Karlsruhe, Badisches Staatstheater, Führung erneuert – Fünf Direktorinnen, IOCO Aktuell, 23.03.2018

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

 

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

Fünf neue Direktorinnen am Staatstheater

Nicole Braunger – Bridget Breiner – Stefanie Heiner – Uta-Christine Deppermann – Anna Bergmann

Das STAATSTHEATER KARLSRUHE setzt ab den Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 auffällige Zeichen für seine Zukunft: Fünf Direktorinnen werden zukünftig die Geschicke des Staatstheaters leiten: Eine in der deutschen Theaterlandschaft einmalige wie wegweisende Situation. Die mutigen Personalentscheidungen fällten Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.     CHAPEAU ins Ländle!

Diese Frauen bringen frischen Wind in das Staatstheater Karlsruhe: Nicole Braunger tritt 2018/19 als Operndirektorin die Nachfolge von Michael Fichtenholz am STAATSTHEATER KARLSRUHE an, der ans Opernhaus Zürich wechselt. Gelsenkirchens Ballettdirektorin Bridget Breiner folgt ab der Spielzeit 2019/20 auf Prof. Birgit Keil. Auch das VOLKSTHEATER bekommt eine neue Leitung: Stefanie Heiner, bisher in Weimar tätig, löst Beata Anna Schmutz ab, die ans Nationaltheater Mannheim geht. Die Künstlerische Betriebsdirektion übernimmt Uta-Christine Deppermann 2018/19 von Monika Pichler, die sich in den Ruhestand verabschiedet. Bisher war Deppermann in gleicher Position am Theater Magdeburg tätig. Komplettiert wird die neue Leitungsriege durch die designierte Schauspieldirektorin Anna Bergmann.

„Die neuen Direktorinnen sind eine ausgezeichnete Wahl. Sie werden sich inhaltlich zwischen Tradition und Innovation bewegen und neue Akzente setzen. Sie sind künstlerische Zukunftsversprechen für Karlsruhe!“, sagt Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Die Ministerin freute sich besonders darüber, dass Bridget Breiner, die lange Jahre als erste Solistin für das Stuttgarter Ballett tanzte, nun wieder ins Land kommt : „die Rückkehr einer großen Künstlerin nach Baden-Württemberg – in der Nachfolge der großartigen Birgit Keil, die für die überragende Qualität und internationale Strahlkraft des Balletts in Baden-Württemberg steht“, so Bauer. „Das STAATSTHEATER stellt sich in fast allen Sparten völlig neu auf. Es konnten starke Persönlichkeiten gewonnen werden, die künstlerisch und atmosphärisch eigene Schwerpunkte setzen werden – wir dürfen sehr neugierig und gespannt sein“, ergänzt Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.

Staatstheater Karlsruhe / Nicole Braunger - kommende Operndirektorin © Felix Grünschloß

Staatstheater Karlsruhe / Nicole Braunger – kommende Operndirektorin © Felix Grünschloß

Nicole Braunger kommt ab der Spielzeit 2018/19 ein bestens vernetzter Musiktheater-Profi mit großer Sängerkenntnis ans STAATSTHEATER und baut damit die internationalen Beziehungen der Karlsruher OPER weiter aus. Sie studierte Sologesang am Konservatorium Wien und der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien. Nach ihrem Diplom war sie von 2006 bis 2010 als Sopranistin im Ensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin engagiert. Darauf war sie Künstleragentin bei Claudia Dickie – Artists Management in Baden. Seit 2017 arbeitet sie als Head of Directors Division (Leiterin der Regie-Abteilung) bei ARSIS – Artist Management in Wien und vertritt Regisseure wie Kirill Serebrennikov, Keith Warner oder Harry Kupfer. Die Agentur zählt zu den weltweit führenden und vermittelt auch Sängerinnen und Sänger wie Anette Dasch oder Nikolai Schukoff sowie Dirigenten wie Kirill Petrenko. Nicole Braunger wird als Operndirektorin die erste Frau in dieser Position am STAATSTHEATER KARLSRUHE sein.

Staatstheater Karlsruhe / Bridget Breiner - kommende Ballettdirektorin © Sebastian Galtier

Staatstheater Karlsruhe / Bridget Breiner – kommende Ballettdirektorin © Sebastian Galtier

Bridget Breiner löst Birgit Keil als langjährige Direktorin des Badischen Staatsballett zur Saison 2019/20 ab. Der Vertrag der dann 75-jährigen Birgit Keil, seit 2003 Direktorin des Staatsballett Karsruhe, läuft dann aus. Bridget Breiner ist weltweit anerkannte Tänzerin und gefeierte Choreografin. Aufgewachsen in Columbus, Ohio (USA), tanzte sie u. a. am Bayerischen Staatsballett, dem Ballett der Semperoper Dresden und lange Jahre als erste Solistin für das Stuttgarter Ballett, wo sie gleichzeitig eine erfolgreiche Karriere als Choreografin begann. Ihre Choreografie Sirs für die Stuttgarter Noverre-Gesellschaft wurde sofort ins Repertoire des Stuttgarter Balletts aufgenommen. Mit Studenten der John-Cranko-Schule schuf sie im Kunstmuseum Stuttgart das Stück Zeitsprünge. Letters of Others war 2010 ihr erstes Auftragswerk für das Stuttgarter Ballett. Es folgten Arbeiten für das Kevin O’Day Ballett Mannheim, das Ballett Augsburg oder das lettische Nationalballett. Seit 2012 ist sie äußerst erfolgreiche Ballettdirektorin am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Ihr Ballett Ruß wurde 2013 ebenso mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet wie 2015 ihre Kreation Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin. Damit ist sie eine der wenigen Künstlerinnen, der zwei Mal Deutschlands höchster Theaterpreis verliehen wurde. Im Sommer 2016 choreografierte Bridget Breiner erstmals für die Ruhrfestspiele Recklinghausen; am 15.3. brachte sie mit Strawinskys Feuervogel ihre erste Arbeit für Les Grands Ballets Canadiens de Montréal in Kanada zur Uraufführung. Mit ihrem Engagement in Karlsruhe kehrt sie in ihre künstlerische Heimat Baden-Württemberg zurück. Sie wird die Linie des klassischen Balletts, die so erfolgreich durch Birgit Keil geprägt wurde, ab der Spielzeit 2019/20 fortsetzen.

Auch Generalintendant des Musiktheater im Revier, Michael Schulz, freut sich sehr, dass wieder einmal eine Gelsenkirchener Erfolgsgeschichte über die Region hinaus fortgesetzt wird und wünscht Bridget Breiner eine spannende und erfolgreiche Zukunft. Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski bedauert den kommenden Abschied von Bridget Breiner: «Mit Bedauern aber auch mit großer Anerkennung», so  Baranowski über Breiners Berufung nach Karlsruhe. Er werde mit den Verantwortlichen des Musiktheater über die Nachfolge beraten.

Die neue Leiterin des VOLKSTHEATERS ab der Spielzeit 2018/19 ist Stefanie Heiner. Sie studierte Erziehungswissenschaften und Philosophie und absolvierte eine Ausbildung zur Theaterpädagogin. 2012 machte sie zusätzlich eine Fortbildung mit dem Schwerpunkt Tanztheater. Seit 2009 leitet sie die Theaterpädagogik des stellwerk – junges Theater Weimar und arbeitet als Regisseurin und Theaterpädagogin bundesweit in diversen freien Projekten. Seitdem sind viele Inszenierungen für und mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen entstanden, zuletzt Ronja Räubertochter am stellwerk Weimar, Frühlings Erwachen (Spring Awakening) in Kooperation mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar und Der kleine Prinz am STAATSTHEATER KARLSRUHE. Ihre Spezialgebiete sind partizipatorische Projekte mit zeitgenössischen und performativen Ansätzen sowie das Theater für die Allerkleinsten. Ihre Inszenierung Abräumen für Kinder ab 2 Jahren wurde für den Thüringer Theaterpreis 2016 nominiert. Stefanie Heiner wird eng vernetzt mit dem JUNGEN STAATSTHEATER arbeiten.

Staatstheater Karlsruhe / Ute-Christine Deppermann - kommende Künstlerische Betriebsdirektorin, © Felix Grünschloß

Staatstheater Karlsruhe / Ute-Christine Deppermann – kommende Künstlerische Betriebsdirektorin, © Felix Grünschloß

Uta-Christine Deppermann, ab 2018/19 Künstlerische Betriebsdirektorin, eine der führenden deutschen Betriebsdirektorinnen, hat die künstlerischen Abläufe an zahlreichen Theatern organisiert. Die studierte Musik- und Theaterwissenschaftlerin arbeitete als Chefdisponentin an den Landesbühnen Sachsen und an den Wuppertaler Bühnen, bevor sie als Künstlerische Betriebsdirektorin ans Staatstheater Braunschweig wechselte. Zuletzt war sie in gleicher leitender Funktion am Theater Magdeburg engagiert. Schwerpunkt ihrer Arbeit war im Musiktheater Ensemble-Entwicklung und Auswahl der Solisten. Darüber hinaus war Uta-Christine Deppermann als Konzertdramaturgin und Künstlervermittlerin tätig und leitet seit 2000 den Internationalen Gesangswettbewerb Competizione dell‘Opera.

„Frauen in Führungspositionen ist gerade ein heiß diskutiertes, brennendes Thema. Mit diesen Theaterfachfrauen setzen wir einen starken Akzent. Sie werden sich, auch spartenübergreifend, mit den gesellschaftlich relevanten Themen Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechterverhältnisse auseinander setzen. Wir sind glücklich, dass wir solch herausragende Spartendirektorinnen für Karlsruhe gewinnen konnten,“ freut sich Generalintendant Peter Spuhler auf die neue Leitungsriege.

LEBENSLÄUFE der kommenden DIREKTORINNEN

Nicole Braunger, geb. in Mödling, studierte Sologesang am Konservatorium Wien und der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Nach ihrem Diplom war sie von 2006 bis 2010 als Sopranistin im Ensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin engagiert. Darauf war sie Künstleragentin bei Claudia Dickie –Artists Management in Baden. Seit 2017 arbeitet sie als Head of Directors Division (Leiterin der Regie-Abteilung) bei ARSIS – Artist Management in Wien und vertritt Regisseure wie Harry Kupfer, Kirill Serebrennikov, Lydia Steier oder Keith Warner. Die Agentur zählt zu den weltweit führenden und vermittelt auch Sängerinnen und Sänger wie Anette Dasch, Anja Kampe, Claudia Mahnke, Michaela Schuster, Nikolai Schukoff, Terry Wey, Wolfgang Koch oder Falk Struckmann, und  Dirigenten wie Betrand De Billy, Philippe Jordan, Kirill Petrenko oder Simone Young. Nicole Braunger wird als Operndirektorin die erste Frau in dieser Position am STAATSTHEATER KARLSRUHE sein.

Bridget Breiner (*1974) wuchs in Columbus, Ohio (USA) auf. Sie tanzte u.a. am Bayerischen Staatsballett, dem Semperoper Ballett Dresden und lange Jahre als erste Solistin für das Stuttgarter Ballett, wo sie gleichzeitig eine erfolgreiche Karriere als Choreografin begann. Ihre Choreografie Sirs für die Stuttgarter Noverre-Gesellschaft wurde sofort ins Repertoire des Stuttgarter Ballett aufgenommen. Mit Studenten der John Cranko-Schule schuf sie im Kunstmuseum Stuttgart das Stück Zeitsprünge. Letters of Others war 2010 ihr erstes Auftragswerk für das Stuttgarter Ballett. Es folgten Arbeiten für das Kevin O’Day Ballett Mannheim, das Ballett Augsburg oder das lettische Nationalballett.

Ihr Debüt am MiR feierte sie 2012 mit der Inszenierung des Opern-Tanz-Abends Großstadt-Triptychon. In der Spielzeit 2012/13 stellte sich Bridget Breiner mit Blau Blue Bleu als neue Direktorin des Ballett im Revier der Öffentlichkeit vor. Ihr Ballett Ruß wurde im Herbst 2013 mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet. In den folgenden Jahren folgten die Choreografien zu Schwanensee, On the Town, The Tragedies of Othello und In Honour of. Mit ihrer Kreation Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin wurde sie 2015 erneut mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet.

Im Sommer 2016 choreografierte Bridget Breiner erstmals für die Ruhrfestspiele Recklinghausen. Das dort uraufgeführte Ballett Prosperos Insel ist in der jetzigen Spielzeit im Musiktheater im Revier zu sehen. Außerdem kreiert sie in dieser Spielzeit den Ballettabend The Vital Unrest zur Auftragskomposition des lettischen Komponisten Georgs Pelecis und Camille Saint-Saëns 3.Symphonie. Am 15. März brachte sie mit Strawinskys Feuervogel ihre erste Arbeit für das Les Grands Ballets Canadiens de Montréal in Kanada zur Uraufführung.

Uta-Christine Deppermann, eine der führenden deutschen Betriebsdirektorinnen, hat die künstlerischen Abläufe an zahlreichen Theatern organisiert. Die studierte Musik- und Theaterwissenschaftlerin arbeitete als Chefdisponentin an den Landesbühnen Sachsen und an den Wuppertaler Bühnen, bevor sie als Künstlerische Betriebsdirektorin ans Staatstheater Braunschweig wechselte, wo sie hauptverantwortlich für die Planung und Koordination des Jahresspielplans von vier Sparten an fünf Spielorten war. In dieser Zeit vertiefte sie auch ihren Schwerpunkt im Musiktheater. Zuletzt war sie in gleicher leitender Funktion am Theater Magdeburg engagiert und disponierte dort alle Vorstellungen in den Sparten Musiktheater, Ballett, Musical und Gastspielorganisation. Schwerpunkt ihrer Arbeit war darüber hinaus im Musiktheater Ensemble-Entwicklung und Auswahl der Solisten. Darüber hinaus war Uta-Christine Deppermann als Konzertdramaturgin und Künstlervermittlerin tätig und leitet seit 2000 den Internationalen Gesangswettbewerb Competizione dell‘Opera.

Stefanie Heiner:  Die Tanz- und Theaterpädagogin Stefanie Heiner, geboren in Korbach (Hessen), studierte Erziehungswissenschaften und Philosophie an der Universität Erfurt und absolvierte anschließend eine Ausbildung zur Theaterpädagogin an der Theaterwerkstatt in Heidelberg.

2012 absolvierte sie zusätzlich eine Fortbildung mit dem Schwerpunkt Tanztheater. Seit 2009leitet sie die Theaterpädagogik des stellwerk – junges Theater Weimar und arbeitet als Regisseurin und Theaterpädagogin in diversen freien Projekten thüringen- und bundesweit. Seitdem sind viele Inszenierungen für und mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen entstanden, zuletzt Ronja Räubertochter am stellwerk Weimar, Frühlings Erwachen (Spring Awakening) in Kooperation mit dem DNT Weimar und Der kleine Prinz am Staatstheater Karlsruhe.

Ihre Spezialgebiete sind partizipatorische Projekte mit zeitgenössischen und performativen Ansätzen sowie das Theater für die Allerkleinsten. Ihre Inszenierung Abräumen für Kinder ab 2 Jahren wurde für den Thüringer Theaterpreis 2016 nominiert.

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Stuttgart, Oper Stuttgart, Hänsel und Gretel – Kirill Serebrennikov, IOCO Kritik, 26.10.2017

Oktober 27, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Staatsoper Stuttgart

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Oper Stuttgart

 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

 Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck

Ein  Märchen von Not und Hoffnung – In ungewöhnlicher, fragmentarischer Inszenierung an der Oper Stuttgart

Von Peter Schlang

Völlig anders als ursprünglich und  seit gut zwei Jahren geplant, verlief am Sonntag, 22. Oktober 2017 die erste Premiere der Staatsoper Stuttgart dieser Spielzeit, Engelbert Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel: Statt des geschlossenen Bühnen-vorhangs, hinter dem man eine opulent ausgestattete und passend beleuchtete Bühne mit entsprechend kostümierten Sänger-Darstellern vermuten darf, fanden die Zuschauer beim Betreten des Saals die bis zur Brandmauer geöffnete, kahle und in Schwarz gehaltene Bühne vor, auf deren hinterem Teil das ebenfalls in schwarz gekleidete Staatsorchester Stuttgart beim Stimmen zu sehen und zu hören war; davor einige Bürostühle und ganz  wenig entfernt an Requisiten erinnerndes Material.

Stuttgarts Premiere von Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel gerät zur eindrucksvollen Demonstration gegen die Einschränkung künstlerischer Freiheiten und der Missachtung von Menschenrechten

Oper Stuttgart / Hänsel und Gretel - hier Ensemble, Kinderchor, Staatsorchester, auf dem Bildschirm Kirill Serebrennikov © Thomas Aurin

Oper Stuttgart / Hänsel und Gretel – hier Ensemble, Kinderchor, Staatsorchester, auf dem Bildschirm Kirill Serebrennikov © Thomas Aurin

Dafür, dass diese nüchterne Situation für den allergrößten Teil des Stuttgarter Premierenpublikums  keine Überraschung und auch kein Schock war, hatte nicht nur das auffallend anders als gewohnt gestaltete Programmheft gesorgt, sondern auch die gesamte akribische und umfassende Öffentlichkeitsarbeit der Staatsoper der letzten Wochen einen beachtenswerten Beitrag geleistet. So hielten die Verantwortlichen seit der ersten Verhaftung des nicht erst seit  dieser geplanten Neuproduktion eng mit  der Stuttgarter Oper verbundenen und als Regisseur verpflichteten russischen Film- und Theatermannes Kirill Serebrennikov am  22. August die Öffentlichkeit über dessen Schicksal auf dem Laufenden. Zunächst hegte man die Hoffnung, dass der Achtundvierzigjährige doch noch seine Regiearbeit in Stuttgart würde weiterführen und bis zum Premierenabend abschließen können. Zusammen mit kulturellen und politischen Instanzen versuchte man alles, um doch noch die Freilassung des nicht nur in Deutschland  hoch geschätzten Regisseurs zu erreichen und seine Ausreise zur finalen Umsetzung seines Regiekonzepts zu ermöglichen. Als dann Mitte letzter Woche bekannt wurde, dass der Hausarrest Serebrennikovs bis mindestens Mitte Januar verlängert und so seine Isolation fortgesetzt würde, änderte die Opernleitung ihre Informationsarbeit wie ihre Planung. Innerhalb der ersten vertiefte man seit Donnerstag letzter Woche nicht nur nochmals die so schon intensive Berichterstattung über die Vorgehensweise der russischen Behörden gegen den hoch gelobten Regisseur und verschärfte auch den Ton der Kommentare und Forderungen, sondern setzte auch, und das noch am Tag der sonntäglichen Premiere, auf eine verstärkte Menschenrechtsarbeit, etwa  in Form von Diskussionen und Dokumentationen.

So kam man im Haus am Eckensee  lobens- und dankenswerterweise offenbar nie auf die Idee, die sonntägliche Premiere einfach ausfallen zu lassen und auf irgendeinen, vermutlich nicht selbst zu bestimmenden Tag in einer womöglich fernen Zukunft zu verschieben oder die von Kirill Serebrennikov begonnene Inszenierung von einem anderen Regisseur fortführen zu lassen. Vielmehr entschloss man sich in einem offenen, gleichberechtigt geführten Diskurs, dem beabsichtigten Druck eines autokratischen Regimes, das sich sowohl von der Gewaltenteilung wie vom Respekt vor den Menschenrechten verabschiedet zu haben scheint, nicht stattzugeben, sondern mit den Mitteln des Theaters und der Musik gegen diese Form der Freiheitsberaubung und der Beschneidung der Freiheit der Künste zu protestieren.

Oper Stuttgart / Hänsel und Gretel - hier Daniel Kluge als Knusperhexe © Thomas Aurin[

Oper Stuttgart / Hänsel und Gretel – hier Daniel Kluge als Knusperhexe © Thomas Aurin[

Zentraler Kern dabei ist nicht nur die eingangs geschilderte quasi konzertante Aufführung der Oper, bei der nur wenige und sehr dezent ausgefallene, eher der weiteren Verfremdung dienende szenische Mittel zum Einsatz kommen, sondern ein von Serebrennikov im letzten Jahr gedrehter und im April fertig gewordener Film mit einer zeit- und ortsgemäßen Adaption des Märchen- bzw. Opernstoffes.

In diesem im ostafrikanischen Ruanda mit einheimischen Darstellern produzierten „stummen Spielfilm“, der jedoch auch dokumentarische Elemente aufweist, wird die Handlung in eine Weltregion verlagert, in der die Armut, deren Auswirkungen und Bewältigung ja das zentrale Thema sowohl des Grimm‘schen Märchens als auch von Humperdincks „Märchenoper“ bildet, noch immer als elementar, ja existenzbestimmend und oft genug auch als existenzvernichtend erlebt wird.

Dieser sehr kunst- wie liebevoll und durch den Blick für feine Details gekennzeichnete Streifen läuft nun statt der normalen Opernhandlung bzw. ohne  deren Deutung durch Kirill Serebrennikov auf der Stuttgarter Opernbühne.

Er wird sehr einfühlsam wie energiegeladen begleitet und kommentiert von Humperdincks Musik. Diese wurde  vom Staatsorchester Stuttgart unter der souveränen Leitung des Kieler Generalmusikdirektors Georg Fritsch kräftig zupackend wie romantisch-expressiv interpretiert.

Oper Stuttgart / Hänsel und Gretel - hier Esther Dierkes als Gretel, Georg Fritsch im Hintergrund © Thomas Aurin

Oper Stuttgart / Hänsel und Gretel – hier Esther Dierkes als Gretel, Georg Fritsch im Hintergrund © Thomas Aurin

Die sechs Gesangssolisten Michael Ebbecke als Vater, Irmgard Vilsmeier als „sein Weib“ Gertrud, Diana Haller als Hänsel, Esther Dierkes als Gretel,  Daniel Kluge als Knusperhexe sowie  Aoife Gibney als Sand- und Taumännchen  holen aus der konzertanten, im weiteren Verlauf  sich ins „Leicht-Szenische“ entwickelnden Aufführung und angesichts der höchst  emotionalen Situation das gesanglich Mögliche  heraus und liefern einen ambitionierten Beitrag zu einer den Verhältnissen angemessenen, würdigen musikalischen Deutung.

Allerdings führten nicht nur die fehlende „normale Opernatmosphäre“ dazu, dass  nicht nur für den Rezensenten, sondern offenbar auch für den großen Teil des Publikums  die theatralische und musikalische Dimension dieses besonderen Premierenabends stark in den Hintergrund traten,  ja zur Nebensache wurde, deren qualitative Beurteilung sich einer seriösen Berichterstattung entziehen sollte.

Zu offensichtlich stand das jederzeit präsente Thema der Würde und Freiheit des Menschen im Vordergrund, nicht nur durch die vielen Hinweise des Filmes auf die Beschränkungen des Lebens durch Armut, sondern auch durch die zahlreichen Konnotationen zum Völkermord in Ruanda, der dort vor 23 Jahren  für eine schon apokalyptische Dimension an Verstößen gegen die Menschenwürde und Menschenrechte gesorgt hatte.

Auch die kollektive Regie des Abends durch alle Mitwirkenden, die im Programmheft durch einen Verzicht auf die Benennung des Regisseurs ihren beredten Ausdruck fand, setzte frappierende wie einfache Mittel ein, um stillen wie expliziten Protest gegen die Verhinderung von Kunstausübung und gegen die Beschränkung der Freiheit auszudrücken. So drehten die Sängerdarsteller etwa über weite Passagen des Films dem Publikum den Rücken zu und präsentierten sich so ebenfalls als Zuschauer oder schlüpften an zwei entscheidenden Stellen der Handlung in die verfremdende Rolle von Märchenerzählern, indem sie auf die durch die Verhaftung des Regisseurs notwendig gewordenen Veränderungen und Einschnitte sowie sichtbaren historischen Parallelen hinwiesen. Auch die von einzelnen Mitwirkenden und weiteren Mitgliedern des Hauses getragenen T-Shirts mit dem Bild des weggesperrten Regisseurs und der Unterschrift „Free Kirill“ bezogen eine eindeutige politische Position, die glaubwürdiger und konsequenter Theaterarbeit unbestritten zusteht, ja zu deren wesentlichen Aufgaben gehört.

So wurde an diesem denkwürdigen Stuttgarter Opernabend weniger das Märchen von Hänsel und Gretel erzählt, sondern eher ganz neu interpretiert, vor allem aber die Geschichte einer verhinderten, zumindest aber stark behinderten Opernproduktion illustriert. Damit erfuhr zum einen der Widerstand gegen Unterdrückung und Freiheitsbeschränkung eine bisher zumindest in einer Demokratie eher weniger bekannte oder selten gezeigte Dimension, zum anderen gewann der von ihrem vorgesehenen Regisseur Kirill Serebrennikov seiner  Stuttgarter Produktion mitgegebene Titel „Ein Märchen von Hoffnung und Not“ eine  zusätzliche Bedeutung, frei nach Hölderlins Hoffnung und Erkenntnis: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“.

Oper Stuttgart / Hänsel und Gretel_ hier Standbild Film_ in diesem Film mit Ariane Gatesi als Gretel und David Niyomugabo als Hänsel © Thomas Aurin

Oper Stuttgart / Hänsel und Gretel_ hier Standbild Film_ in diesem Film mit Ariane Gatesi als Gretel und David Niyomugabo als Hänsel © Thomas Aurin

Nach der aufmerksamen Beobachtung des  Berichtenden brachte die überwiegende Mehrheit der Zuschauerinnen und Zuschauer  für den von der Stuttgarter Oper eingeschlagenen Weg größtes Verständnis auf, so subtil wie entschieden gegen eine solche Bevormundung und Einschränkung menschlicher wie künstlerischer Freiheiten zu protestieren. Dafür gebührt der Opernleitung und allen Mitentscheidern wie Mitwirkenden höchster Respekt,  große Anerkennung und aufrichtiger Dank.

Zum Schluss bleibt die, wenn auch angesichts der politischen Verhältnisse in Russland vage Hoffnung, dass die im Depot der Stuttgarter Oper gelagerten Bühnenbilder und Kostüme zur neuen Hänsel und Gretel -Produktion, welche vom  für deren Gestaltung zuständigen Regisseur bereits fertiggestellt wurden, nicht allzu lange werden dort lagern müssen. Nicht nur im Interesse des aufmerksamen und empathisch mitgehenden Premierenpublikums wäre es wünschenswert und aufschlussreich, wenn Kirill Serebrennikov seine Regierarbeit bald würde beenden können und so seine beeindruckende  filmische Arbeit mit dem szenischen Geschehen auf der Stuttgarter Opernbühne zusammenkäme.

Hänsel und Gretel an der Oper Stuttgart: Weitere Vorstellungen am 26. 10., 04.11., 02.12., 13.12., 16.12., 26.12.2017,  07.01. und 14.01.2018

 

 

Stuttgart, Oper Stuttgart, Premiere Hänsel und Gretel, 22.10.2017

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Oper Stuttgart

 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

 Märchenoper Hänsel und Gretel

Inszenierung und Ausstattung Kirill Serebrennikov; Georg Fritzsch dirigiert

In Stuttgart war Engelbert Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel zuletzt im Jahr 1995 in einer Neuinszenierung zu sehen. Nun präsentiert der vielfach ausgezeichnete Theater-, Opern- und Filmregisseur Kirill Serebrennikov, der zuletzt mit seiner Aufsehen erregenden Stuttgarter Salome begeisterte, am Sonntag, 22. Oktober 2017, um 18 Uhr dem Stuttgarter Publikum eine neue Sicht auf das Werk. Zugleich verantwortet der Regisseur auch die Ausstattung der Neuproduktion. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen von Georg Fritzsch, Generalmusikdirektor am Theater Kiel. Er zog das Stuttgarter Publikum zuletzt mit seinen Interpretationen von Strauss‘ Opern Elektra, Ariadne auf Naxos und Der Rosenkavalier in den Bann.

Staatsoper Stuttgart / Kirill Serebrennikov © Dominique-Brewing

Staatsoper Stuttgart / Kirill Serebrennikov © Dominique-Brewing

Mit seiner Neuinterpretation von Humperdincks Hänsel und Gretel wagt Kirill Serebrennikov ein künstlerisches Experiment: Seine Inszenierung soll aus einem Stummfilm mit szenischer Handlung bestehen. Der Film wird zentral auf der Bühne zu sehen sein, während die live agierenden Sängerinnen und Sänger in dem einem Tonstudio gleichenden Bühnenraum diesen Film zeitgleich „synchronisieren“, sich jedoch im Verlauf der Oper mehr und mehr mit den Figuren im Film identifizieren.

Ausgangspunkt von Kirill Serebrennikovs Interpretation der vielleicht berühmtesten aller Märchenopern ist das Libretto von Adelheit Wette, das eine Welt tiefer sozialer Not zeichnet: „Herrgott, wirf Geld herab! Nichts hab ich zu leben, kein Krümchen, den Würmern zu essen zu geben“. Der verzweifelte Ausruf von Hänsels und Gretels Mutter bringt die Situation der Familie auf den Punkt. Der Hunger zehrt an allen, die Kinder müssen arbeiten und dürfen nicht spielen, der Vater betäubt seine Situation mit Alkohol. Kein Wunder, dass die Kinder – in die Wildnis geschickt und unter Ängsten dort eingeschlafen – eine Gegenwelt vor sich sehen: ein komplett essbares Haus, scheinbar für sie allein. Aber dieses Haus ist nicht zum Verzehr für sie gedacht, im Gegenteil: Hier sollen die Kinder selbst verspeist werden. Serebrennikov sucht die bittere Armut der Kinder dort, wo wir sie heute am ehesten vermuten: in Afrika. So begegnen uns in Hänsel und Gretel zwei ruandische Kinder, die von ihrer überforderten Mutter zur Nahrungssuche in den Großstadtdschungel der ruandischen Hauptstadt Kigali geschickt werden, während der Vater sich in der Kneipe betrinkt.

Bei der Premiere am 22. Oktober 2017 debütieren die Ensemblemitglieder Diana Haller und Esther Dierkes in den beiden Titelpartien. Daniel Kluge wird erstmals als Knusperhexe zu erleben sein. Ks. Michael Ebbecke und Irmgard Vilsmaier als Gast werden Vater bzw. Mutter singen. Die junge irische Sopranistin Aoife Gibney, 2017/18 neu im Opernstudio Stuttgart, wird erstmals als Sandmännchen und Taumännchen zu erleben sein.


Begleitveranstaltungen zu Hänsel und Gretel
Öffentliche Probe,  Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.


Einführungsmatinee    Sonntag, 15. Oktober 2017, 11 Uhr im Opernhaus, Foyer I. Rang
Das Produktionsteam gibt Einblicke in die Konzeption der Neuinszenierung.


Nach(t)gespräche   Samstag, 4. November 2017, Samstag, 2. Dezember 2017, Samstag, 16. Dezember 2017

Das Produktionsteam beantwortet im Anschluss an die Vorstellung Fragen der Zuschauer.


 

Stuttgart, Oper Stuttgart, Die ersten Höhepunkte der Spielzeit 2017/18

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Oper Stuttgart

 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Die ersten Höhepunkte der Spielzeit 2017/18

Der Vorverkauf der Staatstheater Stuttgart für die Vorstellungen im September und Oktober 2017 hat bereits begonnen

Die aktuelle Spielzeit der Staatstheater Stuttgart neigt sich dem Ende zu. Der Vorverkauf für die Veranstaltungen im September und Oktober 2017 hat allerdings bereits begonnen:

Oper Stuttgart / Pique Dame © A.T. Schaefer

Oper Stuttgart / Pique Dame © A.T. Schaefer

Am Freitag, 22. September 2017, eröffnet die Oper Stuttgart mit Peter Tschaikowskys Oper Pique Dame in der Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito. Am Samstag, 23. September, kehrt Benjamin Brittens Der Tod in Venedig und am Sonntag, 24. September, Gioachino Rossinis La Cenerenola zurück auf die Opernbühne. Zu einem musikalischen Streifzug durch die kommende Opern- und Konzertsaison lädt die Oper Stuttgart im Rahmen des spartenübergreifenden Spielzeit-eröffnungsfestes ebenfalls am Sonntag, 24. September, um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei. Giacomo Puccinis Tosca in der Inszenierung von Willy Decker steht ab Montag, 25. September, wieder auf dem Spielplan.

Am Mittwoch, 27. September, kommen Freunde der Liedkunst auf ihre Kosten: Georg Nigl und Anna Lucia Richter interpretieren im 1. Liedkonzert Werke aus Hugo Wolfs Italienischem Liederbuch. Im 1. Sinfoniekonzert der Saison am 8. und 9. Oktober 2017 dirigiert Hartmut Haenchen Werke von Mozart und Wagner und im 1. Kammerkonzert am Mittwoch, 11. Oktober, präsentieren Musiker des Staatsorchesters Werke von Schönberg, Beethoven und Brahms.

Die Eröffnungspremiere, Engelbert Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel, am Sonntag, 22. Oktober 2017, inszeniert der vielfach ausgezeichnete Theater-, Opern- und Filmregisseur Kirill Serebrennikov, der zuletzt mit Salome auf der Stuttgarter Opernbühne begeisterte. Es dirigiert Georg Fritzsch. Eine ausführliche Pressemitteilung folgt.

Im Folgenden erhalten Sie eine detaillierte Übersicht über die ersten Musiktheater- und Konzerthighlights der kommenden Saison.


Spielzeiteröffnung 2017/18


Spielzeiteröffnungsfest
Sonntag, 24. September 2017, von 11 bis 18 Uhr

Am Sonntag, 24. September 2017, heißt es „Bühne frei für die neue Spielzeit“: Am Tag der Bundestagswahl eröffnen die Oper Stuttgart, das Stuttgarter Ballett und das Schauspiel Stuttgart die Spielzeit mit einem großen Spielzeiteröffnungsfest im Opern- und im Schauspielhaus sowie auf den Plätzen davor. Gemeinsam mit dem Publikum starten die drei Sparten singend, tanzend und spielend in die neue und letzte Saison der drei amtierenden künstlerischen Intendanten.

Von 11 bis 13 Uhr heißen Sänger, Musiker und das Leitungsteam der Oper Stuttgart das Publikum bei freiem Eintritt im Opernhaus willkommen und stellen einige Höhepunkte, prägende Akteure und Leitgedanken der kommenden Spielzeit vor. Die Sängerinnen und Sänger aus dem Ensemble und dem Opernstudio bringen dabei besondere musikalische Momente zu Gehör, bevor in einem zweiten Teil das größte Ensemble des Hauses seine Jubiläumssaison einläuten wird: Das Staatsorchester Stuttgart, das im Jahr 2018 sein 425-jähriges Bestehen feiert, präsentiert sich auf der Opernbühne sowie im Anschluss in den Foyers des Opernhauses und auf dem Opernvorplatz.

Um 13.30 Uhr und 14.30 Uhr lädt die Junge Oper Kinder von 5-7 Jahren zu zwei Vorstellungen des Sitzkissenkonzerts Frieda tanzt ins Opernhaus, Foyer III. Rang, ein.

Hinweis: Ab 18 Uhr werden die Ergebnisse der Bundestagswahl live ins Foyer des Schauspielhauses übertragen.


Erste Opernvorstellungen


Peter Tschaikowsky  –  Pique Dame
22. | 26. | 30. September 2017 // 13. | 16. | 25. | 31. Oktober 2017

Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling, Frank Beermann, Regie und Dramaturgie:, Jossi Wieler, Sergio Morabito, Bühne und Kostüme: Anna Viebrock, Licht: Reinhard Traub, Chor und Kinderchor: Johannes Knecht

MIT: German: Erin Caves, Graf Tomski: Gevorg Hakobyan, Fürst Jeletzki: Shigeo Ishino, Tschekalinski: Torsten Hofmann, Surin: Michael Nagl, Tschaplitzki: Moritz Kallenberg, Narumov: Padraic Rowan, Gräfin: Helene Schneiderman, Lisa: Rebecca von Lipinski, Polina: Stine Marie Fischer, Gouvernante: Maria Theresa Ullrich, Mascha: Mirella Bunoaica, Staatsopernchor Stuttgart, Kinderchor der Oper Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart


Benjamin Britten  –  Der Tod in Venedig
23. | 28. September 2017 // 05. Oktober 2017 // 13. | 22. | 29. Juni 2018 // 05. Juli 2018

Musikalische Leitung: Marco Comin, Regie und Choreographie: Demis Volpi, Bühne und Kostüme: Katharina Schlipf, Licht: Reinhard Traub, Chor: Christoph Heil, Dramaturgie: Sergio Morabito, Ann-Christine Mecke

MIT:  Gustav von Aschenbach: Matthias Klink, Reisender / Ältlicher Geck / Alter, Gondoliere / Hotelmanager / Coiffeur des Hauses /, Führer der Straßensänger / Stimme des Dionysos: Georg Nigl, Ashley David Prewett, Stimme des Apollon: Jake Arditti, William Towers, Apollon: David Moore, Hotelportier: Daniel Kluge, Bootsmann:, Tommaso Hahn, Hotelkellner / Restaurantkellner: Michael Wilmering
Erdbeerverkäuferin / Straßensängerin: Aoife Gibney, Glasbläser / Straßensänger: Kai Kluge, Englischer Angestellter im Reisebüro: Ronan Collett, Fremdenführer in Venedig: Padraic Rowan, Bettlerin: Fiorella Hincapié, Spitzenverkäuferin: Catriona Smith
Zeitungsverkäuferin: Cristina Otey, Die polnische Mutter: Joana Romaneiro, Tadzio: Gabriel Figueredo, Schüler der John Cranko Schule, Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart


Grabstaette Gioacchino Rossini © IOCO

Grabstaette Gioacchino Rossini © IOCO

Gioachino Rossini  –  La Cenerentola

24. September 2017 // 01. | 08. | 15. | 20. Oktober 2017 // 01. November 2017

Musikalische Leitung: Maurizio Barbacini, Regie: Andrea Moses, Bühne: Susanne Gschwender, Kostüme: Werner Pick, Licht: Reinhard Traub, Chor: Christoph Heil
Dramaturgie: Thomas Wieck, Moritz Lobeck,

MIT:  Angelina: Lilly Jørstad, Diana Haller, Clorinda: Catriona Smith, Tisbe: Maria Theresa Ullrich, Don Magnifico: Enzo Capuano, Don Ramiro: Sunnyboy Dladla, Dandini: Bogdan Baciu, Alidoro: Adam Palka, Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart


Giacomo Puccini  –  Tosca

25. | 29. September 2017 // 14. | 17. | 21. Oktober 2017 // 10. | 29. Dezember 2017 // 09. Januar 2018

Musikalische Leitung: Domingo Hindoyan, Giuliano Carella, Regie: Willy Decker, Bühne und Kostüme: Wolfgang Gussmann, Chor und Kinderchor: Christoph Heil, Dramaturgie: Juliane Votteler

MIT:  Floria Tosca: Svetlana Aksenova, Cellia Costea, Mario Cavaradossi: Arnold Rutkowski, Baron Scarpia: Sebastian Holecek, Albert Dohmen, Cesare Angelotti: Ashley David Prewett, Mesner: Karl-Friedrich Dürr, Spoletta: Heinz Göhrig
Schließer / Sciarrone: N.N., Staatsopernchor Stuttgart, Kinderchor der Oper Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart


Eröffnungspremiere

Engelbert Humperdinck  –  Hänsel und Gretel
22. Oktober 2017,  weitere Vorstellungen 26. Oktober 2017; 04. November 2017 // 02. | 13. | 16. | 26. (nm+ab) Dezember 2017 // 07. (nm+ab) | 14. Januar 2018

Musikalische Leitung: Georg Fritzsch, Willem Wentzel, Regie, Bühne und Kostüme: Kirill Serebrennikov, Video: Ilya Shagalov, Licht: Reinhard Traub, Kinderchor: Christoph Heil, Dramaturgie: Ann-Christine Mecke,

MIT: Vater: Michael Ebbecke, Simon Bailey, Mutter: Irmgard Vilsmaier, Catriona Smith, Hänsel: Diana Haller, Kora Paveli, Gretel: Esther Dierkes, Josefin Feiler, Knusperhexe: Daniel Kluge, Torsten Hofmann, Sandmännchen / Taumännchen: Aoife Gibney,, Kinderchor der Oper Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart
Einführungsmatinee: 15. Oktober 2017, 11 Uhr, im Opernhaus, Foyer I. Rang


Erste Konzerte


1. Liedkonzert  –   Italienisches Liederbuch – Lieder von Hugo Wolf
27. September 2017, 20 Uhr, Opernhaus, Foyer I. Rang

Sopran: Anna Lucia Richter, Bariton: Georg Nigl, Klavier: Gérard Wyss


1. Sinfoniekonzert  –  Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie C-Dur KV 551 („Jupiter“),
Richard Wagner:  Götterdämmerung-Suite

08. und 09. Oktober 2017, 11 Uhr bzw. 19.30 Uhr, Beethovensaal der Liederhalle

Musikalische Leitung: Hartmut Haenchen,  Staatsorchester Stuttgart


Ludwig van Beethoven in Bonn © IOCO

Ludwig van Beethoven in Bonn © IOCO

1. Kammerkonzert  –  Weitergeben der Glut
11. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Mozartsaal der Liederhalle

Arnold Schönberg: Kammersymphonie Nr. 1 op. 9 in der Fassung von Anton von Webern (1906/1923) für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier,  Ludwig van Beethoven: Streichquartett f-moll op. 95 (1810), Johannes Brahms: Trio a-moll op. 95 (1891) für Klarinette, Violoncello und Klavier; Musikern des Staatsorchesters Stuttgart


1. Lunchkonzert  –  Musiker des Staatsorchesters Stuttgart
25. Oktober 2017, 12:45 – 13:15 Uhr, Opernhaus, Foyer I. Rang

Eintritt frei

Junge Oper  Casting:  Für das Musiktheaterprojekt ON_THE_LINE
Alte Musikhochschule Stuttgart, Urbansplatz 2, 70182 Stuttgart

Gesucht werden abenteuerlustige Darstellerinnen und Darsteller zwischen 12 und 18 Jahren. Proben ab November 2017 jeden Mittwochabend von 18-20 Uhr, Intensivproben während der Pfingstferien 2018. Anmeldung auch unter: education@staatstheater-stuttgart.de

Wiederaufnahme  Leonard Evers  –  Gold
23.* | 24.* | 26. * | 27.* Oktober 2017 // 13.* |14.* | 16. | 17. |19.* | 21.* | 22. Dezember 2017 –  *Schulvorstellungen

Musikalische Leitung: Till Drömann, Regie: Jörg Behr, Bühne: Line Sexauer, Kostüme: Kerstin Hägele, Licht: Gianni Scopa, Dramaturgie: Ann-Christine Mecke, Jacob: Philipp Nicklaus, Schlagzeug: Marta Klimasara


Wiederaufnahme


Gion Antoni Derungs  –  Benjamin

09.* | 11.| 13.* | 15.* | 17.* | 19. November 2017
*Schulvorstellungen

Musikalische Leitung: Jan Croonenbroeck, Regie: Neco Çelik, Bühne: Stephan von Wedel, Kostüm: Valentin Köhler, Dramaturgie: Johanna Danhauser, Licht: Rainer Eisenbraun,  Chor: Benjamin Hartmann

Mit: Ibrahima Biaye, Minyoung Catharina Häger, Thomas Herberich, Daniel Keating-Roberts, Konstantin Krimmel, Myriam Mayer, Monika Abel-Lazar, Philipp Nicklaus, Marc-Eric Schmidt, Lena Sutor-Wernich, Projektchor der Jungen Oper


Premieren


Die Premieren der Musiktheaterproduktionen Krieg von Marius Felix Lange und ON_THE_LINE finden am 27. April 2018 bzw. am 01. Juni 2018 statt.  PMOSt

 

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