Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Premiere Pygmalion und Martinus Ariadne, 22.04.2018

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Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg © IOCO

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  Pygmalion von Donizetti –   Ariadne von Martinus

Die Plattform Regie gibt Künstlern der Deutschen Oper am Rhein die Möglichkeit, am eigenen Haus selbst Inszenierungen zu entwickeln. Bei der Premiere am Sonntag, 22. April, um 18.30 Uhr im Theater Duisburg stellen sich Kinga Szilágyi und Volker Böhm mit zwei Einaktern aus zwei verschiedenen Stilepochen vor, die auf antiken Stoffen basieren. Beide handeln von Irrwegen der Liebe und existenziellen Auseinandersetzungen mit dem eigenen Ich: Pygmalion erzählt von einem Künstler, der sich in seine Kunst verliebt; Ariadne stellt uns den Athener Helden Theseus vor, der im Kampf um die Geliebte in sich selbst seinen erbitterten Gegner findet.

Deutsche Oper am Rhein / Pygmalion -Ariadne © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein /
Pygmalion -Ariadne © Hans Jörg Michel

Volker Böhm, Erster Spielleiter an der Deutschen Oper am Rhein, inszeniert Pygmalion. Es ist das erste Bühnenwerk des späteren Belcanto-Meisters Gaetano Donizetti und trägt erste Anzeichen eines Künstler­dramas. Unter der musikalischen Leitung von Ville Enckelmann sind Ovidiu Purcel als Pymalion und Lavinia Dames als Galathea zu erleben. Kinga Szilágyi, die seit der Spielzeit 2014/15 als Regieassistentin an der Deutschen Oper am Rhein engagiert ist, setzt Bohuslav Martinus EinakterAriadne in Szene. Musikalisch geleitet von Jesse Wong singt Heidi Elisabeth Meier die Titelpartie an der Seite von Laimonas Pautienius als Theseus und Lukasz Konieczny als Minotaurus.

 

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Duisburg |—

Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Maria Stuart von Gaetano Donizetti, 15.12.2017

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Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg © IOCO

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  Maria Stuarda von Gaetano Donizetti

Tragedia lirica in drei Akten nach Friedrich von Schiller – Libretto von Giuseppe Bardari, In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Was wäre gewesen, wenn sich die englische Königin Elisabeth und ihre Cousine Maria Stuart, die Königin von Schottland, tatsächlich begegnet wären? So wie Friedrich Schillers Schauspiel Maria Stuart findet auch die Oper von Gaetano Donizetti in der fiktiven Begegnung der beiden starken Frauen ihren dramatischen Höhepunkt. Mit der Premiere am Freitag, 15. Dezember, präsentiert die Deutsche Oper am Rhein im Theater Duisburg die Neuinszenierung seiner Oper Maria Stuarda. Lukas Beikircher übernimmt die musikalische Leitung.

Guy Joosten, der an der Deutschen Oper am Rhein zuletzt Poulencs Dialogues des Carmélites und Verdis Don Carlo inszenierte, ist ein Spezialist für die Werke des Belcanto. Die packenden Konflikte und Machtspiele in Donizettis Oper setzt er im Team mit Roel Van Berckelaer (Bühnenbild), Eva Krämer (Kostüme), Stefan Bolliger (Lichtdesign) und einer bemerkenswerten Sängerbesetzung in Szene: Die an der Deutschen Oper am Rhein bereits als Violetta und Elisabetta gefeierte Olesya Golovneva gibt als Maria Stuarda ein weiteres spannendes Rollendebüt. Sarah Ferede, die in Duisburg zuletzt als Eboli begeisterte, steht ihr als Elisabetta gegenüber. Nach seinem großen Erfolg als Don Carlo gastiert der italienische Tenor Gianluca Terranova jetzt als Graf von Leicester, dessen Liebe den Konflikt der beiden Rivalinnen befeuert. Laimonas Pautienius ist als Lord Guglielmo Cecil, Bogdan Talo als Giorgio Talbot und Iryna Vakula als Anna Kennedy zu erleben.

Musikalische Leitung: Lukas Beikircher Licht: Stefan Bolliger, Inszenierung: Guy Joosten Chorleitung: Gerhard Michalski, Bühne: Roel Van Berckelaer Dramaturgie: Bernhard F. Loges, Kostüme: Eva Krämer

Mit: Maria Stuarda: Olesya Golovneva;  Robert, Graf von Leicester: Gianluca Terranova;
Elisabetta I.: Sarah Ferede; Lord Guglielmo Cecil: Laimonas Pautienius, Anna Kennedy: Iryna Vakula Giorgio Talbot: Bogdan Talo, Orchester: Duisburger Philharmoniker Chor: Chor der Deutschen Oper am Rhein


Maria Stuarda im Theater Duisburg; Vorstellungen:  Fr 15. Dezember – 19.30 Uhr (Premiere) / Mi 20. Dezember – 19.30 Uhr / Sa 23. Dezember – 19.30 Uhr / Do 28. Dezember – 19.30 Uhr / Fr 5. Januar – 19.30 Uhr / Do 11. Januar – 19.30 Uhr / So 14. Januar – 15.00 Uhr / Mi 30. Mai – 19.30 Uhr / Fr 8. Juni – 19.30 Uhr / Sa 16. Juni – 19.30 Uhr

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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti, 31.10.2017

Oktober 30, 2017 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Lucia di Lammermoor –  Donizettis Beziehungsdrama

Liebe und Wahnsinn im Düsseldorfer Opernhaus

Gaetano Donizettis Lucia di Lammermoor ist eine atemberaubende Oper über Leidenschaft, Liebe, Machtgier und Intrigen und zählt zu den großen Klassikern des Belcanto-Repertoires. Die legendäre Wahnsinnsarie der Lucia gilt mit ihren hohen stimmlichen Herausforderungen und ihrer Dauer von etwa 16 Minuten als Glanzpunkt des Koloraturfachs. An der Deutschen Oper am Rhein ist Lucia di Lammermoor ab Donnerstag, 31. Oktober, 19.30 Uhr mit Adela Zaharia in der Titelpartie zu erleben. Erst vor wenigen Wochen bestritt Zaharia mit ebendieser Wahnsinnsarie das Finale von Placido Domingos renommiertem „Operalia“-Gesangswettbewerb und wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Deutsche Oper am Rhein / Lucia di Lammermoor - Adela Zaharia (Lucia), Bogdan Baciu (Enrico) © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Lucia di Lammermoor – Adela Zaharia (Lucia), Bogdan Baciu (Enrico) © Hans Jörg Michel

Inhaltlich ist Donizettis Opernthriller das schottische Pendant zur tragischen Liebesgeschichte von Romeo und Julia. Angelehnt an Walter Scotts Roman Die Braut von Lammermoor geht es um die leidenschaftliche Liebe zwischen Lucia und Edgardo, deren Heiratswunsch Lucias Bruder Enrico aus machtpolitischen Gründen durch eine Intrige zu verhindern weiß. Lucia wird stattdessen zur Eheschließung mit Enricos Wunschkandidaten Arturo gezwungen. Voller Verzweiflung ermordet sie diesen in der Hochzeitsnacht und verfällt dem Wahnsinn. Neben Adela Zaharia sind in den Hauptpartien Ovidiu Purcel als Edgardo sowie Laimonas Pautienius alternierend mit Bogdan Baciu als Enrico zu erleben. Unter der musikalischen Leitung von Antonino Fogliani, Principal Guest Conductor an der Deutschen am Rhein, spielen die Düsseldorfer Symphoniker. Es singt der Chor der Deutschen Oper am Rhein.

Lucia di Lammermoor  im Opernhaus Düsseldorf: Di 31.10. – 18.30 Uhr / Fr 10.11. – 19.30 Uhr / Fr 17.11. – 19.30 Uhr, Fr 01.12.2017Do 18.01.2018 19.30 Uhr, PMDOR

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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere Don Carlo, IOCO Kritik, 13.02.2016

Februar 16, 2016 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Ramona Zaharia (Eboli), Gianluca Terranova (Don Carlo), Olesya Golovneva (Elisabetta di Valois) FOTO © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Ramona Zaharia (Eboli), Gianluca Terranova (Don Carlo), Olesya Golovneva (Elisabetta di Valois) FOTO © Hans Jörg Michel

 Don Carlo von Giuseppe Verdi

Vor gut 15 Jahren gab es die letzte Don Carlo–Inszenierung an der Deutschen Oper am Rhein. John Fiore dirigierte und Christof Loy inszenierte.

Für die aktuelle Inszenierung, die am vergangenen Samstag im Düsseldorfer Opernhaus Premiere hatte, wurde der flämische Regisseur Guy Joosten betraut. Es ist seine dritte Arbeit für die DOR, nach Frau ohne Schatten (2008) und Les Dialogues des Carmelites (2010). Wieder, wie bei seinen vorherigen Produktionen für die DOR, besticht seine Handwerklichkeit, die Detailverliebtheit, weniger seine Personenführung, die ziemlich statisch ausfiel.

Für die Sänger ist das natürlich von Vorteil, sie können sich ganz aufs Singen konzentrieren, zumal sein Ensemble fast ausschließlich aus jungen Leuten bestand, die größtenteils ihre Partien zum ersten Mal sangen.

Joosten erzählt die Geschichte des unglücklichen spanischen Infanten und seiner aussichtslosen Liebe zu Elisabetta, seiner Stiefmutter, schnörkellos und nachvollziehbar. Aber insgesamt gesehen bleibt seine Inszenierung zu harmlos. Der Sprengstoff, der in der hochpolitischen Geschichte steckt, kommt nicht zum Ausbruch.

Sein Bühnenbildner Alfons Flores schuf ihm einen Einheitsraum aus wabenartigen Wänden, die in verschiedenen Farben, der Situation entsprechend, ausgeleuchtet wurden (Licht: Manfred Voss).  Sehr schön geraten sind die Kostüme, die Eva Krämer im Stil des Spanien unter Philipp II geschaffen hat.

Deutsche Oper am Rhein / Olesya Golovneva (Elisabetta di Valois) FOTO © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Olesya Golovneva (Elisabetta di Valois) FOTO © Hans Jörg Michel

Wie schon erwähnt, waren größtenteils junge Sänger auf der Bühne, die ihre Partien stimmlich aufs Beste bewältigten. Darstellerisch wurden sie weniger gefordert. Traumfaft schön sang die Russin Olesya Golovneva die Elisabetta und sie klang so überwältigend jung, wie sie selber ist. Sie war in ihrem zurückhaltenden Spiel sehr glaubwürdig.

Der italienische Tenor Gianluca Terranova ließ seine Prachtstimme strömen. Klangfarbe, Wärme und eine gleichbleibende, schöne Tonproduktion gaben dem Titelhelden Don Carlo (vom Regisseur als Psychopathen gezeichnet) Gewicht.

Der Finne Laimonas Pautienius war vokal, wie auch im Spiel, ein edler Posa, den er mit Intensität gestaltete. Sein gut klingender Bariton hat zwar nicht die große Durchschlagskraft für diese Partie, konnte aber mit vielen Farbschattierungen in der Stimme überzeugen.  Der junge rumänische Bass Adrian Sampetrean war mit dem Filippo betraut, den er auch durchaus glaubhaft spielte. Vokal braucht seine angenehm tönende Stimme noch etwas Reife und noch mehr Volumen für diese Rolle.

Deutsche Oper am Rhein / Ramona Zaharia (Eboli), Anna Tsartsidze (Tebaldo), Damenchor FOTO © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Ramona Zaharia (Eboli), Anna Tsartsidze (Tebaldo), Damenchor FOTO © Hans Jörg Michel

Die Principessa Eboli verkörperte die Rumänin Ramona Zaharia. Sie hat einen jugendlich klangschönen Mezzosopran, sehr ausgeprägt in der hohen Tessitura, den sie aber vielfach zu auftrumpfend einsetzte. Noch ist die Rolle für sie eine vokale Grenzpartie. Im Spiel war sie sehr agil.

Die Unbeugsamkeit und unnachgiebige Härte des Großinquisitors kamen bei Sami Luttinen markant in Spiel und Stimme zum Ausdruck. Gut bis ausreichend waren die vielen Nebenrollen besetzt. Ausgezeichnet klangen die Chöre, wie immer von Gerhard Michalski vorzüglich einstudiert.

Die Düsseldorfer Symphoniker waren hörbar in Höchstform. Kein Wunder bei der vibrierenden Intensität des ukrainischen Gastdirigenten Andriy Yurkevych, der Verdis glühende Musik “con espressivo“ aufblühen ließ. Ihre lyrische Feinheit, wie auch die glutvolle Dramatik, traf er traumhaft gut. Yurkevych setzte auf größtmögliche Durchsichtigkeit. Lärmorgien blieben aus. Ganz ausgezeichnet auch sein Kontakt zu den Sängern auf der Bühne. Er vermittelte ihnen höchste Sicherheit.

Das Premierenpublikum im nahezu ausverkauften Haus jubelte lautstark. Aber die Missfallenskundgebungen für das Regieteam waren massiv und nicht zu überhören.

IOCO / UGK / 13.02.2016

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