Hagen, Theater Hagen, Premiere Rusalka, 01.12.2018

November 29, 2018 by  
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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

„Rusalka“
Oper in drei Akten von Antonín Dvo?ák
In deutscher Sprache mit Übertexten
Premiere: Samstag, 1. Dezember 2018, 19.30 Uhr | Theater Hagen (Großes Haus)

Die nächste Premiere im Theater Hagen (Großes Haus) findet am 1. Dezember 2018 (19.30 Uhr) statt: Auf dem Programm steht die Oper „Rusalka“ von Antonín Dvo?ák, deren letzte Neuinszenierung in der Spielzeit 1970/71 stattgefunden hat.

Rusalka ist eine junge Frau, die ihren Platz im Leben sucht: Die Situation in ihrem Elternhaus ist bedrückend. Sie folgt einer unbestimmten Sehnsucht und dem Wunsch, aus der ihr vertrauten Umgebung und Welt auszubrechen. Sie verliebt sich in einen Mann und gerät in eine Welt, die mit falschen Versprechungen lockt und in der Frauen kein Gehör finden. Als sich der von ihr geliebte Mann bald der nächsten Frau zuwendet, kann Rusalka nicht mehr bei ihm bleiben, und in ihrer Heimat ist sie nicht mehr willkommen …

Theater Hagen / Rusalka - Angela Davis (Rusalka). © Klaus Lefebvre.

Theater Hagen / Rusalka – Angela Davis (Rusalka). © Klaus Lefebvre.

Mit seiner 1901 uraufgeführten Oper, die sich u.a. auf Hans Christian Andersens Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ bezieht, sicherte sich Antonín Dvo?ák endgültig seinen Platz im Olymp der tschechischen Musikgeschichte. Es gelang ihm, Rusalkas Seelenzustände auch in seiner Musik zu zeichnen: Sie ist hin- und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach einem besseren Leben und tiefer Verzweiflung, zwischen dem Wunsch nach erwiderter Liebe und der Enttäuschung über die Wechselhaftigkeit der Menschen.
Für die Umsetzung dieser Oper wurde ein neues Produktionsteam ans Theater Hagen verpflichtet: Die junge Regisseurin Nina Kupczyk machte u.a. durch Inszenierungen an der Staatsoper Hamburg und in der Philharmonie Luxemburg auf sich aufmerksam. Gemeinsam mit dem seit Jahrzehnten international wirkenden Bühnenbildner Martin Kukulies und der  ebenfalls u.a. in Hamburg sowie in Frankfurt (Oper, Schauspiel) tätig gewesenen Kostümbildnerin Katharina Tasch präsentiert Nina Kupczyk „Rusalka“ als ein modernes Märchen.

In der Titelpartie wird die aus Unna stammende Sopranistin Angela Davis als Gast ihr Debüt am Theater Hagen geben; die Rolle des Prinzen übernimmt (ebenfalls als Gast und erstmals auf der Hagener Bühne zu erleben) der bulgarische Tenor Milen Bozhkov. Die weiteren solistischen Rollen werden von Ensemble- und Chormitgliedern des Theaters Hagen interpretiert. Die musikalische Einstudierung und Leitung liegt in den Händen von Generalmusikdirektor Joseph Trafton.

Diese Produktion wird vom Theaterförderverein Hagen e.V. im Rahmen des Projektes „Jeder Schüler ins Theater Hagen“ gefördert.

Musikalische Leitung: Joseph Trafton / Inszenierung: Nina Kupczyk / Bühne: Martin Kukulies / Kostüme: Katharina Tasch / Licht: Martin Gehrke, Hans-Joachim Köster, Nina Kupczyk, Martin Kukulies / Chor: Wolfgang Müller-Salow / Dramaturgie: Rebecca Graitl

Mit: Milen Bozhkov (Prinz), Veronika Haller (Fremde Fürstin), Angela Davis (Rusalka), Dong-Won Seo (Wassermann), Kristine Larissa Funkhauser (Ježibaba), Kenneth Mattice (Heger, Jäger), Marilyn Bennett (Küchenjunge), Elizabeth Pilon (Elfe), Nina Andreeva (Elfe), Vera Käuper-de Bruin (Elfe); Chor und Statisterie des Theaters Hagen, Philharmonisches Orchester Hagen

Weitere Vorstellungen: 7.12. (19.30 Uhr); 22.12. (19.30 Uhr); 29.12.2018 (19.30 Uhr); 10.1. (19.30 Uhr); 16.1. (19.30 Uhr); 27.1. (18.00 Uhr); 23.2. (19.30 Uhr); 13.3. (19.30 Uhr); 24.3. (18.00 Uhr); 10.5.2019 (19.30 Uhr)

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel: 02331 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

—| Pressemeldung Theater Hagen |—

Hagen, Theater Hagen, Premiere Pariser Leben – Jacques Offenbach, 27.10.2018

Oktober 25, 2018 by  
Filed under IOCO Aktuell, Operette, Pressemeldung, Theater Hagen

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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

 PARISER LEBEN  –  Jacques Offenbach  

Die nächste Premiere im Theater Hagen findet am 27. Oktober 2018  19.30 Uhr statt. Auf dem Programm steht die Operette Pariser Leben von Jacques Offenbach.

Eine Reise nach Paris! Den Eiffelturm besteigen, eine Bootsfahrt auf der Seine, flanieren in den malerischen Straßen von Montmartre, Notre-Dame, der Louvre… fast könnte man meinen, Paris sei ein riesiges Freilichtmuseum. Unzählige Touristen wollen jedes Jahr die Pariser Lebensfreude, die Joie de vivre, in der Stadt der Liebe erleben … – Auch in Jacques Offenbachs 1866 in Paris uraufgeführter Operette Pariser Leben möchte ein Ehepaar aus Schweden seinen Besuch in der französischen Hauptstadt nutzen, um der Langeweile seiner Ehe zu entfliehen. Während die Baronin von Gondremarck sich auf einen Besuch in der Pariser Oper freut, steht ihrem Mann der Sinn nach einem amourösen Abenteuer. Doch dann kommt alles anders: Statt im schönen 5-Sterne-Hotel landen sie in einer zweifelhaften Gegend der Stadt und schließen Bekanntschaft mit den Einheimischen. Beide verlieren sich in einem verwirrenden Vexierspiel von Schein und Sein, Liebe und Intrige …

Theater Hagen / Pariser Leben - at its best © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Pariser Leben – at its best © Klaus Lefebvre

Jacques Offenbach, der als Gründer der Gattung ‚Pariser Operette‘ gilt und dessen 200. Geburtstag 2019 gefeiert wird, hat mit diesem Werk eine schwungvolle, vitale, mitreißende und überaus unterhaltsame musikalische Komödie auf den „Mythos Paris“ komponiert.

Nach dem großen Erfolg mit der Lincke-Operette „Frau Luna“ setzen der Regisseur Holger Potocki, die Choreographin Andrea Danae Kingston und die Ausstatterin Lena Brexendorff ihre von Witz und Aberwitz geprägte Arbeit am Theater Hagen mit Offenbachs „Pariser Leben“ fort. Für die musikalische Einstudierung und Leitung zeichnet der 1. Kapellmeister und stellvertretende Generalmusikdirektor Rodrigo Tomillo verantwortlich, für die Choreinstudierung Wolfgang Müller-Salow.

Es singen, spielen und tanzen: Veronika Haller, Kenneth Mattice, Richard van Gemert, Maria Klier, Boris Leisenheimer, Kristine Larissa Funkhauser, Stephan Boving, Marilyn Bennett, Tillmann Schnieders, Wolfgang Niggel, Elizabeth Pilon, Kisun Kim, Anja Frank-Engelhaupt, Verena Grammel; Chor und Statisterie des Theaters Hagen, Ballett Hagen, Philharmonisches Orchester Hagen

Pariser Leben am Theater Hagen:  Premiere am 27.10.2018; weitere Vorstellungen: 2.11. (19.30 Uhr); 7.11. (19.30 Uhr); 16.11. (19.30 Uhr); 24.11. (19.30 Uhr); 5.12. (19.30 Uhr); 27.12. (19.30 Uhr); 31.12.2018 (15.00 und 19.30 Uhr); 19.1. (19.30 Uhr); 26.1. (19.30 Uhr); 24.2. (15.00 Uhr); 23.3. (19.30 Uhr); 26.4. (19.30 Uhr); 5.5. (15.00 Uhr); 12.5.2019 (18.00 Uhr). 

—| Pressemeldung Theater Hagen |—

Hagen, Theater Hagen, Premieren im November und Dezember 2018

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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Premieren im Theater Hagen im November und Dezember 2018


„DER ZAUBERER VON OZ“

Samstag, 10. November 2018, 17 Uhr, Theater Hagen, Großes Haus

Eine märchenfantastische Geschichte zur Weihnachtszeit von Lyman Frank Baum in einer Fassung von Anja Schöne mit Musik von Andres Reukauf      – Uraufführung
Ab 5 Jahren

Die abenteuerliche Reise des Mädchens Dorothee im Lande Oz ist eine humorvoll berührende Geschichte über große Wünsche, die Kraft der Freundschaft und den Glauben an sich selbst. Anja Schöne erschafft in ihrer Fassung des amerikanischen Märchenklassikers für das Theater Hagen eine zauberhaft fantastische Welt, in der Dorothee drei gute Freunde findet: die strohköpfige Vogelscheuche, die sich etwas Verstand wünscht, den hohlen Blechmann, der sich nach einem Herzen sehnt, und den feigen Löwen, der gerne etwas mutiger wäre. Gemeinsam wandern sie zum großen Zauberer von Oz in die sagenumwobene Smaragdstadt, denn nur er scheint dort ihre Wünsche erfüllen zu können. Im Auftrag von Oz wagen es die Gefährten sogar, die böse Hexe West herauszufordern. Doch wird der Zauberer nach einem großen musikalischen Showdown sein Wort halten und alle Wünsche erfüllen? Kann Dorothee nach Hause zurückkehren?

Die beliebte Märchenband unter Leitung von Andres Reukauf wird diesmal live mit auf der Bühne zu erleben sein. Zudem versprechen eine fantasievoll opulente Ausstattung und mitreißende Tanzeinlagen ein fulminantes Theatererlebnis für alle kleinen und großen Märchenfans.

Inszenierung: Anja Schöne | Musikalische Leitung: Andres Reukauf | Bühne und Kostüme: Sabine Kreiter | Choreographie: Jozsef Hajzer | Licht: Hans-Joachim Köster / Dramaturgie: Anne Schröder

Mit: Elisabeth Emmanouil-Maas, Kristina Günther, Stefan Merten, Emanuele Pazienza, Andreas Elias Post, Charlotte Welling sowie der Märchen-Band (Schlagzeug: Martin Siehoff/ Karl Övermann; Saxophon, Flöte: Ilona Haberkamp/Kerstin Fabry; E-Bass: Andreas Müller; Klavier: Andres Reukauf/Andrey Doynikov/Dan K. Kurland).

Weitere Vorstellungen im Freiverkauf: 2.12. (11.00 und 14.00 Uhr); 8.12. (11.00 Uhr); 9.12. (17.00 Uhr); 15.12. (10.00 Uhr); 16.12. (11.00 und 14.00 Uhr); 21.12. (16.00 Uhr); 22.12. (11.00 Uhr); 25.12.2018 (16.00 Uhr)


„Rusalka“
Oper in drei Akten von Antonín Dvorak
In deutscher Sprache mit Übertexten

SAMSTAG, 1. Dezember 2018, 19.30 Uhr | Theater Hagen (Großes Haus):

Mit seiner 1901 uraufgeführten Oper „Rusalka“, die sich unter anderem auf Hans Christian Andersens Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ bezieht, sicherte sich Antonín Dvorak endgültig seinen Platz im Olymp der tschechischen Musikgeschichte. Dvoraks Oper wurde knapp 50 Jahre nicht mehr in Hagen gezeigt, nun wird sie ab 1. Dezember 2018 in einer Inszenierung von Nina Kupczyk zu sehen sein.

Die Regisseurin Nina Kupczyk machte u.a. durch Inszenierungen an der Staatsoper Hamburg und in der Philharmonie Luxemburg auf sich aufmerksam. Gemeinsam mit dem Bühnenbildner Martin Kukulies und der Kostümbildnerin Katharina Tasch wird sie „Rusalka“ als ein modernes Märchen inszenieren: Rusalka sieht sie als ein junges Mädchen, das einer unbestimmten Sehnsucht und dem Wunsch, aus ihrer gewohnten Welt auszubrechen, folgt. Dadurch gerät sie in eine Welt, die mit falschen Versprechungen lockt.

In der Titelrolle wird die Sopranistin Angela Davis als Gast ihr Debüt am Theater Hagen geben, die Rolle des Prinzen übernimmt (ebenfalls als Gast) der Tenor Milen Bozkhov. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von GMD Joseph Trafton.

Musikalische Leitung: Joseph Trafton / Inszenierung: Nina Kupczyk / Bühne: Martin Kukulies / Kostüme: Katharina Tasch / Licht: Ulrich Schneider / Chor: Wolfgang Müller-Salow / Dramaturgie: Rebecca Graitl

Mit: Milen Bozkhov (Prinz), Veronika Haller (Fremde Fürstin), Angela Davis (Rusalka), Dong-Won Seo (Wassermann), Kristine Larissa Funkhauser (Hexe), Kenneth Mattice (Heger, Jäger), Marilyn Bennett (Küchenjunge), Elizabeth Pilon (Elfe), Nina Andreeva (Elfe), Vera Käuper-de Bruin (Elfe); Chor und Statisterie des Theaters Hagen, Philharmonisches Orchester Hagen

Weitere Vorstellungen: 7.12. (19.30 Uhr); 22.12. (19.30 Uhr); 29.12.2018 (19.30 Uhr); 10.1. (19.30 Uhr); 16.1. (19.30 Uhr); 27.1. (18.00 Uhr); 23.2. (19.30 Uhr); 13.3. (19.30 Uhr); 24.3. (18.00 Uhr); 10.5.2019 (19.30 Uhr)

—| Pressemeldung Theater Hagen |—

Hagen, Theater Hagen, Das schlaue Füchslein von Leos Janacek, IOCO Kritik, 31.3.2018

April 1, 2018 by  
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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Das schlaue Füchslein von Leos Janacek

 Hochhausdschungel – Ein Wald aus zahllosen Leitern

Von Viktor Jarosch

Leos Janacek, 1854 – 1928, lebte zumeist im tschechischen Brünn, abgeschieden von den großen Orten europäischer Musikkultur; er war scheu, vielleicht eigenbrötlerisch. Seine Werke wurden erst in den späten Jahren seines Lebens bekannt, wurde Janacek populär. Das schlaue Füchslein ist auch ein Spätwerk, 1824 in Brünn uraufgeführt; Janacek war bereits 70 Jahre. Die Entstehung: Der Zeichner Stanilav Lolek hatte Comic – Bilder, „aus dem Leben eines Fuchses“ gemalt; der Redakteur, Rudolf Tesnohlidek (1882 – 1928) formte aus diesen Zeichnungen einen ersten Cartoon, eine Art „slawischem Sommernachtstraum“, welcher  Tier- und Menschenwelten liebevoll verknüpft, Parallelen beschreibt und kunstvoll die Nähe des Menschen zum Tier zeichnet. Der  erfolgreiche Cartoon verleitete Leos Janacek zu seiner Komposition in welcher Moderne und Folklorismus, romantische Oper und Filmmusik eine Mischung eingehen.

Theater Hagen / Das schlaue Füchslein - hier: Dorothea Brandt als Füchslein Schlaukopf und der Kinderchor des Theater Hagen @ Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Das schlaue Füchslein – hier: Dorothea Brandt als Füchslein Schlaukopf und der Kinderchor des Theater Hagen @ Klaus Lefebvre

Das schlaue Füchslein, es klingt nach einer familientauglichen Kinderoper; doch tatsächlich ist es alles andere als das. Es ist eine tiefsinnige Parabel, in welcher sich Menschen, meist ein Förster, in  Natur und Tieren spiegeln. Realer Alltag, Ängste, Träume, Unterbewusstes und Handeln in lyrische Klangfarben zaubert. Menschen zeigen ihr unfertiges Wesen in dem das Unterbewußte eigentlich herrscht; die Tiere dieser Oper handeln tierisch real, vernünftig, nicht märchenhaft schwärmend.

Das Theater Hagen stimmt seine Besucher mit einem sinnigen Bühnenprospekt ein, dessen Mitte die originelle Karikatur eines Fuchsgesichtes zeigt. Das dann sichtbar werdende erste Bühnenbild ergreift: Regisseurin Mascha Pörzgen gestaltet im Schlauen Füchslein das Wesen von Menschen und Tiere als Ausdruck unserer  Fantasien, aber mit fließenden Grenzen. Wenngleich der Förster, ein Mensch, scheinbares Zentrum der Handlung zu sein scheint, ist er schwach, scheitert er; wirkt er wie alle menschlichen Wesen unfertig. Die Regie von Pörzgen macht im Theater Hagen die Füchsin Schlaukopf, das  natürlich wirkende Tier, die Natur zu den kreativ gestaltenden, zu wahren höheren Wesen. Wirken menschlich vernünfitg; „scharren nicht im Dreck“.  Mascha Pörzgen nutzt für ihre Inszenierung auch die Möglichkeiten der Drehbühne des Theater Hagen.  Der Wechsel zwischen einzelnen Bühnenbildern, von Mensch zu Tier zu Mensch, ist bruchlos, fließend, natürlich.

Der Förster, verheiratet, ruht in einem expressionistisch aktuell wirkenden „Leiterwald“. Einem Hochhausdschungel gleich ragen mit zahllose Leitern hoch hinauf, tragen symbolisierte grüne Baumkronen (Bühne und Kostüme Christof Cremer). Der Förster träumt  sehnsuchtsvoll von der schönen – nie auftretenden – Terynka, welche neu in sein Leben getreten ist. Tiere des Waldes umspielen ihn, eine Libelle als Fensterputzer macht vermeintliche Scheiben sauber. Ein Frosch weckt den Förster, springt ihm auf die Nase. Der Förster fängt fängt eine Füchsin, die Füchsin Schlaukopf, nimmt sie auf seinen Hof, wo sie alles „Elend der menschlich tierischen Welt“ erlebt: Die Försterin schlägt sie, die Kinder ärgern sie, ein lüsterner Dackel, den Förster metaphorisch darstellend, jagt sie, ein Hahn fordert, dem Lehrer gleich, beständig Disziplin. In der Wirtsstube des Dorfes trinken Schulmeister, Pfarrer und Förster Bier und   sind im Bann von der rätselhaften Terynka. Aus diesem menschlich tierischen Elend gelingt Füchsin Schlaukopf  die Flucht aus dem Försterhaus.

Theater Hagen / Das schlaue Füchslein - hier : Veronika Haller als Gastwirtin/Hahn, Dorothea Brandt Füchslein Schlaukopf, Sophia Leimbach als Schopfhenne, Eichelhäher, Damenchor Theater Hagen @ Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Das schlaue Füchslein – hier : Veronika Haller als Gastwirtin/Hahn, Dorothea Brandt Füchslein Schlaukopf, Sophia Leimbach als Schopfhenne, Eichelhäher, Damenchor Theater Hagen @ Klaus Lefebvre

Der Kreislauf des Lebens bleibt unerklärlich

Für das Tier – Für den Mensch

Zurück im Wald vertreibt sie in bösem Streit – und unter Teilnahme aller Tiere des Waldes –  einen Dachs (= Pfarrer) aus dessen Höhle. Einen „wohl erzogenen“ Fuchs heiratet sie, von einem Specht getraut, während eine Eule über Unmoral zetert. Die Hochzeit wird zu einem breiten folkloristischen Klangbild positiven Lebens. Alle Tiere des Waldes, Grille, Heuschrecke, Frosch und mehr feiern die Hochzeit ausgelassen mit. Mitsamt dem folgenden Familienleben der Füchsin Schlaukopf  zu einem „hellen“ parodistischen Höhepunkt der Oper. Doch dann greift Lebenskreislauf greift zu: Die Füchsin Schlaukopf  wird von dem Landstreicher Haraschta, der inzwischen Terynka ehelichte, erschossen. Ihr Tod, eher beiläufig dargestellt, wird zur banalen Realität, zum „dunklen“ Höhepunkt, wie auch zum Wendepunkt der Musik, welche nun Leere und Verlust wiedergibt. Das Fell der Füchsin Schlaukopf wird zu einem Muff für Terynka …. Der Förster, wieder allein im Wald, blickt auf alles  Geschehene zurück. Er sieht eine junge Füchsin, einen Frosch und mit ihnen das den für ihn unerklärlich bleibenden Kreislauf des Lebens, in welchem alles artgerecht ist: Vermeintlich intelligenzgesteuerte Menschen, werden überwiegend von ihrem Unter-bewusstsein dominiert; Tiere bleiben Tiere, welche die Hühner reißen oder einen Dachs vertreiben.

Theater Hagen / Das schlaue Füchslein - hier : Olaf Haye als Háraschta der das ermordete Füchslein Schlaufkopf entfernt @ Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Das schlaue Füchslein – hier : Olaf Haye als Háraschta der das ermordete Füchslein Schlaufkopf entfernt @ Klaus Lefebvre

Das Theater Hagen IOCO bewundert dies seit Jahren –  besitzt ein starkes Ensemble, stimmlich wie  darstellerisch. Die modern lebendige Regie von Mascha Pörzgen in Verbindung mit einer wunderbar choreographierten Ensembleleistung macht das Schlaue Füchslein zu einem mitreißenden Erlebnis. Die großen Partien der Oper waren gut besetzt: Kenneth Mattice, mit lyrischer und gut verständlichen Bariton, überzeugt als träumender wie getriebener Förster; Dorothea Brandt ist Füchsin Schlaukopf dominiert mit bezaubernd timbrierten Sopran und filigraner Darstellungskraft; Rainer Zaun ist innerlich gescheiterten Pfarrer, der um seine Versetzung bittet; Boris Leisenheimer als gutartig liebenswerter Schulmeister; Olaf Haye ist  von Konventionen unbefrachteter Landstreicher Háraschta. Die Inszenierung am Theater Hagen aber leuchtet hell, weil neben den großen viele kleine Akteure auf der Bühne, Gastwirtin – Seppl – Grille – Frosch – Schopfhenne und mehr die bunten Episoden der Oper mit individuellen darstellerischen Facetten komisch wie originell bereichern: Der Kinderchor, die jungen Füchse darstellend, Larissa Funkhauser als Eule, die über Unmoral schimpft, Marilyn Bennett als vertriebener Dackel und als Specht…..

Das schlaue Füchslein ist eine komplexe Oper; in Inhalt, Interpretation und Komposition; für ein Orchester anspruchsvoll und schwer zu spielen, erst recht wenn es illustrative Stellen wie für Grille und Heuschrecke betrifft. Generalmusikdirektor Joseph Trafton und den Hagener Philharmonikern meisterten Leos Janaceks Komposition in sanfter Geschmeidigkeit, lyrisch fein und vereint mit dem starken Ensemble auf der Bühne.

Das Publikum im Theater Hagen feierte lange die moderne wie liebevoll verspielte Inszenierung und seine Darsteller, welche abermals in einer fordernden Oper große künstlerische Kraft unter Beweis stellten.

Das schlaue Füchslein am Theater Hagen, weitere Vorstellungen am 8.4.; 13.4.; 12.5.2018

—| IOCO Kritik Theater Hagen |—