Leipzig, Oper Leipzig, Premiere LUCIA DI LAMMERMOOR von Gaetano Donizetti, 26.11.2016

November 22, 2016 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

KATHARINA THALBACH INSZENIERT
  LUCIA DI LAMMERMOOR  von  Gaetano Donizetti

Lucia di Lammermoor: Premiere 26. November 2016, weitere Aufführungen 02. Dez. 2016?/?10. Dez. 2016?/?01. Jan. 2017 / 25. Feb. 2017?/?06. Mai 2017

Oper Leipzig / Katharina Thalbach © Lutz Edelhoff

Oper Leipzig / Katharina Thalbach © Lutz Edelhoff

Die erste Inszenierung der Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach an der Oper Leipzig feiert am Samstag, 26. November, 19 Uhr Premiere. Der tragische Belcantoklassiker Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti erzählt die Geschichte über zwei Liebende, die durcheine Familienfehde aufgerieben, in den Wahnsinn und letztendlich in den Tod getriebenwerden. Die musikalische Leitung des Gewandhausorchesters liegt in den Händen des stellvertretenden Generalmusikdirektors Anthony Bramall. In der Titelpartie debütiert Anna Virovlansky.

Oper Leipzig / Lucia di Lammermoor © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / Lucia di Lammermoor © Kirsten Nijhof

Nah an der Romanvorlage von Walter Scott entführt die Regisseurin in die Weiten Schottlands und rückt in ihrer Inszenierung die Gefühle und Beziehungen der Protagonisten in den Mittelpunkt. Der Tragik der Oper stellt Thalbach subtil-humorvolle Elemente gegenüber. Das Bühnenbild spiegelt in einer Mischung aus abstrakten Räumen und naturalistischen Landschaftsbildern das Seelenleben der Figuren wider. Seit 1997 ist Katharina Thalbach neben einer beeindruckten Schauspielerkarriere als Opernregisseurin tätig. Fünfzehn Inszenierungen führten sie an die Deutsche Oper Berlin („Barbier von Sevilla“, „Das schlaue Füchslein“), die Opernhäuser in Dresden, Köln, Zürich, Basel, Genf, Lissabon und Tel Aviv (u.a. Fidelio, Salome, Jenufa, Hänsel und Gretel und Rigoletto).

Die Konstellation erinnert an Shakespeares Romeo und Julia: Lucia (Anna Virovlansky) liebt Edgardo (Antonio Poli), doch die schottischen Adelsfamilien, denen sie angehören, sind seit Urzeiten verfeindet. Als Edgardo außer Landes ist, nutzt Lucias Bruder Enrico (Mathias Hausmann) die Abwesenheit des Feindes und macht die eigene Schwester zum Instrument seiner Interessen. Sie soll einen anderen heiraten, um den Wohlstand der Familie zu sichern. Bei der Hochzeit kommt es schließlich zu einer tragischen Bluttat.

Lucia di Lammermoor: Premiere 26. November 2016, weitere Aufführungen 02. Dez. 2016?/?10. Dez. 2016?/?01. Jan. 2017 / 25. Feb. 2017?/?06. Mai 2017

 

—| Pressemeldung Oper Leipzig |—


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Berlin, Berliner Ensemble, Brecht bis Peymann – Theater-Urgesteine, IOCO Portrait, 22.06.2013

Juni 22, 2013 by  
Filed under Berliner Ensemble, IOCO Aktuell, Portraits

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Logo Berliner Ensemble

Berliner Ensemble

Berliner Ensemble Haus, Berlin © Berliner Ensemble

Berliner Ensemble Haus, Berlin © Berliner Ensemble

Das Berliner Ensemble Lebendes Theater-Urgestein

Von Viktor Jarosch

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1947 übernahm Walter Felsenstein im damaligen Ost-Berlin die Leitung der Komischen Oper. Vom Schauspiel kommend (Felsenstein war unter anderem von 1940 – 1944 Leiter des Berliner Schillertheaters, derzeit Spielstätte der Staatsoper) erwarben Felsenstein und die Komische Oper legendären Ruhm, indem dort erstmals szenisches Handeln mit der Musik konsequent gleichgestellt und so zeitgemäßes wie lebendiges Musiktheater geschaffen wurde.
1949, fast zeitgleich mit  Walter Felsenstein und ganz in seiner Nähe, gründeten Bertold Brecht und Helene Weigel, im damaligen Ost-Berlin, das Berliner Ensemble. Gespielt wurde zunächst im Deutschen Theater: Am 12. November 1949 hatte das Berliner Ensemble Uraufführung: Mit Herr Puntila und sein Knecht trat dasBE“ erstmals öffentlich auf und gründete sein „episches, dialektisches“ Theater. Bertolt Brecht prägte den Begriff des epischen Theaters, welches, nach Brechts Vorstellung, klassisches Drama der Theaterbühne mit moderner, literarischer Erzählform verbinden will. Große gesellschaftliche Konflikte statt tragischer Einzelschicksale, nicht Mitgefühl sondern konkrete gesellschaftsverändernde Anstöße sind zentrale Inhalte des epischen Theater Bertold Brechts.
1954 zog das BE in das Theater am Schiffbauerdamm, seine heutige Spielstätte. Das 1892 von Heinrich Seeling am Bertold-Brecht-Platz errichtete neobarocke Gebäude und sein Zuschauerraum gilt als eines der großartigsten Theater Deutschlands. Mit über 220.000 Besuchern im Jahr ist das BE heute eines der bedeutendsten Sprechtheater im deutschen Sprachraum.
Bertolt Brecht inszeniert im Theater am Schiffbauerdamm jedoch nur noch ein eigenes Stück: DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS. Mitten in den Vorbereitungen zu LEBEN DES GALILEI mit Ernst Busch stirbt Brecht am 14. August 1956. Nach seinem Tod leitet Helene Weigel 15 Jahre, bis 1971, das BE. Mit Inszenierungen wie DER AUFHALTSAME AUFSTIEG DES ARTURO UI (1959), Shakespeares CORIOLAN (1964) oder MUTTER COURAGE UND IHRE KINDER mit Helene Weigel setzen sie, das BE und seine fast 200 Mitarbeiter seither starke künstlerische Zeichen.
Berliner Ensemble Haus, Innenansicht © Berliner Ensemble

Berliner Ensemble Haus, Innenansicht © Berliner Ensemble

1989, nach der Wiedervereinigung Deutschlands, wird das BE vom Staatstheater der DDR in ein Privattheater (gemeinnützige GmbH) umgewandelt. Es erhält eine fünfköpfige Leitung, die aus den Regisseuren Matthias Langhoff, Fritz Marquardt, Peter Palitzsch, Peter Zadek und dem Schriftsteller Heiner Müller besteht. Nach drei Jahren bleibt allein Heiner Müller übrig. Nach seinem Tod 1995 übernimmt der Schauspieler Martin Wuttke die Direktion, ein Jahr später folgt Stephan Suschke.
1999 wird der polarisierende Claus Peymann (76) Intendant und formulierte die streitbare BE-Theaterkultur: Der Aufklärung verpflichtet und dem Theater als „moralischer Anstalt“, Empathie mit Schwachen, Demaskierung von Mächtigen. In diesem Sinne versteht sich das BE als politisches Theater und die Theaterarbeit ohne modische Trends, dessen Intendant Claus Peymann bis mindestens 2016 bleibt. Zuvor hatte er 13 Jahre das Burgtheater in Wien geleitet.
Berliner Dom, Unter den Linden © IOCO

Berliner Dom, Unter den Linden © IOCO

Bertolt Brecht ist mit seinen Stücken  fester Bestandteil des BE-Repertoires: Heiner Müllers legendäre Inszenierung von DER AUFHALTSAME AUFSTIEG DES ARTURO UI (bisher fast 400 Vorstellungen) wird bis heute am BE gespielt. Aber auch viele andere Stücke Brechts: Robert Wilsons DREIGROSCHENOPER (180 Vorstellungen), TROMMELN IN DER NACHT, DIE KLEINBÜRGER-HOCHZEIT (Regie: Philip Tiedemann), SCHWEYK IM ZWEITEN WEILTKRIEG, FURCHT UND ELEND DES DRITTEN REICHES und DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS (Regie von Manfred Karge), ANTIGONE  von SOPHOKLES (Regie George Tabori) und IM DICKICHT DER STÄDTE (Regie: Katharina Thalbach). Claus Peymann beschäftigt sich verstärkt mit dem politischen Werk Brechts: DIE MUTTER, DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE, MUTTER COURAGE UND IHRE KINDER (130 Vorstellungen).
Das Repertoire des BE ist auch über Brecht hinaus weit gefasst. Das klassische deutsche Repertoire reicht von den Stücken Goethes, Kleists und Schillers bis Gotthold Ephraim Lessing (NATHAN DER WEISE, DIE JUDEN, PHILOTAS und MISS SARA SAMPSON) und Büchner (LEONCE UND LENA und DANTON’S TOD).  Neben der deutschen Klassik und der klassischen Moderne mit Aufführungen u.a. von Ibsen, Wedekind, Hofmannsthal, Strindberg, Beckett, Lorca ist William Shakespeare ein weiterer Schwerpunkt der BE-Theaterarbeit.
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Das Berliner Ensemble im Theater am Schiffbauerdamm

Seit über 60 Jahren eine der großen Visitenkarten des deutschsprachigen Sprechtheaters

—| IOCO Aktuell Berliner Ensemble |—

 


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