Salzburg, Oper im Berg, AIDA, 26.07./02.08.2014

Juli 25, 2014 by  
Filed under Oper im Berg Festival, Pressemeldung

oper_im_berg.jpg

Oper im Berg Festival

AIDA von Giuseppe Verdi

Oft wird diese Oper in großen Arenas gespielt, dabei sind 80% aller Szenen, sehr intime Momente, oft Dialoge. Diese gehen zu Gunsten von Gigantomanie (Elefanten, Tiger und Riesen Bühnenbilder etc) unter.

Vor und nach dem Triumphakt muten die Solisten auf diesen riesigen Bühnen wie Ameisen an, die heutzutage ohne Microphone dort nicht mehr hörbar wären.

Deshalb bringen wir Ihnen das Schicksal Aida’s nahe. In den Kavernen sehen sie die Gesichter, die Mimik der Darsteller, sie treten neben Ihnen auf, selbst der Pharao steht max. 10 Meter vor Ihnen. Die authentischen ägyptischen Bühnenbildmotive (14 x 4 meter) versetzen sie in das alte Ägypten. Unsere hervorragenden internationalen Solisten bedürfen keiner Mikrophone und der erfahrene italienische Maestro Marco Moresco zaubert Orchesterklänge die begeistern. Nein, WIR haben keine Elefanten, wir haben großartige Stimmen und eine Nähe, die sie nirgends finden können. Ein Zuschauer meinte einmal: “ Bei ihnen sitzt man als Zuschauer, als würde man in der Staatsoper AUF der Bühne sitzen, als wäre man mitten im Geschehen, ein Darsteller. Diese Emotion ist unfassbar.“

Es erübrigt sich fast zu erwähnen, daß unsere Inszenierung klassisch ist.

BESETZUNG:
Aida – Lorena Valero (Teatro Madrid) -Debüt
Radames – Paolo Lardizzone (Teatro Verdi) -Debüt
Amneris – Aiste Miknyte (Staatstheater Mainz) – Debüt
Amonasro – Patricio Cueto/Isik Belen (Staatsoper Istanbul) -Debüt
Ramfis – Krzysztof Borysiewicz (Staatsoper Warschau) -Debüt
Il Re – Sylvain Muster (Oper Genf) -Debüt

Musikalische Leitung: Marco Moresco,  Inszenierung: Ingo Kolonerics

26. Juli und 2. August 2014

Pressemeldung Oper im Berg Festival

Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere: DIE FRAU OHNE SCHATTEN, 24.05.2014

staatstheater_kassel.jpg

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel

Premiere: DIE FRAU OHNE SCHATTEN

Oper in drei Aufzügen von Richard Strauss
Text: Hugo von Hofmannsthal

Premiere: Samstag, 24. Mai, 18 Uhr, Opernhaus
Nächste Vorstellungen: 31.5. (18 Uhr), 8.6. (17 Uhr), 14.6. (18 Uhr), 19.6. (17 Uhr)

– In Kooperation mit dem Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen –

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg, Inszenierung: Michael Schulz, Bühne: Dirk Becker, Kostüme: Renée Listerdal, Dramaturgie: Jürgen Otten, Licht: Albert Geisel, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti, CANTAMUS CHOR: Maria Radzikhovskiy

Mit: Ray M. Wade Jr. (der Kaiser), Vida Mikneviciute / Elena Nebera (die Kaiserin), Ulrike Schneider (die Amme), Espen Fegran (Barak, der Färber), Stephanie Friede (die Färberin, sein Weib), Marc-Olivier Oetterli (der Geisterbote), Anna Nesyba (Ein Hüter der Schwelle des Tempels), Johannes An (Erscheinung eines Jünglings), Lin Lin Fan (Die Stimme des Falken), Maren Engelhardt (eine Stimme von oben), Marian Pop (der Einäugige), Krzysztof Borysiewicz (der Einarmige), Bassem Alkhouri (der Bucklige) u.v.a.m.

»Die Frau ohne Schatten« ist zweifellos ein Ausnahmewerk: episch-lyrisch, mystisch-symbolisch und poetisch-phantastisch. Bereits die literarische Vorlage von Hugo von Hofmannsthal sprengt die Grenzen der Genres und Stile, verknüpft sie doch auf einzigartige Weise Märchenstoffe der Brüder Grimm und Geschichten aus »Tausendundeiner Nacht« mit Goethes Novellensammlung »Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter« und dessen »Faust«.

Im Mittelpunkt dieser opulenten, in vielen Farben schillernden Oper stehen zwei Paare: auf der einen Seite der Kaiser und seine Kaiserin, die gemeinsam über ein Traumreich herrschen, auf der anderen, erdverbunden und vom Schicksal nicht gerade begünstigt, der Färber und seine Frau.

Die Kaiserin, als Tochter des Geisterkönigs Keikobad weder ganz der Menschen- noch ganz der Geisterwelt zugehörig, wirft keinen Schatten – was gleichbedeutend mit Unfruchtbarkeit ist. Gelingt es ihr nicht, binnen zwölf Monaten eines Schattens teilhaftig zu werden, so muss sie nach dem Willen ihres Vaters wieder ins Geisterreich zurückkehren – und ihr Gatte wird versteinert.

Weil die Frist, die ihr bleibt, zu verstreichen droht, begibt sie sich zusammen mit ihrer mephistophelischen Amme zu den gewöhnlichen Menschen, wo die Amme die verbitterte Färbersfrau dazu überredet, der Kaiserin ihren Schatten zu verkaufen. Doch durch Barak, den Färber – die einzige Figur der Oper, die einen Namen hat –, lernt die Kaiserin wirkliche Menschlichkeit kennen und verweigert schließlich den Schatten. Erst durch ihre Selbstüberwindung finden am Ende schließlich alle zu ihrem Glück.

Richard Strauss hat zu dieser ins Innere menschlicher Sehnsüchte führenden Geschichte eine so hochdramatische wie lyrische Musik komponiert, die jeden der Protagonisten genau konturiert und von ungeheurem orchestralem Reichtum ist.

Patrik Ringborg, in Stockholm geboren, ist seit 2007 Generalmusikdirektor am Staatstheater Kassel und einer der gefragtesten Dirigenten aus Schweden. Zu seinem Hauptrepertoire gehören die Werke von Richard Wagner und Richard Strauss. Gastdirigate führen ihn u.a. an die Göteborger Oper, die Norwegische Nationaloper, die Oper Köln, die Volksoper Wien und zu den Opernfestspielen Savonlinna. Im Herbst 2013 folgte sein Stockholmer Operndebüt mit einer Neuproduktion von »Parsifal« in der Regie von Christof Loy.

Michael Schulz, seit der Spielzeit 2008/09 Generalintendant am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, ist dem Staatstheater Kassel durch seine frühere Arbeit hier als Spielleiter und Regisseur verbunden. Große Beachtung fand in der Spielzeit 2011/12 seine Kasseler Inszenierung von Dmitri Schostakowitschs Oper »Lady Macbeth von Mzensk«, die ebenfalls in Kooperation mit dem Musiktheater im Revier entstand.

Für »Die Frau ohne Schatten«, deren Handlung in dieser Inszenierung in die Entstehungszeit der Oper verlegt wird, arbeitet Michael Schulz wieder mit dem Bühnenbildner Dirk Becker und der Kostümbildnerin Renée Listerdal zusammen.

—| Pressemeldung Staatstheater Kassel |—

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Premiere DON QUICHOTTE, 07.12.2013

November 29, 2013 by  
Filed under Musiktheater im Revier, Premieren, Pressemeldung

oper_gelsenkirchen.jpg

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

PREMIERE: DON QUICHOTTE

 
Oper von Jules Massenet – Heroische Komödie in fünf Akten
 
Premiere am Samstag, 7. Dezember 2013, 19.30 Uhr, Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, Großes Haus
 
Jules Massenet komponierte nach Erfolgen wie „Manon“ und „Werther“ seinen „Don Quichotte“ als Alterswerk am Ende seines Lebens, bereits zwei Jahre nach der Uraufführung 1910 starb er. Und er hat das Alter selbst zum Thema gemacht. Don Quichotte will noch einmal lieben – Dulcinea ist die Frau seiner Träume, egal, was andere in ihr sehen mögen. Er hofft, sie durch eine Heldentat erringen zu können, siegt – und scheitert dennoch an ihr, die ihn zurückweist. Er stirbt gebrochenen Herzens, an seiner Seite Sancho Pansa, sein Begleiter, der zunehmend die Würde begreift, die der Ritterlichkeit des sterbenden Mannes innewohnt.
 
Die Geschichte von Don Quichotte, bereits im 17. Jahrhundert von Miguel de Cervantes erdacht, ist eine große Parabel über äußere und innere Schönheit, über den Rausch des Lebens in Jugend und Alter, den schmalen Grat zwischen Lächerlichkeit und Würde, den Graben zwischen Ideal und Realität. Massenet zeichnet seine Figuren in vielen lyrischen Farben, durchzogen von italienischem Verismo und Leitmotiven, voller Sentiment doch nie sentimental.
 
Premiere: 7. Dezember 2013, 19.30 Uhr, Großes Haus
Weitere Vorstellungen: 12., 20., 28. Dezember 2013, 12., 25. Januar, 2., 7., 15. Februar 2014
 
Musikalische Leitung Valtteri Rauhalammi Regie Elisabeth Stöppler Bühne Piero Vinciguerra Kostüme Frank Lichtenberg Choreinstudierung Christian Jeub Dramaturgie Anna Grundmeier
 
Besetzung
Don Quichotte: Krzysztof Borysiewicz
Sancho Pansa: Joachim Gabriel Maaß / Dong-Won Seo
Dulcinea: Almuth Herbst
Pedro: Dorin Rahardja
Garcias: Anke Sieloff
Rodriguez: Michael Dahmen
Juan: William Saetre
 
Opernchor und Extrachor
Neue Philharmonie Westfalen
 
—| Pressemeldung Musiktheater im Revier |—

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, 200 Jahre Italienerin in Algier – Rossini Modern, IOCO Aktuell, 28.10.2013

Oktober 29, 2013 by  
Filed under Kritiken, Musiktheater im Revier

oper_gelsenkirchen.jpg

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Belcanto und Bühneneuphorie machen Seele stark

Gioacchino Rossini, 1792 – 1868, entging nur knapp dem Kastratendasein. Bekannte der Eltern empfahlen wohlmeinend, seine schöne Knabenstimme durch Kastration zu erhalten. Seine Mutter empfand diese Vorschläge jedoch nicht wirklich überzeugend und so blieb Rossini´s Körper unangetastet. Doch nicht nur stimmlich war Rossini ein Wunderknabe. Er war auch kompositorisches Ausnahmetalent wie Lebenskünstler: Mit 12 Jahren schrieb Rossini erste Kompositionen für Violinen, Violoncello und Kontrabass. 1813, mit 18 Jahren schrieb er eine erste, wenn auch wenig erfolgreiche Oper Demetrio e Polibio. Die Oper Italienerin in Algier (L´italiana in Algeri) komponierte Rossini mit gerade einmal 21 Jahren in weniger als vier Wochen. 1829, mit gerade einmal 36 Jahren, schrieb Rossini sein letztes Werk, Wilhelm Tell. 1830 wurde er durch eine bedeutende Rente des französischen Staates für den Rest seines noch langen Lebens finanziell unabhängig.

MiR / Italienerin in Algier - Ensemble © Pedro Malinowski

MiR / Italienerin in Algier – Ensemble © Pedro Malinowski

Die Opera Buffa und exotisch morgenländische „Türkenopern“ voller Klischees und Fantasien waren zu Rossinis Zeit auf ihrem Höhepunkt. Gerade einmal 21 Jahre alt war Rossini, als er 1813 vier Opern komponierte, einschließlich seiner Italienerin in Algier (L´italiana in Algeri). Genau 200 Jahre später begeistern nicht nur Wagner und Verdi auf den Bühnen der Welt, sondern auch – ein geradezu frevelhafter Vergleich – Gioacchino Rossini mit seiner Italienerin in Algier. Obwohl dessen Entstehungsgeschichte wie Handlung kurz und verwirrend ist: Rossini, ein genialer Improvisator, war aus Terminnot gezwungen, das Werk schnellstens zu komponieren; ein bereits vorliegendes Libretto bildete das Gerüst. Komplexe oder soziokulturelle Figurenzeichnungen waren für dieses Stück nicht angesagt. Es galt durch westöstlichen  Sitten- und Wertevergleich zu verwirren, zu polarisieren und Theaterbesucher mit feiner wie handfester Situationskomik zu

Regisseur David Hermann zeigt in seiner spektakulären Inszenierung im Musiktheater im Revier einen Rossini Modern. Orientalisches Librettogeklingel wie Algier, Mustafa, Zulima dient in seiner Inszenierung nur als Metapher. Nicht Harem oder Turban bewehrte Muslime dominieren die Bühne, sondern ein irgendwo im afrikanischen Dschungel inmitten von Palmen abgestürztes Passagierflugzeug. Pilotenkanzel, Tragfläche und aufgerissener Passagierraum,  spektakulär wie aufwändig und originalgetreu nachgebaut, bieten furiosen Regieeinfällen zahllose Optionen. So dient ein Triebwerk als Gefängnis des Sklaven Lindoro. Nur Bey Mustafa trägt meist eine ordensbestückte Uniformjacke. Die anderen Solisten agieren zwischen Flugzeug und Bühne in flotter Alltagskleidung. Der allgegenwärtige Chor agiert Dschungel-konform in braunen Sackleinen-Gewändern, die Gesichter hinter fantasievollen Gesichtsmasken verborgen.

MiR / Italienerin in Algier / vlnr: Seo, Sieloff, Kamalova, Borysiewicz und abflugbereites Flugzeug mit Passagieren © Pedro Malinowski

MiR / Italienerin in Algier – vlnr: Seo, Sieloff, Kamalova, Borysiewicz und abflugbereites Flugzeug mit Passagieren © Pedro Malinowski

IOCO erlebte am 27. Oktober 2013 nicht die Premiere, aber ein exzellent eingespieltes Orchester wie Ensemble: Schon die sensibel filigran gespielte Ouvertüre, am Pult Valtteri Rauhalammi, illustrierte lebensfrohe Euphorie. Das Neue Philharmonie Westfalen zeichnete danach heitere Bilder buffoneske Leichtigkeit von quirliger Dynamik bis hin zu sanften Piani. Selbst nicht ungefährliche Hörner-Soli gelingen in wohltuend lyrisch weicher Färbung. Das Ensemble bewies große Vertrautheit mit Komposition und Regie; stimmlich sicher produzierte es lebendige Spielfreude. Allen voran Krzysztof Borysiewicz, der als Macho Mustafa, ohne morgenländisches Geplänkel in Galauniform und mit rotem Gesichtsstreifen eher indianisch wirkend, mit prächtigem Bassbariton, virtuosen Triolen und darstellerischer Präsenz dem Abend Charakter gibt. Der junge Tenor Hongjae Lim zeigt in seiner fordernden Tenorpartie des Lindoro keine Höhenangst; Spitzentöne kein Problem – rund und kräftig ausgesungen, immer. Carola Guber brachte schon in ihrer Auftrittsarie als sichtlich wohl geformte Isabella mit orientalischen Regungen und koloraturensicherem, wohltimbriertem Mezzosopran Zuschauer wie Mustafa in Wallung.

Pere Lachaise in Paris, Grab von Gioacchino Rossini © IOCO

Pere Lachaise in Paris, Grab von Gioacchino Rossini © IOCO

Als eine Art Schamane verleiht Mustafas Diener Haly (Dong-Won Seo) der Inszenierung  komisch deftige Mystik. Der junge Pjotr Prochera überzeugte als Taddeo mit gepflegtem Bassbariton und seh- und hörbarem Zorn über seine Ernennung zum KaimakanMustafas Gattin Elvira (Alfia Kamalova) und Zulma (Anke Sieloff) runden die frische Ensembleleistung stimmlich wie darstellerisch ab. In wunderbarer Harmonie gestaltete das Ensemble das komplexe Kettenfinale des 1. Aktes, von Rossini mit allen kompositorischen Effekten, von lyrischer Phase über onomatopoetische staccato-Rufe (cra, cra, din, din, bum, bum usw) bis zu überraschender Modulationen ausgestattet: Die konfuse Seelenstimmung der Protagonisten wird stilvoll schön lautmalerisch beschrieben.

Ein kurzweiliger Abend im Musiktheater im Revier mit einem humorig modernen Rossini endet indem Isabella, Lindoro, Taddeo und andere Passagiere den Bühnen-Jet besteigen, eine perfekt livrierte Flugzeug-Besatzung an Bord die Sicherheitsvorgaben demonstriert und sich der Vorhang zu den aufbrausenden Triebwerksgeräuschen des startenden Flugzeuges schließt. Viel Beifall und frohe Stimmung füllen den Zuschauerraum.

IOCO / Viktor Jarosch / 28.10.2013

Letzte Vorstellungen 2013/14:   31.Oktober 2013;  17.11.2013; 22.11.2013; 25.12.2013

—| IOCO Aktuell Musiktheater im Revier |—