate später traten die USA, nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor am 6. Dezember 1941, in den Zweiten Weltkrieg ein. Weill indes stellte  fortan alle seine künstlerischen Mitteln in den Dienst des American War Effort. In den Jahren bis 1944 entstanden im Auftrag des Office of War Information Songs für Kurzwellensendungen nach Deutschland sowie patriotische Lieder, Melodramen und Rundfunkmusik (Your Navy, Text: Anderson) für Amerika. Er arbeitete aktiv an Programmen mit, die von den Arbeitern der großen Rüstungsfabriken und Werften an der Ostküste aufgeführt wurden (Lunch Time Follies – dafür zahlreiche operative Propagandasongs), im Auftrag der US-Army schrieb er die Musik zu einem Programm für die kämpfende Truppe (Three Day Pass). Schließlich war er 1944/45 auch mit zwei Arbeiten an der Anti-Nazi-Production Hollywoods beteiligt. Das 1943 gemeinsam mit Ben Hecht (1894-1964) entstandene und in mehreren Großstädten vor einem nach Zehntausenden zählenden Publikum aufgeführte Massenspiel We Will Never Die, gewidmet den (schon damals zwei Millionen) ermordeten Juden in Europa, brachte die Tragödie des Holocaust erstmals ins Bewusstsein einer breiten amerikanischen Öffentlichkeit und hatte damit neben der Memento auch die beabsichtigte mobilisierende Wirkung. Sinclair Lewis (1885-1951) sprach von „einem der ersten Beispiele großer Kunst, die der Krieg zur Rettung der Demokratie hervorbringen sollte, doch bisher kaum hervorgebracht“.

Lady in the Dark – Kurt Weill – Beschreibung und mehr
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One Touch of Venus, Kurt Weill und Marlene Dietrich

Seit 1942 beschäftigte Kurt Weill ein neues Theaterprojekt, aus der Novelle The Tinted Venus von Thomas Anstey Guthrie (1856-1934) sollte, zunächst mit Bella Spewak (1899-1990) als Buchautorin, ein Musical Play entstehen. Weill sprach von „einem erstklassigen Einfall für eine unterhaltsame und doch originelle opéra-comique à la Offenbach“. Die Titelrolle wurde Marlene Dietrich (1901-1992) angeboten, und als diese großes Interesse zeigte, fuhr Weill (der bereits 1933 in Paris den Erich Kästner (1899-1974)-Text Der Abschiedsbrief für Marlene Dietrich vertonte hatte) im September 1942 nach Hollywood, um ihr die ersten fertigen Musiknummern vorzuspielen. Das ganze endete enttäuschend, die Dietrich sagte ab: „Sie fing wieder mit der alten Leier an, wie sehr sich meine Musik hier in Amerika geändert hätte. Ich habe sie einfach unterbrochen: Lassen wir doch diese alten deutschen Lieder – wir sind jetzt in Amerika“. Auch Bella Spewack schied aus, an ihrer Stelle traten zwei erfahrene Broadway-Autoren (Buch: Sidney Joseph Perelman (1904-1979) / Songtexte: Ogden Nash (1902-1971). In enger Zusammenarbeit wurde danach zwischen Juni September 1943 das Stück mit dem Titel One Touch of Venus endgültig ausgeformt, eine moderne amerikanische Version des alten Galatea-Pygmalion – Themas.

One touch of Venus – Kurt Weill singt selbst „Speak low ..“
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Weills glänzend orchestrierte Partitur enthält erneut einige große Songs, etwa WestwindFoolish Heart und Speak Low, eine Rumba, die rasch zum Schlager werden sollte. Und, wieder Neuerung für das Genre: Es gibt eine große, reichlich zwanzigminütige abgeschlossene Ballettszene Forty Minutes For Lunch. One Touch of Venus übertraf noch den Erfolg von Lady in the Dark. Auf die Uraufführung am 7. Oktober 1943 im Imperial Theatre (Regie: Elia Kazan (1909-2003), Titelrolle: Mary Martin (1913-1990)) folgte eine Serie von 567 Vorstellungen. Elliot Carter (1908-2012) bescheinigte Weill: „Meisterschaft in allen Broadway-Kunstfertigkeiten und die Fähigkeit, offenbar mit sicherer Hand einen Erfolg nach dem anderen zu produzieren“. Eine Filmarbeit, die Musik zu dem < Anti-Nazi-Streifen > Where Do We Go From Here?, führte Weill 1944 in Hollywood wieder mit dem Songtexter Ira Gershwin zusammen.

Erneuerung der Broadway Opera

Schon 1937, zwei Jahre nach seiner Ankunft, hatte Weill in einem größeren Aufsatz, der auch seine europäischen Bemühungen zur Erneuerung des Genres reflektiert, über die Möglichkeiten der Oper in den USA geschrieben: „Wenn wir an Stelle des Begriffs „Oper“ den Begriff „musikalisches Theater“ einführen, so erkennen wir viel deutlicher die Entwicklungsmöglichkeiten in einem Lande, das nicht mit einer Operntradition belastet ist und daher ein offenes Feld für den Aufbau einer neuen (oder den Wiederaufbau einer klassischen) Form bietet“ (Interview 1940). Drei Jahre später, er hatte mit Knickerbocker Holiday erste praktische Erfahrungen im Genre des Musical Play gesammelt, heißt es: „Diese Form wird sich aus dem amerikanischen Theater entwickeln und ein Teil von ihm bleiben – dem Broadway- Theater, wenn Sie so wollen. Und mehr als alles andere möchte ich einen Anteil an dieser Entwicklung haben“.

Kurt Weill Kantorhaus in Dessau © Ralf Schueler

Kurt Weill Kantorhaus in Dessau © Ralf Schueler

Das Thema einer „amerikanischen Oper“ beschäftigte zur gleichen Zeit – angeregt durch persönliche Erfahrungen in Europa gegen Ende der zwanziger Jahre – auch Komponisten wie George Antheil oder Virgil Thompson (1896-1989). Sie waren sich durchaus der Tatsache bewusst, dass das elitäre Opernpublikum hierzulande lediglich die < museale > Reproduktion der europäischen Oper des 19. Jahrhunderts gewohnt war, glaubten indes – anders als Weill – man könnte eben dieses Publikum an neuartige Werke heranführen. Was sich als Irrglaube erwies, wie etwa die äußerst geringe Resonanz auf Antheils Helen Retires (1935) gezeigt hatte. Weill registrierte all dies mit wachem Sinn. Während er noch seine äußerst erfolgreichen Musical Plays schrieb, beschäftigte ihn zunehmend die Frage, wie man die von ihm angestrebte neue Form unabhängig von den Opernhäusern (die aller Innovation verschlossen waren) und einer avancierten Szene des Experiments (die kaum Publikumswirkung erzielte) dennoch realisieren konnte. Seine Bemühungen, ein erweitertes Auditorium zu gewinnen, hatten schon in Berlin ab 1927 Weills Programm bestimmt. Er wollte unmittelbare, möglichst breite Wirkung erreichen. So auch jetzt in Amerika, wobei er sich in bester Tradition sah: „Die großen klassischen Komponisten schrieben für ihr zeitgenössisches Publikum. Sie wollten, dass jene, die ihre Musik hörten, sie verstanden – und so war es. Ich für mein Teil schreibe für heute. Ich setze keinen Pfifferling auf ein Schreiben für die Nachwelt“. Und das Publikum, das er am Broadway erlebte, ermutigte Weill bei seinen Überlegungen hin zu einer neuen Form amerikanischer Oper: „ Bevor ich hier kam, hatte ich gedacht, die Amerikaner seien kalt. Nun, ich fand genau das Gegenteil. Sie sind ein perfektes Publikum, viel stärker empfänglich für Gefühle als das europäische. Sie sind äußerst emotional, und daher wundervoll“ (Rundfunkinterview 1950).

Die Weiterentwicklung des Musical Play in der ersten Hälfte der vierziger Jahre – neben Weill vor allem durch das Team Richard Rodgers (1902-1979) /Oscar Hammerstein II (1895-1960) (Oklahoma, 1943 / Carousel, 1945; Hammersteins Bizets-Adaptation Carmen Jones goss 1943 erstmals eine Oper in Musical- Form) – bereitete den Boden, endlich bildeten nun die Elemente eines musikalischen Stückes eine wirkliche Einheit, waren in der Handlung Text, Musik, Songs und Tanz sinnvoll integriert. Weill Ende 1945: „Die Bühne des Broadway besitzt für das amerikanische Publikum die gleiche Bedeutung wie Opernhäuser und Konzertgebäude für den Europäer. Ausgehend von diesem Gedanken, habe ich meine Musik immer wieder für den Broadway geschrieben, und heute bin ich überzeugt, dass das amerikanische Publikum bereit ist, auf dieser Bühne seine eigene Form von Oper akzeptieren“ (Interview 1945). Was diese Form betraf, sprach Weill zur selben Zeit erstmals – in Verbindung mit Firebrand of Florence, wir haben den Brief zitiert – von Broadway-Oper. Im Verlauf des nächsten Jahres, während der Arbeit an Street Scene, konkretisierte er sein Konzept: „Der Broadway verkörpert das lebendige Theater dieses Landes, und eine amerikanische Oper, wie sie mir vorschwebt, sollte Teil des lebendigen Theaters sein. Sie sollte, wie die Produkte anderer Opern-Zivilisationen, große Teile des Publikums ansprechen und sollte alle nötigen Bestandteile einer guten Show haben“.

Viel Lärm um Liebe – The Firebrand of Florence – Kurt Weill
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Das heißt für Kurt Weill erstens, dass die Broadway-Oper einen amerikanischen Stoff haben muss, der das Publikum anspricht und emotional bewegen kann. In Elmer Rices Stück Street Scene von 1929 sollte er eine erste geeignete Vorlage finden. Es heißt zweitens Verwendung sehr unterschiedlicher musikalischer Formen, ein Mixtum compositum von Mitteln der Oper und des Musicals: „Songs, Arien, Duette, Ensembles, Orchesterzwischenspiele und Dialoge, die die Rolle der Rezitative in der klassischen Oper einnehmen“ (Anmerkungen zur Plattenfassung von Street Scene 1947). Die schließlich nach diesem Konzept entstandene Broadway-Oper Street Scene betrachtete Kurt Weill als „Erfüllung zweier Träume“ – bezüglich der Form und bezüglich der Tatsache, dass ihm eine originär amerikanische Oper gelungen war. Auf seine Arbeit für das Theater seit 1925 zurückblickend, schrieb er: „Ich habe ständig auf meine Weise versucht, die Formprobleme des Musiktheaters zu lösen; und im Verlauf der Jahre habe ich mich diesen Problemen auf sehr verschiedene Weise genähert. Doch ich entdeckte sehr bald, dass die speziellen Erfordernisse des Opernhauses, seiner Darsteller und seines Publikums, mich zwangen, gewisse Elemente des modernen Theaters zu opfern. Es war zu dieser Zeit, dass ich von einer besonderen Art musikalischen Theaters zu träumen begann, in dem Drama und Musik, gesprochenes Wort, Song und Bewegung völlig vereint sein würden. Alle Werke, die ich seither für das Theater geschrieben habe, waren Schritte in diese Richtung. Aber erst 15 Jahre später, erst mit Street Scene, erreichte ich eine wirkliche Verbindung von Drama und Musik“.

So schließt sich hier für Weill ein Kreis, dessen Ausgangspunkt schon in Lüdenscheid  bei seinem  Lehrer Ferrucio Busoni begann „…seit ich mit 19 Jahren festgestellt hatte, dass das Theater meine eigentliche Domäne werden würde“. Dazu Heinz Geuen (1954-):  „Street Scene ist die konsequente Umsetzung der Vorstellung eines musikalischen Theaters, das folgerichtig zur sozial engagierten oder – in Weills früherer Diktion – zur  „gesellschaftsbildenden“ Broadway-Opera führte. Im stilistischen und formalen Pluralismus von Street Scene ist zugleich die Forderung Busonis, „jedes irgendwie wirksame Mittel in die Werkstatt unserer Möglichkeiten aufzunehmen, es ästhetisch und sinnvoll zu verwenden“ (Ferrucio Busoni: Ein Testament Wesen und Einheit der Musik 1956), mit einer Radikalität umgesetzt worden, die sich wohl auch Busoni nicht hätte träumen lassen“. Weills Vorstellung, im Ergebnis seiner Arbeit könne „ …sehr leicht eine amerikanische Operntruppe mit eigenen Repertoire, mit zwei oder drei Werken ähnlichen Charakters, im ganzen Land auftreten“ (Brief 1947), erfüllte sich zwar nicht. Dafür jedoch eine andere, dass sich nämlich, von Street Scene ausgehend, am Broadway „… ein neues Feld für Sänger, Musiker und Komponisten eröffnen könnte“ (Interview 1946).

The Firebrand of Florence – hier Lotte Lenya
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Konzept wie Realisierung der Broadway-Oper beeinflussten nachdrücklich die Entwicklung der folgenden Jahre. Dazu Larry Stempel (?):Street Scene wurde zum Basisstein jenes konzeptionellen Bogens, der solche am Broadway nachfolgende Opern wie Regina, 1949 (Marc Blitzstein) und The Saint of Bleeker Street, 1954 (Gian Carlo Menotti 1911-2007), 1954) sowie solche opernhaften Broadway-Musicals wie The Most Happy Fella, 1956 (Frank Loesser 1910-1969), und West Side Story, 1957 (Leonard Bernstein 1918-1990), verband“.

So sah es auch Brooks Atkinson. Anlässlich der Uraufführung von Blitzsteins Regina am 31. Oktober 1949 schrieb er in der New York Times: „Wir sehen hier den vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung, die mit Street Scene begonnen hat. Regina gehört zu den besten Opernaufführungen, die der Broadway je erlebte“. Gegen Ende der fünfziger Jahre aber sollte diese Entwicklung dann keine Fortsetzung mehr finden. Nochmals Atkinson, diesmal im resümierenden Rückblick: „Der Broadway wurde beileibe zu keiner dauerhaften musikalischen Akademie, in der begabte Komponisten und visionäre Autoren das Grundmuster „Song-and-Dance-Show“ in künstlerische Vollendung umwandelten. Mittelmäßigkeit breitete sich wieder aus, wie gewöhnlich“. Dass dies ein reichliches Jahrzehnt lang in erfolgreichen Ansätzen anders gewesen war, ist wesentliches Verdienst von Kurt Weill; er starb am 3.4.1950, die nun folgende Entwicklung erlebte er nicht mehr.

Die Kurt Weill Serie von Peter M. Peters – Teil 7 –  hier  4. Juli 2020

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