Innsbruck, Tiroler Landestheater Innsbruck, 8. SYMPHONIEKONZERT, 12./13.06.2014

Tiroler Landestheater und Symphonieorcheter Innsbruck

Pressemeldung Pressemeldung Tiroler Landestheater Innsbruck

Pressemeldung Pressemeldung Tiroler Landestheater Innsbruck

8. SYMPHONIEKONZERT 12. | 13. JUNI 2014

TIROLER SYMPHONIEORCHESTER INNSBRUCK

CHRISTOPH ALTSTAEDT Dirigent
QUATUOR ÉBÈNE Klavier

CLAUDE DEBUSSY Fünf Préludes in der Orchestrierung von Hans Zender
BÉLA BARTÓK Divertimento für Streichorchester
RAPHAËL MERLIN Eléa – Konzert für Streichquartett und Orchester
ZOLTÁN KODÁLY Háry János Suite

Das Orchester ist eines der Themen dieses Konzertabends. Dieses Wunderwerk aus vielen verschiedenen MusikerInnen, Stimmlagen und Instrumenten, die sich höchsten Anforderungen stellen und damit ein gemeinsames Klangerlebnis möglich machen.
Dem Orchester gegenüber steht die Arbeit in kleinen Formationen, in der Kammermusik oder gar solistisch. Das wiederum verlangt die Konzentration aufs Wesentliche. Auch das ist Thema dieses Konzerts.

Seit das Quatuor Ébène 2004 beim ARD-Wettbewerb richtiggehend abgeräumt hat, zählen die vier jungen Musiker aus Paris zur Elite der Streichquartette. Ausdruck, Virtuosität, technische Brillanz und die Lust zur Improvisation machen ihren unverwechselbaren Stil aus. Cellist Raphaël Merlin komponierte mit Eléa ein Konzert für Streichquartett und Orchester mit Groove, bei dem die Musiker ihre Qualitäten voll ausspielen. Das Stück bezieht sich auf einen Science-Fiction-Roman von René Barjavel: unter dem Eis der Antarktis wird eine 900.000 Jahre alte Kapsel entdeckt, darin ein Paar, die einzigen Überlebenden einer vorzeiten untergegangen Kultur. Eléa, die Frau, berichtet nach ihrer Wiederbelebung von dieser hochstehenden Zivilisation, aber auch von ihrem dramatischen Untergang.
Dirigent Christoph Altstaedt, von 2011 – 2013 Chefdirigent des TSOI, programmierte ein überaus farbiges Konzert, beginnend bei der Orchesterfassung von Claude Debussys Préludes, in denen sich dem Orchester vielfältige Möglichkeiten zu immer neuen, überraschenden Akzenten von poetisch bis grotesk bieten. Bei den Préludes kommt auch ein ungewöhnliches Instrument zum Einsatz: eine Singende Säge, die von Solopaukist Robert Zorn gespielt wird.
Im Divertimento für Streichorchester greift Béla Bartók spielerisch Themen der ungarischen Folklore auf und erlaubt sich ironische Anspielungen auf die Musik der Zigeuner-Kapellen, die lange tatsächlich für echte ungarische Volksmusik gehalten wurde. Zoltán Kodály erfasste wie Béla Bartók mit seinen musikethnologischen Forschungen systematisch das ungarische Volkslied und griff seine Liebe zur Volksmusik ebenfalls in seinen Werken auf. Die Háry János Suite ist ein temperamentvolles Werk, das die Geschichten eines Aufschneiders erzählt. Ungewöhnliche Instrumente wie Zymbal, Glocken und Saxophon geben der Suite das Flair ungarischer Folklore und doch hört man reinste Kunstmusik.

Quatuor Ébène
„Ein Streichquartett, das sich mühelos in eine Jazzband verwandeln kann“, titelte die New York Times nach einem Auftritt des Quatuor Ebène 2009, bei dem das Ensemble zunächst Debussy und Haydn spielte, um danach über Filmmusik zu improvisieren, beides mit demselben Enthusiasmus und Können. Was 1999 als Zerstreuungsübung vier junger französischer Musiker in den Proberäumen der Universität begann, wurde zu einem Markenzeichen des Quatuor Ebène. Nach Studien beim Quatuor Ysaÿe in Paris sowie bei Gábor Takács, Eberhard Feltz und György Kurtág folgte der beispiellose und herausragende Sieg beim ARD Musikwettbewerb 2004, der erste und wichtigste in einer langen Reihe von Preisen, mit denen auch ihre CDs, sei es mit klassischem Repertoire oder mit Jazz-Arrangements, überhäuft wurden.
In der Saison 2013.14 konzertieren sie unter anderem in der Wigmore Hall London, der Philharmonie Luxemburg, dem Herkulessaal München und der Carnegie Hall New York. Nach der jüngst erschienenen CD „Brazil“ widmen sie sich wieder der Klassik: 2015 werden die späten Streichquartette Beethovens erscheinen.

KONZERTTERMINE
Donnerstag, 12. Juni, und Freitag, 13. Juni 2014, jeweils um 20.00 Uhr im Congress
Innsbruck / Saal Tirol.

Vor dem Konzert findet um 19.15 Uhr eine Einführung im Foyer statt.

Pressemeldung Tiroler Landestheater Innsbruck

Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere: LA VOIX HUMAINE und HERZOG BLAUBARTS BURG, 01.03.2014

Januar 24, 2014 by  
Filed under Premieren, Pressemeldung, Staatstheater Kassel

staatstheater_kassel.jpg

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel

Operndoppelabend:

LA VOIX HUMAINE von Francis Poulenc, Text Jean Cocteau

HERZOG BLAUBARTS BURG von  Béla Bartók, Text Béla Balázs

LA VOIX HUMAINE
Tragédie lyrique in einem Akt von Francis Poulenc, Text von Jean Cocteau
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Mit Nina Bernsteiner  als Gast / Maren Engelhardt (Femme), Valeska Weber als Gast (Schauspielerin)
 
HERZOG BLAUBARTS BURG
Oper in einem Akt von Béla Bartók, Text von Béla Balázs
in ungarischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Mit Ulrike Schneider (Judith), Espen Fegran (Herzog Blaubart) und Dieter Hönig?(als Gast: Der Barde)
 
Premiere: Samstag, 1. März, 19.30 Uhr, Opernhaus,  Nächste Vorstellungen: 8.3., 16.3. (18 Uhr), 19.3., 29.3.
Musikalische Leitung: Alexander Hannemann, Inszenierung: Stephan Müller, Bühne: Hyun Chu und Stephan Testi, Kostüme: Carla Caminati, Dramaturgie: Ursula Benzing
 
Zwei Opern-Einakter des 20. Jahrhunderts, die von den dunklen Seiten der Liebe erzählen, werden in diesem Doppelabend zusammengefasst. Francis Poulenc nennt seine Protagonistin lediglich „femme“; die Bartóks heißt Judith. Klammert sich die vom Geliebten verlassene „femme“ verzweifelt an ein Telefonkabel wie an einen Lebensfaden, so glaubt Judith nahezu euphorisch daran, sie könne die dunklen Winkel Herzog Blaubarts ergründen, wenn sie nur tief genug in seine „Festung“ eindringe, indem sie alle verschlossenen Türen öffnet.
 
„Terror der Intimität“ nennt der Regisseur Stephan Müller als Klammer des Abends. Beide Protagonistinnen stellen ihr Dasein so weit in den Dienst ihrer Liebe, dass es an Selbstaufgabe zu grenzen scheint; und doch fordern sie durch ihr Verhalten und ihre Wünsche ihr männliches Gegenüber heraus und treiben die Geschichten voran.
 
In „La voix humaine“ ist die Musik einerseits eine Art klingendes Psychogramm, wechselnd zwischen einem dem natürlichen Tonfall nachempfundenen Parlando und großen melodischen Ausbrüchen; andererseits sind auch die Geräusche der Außenwelt einkomponiert, wie das Klingeln des Telefons oder die Jazzmusik am Aufenthaltsort des Geliebten.
 
Herzog Blaubarts Burg“ ist geprägt von fein schattierten Orchesterfarben, einer schwebenden, in der magyarischen Volksmusik wurzelnden Tonalität und dem ungarischen Sprachrhythmus angepassten Gesangslinien.
 
Alexander Hannemann, Koordinierter Erster Kapellmeister, studierte an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Nach Stationen als Studienleiter und Kapellmeister in Wittenberg, als Dozent an der Royal Danish Opera Academy in Kopenhagen und als Repetitor mit Dirigierverpflichtung am Tiroler Landestheater Innsbruck arbeitete er seit der Spielzeit 2006/07 am Landestheater Linz als Kapellmeister und Korrepetitor. In dieser Funktion dirigierte er regelmäßig das Bruckner Orchester Linz und assistierte Dennis Russell Davies bei zahlreichen Produktionen. Zur Spielzeit 2009/2010 kam Alexander Hannemann ans Staatstheater Kassel. Hier hatte er zuletzt die musikalische Leitung von Benjamin Brittens Kammeroper „The Turn of the Screw“.
 
Stephan Müller arbeitete u.a. mit Robert Wilson, Richard Foreman und Meredith Monk. Er leitete am Schauspielhaus Zürich mehrere Jahre lang das LABOR und war als freischaffender Regisseur u.a. in Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg (Kampnagel), San Francisco und New York (Public Theatre) tätig. 1988 kehrte er ans Theater Basel zurück, wo er seine Theaterlaufbahn als Assistent begonnen hatte. Von 1993 bis 1999 leitete er gemeinsam mit Volker Hesse das Theater am Neumarkt in Zürich. Am Wiener Burgtheater arbeitete er von 1999 bis 2005 als Regisseur und Dramaturg. Zurzeit ist er Leiter des „Master of Arts“-Studiengangs für Regie an der Zürcher Hochschule der Künste.
Am Staatstheater Kassel inszenierte er in der Spielzeit 2011/2012 Alessandro Scarlattis Oper „Griselda“.
 
 
—| Pressemeldung Staatstheater Kassel |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere / Frankfurter Erstaufführung DIE GESPENSTERSONATE, 26.01.2014

Januar 22, 2014 by  
Filed under Oper Frankfurt, Premieren, Pressemeldung

logo_oper_ffm.gif

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

FRANKFURTER ERSTAUFFÜHRUNG VON REIMANNS DIE GESPENSTERSONATE MIT ANJA SILJA IM BOCKENHEIMER DEPOT

 
Premiere / Frankfurter Erstaufführung
DIE GESPENSTERSONATE
 
Kammeroper in drei Akten von Aribert Reimann (*1936)
Text von August Strindberg
Aus dem Schwedischen übertragen und für Musik eingerichtet
vom Komponisten und von Uwe Schendel
Mit Übertiteln
 
Sonntag, 26. Januar 2014, um 19.30 Uhr im Bockenheimer Depot
 
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper
 
Musikalische Leitung: Karsten Januschke
Inszenierung: Walter Sutcliffe
Bühnenbild und Kostüme: Kaspar Glarner
Licht: Joachim Klein
Dramaturgie: Stefanie Mieszkowski
 
BESETZUNG:
Der Alte, Direktor Hummel: Dietrich Volle
Der Student Arkenholz: Alexander Mayr
Der Oberst: Brian Galliford
Die Mumie, Frau des Oberst: Anja Silja
Das Fräulein, ihre Tochter: Barbara Zechmeister
Johansson, Diener bei Hummel: Hans-Jürgen Schöpflin
Bengtsson, Bedienter beim Oberst: Björn Bürger
Die dunkle Dame, Tochter des Toten: Nina Tarandek
Die Köchin beim Oberst: Stine Marie Fischer
Statisterie der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins
 
Oper Frankfurt / Aribert Reimann (Komponist © Schott Promotion / Peter Andersen

Oper Frankfurt / Aribert Reimann (Komponist © Schott Promotion / Peter Andersen

Das künstlerische Schaffen des Komponisten Aribert Reimann (*1936) spannt sich von zahlreichen Werken für Musiktheater über Orchesterwerke und Kammermusik bis hin zu Liedern und Gesangssoli. Bühnenwerke wie seine Shakespeare-Vertonung Lear (UA 1978 in München) und Medea nach Franz Grillparzer (UA 2010 in Wien) haben seinen Rang als einer der führenden deutschen Opernkomponisten nachhaltig gefestigt. Beide Stücke wurden auch an der Oper Frankfurt gezeigt; Medea 2010 gar als Deutsche Erstaufführung in Kooperation mit der Wiener Staatsoper. Nun folgt mit Die Gespenstersonate im Bockenheimer Depot die dritte Reimann-Oper innerhalb der Intendanz von Bernd Loebe. 1984 am Hebbel-Theater während der Berliner Festwochen uraufgeführt, zählt die Kammeroper mit bisher rund zwei Dutzend Inszenierungen auf internationalen Bühnen zu den meistgespielten Werken des zeitgenössischen Musiktheaters.

 
Wie Reimanns erste Oper – Ein Traumspiel (1965) – geht auch Die Gespenstersonate auf ein Drama von August Strindberg zurück: Die Menschen, die sich im Verlauf der Handlung im Haus des dubiosen Oberst zu einem ‚Gespenstersouper‘ zusammenfinden, sind durch unausgesprochene, schicksalhafte Beziehungen miteinander verbunden. Der Oberst ist ein Hochstapler, seine Frau – die Mumie – lebt seit zwanzig Jahren in einem Wandschrank. Beider Tochter ist das Fräulein, als deren wirklicher Vater sich jedoch Direktor Hummel herausstellt, der vor Jahren die Braut des Oberst verführt hat. In diese Runde gerät der Student Arkenholz, welcher über die Gabe verfügt, Tote sehen zu können. Dadurch kommt die Schuld Direktor Hummels am Tod zweier Menschen ans Tageslicht, worauf dieser sich erhängt. Arkenholz hat sich in das Fräulein verliebt und will sie aus der verlogenen und schuldbeladenen Atmosphäre dieser Gesellschaft retten. Doch das Mädchen kann die Konfrontation mit der Realität nicht ertragen und stirbt. Arkenholz bleibt allein zurück.
 
Die musikalische Leitung dieser Neuproduktion hat der junge Dirigent Karsten Januschke

Oper Frankfurt / Anja Silja (Sopran / Die Mumie, Frau des Oberst © Agentur

Oper Frankfurt / Anja Silja (Sopran / Die Mumie, Frau des Oberst © Agentur

inne, der ab dieser Saison der Oper Frankfurt als Kapellmeister verbunden ist. Regie führt der britische Regisseur Walter Sutcliffe, der 2009/10 im Bockenheimer Depot mit Brittens Owen Wingrave einen überragenden Erfolg feiern konnte. Der Wiener Alexander Mayr gilt als Spezialist für hohe Tenorpartien und sang den Studenten Arkenholz bereits an der Kammeroper seiner Heimatstadt und am Landestheater Innsbruck. Brian Galliford (Der Oberst) ist Engländer und gastierte kürzlich als Narr in Birtwistles Gawain bei den Salzburger Festspielen. Als Mumie kehrt die große Anja Silja zurück nach Frankfurt, von wo aus sie seinerzeit ihre internationale Karriere startete. Aus dem Ensemble sind u.a. Dietrich Volle (Direktor Hummel) und Barbara Zechmeister (Das Fräulein) besetzt.

 
Premiere / Frankfurter Erstaufführung: Sonntag, 26. Januar 2014, um 19.30 Uhr im Bockenheimer Depot
Weitere Vorstellungen: 29., 31. Januar, 2., 4., 6., 8. Februar 2014
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
 
—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, PREMIERE Die Liebe zu den drei Orangen, 30.11.2013

wiesbaden_logo.jpg

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Kaufhold

Premiere:
Die Liebe zu den drei Orangen 
von Sergej Prokofjew

Libretto vom Komponisten nach dem Märchenspiel L’amore delle tre melarance von Carlo Gozzi,  Deutsche Übersetzung von J. Beytien/E. Sprink,  deutsche Sprache mit Übertiteln
 
Samstag, 30. November | 19:30 UHR | Großes Haus
 
Musikalische Leitung Zsolt Hamar/Wolfgang Ott
Inszenierung Ansgar Weigner 
Bühne Jürgen Kirner 
Kostüme Christof Cremer 
Choreinstudierung Anton Tremmel 
Dramaturgie Karin Dietrich
 
Mit: Bernd Hofmann/Dennis Wilgenhof (König Treff/Herold), Martin Homrich (Prinz), Ute Döring (Prinzessin Clarisse), Brett Carter (Leander), Erik Biegel (Truffaldino), Thomas de Vries (Pantalon), Joachim Goltz/Kiril Manolov (Tschelio), Annette Luig/Tatiana Plotnikova (Fata Morgana), Sharon Kempton/Ágnes Szalai (Ninetta), Axel Wagner (Köchin von Kreonta), Hye-Soo Sonn (Farfarello), Sarah Jones (Smeraldina), Christopher Rickerby (Zeremonienmeister). Orchester, Chor, Extra-Chor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
 
Wenn sich im Großen Haus die „Tragischen“, die „Komischen“, die „Lyrischen“, die „Hohlköpfe“ und die „Lächerlichen“ über Inhalt und Wert von Theater streiten, hat man es nicht mit einer öffentlichen Wahlkampf-Veranstaltung zu tun, sondern man sitzt in einer Aufführung von Prokofjews Oper Die Liebe zu den drei Orangen, die mit einem solchen Zwist beginnt. Während die einen rufen: „Gebt uns gute Tragödien! Gebt uns Weltenprobleme und Philosophie“, fordern die anderen: „Gebt uns Komödien! Wir wollen herzerfrischend lachen!“ Die Narren beenden schließlich den Streit und kündigen das eigentliche Stück an: Die Liebe zu den drei Orangen.
 
Es handelt von einem Prinzen, den nur ein Lachen von seiner hypochondrischen Depression heilen kann. König Treff, sein Vater, ist deshalb sehr besorgt. Er gibt dem Spaßmacher Truffaldino den Auftrag, Feste zu arrangieren. Aber alles ist vergebens. Erst als die Zauberin Fata Morgana erscheint, die in ein Handgemenge gerät und daraufhin unglücklich auf den Rücken fällt, lacht der Prinz bis zur Erschöpfung über die groteske Szene. Die Hofgesellschaft jubelt, Fata Morgana hingegen verflucht den Prinzen, ab sofort in drei Orangen verliebt zu sein und keine Ruhe zu finden, bis er sie besitze. Eine unstillbare Sehnsucht ergreift den Prinzen, der sich auf die abenteuerliche Suche nach den drei Orangen begibt.
 
Man ahnt eine Intrige… und richtig: bei der ganzen Geschichte handelt es sich um Streitigkeiten höherer Gewalten, von Gut und Böse, die in der Auseinandersetzung des Magiers Tschelio und der Hexe Fata Morgana ihren Ausgangspunkt haben. Wie es dann schließlich doch noch zur Heilung des Prinzen kommt und was es mit den Orangen auf sich hat, erfahren Sie ab 30. November im Großen Haus des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.
 
Mit Die Liebe zu den drei Orangen steht ein ebenso komisches wie märchenhaftes Stück auf dem Programm, das wie ein Feuerwerk abbrennt, das Orchester in allen Farben schillern lässt, eine ganze Palette von Theatertypen vorstellt und ein gesamtes Ensemble zu beschäftigen versteht. Das fulminante Stück Theater über Theater entpuppt sich als „montierte commedia dell’arte“ (Jürg Stenzl), aber auch als genuin russisches Werk, das aber gar nicht in der Sowjetunion komponiert wurde. Als Prokofjew seine Heimat 1918 verließ und in die USA reiste, hatte er das Gozzi-Stück im Gepäck. 1921 kam die Oper schließlich in Chicago in französischer Sprache zur Uraufführung. Prokofjew schrieb über seine Faszination an Gozzis Vorlage, die er selbst zu einem Opernstoff formte: „Das Stück Gozzis reizte mich sehr wegen seiner Mischung aus Märchen, Scherz und Satire und, was die Hauptsache ist, wegen seiner szenischen Wirksamkeit. Man hat festzustellen versucht, über wen ich lache, über das Publikum, über Gozzi, über die Opernform oder über diejenigen, die nicht zu lachen verstehen. Ich verfasste einfach ein fröhliches Schauspiel.“
 
Sergej Prokofjew hat Gozzis phantastisch-groteske Märchenwelt mit einer Musik voll Witz und Ironie versehen. Die Neuproduktion inszeniert Ansgar Weigner, der in Wiesbaden mit Der Vetter aus Dingsda, Im Weißen Rössl, Der Vogelhändler und Unter der roten Laterne bereits auf eine ganze Reihe von Regie-Arbeiten zurückblicken kann und ein Meister des verschmitzten Humors ist. Er entwirft die Oper ausdrücklich als Oper für die ganze Familie. Das Bühnenbild stammt von Jürgen Kirner, der sich mit dieser Arbeit in Wiesbaden vorstellt. Er war Assistent von Florian Etti, Heinz Hauser und Robert Wilson und ist seit 1999 als freischaffender Kostüm- und Bühnenbildner für Schauspiel, Musiktheater, Performances und Tanz tätig, unter anderem für das Düsseldorfer Schauspielhaus, die Stadshouwburg Antwerpen, das Stadttheater Krefeld, das Staatstheater Meiningen, das Staatstheater Cottbus, das Opernhaus Halle, das Landestheater Salzburg, für die Theater Erfurt, Bern, St. Gallen, Tel Aviv und die Bayerische Staatsoper München. Die Kostüme entwirft Christof Cremer, der ebenfalls in den Bereichen Oper, zeitgenössisches Musiktheater und Sprechtheater sowie Ballett und Tanz arbeitet. Er war unter anderem tätig für das Stadttheater Klagenfurt, die Wiener Staatsoper, die Semperoper Dresden, die Bregenzer Festspiele, das Residenztheater München, das Tiroler Landestheater Innsbruck, das Wiener Burgtheater, die Volksoper Wien, die Neue Oper Wien, das Badische Staatstheater Karlsruhe, das Teatro dell‘ Opera di Roma und das Nationaltheater Mannheim. In Wiesbaden entwickelte er bereits die Kostümbilder zu Don Giovanni und dem Doppelabend Gianni Schicchi/L’Heure espagnole.
 
Mit Martin Homrich in der Rolle des Prinzen kehrt ein Ausnahme-Tenor nach Wiesbaden zurück, der hier zuletzt in der Rolle des Kaiser Nero in Die Krönung der Poppea zu sehen war. Die musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektor Zsolt Hamar.
 
……….
 
Opernforum: Zu Die Liebe zu den drei Orangen:
Sonntag, 24. November I 11 Uhr I Foyer
 
Gemeinsam mit Regisseur Ansgar Weigner und Generalmusikdirektor Zsolt Hamar sowie den Solisten des Opernensembles gibt Dramaturgin Karin Dietrich Einblick in die Entstehungsgeschichte der Oper von Sergej Prokofjew und verrät, wie die Prinzessinnen in die Orangen kommen. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.
 
 

—| Pressemeldung Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

« Vorherige SeiteNächste Seite »