Dresden, Semperoper, Die Hugenotten – Giacomo Meyerbeer, IOCO Kritik, 02.07.2019

Juli 2, 2019 by  
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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Die Hugenotten – Giacomo Meyerbeer

1572 – Bartolomäusnacht – Der Massenmord an Andersgläubigen

von Thomas Thielemann

Giacomo Meyerbeer Grabstätte © IOCO

Giacomo Meyerbeer Grabstätte © IOCO

Seit der deutschen Erstaufführung der Oper Die Hugenotten 1837 in Leipzig ist das Erfolgswerk von Giacomo Meyerbeer (geboren als Jakob Meyer Beer in Berlin) am 29. Juni 2019 erst zum vierten Mal auf die Bühne der Semperoper gebracht worden. Für die Inszenierung war Peter Konwitschny gewonnen worden, nachdem er im Skandal um seine Inszenierung der Csardasfürstin vom Silvester 1999 die Elbestadt gemieden hatte. Oder hatte sich das Haus nach dem verlorenen Rechtsstreit derart verschreckt?

Konwitschny hatte damals, ob der Parallelität von Weltkrieg und Uraufführung einer Operette im Jahre 1915, Szenen drastisch in einem Schützengraben verortet: er ließ die Titelfigur mit einem kopflosen Soldaten tanzen. Nach Publikumsprotesten waren diese Szenen zunächst aus den Aufführungen entfernt worden. Gegen diese Urheberrechtsverletzung klagte Konwitschny. Dem damaligen Intendanten Albrecht war gerichtlich sogar Haft angedroht worden, wenn er die Urheberrechte Konwitschnys nicht achte und die ursprüngliche Fassung nicht wieder herstellen lasse. Albrecht folgte den Auflagen, setzte die Operette bald vom Spielplan ab.

Eigentlich hatte Peter Konwitschny Le Huguenots 2017 der Pariser Opéra Bastille inszenieren sollen, war aber ausgeladen worden. Er konnte sich mit dem Dirigenten Michele Mariotti nicht über Streichungen einigen. Und für Kompromissunfähigkeit in Fragen der Werkauffassung ist der „Regisseur des Jahres 2018“ nun mal bekannt.

 Semperoper Dresden / Die Hugenotten - hier :  die Hochzeit Valentine mit Graf de Nevers  © Semperoper Dresden / Ludwig Olah

Semperoper Dresden / Die Hugenotten – hier : die Hochzeit Valentine mit Graf de Nevers  © Semperoper Dresden / Ludwig Olah

Zurückhaltender hatte ich Peter Konwitschny 1951 kennen gelernt: zu den Obliegenheiten meines Vaters Walter Thielemann, damals Stadtteil-Verwaltungsleiter von Leipzig-Schleußig, gehörte es, dem frischen Nationalpreisträger und damaligen Gewandhauskapellmeister Franz Konwitschny zu gratulieren. Ich begleitete damals meinen Vater und so wurde uns auch Franz Konwitschnys artig im Garten spielender Sohn, das 6-jährige Bürschlein Peter,  vorgestellt.

Der Fließband-Schreiber Eugène Scribe (1791-1861) fertigte 1832 für Meyerbeer ein Libretto mit einer fiktiven Handlung um das Geschehen des Massacrede la  Saint-Bartthélemy, der Bartolomäusnacht vom 23. zum 24. August 1572. Er nutzte dabei die Auseinandersetzungen zwischen den vom spanischen Königshaus unterstützten Katholiken mit den calvinistischen  Hugenotten. Katharina von Medici, die Mutter des schwachen Königs, wollte den fragilen Frieden von 1570 stabilisieren und arrangierte am 18. August  1572 eine Hochzeit ihrer katholischen Tochter Marguerite mit dem protestantischen Heinrich von Navarra, dem späteren Henri IV... Zu den vier Tage dauernden Hochzeitsfeierlichkeiten waren mit etwa 3000 Hugenotten auch deren Führer nach Paris gekommen. Ein missglücktes Attentat auf deren Repräsentant Admiral de Coligny verunsicherte die Hugenotten und sie forderten Rache. Vermutlich sah Katharina von Medici ihre Versöhnungsversuche gescheitert und nutzte die Gelegenheit, als alle Hugenottenführer an einem Ort versammelt waren. In der Nacht zum 24. August 1572 ließ sie alle Hugenottenführer umbringen. In dessen Folge begann in den Morgenstunden ein bis heute nicht vollständig aufgeklärtes pogromartiges Gemetzel an allen Hugenotten, derer man habhaft werden konnte.

Die Hugenotten – Making of
youtube Trailer Semperoper Dresden
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Giacomo Meyerbeer war mit der Arbeit Scribes nicht zufrieden und zog den Schriftsteller Émile Deschampsin (1791-1871) zur Anpassung des Textes an seine Erfordernisse  heran. Auch Verse des Gaetano Rossi (1747-1855) wurden im Libretto verwendet.

Die Librettisten folgten bei der Entwicklung der Handlung den historischen Abläufen, die zur Erkenntnis führen, dass gesellschaftliche Konflikte nur durch gesellschaftliche Entwicklungen und nicht mit individuellen Aktivitäten gelöst werden können. Denn erst nach 26 Jahren harter Verhandlungen vor allen von Heinrich IV. wurde mit dem Edikt von Nantes für 87 Jahre ein relativer Religionsfrieden in Frankreich ermöglicht.

Peter Konwitschny hatte seine Inszenierung von Die Hugenotten in der Zeit belassen und die Geschehnisse um die Bartolomäusnacht recht konsequent, soweit ihm das Libretto Spielraum gab mit brillant inszenierten Massenszenen sichtbar gemacht. Wer mit einigem Wissen  über die historischen Ereignisse ins Haus gekommen war, dem wurde begreiflich gemacht, wie sich eine Situation, hier als religiöser Konflikt dargestellt, aufschaukeln kann und zur Katastrophe führen muss.

Semperoper Dresden / Die Hugenotten hier Christian Dollfuss, Bassklarinettist, vor erschlagenen Hugenotten © Semperoper Dresden / Ludwig Olah

Semperoper Dresden / Die Hugenotten hier Christian Dollfuss, Bassklarinettist, vor erschlagenen Hugenotten © Semperoper Dresden / Ludwig Olah

Gelungen war die Verlegung des ersten Teils im des zweiten Aktes in eine Badestube, in dessen Verlauf der calvinistische Edelmann Raoul de Nangis von der Königin von Navarra in einer Badewanne verführt wurde. Als glänzenden Regieeinfall fanden wir, dass das bei Meyerbeer in der Mitte des Gemetzels im fünften Akt angeordnete fragende Bassklarinetten-Solo erst am Ende des Geschehens erklingt; mit dem Tod verklingt auch die Musik.

Die Bühnenbild Gestaltung von Johannes Leiacker half der Regie, indem das gesamte Spiel in einer Halle verortet war. Deren Wand-Täfelung wurde mit hellen Bereichen den Protestanten und mit dunklen Vertäfelungen den Katholiken zugewiesen. Gut organisierte Statisten bauten mit wenigen Räumungen die Szene um. Das war handwerklich gekonnt.

Die Dresdner Malerwerkstatt hatte für die Inszenierung einen wunderbar gelungenen Zwischenvorhang gefertigt, welcher da Vincis Abendmahl zeigt, der zwischen den Akten den Parteien vor Augen führte, was sie einen sollte: die gemeinsame Herkunft  von der Lehre Jesus.

Die musikalische Wirkung kam vor allem von den hervorragenden Chorszenen und vom Orchester unter der Leitung des Österreichers mit ungarischen Wurzeln Stefan Soltés. Gesungen wurde recht differenziert: Makellos die Marguerite de Valois der russischen Koloratur-Sopranistin Venera Gimadieva. Jenniver Rowley gab der Valentine den vollen Glanz ihrer Stimme eigentlich erst ab dem vierten Bild in der Szene mit dem Raoul von John Osborn. Von seinem Einsatz hatte man letztlich mehr Glanz erwartet.

 Semperoper Dresden / Die Hugenotten - hier :  Jennifer Rowley als Valentine © Semperoper Dresden / Ludwig Olah

Semperoper Dresden / Die Hugenotten – hier : Jennifer Rowley als Valentine © Semperoper Dresden / Ludwig Olah

Hervorragend war das Kabinett-Stück des Ensemblemitglieds Stepanka Pucalkova  in der Rolle des Pagen. Gute Leistungen, oft an den Grenzen ihrer stimmlichen Möglichkeiten sind Tilmann Rönnebeck als Graf de St. Bris, John Relyea als Marcel, Christoph  Pohl als Graf de Nevers und Magnus Piontek als Méru. Sabine Brohm durfte sogar direkt in das Auditorium singen.

Die Reaktion des Premierenpublikums blieb differenziert. Die beiden Pausen hatten bereits Lücken in den Sitzreihen verursacht. Ich konnte von meinem Platz um sechs Sitze bis zum Mittelplatz der Reihe sechs rücken. Bei wenigen, offensichtlich unvermeidlichen Buh-Rufen für das Inszenierungs-Kollektiv, gab es herzlichen und auch stehenden Beifall.  Bei einem von Wagner, Mahler, Schostakowitsch und Bruckner verwöhntem Publikum scheint die Musik Meyerbeers vielleicht doch etwas aus der Zeit gefallen ist.

Der gehäufte Szenen-Beifall störte zudem, da er das musikalische Geschehen zusätzlich zerhackte und wenig Fluss aufkommen lies.

Die Hugenotten an der Semperoper; die weiteren Termine 4.7.; 10.7.; 13.7.2019; 15.3.; 18.3.; 21.3.2020

—| IOCO Kritik Semperoper Dresden |—

Dresden, Semperoper, Die Hugenotten – Giacomo Meyerbeer, 29.06.2019

Juni 24, 2019 by  
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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

 Les Huguenots / Die Hugenotten – Giacomo Meyerbeer

 Premiere Sonnabend, 29. Juni 2019 

Giacomo Meyerbeers Les Huguenots / Die Hugenotten beschließt am Sonnabend, den 29. Juni den Premierenzyklus der Spielzeit 2018/19 in der Semperoper Dresden. Meisterregisseur Peter Konwitschny ist nach fast 20-jähriger Abwesenheit der Einladung Peter Theilers nach Dresden gefolgt, zum Ende von dessen erster Saison als Intendant der Semperoper das zeitlos brisante Gesellschaftstableau zu inszenieren.

 Jakob Meyer Beer auch Giacomo  Meyerbeer_ hier seine Grabstätte in Berlin © IOCO

Jakob Meyer Beer auch Giacomo  Meyerbeer_ hier seine Grabstätte in Berlin © IOCO

Zuletzt war 1999 mit Die Csárdásfürstin eine umstrittene Inszenierung von Konwitschny in der Semperoper zu erleben. Nun setzt der vielgefragte Regisseur wieder eine Dresdner Neuproduktion, zusammen mit dem mehrfach als »Bühnenbildner des Jahres« ausgezeichneten Opern- und Schauspielausstatter Johannes Leiacker in einem Raum von opulenter visueller Sinnlichkeit in Szene. Für seine Interpretation von Les Huguenots / Die Hugenotten kann Konwitschny mit unter anderem Venera Gimadieva (Marguerite de Valois), Jennifer Rowley (Valentine), Christoph Pohl (Graf de Nevers) und John Osborn (Raoul de Nangris) auf ein exquisites Ensemble bauen. Am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden steht als Musikalischer Leiter Stefan Soltész; in den Chorszenen sind der Sächsische Staatsopernchor Dresden in der Einstudierung von Jörn Hinnerk Andresen und der Kinderchor der Semperoper Dresden zu erleben.

Nachdem Arnold Schönbergs »Moses und Aron« in der Inszenierung von Calixto Bieito den Premierenkalender 2018/19 in der Semperoper eröffnete, setzt Intendant Peter Theiler mit der Auswahl des wegen seines jüdischen Glaubens bereits von seinen Zeitgenossen und später von den Nationalsozialisten verfemten Komponisten Giacomo Meyerbeer für die letzte Spielzeitpremiere ein deutlich vernehmbares Zeichen, welch wichtigen Denkbeitrag Musiktheater im gesellschafts- und kulturpolitischen Disput zu leisten vermag.

»Ein feste Burg ist unser Gott«

Giacomo Meyerbeers 1836 uraufgeführtes Auftragswerk für die Pariser Grand Opéra gilt mit seinen lyrischen Arien, aber auch spektakulären Chor- und Massenszenen als eine der wichtigsten Opern des 19. Jahrhunderts und zugleich als eines der erfolgreichsten Werke im Oeuvre des gefeierten Komponisten. Im Umfeld des katholischen Massakers an den Hugenotten im Paris des Jahres 1572, das als Höhepunkt der französischen Religionskriege als »Bartholomäusnacht« oder »Pariser Bluthochzeit« in die Geschichte eingegangen ist, entwickelt sich die tragische Liebesgeschichte von Raoul und Valentine zur tödlichen Tragödie: Sinnbild einer Liebe, der unter unmöglichen politischen Verhältnissen jegliche Hoffnung entzogen ist. Bis heute ist die dem Sujet zugrunde liegende synonymhafte Deutung für religiösen Fanatismus und politische Manipulation ungebrochen: Die historischen Tableaus, die harten Kontraste zwischen Festtagsfreude und Pogromstimmung, die Beschleunigung der Handlung bis hin zur Katastrophe entfalten als Plädoyer gegen religiöse Verblendung und politischen Irrglauben irritierende Modernität.


Les Huguenots/ Die Hugenotten

Premiere am 29. Juni 2019 18 Uhr, Semperoper Dresden, weitere Vorstellungen 2., 4., 10. und 13. Juli 2019 sowie in die Spielzeit 2019/20 am 15.,18. Und 21. März 2020. Werkeinführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

—| Pressemeldung Semperoper Dresden |—

Linz, Landestheater Linz, Premiere PENTHESILEA – OTHMAR SCHOECK, 02.03.2019

Februar 28, 2019 by  
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Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

PENTHESILEA – OPER VON OTHMAR SCHOECK

 Heinrich von Kleists Trauerspiel in wuchtig spätromantischer Musiksprache

PREMIERE 2. MÄRZ 2019, 19.30 UHR

Was tun, wenn die Liebe stärker ist als jedes Gesetz? An diesem Wider­spruch zerbrechen die Amazonenkönigin Penthesilea und ihr Feind, der griechische Krieger Achill, wenn sie abwechselnd kämpfend und liebend übereinander herfallen und am Ende beide sterben müssen. Denn erst zerfleischt Penthesilea zusammen mit ihren Hunden den geliebten Feind, um sich dann aus ihrem Blutrausch erwachend selbst dem Tod hinzugeben.

Heinrich von Kleist formte 1808 aus diesem Stoff eines der sprachgewaltigsten deutschen Dramen, das in der Erkenntnis gipfelt: „Küsse, Bisse, das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, kann schon das Eine für das Andre greifen“. Othmar Schoeck vertonte Kleists Schau­spiel 1927 in einer ebenso wuchtigen wie spätromantisch erblühenden Musiksprache.

Penthesilea, Königin der Amazonen Dshamilja Kaiser, Prothoe, Fürstin der Amazonen Julia Borchert, Meroe, Fürstin der Amazonen Katherine Lerner, Oberpriesterin der Diana Vaida Raginskyte, Achilles, König des Griechenvolkes Martin Achrainer, Diomedes, König des Griechenvolkes Matthäus Schmidlechner, Erste Priesterin Gotho Griesmeier, Hauptmann Domen Fajfar, Bühnenpianisten Andrea Szewieczek, Elias Gillesberger

Chor des Landestheaters Linz, Extrachor des Landestheaters Linz, Bruckner Orchester Linz

INSZENIERUNG PETER KONWITSCHNY – MUSIKALISCHE LEITUNG LESLIE SUGANANDARAJAH

Koproduktion mit der Oper Bonn

Premiere Samstag, 2. März 2019, 19.30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

Musikalische Leitung Leslie Suganandarajah
Inszenierung Peter Konwitschny
Bühne und Kostüme Johannes Leiacker
Konzeptionelle Mitarbeit Bettina Bartz
Chorleitung Elena Pierini
Leitung Extrachor Martin Zeller
Dramaturgie Bettina Bartz, Christoph Blitt

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

Linz, Landestheater Linz, PENTHESILEA – OTHMAR SCHOECK, 02.03.2019

Januar 30, 2019 by  
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Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

PENTHESILEA –  OTHMAR SCHOECK

INSZENIERUNG PETER KONWITSCHNY,  MUSIKALISCHE LEITUNG LESLIE SUGANANDARAJAH

PREMIERE 2. MÄRZ 2019, 19.30 UHR

Opernpremiere Penthesilea am 2. März 2019 im Großen Saal des Musiktheaters . Regie führt Peter Konwitschny, der 2018 im Jahrbuch der Zeitschrift „Opernwelt“ zum „Regisseur des Jahres“ gewählt wurde. 2017 inszenierte Peter Konwitschny Schoecks Oper als einen theatral-viel­schichtigen Kampf der Geschlechter an der Oper Bonn. Nun wird man diese Inszenierung auch in Linz erleben können. Die Titelpartie singt Dshamilja Kaiser. Am Pult des Bruckner Orchesters Linz der designierte Musikdirektor des Salzburger Landestheaters Leslie Suganandarajah.

Landestheater Linz / Penthesilea (Dshamilja Kaiser) © Thilo Beu, Oper Bonn

Landestheater Linz / Penthesilea (Dshamilja Kaiser) © Thilo Beu, Oper Bonn

 

PENTHESILEA –  IN EINEM AUFZUG VON OTHMAR SCHOECK
Text vom Komponisten nach Heinrich von Kleists gleichnamigem Trauerspiel
In deutscher Sprache mit Übertiteln, Koproduktion mit der Oper Bonn

Was tun, wenn die Liebe stärker ist als jedes Gesetz? An diesem Wider­spruch zerbrechen die Amazonenkönigin Penthesilea und ihr Feind, der griechische Krieger Achill, wenn sie abwechselnd kämpfend und liebend übereinander herfallen und am Ende beide sterben müssen. Denn erst zerfleischt Penthesilea zusammen mit ihren Hunden den geliebten Feind, um sich dann aus ihrem Blutrausch erwachend selbst dem Tod hinzugeben.

Heinrich von Kleist formte 1808 aus diesem Stoff eines der sprachgewaltigsten deutschen Dramen, das in der Erkenntnis gipfelt: „Küsse, Bisse, das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, kann schon das Eine für das Andre greifen“. Othmar Schoeck vertonte Kleists Schau­spiel 1927 in einer ebenso wuchtigen wie spätromantisch erblühenden Musiksprache.


Premiere Samstag, 2. März 2019, 19.30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

Musikalische Leitung Leslie Suganandarajah, Inszenierung Peter Konwitschny, Bühne und Kostüme Johannes Leiacker, Konzeptionelle Mitarbeit Bettina Bartz, Chorleitung Elena Pierini, Leitung Extrachor Martin Zeller, Dramaturgie Bettina Bartz, Christoph Blitt

Landestheater Linz / Penthesilea (Dshamilja Kaiser) © Thilo Beu, Oper Bonn

Landestheater Linz / Penthesilea (Dshamilja Kaiser) © Thilo Beu, Oper Bonn

Penthesilea, Königin der Amazonen Dshamilja Kaiser, Prothoe, Fürstin der Amazonen Julia Borchert, Meroe, Fürstin der Amazonen Katherine Lerner, Oberpriesterin der Diana Vaida Raginskyti, Achilles, König des Griechenvolkes Martin Achrainer, Diomedes, König des Griechenvolkes Matthäus Schmidlechner, Erste Priesterin Gotho Griesmeier, Hauptmann Domen Fajfar, Bühnenpianisten Andrea Szewieczek, Elias Gillesberger

Chor des Landestheaters Linz, Extrachor des Landestheaters Linz, Bruckner Orchester Linz

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

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