Münster, LWL Museum Kunst und Kultur, Norbert Tadeusz – figurativer Maler der Gegenwart, IOCO Aktuell, 19.05.2020

Landesmuseum Münster / Vorletztes Palio, Estate Norbert Tadeusz/Petra Lemmerz. c VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Nic Tenwiggenhorn

Landesmuseum Münster / Vorletztes Palio, Estate Norbert Tadeusz/Petra Lemmerz. c VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Nic Tenwiggenhorn

LWL Museum Kunst und Kultur

Norbert Tadeusz – figurativer  Maler der Gegenwart – LWL  Münster

– Mit dem Charme von 70er Jahre Pornos –

von Hanns Butterhof

Mit Norbert Tadeusz (1940 bis 2011) stellt kurz nach dem Kunst-Palast Düsseldorf das LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster einen der wenigen figurativen Maler seiner Generation aus. Bekannt ist er durch meist großformatige Bilder, die unter dem Stichwort „provozierend“ den etwas schmuddeligen Charme früher Porno-Fotos versprühen. In sechs Sälen ermöglicht das Landesmuseum mit 66 farbkräftigen Gemälden einen etwas breiteren Blick auf das Werk Norbert Tadeusz‘, ohne ihm dabei spektakuläre Brisanz abzugewinnen.

Im Entree zur Ausstellung läuft der Besucher frontal auf das Gemälde  „Hände“ (2008) von Norbert Tadeusz zu. Es zeigt zwei Hände, die jeweils einen abgetrennten Hühnerkopf wie Handpuppen halten, die aufeinander einreden. Man kann es als kritischen Kommentar zum Kunstbetrieb um seinen Lehrer Josef Beuys, wo die Begriffsarbeit im Vordergrund stand, oder am aufgeblasenen Kuratoren-Kunstsprech verstehen, von dem sich Tadeusz ausdrücklich dadurch distanzierte, dass er sich nicht als Künstler, sondern als Maler definiert hat.

Schon bei diesem Gemälde fällt ein eigenwilliger Umgang mit dem Hintergrund auf. Er wirkt irritierend zufällig, irgendwie zwischen kaltem Schlachthaus und Dusche changierend. Auf die Hintergründe der Bilder zu achten kann während des gesamten Durchgangs durch die Ausstellung eine aufschlussreiche Perspektive abgeben, die von dem Unbehagen am Raum genährt wird.

Neben den „Händen“ befinden sich in zwei Vitrinen frühe Kleinplastiken Norbert Tadeusz‘ aus den 60er Jahren. Darunter sind Frauenfiguren in eindeutigen Posen, die ans Artistische grenzen und schon früh die thematischen Obsessionen des Künstlers  aufweisen: Frauenakte,  Artisten, Verdrehungen.

Mueumsdirektor Dr. Hermann Arnhold stellt Norbert Tadeusz vor
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Auf den ersten Blick völlig unbedeutend erscheinende Exponate in der gleichen Vitrine, Bleiabgüsse von Wegwerfartikeln wie Pappschächtelchen oder Verpackungen von eingeschweißten Lebensmitteln, zeigen bereits früh die grundsätzliche Haltung  Tadeusz‘ zur Welt. Durch ihre Bemalung sind die Abgüsse von ihren Vorlagen nicht zu unterscheiden. Hier manifestiert sich eine Fetischisierung des Objekts, ein objektivierendes Wiedergeben des Vorhandenen, ohne ihm einen weiteren Sinn als seine Gegenständlichkeit zuzusprechen. Diese Haltung in ihrer Absolutheit durchzieht die gesamte Ausstellung.

Selbst in Bildern, die wie etwa „Neon“ (1979) in ihrer Abstraktheit an Ellsworth Kelly erinnern, handelt es sich um die realistische Wiedergabe der Deckenbeleuchtung einer Szene-Kneipe. Und seinen eigenen Charakter bewahrt Tadeusz selbst dann, wenn er, etwa mit den verdrehten Artisten-Figuren in „Drei“ (2005) an Francis Bacon, mit den Schlachttieren in „Carcasse. Florenz. Pistoia“ (1983) an Chaim Soutine oder im „Akt mit Lampe“ (1968) an Edward Hopper erinnert.

Anna Luisa Walter beschreibt das Venus-Motiv von Tadeusz und mehr
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Selten stiehlt sich Humor ins Bild, etwa, wenn Tadeusz im Groß-Format ca. 3 x 6 Meter „Valentano“ abmalt, eine Industriebaustelle, die mit ihren unfertigen Pfeilern aussieht wie eine antike Tempelanlage: „Valentano“ ist die riesige Karikatur einer Postkarte.

Zumeist bleibt es bei der schieren Gegenständlichkeit. Das betrifft die blaugrünen „Swimmingpool“-Bilder aus den 1992er und 1993er Jahren ebenso wie die nahezu altmeisterlich gemalten Pferderennen-Bilder Vorletztes Palio“ (2001) und Cavalli 3“ (1995), durch die deutlich die Fotos des traditionellen Pferderennens im italienischen Siena durchscheinen, die ihnen als Vorlage gedient haben. Sie wirken, als seien sie collagiert wie auch die Großformate „Das große Ei“ (1985) und „Gelbes Atelier“, (1985), auf denen sich noch einmal alle Obsessionen Norbert Tadeusz‘ versammeln: nackte, verdrehte Artisten, Schlachtstücke und ihre Sexualität ausstellende Frauen.

Landesmuseum Münster / Akt auf Flügel I, Estate Norbert Tadeusz/Petra Lemmerz, c VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto:Christoph Münstermann

Landesmuseum Münster / Akt auf Flügel I, Estate Norbert Tadeusz/Petra Lemmerz, c VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto:Christoph Münstermann

Dass kein Bild eine Geschichte erzählt, dass für  Norbert Tadeusz alles zum nahezu gleichwertigen Objekt wird, zeigt sich besonders schön am „Sakral-Raum mit Flieger“ (1971). Auf einem weißen Küchenstuhl, über dessen Lehne noch eine halb verdeckte Jacke hängt, hält sich eine nackte Frauenfigur mit kreuzförmig ausgestreckten Armen die aufgeschlitzte Strumpfhose vom Leibe, die sie eben noch halb verhüllt hatte, und stellt sich so dem voyeuristischen Blick. Wie auf schmuddeligen Porno-Fotos der siebziger Jahre, auf denen hemmungslos das private Interieur des Fotografen, weil für den Zweck des Fotos völlig unbedeutend, mit im Bild war, bildet eine Wand mit dunklen Fenstern und eine Reihe Heizungsrippen den Hintergrund. Tadeusz‘ Fetischisierung des Objekts ergreift auch die Figur, die in seiner Sicht so die gleiche Wertigkeit erhält wie die sie umgebende Welt.  Anerkennung und Entwertung berühren sich, in der Vergegenständlichung des Menschen und der Vermenschlichung der Gegenstände, die der Frauenakt “Bügeleisen“ (1967) schon im Titel zum Ausdruck bringt, und nicht zuletzt im Verhältnis von Figur und Hintergrund.

Es ist löblich, dass das Westfälische Landesmuseum an Norbert Tadeusz als einen westfälischen Künstler erinnert: Der 1940 in Dortmund Geborene lehrte auch in Münster, von 1973 bis 1988 an der dortigen Abteilung der Kunstakademie Düsseldorf. Es ist kunstgeschichtlich interessant, ihn als gegenständlich malende Ausnahme gegenüber seinen eher minimalistischen akademischen Generationsgenossen zu präsentieren. Und natürlich besetzt auch die Selbstdefinition Tadeusz‘ als „nur Maler“ eine Position im kunsttheoretischen Diskurs, wenn auch keine von spektakulärer Brillianz.

Die Ausstellung Norbert Tadeusz zeigt, dass es ästhetisch schwerlich genügt, nur Maler zu sein.

Die Ausstellung – Norbert Tadeusz  ist bis 2.8.2020 im LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster, Domplatz 10, 48143 Münster zu sehen.  Eintritt: 9.00 €, reduziert 4,50 €,  Besucherservice: +49 251 5907 210,,  e-mail: museumkunstkultur@lwl.org

Öffnungszeiten: Di – So 10.00 bis 18.00 Uhr, jeden 2. Freitag im Monat, 10.00 – 24.00 Uhr, ab 18.00 Uhr freier Eintritt.

Der im Verlag Kettler erschienene, mit 141 Seiten umfänglich bebilderte Katalog Norbert Tadeusz kostet 24,90 €. Coronabedingt sind bis auf weiteres nur 180 Personen im Museum zugelassen, in der Ausstellung nur gegen 30,  etwa 4 Personen pro Raum.

HINWEIS:  Das Tanztheater Münster und das LWL-Museum für Kunst und Kultur arbeiten anlässlich der Ausstellung Norbert Tadeusz (bis 2.8.) zusammen. Dafür treten die Tänzerinnen des Theaters vor der Kamera in einen Dialog mit Tadeusz‘ Werken. Der Film wird der Öffentlichkeit am Mittwoch (3.6.2020) um 19 Uhr über die digitalen Museumskanäle auf YouTube, Facebook und Instagram online präsentiert.

 

—| ioco-art LWL Museum Kunst und Kultur |—

Münster, LWL-Museum Kunst und Kultur, Turner – Horror and Delight, IOCO Aktuell, 08.11.2019

November 7, 2019 by  
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 Landesmuseum Münster mit Lichtplastik von Otto Piene. © Hanns Butterhof

Landesmuseum Münster mit Lichtplastik von Otto Piene © Hanns Butterhof

Landesmuseum Münster

William Turner-Ausstellung – Landesmuseum Münster

Turner – Horror and Delight  – Farbenpracht und Atmosphäre

von Hanns Butterhof

 William Turner (1775 – 1851) gilt als der bedeutendste britische Landschaftsmaler. Ihm widmet das LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster die eindrucksvolle Ausstellung „Turner – Horror and Delight“. In 6 Sälen sind 75 seiner Werke aus dem riesigen Fundus der Londoner Tate zu sehen, in der Hauptsache Aquarelle und Ölgemälde. Kuratorin Judith Claus präsentiert sie aufschlussreich unter thematischen und biographischen Gesichtspunkten, so dass Turners Entwicklung auch im Vergleich mit 30 Leihgaben zu themengleichen Werken von Vorläufern und Zeitgenossen von seinen Anfängen bis zum Spätwerk verfolgt werden kann.

Turner, mit vollem Namen Joseph Mallord William Turner, hat in den 60 Jahren seines künstlerischen Schaffens ein ungeheures Werk hervorgebracht. Die Tate hütet etwa 1.600 Gemälde und 20.000 Aquarelle. In 280 Skizzenbüchern hielt Turner die flüchtigen Eindrücke in der Natur fest, die er dann in seinem Atelier auch aquarellistisch detailliert ausführte; Freilichtmalerei war noch nicht Mode. Schon als 14-Jähriger wurde Turner als frühreifes Wunderkind Stipendiat der Royal Academy in London, mit 32 erhielt er dort eine Professur für Perspektive. Das ist insofern bemerkenswert, als in dem Werk, dem er heute seine Berühmtheit verdankt, die Form zugunsten der Farbe, den Gegenstand zugunsten der Atmosphäre zurücktritt.

William Turner Ausstellung Münster / hier Fischer auf See von Wiolliam Turner © Tate 2019

William Turner Ausstellung LWL – Münster / hier Fischer auf See von Wiolliam Turner © Tate 2019

Die Auflösung der Form lag in Turners Anfängen so wenig im Trend wie seine entschiedene Hinwendung zur Landschaftsmalerei, die als untergeordnete Kunstgattung und eher tauglich als Hintergrund für die hochgeschätzte Historienmalerei galt. An Claude Lorrain (1600 – 1682) und dessen lichtdurchfluteten Landschaften fand Turner einen Leitstern, an dem er sich zeitlebens orientierte und maß; testamentarisch verfügte er, dass 2 seiner Gemälde in die Sammlung der National Gallery übergehen und dort neben 2 Werken Lorrains ausgestellt werden sollten – ein schönes Zeugnis von tiefer Verehrung und hohem Selbstbewusstsein gleichermaßen.

Bis das Publikum der Ausstellung auf das titelgebende Horror and Delight eingestimmt wird,  findet es im ersten Saal der Ausstellung die recht akademisch gemalten Anfänge Turners und seiner Zeitgenossen, etwa seinem Lehrer Philippe Jacques Loutherbourg (1740 – 1812), der mit dem „Schiffswrack“ von 1793 vertreten ist. Als Blickfang prangt hier Turners erstes Ölgemälde „Fischer auf See“ von 1796, ein düsteres Nachtbild, auf dem Fischerboote bei fahlem Mondlicht mit der unruhigen See kämpfen.

Was Horror and Delight meint – der englische Titel der Ausstellung ist wohl dem Umstand geschuldet, dass sie, von Luzern kommend, nach Münster über Nashville nach Quebec weiterwandern wird – könnten im zweiten Saal zwei Bilder durch ihre Hängung an einer Stellwand verdeutlichen. Den Blick fesselt zunächst Turners gegen 1810 entstandenes Gemälde „Abgang einer Lawine in Graubünden“, als wäre es programmatisch für den Schrecken zuständig. In seinem Vordergrund wird eine winzige Holzhütte von riesigem Lawinenmaterial zerschmettert, während im Mittelgrund die Schneemassen eines Bergmassivs sich mit dem unwetterlich düsteren Himmel verbinden. Auf der Rückseite der Stellwand dagegen findet sich als absoluter Kontrast Turners um 1840 gemalter „Sonnenuntergang über einem See“, ein nahezu gegenstandslos lichtes Farbenspiel in Gelb- und Rottönen, als wäre es beispielhaft für das ersprießliche Ergötzen, für das Turners Werk gängigerweise steht.

LWL Münster / William Turmer Ausstellung © Tate 2019

LWL Münster / William Turmer Ausstellung © Tate 2019

Die tiefere Bedeutung des  Begriffpaars Schrecken und ersprießliches Ergötzen weist auf den Begriff des „Erhabenen“ in der Ästhetik des englischen Philosophen Edmund Burke (1729 – 1797) hin. Er beschreibt einen Naturgegenstand, der so gewaltig ist, dass der Mensch seiner Macht nichts entgegensetzen kann. Im Kunstwerk ist sein Schrecken umso anziehender und ergötzlicher, je furchteinflößender er ist und je mehr sich der Betrachter in Sicherheit weiß. Diese Idee der Erhabenheit liegt vielen Bildern Turners zugrunde und mag ihn an den Alpen mit ihren engen Schluchten und zerklüfteten Bergen immer wieder gereizt haben wie die anderen gezeigten Attraktionen der Schweiz; mehrfach aquarelliert Turner die Rigi, den Luzerner Hausberg über dem Vierwaldstättersee, zu verschiedenen Tageszeiten und Stimmungen und studiert dabei hauptsächlich die veränderliche Atmosphäre.

In einem weiteren Saal bricht dann das Licht Italiens aus Turners Bildern. Bis auf das 1840 sehr  gegenständlich gemalte Bild „Venedig, Die Seufzerbrücke“, das an den großartigen Postkartenstil des italienischen Malers Canaletto (1697 – 1768) erinnert, zeigen die Venedig-Aquarelle viel morgend- und abendliche Atmosphäre. Die Kirche Maria della Salute am Canale Grande löst sich auf dem Gemälde von 1844 nahezu in Licht und Dunst auf. In Rom lässt der reisefreudige Turner nicht nur den Konstantinbogen oder Tivoli in Farbigkeit aufgehen, sondern entwirft auch ideale Landschaften im Stil seines Vorbilds Lorrain wie die um 1828 entstandene „Südliche Landschaft mit Aquädukt und Wasserfall“.

Wie beliebt Seestücke zu Turners Zeit waren, zeigt ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung. Von den akademisch gemalten Schiffbrüchen seiner Vorläufer wie Willem van de Velde d.J. (1633 – 1707) oder Zeitgenossen wie Francis Danby (1793 – 1861) heben sich Turners nahezu abstrakte Aquarelle deutlich ab. Der zwischen 1827 und 1843 entstandene „Strand von Brighton“ oder die um 1838 entstandene Studie „Dampfer und Feuerschiff“ sind fast pures Licht, während der 1842 gemalte „Schneesturm“ ein Dampfboot nur ahnen lässt, das in einem Wirbel von Schnee und  aufgepeitschten Wellen um die Einfahrt in einen Hafen ringt. Das Gemälde zieht den Betrachter gewaltig wie durch einem Strudel in sich hinein und vermittelt rein atmosphärisch mit dem Erhabenen des Geschehens sowohl dessen Schrecknis wie auch das erleichterte Ergötzen dabei, sich selber nicht an Bord zu befinden und alles aus sicherer Position betrachten zu können.

Wie deutlich Turner ein Vorläufer unserer Moderne ist, zeigt ein dem Spätwerk gewidmeter Raum. Er enthält im wesentlichen lichte, abstrakte Seestücke in suggestiver Farbgebung aus dem Nachlass, bei denen nicht eindeutig geklärt ist, ob sie nicht bloß unvollendet sind. Die einzige Ausnahme macht das düstere, 1842 entstandene Bild „Friede – Seebestattung“, mit dem Turner seinem verstorbenen Freund David Wilkie mit einem tiefschwarzen Segelschiff vor kaltem, graublauem Himmel ein Denkmal setzte.

 William Turner Ausstellung - LWL Münster / hier William Turner: Dampfer und Feuerschiff © Hanns Butterhof

William Turner Ausstellung – LWL Münster / hier William Turner: Dampfer und Feuerschiff © Hanns Butterhof

Der letzte Raum der Ausstellung gilt Visionen von Untergang und Auferstehung. Hier misst sich Turners Sintflut von 1805 mit dem selben 1834 von John Martin (1789 – 1854) eindrucksvoll gemalten Motiv. An Turners Bild zeigt sich, dass die Darstellung von Menschen nicht seine starke Seite ist. Im Vordergrund wirken sie wie steife Staffage zum bewegten Naturgeschehen, das sich hinter ihnen dramatisch abspielt. Jahre später, 1843, findet Turner dann mit den beiden Gemälden „Schatten und Dunkelheit – Der Abend der Sintflut“ sowie „Licht und Farbe (Goethes Farbenlehre) – Der Morgen nach der Sintflut“ dazu einen eigenständigeren Ausdruck. Hier geht es nicht mehr um den Schrecken für die Menschen, sondern der abstrakte Farbenwirbel  enthält das optimistisch aufgeklärte und wohl noch heute gültige Versprechen, dass selbst nach Katastrophen, an denen auch Turners Zeit nicht arm war, das Leben weitergeht.

Die von Judith Claus in Kooperation mit der Tate London klug kuratierte Ausstellung im Münsteraner Landesmuseum ist atmosphärisch dicht und farbenprächtig. Sie zeigt aspektreich William Turner in seiner Entwicklung und kann kaum anders, als mit ihrer relativ kurzen Laufzeit von nicht ganz drei Monaten ein Publikumsmagnet zu werden.

Mit einem Digitorial ® bietet das Landesmuseum die Möglichkeit, sich auf den Ausstellungsbesuch vorzubereiten und multimedial die Welt Turners zu erkunden: www.turner2019.de   Die Ausstellung Turner – Horror and Delight dauert vom 8.11.2019 bis 26.1.2020.

Öffnungszeiten:  Wegen der erwarteten großen Nachfrage öffnet das Museum Dienstag bis Donnerstag von 9.00 bis 18.00 Uhr, Freitag bis Sonntag von 10.00 bis 20.00 Uhr, am 2. Freitag im Monat bis 24.00 Uhr.

Besucherservice:  0251 5907 201 oder besucherbuero@lwl.org,  Eintritt: 13,00 €, ermäßigt 6,50 €. Am 2. Freitag im Monat ab 18.00 Uhr frei.

Der im Sandstein Verlag erschienene, 264 Seiten starke, ausführlich bebilderte Katalog zur Ausstellung kostet im Museumsladen 27,00 €, im Buchhandel 39.80 €.

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