Ulm, Theater Ulm, Felix Bender – Neuer Generalmusikdirektor, IOCO Aktuell, 12.03.2021

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Theater Ulm

Theater Ulm © Kerstin Schomburg

Theater Ulm © Kerstin Schomburg

Felix Bender – neuer GMD am Theater Ulm

Am 10. März berichtete IOCO noch ausführlich über das Findungsverfahren zum neuen Generalmusikdirektor am Theater Ulm. Die Entscheidung für Felix Bender fiel schneller als erwartet, als angekündigt:

Intendant Kay Metzger informierte Bürgermeisterin Iris Mann am 11. März, 2021, Donnerstagmorgen über den Ausgang des Auswahlverfahrens um die Position des Generalmusikdirektors am Theater Ulm. Nach einer spannenden Schlussrunde, in der sich vier renommierte Dirigenten mit einer intensiven Arbeitsprobe und einem nichtöffentlichen Dirigat präsentierten, verständigten sich Intendant und Philharmonisches Orchester der Stadt Ulm rasch und eindeutig auf den 35-jährigen Felix Bender. Bürgermeisterin Mann zeigt sich über den erfolgreichen und einvernehmlichen Ausgang der Wahl erfreut: »Hier ist in schwierigen Zeiten eine wichtige Weichenstellung für Stadt und Theater erfolgt, die hoffnungsfroh stimmt und in guter Ulmer Tradition einem relativ jungen Künstler eine hervorragende Bühne bietet«. Felix Bender erhält einen Fünfjahresvertrag.

Felix Bender © Felix Bender

Felix Bender © Felix Bender

Nahezu 120 Bewerbungen gingen auf die Ausschreibung der GMD-Stelle ein, darunter leider nur drei von Dirigentinnen. Das Auswahlverfahren begann im Januar 2020 und musste wegen der Corona-Pandemie immer wieder unterbrochen, verschoben und zuletzt modifiziert werden. »Mit dem Abschluss des Verfahrens haben wir allerdings aus der Not eine Tugend gemacht«, so Metzger, »denn durch die Orchesterprobe am Vormittag und die anspruchsvolle Programmauswahl für das Konzert konnten vielfältige Eindrücke und gute Erkenntnisse gewonnen werden«.

Obwohl sich alle vier Kandidaten in der Schlussrunde mit insgesamt sehr überzeugenden Dirigaten vorstellten, sei die Wahl auf den ehemaligen Thomaner Felix Bender nicht schwergefallen. Es seien viele Parameter für solch eine Position ausschlaggebend, betont Metzger. Das dreistündige Gespräch, das er mit Felix Bender führte, habe ein Übriges getan. Da passe vieles zusammen. Bender selbst zeigte sich ungemein glücklich über die vom Theater getroffene Entscheidung: »Es ist eine wunderbare Aufgabe mit großer Verantwortung, auf die ich mich aus vollem Herzen freue«. In seinen bisherigen Begegnungen mit den Künstlern und Künstlerinnen habe er sofort »eine besonders inspirierende Atmosphäre und gemeinsame Lust am Musizieren verspürt«, äußerte Bender nach seiner Wahl. Etwas Besseres könne es für einen Dirigenten nicht geben. Im ersten Gedankenaustausch mit Intendant Kay Metzger erklärte er: »Gemeinsam werden wir uns in dieser besonderen Zeit neuen Herausforderungen stellen und alles daransetzen, die große Musiktradition in Ulm erfolgreich fortzuführen und neue Impulse zu setzen. Darauf freue ich mich sehr«.

Lucia di Lammermoor am Theater Chemnitz mit Felix Bender als Musikalischer Leiter
youtube Trailer Theater Chemnitz
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Konzertmeister Tamás Füzesi rechnet nach dem deutlichen Votum mit einem überaus fruchtbaren Miteinander zwischen Orchester und Dirigent. Der Orchestervorstand ist dankbar, dass das Verfahren trotz der Pandemie erfolgreich abgeschlossen werden und sich jeder der Finalisten gut präsentieren konnte. »Wir sind glücklich über die Wahl und freuen uns sehr auf die gemeinsame musikalische Zusammenarbeit«, so Maria Braun vom Vorstand.

Turandot – Finale- Felix Bender
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Felix Bender tritt in der kommenden Spielzeit die Nachfolge von Timo Handschuh an, der nach 10 Jahren erfolgreichen Wirkens seine Tätigkeit am Theater Ulm auf eigenen Wunsch im Sommer 2021 beendet. Timo Handschuh verpflichtete Bender bereits 2015 als Gastdirigent für ein Sinfoniekonzert im CCU mit Brahms’ Doppelkonzert und Hindemiths Sinfonie Mathis der Maler‚ das vielen Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters in guter Erinnerung blieb.

Der gebürtige Hallenser studierte in Weimar, wo er auch von 2010 bis 2013 als 2. Kapellmeister engagiert war. Anschließend wechselte er als 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD nach Chemnitz und übernahm dort in der Spielzeit 2016/2017 kommissarisch das Amt des GMD. Seit 2018/2019 ist Felix Bender ständiger Gastdirigent an der Oper Leipzig. Ferner dirigierte er Orchester wie die Staatskapelle Dresden, das MDR-Sinfonieorchester und das Konzerthausorchester Berlin.

—| IOCO Aktuell Theater Ulm |—


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Ulm, Theater Ulm, Findungsverfahren – Neuer Generalmusikdirektor, IOCO Aktuell, 02.03.2021

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Theater Ulm

Theater Ulm © Carola Hölting

Theater Ulm © Carola Hölting

Generalmusikdirektor – Findungsverfahren am Theater Ulm

Felix Bender, Stefan Klingele, Leo Siberski, Andreas Wolf

Das Auswahlverfahren um die Position des Generalmusikdirektors am Theater Ulm geht in die entscheidende Phase. Nach 10 Jahren erfolgreichen Wirkens wird Timo Handschuh seine Tätigkeit am Theater Ulm auf eigenen Wunsch im Sommer 2021 beenden.

Theater und Philharmonisches Orchester der Stadt Ulm erfreuten sich großer Reso-nanz auf die freiwerdende Position – nahezu 120 Bewerbungen gingen ein, darunter leider nur drei von Dirigentinnen.

Aus dieser Vielzahl von Anwärtern wurden 11 Bewerber und 1 Bewerberin in die engere Auswahl genommen. Bereits im Februar 2020 stellten diese sich im Rahmen von Orchesterproben vor, woraufhin die Theaterleitung im intensiven Dialog mit dem Orchestervorstand vier Kandidaten für die finale Runde im Bewerbungsverfahren auswählte.

Kai Metzger - INTHEGA Ehrenpreisträger © Theater Ulm

Kai Metzger – INTHEGA Ehrenpreisträger © Theater Ulm

Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Auswahlverfahren immer wieder un-terbrochen und verschoben werden. Leider ist es den nun benannten Kandidaten in der letzten Auswahlphase aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung noch immer nicht möglich, die musikalische Leitung einer regulären Vorstellung im Spielbetrieb zu übernehmen. Intendant Kay Metzger hat daher ein modifiziertes Verfahren ent-wickelt, das den Bewerbern die Möglichkeit bietet, sich in einer ausführlichen Probe und in einem nichtöffentlichen Konzertdirigat mit Auszügen aus Giuseppe Verdis Rigoletto sowie der Suite aus Der Rosenkavalier von Richard Strauss zu präsentieren. Hierfür wurde mit den zuständigen Behörden eigens ein dezidiertes Hygiene-konzept entwickelt, um ein Höchstmaß an Infektionsschutz für die Mitwirkenden zu gewährleisten.

Nach diesem ausdauernden Auswahlverfahren hofft das Theater Ulm auf eine gute Wahl für diese herausragende künstlerische Position am Ulmer Theater. Nichtöffentliche Auswahldirigate finden vor akkreditierten Medienvertretern am 01. März, 02. März, 04. März und 05. März 2021 jeweils um 18 Uhr statt.

IOCO-Korrespondentin Oxana Arkaeva wird an dem Verfahren teilnehmen und berichten

Die Kandidaten:  Felix Bender, Stefan Klingele, Leo Siberski, Andreas Wolf

Der gebürtig aus Sachsen-Anhalt stammende Felix Bender studierte in Weimar, wo er auch von 2010 bis 2013 als 1. Kapellmeister engagiert war. Anschließend wechselte er als 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD nach Chemnitz und übernahm dort in der Spielzeit 2016/17 kommissarisch das Amt des GMD. Seit 2018/19 ist Felix Bender ständiger Gastdirigent an der Oper Leipzig und dirigierte dort u.a. die Wagneroper Tannhäuser, Verdis Don Carlo und La traviata, Puccinis Turandot, Faust von Gounod und Der Freischütz von Carl Maria von Weber. Zudem leitete er das Gewandhausorchester in Ballettabenden mit Werken von Bach bis Strawinsky.

Stefan Klingele begann seine Laufbahn als Repetitor am Nationaltheater Mannheim, 1996 wechselte er nach München als Dirigent am Staatstheater am Gärtnerplatz. Anschließend war er als 1. Kapellmeister am Theater Bremen engagiert, wo er in der Spielzeit 2006/07 die Position des Chefdirigenten übernahm. Seit 2015 ist Stefan Klingele Musikdirektor und Chefdirigent an der Musikalischen Komödie Leipzig. Hier erschließt er neues Repertoire und zeichnete verantwortlich für die Welt-ersteinspielungen von Prinzessin Nofretete von Nico Dostal und Korngolds »Lied der Liebe«. Stefan Klingele begann seine Laufbahn als Repetitor am Nationaltheater Mannheim, 1996 wechselte er nach München als Dirigent am Staatstheater am Gärtnerplatz. Anschließend war er als 1. Kapellmeister am Theater Bremen engagiert, wo er in der Spielzeit 2006/07 die Position des Chefdirigenten übernahm. Seit 2015 ist Stefan Klingele Musikdirektor und Chefdirigent an der Musikalischen Komödie Leipzig. Hier erschließt er neues Repertoire und zeichnete verantwortlich für die Welt-ersteinspielungen von »Prinzessin Nofretete« von Nico Dostal und Korngolds Lied der Liebe.

Der Hannoveraner Leo Siberski studierte in Berlin bei Prof. Rolf Reuter an der Hoch-schule für Musik »Hanns-Eisler«. Als Assistent arbeitete er mit Daniel Barenboim, Kent Nagano, Vladimir Jurowski und Fabio Luisi in Berlin, Leipzig, Glyndebourne und Los Angeles, bevor er 2007 an der Semperoper Dresden mit »Die Zauber-flöte« debütierte. Noch im gleichen Jahr wurde Leo Siberski zum 1. Kapellmeister am Theater Bielefeld berufen. Vier Jahre später wechselte er in gleicher Position an das Theater Kiel. Hier übernahm er die Musikalische Leitung u.a. von Verdis »Lombardi alla prima Crociata« und »La Traviata«, sowie Brechts Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. Seit 2017 ist Leo Siberski Generalmusikdirektor am Theater Plauen-Zwickau.Gastdirigate führten Leo Siberski u.a. zu den Bremer Philharmonikern, zu allen Sin-fonieorchestern des SWR, zum Münchner Rundfunkorchester, zum MDR Sinfonie-orchester, zu den Düsseldorfer Sinfonikern und an die Opernhäuser von Hannover, Düsseldorf, Innsbruck, an das Nationaltheater Iasi/Rumänien und die Staatsoper Kutaissi / Georgien.

Andreas Wolf studierte Dirigieren, Gesang und Klavier in München. Sein erstes Engagement führte ihn als Solorepetitor an das Schillertheater NRW in Wuppertal. Kurz darauf wechselte er als 2. Kapellmeister an die Städtischen Bühnen Münster. Gastengagements führten ihn nach Mendoza (Argentinien) und Athen, sowie an das Staatstheater Kassel, die Staatsoper Hannover und das Staatstheater Saarbrücken. In dieser Zeit erarbeitete er sich systematisch ein umfangreiches Repertoire vom Barock bis zur Moderne, das auch Filmmusik einschließt.Seit der Spielzeit 2013/14 ist Andreas Wolf als 1. Kapellmeister und Stellvertretender GMD am Theater Lübeck engagiert. Hier wirkt er seit 2018 auch als Kommissarischer GMD. Er dirigierte u.a. Schostakowitschs Lady Macbeth, Der ferne Klang von Franz Schreker und Christophe Colomb von Darius Milhaud. Diese Produktionen erregten auch international großes Interesse und festigten seinen Ruf als Spezialist für die Musik des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

—| IOCO Aktuell Theater Ulm|—


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Ulm, Theater Ulm, Premiere Written on Skin – George Benjamin, 09.05.2019

April 2, 2019 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Ulm

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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Written on Skin – George Benjamin

Premiere  09.05.2019

Selten wird man sich über Kunst einig. Doch in diesem Fall urteilen Publikum und KritikerInnen einstimmig: Written on Skin ist eine der sehenswertesten Opern unserer Tage. Auch die Zahlen sprechen für einen Sensationserfolg: Nach der umjubelten Uraufführung im Sommer 2012 hat das Werk inzwischen schon rund 100 Aufführungen erlebt, von London über Amsterdam, New York, Moskau, München, Toronto — und Detmold. Ab Mai ist die Inszenierung, die Kay Metzger für das Landestheater Detmold erarbeitete und sogar schon an der Königlichen Oper Stockholm aufgeführt wurde, im Theater Ulm zu sehen.

Die um Leidenschaft und Besitzdenken kreisende Handlung der Oper entspinnt sich in einem stilisierten 13. Jahrhundert im Anwesen eines reichen Landbesitzers, dem Protektor (Dae-Hee Shin). Dieser hat sich in den Kopf gesetzt, in einem mit Bildern bestückten Buch seine gewaltsam durchgesetzten politischen Erfolge sowie sein wohlgeordnetes heimisches Glück festhalten zu lassen. Zu diesem Zweck nimmt er einen jungen Buchkünstler (Benno Schachtner) bei sich auf — nicht ahnend, dass das Buch und sein Schöpfer zum Katalysator rebellischer Gefühle in seiner fügsamem, jungen Frau Agnès (Maria Rosendorfsky) werden. Zu allem bereit, um die Kontrolle zurückzuerlangen, setzt der Protektor Agnès eines Abends eine mysteriöse Speise vor und fragt begierig, wie sie ihr schmeckt. »Süß, wie meine eigene Milch, ja — gut — aber salzig — salzig, wie meine eigenen Tränen. Warum …?«

Die unwiderstehliche Sogkraft, mit der Written on Skin sein Publikum bannt, liegt neben der emotionalen Wirkmacht der Opernhandlung natürlich vor allem an der Musik von George Benjamin. Bereits als Siebenjähriger komponierte der gebürtige Londoner bändeweise Musik; mit 16 nahm der große Olivier Messiaen das Jungtalent als seinen letzten Lehrling an. Viele Jahre wünschten sich die Opernhäuser vergeblich ein Bühnenwerk von dem vorsichtigen, lange an seinen filigranen Klangzauberpartituren feilenden Komponisten. Der passende Textdichter für Benjamins hohe Ansprüche fand sich aber erst in Martin Crimp und dessen einzigartigem literarischen Stil, die Figuren zu ihren eigenen Erzählern zu machen. 2006 entstand eine erste gemeinsame Kammeroper, in den Jahren danach reifte Written on Skin. Wir freuen uns, dass George Benjamin seine Teilnahme an der Ulmer Premiere von Written on Skin fest eingeplant hat.

Auf Basis der Legenden um einen historischen provenzalischen Troubadour des 13. Jahrhunderts entwickelten Crimp und Benjamin ein von Allegorien durchwirktes Kammerspiel. Inspiriert unter anderem durch den Wim-Wenders-Film Himmel über Berlin wurden der Handlung drei Engel hinzugefügt, wissend um den Gang der Welt bis ins 21. Jahrhundert, die als »chorische Chronisten des menschlichen Schreckens« (Martin Crimp) mit kühlem Blick die Mechanik der menschlichen Natur sezieren und kommentieren. In Kay Metzgers Inszenierung werden Markus Francke, I Chiao Shih und Benno Schachtner als Halbgötter in weiß den Emanzipationsprozess der jungen Frau begleiten.

In Ulm wird Dirigent Michael Weiger das Philharmonische Orchester durch George Benjamins klangsinnliche Partitur führen. Der Komponist verrät, er habe — um die Kunst der Illustration zu evozieren, die in der Handlung eine so zentrale Rolle spielt — eine breite Palette von instrumentalen Farben genutzt. Zusätzliche Dimensionen eröffnet er dabei mit heute nur selten eingesetzten Instrumenten wie der Bass-Viola da gamba und einer Glasharmonika. Der Tagesspiegel feiert ihn dafür als »verblüffend klarsichtigen Wachträumer«, der eine derart luzide Musik schreibe, dass sie »beim Hörer im Nu die Wirkung einer bewusstseinserweiternden Droge entfaltet.«

Ausstatterin Petra Mollérus hat für »Written on Skin« eine morbide und zugleich kühl-metallische Pathologie entworfen. Ein großes »Fenster« erweitert die Spielebene zusätzlich: Mit surrealen Videoprojektionen (Martin Kemner) werden starke visuelle Akzente gesetzt, während im Vordergrund Innerstes offen gelegt wird. Ein klang-, sprach- und bildgewaltiges Opernerlebnis über das Schreckliche des Schönen!

Premiere am Donnerstag 9. Mai 2019 um 20 Uhr im Großen Haus

—| Pressemeldung Theater Ulm |—


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Ulm, Theater Ulm, Premiere Der Fliegende Holländer 21.03.2019

März 5, 2019 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Ulm

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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

PREMIERE – Der Fliegende Holländer
21. März 2019

Sehnsucht, dieses starke pochende Verlangen, plagte schon so manches Herz. Was, aber wenn das Ersehnte unerreichbar ist, Wünsche und Sehnsüchte so obsessiv werden, dass der Sinn für die Realität verloren geht?

Richard Wagners romantische Oper »Der Fliegende Holländer« tastet sich an ein treibendes Gefühl heran, dem jeder Mensch verfallen kann. Im Fokus der Handlung, die ihren Ursprung in einer mystischen Spukgeschichte hat – Filme wie »Fluch der Karibik« spielen auf ihre Motive an – steht ein Schiffskapitän. Er verspielt seine Seele dem Teufel und ist fortan dazu verdammt, als »Fliegender Holländer« auf der Suche nach Erlösung rastlos auf den Weltmeeren umherzuirren. Nur die Treue einer jungen Frau kann seine Qual beenden. Senta sieht ein Bild von diesem Mann – und ist in ihn verliebt.

Der Intendant des Theaters Ulm, Kay Metzger, inszenierte die Oper in der vergangenen Spielzeit am Landestheater Detmold. Nun entwickelt er eine eigene Ulmer Produktion, inszenatorisch neu erarbeitet, auf Basis des Erprobten. Kay Metzger richtet den Blick in seiner Inszenierung auf Senta, eine Frau, die genauso fremd und heimatlos scheint wie der sagenumwobene Schiffskapitän und sich nach einem Partner sehnt, den sie aus ihren eigenen Fantasien geboren hat. Immer wieder treibt sie ihre unerfüllte Sehnsucht in den Film »Fluch der Südsee«, dessen Hauptfigur sie schon lange magisch anzieht. Mit ihm durchlebt sie Qualen, will sich für ihn opfern – doch was ist Traum, was Realität?

Sentas Welt ist eine Welt der Obsessionen und der Projektionen. Ausstatterin Petra Mollérus hat für dieses Setting einen aus der Zeit gefallenen Kinovorsaal entworfen, der für Senta schon längst zu einem zweiten Wohnzimmer geworden ist.

Unter der Leitung von GMD Timo Handschuh wird das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm Wagners packende Oper mit ihren großen Arien, düsteren Balladen und mitreißenden Ensemblestücken erklingen lassen. Der Opernchor des Theaters Ulm, ergänzt durch Mitglieder des Extra-Chores, wird mit den markanten Chorpassagen in der Einstudierung von Hendrik Haas einen wesentlichen Beitrag zur klanglichen und atmosphärischen Dichte der romantischen Oper leisten.

Für die Rolle der Senta konnte die deutsch-ungarische Sopranistin Susanne Serfling gewonnen werden. Als Daland wird sich der finnische Bass Erik Rousi in seiner ersten großen Partie dem Ulmer Publikum vorstellen. Dae-Hee Shin wird als der Holländer und I Chiao Shih als Mary zu erleben sein. Luke Sinclair und Joska Lehtinen werden alternierend die Partie des Steuermanns übernehmen, Markus Francke und Joska Lehtinen werden ebenfalls abwechselnd in der Rolle des Erik zu sehen sein. Benjamin Künzel betreut die Inszenierung dramaturgisch.

Premiere am 21. März 2019 um 20 Uhr im Großen Haus

—| Pressemeldung Theater Ulm |—


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