Verona, Arena di Verona, 97. Opernfestival: 21.06. – 07.09.2019, IOCO Aktuell, 23.03.2019

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Arena di Verona

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

97. OPERNFESTIVAL 2019 – Arena di Verona

 La Traviata, Aida, Il Trovatore, Carmen, Tosca

Das 97. Opernfestival in der Arena di Verona beginnt am 21. Juni 2019 mit La Traviata von Giuseppe Verdi, eine neue Inszenierung des legendären Franco Zeffirelli,*1923. Die Festspiele dauern bis 7. September 2019. An 51 Abenden werden in der „Tradition der Arena“ klassische Opern für das spektakuläre römische Amphitheater inszeniert. Große Stars der Opernbühne geben hier gerne ihr Stelldichein. Über 600.000 Besucher werden das 97. Opernfestival 2019 in der Arena di Verona erneut zum größten Opernereignis der Welt  machen. Fünf Opern stehen 2019 auf dem Spielplan:  La Traviata, Aida, Il Trovatore, Carmen, Tosca. 

Geschichtliches: Seit 1913, dem 100. Geburtsjahr von Giuseppe Verdi, populärster aller Opernkomponisten und sensibler Menschenfreund, finden in der antiken Arena di Verona die über zwei Monate dauernden Opernfestspiele statt. Stimm- und Lebensfreude sind die besonderen Merkmale dieses Opernfestivals. Verona feiert dies Festival im humanen Geiste Giuseppe Verdis, „lebendig, mitten im Volk“.

AIDA 2018 in der Arena – Triumphmarsch
youtube Trailer der Arena di Verona
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Julia Statue im Casa di Giulietta in Verona © IOCO

Julia Statue im Casa di Giulietta in Verona © IOCO

Die Arena di Verona wurde 30 n.Chr. erbaut. Von einem Erdbeben im Jahr 1117 schwer zerstört sind die Umfänge heute 138 x 109 Meter. 45 Stufenränge mit 45 Zentimeter Höhe und Tiefe bieten 22.000 Besuchern Platz. Die Arena di Verona – nach dem Kolosseum in Rom und der Arena von Capua – das drittgrößte der erhaltenen antiken Amphitheater. Wo 1278 die letzten gegen die Inquisition kämpfenden Katharer hingerichtet wurden, wo früher Gladiatoren mit Löwen kämpften schwelgen heute lebensfrohe Musikliebhaber.

97. OPERNFESTIVAL 2019  – ARENA DI VERONA

Drei intensive Monate, 5 Operntitel, drei Sonderevents, 51 Aufführungen, 80 Solisten aus aller Welt, darunter Alessandra Kurzak, welche als Violetta Valéry neben Leo Nucci als Giorgio Germont in Traviata zur Festivaleröffnung am 21.6.2019 singen wird; aber auch Anna Netrebko (Leonore in Trovatore 29.6., 4.7.; 7.7.2019), Jusif Eyvazov, Plácido Domingo, neben dem Event am 4.8.2019, siehe folgender Absatz, auch als Giorgio Germont in Traviata, 1.8.), Lisette Oropesa, Leo Nucci, Vittorio Grigolo, Aleksandra Kurzak, Saioa Hernández, Erwin Schrott, Hui He, Dmitry Belosselskiy, Tamara Wilson (u.a. als AIDA), Luca Salsi, Maria José Siri (u.a. als AIDA), Pavel Petrov, Amartuvshin Enkhbat (u.a. als Amonasro), singen zusammen mit bekannten Nebenstimmen in La Traviata, Aida, Il Trovatore, Carmen, Tosca.

Mit dem Sonderevent Plácido Domingo 50 Arena Anniversary Night am 4.8.2019 werden fünfzig Jahre künstlerische Tätigkeit seit dem Erstauftritt in der Arena von Placido Domingo gefeiert, einer wahren Legende in der internationalen Opernwelt. Die Ballettveranstaltung Roberto Bolle and Friends wird an zwei Abenden im Zeichen des Weltballetts über die Bühne gehen. Am dritten Eventabend tritt die symphonische Musik auf die Bühne der Arena mit Carl Orffs Carmina Burana.

Ikonen des Operngesangs und junge aufstrebende Talente: die Arena als Würdigung und Anerkennung von grossen Opernstars und Debütrampe für neue Talente im berühmtesten und grössten Freilichttheater der Welt. Folgende Dirigenten werden zu den fünf Produktionen am Pult stehen:

–  Daniel Oren, Andrea Battistoni und Marco Armiliato am Pult von La Traviata
–  Francesco Ivan Ciampa und Daniel Oren dirigieren Aida
–  Daniel Oren dirigiert Carmen
–  Piergiorgio Morandi dirigiert Il Trovatore
–  Daniel Oren dirigiert Tosca

In der Besetzung wechseln sich grosse internationale Opernstars, bekannte Namen auf den prestigereichsten Weltbühnen und bestmögliche Kenner der vielschichtigen Realität der Arena mit jungen aufstrebenden Sängern ab, in deren Curriculum ein Auftritt auf der gefürchteten, aber von allen erträumten Bühne der Arena nicht fehlen darf.

Arena di Verona / Stimmungsbild zur Pause in der Arena di Verona © IOCO

Arena di Verona / Stimmungsbild zur Pause in der Arena di Verona © IOCO

Die Besetzung ist auch ein Abbild der globalen Verbreitung der Oper, die nicht mehr nur eine Charakteristik der westlichen Kultur darstellt, sonden auch zur Leidenschaft in vielen aufsteigenden Ländern wie Russland und China geworden ist, die unter den Zuschauern in der Arena bestens vertreten sind, denn die Künstler und das Publikum sind stark international geprägt.

Das 97. Opernfestival beginnt am 21. Juni 2019 mit einer neuen, von Franco Zeffirelli geschaffenen Inszenierung von Verdis La Traviata, bestmögliche Synthese seiner jahrelangen Reflexionen über die beliebte Thematik; auf der Bühne der polnische Sopran Aleksandra Kurzak, eine grossartige Sängerin, die von den berühmtesten Opernhäusern in aller Welt gerufen wird und auch ausgezeichnete Musikerin ist; dann die Amerikanerin Lisette Oropesa, Publikumsliebling beim letzten Rossini-Festival in Pesaro, die Kroatin Lana Kos, die der Bühne der Arena besonders verbunden ist, wo sie im Jahr 2011 in Hugo de Anas La Traviata ihr Debüt gefeiert hat und die dann auch in der Carmen singt und die Russin Irina Lungu, die bereits beim Veroneser Publikum grossen Beifall geerntet hat: ein Quartett von grossartigen Stimmen und stattlicher Bühnenpräsenz für eine Bühne, auf der die “Nouvelle Vague” der Opernwelt am besten zur Geltung kommt, denn sie legt besonderen Wert auf die Schauspielkunst und steht so der filmtechnischen Vorstellung sehr nahe.

 La Traviata in der Arena di Verona

Summa  der ästhetischen Auffassung der Legende Franco Zeffirelli

Zwei lang gehegte  Liebschaften, die endlich zusammenkommen:  La Traviata und die Arena von Verona. La Traviata ist mit Sicherheit eine der von Zeffirelli in seiner langen Karriere als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner am häufigsten dargestellten Opern; 1958 hatte er diese Oper in Dallas in der Besetzung von Maria Callas inszeniert und sich als junger aufstrebender Regisseur mit seinem künstlerischen Vorbild Visconti gemessen, der die Oper kurz vorher in der berühmten Gestaltung an der Mailänder Scala dargestellt hatte;  bekannt sind auch seine engen Beziehungen  zu Verona, mit seinem persönlichen Touch beim Restyling der Piazza Bra, insbesondere aber mit der Arena, in deren immensen und feierlichen Weite  er unvergessliche Operninszenierungen von  Carmen, Aida, Il Trovatore, Turandot, Madama Butterfly, Don Giovanni kreiert hat und für die diesjährige Opernsaison endlich die allseits erwartete Traviata.  Die Erwartungen sind riesig, nicht nur weil der Artist mit diesem Werk in der Opernwelt einen Meilenstein gesetzt hat, man denke nur an die Verfilmung von  Traviata aus dem Jahr  1983,  die die Chronik  der Oper auf der Leinwand stark geprägt hat, sondern auch weil alle Traviate von Zeffirelli das Publikum in aller Welt immer bezaubert haben, in seinen ständigen, ästhetisch untadeligen und emotionell faszinierenden Neuauslegungen des populären Dramas von Giuseppe Verdi. Nun kommt endlich “seine” Traviata  in die Arena und diese Inszenierung wird wirklich zum Höhepunkt seiner fortwährenden, sachkundigen Auslegung des Texts, die den Artisten  sein ganzes Leben begleitet hat.

Also eine neue  Traviata, die gleichzeitig zur Chronik einer langen Ideenkette von Bildern, Farbnuancen und Anregungen wird, die sich in den Augen und Herzen der Opernfans aus aller Welt eingenistet haben, unter Zitaten, Sinnesänderungen, Erinnerungen an frühere Gestaltungen, als handle es sich um eine Enzyklopädie der stilistischen  Überlegungen  Zeffirellis rund um das heissgeliebte Thema. Man könnte also diese Traviata in der Arena als allerletzte Zusammenfassung eines wagnerianischen Leitmotivs  bezeichnen, das ewig in der Schwebe war  und nun im Juni 2019 vollendet wird.

Desto mehr wenn es sich um eine bedeutende Produktion handelt, insbesondere in den Augen der jüngeren Generationen, die die grossartigen Inszenierungen Zeffirellis aus der Vergangenheit nicht persönlich erlebt haben und ein Fresko vorfinden werden, das das Florilegium einer auserlesenen, von Erfahrungen geprägten Ideenkette darstellt, hochstilisierte ?berlegungen und gleichzeitig auch ein historisches und ästhetisches Dokument.

In Zeffirellis, La Traviata folgender, ebenso zauberhaftem Il Trovatore wird nach den drei beinahe ausverkauften Vorführungen auch Anna Netrebko und die wunderschöne Stimme der Italienierin Anna Pirozzi zu hören sein, “ein wunderschöner dramatischer Koloratursopran”. Männlicher Hauptdarsteller in einigen Vorstellungen ist  Ehemann Jusif Eyvazov, der aserbaidschanische Tenor, der gemeinsam mit Ehefrau Anna Netrebko auftritt.

Anlässlich der Première der Carmen werden die bildschöne Uzbekin Ksenia Dudnikova und die junge und talentierte Spanierin Ruth Iniesta in den Hauptrollen singen, die letztere ist auch in der Besetzung der Carmina Burana.

Arena di Verona / Festspiele 2018 hier Nabucco © Ennevi

Arena di Verona / Festspiele 2018 hier Nabucco © Ennevi

Die nächste grossartige Première findet am 22. Juni 2019 mit Verdis Aida statt, mit der wundervollen Regie von Regisseur Gianfranco de Bosio, die er 1982 gestaltet hat in Anlehnung an die Originalinszenierung der von Ettore Fagiuoli 1913 kreierten ersten Aida in der Arena; die diesjährige Aida wird aber mit einigen interessanten Neuheiten aufwarten. In der Besetzung der historischen Aida sind auch Anna Pirozzi, die Amerikanerin Tamara Wilson,wahre Kraft der Natur”, die faszinierende Spanierin Saioa Hernandez, deren künstlerische Persönlichkeit bereits im Attila an der Scala geschätzt wurde, die Chinesin Hui He, Publikumsliebling in der Arena, die sich auch in der Tosca mit Saioa Hernandez abwechseln wird, und die in Italien und weltweit beliebte hübsche Georgierin Svetlana Kasyan: fünf bemerkenswerte Stimmen und Darstellerinnen, die sich im Rahmen der zeitlosen Inszenierung durchsetzen und die Erwartungen des immensen Publikums sicher nicht enttäuschen werden. Primaballerina Petra Conti, Principal Dancer des Los Angeles Ballet.

Beachtenswerte Darsteller mit grossartigen Stimmen und Schauspielertalent sind der junge Weissrusse Pavel Petrov, in der Rolle des Alfredo anlässlich der Erstaufführung von La Traviata, der temperamentvolle und rollenübergreifende Starsänger am New Yorker Metropolitan Vittorio Grigolo, der auch anlässlich der Oscarverleihung aufgetreten ist und der amerikanische Tenor Stephen Costello, der auf den bekanntesten Bühnen in aller Welt auftritt. In der historischen Inszenierung der Aida singt desweiteren Murat Karahan, der sich in der Arena seit seinem Debüt behauptet hat, Erwin Schrott in Carmen, ein vielseitiger Künstler, Luca Salsi, in Il Trovatore und der Bariton “par excellence” Leo Nucci.

Madame Butterfly 2014 in der Arena
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Eine faszinierende Besetzung mit den bekanntesten Namen der internationalen Opernwelt, die die Erwartungen der Opernfans erfüllen und beim neuen Publikum Interesse für die Oper erwecken werden, denn dies ist die Berufung der Arena seit der ersten Opernaufführung am 10. August 1913 mit Aida, der Symboloper des Festivals in der Arena.

Das weltweit grösste Opernschauspiel kann beginnen auch dank der allseits anerkannten Professionalität der künstlerischen Ensembles und der technischen Mitarbeiter der Stiftung Arena di Verona mit ihren zahlreichen Statisten und Mimen. Das Statement des Bürgermeisters von Verona und Vorsitzenden der Stiftung Arena, Federico Sboarina:

“Es ist mir eine grosse Ehre, die diesjährige Opernsaison vorstellen zu dürfen, die zweite nach der Wende, die wir mit Tatkraft und Beharrlichkeit herbeigeführt haben. Verona kann sich zweier Prachtstücke rühmen, der Stiftung Arena, die in den Sommermonaten ihr ruhmreiches Festival veranstaltet und die Arena, das Symbol der Stadt, aber auch die grö?te weltweit bekannte Freilichtbühne. Die besonderen akustischen Merkmale des Amphitheaters und die Professionalität der Stiftung Arena bilden zusammen eine Einzigartigkeit, die das Image von Verona und das Echo qualitativer Musik in aller Welt ausstrahlt. Deshalb geht mein Dank an die Oberintendantin und an den gesamten richtungsweisenden Rat für die einwandfreien Leistungen, das Ergebnis einer unermüdlichen Leidenschaft und anerkannten Fähigkeit. Ein Dankeschön auch an alle Artisten der Besetzung und an unsere Mitarbeiter, der Seele jedes Festivals”.

Cecilia Gasdia, Oberintendantin und künstlerische Leiterin der Stiftung Arena, bringt ihre persönliche Befriedigung über das Angebot des 97. Opernfestivals 2019 zum Ausdruck: “Bangen, Freude aber auch Herzklopfen überwältigen mich beim Herannahen des einladenden Gongschlags mit dem unser Amphitheater, wie jeden Sommer seit über einhundert Jahren, der Opernwelt anvertraut und gewidmet wird. In der diesjährigen Veranstaltung treten auf der Bühne der Arena berühmte internationale Artisten auf neben vielversprechenden Nachwuchstalenten bei ihrem Debüt. Ein von bedeutenden Bestätigungen, allseits erwarteten Erstauftritten und freudiger Rückkehr auf die Bühne der Arena geprägtes Festival mit einer Spitzenbesetzung”.

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Verona, Arena di Verona, Il Barbiere di Siviglia, 04. – 30.08.2018

August 3, 2018 by  
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Arena di Verona

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

Il Barbiere di Siviglia

Vom Samstag 4. August bis am 30. August wird an fünf  Abenden Gioachino Rossinis Il Barbiere di Siviglia aufgeführt, nochmals in der Inszenierung aus dem Jahr 2007 von Hugo de Ana, mit der stimmungsvollen Choreographien von Leda Lojodice. Am Pult stehen Daniel Oren and Andrea Battistoni und in der Rolle von Figaro singt in der ersten zwei Abenden  Leo Nucci.

Musikalische Leitung
Daniel Oren (4, 8/8)
Andrea Battistoni (17, 24, 30/8)
Regie, Bühnenbild, Kostüme und Licht Hugo de Ana
Choreographie Leda Lojodice
Orchester, Chor, Balletkorps und Techniker der Arena di Verona

1. Akt 97′ – Intervall – 2. Akt 58′
Zuschauer sind eingeladen, weit im Voraus zu kommen, um die Sicherheitskontrollen zu erleichtern.


Besetzung :


Il Conte d’Almaviva
Dmitry Korchak (4, 8, 24, 30/8)
Leonardo Ferrando (17/8)

Bartolo
Carlo Lepore (4, 8, 17/8)
Luca Dall’Amico (24, 30/8)

Rosina
Nino Machaidze (4, 8, 17/8)
Ruth Iniesta (24, 30/8)

Figaro
Leo Nucci (4, 8/8)
Mario Cassi (17, 24, 30/8)

Basilio
Ferruccio Furlanetto (4, 8/8)
Roberto Tagliavini (17, 24, 30/8)

Berta
Manuela Custer

Fiorello/Ambrogio
Nicolò Ceriani

Ein Offizier
Gocha Abuladze


Handlung :


ERSTER AKT

Das Morgengrauen ist im Anbrechen. Auf einem Platz in Sevilla ordnet ein junger Adelsmann, der Graf Almaviva, eine Serenade für ein junges Mädchen an, dem er kurze Zeit vorher im Prado in Madrid begegnet ist, aber deren Identität ihm unbekannt ist. Der alte Mann in ihrer Begleitung – wahrscheinlich ihr Vater – hatte jeglichen Kontakt verhindert. Das Mädchen zeigt sich aber nicht am Fenster und nach dem Abgang der Musiker bleibt dem Grafen nichts anderes übrig als sein Herz bei seinem Diener Fiorello auszuschütten.

Es nähert sich eine singende Stimme. Vorsichtshalber versteckt sich Almaviva, aber der Ungelegene ist ein alter Bekannter von ihm, Figaro, der Barbier, der sich auch als eine Art von “Mädchen für alles” ausgibt. Der Graf erklärt ihm seine Situation und natürlich bietet sich Figaro sofort an, ihm zu helfen. Er kenne das Mädchen sehr gut, denn als Barbier gehe er in ihrem Haus täglich aus und ein. Rosina sei nicht die Tochter von Dr. Bartolo, sondern sein Mündel. Aber Rosinas Vormund sei eifersüchtig und sehr umsichtig, er halte sie unter Schloss und Riegel, denn er beabsichtige, sie zu ehelichen und ihre Mitgift einzustecken.

In diesem Augenblick öffnet sich die Balkontür und Rosina lässt einen Zettel hinunterfallen, den Don Bartolo erfolglos versucht aufzufangen. Das Mädchen lässt ihren Verehrer wissen, dass sie neugierig sei und wissen möchte, wer er sei und welche seine Absichten seien. Auf Figaros Rat singt Almaviva ein weiteres Ständchen und erzählt, ein armer Student namens Lindoro zu sein. Er will, dass sie ihn unabhängig von seiner gesellschaftlichen Position liebe. Rosina treibt das Spiel mit und der begeisterte Graf verspricht Figaro eine großzügige Belohnung für seine Hilfe. Die Idee eines Goldklumpens spornt die Phantasie des Barbiers an; er überredet Almaviva, sich als Soldat zu verkleiden. Ein Regiment wird in Sevilla erwartet: mit einer falschen Unterkunftsgenehmigung könne der Graf im Hause von Don Bartolo Unterkunft finden und endlich mit dem Mädchen sprechen.

Im Haus von Don Bartolo. Rosina, schlau und unternehmungslustig, ist entschlossen ihren Willen durchzusetzen; sie hat dem jungen Verehrer einen Brief geschrieben und möchte diesen mit Hilfe Figaros zustellen. Der Barbier tritt bald darauf ins Haus, muss sich aber sofort verstecken, denn es treten Don Bartolo und Don Basilio, der Singlehrer ein. Der Vormund hat verstanden, dass es einen Heiratsanwärter gibt und möchte die Hochzeit beschleunigen. Basilio, heuchlerischer Quertreiber und Betrüger, hat erfahren, dass Graf Almaviva, Rosinas Verehrer, in der Stadt eingetroffen ist, und rät Don Bartolo, Verleumdungen über ihn zu verbreiten und ihn außer Spiel zu setzen.

Die beiden entfernen sich, um den Ehevertrag vorzubereiten, aber Figaro hat alles mitgehört. Er setzt Rosina über die Intrigen der beiden in Kenntnis, versichert ihr Lindoros Liebe, den er als seinen Vetter ausgibt und teilt ihr mit, dass der junge Mann versuchen wird, sich ins Haus einzuschleichen. Er rät ihr auch, dem Verliebten ein Zeichen der Ermutigung zu geben. Gesagt, getan: Rosina händigt dem Barbier den Brief aus, den sie bereits vorbereitet hatte.

Figaro geht ab, Don Bartolo tritt ein. Dem argwöhnischen Alten entgeht nichts: er bemerkt sehr schnell, dass Rosina Papier und Feder benützt hat und tadelt sie. In diesem Augenblick klopft es an der Tür und der als Soldat verkleidete Graf, der sich betrunken stellt, tritt ein. Erfolglos versucht Don Bartolo ihn weg zu schicken. Als Rosina dazu kommt, gibt sich Graf Almaviva ihr zu erkennen und versucht, ihr ein Zettelchen zuzustecken, aber der Vormund bemerkt es und dem Mädchen gelingt es um ein Haar, den Zettel mit der Wäscheliste auszutauschen. Inmitten der Verwirrung klopft es wiederum an der Tür: es sind die Wachen. Dem Offizier, der befiehlt, ihn festzunehmen, enthüllt der Graf heimlich seine wahre Identität und unter allgemeiner Verwunderung wird er freigelassen. Keiner versteht mehr, was hier vor sich geht.

ZWEITER AKT

Don Bartolo ist gerade nach Hause gekommen. Er war beim Regiment, um Informationen über den Soldaten einzuholen, aber erfolglos. Bei ihm schleicht sich nun der Verdacht ein, dass dieser komische Kautz ein Spion Almavivas sei. In dem Augenblick stellt sich aber der Graf in Person in der Verkleidung eines Musiklehrers ein. Er begrüßt Don Bartolo mehrmals mit einer schnulzigen Leier und verkündet, Don Alonso und ein Schüler von Don Basilio zu sein. Er sei gekommen, um den kranken Lehrer beim Gesangsunterricht für Rosina zu vertreten. Um den argwöhnischen Vormund zu überzeugen, händigt er ihm den von Rosina geschriebenen Zettel aus, und beteuert, diesen zufällig im Gasthof des Grafen gefunden zu haben: er werde ihn dem Mädchen zeigen, und ihr zu verstehen geben, diesen Zettel von einer Geliebten Almavivas erhalten zu haben. Don Bartolo überzeugt sich: dieser Alonso ist ein Betrüger, ein würdiger Schüler seines Lehrers Basilio. Der Unterricht kann beginnen und die beiden jungen Leute können sich nun verständigen, auch wenn unter der Aufsicht des Vormunds.

Nun kommt Figaro hinzu, der im Einverständnis mit dem Grafen gekommen ist, um Don Bartolo zu rasieren; er nutzt die Gelegenheit, um heimlich den Schlüssel des Balkons einzustecken, über den Rosina mit ihrem Verliebten fliehen kann. Alles scheint sich bestens abzuspielen, aber unvorhergesehenerweise kommt Don Basilio dazu und bringt die Pläne durcheinander. Dem Grafen gelingt es, den Eindringling abzuwehren, indem er ihm heimlich eine Tasche voller Geld zusteckt, und endlich können die beiden jungen Verliebten sich für die Flucht um Mitternacht verabreden, während Figaro Don Bartolo rasiert. Ein unvorsichtiges Wort des Grafen Almaviva erweckt aber erneut den Argwohn Don Bartolos, der die List entdeckt und alle wegschickt. Allein geblieben, denkt die Zofe Berta über die Torheiten nach, die in diesem Haus die Oberhand haben und über die Liebe, die Jung und Alt , einschließlich sie, hinreißt und begeistert.

Don Basilio bestätigt, nicht zu wissen, wer Don Alonso sei. Angesichts der x-ten Intrige des Grafen, entscheidet Don Bartolo, einen Notar zu suchen, um innerhalb abends den Ehevertrag zu unterzeichnen. Er zeigt dann Rosina den Zettel, den er vom falschen Musiklehrer erhalten hat und überzeugt sie davon, dass dieser und Figaro sie entführen wollen, um sie in die Hände des Grafen Almaviva auszuliefern. Rosina sagt aus Rache und Trotz zu, den alten Vormund zu heiraten und enthüllt ihm den Fluchtplan. Don Bartolo eilt hinweg, um die Gendarmen zu rufen.

Es ist bereits Nacht und über Sevilla tobt ein Gewitter. Pünktlich zum Stelldichein erscheinen der Graf und Figaro, steigen über die an den Balkon gelehnte Leiter ein, finden aber eine wütende Rosina vor. Das Mißverständnis wird aber sofort geklärt: Lindoro und der Graf sind in der Wirklichkeit ein und dieselbe Person. Glücklich und verliebt wie noch nie zuvor, entfernen sich die beiden jungen Leute, gefolgt von Figaro, aber die Flucht ist nicht mehr möglich. Don Bartolo hat die Leiter vom Balkon entfernt. Um die Situation noch weiter zu komplizieren, trifft Don Basilio mit dem Notar ein. Aber nochmals findet der listige Figaro eine Lösung. Er tut so als ob er der Hausherr sei, stellt Rosina dem Notar als seine Nichte vor und lässt sie mit dem Grafen verehelichen. Don Basilio wird überredet, als Zeuge zu fungieren.

Als der Vormund mit den Gendarmen eintrifft, um die Eindringlinge zu verhaften, sind die Würfel bereits gefallen. Der Graf enthüllt seine wahre Identität und seinen Stand. Er fordert Don Bartolo auf, seine Entrüstung nicht noch zu verstärken und schließlich beschwichtigt er ihn, indem er verkündet, auf Rosinas Mitgift zu verzichten. Der Alte fügt sich, während alle Umstehenden dem Paar ewige Liebe wünschen.

 

—| Pressemeldung Fondazione Arena di Verona |—

Wien, Wiener Staatsoper, KS Leo Nucci und seine philharmonischen Freunde, 15.09.2015

September 15, 2015 by  
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Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper © Starke

Wiener Staatsoper © Starke

Solistenkonzert an der Wiener Staatsoper:
KS Leo Nucci und seine philharmonischen Freunde

Am Dienstag, 15. September 2015 (20.00 Uhr) gestaltet KS Leo Nucci gemeinsam mit Mitgliedern der Wiener Philharmoniker das erste Solistenkonzert in dieser Staatsopernsaison. Leo Nucci (Bariton) präsentiert mit Günter Seifert (Violine), Raimund Lissy (Violine), Michael Strasser (Viola), Raphael Flieder (Cello), Ursula Fatton (Harfe) und Kristin Okerlund (Klavier) Werke von Gioachino Rossini, Vincenzo Bellini, Gaetano Donizetti, Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi.

Das Programm:
G. Donizetti: „Di tua beltade immagine“ aus Il Poliuto
V. Bellini: „Qui mi accolse“ aus Beatrice di Tenda
G. Donizetti: „O Lisbona, alfin ti miro“ aus Don Sebastiano
G. Puccini: „Crisantemi“
G. Verdi: „Mal per me…“ aus Macbeth
G. Verdi: „Non t’accostare all’urna“ aus Macbeth
G. Verdi: „L’esule“ aus Macbeth
G. Verdi: „O vecchio cor, che batti“ aus I due Foscari
G. Verdi: „In braccio alle dovizie“ aus I vespri Siciliani
P. Marcarini: „Le “donne” di Bellini“
G. Rossini: „Resta immobile“ aus Guglielmo Tell
V. Bellini: „Ah! Per sempre io ti perdei“ aus I puritani
G. Donizetti: „Vien, Leonora, a’ piedi tuoi“ aus La Favorita

 

Pressemeldung Wiener Staatsoper

Wien, Wiener Staatsoper, SIMON BOCCANEGRA mit Nucci, Furlanetto und Frittoli, 21./25./29.01./01.02.2015

Januar 21, 2015 by  
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Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper © Starke

Wiener Staatsoper © Starke

Simon Boccanegra von Giuseppe Verdi

Wiederaufnahme 21. Januar 2015

KS Leo Nucci kehrt als Simon Boccanegra an die Wiener Staatsoper zurück: Ab Mittwoch, 21. Jänner 2015 ist er wieder in der Titelpartie von Verdis gleichnamiger Oper zu erleben. KS Ferruccio Furlanetto verkörpert den Fiesco, KS Barbara Frittoli die Amelia, Alfred Kim (Rollendebüt am Haus) bzw. Stefano Secco* den Gabriele Adorno und Marco Caria den Paolo. Es dirigiert: Philippe Auguin.

„Das Herz des Menschen ist ein Quell ewigen Leides“, heißt es im auch von Kennern besonders geschätzten Simon Boccanegra. Wie schwer es ist, Macht und Liebe zu vereinen und dadurch glücklich zu werden, muss auch die Titelfigur in dieser Oper Giuseppe Verdis im Laufe der Handlung erkennen. Für die Inszenierung der aktuellen Produktion zeichnete Regiegröße Peter Stein verantwortlich.

Prolog
Simon Boccanegra,
ein ehemaliger Pirat und siegreicher Admiral der genuesischen Flotte hatte Maria, die Tochter des angesehenen Patriziers Fiesco verführt. Die aus dieser Verbindung stammende Tochter wurde einer alten Frau in Obhut gegeben, die das Mädchen an einem verlassenen Meeresstrand in einer armseligen Hütte aufzieht. Fiesco der die Verbindung Simon Boccanegra-Maria ablehnt, hat die junge Mutter, die ihren Verführer widerliebt, in seinen Palast eingesperrt.


Der Anführer der Volkspartei, der populistische Paolo möchte seinen politischen Einfluß erweitern: Simon Boccanegra, der seine Geliebte nur aus den Händen ihres Vaters befreien kann wenn er genügend Macht besitzt, lässt sich von Paolo überreden für das Amt des Dogen von Genua zu kandidieren. Paolo, der im Gegenzug zum Vertrauensmann Boccanegras aufsteigt, hetzt die Volksmenge auf, für Boccanegra zu stimmen. Doch knapp bevor Simon tatsächlich zum Dogen gekürt wird, trifft er auf Fiesco: dieser ist nur bereit die Verführung seiner Tochter zu entschuldigen, wenn Simon ihm das aus dieser Verbindung stammende Kind überlässt. Da das Kind aber seit einiger Zeit unauffindbar verschwunden ist, kann dieser Wunsch nicht erfüllt werden. Fiesco verweigert daher die Vergebung. Zusätzlich muss Simon erfahren, dass Maria in ihrer Haft gestorben ist………..

Reprisen: 25., 29.* Jänner und 1.* Februar 2015

Philippe Auguin | Dirigent, Peter Stein | Regie, Stefan Mayer | Bühne Moidele Bickel | Kostüme

BESETZUNG:
Leo Nucci | Simon Boccanegra, Ferruccio Furlanetto | Fiesco
Alfred Kim | Gabriele Adorno, Barbara Frittoli | Amelia
Marco Caria | Paolo, Dan Paul Dumitrescu | Pietro
Marian Talaba | Hauptmann, Arina Holecek | Dienerin

Pressemeldung Wiener Staatsoper

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