Essen, Klavierfestival Ruhr 2020, Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab 04.06.2020

Klavierfestival Ruhr 2020

Klavier-Festival Ruhr plant Spielbetrieb ab 4. Juni 2020

Der Stiftungsrat der Stiftung Klavier-Festival Ruhr hat sich in zwei Außerordentlichen Sitzungen zur Durchführbarkeit des Klavier-Festivals Ruhr 2020 in der gegenwärtigen Corona-Situation beraten und unterstützt den Intendanten Prof. Franz Xaver Ohnesorg und sein Team in ihrem Bemühen, das Klavier-Festival Ruhr 2020 in reduziertem Umfang zu retten.

Nach der vom Land NRW im sog. Nordrhein-Westfalen-Plan zum 30. Mai 2020 vorgesehenen  Wiedereröffnung der Konzertsäle sollen die Mehrzahl der vom 4. Juni bis 11. Juli 2020 geplanten Festival-Konzerte an den ursprünglichen Terminen, jedoch in modifizierter Form durchgeführt werden. Und selbstverständlich nur dann, wenn dies unter strenger Befolgung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln möglich ist.

In den meisten Konzertsälen steht deshalb nur weniger als ein Drittel der sonst verfügbaren Plätze zur Verfügung. Deshalb versucht das Festival, bei einer Reihe von Konzerten zwei Aufführungen desselben dann rund 75-minütigen pausenlosen Programms am gleichen Tag durchzuführen – z.B. um 17:00 und 20:00 Uhr. Dafür müssen die z.Zt. im Umlauf befindlichen Eintrittskarten zurückgegeben und in neue Sitzplatzkarten umgetauscht werden.

Einzelheiten hierzu werden tagesaktuell auf der Webseite des Klavier-Festivals Ruhr www.klavierfestival.de veröffentlicht. Die Kunden des Klavier-Festivals Ruhr werden vom Festival direkt kontaktiert. Ursprünglich sollte das Klavier-Festival Ruhr 2020 bereits am 21. April beginnen. Die für April und Mai geplanten 33 Konzerte wurden fast vollständig auf den Herbst verlegt.

 

—| Pressemeldung Klavierfestival Ruhr |—

Essen, Klavierfestival Ruhr 2020, Klavier-Festival Ruhr beflügelt digital, April 2020

Klavierfestival Ruhr 2020

Klavierfestival 2020 / Daniel Barenboim © Peter Wieler

Klavierfestival 2020 / Daniel Barenboim © Peter Wieler

Klavier-Festival Ruhr beflügelt digital

Das Klavier-Festival Ruhr beflügelt digital: Ab Karfreitag, 10. April, überbrückt es die bevorstehende konzertlose Zeit mit Video- und Tonaufnahmen von Konzerten der vergangenen Jahre. „Wir wollen unser Publikum während der Pandemie nicht alleine lassen“, erklärt Intendant Franz Xaver Ohnesorg hierzu in einer Videobotschaft. „Hervorragende Aufnahmen aus der CD-Reihe ‚Edition Klavier-Festival Ruhr‘ und DVD-Aufzeichnungen unserer Konzerte sollen dazu beitragen, diese nicht ganz einfache Zeit zu überstehen. Die Musik soll aufbauen, ermuntern und zuversichtlich machen.“

Das „Digitale Klavier-Festival Ruhr“ startet am Karfreitag, 10. April um 10 Uhr unter der Adresse http://www.klavierfestival.de/musik-fuer-zuhause mit einer Video-Aufnahme der beiden Klavierkonzerte von Franz Liszt in einer schon heute als historisch geltenden TV-Aufzeichnung mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin unter der Leitung des im Jahr 2016 verstorbenen Großmeisters Pierre Boulez. Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven, gespielt von Benjamin Moser und Mona Asuka, sind ab 14. bzw. 16. April zu hören.

Am Samstag, 18. April startet eine Video-Live-Aufnahme vom Klavier-Festival Ruhr 2010: Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin spielen unter der Leitung von Andris Nelsons Frédéric Chopins Klavierkonzert Nr. 1 in e-Moll op. 11. Am 20. und 22. April werden wiederum Klavierwerke Ludwig van Beethovens übertragen, diesmal interpretiert von Herbert Schuch und Tamara Stefanovich. Das Video des Zweiten Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll op. 21 Frédéric Chopins – wieder mit Daniel Barenboim und Andris Nelsons – ist ab 25. April zu sehen. Den April-Spielplan beschließen ab 27. April Dennis Russell Davies und Maki Namekawa mit Ausschnitten aus Beethovens Fidelio in einer Klavierfassung Alexander Zemlinskys und ab 29. April Benjamin Moser mit der c-Moll-Sonate Nr. 32 op. 111.

Die Aufnahmen sind an den genannten Tagen ab 10 Uhr unter http://www.klavierfestival.de/musik-fuer-zuhause abrufbar. Die Video-Mitschnitte mit Daniel Barenboim bleiben jeweils nur für wenige Tage verfügbar.
Stiftung


Klavier-Festival Ruhr: Digitaler Spielplan April 2020


 

Karfreitag, 10. April, ab 10 Uhr bis Dienstag, 14. April, 10 Uhr
Franz Liszt: Die beiden Klavierkonzerte (VIDEO)
Richard Wagner: Eine Faust-Ouvertüre | Siegfried-Idyll
Daniel Barenboim, Staatskapelle Berlin, Pierre Boulez (Dirigent)
Live vom Klavier-Festival Ruhr, Philharmonie Essen, 9./10. Juni 2011

Dienstag, 14. April, ab 10 Uhr
Ludwig van Beethoven: Sonate Nr. 17 d-Moll op. 31/2 “Der Sturm” (AUDIO)
Benjamin Moser
Live vom Klavier-Festival Ruhr, Martinstift Moers, 25. Mai 2011
Edition Klavier-Festival Ruhr, Vol. 28

Donnerstag, 16. April, ab 10 Uhr
Ludwig van Beethoven: Sonate Nr. 8 in c-Moll op. 13 „Pathétique“ (AUDIO)
Mona Asuka
Live vom Klavier-Festival Ruhr, Amphi-Saal, Harenberg City Center Dortmund, 1. Juli 2008
Edition Klavier-Festival Ruhr, Vol. 22

Samstag, 18. April, ab 10 Uhr bis Montag, 20. April, 10 Uhr
Frédéric Chopin: Klavierkonzert Nr. 1 in e-Moll op. 11 (VIDEO)
Daniel Barenboim, Staatskapelle Berlin, Andris Nelsons (Dirigent)
Live vom Klavier-Festival Ruhr, Philharmonie Essen, 1. Juli 2010

Montag, 20. April, ab 10 Uhr
Ludwig van Beethoven: Sonate Nr. 23 f-Moll op. 57 “Appassionata” (AUDIO)
Herbert Schuch
Live vom Klavier-Festival Ruhr, Robert-Schumann-Saal Düsseldorf, 27. Mai 2006
Edition Klavier-Festival Ruhr, Vol. 15

Mittwoch, 22. April, ab 10 Uhr
Ludwig van Beethoven: Sonate Nr. 25 in G-Dur op. 79 (AUDIO)
Bagatellen op. 119 / op. 126 (Auswahl) (AUDIO)
Tamara Stefanovich
Live vom Klavier-Festival Ruhr, Stadthalle Mülheim an der Ruhr, 21. Juni 2007
Edition Klavier-Festival Ruhr, Vol 17

Samstag, 25. April, ab 10 Uhr bis Montag, 27. April, 10 Uhr
Frédéric Chopin: Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll op. 21 (VIDEO)
Daniel Barenboim, Staatskapelle Berlin, Andris Nelsons (Dirigent)
Live vom Klavier-Festival Ruhr, Philharmonie Essen, 1. Juli 2010

Montag, 27. April, ab 10 Uhr
Ludwig van Beethoven: Fidelio (Auszüge; AUDIO)
Fassung für Klavier zu vier Händen von Alexander Zemlinsky
Dennis Russell Davies, Maki Namekawa
Aufnahme 2007, Brucknerhaus Linz
Edition Klavier-Festival Ruhr, Vol. 16

Mittwoch, 29. April, ab 10 Uhr
Ludwig van Beethoven: Sonate Nr. 32 in c-Moll op. 111 (AUDIO)
Benjamin Moser
Live vom Klavier-Festival Ruhr, Martinstift Moers, 25. Mai 2011
Edition Klavier-Festival Ruhr, Vol. 28

Der digitale Spielplan für Mai 2020 wird in der letzten Aprilwoche bekannt gegeben.

—| Pressemeldung Klavierfestival Ruhr |—

Essen, Klavierfestival Ruhr 2020, Spielplan neue Termine, Mai 2020

März 18, 2020 by  
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Klavierfestival Ruhr 2020

Klavierfestifal 2020 / Denis Kozukhin © Marco Borggreve

Klavierfestifal 2020 / Denis Kozukhin © Marco Borggreve

Corona-Vorbeugung: Klavier-Festival Ruhr verlegt z. Zt. 23 Konzerte

Das Klavier-Festival Ruhr ändert seinen Spielplan und nimmt seinen Spielbetrieb voraussichtlich erst am 18. Mai 2020 auf: Die für die Zeit vom 21. April bis zum 17. Mai geplanten 23 Konzerte sollen nach den Sommerferien bzw. im Herbst nachgeholt werden. Eintrittskarten für die zu verlegenden Konzerte bleiben auch an den neuen Terminen gültig, können aber auch dort, wo sie erworben wurden, zurückgegeben, in einen Gutschein umgetauscht oder ggf. auch gespendet werden.

Für fünf Konzerte stehen bereits Nachholtermine fest: Denis Kozhukhin (ursprünglich am 4. Mai) kommt nun am 21. September ins LWL-Museum für Kunst und Kultur nach Münster. Das Konzert von Víkingur Ólafsson in Mülheim ist vom 7. Mai auf den 28. September verlegt. Mona Asuka und das Goldmund Quartett holen ihr für 26. April im Landschaftspark Nord in Duisburg vorgesehenes Konzert am 30. Oktober nach. Arcadi Volodos (22. April) spielt am 4. November in der Stadthalle Mülheim. Gidon Kremer, Georgijs Osokins und Giedre Dirvanauskaite spielen ihr Programm mit Beethovens Tripelkonzert in Wuppertal nun statt am 23. April am 9. November in der Historischen Stadthalle.

Klavierfestifal 2020 / Arcadi Volodos © Marco Borggreve / Sony Classical

Klavierfestifal 2020 / Arcadi Volodos © Marco Borggreve / Sony Classical

[ Von Arcadi Volodos wurden verschiedene Aufnahmen bei der Sony Classical veröffentlicht ]

Welche behördlichen Auflagen für Konzerte ab dem 18. Mai gelten, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Interessenten für Konzerte mit derzeit begrenzter Platzkapazität können sich auf Wartelisten eintragen lassen und werden benachrichtigt, sobald das Klavier-Festival Ruhr für diese Konzerte wieder Karten anbieten kann. Auf der Webseite www.klavierfestival.de informiert das Klavier-Festival Ruhr kontinuierlich über Änderungen und Aktualisierungen.

Angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie für das vollständig privat finanzierte Festival appelliert Intendant Franz Xaver Ohnesorg an die Kunden des Klavier-Festivals Ruhr: „Wir hoffen, dass uns unsere Konzertbesucher auch an den neuen Konzertterminen die Treue halten. So dieses im Einzelfall zeitlich nicht möglich sein sollte, wären wir natürlich sehr dankbar, wenn unsere Kunden den der Stiftung Klavier-Festival Ruhr zufließenden Netto-Wert der Eintrittskarten in eine steuerbegünstigte Spende umwandeln würden.“ In diesem Fall bittet das Klavier-Festival Ruhr um eine Mail an spende@klavierfestival.de mit den Angaben zu den Konzertkarten, die in eine Spende umgewandelt werden soll.

Kartenbestellungen sind weiterhin möglich unter der Hotline (0221) 280 220 oder platzgenau im Internet (www.klavierfestival.de).

—| Pressemeldung Klavierfestival Ruhr |—

Essen, Philharmonie Essen – Klavierfestival 2014 – Preziosen und Beethoven-Häppchen, IOCO Kritik, 07.07.2014

Juli 10, 2014 by  
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KLAVIER-FESTIVAL RUHR 2012
PHILHARMONIE ESSEN

Markus Becker –  Piano, Bochumer Symphoniker, Steven Sloane 07.07.2014

Preziosen und Beethoven-Häppchen

Klavierfestival Ruhr 2014 / Becker Markus © Roland Schmidt

Klavierfestival Ruhr 2014 / Becker Markus © Roland Schmidt

Das an Höhepunkten reiche Klavier-Festival Ruhr 2014 setzte in diesem Jahr noch einen weiteren Höhepunkt drauf. Einer der Schwerpunkte war die Präsentation von Klavierliteratur für die “linke Hand“.

Die Werke, die man zu hören bekam, waren Auftragswerke des einarmigen Pianisten Paul Wittgenstein. Der aus einer sehr begüterten Familie stammende Wittgenstein konnte es sich leisten, renommierten Komponisten Aufträge zu erteilen. Er hatte im ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verloren und wollte natürlich seine glanzvolle Pianistenkarriere fortsetzen.

So entstanden eine Vielzahl von Kompositionen speziell für die linke Hand.
Ravel, Strauss, Prokofjew, Britten, Hindemith und andere “belieferten“ Wittgenstein. Viele dieser Kompositionen wurden beim diesjährigen Festival aufgeführt. Da gab es bekanntes, wie die Konzerte von Ravel und Prokofjew, aber auch unbekanntes, wie die beiden Werke von Alexander Tansman und Franz Schmidt, die am vergangenem Montag zu hören waren.

Die Bochumer Symphoniker unter der Leitung ihres Chefs, Steven Sloane, nahmen sich beider Werke an. Der Solist war der international gefragte deutsche Pianist Markus Becker.

Alexander Tansman kam im polnischen Lodz zur Welt. Er studierte in seiner Heimatstadt, wie auch in Warschau. 1919 ging er nach Paris, geriet dort unter die Fittiche von Maurice Ravel und befreundete sich mit Alexander Tscherepnin. 1940 musste er vor den Nazis flüchten. Im amerikanischen Los Angeles erreichte ihn der Auftrag für Paul Wittgenstein ein Konzert für die linke Hand des Klaviers und Orchester zu komponieren.

1943 schuf Tansman die “Piéce Concertante pour piano main gauche et Orchestre“. Das Werk wurde von ihm nicht vollendet. Erst 2008 erstellte der polnische Komponist Piotr Moss eine dreisätzige Fassung für Klavier und Orchester, die 2009 in Frankfurt uraufgeführt wurde. Nun konnte man das Stück hier in Essen im Rahmen des Klavierfestivals kennenlernen.

Die zweite Rarität an diesem Abend waren die “Konzertanten Variationen über ein Thema von Beethoven für Klavier (linke Hand) und Orchester des österreichischen Komponisten Franz Schmidt. Schmidt studierte in Wien. Achtzehn Jahre lang, bis 1914 war er Cellist bei den Wiener Philharmonikern. Der zu Lebzeiten erfolgreiche Komponist ist heute nur durch sein Oratorium. “Das Buch mit sieben Siegeln“ sowie durch seine Oper “Notre Dame“ bekannt.

Seine “Konzertanten Variationen“ wurden im Februar 1924 in Wien mit den Wiener Symphonikern und dem Auftraggeber Paul Wittgenstein als Solist uraufgeführt. Die beiden wirklich schönen und interessanten Stücke wurden hier durch Markus Becker sehr engagiert gespielt. Die Bochumer Symphoniker unter Steven Sloane begleiteten hoch motiviert.

Diese erfreuliche Begegnung mit den beiden Raritäten spezieller Klavier-Literatur war natürlich nicht abendfüllend. Man “ummantelte“ sie sozusagen mit Beethovens “Sinfonie Nr. 3, op.55“, der sogenannten “Eroica“.

In den 10 Jahren, in denen Steven Sloane den Bochumern als Chef vorsteht, ist das Orchester zu einem Perfektionsinstrument gereift. Seine Tugenden sind ein exzellentes Zusammenspiel und lupenreine Intonation in allen Gruppen. Auch an diesem Abend mit der “Eroica“ waren diese Attribute wieder auszumachen. Sloane gab ein schnelles Tempo vor. Es war ein ständiges Vorwärtsdrängen hörbar. Die Gewichtsverteilung von Streicher- und Bläserstimmen war ausgewogen. Man hörte eine Glanzleistung an zupackender Energie. Doch es fehlte die große Linie. Die Spannung wurde unterbrochen durch eine seltsame, befremdliche Entscheidung.

Dieser Beethoven wurde in Häppchen präsentiert. Die Sätze 1+2 vor den Klavier-Konzerten und die Sätze 3+4 danach. Das hatte wahrscheinlich mit dem Auf- und Abbau des Flügels zu tun. Eine andere Reihenfolge der Werke wäre sicher machbar gewesen.

Trotz dieser Befremdlichkeit, das Publikum zeigte sich sehr angetan von diesem wirklich außergewöhnlichen Konzertabend und feierte Orchester, Dirigent und den Solisten mit starkem Beifall.

IOCO / UGK / 07.07.2014

—| IOCO Kritik Klavierfestival Ruhr |—

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