Bayreuth, Bayreuther Festspiele 2021, Tannhäuser, Walküre, Fliegender Holländer, IOCO, 06.08.2021

August 5, 2021 by  
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Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Bayreuther Festspiele

 Ein Festspielsommer in Bayreuth wie kein anderer zuvor

– IOCO berichtet vom Grünen Hügel 2021 –

von Patrik Klein

Richard Wagner Büste © IOCO

Richard Wagner Büste © IOCO

Fünf Tage im August 2021 bei den Bayreuther Festspielen, die in diesem Jahr immer noch unter den Pandemiebedingungen mit allerlei Restriktionen behaftet stattfinden konnten, hinterließen beim Besucher einen heftigen, tiefen und bleibenden Eindruck. Richard Wagner schuf ein Haus, einen Saal, einen Orchestergraben und eine Bühne, die genau dieses beabsichtigte. Es gelang ihm in beeindruckender, ja überwältigender Weise einen Klang zu zaubern, der jede Mühe lohnt und der seines Gleichen sucht. Zwei IOCO Korrespondenten (Dr. Julian Führer und Patrik Klein)  waren in diesem besonderen Jahr angereist, um sich vom Sog der Faszination der Werke Richard Wagners mitreißen zu lassen und über ihre Eindrücke von jeweils drei Produktionen zu berichten.

Der Sommer 2021 stand unter dem noch währenden Einfluss einer langsam abklingenden Pandemie mit all ihren Facetten. Fielen im letzten Jahr die Bayreuther Festspiele ersatzlos aus, so ging man in diesem Jahr ein volles Risiko ein und proklamierte im Frühjahr die Festspiele „Light“ für die wagnerbesessenen und nach Musik und Kunst des Meisters lechzenden Gäste aus Nah und Fern.

Neben einem ausgeklügelten Hygienekonzept (FFP2-Maskenpflicht auf dem Festspielgelände und im Festspielhaus, Nachweis eines Schnelltests oder vollständige Impfung etc.) und Reduzierung der Gästezahlen auf  900 Besucher*innen, wurde in den Wochen vor der Eröffnungspremiere am 25. Juli, die u.a. eine Neuproduktion des Fliegenden Holländers bescherte, fleißig unter vielen Restriktionen und Auflagen geprobt und alles für einen reibungslosen Ablauf dieser so besonderen Festspiele getan.

Neben der Neuproduktion Der fliegende Holländer mit der ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv, der ersten Frau am Pult seit 145 Jahren in Bayreuth, unter der Regie vom aus Moskau stammenden wagnererfahrenen Dmitri Tcherniakov  sowie der Lettin Asmik Grigorian und dem Schweden John Lundgren  in den Hauptrollen, waren Wiederaufnahmen der Produktionen Die Meistersinger von Nürnberg (unter nahezu gleicher Besetzung wie in den vorangegangenen Jahren) und Tannhäuser (auch hier nur mit einigen Änderungen gegenüber der Besetzung in 2019, so zum Beispiel mit Axel Kober am Pult und der damals vorgesehenen, aber verunfallten Venus von Ekaterina Gubanova) geplant.

In der Festspielsaison 2021 erschien erneut eine Produktion im Rahmen des Projektes „Wagner für Kinder“ mit einer eigens erstellten Fassung von Wagners „Tristan und Isolde“ mit Stephen Gould und Kelly God in den Titelrollen.

Eine Besonderheit der diesjährigen Festspiele sind zwei Konzerte unter der musikalischen Leitung von Andris Nelsons (mit dem ersten Aufzug  „Die Walküre“ und Auszügen aus Lohengrin, Parsifal sowie Götterdämmerung) einerseits und ein Konzert unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann (mit einer konzertanten Aufführung des Parsifal mit Stephen Gould in der Titelpartie) andererseits.

Ein weiteres multimediales Projekt der Festspiele war der „Ring 20.21“. Es besteht aus drei Aufführungen der „Walküre“ im Festspielhaus (am Pult hierbei der für die ursprünglich szenische Neuauflage des Ringes vorgesehene finnische Dirigent  Pietari Inkinen; für die szenischen Komponenten stand der österreichische Aktionskünstler Hermann Nitsch).

Diese drei Aufführungen wurden ergänzt durch Auftragswerke in verschiedenen Kunstrichtungen, die alle Teile des Ring des Nibelungen beinhalten oder neuartig erlebbar machen sollen. Ein Musiktheater zu Das Rheingold – Immer noch Loge eröffnete im Festspielpark mit einer Komposition von Gordon Kampe nach dem Libretto von Paulus Hochgatterer, inszeniert und mit Puppen realisiert von Nikolaus Habjan.

Bayreuther Festspiele 2021 / Das Rheingold _ immer noch Loge © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2021 / Das Rheingold _ immer noch Loge © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

In einer multimedialen Arbeit von Jay Scheib konnte sich der Zuschauer und auch der Autor dieser Zeilen mit Virtual Reality Brille in „Siegfried“ hineinversetzen. Bei dieser aufregenden Animation war man leicht dazu geneigt, sich den Ring und den Schatz zu greifen und auf eine Karibikinsel zu fliehen.

 Bayreuther Festspiele 2021 / Diskurs Ring 2021 - Sei Siegfried © Bayreuther Festspiele / Jay Scheib

Bayreuther Festspiele 2021 / Diskurs Ring 2021 – Sei Siegfried © Bayreuther Festspiele / Jay Scheib

Schließlich rundete eine Installation der japanischen Künstlerin Chiharu Shiota im Festspielpark mit einem Kunstwerk zu „Götterdämmerung den Zyklus ab.

Diese unter den gegebenen Randbedingungen entstandenen Festspiele in 2021 veränderten auch die Teilnahme von IOCO. Statt jede Produktion einem IOCO Korrespondenten zuzuordnen, nahmen an den Festspielen dieses Mal Dr. Julian Führer und Patrik Klein teil, die sich die verschiedenen Aufführungen bzw. Events aufteilten und sich den notwendigen Restriktionen unterordneten.

Tannhäuser  –  Eine Wiederaufnahme aus 2019
Tobias Kratzers furiose Deutung mit Witz und Tiefgang

Vor zwei Jahren hatte Kratzers Sichtweise des Tannhäuser auf dem Grünen Hügel eine viel beachtete Premiere und wurde von IOCO ausführlich besprochen:, link HIER! Berechtigterweise dann heuer die Frage: Was ist neu und/oder anders in diesem besonderen Festspieljahr 2021?

Da ist zunächst die Besetzung in einigen Partien verändert. Landgraf Hermann wurde gegeben vom erfahrenen Bass Günther Groissböck, Walther von der Vogelweide vom dänischen Tenor Magnus Vigilius, Biterolf vom isländischen Bariton Olafur Sigurdarson und die Venus von der ursprünglich 2019 vorgesehenen Mezzosopranistin Ekaterina Gubanova, welche bekanntermaßen damals bei den Proben verunfallte und nun endlich ihr Debüt in dieser Rolle in Bayreuth feiern konnte. Der Tänzer Kyle Patrick musste ferner die Drag Queen Le Gateau Chocolat ersetzen, da der Künstler der Premiere nicht aus England ausreisen durfte. Am Pult stand statt Valery Gergiev der erfahren routinierte Kapellmeister und Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, Axel Kober. Ansonsten war die Oper mit Regieteam und Sänger*innen aus 2019 ebenso exzellent besetzt.

Bayreuther Festspiele 2021; / Tannhäuser -hier: Stephen Gould, Ekaterina Gubanova, Manni Laudenbach © Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2021; / Tannhäuser -hier: Stephen Gould, Ekaterina Gubanova, Manni Laudenbach © Enrico Nawrath

Eine Besonderheit, die der noch andauernden Pandemiesituation geschuldet ist, war die Tatsache, dass der rund 140 Personen starke Chor der Bayreuther Festspiele, der bei vielen Opern von Wagner eine Hauptrolle inne hat, gesplittet wurde in 70 stumme Akteure auf der Bühne und weitere 70 Sänger*innen, die im Probesaal des Chores in virengeschützten Kabinen sangen und deren Schallwellen per Lautsprecher ins Festspielhaus transferiert werden mussten. Das sah in manchen Chorszenen dann doch etwas ausgedünnt aus, klang aber überraschenderweise transparent und raumfüllend satt über die versteckten Lautsprecher und sichtbaren Monitore. Die stummen Akteure des Bühnenchores hatten viel geprobt und daher gelang auch die Lippensynchronität zur Liveeinspielung von Nebenan.

Regisseur Tobias Kratzer und sein Team (Rainer Sellmaier, Bühne und Kostüme; Reinhard Traub, Licht und Manuel Braun, Video) brachte erneut mit seiner sehr nahe an Wagners Text angesiedelten ironischen und damit distanziert grenzüberschreitenden, temporeichen, farbenfrohen, tiefsinnigen und mit Videosequenzen unterstrichenen Interpretation des Tannhäusers das Publikum zum Schmunzeln, zum Lachen und Staunen, hielt ihm humorvoll den Spiegel vor, ohne ins Triviale, Banale oder Oberflächliche abzugleiten. Wagners früh in seiner Revolutionszeit entstandenes Zitat „Frei im Wollen, frei im Thun, frei im Geniessen“ stand immer wieder im Zentrum der Interpretation. Kratzer sah die Oper als ein Aufeinandertreffen zweier völlig verschiedener, aber zum Scheitern verurteilten Lebenskonzepte und Kunstformen, die Welt der anarchischen Venus mit einem tragi-komischen Tannhäuser im Horrorclownkostüm einerseits und die Welt der Hochkultur auf dem Bayreuther Festspielhügel mit dem einst aus dem Sängerensemble entlassenen und später zurückkehrenden Tannhäuser. Das Stück endete erlösungslos und tragisch.

Optisch gab es dann doch einige erneuerte bzw. ergänzte Szenen. Zum Beispiel die Fahrt des alten Citroen mit einem grünen Hasen auf dem Dach führte zwar wieder von der Wartburg durch die fränkische Provinz, diesmal jedoch statt an einer Biogasanlage an einer Corona Teststation im Zelt vorbei. Wie in der Realität wurde hier angespielt auf die besonderen, unangenehm aufwändigen Umstände, die auch die Mitwirkenden täglich auf dem Grünen Hügel erleben mussten. Eine auf das Auto geklebte grüne „TÜV-Plakette negativ“ beendete den notwendig-lästigen Vorgang.

Oder die mit schwarzem Humor behaftete Anspielung auf den Dirigenten im Premierenjahr 2019, Valery Gergiev, der Opfer beim mittlerweile berühmten Dirigentengang geworden war. Als damals bei der „Eroberung“ des Festspielhauses  durch Venus, Oskar und Le Gateau Chocolat Christian Thielemann mit einem süßen Luftkuss der Dragqueen geehrt wurde, stand nun stattdessen ein Gergiev-Bild am Boden, das auf die künftige Präsentation lauerte, davor ein Zettel  „Komme etwas später!“.

Bayreuther Festspiele 2021; Tannhäuser - hier: Lise Davidsen, Kyle Patrick, Ekaterina Gubanova, Manni Laudenbach, Stephen Gould © Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2021; Tannhäuser – hier: Lise Davidsen, Kyle Patrick, Ekaterina Gubanova, Manni Laudenbach, Stephen Gould © Enrico Nawrath

Musikalisch dann vieles vom Allerfeinsten: Düsseldorfs Generalmusikdirektor Axel Kober, der bereits häufig in Bayreuth dirigierte und daher bestens adaptiert war an die akustischen Verhältnisse im Graben und auf der Bühne, leitete die Aufführung mit großer Präzision, ließ die Farben der Partitur aufleuchten. Flirrende Streicherklänge und aufregende Spannungsbögen prägten das Hörerlebnis.  Selbst mit den zugespielten Chören aus dem Chorsaal von nebenan klang die Vorstellung wie aus einem Guss. Auch die lyrischen Elemente besonders im dritten Aufzug gelangen ihm und den Spitzenmusikern im bestens aufgelegten Orchester der Bayreuther Festspiele mit emotionaler Leichtigkeit. Stephen Gould leistete in dieser Festspielsaison erneut ein großes Pensum. Seine stählerne und kraftvolle Spinto-Stimme wirkte fokussiert, durch Textverständlichkeit und Formgebung geprägt, absolut sauber und spielerisch leicht. Selbst im dritten Aufzug gelang ihm, da er seine Kräfte gut aufgeteilt hatte, die „Romerzählung“ mit frischer, hoher Strahlkraft und feiner Diktion. Die russische Mezzosopranistin Ekaterina Gubanova sang und vor allem spielte die Rolle der „wieselflinken“, oft komischen und geschmeidigen Venus mit körperlichem Einsatz, einer Brise Sexappeal und vor Allem einer superb geführten dunkel timbrierten Stimme. Mit scheinbar wenig Kraftaufwand gelang ihr der dynamische Bogen von der verliebten Verführerin bis zur aufbrausenden Matriarchin. Lise Davidsen, die 34jährige lyrisch-dramatische Sopranistin aus Norwegen sang die Partie der Elisabeth noch routinierter als vor zwei Jahren mit atemberaubender Leichtigkeit, sowohl mädchenhaftem Feingespür aber auch metallischem Glanz und dramatischen Ausbrüchen in den ihr mühelos geratenen Spitzentönen. Der österreichische Bass Günther Groissböck war an diesem Abend mit gediegener und großer dunkler, metallisch glänzender Stimme bei der Sache. Wuchtig und dennoch fein geführt mit genauer Phrasierung gestaltete er textverständlich den Führer des Landes, der seine Nichte dem hehrsten Sänger und Künstler verspricht.

Der aus dem Schwarzwald stammende Bariton Markus Eiche stellte geradezu eine Idealbesetzung des Wolframs dar. Sowohl die lyrischen, als auch die dramatischen Elemente beherrschte er wie kaum ein anderer. Besonders deutlich wurde dies im dritten Aufzug, als er im Clownkostüm mit Elisabeth schlief (sie hatte ihn im Gegensatz zu 2019 mit einem Fingerzeig ins Wohnmobil gelockt) und anschließend mit emotionaler Tiefe und feinster Stimme den Abendstern besang. Eine Sternstunde der Gesangskultur. Katharina Konradi, seit einigen Jahren bereits Ensemblemitglied und Publikumsliebling an der Staatsoper Hamburg, gestaltete ihren kurzen, aber bravourösen Auftritt als „Junger Hirt“, hier als fahrradfahrende Türsteherin mit strahlend klarer, feinst geführter Sopranstimme. Die Sängerschaft der Wartburg wurde gestaltet vom Bayreuthdebutanten Magnus Vigilius als Walther von der Vogelweide mit kraftvollem Tenor, Olafur Sigurdarsons Debut als Biterolf mit sicher geführter Baritonstimme, dem Spanier Jorge Rodriguez-Norton als Heinrich der Schreiber mit glänzender Tenorstimme und Wilhelm Schwinghammer als Reinmar von Zweter, der seinen tiefen Bass eindrucksvoll zur Geltung brachte.

Bereits nach den ersten beiden Aufzügen war das Publikum mit Beifallskundgebungen kaum zu bremsen, obwohl es keine Vorhänge gab. Am Ende dann großer Jubel mit Fußgetrampel, Bravorufen und verdientermaßen stürmischem Applaus für alle Beteiligten.

Die Walküre
Hermann Nitsch bringt Farben ins Spiel

„wagner hat mich mein ganzes leben fasziniert. wegen dieser wunderbaren, schwelgerischen, sinnlichen musik, die den klang über die melodie hinaus zum blühen bringt. die kunst war schon in ihren ersten auftrittsformen mit dem kult, der religion und dem gesamtkunstwerk verbunden. und wagner ist der freileger des gesamtkunstwerks. er hat es zum aufleuchten gebracht.“ Hermann Nitsch über Richard Wagner

Man mag ja Kunstaktionen von Hermann Nitsch mittlerweile schon antiquiert finden; jedenfalls verließ man den Saal des Festspielhauses nach „Die Walküre“ anders als man ihn betrat: als vormals gutgläubiger und aufgeschlossener Musikliebhaber, der sich dann doch stark beeindruckt sah von dem gewaltigen Farbenrausch der sichtbar gemachten Klänge von Wagners Werk.

Auch musikalisch kamen durch den für den Ring im kommenden Festspieljahr vorgesehenen Geiger und Dirigenten Pietari Inkinen neue Impulse und Klänge aus dem Graben des Festspielhauses. Der junge finnische Dirigent gilt eigentlich als ein Wunder an Energie: einige Jahre lang war er Chefdirigent gleich dreier wichtiger Orchester. Seit 2017 leitet er die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern, pendelt zum Japan Philharmonic Orchestra und den Prager Symphonikern. Heuer hatte er praktisch eine Generalprobe für seine Ringinterpretation im kommenden Jahr.

Im Vorfeld der Festspiele gab es noch einen weiteren Paukenschlag, als nach der Generalprobe der für den Göttervater auch im Ring 2022 vorgesehene österreichische Bass Günther Groissböck kurzerhand wegen Stimmproblemen hinschmiss. Nur wenige Stunden später hatte die Festspielleitung Tomasz Konieczny als Einspringer aus dem Hut gezogen.

Richard Wagners Werk Die Walküre wurde gegen seinen Willen am 26.6.1870 in München auf Geheiß des König Ludwig II uraufgeführt, der nicht auf die von Wagner geplante zyklische Aufführung in Bayreuth warten wollte.

Bayreuther Festspiele 2021 / Die Walküre - hier: das Ensemble © Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2021 / Die Walküre – hier: das Ensemble © Enrico Nawrath

Die Vorgeschichte oder das, was nach Rheingold passiert: Im Raum steht der von Urmutter Erda angekündigte Untergang der Götter. Der testosteron-gesteuerte Wotan löst das Problem auf seine Weise. Er versucht von Erda den genauen Ablauf der Götterdämmerung zu erfahren und zeugt nebenbei mit ihr neun Töchter, von denen Brünnhilde sich zu seiner Lieblingstochter entwickelt. Sie verbindet Erdas Weisheit mit Wotans Stärke. Da aber von Alberich Gefahr droht, macht sich Wotan als ewiger Wanderer (erkennbar an der aufgemalten Augenklappe) auf den Weg, gründet mit einer Menschenfrau eine neue Familie, die Wälsungen, die er nach der Geburt der Zwillinge Siegmund und Sieglinde verlässt. Schon früh werden die Zwillinge getrennt und wachsen in feindlichen Lagern auf. Sieglinde wird später an Hunding „verschachert“. Siegmund kann aus der Gefangenschaft fliehen.

Stefan Mickisch fasste in einem Vortrag den Inhalt des Werkes humorvoll und treffend zusammen: Siegmund und Sieglinde verlieben sich ineinander. Siegmund zieht das Schwert aus der Esche. Wotan zerstreitet sich mit seiner Frau Fricka und muss Siegmunds Schwert mit seinem Speer zerbrechen und den Widersacher Hunding töten. Brünnhilde rettet Sieglinde. Dafür bestraft Wotan Brünnhilde mit magischem Schlaf“.

Das Orchester der Bayreuther Festspiele im Graben, die Gesangsprotagonist*innen in schwarzen Gewändern auf der Bühne eingebettet in eine zur Partitur passende Farborgie auf zunächst weißem Grund. Zehn Helferinnen und Helfer sorgten drei Aufzüge lang für eine Szene für Szene synchrone, emotionsgeladene neue optische Dimension der Walküre. Der kompletten Bühne wurde in jedem der drei Teile eine abgeschlossene Malaktion mit Unmengen von beschütteten Farben zugeordnet, mit dem Ziel, die Musik erleuchten zu lassen. Das Ganze war zum größten Teil exakt geplant, aber auch mit einer Portion Improvisation versehen.

Zunächst war die Bühne komplett weiß, nackt, lediglich drei Stühle standen darauf. Daneben jede Menge Farbeimer, Besen und Rührstäbe. Ein Verfolgter suchte im ersten Aufzug in Hundings Hütte Zuflucht. Die drei Solisten betraten schwarz gekleidet die Bühne. Zehn Malassistent*innen begannen sowohl auf dem Bühnenboden als auch vom oberen Ende der Prospekte Farbe zu schütten, zu spritzen und zu verteilen. Im begleitenden Unwetter materialisierten sich violette, grüne und dunkelblaue Töne. Hundings Frau Sieglinde versorgte den Fremden, der sich Wehwalt nannte. Der zurückkehrende Hausherr sah eine Ähnlichkeit zwischen seiner Gattin und dem Fremden. Dieser erklärte, dass er von seiner Zwillingsschwester gewaltsam getrennt wurde. Die Farben wandelten sich in helles, grelles und intensives Grün. Hunding erkannte seinen Sippenfeind und forderte ihn zum Zweikampf. Wehwalt erinnerte sich des väterlichen Versprechens, in großer Not werde ihm ein Schwert helfen. Stahlblau und mit Rottönen unterstrich Nitsch diese Szene. Mittlerweile machten sich die Farben auch als Gerüche im Saal breit. Sieglinde zeigte ihm das in der Esche steckende Schwert. Rötliche Farbspritzer nahmen in allen Facetten zu. Sieglinde schilderte, wie ein Unbekannter es dort hineinstieß. Bislang gelang es jedoch keinem der Männer das Schwert herauszuziehen. Die beiden Geschwister kamen sich näher und erkannten sich als solche. Im Angesicht der nahenden Blutschande wandelten sich die grünen Farben in ein sattes Rot mit orangefarbenen Elementen. Sieglinde gab Wehwalt seinen eigentlichen Namen, Siegmund, zurück. Dieser zog das Schwert Nothung aus dem Stamm. Die beiden Zwillingsgeschwister liebten sich. Rot dominierte und überdeckte alles.

 Bayreuther Festspiele 2021 / Die Walküre- Gestaltet von Aktionskünstler Hermann Nitsch © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2021 / Die Walküre- Gestaltet von Aktionskünstler Hermann Nitsch © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Auf erneut zunächst nackter, aufgeräumter Bühne verlangte im zweiten Aufzug Wotan von Brünnhilde, im Zweikampf Siegmund zu unterstützen. Gelbe, grüne, rote, blaue und orange Farben wurden wieder von oben am Prospekt und unten auf dem Boden verteilt. Fricka jedoch forderte von ihrem Gatten die Bestrafung des geschwisterlichen Inzests. Siegmund sollte im Kampf mit Hunding sterben. Wotan willigte ein. Sein diplomatisches Unvermögen führte farblich zum erblassen und wandelte die Bühne in ein Todesschwarz. Unter Gewissensqualen befahl er Brünnhilde, an Hundings Seite zu kämpfen. Brünnhilde kündigte Siegmund seinen bevorstehenden Tod an. Grüne und gelbe Streifen erhellten das Schwarz. Platschgeräusche und intensive Farbgerüche gelangten an die Sinne. Als Siegmund erfuhr, er müsse in Walhall ohne die geliebte Sieglinde auskommen, lehnte er empört die Ehren Walhalls ab. Brünnhilde war von seiner Liebe so gerührt, dass sie doch an Siegmunds Seite kämpfen wollte. Das Farbspektrum nahm nun volle Ausmaße an. Zudem trugen vier Personen ein Kreuz herein, auf das sie eine weitere Person, die die Augen zugebunden hatte fixierten und kreuzigten. Wotan griff nun selbst in den Zweikampf ein und verhinderte Siegmunds Sieg. Er zerschlug Nothung. Siegmund starb durch Hundings Hand. Wotan beendete auch Hundings Leben. Die Walküre nahm die Schwertstücke und floh mit Sieglinde. Wotan setzte ihnen wütend nach. Die komplette Bühne und die gekreuzigte Person waren inzwischen in Blutrot getaucht.

Die Walküren versammelten sich im dritten Aufzug in gleicher Ausgangssituation wie in den vorangegangenen Teilen auf einer nackten, weißen Bühne. Brünnhilde kam mit Sieglinde hinzu. Sieglinde wollte sterben. Sie erfuhr von Brünnhilde, dass sie von ihrem Zwillingsbruder ein Kind in sich trägt. Sieglinde wollte nun doch am Leben bleiben. Brünnhilde nannte ihr den Namen Siegfried für das Neugeborene und übergab ihr die Trümmer des Schwertes. Die Walküre stellte sich dem wütenden Vater. Dieser bestrafte sie für die Missachtung seines Gebots. Er verbannte sie schlafend auf einen Felsen. Ein um den Felsen gelegter Feuerkreis sollte nur dem den Zutritt sichern, der Wotans Speer nicht fürchtet. Das Finale wurde unterlegt zum Einen mit einer erneuten Prozession mit einer bereits auf dem Kreuz fixierten Person, die einen Altargegenstand über dem Haupt hielt, und zum Anderen mit einer breiten Palette von leuchtenden Rottönen, die weniger des Göttervaters Gewalt spiegelten, sondern eher die versöhnlichen und hoffnungsvollen Elemente der abschließenden Akkorde begleiteten.

Nach den zum größten Teil verheerenden Kritiken nach der Premiere in Bezug auf das Dirigat von Pietari Inkinen, hatte man im ersten Aufzug zunächst noch den Eindruck, dass man „Die Walküre“ schon lebendiger, spannender, spritziger, dynamischer und aufregender gehört hatte. Nach dem zweiten Aufzug öffneten die Türschließer verdutzt und gestanden, dass die Öffnung eigentlich 12 Minuten später geplant war. Also hatte sich doch etwas im Graben getan. Und das hörte man. Die musikalische Spannung hatte durch Tempozunahme und stärkere Akzentuierung deutlich zugenommen. Die Blechbläser kamen kräftiger und metallischer, schöne lyrische Streicherbögen wurden aufgespannt und es leuchteten häufiger die Farben auch aus dem Graben. Bis zum Ring im kommenden Jahr dürfte der junge, noch bayreuthunerfahrene Finne seine Linie gefunden haben.

Von dem die Opernwelt polarisierenden Siegmund des Klaus Florian Vogt bekam man das, was man erwartete. Die einen bejubelten ihn als den wahren Heldentenor mit Statur, gutem Aussehen und stahlblauer Stimme. Die anderen sahen in ihm die aufgedrehte Stimme eines Knabentenors ohne Fundament und Tiefe. Gleichwohl klang sein Tenor in der Akustik des Festspielhauses tragend und höhensicher. Ihm zur Seite stand die noch am Vortage als Elisabeth triumphierende Sieglinde der Norwegerin Lise Davidsen. Auch an diesem Abend lieferte sie eine beachtliche stimmliche Leistung ab. Ausgestattet mit einem samtig dunklen Timbre und kraftvollen dramatischen Ausbrüchen gestaltete sie die Rolle souverän. Der Russe Dmitry Belosselskiy  sang Hunding mit rabenschwarzem kraftvollen Bass auf feiner Linie, mit guter Textverständlichkeit und viel metallischem Glanz. Tomasz Konieczny rettete vor wenigen Tagen die Premiere und war für Günther Groissböck kurzfristig eingesprungen. Die Partie hatte er auswendig parat und er enttäuschte an diesem Abend nicht. Hochemotional, mit knarzend dunkler Färbung ausgestattet, legte er die Partie oft in die Nähe eines Telramund. Metallischer Glanz in der sicheren Höhe und eine um Linie bemühte Stimmführung machten seinen zwischen Liebe und Machtausübung schwankenden Göttervater glaubhaft. Wotans Gattin Fricka wurde gesungen von Christa Meyer, die einen sehr starken Eindruck machte an diesem Abend. Furchteinflößend mit sicherem Mezzosopran, der kraftvolle Höhe mühelos erreichte, wies sie textverständlich und mit schöner Färbung ihren Göttergatten in die Schranken. Die extrem bayreutherfahrene, routinierte Schwedin Iréne Theorin gab eine kraftvoll dramatische Brünnhilde und gefiel auch durch feine leise Töne. Die acht Walküren sangen präzise und harmonisch (Gerhilde: Daniela Köhler;  Ortlinde: Brit-Tone Müllertz; Waltraute: Stephanie Houtzeel; Schwertleite: Christa Meyer; Helmwiege: Kelly God; Sigrune: Nana Dzidziguri; Grimgerde: Marie Henriette Reinhold und Rossweisse: Simone Schröder)

Das Publikum hatte es, als der Vorhang fiel, recht eilig den Saal zu verlassen. Es gab lediglich höflichen Applaus für den Dirigenten und alle Solist*innen, wobei Siegmund, Fricka und Sieglinde bejubelt wurden. Der Aktionskünstler Hermann Nitsch, mittlerweile 82 Jahre alt und am Stock gehend, wurde indes gnadenlos von vielen Besucher*innen ausgebuht. Man durfte sich fragen, ob angesichts dieses zu erwartenden Ereignisses auf der Bühne, manch ein Besucher seinen Anstand an der Garderobe abgegeben hatte.

Der fliegende Holländer –  mit der ersten  Dirigentin in Bayreuth
Tcherniakovs überbordende Personenregie mit allerlei Ungereimtheiten

Ein besonderes Augenmerk fiel natürlich in diesem so anderen Festspieljahr auf die einzige szenische Neuproduktion eines Werkes von Richard Wagner. Bereits bei der vielbeachteten Eröffnung der Festspiele am 25.7.2021 gab es von den 911 Premierenbesucher*innen viel Applaus für die Musik und heftigen Widerspruch für die Szene.

Wenn am Ende der Oper eigentlich Sentas Amme Mary, aber in der Deutung der Regie die mutmaßliche Mutter derselben, mit einer doppelläufigen Schrotflinte dem Holländer den Garaus machte, dann hatte man musikalisch vom Allerfeinsten gehört und auch in einer funkensprühenden, ideenreichen Personenführung etliche Überraschungen erlebt. Ein schlüssiges Regiekonzept des „Fliegenden Holländers“ suchte man jedoch vergeblich.

Sowohl der viel beschäftigte russische Regisseur Dmitri Tcherniakov, die bezaubernde litauische Sopranistin Asmik Grigorian als Senta, als auch die ukrainische Dirigentin Oksana Lyniv feierten ihre Debüts auf dem Grünen Hügel, letztere sogar als erste Frau am Pult überhaupt bei den Festspielen. Die bis 2020 amtierende Chefdirigentin des Opernhauses in Graz und davor Assistentin von Kirill Petrenko an der Bayerischen Staatsoper München wurde vor einigen Jahren bereits von Katharina Wagner verpflichtet und machte in den letzten Monaten keinen Hehl daraus, dass die größte Herausforderung ihrer bisherigen Karriere vor ihr lag, obwohl sie den Holländer bereits in Barcelona dirigiert hatte.

Bayreuther Festspiele 2021/ Der Fliegende Holländer - hier : John Lundgren, Marina Prudenskaya, Georg Zeppenfeld, Asmik Grigorian © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2021/ Der Fliegende Holländer – hier : John Lundgren, Marina Prudenskaya, Georg Zeppenfeld, Asmik Grigorian © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Richard Wagner schrieb die Oper unter dem Eindruck einer stürmischen Schiffsreise und verlegte die Handlung vom Kap der Guten Hoffnung in der Urfassung von 1841 nach Schottland, später dann nach Norwegen. Oft wird das Stück als sein Durchbruch zum eigenen Stil und zur Verwendung der Leitmotive angesehen. Die Oper wurde in ihrer Urfassung 1841 vollendet und am 2. Januar 1843 mit mäßigem Erfolg am Königlichen Hoftheater in Dresden uraufgeführt. Bereits nach vier Aufführungen wurde sie wieder vom Spielplan genommen. Im Jahr 1861 hat Wagner dann die Urfassung überarbeitet. Unter dem Einfluss seiner Tristankomposition stehend, überarbeitete er musikalisch insbesondere das Vorspiel und den Schluss. Hierin wird im Gegensatz zur ersten Komposition die Erlösung Sentas musikalisch deutlicher hervorgehoben.

So dachte Wagner sein Werk: Wegen eines Sturmes auf See muss Kapitän Daland eine sichere Bucht ansteuern. Dort erscheint das Schiff des Fliegenden Holländers, der dazu verdammt ist, ewig die Weltmeere zu befahren. Nur eine bedingungslos treu liebende Frau könnte ihn erlösen. Dalands zurückgezogen lebende Tochter Senta kennt die Geschichte des Holländers aus einer Ballade und sehnt sich nach etwas Unerhörtem und Unerlebtem.

Der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov, der zugleich auch das Bühnenbild verantwortete, gilt als wagnererfahren. Seinen Berliner „Parsifal“ und die Hamburger Produktion von Péter Eötvös´ „Senza Sangue“ gepaart mit Béla Bartóks „Herzorg Blaubarts Burg“ hatte man noch in bester Erinnerung.  Seine  Produktion von „Elektra“ musste in Hamburg coronabedingt ausfallen und steht für 2022 auf dem Programm an der Elbe.

Tcherniakov (Bühne und Regie) und sein Team (Kostüme: Elena Zaytseva, Licht: Gleb Filshtinsky) erzählten das Drama in einer spießbürgerlichen Küstenkleinstadt in düsteren Bildern mit Szenen im Wirtshaus, auf dem Dorfplatz und zuletzt im und vor dem Wintergarten von Dalands  Haus. Die zentrale Aussage und Annahme Tcherniakovs war die bereits im Vorspiel erkennbare Tatsache, dass der Holländer (H. genannt; auch für Hitler?) seine eigene Mutter, die von Daland als dessen Geliebte in den Freitod getrieben wurde, vom Galgen abschneiden musste, dadurch einen dauerhaften Schaden erlitt, der ihn in albtraumartigen Zuständen nach seiner damaligen Flucht, heute mit Racheabsichten wiederkehren ließ. Wer des Holländers Mutter war, blieb Tcherniakovs Geheimnis. Zudem konnte man im Laufe der drei Aufzüge auf die Idee gekommen sein, dass die Amme Mary mehr war als ihre eigentliche Aufgabe beinhaltete. Vermutlich war sie Sentas Mutter. Somit erschienen der Holländer und Senta zumindest als Stiefgeschwister. Dieser Umstand würde folgerichtig das Finale erklären, wo Mary ihre Tochter/Stieftochter Senta vor den Taten des Holländers bewahren wollte, der immerhin zuvor einige Dorfbewohner wahllos erschoss.  Eine Frau rächte eine andere Frau. Diese Senta fiel ihr nach dem Mord lachend um den Hals, daneben der fassungslose Erik, der im Dunklen lauernde stumme Daland und im Hintergrund die abbrennenden Häuser der Stadt.

Bayreuther Festspiele 23021 / Probe zu Der fliegende Holländer, Regie Dmitri Tcherniakov © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2021 / Probe zu Der fliegende Holländer, Regie Dmitri Tcherniakov © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Diese sehr freie Ausgestaltung des wagnerschen Erstwerkes mit Leitmotivcharakter glänzte jedoch auch durch eine sehr detaillierte und handwerklich gut gemachte Personenführung und durch ein Potpourri an szenischen Einfällen.  In den meist nächtlichen Szenen lugte omnipräsent eine überdimensionale Uhr hervor. Sei es in der ersten Szene, die in einer Kneipe ohne WiFi spielte, wo Daland mit seinen Saufkumpanen feierte und der dunkle, kahlköpfige Holländer sich mürrisch und stumm dazugesellte. Oder im zweiten Akt, wo die Spinnstube durch den Dorfplatz ersetzt wurde, die Damen mit Klappstühlen eine Chorprobe organisierten und Mary als Dirigentin fungierte. Das Finale der Oper entwickelte sich dann aus einem gemeinsamen Dinner im Wintergarten von Dalands Haus, wo die Situation zwischen Daland und Mary einerseits und Senta mit dem Holländer andererseits eskalierte und wenig später im Desaster endete.

Musikalisch gab es glücklicherweise viel Positives zu berichten. Oksana Lyniv legte ein fulminantes Debut auf dem Grünen Hügel hin. Sie bewies somit als erste Frau im Graben des Festspielhauses, dass sie mit den akustischen Besonderheiten zu recht kam und ihren persönlichen Stil der Interpretation der Musik umsetzen konnte. Mit ihrer Erfahrung und einer Portion Intuition gelang ihr eine mit Übersicht vorausschauende, temporeiche, dynamische und oft flirrend überquellende musikalische Gestaltung des Abends. Ihr strammes Dirigat geriet dadurch mit etwas weniger weichen Übergängen und kaum lyrischen Akzenten.

Auch der Chor klang deutlich besser, als man im Vorfeld erwarten konnte. Die 70 Choristen im Chorsaal wurden mit hinreichender Qualität ins Festspielhaus übertragen und die auf der Bühne agierenden „Sänger*innen“ sangen und spielten lautlos mit recht synchronen Lippenbewegungen.

Das musikalische Highlight der Aufführung war zweifelfrei das Debut Asmik Grigorians als Senta. Sie spielte und sang sich in den Himmel des Operngenusses. Inhaltlich bediente sie das Klischee, dass sich eine Frau einmal im Leben in ein Bild verlieben muss. Musikalisch gesanglich kam ihre feinste, natürliche, nicht hochdramatische Sopranstimme mit den Schwierigkeiten dieser Partie spielerisch zu Recht. Die schwierige Tessitur mit großen Höhen und tiefen Registern sowie häufigen Registerwechseln meisterte sie authentisch und mit großer Hingabe. Die Textverständlichkeit war trotz ihrer noch geringen Deutschkenntnisse überraschend gut. Zum Ende der Aufführung ging sie bis an ihre körperliche, stimmliche  Grenze und musste dennoch nur wenig forcieren. Großartig und ihr ebenbürtig sang ihr Vater Daland alias Georg Zeppenfeld. Technisch vom Allerfeinsten klang seine Stimme gewohnt souverän mit schlankem, tiefem Bassfundament, aber auch mit seinen so typisch metallisch glänzenden Obertönen. Phrasierung, Atmung und Gestaltung  gelangen fehlerlos und nach wenigen Noten wusste der aufmerksame Zuhörer bereits, wer in der dunklen Maske steckte. Etwas statisch sein Spiel, was aber wiederum gut zu dem ihm zugeteilten Charakter passte. John Lundgrens als Holländer hatte dagegen dann doch etwas Mühe mit seiner schweren Partie. Sein Bass-Bariton klang zunächst aufregend mit dunkler Schwärze und gut geführtem Legato, ließ aber dann recht schnell erkennen, dass viel zusätzliche stimmliche Kraftanstrengungen notwendig waren, um die anfängliche Ansage zu halten. Im Laufe des Abends führte das zu kaum zu überhörenden Übersteuerungen der Stimme, die vielleicht auch seiner überstandenen Coronaerkrankung geschuldet waren. Ungewöhnlich für einen Erik sang und agierte der Amerikaner Eric Cutler, der alleine schon mit seiner großen Statur, dem oft als Schwächling dargestellten Jäger eine andere Dimension gab. Mit viel metallischem Klang in der Stimme und bei einer sicheren „italienisch“ gehaltenen Gestaltung auch in den höchsten Registern, fehlte jedoch oft die Textverständlichkeit. Marina Prudenskayas Mary geriet zu einem weiteren musikalischem Highlight des Abends. Mit ihrer wunderbar dunkel timbrierten Mezzosopranstimme gab sie der mutmaßlichen Frau Dalands farbenreichen und dramatischen Ausdruck passend zu dem ihr zugeordneten Dramenende. Attilo Glaser gab einen sicheren und soliden Steuermann.

Als der Vorhang nach zwei Stunden und fünfzehn Minuten fiel, löste sich die Anspannung im Publikum angesichts des Erlebten mit großem Jubel für alle Beteiligten. Besonders und mit recht bedacht wurden die Dirigentin Oksana Lyniv und die Senta von Asmik Grigorian sowie der Chor und das Orchester der Bayreuther Festspiele.

Drei große Produktionen inklusive des Diskurs Ring 20.21 und die Kinderoper „Tristan und Isolde“ in vier Tagen in Bayreuth zu besuchen, geriet unter diesen strengen Maßnahmen innerhalb des notwendigen Hygienekonzept zu einer körperlichen und geistigen Herausforderung, die man jedoch mit großer Demut und nach Wagners Motto „Frei im Wollen, Frei im Thun, Frei im Geniessen“ gerne annahm. Die Staffelübergabe zum Bericht über die Kinderoper und die letzten drei Produktionen an Herrn Dr. Julian Führer erfolgte bei bester Laune und passend im  Bayreuther Szene-Restaurant Oskar. Nächstes Jahr, so Gott will und die Pandemie es zulässt, kommt der neue Ring: Frei nach den drei Nornen in der Götterdämmerung   „Wisst Ihr, wie das wird?“

—| IOCO Kritik Bayreuther Festspiele |—


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Hannover, Staatsoper Hannover, Tristan und Isolde – Zum letzten Mal, 22.12.2018

Dezember 19, 2018 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, StaatsOper Hannover

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Tristan und Isolde

Letztes Mal an der Staatsoper  Hannover

Am Samstag, 22. Dezember 2018, bietet sich letztmalig die Gelegenheit, Wagners Musikdrama über die tragische Liebe zwischen der irischen Prinzessin Isolde (Kelly God) und Cornwalls edlem Ritter Tristan (Bryan Register) an der Staatsoper Hannover zu erleben. Neben Musik und Handlung verleiht Regisseur Stephen Langridge der Oper durch zwei Butoh-Tänzer eine dritte Ebene. Die beiden Tänzer, Tadashi Endo und Nora Otte, drücken die Träume und Emotionen von Tristan und Isolde aus und verstärken diese noch einmal.

Unter der Musikalischen Leitung von Dirk Kaftan sind in weiteren Partien Tobias Schabel als König Marke, Khatuna Mikaberidze als Brangäne, Stefan Adam als Kurwenal und weitere Ensemblemitglieder zu hören.

IOCO Kritik hierLINK

Karten für „Tristan und Isolde“ am 22. Dezember 2018 sind an den Kassen der Staatstheater Hannover oder per Telefon unter 0511 99 99 11 11 erhältlich.

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

 


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Hannover, Staatsoper, Tristan und Isolde – Weltstars in Hannover, IOCO Kritik, 03.11.2018

November 6, 2018 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, StaatsOper Hannover

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Staatsoper Hannover

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 Tristan und Isolde – Richard Wagner

– Großer Abend der zwiespältigen Gefühle –

 Von  Karin Hasenstein

In Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover steht ein wunderschönes Opernhaus, an dem stets ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges wie abwechslungsreiches Programm geboten wird. Daher ist es 2018 auch schon der vierte Besuch, der die Rezensentin dorthin führte.

Eines jedoch ist an dieser Vorstellung besonders: Die Staatsoper Hannover veranstaltet in jeder Spielzeit sogenannte “Festliche Opernabende”. Das Festliche besteht darin, dass in einer laufenden Produktion eine oder mehrere der ansonsten mit Ensemblemitgliedern besetzten Rollen mit Stars der internationalen Opernszene besetzt werden, daher firmiert der Abend auch unter dem Titel “Weltstars in Hannover”. Die Weltstars, die gewonnen werden konnten, sind der US-amerikanische Tenor Stephen Gould und die deutsche Mezzosopranistin Okka von der Damerau. In den noch folgenden Vorstellungen der Produktion sind wieder Robert Künzli als Tristan und Khatuna Mikaberidze als Brangäne zu erleben.

Tristan und Isolde  –  Richard Wagner
Youtube Trailer der Staatsoper Hannover
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Besonders charmant an dieser Umbesetzung ist die Tatsache, dass Okka von der Damerau ihre Karriere in Hannover begonnen hat, wo sie nach ihrem Gesangsstudium in Rostock und Freiburg von 2006 bis 2010 Ensemblemitglied war. Seit der Spielzeit 2010/11 ist Okka von der Damerau Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper München. Weitere Engagements führten sie zu den Bayreuther Festspielen, an die Mailänder Scala, die Lyric Opera of Chicago oder die Deutsche Oper Berlin, wo sie im März 2018 in Korngolds Das Wunder der Heliane zu hören war. Im September 2018 gab sie ihr Rollen- und Hausdebüt als Ortrud im Lohengrin am Staatstheater Stuttgart.

Stephen Gould stammt aus Virginia, USA, und studierte am New England Conservatory of Music in Boston. Danach war er Mitglied des Nachwuchsprogramms der Lyric Opera of Chicago. Neben ersten Opernrollen sang er auch im Musical Das Phantom der Oper, bevor er sich als Heldentenor durchsetzen konnte. Stephen Gould ist derzeit einer der gefragtesten Wagnersänger weltweit. So sang er den Siegfried unter anderem an den Staatsopern in Wien und München, sowie 2006 bis 2008 bei den Bayreuther Festspielen, wo er 2004 als Tannhäuser debütierte. Seit 2015 gibt Gould den Tristan in Katharina Wagners Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen. Seit 2015 trägt er den Berufstitel “Österreichischer Kammersänger”.

Richard Wagner Denkmal Berlin © IOCO / RMaass

Richard Wagner Denkmal Berlin © IOCO / RMaass

Tristan und Isolde  –  Die Entstehung

Wagners leidenschaftliche Liebe zu Mathilde Wesendonck, Gattin seines Mäzenen Otto Wesendonck, veranlasste ihn zum Abbruch der Arbeiten am Ring und zur Komposition von Tristan und Isolde. In Tristan wird die Erlösung des Menschen durch die Liebe beschrieben. Wagner reiste viele Jahre umher, um eine geeignete Bühne für seinen Tristan zu finden. Als Retter erwies sich wieder einmal der Bayerische König Ludwig II., der Wagner 1864 nach München holte und dort Tristan aufführen ließ. Zuvor war Tristan in Wien nach immerhin 77 Proben für “unaufführbar” erklärt worden.

Wagner erläuterte seinem Freund Franz Liszt seine Konzeption zum Tristan mit den Worten “Da ich nun aber doch im Leben nie das eigentliche Glück der Liebe genossen habe, so will ich diesem schönsten aller Träume noch ein Denkmal setzen, in dem von Anfang bis zum Ende diese Liebe noch einmal so recht sättigen soll: ich habe im Kopfe Tristan und Isolde entworfen, die einfachste, aber vollblütigste musikalische Komposition; mit der schwarzen Flagge, die am Ende weht, will ich mich zudecken, um zu sterben.”

Die leidenschaftlichen Empfindungen für Mathilde ließen in Wagner die Gefühlswelt seines Helden nachvollziehbar werden, wobei die Heimlichkeit dieser Liebe ihre Entsprechung in der Konstellation Tristan – Isolde – König Marke findet. Durch den Umzug von Richard und Minna 1857 nach Zürich wurde nun auch das Liebesverhältnis zwischen Richard und Mathilde begünstigt. Neben den Wesendonck-Liedern entstand hier im Sommer 1857 zunächst die Dichtung, dann die Komposition zum Tristan, welche er im August 1859 in Luzern nach zweijähriger Arbeit beendete. Die Uraufführung fand schließlich am 10. Juni 1865 im Hof- und Nationaltheater München statt. König und Publikum waren begeistert, die Kritiker äußerten sich jedoch eher abwertend, und so gab es zunächst nur vier Aufführungen. Die Musik wurde als “raffiniertes Gebräu einer abgelebten, krankhaften Phantasie” bezeichnet.

Die Geschichte zu Tristan und Isolde ist keltischen Ursprungs. Wagner bezieht sich auf den Versroman Tristan des Gottfried von Straßburg, in welcher der Preisung der Minne ein großer Raum eingeräumt wird. Die Helden werden auf menschlicher Ebene angesiedelt, es dreht sich nicht um Götter oder mythische Gestalten aus Sagen wie im Ring des Nibelungen. Daraus ergibt sich auch eine besondere Tragik des Stoffes, die aus ausschließlich menschlichen Gegebenheiten resultiert und nicht aus dem Bruch von Göttergesetzen wie etwa im Lohengrin.

Dem Drama liegt die klassische Dreiecksbeziehung französischer Dramen zugrunde. Tristan – Isolde – König Marke. Dazu kommen ihre Vertrauten Kurwenal und Brangäne. Mittelpunkt der Handlung bildet der Zwiespalt, in dem sich Tristan befindet: einerseits muss er seinem Onkel, König Marke, die Treue halten, anderseits liebt er aber Isolde, die er ihm als Braut zuführen soll. Egal, wie er sich verhält, er wird immer der Verräter sein. Hier wird der Einfluss Schopenhauers deutlich, denn der Zwiespalt wird verursacht durch den Willen der handelnden Menschen. Der Wille (Isolde lieben und somit Marke verraten) kann jedoch nicht durchgesetzt werden und führt daher zwangsläufig zum Leiden. Das Leiden wird symbolisiert durch die Wunde, die Melot dem Tristan schlägt und an der dieser schließlich stirbt.

Einen Ausweg gibt es nur durch die “Verneinung des Willens“, also die Askese. Dieses Motiv findet sich auch im Parsifal wieder. Im Tristan kommt zum Gedanken der Askese jedoch ein romantischer Aspekt hinzu, die “Verneinung des Willens” in der Verschmelzung zweier Menschen in der Liebe. Da diese Liebe aber in der realen Welt nicht möglich ist, kann sie nur im Jenseits, also im Tode verwirklicht werden. Hierbei stehen der Tag und die Nacht als Symbole für das Diesseits und das Jenseits, den Tod. Erlösung ist für die Liebenden nur im Tode möglich.

 Staatsoper Hannover / Tristan und Isolde hier_ Kelly God als Isolde © Thomas M Jauk

Staatsoper Hannover / Tristan und Isolde hier_ Kelly God als Isolde © Thomas M Jauk

Die Handlung

– Die Vorgeschichte

Das Königreich Kornwall ist Irland tributpflichtig. König Markes Ritter besiegen das irische Heer unter Morold. Tristan, Markes Neffe, tötet Morold und schickt dessen Haupt nach Irland als Beweis für seinen Sieg. Tristan selbst wird ebenfalls im Kampf verwundet und reist unter dem falschen Namen Tantris nach Irland, wo er von Morolds Verlobter, Isolde, gesund gepflegt wird. Isolde erkennt jedoch in Tantris Tristan, den Mörder Morolds an einer Kerbe in seinem Schwert. Der dazugehörige Splitter steckte in Morolds Haupt. Sie nimmt jedoch keine Rache an Tristan, sondern lässt ihn am Leben und heilt ihn.

Melot rät Tristan, den verwitweten und kinderlosen König Marke davon zu überzeugen, Isolde zur Frau zu nehmen, um die beiden Völker zu vereinen. Tristan bricht auf, um Isolde für Marke zu werben und bringt sie gemeinsam mit Brangäne und einigen Zaubertränken im Gepäck nach Kornwall.

– Erster Aufzug

Auf der Überfahrt nach Kornwall wird Isolde mit Spottliedern verhöhnt. Sie bereut, Tristan gerettet zu haben und schickt Brangänge unter dem Vorwand, mit ihm “Sühne trinken zu wollen”, nach Tristan. In Wahrheit will sie ihn und sich mit einem Todestrank töten. Sie erklärt ihm, dass sie ihn erkannt hat und gemeinsam trinken sie den vermeintlichen Todestrank. Brangäne jedoch hat diesen mit einem Liebestrank vertauscht und Tristan und Isolde gestehen sich in Erwartung des Todes ihre Liebe.

Als sie jedoch am Leben bleiben, erkennen sie bei der Ankunft in Kornwall den Fluch, den ihre Liebe für sie bedeutet.

– Zweiter Aufzug

Im Schutze der Nacht wähnt Isolde sich sicher, solange König Marke samt Gefolge auf der Jagd ist. Sie löscht das Licht als Zeichen, dass Tristan zu ihr kommen möge. Er erscheint und beide träumen von der absoluten Vereinigung. Marke kehrt jedoch überraschend zurück und entdeckt den Treuebruch. Tristan provoziert einen Kampf mit Melot und wird von diesem tödlich verwundet.

– Dritter Aufzug

Kurwenal wacht auf Burg Kareol an Tristans Lager. Der schwer Verwundete erwacht aus fiebrigen Träumen und erfährt, dass Kurwenal nach Isolde als Heilerin geschickt habe. Isolde erreicht den Geliebten, ihre Hilfe kommt jedoch zu spät, Tristan stirbt in ihren Armen.

König Marke trifft mit seinem Gefolge und Brangäne auf Kareol ein. Kurwenal verteidigt die Burg, er und Melot sterben.

Marke trauert um seinen Getreuen Tristan, dem er vergeben hat. Er war gekommen, um das Liebespaar zusammenzuführen, nachdem Brangäne ihm die Verwechslung der beiden Tränke gestanden hat. Doch kann er Isolde nicht mit in die Heimat nehmen. Durch den Tod des Geliebten hat sie sich von allem Irdischen losgelöst und folgt ihm in den Tod.

Die Inszenierung an der Staatsoper Hannover

Die Inszenierung des knapp vierstündigen Werkes stellt jedes Haus und jeden Regisseur vor eine große Herausforderung. Die Handlung ist – siehe oben- relativ schnell erzählt, jedoch muss in der Umsetzung ein für Opernverhältnisse sehr langer Zeitraum sinnvoll und im besten Falle erhellend ausgefüllt werden, ohne den Zuschauer zu überfordern oder – schlimmer noch- zu langweilen.

Der britische Regisseur Stephen Langridge ist ein Star in der internationalen Opernszene. Dennoch inszeniert er mit Tristan und Isolde zum ersten Mal an einem deutschen Opernhaus. Langridge ist derzeit Intendant der Oper in Göteborg und übernimmt im kommenden Jahr die Leitung des renommierten britischen Glyndeborne-Festivals.

Langridge erarbeitet jedes Jahr eine Inszenierung an seinem eigenen Haus und eine weitere an einem anderen Haus als Gastregisseur. Er hat bereits am Royal Opera House Covent Garden und am Théatre des Champs Elysées in Paris gearbeitet, weitere Inszenierungen führten ihn zu den Festspielen in Salzburg, Bregenz und Glyndeborne, nach Chicago, Tokio und Wien. An der Staatsoper Hannover gibt er nun sein Deutschland-Debüt.

Eine Besonderheit in Langridges Inszenierung ist der Einsatz zweier japanischer Butoh-Tänzer. Butoh (eigentlich Ankoku Buto, dt. “Tanz der Finsternis”) ist ein japanisches Tanztheater ohne feste Form, das nach dem Zeiten Weltkrieg in Japan entstand. Seine Begründer sind Tatsumi Hijikata und Kazuo Ono.

 Staatsoper Hannover / Tristan und Isolde © Thomas M Jauk

Staatsoper Hannover / Tristan und Isolde © Thomas M Jauk

Die Wurzeln des Butoh-Tanzes reichen bis in die zwanziger Jahre zum modernen deutschen Ausdruckstanz zurück. Der Butoh-Tänzer vollzieht ähnlich dem Ausdruckstanz einen Bruch mit den rationalen Prinzipien der Moderne. Stattdessen wird versucht, ein anderes Erleben zum Ausdruck zu bringen. Butoh ist ein zeitgenössisches Theater des Widerstandes gegen die moderne Gesellschaft, das auf das alte Japan zurückgeht und gleichzeitig weltumspannend und kulturenübergreifend den Zuschauer anspricht. Dazu wird der Körper verfremdet, der Tänzer ist fast nackt und vollständig weiß geschminkt. Die Bewegungen sind andere als die, die man im klassischen Ballett finden würde. Sie sind langsam, oftmals in extremer Zeitlupe ausgeführt und erfordern eine hohe Körperbeherrschung. Die Darbietung bedient sich des Absurden und Grotesken und soll damit Erschrecken und Abwehr beim Zuschauer hervorrufen.

Ganz so drastisch ist der Einsatz des Butoh-Tanzes in Langridges Inszenierung nicht, aber die beiden Tänzer (beeindruckend: Nora Otte und Tadashi Endo) haben schon eine gewisse verstörende Wirkung, welche zunächst einmal durch die (bis auf einen Slip) fast vollständige Nacktheit eine große Verwundbarkeit vermittelt und durch die weiße Körperschminke einschließlich Gesicht und Haaren vermittelt wird. Sie sind nicht allgegenwärtig, sondern erscheinen immer wieder in Schlüsselszenen der Handlung, z.B. beim Trinken des Todes- beziehungsweise Liebestrankes, im Liebesduett des zweiten Aktes “O sink hernieder, Nacht der Liebe”, im dritten Akt, wenn Tristan verwundet liegt oder am Ende.

Eine mögliche Deutung, die sich der Rezensentin aufdrängt ist, dass die beiden Tänzer – ein Mann und eine Frau – die Seelen Tristan und Isoldes verkörpern, dass sie für das Transzendente stehen, die Vereinigung, die beide anstreben, aber im Diesseits nicht erreichen können. Die Gefahr dabei besteht darin, dass die Tänzer durch ihre oft an weit entfernten Orten der Bühne stattfindenden Aktionen die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich und somit zwangsläufig von den Sängern abziehen. Damit wird eigentlich beiden Darstellergruppen Unrecht getan. An anderer Stelle bedient sich die Regie des Kniffes, den Tänzer aufs Krankenlager zu legen und somit dem Solisten die Möglichkeit zu geben, lange und anstrengende Passagen stehend zu singen.

Mit der Kombination dieser beiden Kunstformen hat die Rezensentin jedoch so ihre Schwierigkeiten, da beide für sich genommen eigentlich die ganze Aufmerksamkeit des Hörers und Zuschauers verlangen und so immer ein Medium hinter dem anderen zurücktritt, weil der Mensch nun mal entgegen anderslautender Behauptungen eben doch nicht “multi-tasking” ist. Wie vieles in der Oper ist auch dieses Stilmittel sehr dem persönlichen Geschmack unterworfen.

Weiterhin fällt auf, dass die Personenführung über weite Strecken sehr statisch ist. Vielfach werden beide Hauptrollen irgendwo ins Bühnenbild gestellt und singen einfach, oftmals sogar ohne direkten Bezug zueinander. Wege erscheinen konstruiert oder unmotiviert. Das ist schade, denn an dieser Stelle wird Potenzial verschenkt, da alle Sängerdarsteller auch über große schauspielerische Fähigkeiten und enorme Bühnenpräsenz verfügen.

Das Bühnenbild (Bühne und Kostüme: Conor Murphy) erscheint extrem reduziert. So sehen wir zu Beginn einen weißen Schiffsrumpf, der sich über die gesamte Breite der Bühne erstreckt und nur durch Schiffswand und Reling angedeutet ist. Im Rumpf befindet sich auf der rechten Seite ein kreisrundes Loch, hinter dem der Butoh-Tänzer zu sehen ist. Auf der linken Seite vor dem Rumpf liegt ein kleineres weißes Element, das als Beiboot gedeutet werden könnte und auf dem wir Isolde erkennen, auf einem weißen Stuhl sitzend.

Dominierendes Element der Ausstattung ist eine Art Wand oder Vorhang aus waagerechten Falten, der als Leinwand für die subtile Beleuchtung dient (Licht: Susanne Reinhardt) und die Bühne nach hinten begrenzt, zu den Seiten aber offen lässt. Dieser Vorhang kann sowohl als Himmel als auch als Meer interpretiert werden und ist ständig in langsamer Bewegung, so dass er fast wie ein lebendiges Wesen wirkt. Je nach Stimmung und Geschehen auf der Bühne wird er in fahles weißes, gelbes oder blaues Licht getaucht. Der Lichtwechsel unterstreicht auf harmonische Weise den Stimmungswechsel in der Musik und entfaltet mit den Tänzern ein gewisse hypnotische Wirkung.

Dass der junge Seemann ein kleines Papierfähnchen verbrennt, das sich als irische Nationalflagge entpuppt, befremdet ebenso wie die anschließend von ihm gehisste großformatige Flagge des Vereinigten Königreiches. Das Verbrennen von Flaggen hat in der heutigen Zeit einen unschönen Beigeschmack und löste hoffentlich nicht nur bei der Rezensentin Ärger und Unverständnis aus.

Im zweiten Aufzug sehen wir das in heutigen Inszenierungen anscheinend unvermeidliche Krankenhausbett in dem Element stehen, was zuvor Isoldes Beiboot war, dahinter wieder eine Art Steg oder kleines Fallreep, alles in weiß. Auf der linken Bühnenseite befindet sich ein dickes senkrecht hängendes angeschnittenes Rohr, das die Bühnenhorizontale durchschneidet. Auf der Ebene stellt es sich als eine Art Brunnenring dar, auf dem Wassergläser aufgestellt sind. Der Tänzer stellt dort eine Schale ab, mit deren Inhalt, nämlich weiße Farbe, sich später Tristan und Isolde Arme und Gesicht einreiben. Kein Trank, sondern eine Art Kontaktgift, das über die Haut wirkt? Wenn Liebestränke weggeschüttet werden können, ist vieles denkbar.

Im Verlauf des zweiten Aktes bewegt sich das Bett von der rechten Seite sehr langsam bin zur Bühnenmitte und zu “O sink hernieder, Nacht der Liebe”, setzen sich Tristan und Isolde auf das Bett. Das Krankenbett wird zum Liebeslager. Mit dem Schwertstreich Melots tritt Blut aus Tristans Wunde, aber nicht bei Tristan selbst, sondern bei dem Tänzer, während sich die Tänzerin mit Blut aus einer Schale übergießt. Das wirkt etwas platt und abgedroschen und lenkt wiederum von der großartigen Leistung der Sänger ab. Dankenwerterweise müssen diese sich nicht mit dem Blut übergießen…

Staatsoper Hannover / Tristan und Isolde - hier : rechts die Tänzer Tadashi Endo und Nora Otte © Thomas M Jauk

Staatsoper Hannover / Tristan und Isolde – hier : rechts die Tänzer Tadashi Endo und Nora Otte © Thomas M Jauk

Im dritten Aufzug finden sich wieder die bereits bekannten Elemente Steg, Krankenbetten, und Infusionsständer, Beiboot und Stuhl, jedoch ist alles wie nach einem Sturm durcheinandergeworfen über die Bühne verteilt, der Steg ragt schräg bis in die Bühnenmitte hinein, aber der rechten Seite findet sich das abgeschrägte Rohr wieder, indem nun das Krankenbett steht.

Tristan liegt im Bett, sein Leben hängt an Infusionsschläuchen. Kurwenal wacht bei ihm. Neben dem Bett angelehnt eine Matratze mit Tristans Schwert. Als König Marke mit seinen Mannen erscheint, haben die schwarz gekleideten Soldaten Maschinengewehre dabei, gegen die Kurwenal mit Tristans Schwert natürlich nichts ausrichten kann.

Natürlich muss es kein mittelalterliches Segelschiff sein, natürlich erwartet niemand Felsen aus Pappmachée, die Kornwalls Küste darstellen, aber muss es wirklich immer wieder das Krankenhausbett sein, das Maschinengewehr, die Infusionsständer, diese so austauschbaren Elemente, die genauso in La Bohème, La Traviata oder Falstaff auftauchen könnten? Lässt sich das tiefe seelische Leid der Hauptfiguren nicht anders darstellen? Der Rezensentin brachte diese optisch kalte Inszenierung keine erhellenden Momente, eine Personenregie fand erkennbar nicht statt.

Glücklicherweise ist da ja noch die Musik Wagners, die aus sich heraus wirkt und spricht und den Hörer in ihren Bann zieht.

Kelly God, die Sängerin der Isolde, ließ sich als leicht erkältet ansagen. Die in den Niederlanden geborene Sopranistin ist seit der Spielzeit 2006/07 als jugendlich-dramatischer Sopran an der Staatsoper Hannover engagiert und war dort schon als Feldmarschallin im Rosenkavalier und in zahlreichen Wagner-Partien zu erleben, wie z.B. als Elisabeth im Tannhäuser (der Rezensentin noch in bester Erinnerung), als Gutrune in der Götterdämmerung, Freia im Rheingold, Sieglinde in der Walküre, Senta im Fliegenden Holländer, aber auch als Katharina Ismailova Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk. Ihrer großen Erfahrung und Professionalität ist daher auch zu verdanken, dass sie diese große Partie der Isolde trotz Erkältung souverän über den langen Abend hin meisterte. Ihr Liebestod geriet wunderbar innig und fesselnd, während sie gleichzeitig das tiefe Leid der auf Erden unglücklichen, im Jenseits aber vollendeten Liebe überzeugend und mit ausgewogener Stimmführung transportierte. Wenn sie nicht angesagt worden wäre, hätten die meisten Zuhörer die Erkältung sicher nicht bemerkt.

In der Rolle der Brangäne nahm Okka von der Damerau das Publikum vom ersten Takt an für sich ein. Ihr warmer, farbenreicher Mezzosopran passt perfekt zu der weisen Freundin und Vertrauten. Das war Qualität vom ersten bis zum letzen Ton der Partie. Ihre Stimme ist angenehm voll in der Tiefe, verfügt über eine extrem gute Mittellage und ist auch in den Spitzentönen stets perfekt geführt und immer weich und rund. Ihre perfekt gestützten Pianissimi sind einfach ein Traum. Sehr erfreulich ist ihre sehr gute Textverständlichkeit, die auch bei deutschen Muttersprachlern nicht immer selbstverständlich ist. Von der Dameraus Timbre ist edel und obertonreich. So war ihre Besetzung als Brangäne Luxus und wertvoller Bestandteil dieses Festlichen Opernabends.

Der Star des Abends war erwartungsgemäß Stephen Gould. Der von vielen als bester Tristan unserer Zeit gefeierte Tenor gab auch in Hannover alles und ließ echtes Bayreuth-Feeling aufkommen.

Dabei teilte er sich seine Kräfte über diese schwere und große Partie hinweg klug ein und hielt sich im ersten Aufzug noch ein wenig zurück, was ihm im zweiten und dritten Aufzug sehr zugute kam und aus diesem Grund absolut nachgesehen werden kann.

In Bezug auf Textverständlichkeit steht der Amerikaner Okka von der Damerau in nichts nach. Ein Akzent ist so gut wie nicht vorhanden, was ihn von vielen seiner Landsleute unterscheidet. Er ist ein Wagnertenor, wie man ihn sich wünscht. In allen Lagen ausgeglichen, mit perfekter Intonation und kultiviertem kraftvollen und doch eleganten Timbre verkörpert er den idealen Heldentenor. Im zweiten Aufzug schafft Gould eine andere Ebene jenseits der Noten, er nimmt den Zuhörer, der sich darauf einlassen kann, mit in eine andere Dimension, raus aus dem Opernhaus hinein in eine Welt die, hat man sie einmal betreten, nicht wieder verlassen möchte oder zumindest immer wieder aufzusuchen wünscht. Wenn man erklären könnte, was da passiert, könnte es jeder. Diese Fähigkeit haben aber nur wenige Sänger, Stephen Gould ist einer von ihnen. So ist alleine der zweite Aufzug ab “O sink hernieder, Nacht der Liebe” den Weg nach Hannover mehr als wert gewesen. Wenn sich hier Transzendenz vermittelt hat, dann nicht durch die Inszenierung, sondern einzig durch Goulds Fähigkeit, den Zauber von Wagners Musik dem willigen Hörer zu transportieren. Das hatte Festspiel-Niveau!

Über Superstars sollte man jedoch nicht die anderen Rollen vergessen. Beeindruckend auch Tobias Schabel als König Marke, der sich mit elegant geführtem Bass und starker Bühnenpräsenz nahtlos in die starke Solistenriege einfügte. Stefan Adam gab einen überzeugenden Kurwenal mit schlankem ausdrucksvollen Bariton, der koreanische Tenor Gihoon Kim verkörperte eindrucksvoll die etwas ambivalente Figur des Melot.

Das Niedersächsische Staatsorchester Hannover unter der Leitung von Will Humburg trug die Sänger durch den Abend.

Staatsoper Hannover / Tristan und Isolde © Thomas M Jauk

Staatsoper Hannover / Tristan und Isolde © Thomas M Jauk

Mit den ersten Tönen, dem ersten Erklingen des Tristan-Akkords, der überallhin strebt, sich aber musiktheoretisch harmonisch nicht befriedigend auflösen lässt, erzeugte Humburg eine mystische-berückende Atmosphäre. Stellenweise erklang das Orchester (zumindest am Platz der Rezensentin) etwas zu stark und ließ die Solisten etwas zurücktreten, was vermutlich dem zur Seitenbühne offeneren Bühnenbild geschuldet ist. Ganz überwiegend aber begeisterte Humburg durch stimmige Tempi und ausgewogene Dynamik. Er präsentierte sich als souveräner und einfühlsamer Begleiter der Solisten und ließ den Abend musikalisch zu einem wahren Genuss werden. Insbesondere im zweiten und dritten Aufzug überzeugte das Orchester gemeinsam mit Gould und ließ die großen Monologe Tristans zum Höhepunkt der Vorstellung werden. Lobend müssen an dieser Stelle noch die Solo-Holzbläser erwähnt werden.

Die fast vierstündige Oper auf Isoldes Liebestod zu reduzieren, würde ihr selbstverständlich Unrecht tun, dennoch wartete das Publikum gespannt auf eben diesen. Vielleicht hatte Brangäne auch einen Zaubertrank für erkältete Solistinnen im Gepäck, jedenfalls gestaltete Kelly God ihr “Mild und leise” zart und ohne hörbare stimmliche Einschränkungen mit berückenden Pianissimi und schuf so noch einmal an diesem Abend einen besonders berührenden Moment “höchster Lust”.

Das Publikum dankte den “Weltstars” und dem Ensemble mit lang anhaltendem Beifall, zahlreichen Bravi und stehenden Ovationen für eine musikalisch beeindruckende Darbietung.

Tristan und Isolde Staatsoper Hannover, weitere Termine:  2.12.; 12.12.2018

BesetzungTristan  –  Robert Künzli, König Marke – Shavleg Armasi, Isolde – Kelly God, Kurwenal  –  Stefan Adam,  Melot – Gihoon Kim,  Steuermann – Byung Kweon Jun, Brangäne – Khatuna Mikaberidze,  Ein Hirt – Uwe Gottswinter, Ein junger Seemann –  Pawel Brozek, Butoh-Tanz – Nora Otte / Tadashi Endo

 

—| IOCO Kritik Staatsoper Hannover |—

 


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Hannover, Staatsoper Hannover, Festkonzert mit CATHERINE FOSTER, 01.09.2018

August 23, 2018 by  
Filed under Pressemeldung, StaatsOper Hannover

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

CATHERINE FOSTER ZU GAST AN DER STAATSOPER

Für das Festkonzert zugunsten der Stiftung Staatsoper Hannover am 1. September 2018 konnte Sopranistin Catherine Foster als Stargast gewonnen werden. Das Konzert bewegt sich in einem Streifzug durch die neue Opern-Spielzeit 2018/19.

Auch in diesem Jahr eröffnet wieder das Festkonzert zugunsten der Stiftung Staatsoper Hannover die Opernsaison. Für die 14. Ausgabe am 1. September 2018 um 19.30 Uhr konnte Catherine Foster als Stargast verpflichtet werden. Foster ist eine der gefragtesten Sopranistinnen im dramatischen Fach und feierte in Partien von Richard Wagner, Richard Strauss und Giacomo Puccini weltweit große Erfolge. Unter der Musikalischen Leitung von Will Humburg ist sie an diesem Abend mit der Turandot-Arie „In questa reggia“ und Ausschnitten aus Tristan und Isolde zu erleben.

Das Publikum kann sich zudem auf Mitglieder des Staatsopern-Ensembles, das Niedersächsische Staatsorchester Hannover und die Kapellmeister Valtteri Rauhalammi, Mark Rohde und Cameron Burns freuen. Gemeinsam bieten sie einen Vorgeschmack auf die neue Spielzeit und lassen Kostproben aus Franz Schrekers „Die Gezeichneten“, Benjamin Brittens „Ein Sommernachtstraum“, Jacques Offenbachs „König Karotte“ sowie Hector Berlioz‘ „Fausts Verdammnis“ erklingen. Durch den Abend führt Chefdramaturg Klaus Angermann.

Mit dem Erwerb der Opernkarte unterstützen die Konzertbesucherinnen und -besucher die Arbeit der Stiftung Staatsoper Hannover. Diese ermöglicht besondere Opernereignisse in Hannover und stärkt den hoffnungsfrohen Blick in die Zukunft der Oper durch die Förderung eines engagierten Jugendprogramms.

Am darauffolgenden Tag, 2. September 2018 um 18.30 Uhr, ist ein beinah identisches Programm beim Eröffnungskonzert im Opernhaus zu erleben. Die Partien der Isolde übernimmt dann allerdings Kelly God, die auch in der Hannoveraner Neuinszenierung von Tristan und Isolde in der Titelpartie debütieren wird. Für das Eröffnungskonzert gibt es nur noch wenige Restkarten.

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—


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