Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Ab 7.6.2020 – Konzerte, Jan Liesiecki, Kopfnoten …, IOCO Aktuell, 28.05.2020

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Konzerthaus Dortmund

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

 KONZERTHAUS DORTMUND –  nimmt Spielbetrieb auf !

Ab 7. Juni 2020 werden die letzten Konzerte der Saison 2019/20 unter Maßgaben des Wiedereröffnungskonzepts gespielt

»Ein Konzerthaus ohne Besucher ist wie ein Fisch ohne Wasser – es atmet nicht«, so Intendant Dr. Raphael von Hoensbroech. »Das habe ich auch bei unseren Livestreams der letzten Wochen gemerkt: So besonders und schön diese Konzerte auch waren, ihnen fehlte das lebendige Zutun des Publikums, das aktive Zuhören, das die Künstler so spüren. So war es uns ein großes Anliegen, die Chance zu nutzen, wenigstens ein paar Konzerte im Juni zu spielen. Dazu haben wir die letzten Wochen intensiv genutzt, Abstandsregeln und Hygienevorschriften in ein Wiederöffnungskonzept zu überführen, das vom Gesundheitsamt genehmigt wurde und bei dem wir Publikum, Künstler und unser Team vor Ansteckung schützen.«

  • Tonhalle Düsseldorf  (link HIER!) am Pfingstsonntag, 31. Mai  16 Uhr, erklingt hier das erste Konzert vor 100 Besuchern seit der  Schließung; Karten werden geschenkt  

Etwas weniger als 400 Gäste dürfen nun je Konzert ins Konzerthaus Dortmund, es gibt keine Pause, dafür werden manche Konzerte zweimal gespielt. Bei den Karten für die im Juni stattfindenden Konzerte werden die früher eingegangenen Buchungen zuerst berücksichtigt, später eingegangene Buchungen müssen gegebenenfalls storniert werden. In letzterem Fall wird ein Gutschein ausgestellt.

Intendant von Hoensbroech in Corona-Zeiten – das Konzerthaus, Simon Rattle, Spielplan 2020/21 und mehr – auch hier online
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Für die Sicherheit beim Konzertbesuch wird die Besucherzahl pro Konzert auf ein Viertel der Saalkapazität begrenzt und das Publikum großzügig auf alle Bereiche im Saal verteilt. Der Eintritt in den Konzertsaal erfolgt über ein Einlasskonzept mit zwei Gruppen: Besucher mit Plätzen in der Mitte einer Reihe betreten zuerst den Saal, erst danach Besucher mit Randplätzen. Die Wegeführung wird so gestaltet, dass Begegnungen minimiert werden; Markierungen machen den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern sichtbar.

Die Konzertdauer ist auf maximal 90 Minuten begrenzt. Das Betreten des Konzerthauses ist ausschließlich mit Mund-Nasen-Schutz erlaubt, der nur während des Konzerts im Saal abgenommen werden darf. Garderobe darf mit in den Saal genommen werden.

konzerthaus dortmund orchesterGegebenenfalls ändern sich Anfangszeiten und Termine der Konzerte (siehe Aufstellung unten) sowie das Konzertprogramm, da auf der Bühne nur eine begrenzte Anzahl Musiker erlaubt ist. Besonders hervorzuheben ist, dass Exklusivkünstlerin Mirga Gražinyte-Tyla dafür gewonnen werden konnte das Konzerthausorchester Berlin am 7. Juni zu leiten, da aufgrund der Beschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise Christoph Eschenbach leider nicht dirigieren kann. Für Angela Hewitt, die aufgrund von Reisebeschränkungen nicht auftreten kann, springt am 17. Juni Starpianist Víkingur Ólafsson ein.

Aktuelle Informationen zu Programmänderungen werden auf der jeweiligen Veranstaltungsseite auf www.konzerthaus-dortmund.de veröffentlicht.

Das Restaurant Stravinski öffnet zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn sowie nach den Konzerten. Reservierungen per E-Mail an kontakt@restaurantstravinski.de unter Angabe von Namen, Anschrift und Telefonnummer.

Auch die anderen der vier großen Konzerthäuser und Philharmonien in Nordrhein-Westfalen, die Tonhalle Düsseldorf, Philharmonie Essen und Kölner Philharmonie, planen den Konzertbetrieb wieder aufzunehmen. Die Intendanten Raphael von Hoensbroech, Michael Becker, Hein Mulders und Louwrens Langevoort sind dazu in enger Abstimmung und freuen sich sehr darauf, Ihre Häuser endlich wieder für Publikum öffnen zu dürfen – selbstverständlich unter strenger Beachtung aller Hygiene- und Abstandsregeln.

Das Wiedereröffnungskonzept gilt unter dem Vorbehalt etwaiger späterer anderslautenden behördlichen Verordnungen. Nach derzeitiger unverbindlicher Aussage der Ministerien soll ein Spielbetrieb ohne Obergrenze nach Pfingsten wieder möglich sein, sofern die Hygieneund Abstandsvorschriften eingehalten werden und die Infektionszahlen nicht erneut wesentlich ansteigen.

Folgende Konzerte finden (zum Teil mit Programmänderung) statt:

So 07.06.2020 – Konzerthausorchester Berlin – Das Konzert findet unter der Leitung von Mirga Gražinyte-Tyla und mit Cellist Kian Soltani statt. Das Programm wird angepasst. Es wird zwei Vorstellungen geben: um 16.00 Uhr und 19.00 Uhr. Die Kinderbetreuung kann leider nicht angeboten werden.

So 07.06.2020 – Federspiel – Das Konzert wird auf Fr 19.06.2020, 20.00 Uhr verschoben. Die Rhino-Kids-Einführung kann leider nicht angeboten werden.

Mo 08.06.2020 – Klavier-Festival Ruhr – Jan Liesiecki & Chamber Orchester of Europe Das Konzert findet als Solorecital mit Jan Lisiecki und angepasstem Programm statt. Es wird zwei Vorstellungen geben. Weitere Informationen vom Veranstalter.

Mi 10.06.2020 – Junge Wilde – Emmanuel Tjeknavorian Das Konzert findet mit leicht verändertem Programm statt. Es wird zwei Vorstellungen geben:

Mi 10.06.2020, 19.00 Uhr und Do 11.06.2020, 19.00 Uhr. Die Rhino-Kids-Einführung kann leider nicht angeboten werden.

So 14.06.2020 – Neuland: Force & Freedom – Das Konzert findet mit einem Alternativprogramm unter dem Titel »Force & Freedom. Beethoven-Variationen in Coronazeiten« statt.

Mo 15.06.2020 – Kopfnoten – Die Veranstaltung findet wie geplant statt, wird aber in den Saal des KONZERTHAUS DORTMUND verlegt.

Mi 17.06.2020 – Klavierabend – Angela Hewitt kann aufgrund von Reisebeschränkungen nicht auftreten. Stattdessen präsentiert Shootingstar Víkingur Ólafsson ein alternatives Bach-Programm, bei dem der Pianist Originalwerke des Komponisten mit Transkriptionen virtuos verschmelzen lässt.

Do 18.06.2020 – Klavier-Festival Ruhr – Igor Levit & WDR Sinfonieorchester Das Konzert findet als Solorecital mit Igor Levit und angepasstem Programm statt. Es wird zwei Vorstellungen geben. Weitere Informationen vom Veranstalter.

Sa 20.06.2020 – Beethoven _ Marathon – Streichquartette Die beiden Konzerte finden mit gekürzten Programmen statt. Die Konzerte beginnen um 17.00 Uhr (statt 15.00 Uhr) und 20.00 Uhr.

Di 23.06.2020 – Bodo Wartke – Das Konzert findet statt, das Programm muss den Gegebenheiten angepasst werden. Es wird drei Vorstellungen geben: 23.06.2020, 18.30 Uhr + 21.00 Uhr, 24.06.2020, 20.00 Uhr.

Folgende Konzerte werden in die nächste Saison verschoben:
Sa 06.06.2020 – Klangvokal Musikfestival: Himmelsmusik Das Konzert wird auf den 17.01.2021 verschoben.
Do 11.06.2020 – Klangvokal Musikfestival: Angelique Kidjo Das Konzert wird auf den 23.10.2020 verschoben.
Mo 15. + Di 16.06.2020 – Helge Schneider Die Vorstellungen werden auf den 22. & 23.02.2021 verschoben.
So 21.06.2020: Max Mutzke & WDR Funkhausorchester – Das Konzert wird auf den 28.02.2021, 18.00 Uhr verschoben.

Folgende Konzerte müssen leider entfallen:
Mo 01.06.2020 – Festkonzerte 2020 der Chorakademie
Mi 03.06.2020 – Stummfilmkonzert der Dortmunder Philharmoniker
Fr 05.06.2020 – La Fura dels Baus: Pastoral for the Planet
Mo 22.06.2020 – Joyce DiDonato: Songplay
So 28.06.2020 – Beethoven-Marathon der Dortmunder Philharmoniker

Bei weiteren Fragen – Ticketing_T 0231 – 22 696 200 zur Verfügung. Öffnungszeiten: Mo – Fr 10.00 – 18.30 Uhr Sa 11.00 – 15.30 Uhr

—| Pressemeldung Konzerthaus Dortmund |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Manon Lescaut – Giacomo Puccini, IOCO Kritk, 14.11.2019

November 13, 2019 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Oper Frankfurt

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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Manon Lescaut – Giacomo Puccini

– Eine Frau sucht das unbedingte Glück –

von Hanns Butterhof

An der Oper Frankfurt hat Àlex Ollé vom katalanischen Theaterkollektiv La Fura dels Baus Giacomo Puccinis Erfolgsoper Manon Lescaut von 1893 radikal ins Heute verlegt. Manon ist jetzt eine Migrantin, die in einem reichen Land ihr Glück sucht und an ihrer unbekümmerten Unbedingtheit scheitert. Asmik Grigorian als Manon und Joshua Guerrero als Des Grieux sind gesanglich wie darstellerisch ein Traumpaar.

Àlex Ollé inszeniert topaktuell –  Puccinis „Manon Lescaut“ mit dem Traumpaar Asmik Grigorian und Joshua Guerrero

Mit zwei Videoprojektionen verortet Àlex Ollé die Handlung fest im Heute: Eine Gruppe Migranten, unter denen sich auch Manon befindet, durchschneidet einen Grenzzaun und schlüpft ins vermeintlich Gelobte Land. Manon sieht man dann als Näherin in einer Textilfabrik, wo sie männlichen Zudringlichkeiten ausgesetzt ist – Grund genug, um weiter zu ziehen auf der Suche nach dem Glück.

Manon Lescaut – Giacomo Puccini
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Wenn dann Manon (Asmik Grigorian) auf einem überdachten Busbahnhof ankommt, der mit Menschen aller Art und Herkunft gefüllt ist, fällt sie wegen ihrer Schönheit nicht nur Geronte (Donato di Stefano) auf, einem schmierigen Bordellbetreiber, der hier nach Frischfleisch für sich und sein Etablissement Ausschau hält. Ihr Prolo-Schick mit ausgewaschenen Jeans und Glitzertasche (Kostüme: Lluc Castells), auch ihr leicht strähniges Blondhaar prädestinieren sie zur Beute. Sie entflammt auch den jungen Studenten Des Grieux (Joshua Guerrero), der sie vor Gerontes Absichten warnen und bewegen kann, mit ihm abzuhauen, dem großen Liebes-Glück entgegen.

Doch Liebe ist nicht alles, was Manon sucht. Daher verlässt sie den armen Des Grieux und kommt mit Hilfe ihres Bruders (Iurii Samoilov) auf Geronte und dessen Angebot zurück, als seine Geliebte mit ihm ein Leben in Luxus und Reichtum zu leben. In seinem Nachtclub tanzt sie nun in roter Trikotage mit anderen leichtbekleideten Frauen und trauert dem einfachen Liebesleben mit Des Grieux nach. Als dieser auftaucht und nach den gebührenden Vorwürfen gegen die untreue Manon doch seine ungebrochene Liebe eingesteht, fassen beide den Entschluss zur erneuten Flucht. Doch Manon will nicht nur die Liebe zurück, sondern auch den Reichtum nicht lassen. Es kostet sie so viel Zeit, ausgiebig die Kassen des Nachtclubs zu leeren, dass die von Geronte herbeigerufene Polizei Manon als Diebin festnehmen kann.

Der Versuch Lescauts und Des Grieux‘ scheitert, die hinter Gittern in Abschiebehaft gehaltene Manon zu befreien. Des Grieux gelingt es nur, seinen Schmerz über die Trennung von seiner Geliebten so mitleidserregend vorzubringen, dass ihm erlaubt wird, auf dem Schiff mitzufahren, das Manon und die anderen Abgeschobenen außer Landes bringt.

Oper Frankfurt / Manon Lescaut - hier :  Ensemble vor dem LOVE - Symbol © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Manon Lescaut – hier : Ensemble vor dem LOVE – Symbol © Barbara Aumüller

Manon und Des Grieux finden sich schließlich beide in einem wüsten Niemandsland wieder. Die dreidimensionalen Riesenbuchstaben LOVE, die auch bisher in jedem Akt in verschiedener Funktion und Beleuchtung präsent waren (Bühne: Alfons Flores), sind nun die einzigen Bühnenelemente, zuerst spiegelbildlich, dann bei qualvoll langsamer Drehung in absoluter Seitenansicht wie ein Betonpfeiler und schließlich, in verglimmendem Licht, als frontaler Anblick. Hier nun stirbt Manon, im Irgendwo eines Landes, das ihren unbedingten Wunsch nach umfassendem Glück radikal zurückweist. Mit dieser Unbedingtheit konnte sie vielleicht auf der ganzen Welt keine Heimat finden, hat vielleicht auch dem wirklichen, aber eben unvollständigen Glück in sich keine Heimat gegeben. Als sie in den Armen Des Grieux‘ stirbt, der vergeblich nach Wasser zu ihrer Rettung gesucht hatte, klingt die Liebe, die sie noch einmal beschwört, wie eine ferne Erinnerung.

Die Regie Àlex Ollés und seiner Mitarbeiterin Valentina Carrasco will viel. Sie zeigt im Rahmen eines aktuellen Migrantinnen-Schicksals das Elend einer Frau, die als Einsatz für ihr Glück nur ihr Aussehen und ihren Körper zu bieten hat. Gleichzeitig, und das unterstreicht das plakative LOVE-Motiv in jedem Akt – (warum eigentlich englisch LOVE bei einer italienisch gesungenen, in Frankreich spielenden und in Frankfurt aufgeführten Oper?) – , geht es um den überzeitlichen Konflikt zwischen Liebe und Ansprüchen an das Leben sowie die Kritik an einer Gesellschaft, in der menschliche Beziehungen wie Waren behandelt werden.

Oper Frankfurt / Manon Lescaut : hier :  Joshua Guerrero als Chevalier Renato Des Grieux) und Asmik Grigorian als Manon Lescaut © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Manon Lescaut : hier : Joshua Guerrero als Chevalier Renato Des Grieux) und Asmik Grigorian als Manon Lescaut © Barbara Aumüller

Dass die bei solcher Motiv-Fülle auftretenden Unstimmigkeiten nicht weiter ins Gewicht fallen, liegt vor allem an den Protagonisten. Asmik Grigorian, für ihre Salome bei den letztjährigen Salzburger Festspielen von der Zeitschrift Opernwelt zur Sängerin des Jahres gewählt, ist gesanglich und darstellerisch grandios. Ihr klarer dramatischer Sopran entfließt ihr mit so umstandsloser Selbstverständlichkeit, dass er bei allen Spitzentönen und verschatteten Partien wie natürlichstes Parlando wirkt. Dem entspricht die absolut glaubwürdige Rollengestaltung einer jungen Frau, die sich auf der Suche nach ihrem Glück nahezu naiv auf alle sich dazu bietenden Gelegenheiten einlässt. So bleibt sie bei allen altersspezifischen Unzulänglichkeiten eine liebenswerte Person, mit der man in ihrem Unglück mitfühlt, statt sie zu verurteilen. Ihren erschütternden Tod erlebt man auch als endgültigen Abschied von allen unbescheidenen, auf das Unbedingte gerichteten Jugendträumen.

Asmik Grigorian ist ein Traumpaar mit Joshua Guerrero, der stimmlich und optisch ein Des Grieux nach Maß ist, ein gut aussehender, wenig lebenstüchtiger Romantiker, kein Boss. Der amerikanische Tenor, der in Frankfurt sein Deutschland-Debüt gibt, wirft sich vom ersten Takt an mit solch beeindruckender Stimmkraft in die anspruchsvolle Partie, dass man um seine Durchhaltefähigkeit besorgt sein muss. Mit seiner weichen, warm timbrierten Stimme und dem passenden, nicht zu häufig eingesetzten Schmelz der Italianitá gestaltet er in seiner Mitleidsarie „No, pazzo son!“ am Ende des zweiten Akts den ergreifendsten Moment der Oper.

Auch die weiteren Rollen sind bis in die Nebenfiguren durchwegs gut besetzt. Donato di Stefano gestaltet bei aller Schmierigkeit Geronte mit mildem Bassbariton nicht völlig als Ekelpaket, mit warmem Bariton ist Iurii Samoilov ein kompasslos in der fremdem Welt hin- und hergerissener Lescaut und Michael Porter als Edmondo ein Freund Des Grieux‘. Der von Tilman Michael einstudierte Chor hat große Einsätze, ist sich aber mit dem Dirigenten nicht immer über das Tempo einig.

Takeshi Moriuchi am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters vermeidet, vor allem im ersten Akt, alles Operettenhafte und findet insgesamt zu kühleren Farben, ohne die Dramatik und Traurigkeit der Partitur zu vernachlässigen. Er nimmt mit in die immer dünner werdende Luft um Manon, bis die Musik schließlich mit ihr bewegend erstirbt.

Das Publikum brauchte eine lange Pause der Ergriffenheit, bevor es nach fast drei Stunden italienischen, deutsch und englisch übertitelten Gesangs in lang andauernde Begeisterungsstürme mit Standing Ovations für Asmik Grigorian, Joshua Guerrero und Takeshi Moriuchi ausbrach. Manon Lescaut  an der Oper Frankfurt ist ein anregendes, beglückendes Geschenk.

 Manon Lescaut an der Oper Frankfurt:  Die nächsten Termine: 15. und 23.11.2019, jeweils um 20.30 Uhr

–| IOCO Kritik Oper Frankfurt |—

Ludwigsburg, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Der Freischütz – ganz französisch, 12.07.2019

Juli 1, 2019 by  
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Ludwigsburger Schlossfestspiele

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Der Freischütz – Carl Maria von Weber

Französische Neuinszenierung bei den Schlossfestspielen

Am Freitag, 12. Juli 2019 feiert Der Freischütz in der Neuinszenierung von Clément Debailleul und Raphaël Navarro seine Deutschlandpremiere im Rahmen der Ludwigsburger Schlossfestspiele. Die deutsch-französische Koproduktion der Schlossfestspiele mit Insula orchestra, dem Chor accentus und der Compagnie 14:20 besticht durch ihre poetisch-nachdenkliche Interpretation eines Stoffes, der bei seiner Uraufführung 1821 den Nerv des deutschen Publikums und der gerade entstehenden deutschen Nationalbewegung traf.

Während Webers Freischütz auf den Bühnen des deutschsprachigen Raumes zum Standardrepertoire gehört, wagen sich ausländische Ensembles eher selten an die »deutsche Nationaloper«. Dabei, das wurde bereits bei der Premiere der Koproduktion deutlich, eröffnet der Blick von außen einmal ganz andere Sichtweisen auf den altbekannten Opernstoff. Das junge französische Regieteam legt das Augenmerk seiner Inszenierung auf die dunkle Seite der Romantik, die in den handelnden Figuren der Oper zum Ausdruck kommt. Feinfühlig geben die beiden Regisseure den subtilen, ungreifbaren Ängsten und den übernatürlichen Kräften, die die Protagonisten umtreiben, in ihrer Interpretation Raum und legen die Rituale und Mythen der Jagdgemeinschaft offen. Im Zentrum ihrer Betrachtung steht weniger die ernsthafte oder ironische Auseinandersetzung mit der deutschen Identität, sondern die Frage, inwiefern eines jeden individuelle Ängste sein Handeln bestimmen.

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Markenzeichen der beiden Regisseure, die neben der Arbeit an der künstlerischen Bewegung der Magie Nouvelle mit ihrer Compagnie 14:20 auch schon für den Cirque du Soleil tätig waren, ist der Einsatz spezieller Hologrammtechnik. Mit den Mitteln des Bühnenzaubers werden Akteure von ihren Körpern gelöst und Bewegungen in Zeitlupe sichtbar gemacht, ätherische Szenen kreiert und die Grenzen von Realität und Illusion aufgehoben. So entstehen innerhalb der Inszenierung immer wieder verblüffende Bilder, die die geheimnisvollen und übernatürlichen Elemente der Freischütz-Erzählung um eine magische Ebene erweitern. Mit dem Artisten und Jongleur Clément Dazin, der die Rolle des schwarzen Jägers Samiel verkörpert, lassen die Regisseure in ihre Inszenierung auch Elemente der Zirkuskunst einfließen.

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Die Musikalische Leitung der Produktion hat die französische Dirigentin Laurence Equilbey. Als Gründerin und künstlerische Leiterin des Chores accentus und des Insula orchestras hat sie sich in den letzten Jahren an der Spitze der Experten für Chorsinfonik und

A-cappella-Musik positioniert. Das Zusammenwirken von historisch informiertem Orchester und Chor mit einem Ensemble aus hochkarätigen jungen Gesangssolisten, darunter Tuomas Katajala als Max, Vladimir Baykov als Kaspar und Johanni van Oostrum als Agathe, rückt diesen Freischütz auch klanglich in ein besonderes Licht: »Eine Offenbarung«, schreibt Jonathan Sutherland auf Operawire.

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Dem Ludwigsburger Festspielpublikum ist Equilbey, die u.a. bei Eric Ericson, Denise Ham, Colin Metters und Jorma Panula studierte, bereits aus dem Jahr 2017 bekannt, als sie die gefeierte Inszenierung von La Fura Dels Baus: Haydns Schöpfung dirigierte. Darüber hinaus stand die vielseitige Künstlerin beispielsweise am Pult des hr-Sinfonieorchesters, des BBC National Orchestra und des Collegium Vocale Gent. Sie ist regelmäßige Gastdirigentin am Grand Théâtre de Provence und der Philharmonie Paris. Im 2017 eingeweihten Pariser Kulturzentrum La Seine Musicale ist Equilbey regelmäßig mit dem Insula orchestra zu erleben, das dort als Orchestra in Residence wirkt.

Clément Debailleul und Raphaël Navarro lernten sich als Jugendliche 1996 beim Festival Circa kennen. Im Jahr 2000 gründeten sie gemeinsam mit Valentine Losseau die Compagnie 14:20. Das Künstlerkollektiv verfasste das Manifest der »Magie Nouvelle« und begründete damit einen wichtigen Zweig der zeitgenössischen französischen Kunst- bzw. Theaterszene. Die Magie Nouvelle vereint u.a. Einflüsse aus Tanz, Theater, Zirkus und Malerei miteinander und macht sich die Unausgewogenheit der menschlichen Sinne zu Nutze. Zu ihren Projekten gehören unter anderem ein selbstverwaltetes Labor für magische Experimente, sowie die Forschung über Praktiken der Magie auf der ganzen Welt. Raphaël Navarro erhielt 2018 gemeinsam mit Valentine Losseau den Preis »Autor des Jahres« für die Zirkuskünste in ihrer Inszenierung von Goethes »Faust« an der Comédie Française. Ihre Inszenierungen, Installationen, Ausstellungen und Performances führten das Kollektiv bereits in die Dansehallern Kopenhagen, das Invisible Dog Arts Center in New York sowie an das Centre Pompidou in Paris.

—| Pressemeldung Ludwigsburger Schlossfestspiele |—

Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Mefistofele – Arrigo Boito, IOCO Kritik, 23.06.2019

Juni 23, 2019 by  
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Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Oper Stuttgart ©Matthias Baus

Mefistofele – Arrigo Boito

– nach Labor und Disco – die Erlösung im Himmel  –

von Peter Schlang

Als achte und letzte Premiere in der ersten Spielzeit ihres neuen Intendanten Viktor Schoner kam der Stuttgarter Staatsoper am 16. Juni  Mefistofele auf die Bühne. Es ist die einzig vollendete Oper von Arrigo Boito, 1842 – 1918; Opernfreunden vor allem als Librettist des Spätwerks Giuseppe Verdis bekannt. Mit diesem Werk  wollte man in Stuttgart nicht nur die Auseinandersetzung mit verschiedenen Fassungen des Fauststoffes fortsetzen, sondern (vielleicht) auch den Beweis antreten, dass die sich hartnäckig haltende Meinung, Boitos Begabung läge mehr im literarischen als im musikalischen Bereich, ein Vorurteil ist. Um es vorweg zu nehmen: Dieses Ziel wurde nicht (ganz) erreicht, was auf gar keinen Fall den musikalisch Beteiligten angelastet werden darf, die allesamt am Premierenabend eine respektable bis vorzügliche Leistung boten.

Arrigo Boito, begeisterterer  Anhänger Richard Wagners, was in seiner Oper an vielen Stellen heraushört, versucht in Mefistofele, das Bewährte der Italienischen Belcanto-Oper mit dem (deutschen) Musikdrama zu einer neuen Form zu verschmelzen. Dazu verknüpft er klangmächtige Vor- und Zwischenspiele, zum Dahinschmelzen schöne Arioso, die den transparenten Parlando-Stil Puccinis genauso vorwegnehmen wie sie das Kraftvoll-Italienische seines großen Kollegen Verdi nachahmen, mit wirkmächtigen, groß besetzten Chorszenen. Außerdem zeigt Boito, dass er als Komponist um die musikalischen Wurzeln und Ursprünge weiß, denn sein Mefistofele offenbart zahlreiche Anleihen aus früheren musikalischen Epochen.

Mefistofele – Arrigo Boito
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All dies ist handwerklich gut gemacht, anfangs recht unterhaltsam und leicht und angenehm zu hören, auf Dauer aber häufig schnell durchschaubar und lässt die musikalisch-dramatische Zuspitzung und Abwechslung vermissen.

Daniele Callegari, für diese Neu- Produktion aus Mailand nach Stuttgart geholter Spezialist für das italienische Ouevre, versucht alles, um aus Boitos Musik einen fesselnden, Opernabend zu machen und animiert das Staatsorchester Stuttgart zum veritablen Klangsurfen auf Boitos Klangwellen, wobei er deren Wucht bei den eher seltenen Stellen intimen Innehaltens nicht immer entschieden  zu drosseln vermag. Für den ebenfalls kraftvoll auftrumpfenden Staatsopernchor sind Callegari und sein Orchester ein sicherer, kongenialer Begleiter, die mit dazu beitragen, das von Manuel Pujol wieder hervorragend präparierte (erwachsene) Gesangskollektiv wie so häufig in Stuttgart zu einem Star des Abends werden zu lassen. Dass einem in Stuttgart auch um den Chornachwuchs nicht Angst werden muss, bewies der Kinderchor, den Bernhard Moncado  stimmlich wie darstellerisch bestens auf seine frischen, nicht selten wirbelnden Einsätze vorbereitet hatte.

Staatsoper Stuttgart / Mefistofele - hier :  Mika Kares als Mefistofele © Thomas Aurin

Staatsoper Stuttgart / Mefistofele – hier : Mika Kares als Mefistofele © Thomas Aurin

Als weiterer stimmlicher Leuchtturm des Abends entpuppte sich der finnische Bass Mika Kares, welcher für die Titelfigur nicht nur stimmlich das Dämonisch-Abgründige mitbringt und seinen tief grundierten Bass wunderbar durch die zweieinhalbstündige Aufführung gleiten lässt, sondern auch darstellerisch alles an Dämonischem und Teuflischem bereithält, das man von seiner Rolle nun einmal erwarten darf. Dennoch sind dem Mefistofele Kares‘ auch menschliche Züge nicht fremd, etwa wenn er mit Verzweiflung  und Abscheu und Stöhnen und Jammern auf die sphärischen Klänge der himmlischen Heerscharen reagiert und sich ostentativ die Ohren zuhält.

Gegen diese Vollblut-Theaterfigur hat es der Faust Antonello Palombis, der mitten in den Proben für den erkrankten, ursprünglich vorgesehenen Gianluca Terranova einsprang, naturgemäß schwer. Der Sänger gibt jedoch sein Bestes und überwindet im Verlauf des Abends anfängliche leichte Unsicherheiten und Schärfen in den Höhen. Ansonsten wird er im Gegensatz zu seinem teuflischen Widerpart von der Regie ziemlich allein gelassen, worüber noch zu schreiben sein wird.

In der Doppelrolle Margheritas und Elenas liefert die junge, zu Beginn der Spielzeit ans Haus gekommene Sopranistin Olga Busuioc (Foto) ein begeisterndes, zu größten Belcanto-Hoffnungen  berechtigendes Rollendebüt und meistert klangschön und scheinbar federleicht alle stimmlichen Herausforderungen, auch ihre teilweise gewagten Koloraturen.

Staatsoper Stuttgart / Mefistofele - hier :  Olga Busuioc als Margherita © Thomas Aurin

Staatsoper Stuttgart / Mefistofele – hier : Olga Busuioc als Margherita © Thomas Aurin

Ebenfalls ohne Einschränkung überzeugten die beiden übrigen, (noch)  zum Internationalen Opernstudio der Stuttgarter Oper gehörenden Protagonisten, die aus Kolumbien stammende Mezzo-Sopranistin Fiorella Hincapié in der Doppelrolle der Marta und der Pantalis sowie der junge amerikanische Tenor Christopher Sokolowski als Wagner bzw. Nerèo. Dieses Solisten-Quintett beweist auch, solistisch wie in den zahlreichen, unterschiedlich besetzten Ensemble-Szenen, die Richtigkeit des nach wie vor in Stuttgart praktizierten Ansatzes, so häufig wie möglich auf hauseigene Kräfte statt auf große Namen zu setzen und dabei auch dem Sängernachwuchs so früh wie möglich seine Chancen zu geben.

Bleibt zum nicht ganz so guten Schluss dieser letzten Stuttgarter IOCO – Premieren-Besprechung dieser Spielzeit ein Blick auf die Arbeit des Regieteams. Als dieses hatte man den Regisseur Àlex Ollé vom so hoch gepriesenen katalanischen Theater-Kollektiv La Fura dels Baus, den  Bühnenbildner Alfons Flores und den Kostümbildner Lluc Castells verpflichtet. Das war sicherlich nicht nur ein bemerkenswerter Marketing-Coup, sondern sorgt in der Aufführung – vor allem anfänglich – für manches Staunen und einige äußerst spektakuläre und  theaterwirksame Momente.

Diese waren aber in erster Linie das Verdienst der beiden Ausstatter, bei denen Lluc Castells mit seinen aufwändigen, äußerst abwechslungsreichen und sehr auffallenden  Kostümen zumindest optisch die Nase vorne hatte. Dafür, dass sich diese und ihre Träger wirkmächtig in Szene setzen konnten, sorgte – technisch und theater-architektonisch eine Meisterleistung –  Alfons Flores mit einer in allen Richtungen verschiebbaren Gerüst-Konstruktion. Mit ihren unterschiedlich zu bespielenden drei Ebenen verkörperte sie, völlig naturfern und etwas zu zeitgeistig, die Unterwelt wie den Himmel und bot auch den von diesen umschlossenen verschiedenen irdischen Spielstätten eine regie-freundliche, äußerst theaterwirksame Basis, die durch zwei seitliche Treppen ein weiteres dramaturgisch äußerst wirkungsvolles Element erhielt, das für imposante Auf- und Abtritte genutzt wird. Anfänglich ist sie ein steriler Laborraum, an dem in einer Art  Versuchsanordnung 36 in aseptisches Weiß gekleidete und mit Forschungs-, genauer Sezier-, vielleicht auch Manipulationsarbeiten beschäftige Wissenschaftler (siehe youtube Trailer) zu sehen sind. Deren Arbeit wird durch Mefistofeles beendet, der anschließend alle Laborplätze, auch Fausts erst sehr spät geräumten, desinfiziert. Später ist die Bühnenkonstruktion abwechselnd mal Diskothek, mal Schauplatz der Walpurgisnacht, dann Kerker und Hinrichtungsort Margaretes und schließlich wieder der Himmel, in den der hilflose, sich verladen vor-kommende Mefisto seine sicher geglaubte Beute Faust entschwinden lassen muss.

Staatsoper Stuttgart / Mefistofele - hier :  Olga Busuioc als Margherita, Mika Kares als Mefistofele, Antonello Palombi als Faust © Thomas Aurin

Staatsoper Stuttgart / Mefistofele – hier : Olga Busuioc als Margherita, Mika Kares als Mefistofele, Antonello Palombi als Faust © Thomas Aurin

Die meisten dieser Szenen entfachen – zumindest zunächst – einiges an   theatralischem Aufsehen und besitzen durchaus dramaturgische Sogkraft, reichen aber nicht aus, um daraus einen dramaturgisch dichten und ideenhaft nachhaltig wirkenden Theaterabend zu machen und eine über optische Reize hinausgehende Wirkung zu erzielen.

Zum offensichtlichen Manko dieser Neuinszenierung, die als Ko-Produktion  mit der Opéra de Lyon dort schon am 11. Oktober des vergangenen Jahres Premiere gefeiert hatte,  trägt nicht nur bei, dass die Möglichkeiten der geschilderten Theaterlandschaft begrenzt und nach nicht allzu vielen Bildern ausgereizt sind. Als Hauptverantwortlichen dafür, dass die eigentliche Botschaft des Stücks eher diffus bleibt und nur in Ansätzen wahrnehmbar wird, muss der kritische Betrachter den  Regisseur Àlex Ollé und seine in Stuttgart mit der szenischen Einstudierung betrauten Kolleginnen bzw. Assistentinnen Susana Gómez und Tine Buyse ansehen und benennen. Sie schaffen es nicht, eine schlüssige, den Kern treffende Personen-führung und –zeichnung einzubringen; belassen es bei allgemeingültigen, sich häufig wiederholenden, schnell abnützenden Bewegungsabläufen und Anordnungen – gerade auch in den großen Ensembleszenen. So stellt sich vor dem Auge des Betrachters und in dessen Denk- und Fühlzentrum spätestens nach dem zweiten Akt eine gewisse dramaturgisch-optische Langeweile ein, die vor allem wegen der ausführlich gelobten musikalischen Ebene nicht dazu führt, dass man ein baldiges, vorgezogenes Ende dieses Opernabends herbeisehnt.

Da hat man in Stuttgart schon häufig – und das auch und gerade in dieser ersten Saison unter der neuen Leitung – besseres, aufregenderes und unterhaltsameres Opern-Regie-Theater erlebt. So gesehen wurden die so hochgesteckten und  durch entsprechend medienwirksamen Einsatz geweckten Erwartungen, die mit dem Namen  La Fura dels Baus verbunden sind, doch erheblich enttäuscht. Ein gewichtiger Grund, sich diese Opernausgrabung nicht anzusehen und anzuhören, ist dies allerdings dann doch nicht.

Ob der Verfasser dieser Zeilen mit seinen Beobachtungen allein war oder ob andere Premierengäste es ähnlich empfanden, ließ sich am Ende des Abends nicht eindeutig feststellen. Das  Regieteam befand sich nämlich am Premierentag, wie es im Besetzungszettel entschuldigend zu lesen war, bereits zur Vorbereitung einer Neu-Inszenierung in Tokio und fehlte daher beim Schluss-Applaus. So gab es einmütigen, lang anhaltenden Beifall für die musikalische Seite dieses Stuttgarter Mefistofele, der berechtigterweise gleichermaßen den Solistinnen und Solisten wie den drei Kollektiven  galt.

Medistofele an der Staatsoper Stuttgart; die weiteren Vorstellungen 22., 24., 29. Juni sowie 04., 07., 12. Juli  2019

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