Hagen, Theater Hagen, Hoffmanns Erzählungen – Jacques Offenbach, IOCO Aktuell, 29.11.2019

November 29, 2019 by  
Filed under Hervorheben, Oper, Pressemeldung, Theater Hagen

theaterhagen_seit1911_2

Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN  – Jacques Offenbach

Intendant Francis Hüsers inszeniert

Premiere 30. NOVEMBER 2019, 19.30 Uhr

Die Premiere von Hoffmanns Erzählungen am Theater Hagen findet am 30. November 2019 statt. IOCO wird dazu berichten. 

Aufgeführt wird die Neuinszenierung der Oper Hoffmanns Erzählungen (Les Contes d’Hoffmann) von Jacques Offenbach (Libretto von Jules Barbier; Fassung: Choudens-Guiraud 1907), in französischer Sprache mit deutschen Übertexten.

Jacques Offenbach Paris © IOCO

Jacques Offenbach Paris © IOCO

Diebe, die es auf Schatten und Spiegelbilder abgesehen haben; eine längst verstorbene Mutter, die in den Gesang ihrer Tochter einstimmt; ein Wesen zwischen Mensch und Maschine; geheimnisvolle Doppelgänger – in den Werken des deutschen romantischen Dichters E.T.A. Hoffmann werden die Leser in phantastische Welten geführt, in denen die Gesetze der Logik und Vernunft außer Kraft gesetzt sind. 30 Jahre nach dem Tod E.T.A. Hoffmanns griffen Jules Barbier und Michel Carré auf drei Erzählungen des Autors zurück und machten daraus ein Schauspiel. Ihre Idee war es auch, den Dichter Hoffmann selbst als Protagonisten auf die Bühne zu bringen. Der Komponist Jacques Offenbach, dessen 200. Geburtstag in 2019 gedacht wird, verwendete dieses Stück als Vorlage für seine letzte, abwechslungs-, fantasie- und überaus melodienreiche Oper, die unvollendet blieb und erst posthum 1881 in Paris zur Uraufführung gebracht wurde.

Intendant Francis Hüsers inszeniert Hoffmanns Erzählungen für das Theater Hagen. Zum Produktionsteam gehören: Alfred Peter (Bühne), Katharina Weissenborn (Kostüme), Eric Rentmeister (Choreographie), Martin Gehrke (Licht) sowie Generalmusikdirektor Joseph Trafton (musikalische Einstudierung und Leitung), Wolfgang Müller-Salow (Choreinstudierung), Rebecca Graitl (Dramaturgie).

Theater Hagen / Hoffmanns Erzählungen - hier: Thomas Paul als Hoffmann, Netta Or als Giulietta © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Hoffmanns Erzählungen – hier: Thomas Paul als Hoffmann, Netta Or als Giulietta © Klaus Lefebvre

In der Inszenierung wird Hoffmanns Blickwinkel mit der Perspektive von vier Frauen konfrontiert, die sich in ein Spiel mit ihm begeben und ihn dabei herausfordern. Dadurch entsteht ein Ringen um Macht und Ohnmacht, um die Deutungshoheit über die Geschichten Hoffmanns und nicht zuletzt um das wahre Wesen der Liebe.

Es singen und spielen: Marilyn Bennett (Stimme der Mutter), Angela Davis (Antonia), Boris Leisenheimer (Spalanzani), Maria Markina (Muse/Nicklausse), Kenneth Mattice (Hermann/Schlemihl), Netta Or (Giulietta), Matthew Overmeyer (Nathanael), Thomas Paul (Hoffmann), Cristina Piccardi (Olympia), Steven Scheschareg alternierend mit Dong-Won Seo (Lindorf/Coppélius/Miracle/ Dapertutto), Ivo Stánchev (Luther/Crespel), Richard van Gemert (Andrès/Cochenille/Pitichinaccio/Frantz), Chor des Theaters Hagen, Extrachor des Theaters Hagen, Statisterie des Theaters Hagen, Philharmonisches Orchester Hagen

Weitere Vorstellungen: 6.12. (19.30 Uhr); 20.12. (19.30 Uhr); 26.12. (16.00 Uhr); 29.12.2019 (15.00 Uhr); 12.1. (18.00 Uhr); 19.1. (18.00 Uhr); 15.2. (19.30 Uhr); 4.3. (19.30 Uhr); 21.3. (19.30 Uhr); 1.4.2020 (19.30 Uhr); Gastspiel in Remscheid: 25.1.2020

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331/207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331/207-5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.


„Jacques Offenbach – Meister des Vergnügens“

Heiko Schon liest aus seinem Buch: Freitag, 6.12.2019, 18.30 Uhr, Theatercafé – Eintritt frei

Die Stunde der Kritik: Freitag, 20.12.2019, im Anschluss an die Vorstellung, Theatercafé – Eintritt frei. – Zu Gast: Karl Gabriel von Karais (Das Opernglas)

—| Pressemeldung Theater Hagen |—

Hagen, Theater Hagen, Der Graf von Luxemburg – Franz Lehár, IOCO Kritik, 01.11.2019

November 1, 2019 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Musical, Operette, Theater Hagen

theaterhagen_seit1911_2

Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Der Graf von Luxemburg –  Franz Lehár

 – in Pariser Bohème-Milieu  – Oligarch  kauft „Heiratsgraf“ –

von Viktor Jarosch

1905 – Die lustige Witwe, 1909 – Der Graf von Luxemburg: mit frühen Kompositionen begründete Franz Lehár (1870-1948) seinen bleibenden Ruf als großer Operettenkomponist. Mit Victor Léon, Emmerich Kalman, Leo Fall, Ralph Benatzky, Oscar Strauss ist Léhar auch Mitbegründer der „silbernen Operettenära“, welche zahllose auch heute noch populäre wie lebensfrohe Werke schuf.

Franz Lehár im Stadtpark von Wien © IOCO

Franz Lehár im Stadtpark von Wien © IOCO

Und doch schwebt beständig ein Hauch von Wehmut über den Frohsinn verbreitenden Werken der „silbernen Operettenära“. Viele Komponisten dieser Epoche, so Kalman, Benatzky, Victor Léon mussten im Dritten Reich wegen jüdischer Wurzeln in die USA flüchten; viele, wie beide Brüder von Leo Fall oder Paul Morgan, wurden in  Konzentrationslagern ermordet. Robert Stolz, 1909 Dirigent der Uraufführung des Graf von Luxemburg, durch über 60 Operetten fast ebenso berühmt wie Lehár,  musste ebenso flüchten; 1938 emigrierte er über Paris in die USA. Franz Lehárs Rolle im Dritten Reich ist vielschichtig wie undurchsichtig. Hitler und Goebbels liebten seine Werke; Lehár blieb in der NAZI-Zeit in Deutschland und weitgehend „unbehelligt“.

Der Graf von Luxemburg wurde von Franz Lehár schnell, quasi mal eben, komponiert, in nur vier Wochen. An einen Erfolg seines Werks glaubte er wohl nicht; er übergab das fertige Werk dem Intendanten des Theater an der Wien im Juni 1909 mit den Worten: „Der Schmarrn ist fertig und wenn es keinen Erfolg haben wird, habt ihr es euch selbst zuzuschreiben!“. Lehár und andere irrten: allein über 300 Mal wurde das Stück nach der Uraufführung im Theater an der Wien gespielt; in den folgenden Jahrzehnten wurde es vielfach überarbeitet und blieb bis heute ein „Gassenhauer“ auf den Bühnen der Welt.

Theater Hagen / Der Graf von Luxemburg - hier : zu ersten Takten Kenneth Mattice als weltverlorenes Wesen © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Der Graf von Luxemburg – hier : zu ersten Takten Kenneth Mattice als weltverlorenes Wesen © Klaus Lefebvre

Von seinem Charme, seiner Popularität hat Der Graf von Luxemburg seit 1909 nichts verloren, in kitschig anrührenden Filmen, in zahllosen Produktionen großer wie kleiner Theater und nun auch im Theater Hagen wird die Geschichte um den russischen Fürsten Basil Basilowitsch inszeniert, welcher seine große Liebe, die bürgerliche Sängerin Angèle Didier, nicht heiraten kann da sie keine Adelige ist; und nun, trickreich und vermeintlich clever, den verarmten Graf Réne von Luxemburg bittet, für eine halbe Million Francs Angèle für drei Monate zu heiraten, um in dieser Art Scheinehe in den Adelstand erhoben zu werden, um sich dann wieder scheiden zu lassen, um dann den reichen Fürsten Basil Basilowitsch zu heiraten. Doch es ist eine Operette; und so bilden zu bunten Liedern und beschwingter Musik schräge wie lebensnahe Verwechslungen, Humor und Verdrehungen einen Potpourri der Lebensfreude, natürlich mit glücklichem Ende. So auch im Theater Hagen; einem Theater mit bescheidenen Mittel und einem kleinen Ensemble, welches immer wieder mit beeindruckenden Produktion aufwartet.

Der Graf von Luxemburg – Franz Lehár
youtube Trailer des Theater Hagen
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Regisseur Roland Hüve kennt das Theater Hagen: Kiss me, Kate und Die Blues Brothers inszenierte Hüve in Hagen und erntete großen Publikumszuspruch. Der Graf von Luxemburg im Theater Hagen spielt authentisch im Milieu der Jahrhundertwende, ist lebendig, bunt wie humoresk angelegt: keine Variante auf den modernen Zeitgeist. Die Handlung hat Hüve im Kern unverändert gelassen doch durch eigene Texte, durch Anleihen bei Paul Lincke, Tosca oder Shakespeares „Sein oder Nichtsein“, choreographische Umdeutungen und Kürzungen dem Stück in Hagen Behäbiges genommen und in klassischem Ambiente doch die Moderne geführt. Dazu geben vielschichtig originelle Bühnenbilder und farbige Kostüme (Siegfried E. Mayer) und eine filigrane  Choreographie (Eric Rentmeister) der Inszenierung frohsinnige Lebendigkeit anregt.

Der Besucher wird mit dem ersten Bild gebannt: wenn, zu den ersten Takten der Operette, René, Graf von Luxemburg etwas trunken träumend auf einer goldgelben Mondsichel sitzend sinniert. Im Hintergrund ein sternenreicher Pariser Nachthimmel und ein Gemälde des Eiffelturms. Eine Karnevalsgemeinde in frohen Kostümen umtanzt den Grafen ihn singend: „Karneval, Du allerschönste Zeit..“  und musikalischen Anleihen umtanzt. Dann, unvermittelt, senkt sich aus dem Bühnenhimmel ein riesiger Rahmen auf die Bühne und verändert die Traumwelt des Grafen in das Atelier des Malers Armand Brissard und seiner stets zickigen Freundin Juliette Vermont.  Erstes Staunen und Sonderbeifall waren damit schon gegeben.

 Theater Hagen / Der Graf von Luxemburg - hier : Kenneth Mattice als Graf und Angela Davis als Angèle heiraten ohne sich ansehen zu können © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Der Graf von Luxemburg – hier : Kenneth Mattice als Graf und Angela Davis als Angèle heiraten ohne sich ansehen zu können © Klaus Lefebvre

Spannend, schräg und lebendig setzt sich die Handlung fort, wenn dann in diesem Maleratelier Fürst Basil Basilowitsch, hier ganz russischer Oligarch in klassischem Zweireiher mit zwielichtigen Kumpanen und dem -herrlich- verwirrt agierenden Standesbeamten Pélégrin (Dirk Achille) erscheint. Diese bieten dem Graf von Luxemburg  500.000 Franc, (mit eigenen Texten, hier: „zu zahlen auf eine amerikanische  oder deutsche  oder englische – vor oder nach dem Brexit –  Bank“, Lied:  „Bare 500.000 Francs“) damit er die Sängerin Angèle Didier, Freundin des Fürsten Basil, zu deren Erlangung des Adelsstandes, kurz, für drei Monate, heiratet. Dies alles geschieht ohne Blickkontakt; die baldige Scheidung ist in den Vertrag mit eingeschlossen. Das Gemälde des Eiffelturm (Foto oben) dient bei der Heirat des Grafen von Luxemburg mit Angèle als Sichtschutz. Operettenseligkeit beginnt Raum zu nehmen mit dem wunderbar gesungen Duett:  „Sie geht links, er geht rechts“

Bühne und Akteure der Operette wandeln sich beständig; am auffälligsten wandelt sich Fürst Basil Basilowitsch, welcher vom trockenen russischen Oligarchen im dunklen Zweireiher im 1. Bild, zum tanzenden Operettenfürsten in festlicher Ballkleidung im 3. Bild mutiert; der dann sogar, auf Befehl des Zaren die alte Gräfin Stasa Kokozowa heiraten muss: welche in elegantem Abendkleid erscheint um Whisky darum bittet, „zunächst alles in Ruhe zu genießen.“ Das Ballett Hagen belebt das Bühnengeschehen immer wieder mit ansprechenden choreographischen Einlagen.

Rodrigo Tomillo und das Philharmonische Orchester Hagen stützten sängerfreundlich und mit „feinen Händen“ den Geist Lehárs und seiner Komposition, welche in humoriger Unernstigkeit die Lebensfreude befeuern  soll.

Theater Hagen / Der Graf von Luxemburg - hier : das Ensemble © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Der Graf von Luxemburg – hier : das Ensemble © Klaus Lefebvre

IOCO bewundert oft die mitreißende künstlerische Vielfalt, welche kleinere deutsche Theater mit begrenzten Mitteln auf ihren Bühnen zeigen. Der Graf von Luxemburg ist  hierzu Beispiel: seine vielschichtige stimmlichen wie darstellerischen Herausforderungen werden durch das weitgehend eigene Ensemble des Theater Hagen wunderbar auf die Bühne gebracht: Dies allein verdient schon ein großes Kompliment für alle Beteiligten; die sichtbaren auf und die unsichtbaren hinter der Bühne.

Kenneth Mattice ist in dem wuseligen „Operettenspiel“ ein nachdenklicher, geradezu seriöser René, Graf von Luxemburg, welcher mit dem ersten Bild mit sanftem Timbre Menschlichkeit und Verletzlichkeit in all seinen Facetten ausdrückt. Oliver Weidinger stellt als Fürst Basil Basilowitsch hierzu einen stimmlich wie  optisch gelungenen Kontrapunkt zum Grafen, dessen Wandlung vom rauhen Oligarchen zum tänzelnden Operettenkönig fasziniert. Tenor Richard van Gemert als Maler Armand und, mit feinem hellen Sopran, Christina Piccardi, als Freundin Juliette Vermont, faszinieren durch ihre  filigrane    Angela Davis ist als Angèle Didier die dominante Operettendiva dieser Produktion; bestens disponiert, mit lebendiger Präsenz und mit auch in Höhen sehr sicherem Sopran (herrlich ihre ToscaAnleihe). Doch zum starken Abschluss des Premierenabends trägt in ihrer kürzerer Partie auch das langjährige Ensemblemitglied Marilyn Bennett als Gräfin Stasa Kokozowa massgeblich bei, wenn sie, in langem Abendkleid, mit sicherem Mezzo und einem Whisky in der Hand, große Bühnenpräsenz ausstrahlt und ihrem zukünftigen Gatten, Fürst Basil Basilowitsch aufträgt: „Alles mit Ruhe genießen“!

Das Publikum im Theater Hagen war überzeugt: Ungeteilten Beifall und Bravos gab es für alle Beteiligten; für das stimmige und gut umgesetzte Regiekonzept um Roland Hüve wie für alle Darsteller auf der Bühne.

Der Graf von Luxemburg im Theater Hagen; die kommenden Vorstellungen 31.10.; 3.11.; 8.11.; 15.11.; 23.11.; 4.12.; 14.12.; 18.12.; 31.12.2019 (Silvester – um 15.00 und 19.30);  auch in 2020 weitee Vorstellungen

—| IOCO Kritik Theater Hagen |—

Hagen, Theater Hagen, DER GRAF VON LUXEMBURG – Franz Lehár, 26.10.2019

Oktober 23, 2019 by  
Filed under Operette, Premieren, Pressemeldung, Theater Hagen

theaterhagen_seit1911_2

Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

DER GRAF VON LUXEMBURG – Franz Lehár

Premiere 26. Oktober 2019, 19.30 Uhr

Als zweite Musiktheater-Premiere im Theater Hagen in dieser Spielzeit wird eine Neuinszenierung der Operette Der Graf von Luxemburg von Franz Lehár (Libretto von Alfred Maria Willner, Robert Bodanzky, Leo Stein) präsentiert am 26. Oktober 2019 mit Beginn um 19.30 Uhr im Großen Haus (in deutscher Sprache mit Übertexten).

IOCO wird die Premiere in Hagen besuchen und berichten

Worum geht’s? Zwei Menschen heiraten, ohne sich zu kennen und ohne sich während der Trauung sehen zu können: Diese Scheinehe ermöglicht der Sängerin Angèle zur Gräfin zu werden und nach der schon geplanten Scheidung eine standesgemäße Ehe mit dem russischen Fürsten Basil eingehen zu können. Basil ist es auch, der dem Grafen René mit viel Geld davon überzeugt, zum „Heiratsgrafen“ zu werden. Der Graf von Luxemburg kann dieses Geld gut gebrauchen, schließlich hat er sein Vermögen „verjuxt, verputzt, verspielt, vertan“ und weiß nicht, wie er sein ausschweifendes Leben in Paris weiterhin finanzieren soll. Teil der Vereinbarung ist jedoch, dass René und Angèle sich nie kennenlernen. Es kommt zu einem zufälligen Treffen der beiden in der Oper, bei dem sie sich verlieben. Zunächst ist ihnen nicht bewusst, dass sie auf dem Papier bereits Mann und Frau sind. Doch als René erkennt, an wen er sein Herz verloren hat, stellt sich die Frage: Geld oder Liebe?

Theater Hagen / DER GRAF VON LUXEMBURG - Kenneth Mattice, Chor und Extrachor des Theaters Hagen © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / DER GRAF VON LUXEMBURG – Kenneth Mattice, Chor und Extrachor des Theaters Hagen © Klaus Lefebvre

Franz Lehár gelang es 1909 mit dieser Operette an den sensationellen Erfolg von Die lustige Witwe anzuknüpfen: Der Komponist schuf ein Meisterwerk der späten Wiener Operette voller mitreißender Melodien, Tempo und Witz. „Bist du’s, lachendes Glück?“ – diese Frage treibt die Figuren um: Zwischen Pragmatismus und Hoffnung schwankend, versuchen sie ihren Gefühlen habhaft zu werden.

Nach seinen überaus beliebten Inszenierungen des Musicals Kiss me, Kate und der Show The Blues Brothers kehrt der Regisseur Roland Hüve nun mit der szenischen Umsetzung dieser Operette ans Theater Hagen zurück. Zu seinem Team gehören der Bühnen- und Kostümbildner Siegfried E. Mayer und der Choreograph Eric Rentmeister. Die musikalische Einstudierung und Leitung übernimmt der 1. Kapellmeister und stellv. Generalmusikdirektor Rodrigo Tomillo, für die Lichtgestaltung zeichnet Martin Gehrke verantwortlich, die Choreinstudierung liegt in den Händen von Chordirektor Wolfgang Müller-Salow und die Dramaturgin ist Rebecca Graitl.

Im Theater Hagen singen, spielen und tanzen: Dirk Achille, Marilyn Bennett, Angela Davis, Johann de Bruin, Anja Frank-Engelhaupt, Olaf Haye, Sebastian Joest, Tae-Hoon Jung, Andrea Kleinmann, Sophia Leimbach, Kenneth Mattice, Wolfgang Niggel, Matthew Overmeyer, Cristina Piccardi, Bernd Stahlschmidt-Drescher, Richard van Gemert, Oliver Weidinger; Chor des Theaters Hagen, Extrachor des Theaters Hagen, Ballett Hagen, Philharmonisches Orchester Hagen.

Der Graf von Luxemberg im Theater Hagen;  Premiere 25.10.2019, weitere Vorstellungen: 31.10. (19.30 Uhr); 3.11. (18.00 Uhr); 8.11. (19.30 Uhr); 15.11. (19.30 Uhr); 23.11. (19.30 Uhr); 4.12. (19.30 Uhr); 14.12. (19.30 Uhr); 18.12. (19.30 Uhr); 31.12. (15.00 Uhr); 31.12.2019 (19.30 Uhr); 5.1. (15.00 Uhr); 15.1. (19.30 Uhr); 16.2.2020 (15.00 Uhr)

‚Die Stunde der Kritik‘ zu Der Graf von Luxemburg:  Sonntag, 3.11.2019, im Anschluss an die Vorstellung, Theatercafé – Eintritt frei

—| Pressemeldung Theater Hagen |—

Hagen, Theater Hagen, CARDILLAC – Paul Hindemith, 21.09.2019

September 20, 2019 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Hagen

theaterhagen_seit1911_2

Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

CARDILLAC – Oper von Paul Hindemith

Samstag, 21. September 2019, 19.30 Uhr

Die Eröffnungspremiere im Theater Hagen im Großen Haus am 21.9.2019 (19.30 Uhr) bildet die Aufführung der Oper Cardillac von Paul Hindemith in ihrer Erstfassung von 1926 mit einem Libretto von Ferdinand Lion nach der Erzählung Das Fräulein von Scuderi von E.T.A. Hoffmann.

Schmuck verkaufen und den Käufer dann hinterrücks ermorden, um auf diese Weise Schmuck und Geld behalten zu können, klingt nach einem rein materialistisch motivierten Geschäftsmodell. Nicht so beim Goldschmied Cardillac, der doch genau das tut. Aber er mordet eben nicht aus Geldgier, sondern schlicht, weil er nicht ertragen kann, dass ‚sein’ Schmuck nicht mehr bei ihm ist – der Künstler wird zum Psycho-Serientäter, und eine Stadt sucht einen Mörder. – E.T.A. Hoffmann hat mit seiner Erzählung Das Fräulein von Scuderi den Stoff für diesen Krimi geliefert, den Paul Hindemith in den 1920er Jahren, zur Zeit von ‚Bauhaus‘ und ‚neuer Sachlichkeit‘, vertont hat.

Theater Hagen / Cardillac- Thomas Berau (Cardillac) und Chor des Theaters Hagen © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Cardillac- Thomas Berau (Cardillac) und Chor des Theaters Hagen © Klaus Lefebvre

Für die Umsetzung dieser Oper wirkt erneut ein Team zusammen, welches in der letzten Spielzeit mit großem und überregionalem Erfolg Wagners Tristan und Isolde im Theater Hagen realisiert hat und deutschlandweit für Aufsehen sorgte – eine Produktion, die von Fachkritikern mehrfach ausgezeichnet wurde: Joseph Trafton (Musikalische Leitung), Jochen Biganzoli (Regie), Wolf Gutjahr (Bühne), Katharina Weissenborn (Kostüme), Hans-Joachim Köster (Licht), Francis Hüsers (Dramaturgie). Dieses Team sieht den im Künstler-Psycho-Drama gefangenen Goldschmied Cardillac als eine Art Kunst-Terrorist, der (zu) radikale Antworten auf die Frage nach dem gesellschaftlichen Sinn von Kunst ausprobiert. So legt die Hagener Inszenierung unter der Krimi-Handlung von Hindemiths „Cardillac“ den bis heute währenden Streit um Kunst frei, der zuweilen in einer Radikalität geführt wird, die selbst im Bauhaus-Manifest von Walter Gropius von 1918 beinahe wie religiöser Eifer aufscheint: „Wollen, erdenken, erschaffen wir gemeinsam den neuen Bau der Zukunft […] als kristallenes Sinnbild eines neuen kommenden Glaubens.“ Die Aufführungen von dieser klangreichen, dramatischen Oper am Theater Hagen sind also nicht ohne Grund Teil der Veranstaltungen zum „Bauhaus-Jahr“ 2019. Generalmusikdirektor Joseph Trafton dirigiert dieses Werk, dessen Stil von der Musikwissenschaft tatsächlich auch schon mal als „Bauhaus-Barock“ bezeichnet wurde, und er hat mit dem Orchester, den Solo-Sänger*innen und dem Chor die höchste Ansprüche an alle stellende Partitur effektvoll erarbeitet. Denn trotz Hindemiths frühmoderner Vorliebe für Abstraktion und Stilisierung ist seine „Cardillac“-Musik doch ganz auf den fesselnden Klangeffekt im Ablauf eines spannenden Psycho-Krimis konzentriert.

Es singen und spielen: Thomas Berau (Cardillac), Angela Davis (Cardillacs Tochter), Milen Bozhkov (Offizier), Thomas Paul (Kavalier), Veronika Haller (Eine Dame), Ivo Stánchev (Goldhändler), Kenneth Mattice (Der Führer der Prévôté); Chor und Extrachor des Theaters Hagen, Statisterie des Theaters Hagen, Philharmonisches Orchester Hagen

Samstag, 21. September 2019, 19.30 Uhr , weitere Vorstellungen: 3.10. (18.00 Uhr); 18.10. (19.30 Uhr); 10.11. (15.00 Uhr); 13.11.2019 (19.30 Uhr); 10.1. (19.30 Uhr); 16.1. (19.30 Uhr); 26.1.2020 (18.00 Uhr)

DIE STUNDE DER KRITIK  – CARDILLAC
Sonntag, 10.11.2019, im Anschluss an die Vorstellung, Theatercafé, Eintritt frei
Zu Gast: Wiebke Roloff (Opernwelt), MIT MUSIK Kenneth Mattice singt Hindemiths „Drei Hymnen von Walt Whitman“, am Klavier: Amy Tarantino-Trafton

—| Pressemeldung Theater Hagen |—

Nächste Seite »