Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Verzauberte Welt – Digitale Vorpremiere, 19.12.2020

Dezember 11, 2020 by  
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Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Oper Stuttgart © Matthias Baus

 Verzauberte Welt – Digitale Vorpremiere

Das Musiktheater von und für alle zwischen 6 und 106 Jahren“ mit Musik von Maurice Ravel und in der Regie von Schorsch Kamerun wird am 19. Dezember im kostenlosen Livestream gezeigt. Dennis Russell Davies dirigiert.

Eine digitale Vorpremiere für die „Verzauberte Welt“: Kurz vor Weihnachten hätte Schorsch Kameruns Inszenierung mit Musik von Maurice Ravel Premiere im Opernhaus gefeiert. Nun wird am Premierentag eine digitale Vorpremiere des Musiktheaters von und für alle zwischen 6 und 106 Jahren“ stattfinden: Ab 18 Uhr ist die Aufführung unter www.staatsoper-stuttgart.de/live für die User kostenfrei abrufbar.

Die musikalische Leitung dieser Produktion hat der ehemalige Stuttgarter Generalmusikdirektor Dennis Russell Davies. Im Mittelpunkt des Abends steht Maurice Ravels Oper L’Enfant et les sortilèges (Das Kind und die Zauberdinge) auf ein Libretto von Sidonie-Gabrielle Colette. Darin geht es um ein rebellierendes Kind, das von der Mezzosopranistin Diana Haller verkörpert wird. Ob aus purer Trotzstimmung oder als bewusste Auflehnung gegen Leistungsdruck und Normen: Als Reaktion auf eine Bestrafung explodiert das Kind, zerstört die es umgebenden Dinge und malträtiert Tiere. Doch diese leisten ihrerseits Widerstand und öffnen dem Kind auf einem phantastischen Erfahrungstrip Augen und Ohren für die Zusammenhänge der Welt.

Sänger und Theatermacher Schorsch Kamerun möchte herausfinden, wie junge Menschen heute in die Zukunft blicken, was sie wütend macht und wobei sie nicht mehr mitmachen wollen. Sie hinterfragen die Spielregeln einer aus den Fugen geratenen Welt und erfinden neue. Gemeinsam mit dem Dirigenten Dennis Russell Davies sowie Schüler*innen verschiedenen Alters hat er diesen Opernabend entwickelt, erweitert um Ravels Märchensuite Ma Mère L’Oye (Meine Mutter Gans) sowie eigene Songs und Texte. Die Inszenierung ist konzipiert für „alle zwischen 6 und 106 Jahren, die ihre Hausaufgaben gerne machten und solche, die sie nie machen werden, für Lernfreudige, Unbelehrbare, Suchende, Träumende, für Zweifelnde und Mutige.“

Vor dem Livestream werden Intendant Viktor Schoner und Regisseur Schorsch Kamerun das Publikum begrüßen, außerdem wird Elena Tzavara, die Leiterin der Jungen Oper im Nord, eine kurze Einführung zum Werk und zur Inszenierung geben.

Die Premiere der Produktion ist aktuell für Februar 2021 geplant. Termine werden Mitte Januar 2021 bekannt gegeben, der Kartenverkauf beginnt am 25. Januar 2021.

Der Livestream wird ermöglicht durch den Digitalpartner der Staatsoper Stuttgart, die Landesbank Baden-Württemberg. „Ich freue mich, unser Engagement auch in diesen unsicheren Zeiten fortführen und sogar intensivieren zu können. Die Digitalpartnerschaft zwischen der LBBW und der Staatsoper Stuttgart ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Zusammenarbeit – und in einer Zeit, in der kein regulärer Spielbetrieb stattfinden kann, wichtiger denn je“, so LBBW-Vorstandsmitglied Karl Manfred Lochner, verantwortlich für das konzernweite Unternehmenskundengeschäft.

Digitale Vorpremiere

Verzauberte Welt
Musiktheater für Alle im Livestream
19.12.2020, 18 Uhr
www.staatsoper-stuttgart.de/live

 

—| Pressemeldung Staatsoper Stuttgart |—

Linz, Landestheater Linz, Vorstellungsbetrieb eingestellt! bis zum 31.03.2020

März 11, 2020 by  
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Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Vorstellungsbetrieb bis zum 31. März 2020 eingestellt!

Liebe Besucherinnen und Besucher,
das Landestheater Linz wird der Empfehlung bzw. dem Erlass des Gesundheitsministeriums zur Corona-Situation folgen und vorerst bis zum 31. März 2020 seinen Vorstellungsbetrieb einstellen. Das bedeutet, dass im Musiktheater (Großer Saal, BlackBox, BlackBox Lounge, HauptFoyer), im Schauspielhaus, in den Kammerspielen und in der Studiobühne Promenade bis 31. März 2020 keine Vorstellungen gespielt werden.

Im Zusammenhang damit haben wir für unsere Besucher*innen folgende Hinweise:

ERSATZTERMINE
Grundsätzlich versuchen wir mit unserem Ensemble und mit allen Gästen zu klären, für welche unserer Vorstellungen wir Ersatztermine vereinbaren können. Wir werden am Dienstag, 17. März, veröffentlichen, für welche Vorstellungen der kommenden drei Wochen wir Ersatztermine anbieten können.

Die Karten dieser verschobenen Vorstellungen werden für den Ersatztermin ihre Gültigkeit behalten. Sollten Sie am Ersatztermin verhindert sein, stehen Ihnen Tausch- und Rückerstattungsmöglichkeiten zur Verfügung (siehe unten).

HINWEISE FÜR ABONNENT*INNEN
Für jene Vorstellungen, für die kein Ersatztermin gefunden werden kann, erhalten Abonnent*innen des Landestheaters ab dem 18. März 2020 einen Gutschein für ein Stück ihrer Wahl und zu einem Termin ihrer Wahl; der Gutschein kann im verbleibenden Spieljahr 2019/2020 oder in der kommenden Saison 2020/2021 eingelöst werden (Ausnahme Sonderveranstaltungen, Gastspiele).

HINWEISE ZU GASTSPIELEN AM LANDESTHEATER
Für das vorgesehene Konzert von Nigel Kennedy im Großen Saal des Musiktheaters sind wir mit dem Künstler in Abstimmung eines Ersatztermins im Herbst 2020. Die Karten vom 29.3.2020 behalten für den Ersatztermin ihre Gültigkeit.

Für das vorgesehene Konzert von The Schick Sisters in den Kammerspielen an der Promenade sind wir mit den Künstlerinnen in Abstimmung eines Ersatztermins im Herbst 2020. Die Karten vom 25.3.2020 behalten für den Ersatztermin ihre Gültigkeit.

Für das vorgesehene Konzert von Sabine Stieger in der BlackBox sind wir mit der Künstlerin in Abstimmung eines Ersatztermins. Die Karten vom 18.3.2020 behalten für den Ersatztermin ihre Gültigkeit.

Für den vorgesehenen Auftritt von Mario Sacher in der BlackBox Lounge sind wir mit dem Künstler in Abstimmung eines Ersatztermins. Die Karten vom 13.3.2020 behalten für den Ersatztermin ihre Gültigkeit.

Für den vorgesehenen Auftritt der zebras in der BlackBox sind wir mit den Künstlern in Abstimmung eines Ersatztermins. Die Karten vom 29.3.2020 behalten für den Ersatztermin ihre Gültigkeit.

HINWEISE FÜR EINZELKARTEN-KÄUFER*INNEN
Für jene Vorstellungen, für die kein Ersatztermin gefunden werden kann, oder wo Sie trotz eines Ersatztermins verhindert sind, haben Sie als Einzelkarten-Käufer*innen drei Möglichkeiten:
– Tausch Ihrer Eintrittskarten für einen anderen Vorstellungstermin
– Ausstellung einer Gutschrift für einen späteren Vorstellungsbesuch
– Rücküberweisung des Eintrittsgeldes

Die übliche Frist von 7 Tagen für ein Ansuchen auf Rückerstattung des Kartenpreises gilt selbstverständlich in der gegebenen Situation nicht, solche Ansuchen können bis 31. August 2020 an das Landestheater gerichtet werden.

Reservierungen im Zeitraum bis 31. März 2020, für die es noch keinen Zahlungsvorgang gab, verfallen ersatzlos.

Für den Fall, dass Sie den Eintrittspreis rückerstattet oder eine Gutschrift haben möchten, gilt folgendes Vorgehen:
Download eines Antragsformulars, das Ihnen auf der Homepage des Landestheaters ab 18. März 2020 zur Verfügung gestellt wird.
Ausfüllen des Formulars und Rücksendung an das Landestheater (per Post oder per Mail), mit Beilage der gekauften Karte (im Original, in Kopie oder als Scan)

Postadresse des Landestheaters:
Landestheater Linz, Kartenservice, Promenade 39, 4020 Linz
Mail-Adresse: kassa@landestheater-linz.at

Am Formular haben Sie die Möglichkeit, sich zu entscheiden, ob Sie den Eintrittspreis rücküberwiesen bekommen möchten, oder ob Sie einen Gutschein in der Höhe des Betrages erhalten wollen. Sollten Sie sich für einen Gutschein entscheiden, erhalten Sie von uns zusätzlich einen Extra-Gutschein von € 10,00 je Eintrittskarte.

Wir werden versuchen, alle Anfragen bzw. Anträge so schnell wie möglich zu bearbeiten; wir bitten jedoch um Verständnis, dass die Abarbeitung von mehr als 20.000 Karten etwas Zeit in Anspruch nehmen wird.

Der Kartenverkauf für die Vorstellungen ab 1. April läuft vorerst uneingeschränkt weiter. Wir bitten Sie, in Ihrem eigenen Interesse beim Kauf Ihrer Karten Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten bekannt zu geben, damit wir mit Ihnen hinsichtlich der Entwicklung der Corona-Situation im Bedarfsfall kommunizieren können.

Wir danken herzlich für Ihr Verständnis in dieser Ausnahmesituation,

 

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

Wien, Wiener Staatsoper, Kunst und Zahlen: Spektakulär, IOCO Aktuell, 28.02.2017

Februar 28, 2017 by  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Olymp der Musiktheater: Die Wiener Staatsoper 

 Geschäftsbericht 2015/2016,  Zwischenbilanz 2016/2017 der  Wiener Staatsoper GmbH 

„Tue Gutes und rede darüber!“

Wien / Dominique Meyer © IOCO

Wien / Dominique Meyer © IOCO

Die Wiener Staatsoper ist der Olymp der Musiktheater, künstlerisch wie kaufmännisch. Die Weltgeltung der Staatsoper, von Ioan Holender vor Jahren kantig geformt, hält der Franzose Dominique Meyer seit 2011 in sanfter Professionalität auf gewohnt hohem Niveau: Über 600.000 Besucher jährlich, eine Auslastung von 98 – 99% auf 2.284 Plätzen: Normalität in Wien, Weltweit einzigartig. Intendant Dominique Meyer: Ich lasse mir die Auslastungszahlen jeden Morgen vorlegen. Sind diese unter 99% werde ich unruhig“.

Kaum ein Theater im deutschen Sprachraum besitzt neben hohen künstlerischen Ansprüchen ähnlich hohe kaufmännische Standards wie die Wiener Staatsoper.  Selbst Jahrespressekonferenzen großer Theater  werden meist von Schwärmereien  verantwortlicher Intendanten zu Inszenierungen dominiert. Zahlen zu Auslastung, Eigenfinanzierung, Anzahl Besucher der Theater zu erhaschen ist regelmäßig vergebliche Liebesmüh. So lehnte der Intendant eines großes deutschen Staatstheaters in der Jahrespressekonferenz 2016 IOCO Nachfragen zu Leistungskennziffern, dem überheblichen Prinzip Kunst kennt keine Kosten  folgend, strikt ab. Im Folgenden die Leistungskennziffern der Wiener Staatsoper: Freiwillig, zeitnah, professionell!

 Wiener Staatsoper GmbH: Geschäftsbericht 2015/2016,  Zwischenbilanz 2016/2017  

Johann Strauss Vater © IOCO

Johann Strauss Vater © IOCO

„In der Saison 2015/2016 der Wiener Staatsoper: Wurden insgesamt 394 Vorstellungen gespielt, die von 610.516 Besucherinnen und Besuchern gesehen wurden. Bei den 290 Vorstellungen auf der Hauptbühne der Wiener Staatsoper wurde eine Sitzplatzauslastung von 98,59 % erreicht. Acht Premieren (Oper, Ballett, Kinderoper) und 66 verschiedene Werke sowie zwei Gastspiele (Oper und Ballett) wurden auf-  / durchgeführt.

Der Umsatz 2015/16 betrug 43,9 Mio. €, die aktivierten Eigenleistungen 0,6 Mio.€, sonstige betriebliche Erträge beliefen sich auf 73,2 Mio. €. Ausgabenseitig fielen Personalkosten in Höhe von 78,1 Mio. €, Materialaufwendungen von 1,4 Mio. € und sonstige betriebliche Aufwendungen von 24,6 Mio. € an. Die Abschreibungen beliefen sich auf 10,7 Mio. €. Daraus resultiert ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 2,9 Mio. €. Nach Abzug der gesetzlichen Rücklage sowie unter Zurechnung des Gewinnvortrages ergibt sich ein Bilanzgewinn von 2,7 Mio. €.  Die Gesamtausgaben 2015/2016 betrugen 114,8 Mio. €, die Subvention durch die Republik Österreich 60,4 Mio. €. Bei den Erlösen durch den Kartenverkauf konnte ein Einnahmenrekord von 34,8 Mio. € erzielt werden. Der Eigendeckungsgrad belief sich auf 43,8 %.

Zwischenbilanz 2016/2017:  Zum 27. Februar 2016 beträgt die Sitzplatzauslastung (Oper, Ballett, Solistenkonzerte) im Großen Haus 98,84% (nur Oper: 99,43%). Bis zu diesem Zeitpunkt konnten Einnahmen aus dem Kartenverkauf in Höhe von 20.091.187,73 € erzielt werden. Die durchschnittlichen Einnahmen pro Vorstellung belaufen sich auf 122.507,24 €“.  PMWStO

Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Premiere Liebestrank – Die Macht des Belcanto, IOCO Kritik, 18.10.2015

Oktober 21, 2015 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg © IOCO

Theater Duisburg © IOCO

Liebestrank: Und der Himmel hängt voller G…läser

Deutsche Oper am Rhein / L'elisir d'amore - Bruno Balmelli (Dulcamara), Anna Tsartzidze (Giannetta), Chor © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / L’elisir d’amore – Bruno Balmelli (Dulcamara), Anna Tsartzidze (Giannetta), Chor © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / L'elisir d'amore - Luiza Fatyol (Adina), Bruno Balmelli (Dulcamara) © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / L’elisir d’amore – Luiza Fatyol (Adina), Bruno Balmelli (Dulcamara) © Hans Joerg Michel

Domenico Gaetano Donizetti (1797 – 1848) war einer der aktivsten Opernkomponisten aller Zeiten. 71 Opern komponierte Donizetti in seiner nur kurzen, von 1818 bis 1843 dauernden Schaffenszeit. Die große Opern Lucia di Lammermoor, Anna Bolena, Don Pasquale, La fille du régiment und L´elisir d´amore (Liebestrank) komponierte ein gereifter Donizetti erst ab 1830; sie füllen bis heute die Musiktheater in aller Welt: Die strahlende Glanzepoche des Belcanto, in welcher die Sänger mit anspruchsvollen Da-capo-Arien glänzen sollen, mit Verzierungen und reichen Koloraturen angereichert, erreicht in diesen Opern ihren Zenit.

Felice Romani, seinerzeit berühmter Operntextdichter, verfasste das Libretto zu L´elisir d´amore (Liebestrank); für die anschließende Komposition dieses Welterfolges benötigte der hoch beschäftigte Donizetti gerade einmal 14 Tage. Und doch: Die Premiere von L´elisir d´amore 1832 in Mailand war ein großer Erfolg.

Deutsche Oper am Rhein / L'elisir d'amore - Bruno Balmelli (Dulcamara), Georgy Vasiliev (Nemorino) © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / L’elisir d’amore – Bruno Balmelli (Dulcamara), Georgy Vasiliev (Nemorino) © Hans Joerg Michel

Regisseur Juan Anton Rechi bringt im Theater Duisburg eine ganz dem Belcanto und modern plastischem Humor gewidmete Inszenierung. Das Bühnenbild prägt zwei Ebenen: Ein Gläsermeer, 3442 Sekt- und Weingläser, zur Ouvertüre als dunkel glitzernd Decke vom Schnürboden herab hängend. Später verströmen die Gläser als Bühnenhintergrund oder Kulisse in matt-milchigen wie blitzend-kristallinen Farben beständig den lebensfrohen Geist des Belcanto und des Mittelmeeres. So werden die Besucher schon mit Beginn der Vorstellung sanft zum Geist des Liebestrank geleitet.                                                                                 Szenischer Kontrapunkt zum Gläsermeer ist, auf der Bühne, eine in steter Aufruhr und Bewegung befindliche Hochzeitsgesellschaft (Bühne Alfons Flores). Ob in einem modernen Restaurant trinkend, essend oder in mediterraner Bekleidung tanzend; ob Torten in den Gesichtern von Belcore und Nemorino landen; ob schicke Handys aller Gäste oder deren packende Pantomime zum Duett Nemorino und Adina; ob die Braut mit sichtbar schmerzvollen Wehen immer wieder das Mitgefühl der Besucher sucht; ob Dulcamara als moderner Quacksalber in goldfarbenem Kostüm mit gegeltem, schwarzen Haar und schwarzer Sonnenbrille auf einer ebenfalls goldfarbenen Theke Pülverchen mischt: Rechi gelingt mit seinem Liebestrank eine moderne wie homoreske Produktion.

Deutsche Oper am Rhein / L'elisir d'amore - Georgy Vasiliev (Nemorino) © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / L’elisir d’amore – Georgy Vasiliev (Nemorino) © Hans Joerg Michel

Die Liebestrank-Solisten, alles Ensemblemitglieder der Rheinoper, überzeugten stimmlich wie darstellerisch: Luiza Fatyol glänzt in ihrem Rollendebüt als Adina mit gut geführtem Sopran; Georgy Vasiliev überzeugte in seinem Düsseldorfer Debüt als Nemorino als ausdrucksvoller Träumer mit wohltimbriertem Tenor, wenngleich er zu seiner großen Arie des Abends, Una furtiva Lagrima, stimmliche Probleme zeigte. Laimonas Pautienius zeigte einen herrlich dominant überheblichen wie stimmsicheren Belcore.

Deutsche Oper am Rhein / Liebestrank - Ensemble © IOCO

Deutsche Oper am Rhein / Liebestrank – Ensemble © IOCO

 Bruno Balmelli, seit Jahren in vielen großen Partien an der Rheinoper und auswärts erprobt, fasziniert darstellerisch kraftvoll und als ölig verschlagener Dulcamara mit breiten, festen Bariton auf und neben seinem güldenen Verkaufstresen. Auf der Bühne, zwischen und neben den Solisten wuselte eine, von Christoph Kurig wunderbar filigran eingestellte  Hochzeitsgesellschaft, alias der Chor der Rheinoper. Vor der Bühne ließen der neue Rheinopern-Kapellmeister Giuliano Betta und die Duisburger Philharmoniker die Zeit des Belcanto mit differenzierendem Dirigat und sensiblen Piani hoch leben.  Das Publikum im ausverkauften Theater Duisburg dankte, jubelte, feierte.

IOCO / Viktor Jarosch / 18.10.2015

Weitere Liebestrank – Vorstellungen: Sa 31.10. – 19.30 Uhr | So 08.11. – 15.00 Uhr | Sa 14.11 – 19.30 Uhr | Fr 01.04.2016 – 19.30 Uhr

—| IOCO Kritik Deutsche Oper am Rhein Duisburg |—

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