Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Das Rheingold – Richard Wagner, IOCO Kritik, 30.05.2019

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Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Das Rheingold – Richard Wagner

– Raub und Verschwörung –  Im Rheingold-Express und Untertage –

von Viktor Jarosch

Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried, Die Götterdämmerung bilden ein zeit- und grenzenloses Gesamtkunstwerk der Menschheit: Der Ring des Nibelungen, von seinem Schöpfer Richard Wagner als „Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend“ beschrieben. Zwist und Streit, in welche Götter, Riesen, Naturwesen oder Zwerge in dem Vorabend, in Rheingold, nach wenigen Takten verfallen, begleiten Rheingold auch „auf Erden“: So vollzog Ludwig II die Uraufführung des Rheingold 1869 im Königlichen Hof- und Nationaltheater in München. Gegen den Wunsch Richard Wagners, der weit entfernt in der Schweiz wohnte und nicht anwesend war. In bitteren Versen zeichnet Wagner 1869 seinen Frust über diese, allein von Ludwig II betriebene Uraufführung des Rheingold:

Das Rheingold – Richard Wagner

Spielt nur, ihr Nebelzwerge, mit dem Ringe,
wohl dien‘ es euch zu eurer Torheit Sold;
doch habet ach; euch wird der Reif zur Schlinge;
ihr kennt den Fluch; seht, ob er Schächern hold!
……..
doch euer ängstlich Spiel mit Leim und Pappe
bedeckt gar bald des Niblungs Nebelkappe!

Richard Wagners wahre, seine Uraufführung des Rheingold fand in Bayreuth, am 13. August 1876 statt: zur Eröffnung der ersten Bayreuther Festspiele, als Vorabend des Bühnenfestspiel Der Ring des Nibelungen, hier erstmals zyklisch aufgeführt.

So schwebt seither über jeder Rheingold Inszenierung auch der Geist des Regisseurs: inszeniert er Rheingold als Teil des Ring oder das Einzelkunstwerk. Zwar tauchen in Rheingold erstmals die großen Leitmotive auf, welche das Beziehungsgeflecht in Wagners Bühnenfestspiel symbolisieren, doch die Leitmotivik in Rheingold ist noch spielerisch, nicht dicht geflochten. Rheingold kann so auch Satyrspiel empfunden werden, in welchem, in musikalischem Konversationston, Götter, naive Naturwesen, Riesen, Zwerge, Rheintöchter oder, wie im MiR, verschlagene, brutale, liebevolle oder zickige Menschen handeln und  kommunizieren.

Im Musiktheater im Revier wird Rheingold nicht als MiR-Ring, nicht als zyklische Parabel inszeniert. Michael Schulz, Wagner-erfahrener Regisseur und Intendant des MiR beschließt mit seinem Rheingold eine Reihe von Inszenierungen, welche sich mit Irdischem, dem Ruhrgebiet, dem Bergbau, mit dem Thema „Arbeit“ auseinandersetzen. So zuvor bereits in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. Mythos oder Götter schweben in seiner Inszenierung von Rheingold kaum spürbar mit, dafür aber Bergbau, Maloche, Grubenlampen, Loren und ein Zug.

Das Rheingold – Richard Wagner
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Projektionen begleiten im MiR das vier-minütige Rheingold- Vorspiel: sonnendurchflutete lichte Gewässer schimmern auf dem Prospekt des Theaters, deuten Mythisches an. Doch aller Mythos wird verdrängt, alles wird sehr irdisch, wenn sich zum ersten Bild der Vorhang hebt und das Innere eines langgezogenen Speisewagen mit Abteilen und Speisetheke (Bühnenbild: Heike Scheele) zeigt. Der Speisewagen im Rheingold-Express dominiert, irdisch wie profan, den langen ersten und zweiten Auftritt der Inszenierung; macht alle, Götter, Zwerge, Rheintöchter und Riesen zu menschlichen Wesen, liebende, grobe, tanzende wie hinterhältige. Das Diktum von Regisseur Schulz wird im ersten Bild brutal deutlich: Das Ruhrgebiet ist sichtbar nah; alles ist menschlich in dieser Inszenierung! Götter sind auch nur Menschen!

So lümmelt sich denn Alberich, in altbackener Kleidung und mit Pudelmütze (Kostüme Renée Listerdal) auf einer Sitzbank des Zuges. Die Rheintöchter tauchen nicht aus dem Rhein auf, sondern in knappem sexy Outfit hinter der Theke hervor: „Weia! Waga! Woge, du Welle, walle zur Wiege! Waglaweia!“ Ein Tabledance, von Woglinde lasziv an einer X-Pole-Stange vollzogen und mehr sollen den aus seinem Zugabteil herüber gekommenen Alberich („He, he! Ihr Nicker! Wie seid ihr niedlich, neidliches Volk“) verführen; alle verschwinden sie dann durch die Zugfenster, erscheinen wieder durch die Waggontüren. Zum Finale des 1. Auftritts, zum Raub des Goldes und den Klagen der Rheintöchter, „Haltet den Räuber! Rettet das Gold“, verfärben sich die projizierten lichten Gewässer im Hintergrund, werden trübe, verschmutzt; deuten den Mythos an, den Untergang von Göttern, Zwergen und Riesen.

Musiktheater im Revier / Das Rheingold - hier : die Rheintöchter im Zug umgarnen Alberich © Forster / MiR

Musiktheater im Revier / Das Rheingold – hier : die Rheintöchter im Zug umgarnen Alberich © Forster / MiR

So erscheint dann auch Wotan, männlich menschlich in elegantem Anzug mit Krawatte, im Rheingold-Express, Walhall besingend („Der Wonne seligen Saal bewache mit Tür und Tor …“).. um dann, ein gelungener Regieeinfall, mit den Riesen Fasolt und Fafner („Sanft schloß schlaf dein Auge..“) zunächst „aus dem Off“ zu kommunizieren. Dann erscheinen die Riesen als irdische muskelbepackte Riesen auf den Bühne, um ihren Lohn für den Bau von Walhall einzufordern. Die sich zickig sträubende Freia wird mit Grubenhelm versehen in einen Grubenaufzug gepresst.

Mit dem 3. Auftritt, Loge führt Wotan in das Halbdunkel des unterweltlichen Nibelheim. Der Rheingold – Mythos, Richard Wagners wunderbare Komposition scheinen nun ein wenig auf. werden vom Bühnenbild gestützt; auch wenn Mime dort mit einem Putzeimer herum läuft und auf seinem Plakat „Gold macht Lust“ irdische Genüsse propagiert. Wotan fährt in einer Lore in das Halbdunkel von Walhall ein, wo (das MiR – Thema „Arbeit“, Ruhrgebiet), stöhnende Erdlinge schuften, frühindustrielle Stahlproduktion andeuten. Kinder weihen Walhall fröhlich ein, irdisch Friedensfahnen winkend: Loges düstere Prophezeiungen kontrastierend. So bleibt Rheingold im MiR beständig irdisch, gutmenschlich wie böse: wenn dann Wotan den an Händen gefesselten Alberich mit einem Dolch ersticht, wenn Fasolt  Fafner mit eine Knüppel erschlägt, wenn Erda – in schickem Kostüm ganz Partylike – Wotan vor „. des Ringes Fluch ..“ warnt. Nicht mehr so irdisch verwebt sich das Bühnenbild in Projektionen, wenn zu Wagners wunderbar romantischer Dichtung „Abendlich strahlt der Sonne Auge; in prächt´ger Glut prangt glänzend die Burg..“ im Bühnenhintergrund Walhall in vielschichtiger Farbenglut andeuten und Wotan und Fricka, nun doch ein wenig göttlich, dort friedlich einziehen.

Musiktheater im Revier / Das Rheingold - hier : Wotan und Fricka, mit Donner, Froh und Freia © Forster / MiR

Musiktheater im Revier / Das Rheingold – hier : Wotan und Fricka, mit Donner, Froh und Freia © Forster / MiR

Trotz Speisewagen, Loren, Ruhrgebiets-Realität und anderem Irdischen auf der Bühne: Richard Wagner verzaubernde Dichtung, seine Komposition brachte das Ensemble mit stimmlicher Vielfalt wie Pracht und gut lesbaren Übertexten zum Leuchten; Bastiaan Evering, von Beginn an ein bleibend souveräner Wotan, ist mit souverän wohltimbrierten Bass-Bariton und eleganter Erscheinung ein sympathischer Mensch.  Wotan im MiR ist kein Göttervater, der widerwillig auf den Ring verzichtet; er möchte seiner Ehefrau Fricka mit der neuen Wohnung in Walhall gefallen. Cornel Frey festigt als Loge in seiner großen Partie das Irdische der Inszenierung: mit darstellerischem Facettenreichtum und wohlverständlichem Charaktertenor ist Frey als Loge steuerndes, gestaltendes Element der Inszenierung. Urban Malmberg ist als Alberich in profane Kleidung mit Pudelmütze ein herzlos kleingeistiger Kapitalist, beständig und laut schimpfend. Während sich Khanyiso Gwenxane mit elegantem Belcanto als Froh und Piotr Prochera als stimmlich gut aufgelegtem Donner (immer mit schwerem Hammer bewehrt) wunderbar ergänzen. Petra Schmidt ist die zickige Freia, Lohn für die körperlich breit ausstaffierten und stimmlich ebenso sicheren Riesen Fasolt (Joachim Gabriel Maaß und Fafner (Michael Heine). Stark, bewundernswert Almuth Herbst mit sicherem Mezzo in ihren Partien als Fricka und Erda: mit wohltimbrierter Gelassenheit, Persönlichkeit eigenen Charakter verleihend.

Giuliano Betta und die Neue Philharmonie Westfalen lassen Richard Wagners klangliche Momente des Rheingold lyrisch leben. Die wagnersche Dichtung, seine packenden Konversationspassagen kommen durch das sensible Dirigat und ein gut eingestelltes Ensemble wohltuend zur Geltung. So könnte man ein wenig glauben, daß im MiR das Irdische der Inszenierung und der Weltgeist der Komposition verschmitzt miteinander kokettieren.

Das Gelsenkirchener Publikum des MiR, in der Mitte des Ruhrgebiets gelegen, feierte diese Sicht des  Rheingold, ihren Rheingold-Express, ihr Ensemble, ihren Regisseur.

Das Rheingold am Musiktheater im Revier; die weiteren Vorstellungen: 30.5.; 2.6.; 9.6.; 20.6.; 30.6.2019

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Dresden, Semperoper, Premiere Salome von Richard Strauss, IOCO Aktuell, 24.09.2016

September 17, 2016 by  
Filed under IOCO Aktuell, Musiktheater im Revier, SemperOper

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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Semperoper: Michael Schulz inszeniert Salome

Libretto vom Komponisten nach Oscar Wildes gleichnamiger Dichtung in deutscher Übersetzung von Hedwig Lachmann

Salome von Richard Strauss: Premiere 24.9.2016, weitere Vorstellungen 27.9.2016, 30.9.2016, 28.10.2016, 4.11.2016

Die Semperoper in Dresden ist unstreitig eines der schönsten Musiktheater der Welt. 1841 erbaute Gottfried Semper den attraktiven Rundbau mit 2000 Plätzen, der mit 93% Auslastung zu den beliebtesten Theatern Deutschlands zählt.

Michael Schulz © MiR / Pedro Malinowski

Michael Schulz © MiR / Pedro Malinowski

Am 24. September 2016 wird Salome von Richard Strauss in der Semperoper Premiere feiern. Neben Lance Ryan und Christa Mayer als Herodes und Herodias sind Jennifer Holloway in der Titelpartie und Markus Marquardt als Jochanaan zu erleben. Das Bühnenbild wird von Dirk Becker stammen, Renée Listerdal ist für die Kostüme verantwortlich. Es ist die Eröffnungspremiere der Semperoper für die Spielzeit 2016/17.
Regisseur dieser Salome ist Michael Schulz. Mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden hat Michael Schulz  bereits eng zusammen gearbeitet, unter anderem in Salzburg. Dort ist der traditionsreiche Klangkörper aus Dresden Residenzorchester der Osterfestspiele, Schulz inszenierte dort 2013 den Parsifal von Richard Wagner, welcher auch in 3SAT übertragen wurde. Michael Schulz ist seit 2009 auch Intendant des im Ruhrgebiet bestens etablierten Musiktheater im Revier (MiR). Das MiR,  für geographisch nicht ganz sattelfeste Musikfreunde, liegt inmitten des Ruhrgebiets, in Gelsenkirchen und hat 1.000 Plätze.

Semperoper / Salome © Forster

Semperoper / Salome © Forster

Handlung: Salome ist fasziniert von der körperlosen Stimme des Jochanaan. Die Tochter der Herodias und Stieftochter des Königs Herodes, aufgewachsen in Maß- und Hemmungslosigkeit, sucht die Liebe. Leidenschaftlich begehrt sie den unbekannten moralischen Propheten, seinen Leib, sein Haar, seine Lippen – den Mann, der sie brüsk zurückweist. Ganz anders der übergriffige König Herodes mit seinen Ängsten, der bei ihr lustvolle Zerstreuung sucht. Gebunden an sein Versprechen, Salome für ihren Tanz der sieben Schleier jeden Wunsch zu erfüllen, erhält sie von ihm den Kopf des Jochanaan, der sie nicht lieben wollte. In ekstatischem Wahn küsst sie seine Lippen, bevor Herodes ihren Tod befiehlt.

Semperoper / Salome und Herodes © Forster

Semperoper / Salome und Herodes © Forster

Während Oscar Wildes Salome 1896 erstmals in Paris die Bühne betrat, verbüßte ihr Schöpfer in einem Londoner Gefängnis eine Strafe wegen »grober Unsittlichkeit«. Cosima Wagner urteilte nach der Uraufführung von Richard Strauss’ Einakter, der Oscar Wildes Text in deutscher Übersetzung verwandte, an der Dresdner Hofoper 1905: »Nichtiger Unfug, vermählt mit Unzucht!« Innerhalb von zwei Jahren erschien Salome erfolgreich auf über 50 Opernbühnen. Ihr rauschhafter Orchesterklang, der einen gewaltigen Klangkörper verlangt, changiert zwischen feinnervigem Psychogramm und zügelloser Ekstase. Nie zuvor in der Geschichte der Oper ist die Verbindung von Dekadenz, seelischem Verfall und einer begehrenden wie zerstörerischen Liebe so opulent und eindringlich ausgedrückt worden wie in Richard Strauss’ Meisterwerk.

Besetzung: Musikalische Leitung Omer Meir Wellber, Inszenierung Michael Schulz, Bühnenbild Dirk Becker, Kostüme Renée Listerdal, Licht Fabio Antoci, Video Philipp Contag-Lada, Choreografie Koko La Douce, Dramaturgie Anna Melcher
Herodes Lance Ryan, Herodias Christa Mayer alt. Jane Henschel, Salome Jennifer Holloway, Jochanaan Markus Marquardt, Narraboth Daniel Johansson, Ein Page der Herodias Christina Bock, Erster Jude Aaron Pegram, Zweiter Jude Tom Martinsen, Dritter Jude Simeon Esper, Vierter Jude Gerald Hupach, Fünfter Jude Michael Eder, Erster Nazarener Georg Zeppenfeld, Zweiter Nazarener Khanyiso Gwenxane, Erster Soldat Martin-Jan Nijhof, Zweiter Soldat Luciano Batinic, Ein Cappadocier Alexandros Stavrakakis, Ein Sklave Menna Cazel.

Semperoper Dresden – Salome von Richard Strauss: Premiere 24.9.2016, weitere Vorstellungen 27.9.2016, 30.9.2016, 28.10.2016, 4.11.2016

—| Pressemeldung Semperoper Dresden |—

 

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, BELVEDERE Finale 2014, IOCO Aktuell, 06.07.2014

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Düsseldorf / Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

BELVEDERE Siegerin 2014
Irina Churilova, Sopranistin aus Russland

6. Juli 2014: Begeisterung in der Deutschen Oper am Rhein. Aus 1.321 Teilnehmern hatten es im 33. BELVEDERE Gesangswettbewerb 17 Sänger/innen ins Finale nach Düsseldorf geschafft. Vor Fach- und Medienjuroren, Agenten und ausverkauftem Haus sangen sie dort um die ersten Plätze des renommierten Wettbewerbs. Axel Kober und die Duisburger Philharmoniker begleiteten sie. Durch den Abend führte der Bo van der Meulen. Mit sympathisch kurzweiliger Moderation gab van der Meulen dem breiten Publikum zu Sänger/innen und Arien Richtung wie Anregung.

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Durch 60 Qualifikationsrunden in 56 Städten hatten sich 157 Sänger/innen für das Semi-Finale vom 1. bis 4. Juli   Robert-Schumann-Saal in Düsseldorf qualifiziert. Die Rheinoper war am 6. Juli 2014 Schauplatz des BELVEDERE Finales. Christoph Meyer, Chef der Rheinoper in Düsseldorf, bot den Kandidaten in Düsseldorf eine starke Präsentationsebene; im Herzen Europas, inmitten der Region mit der weltweit größten Dichte von Musiktheatern.

Entspannte Finalisten des 33. BELVEDERE © IOCO

Entspannte Finalisten des 33. BELVEDERE © IOCO

Der BELVEDERE gilt unter Sängern  als herausragende Karriereplattform.  Viele Gesangskarrieren, wie jene von Angela Kirchschlager, begannen mit dem BELVEDERE Gesangswettbewerb. Geldpreise, internationale Wahrnehmung und konkrete Einstiegsengagements locken junge Sänger/innen aus aller Welt. Die Fachjury des Wettbewerbs besteht aus Intendanten, Opern- und Castingdirektoren bedeutender Musiktheater sowie einer Medienjury, der auch IOCO – Kultur im Netz angehört. 243 der 1.321 Teilnehmer/innen des Jahres 2014 stammen aus Südkorea, 184 aus Russland, 100 aus den USA, 91 aus Deutschland; aber auch 17 aus Australien, 6 aus Israel.

Belvedere Finale 2014 Stimmungsbild © IOCO

Belvedere Finale 2014 Stimmungsbild © IOCO

17 Teilnehmer (7 Herren, 10 Damen) bestritten die Finalrunde. Mit einer Arie kämpften sie um die ersten Plätze im Gesamtwettbewerb: 4 aus Süd-Afrika (Owen Metsileng, Linda Nteleza, Siyabulela Ntlale, Khanyiso Gwenxane), 3 aus den USA (Kiri Deonarine, Lori Guilbeau, Marina Costa-Jackson), 2 aus Russland (Maria Nazarowa, Irina Churilova) sowie Carolina Garcia aus Spain, Oddur Jonsson aus Island, Ben MCateer aus Irland, Siobhan Stagg aus Australien, Akiho Tsujii aus Japan, Stephen Chambers aus Neuseeland, Norma Nahoun aus Frankreich und Il do Song aus Südkorea.

BELVEDERE 2014 Siegerin Irina Churilova © Susanne Diesner

BELVEDERE 2014 Siegerin Irina Churilova © Susanne Diesner

Irina Churilova, russische Sopranistin aus Novosibirsk, wurde Siegerin BELVEDERE 2014.  Ihre stimmsicher und kraftvoll vorgetragene Arie „Tacea la notte“  der Leonore aus Giuseppe Verdis Troubadour begeisterte Publikum und Jury gleichermaßen. Der erste Preis des BELVEDERE Wettbewerbs 2014 verbunden mit einem Preisgeld von € 7.000 waren ein prächtiger Lohn. Den zweiten Preis und ein Preisgeld von € 3.500, erzielte der Bariton Siyabulela Ntlale aus Südafrika, welcher mit der Arie Lónore! Ladri! aus Verdis Falstaff  stimmlich wie darstellerisch Jury und Publikum für sich einnahm. Der letzte der 17 Sänger, der Bassist Il do Song aus Südkorea, schaffte es auf Platz drei der der Gunst der Juroren: Mit der wohltimbrierten, bruchlos vorgetragenen Arie „La calunnia..“ aus Gioacchino Rossinis Barbier von Sevilla. Den Preis der Medienjury erhielt die Sopranistin Siobhan Stagg aus Australien für ihre sensibel und mit höhensicheren Piani vorgetragene Arie „Depuis le jour“ aus Gustave Charpentiers „Louise“. Doch auch die nicht prämierten Sänger/innen des Finale beeindruckten durch frische mitreißende Arien. Die Prämierung der Besten des Abends waren so die Höhepunkte auf einer überaus gelungenen Galavorstellung von Nachwuchssängern aus aller Welt. 

BELVEDERE Wettbewerb 2015:

BELVEDERE Finale 2014 © Susanne Diesner

BELVEDERE Finale 2014 © Susanne Diesner

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel:  Amsterdam und das Het Muziektheater  werden   Mittelpunkt von Semifinale und Finale des BELVEDERE 2015 sein. 1.300 Sänger/innen aus 60 Ländern werden zuvor in Ausscheidungskämpfen um Preise und Einstieg in die Welt der klassischen Musik singen. Irina Churilova, die BELVEDERE Siegerin 2014,  wird dann bereits große Partien in bedeutenden Musiktheatern singen.

IOCO / Viktor Jarosch / 07.07.2014

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