Münster, Theater Münster, Angels in America – Peter Eötvös, IOCO Kritik, 09.03.2018

März 9, 2018 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Theater Münster

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

   Angels in America – Oper von  Peter Eötvös

– Engel gibt es nur auf Droge –

Von Hanns Butterhof

Ein verrutschter knallroter Kussmund über einer mit Pissoirs bestückten Passage, die mit defekten Leuchtbuchstaben den Weg zum Himmel verspricht, ist kein gutes Vorzeichen für das Erscheinen von Engeln. Die Angels in America, die der Titel von Peter Eötvös‘ Oper verheißt, gibt es im Großen Haus des Theater Münster nur auf Droge in einer reichlich kaputten Welt.

Peter Eötvös hat die Angels in America auf zwei Paare konzentriert. Zum einen verlässt der junge Louis Ironson (David Zimmer) seinen Geliebten Prior Walter (Christian Miedl), als der ihm seine HIV-Infektion offenbart. Parallel trennt sich die valiumsüchtige Harper Pitt (Kristi Anna Isene) von ihrem Mann Joseph (Filippo Bettoschi), als sie von dessen Homosexualität erfährt. Als Joseph sich outet, findet er Louis als Partner.

Theater Münster / Angels in America - hier Christian Miedl als Prior Walter informiert Louis von seiner HIV-Infektion © Oliver Berg

Theater Münster / Angels in America – hier Christian Miedl als Prior Walter informiert Louis von seiner HIV-Infektion © Oliver Berg

Nur lose in die Geschichte eingebunden ist der rücksichtslose Staatsanwalt Roy Cohn (Christoph Stegemann), der noch im Tod seine Aids-Diagnose zu Leberkrebs umlügt. Er steht für den verdrängenden Umgang mit Homosexualität und für alles, was die Welt so als von Gott verlassen erscheinen lässt.

Regisseur Carlos Wagner gelingt es, die nicht mehr ganz so dringliche Kritik des sperrigen Stücks an der Diskriminierung Homosexueller mit erfreulich bissigem Humor zur Kritik an einer Welt auszuweiten, die ohne Verantwortlichkeit für das Ganze und Mitgefühl für einander zerfällt. Die Bühne Christophe Ouvrards drückt das treffend mit ihrer Teilung in drei kalte zwar zusammenhängende, doch gegeneinander abgeschottete Bereiche aus.

Angels in America – Peter Etvös
youtube Trailer des Theater Münster
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Unter Drogeneinfluss erscheinen Harper Pitt, Roy Cohn und Prior Walter ihre Engel: ein himmlischer Eisbär verschafft Harper die entbehrte Befriedigung, und Cohn erscheint eine Frau, die er einst auf den Elektrischen Stuhl gebracht hatte; noch auf dem Sterbebett verhöhnt er sie. Den dahinsiechenden Prior will sein blonder Engel (Kathrin Filip) für die Absage an eine Welt gewinnen, die sich ihren Untergang weidlich verdient hat. Doch Prior verweigert sich und nimmt, absurd, im Sterben Partei für das Leben. Seinen hoffnungsfrohen Appell, sich auf ein wie auch immer unvollkommenes Leben einzulassen, relativiert der dringende Drogenverdacht.

Die Sängerinnen und Sänger zeichnen ihre Rollen differenziert, vor allem Christian Miedl verkörpert überzeugend Homosexualität so unaufdringlich, wie es Filippo Bettoschi verdruckst gelingt.

 Theater Münster / Angels in America hier_ Der Engel will Prior als Prophet gewinnen, mit Kathrin Filip und Christian Miedl © Oliver Berg

Theater Münster / Angels in America hier_ Der Engel will Prior als Prophet gewinnen, mit Kathrin Filip und Christian Miedl © Oliver Berg

Das kleine Orchester unter dem behutsamen Dirigat von Golo Berg setzt dezent meist dissonante Klangflächen nebeneinander. Der elektronisch bearbeitet dahinperlende, nur selten in den Vordergrund drängende Klangfluss wird von den per Microport verstärkten Stimmen fast hörspielartig überlagert. Nur den Engeln, vor allem der koloraturensicher trällernden Kathrin Filip, ist Gesang gegönnt, während bei den anderen Rollen der Sprechgesang überwiegt.

Nach zweieinhalb Stunden der spannenden, englisch gesungenen und englisch übertitelten Aufführung – ab dem 10. 3. ist die Übertitelung auf Deutsch – gab es lang anhaltenden Beifall für das Ensemble, Golo Berg und das Sinfonieorchester Münster sowie den zur Premiere anwesenden Komponisten.

Angels of America im Theater Münster;  die nächsten Termine: 10., 16., 21., 23., 29.3.; 18.4.2018 jeweils 19.30 Uhr

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Münster, Theater Münster, Hold on – Getanzte Utopie von Versöhnung, IOCO Kritik, 06.03.2018

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

James Wilton  –  Dynamischer Tanzabend „Hold On“

Getanzte Utopie gesellschaftlicher Versöhnung

Von Hanns Butterhof

Ein Bambusstab liegt im Lichtkegel mitten auf der Bühne. Im Dunkel sitzt das Ensemble in zwei Gruppen an der Seitenwand, zwischen ihnen ein Einzelner. Noch bevor das Licht im Kleinen Haus des Theaters Münster angeht, liegt Spaltung als Thema des fesselnden Tanzstücks „Hold On“ von Gastchoreograph James Wilton fest.

Das Stück beginnt mit Bildern der Harmonie. Während der Einzelne beobachtend an der Wand sitzen bleibt, spielen die übrigen mit dem Stab, stellen ihn senkrecht, fangen mit weichen Bewegungen seinen Sturz auf und integrieren ihn in ihren quirligen Kreistanz.

Theater Münster / Tanzstück Hold on hier - Jason Franklin und Elizabeth Towles © Oliver Berg

Theater Münster / Tanzstück Hold on hier – Jason Franklin und Elizabeth Towles © Oliver Berg

Das ändert sich, als der Einzelne (Jason Franklin) dazukommt und immer wieder mit seinem Versuch scheitert, an der Gruppe Halt zu gewinnen. Mit dem Bambusstab sondert er sich ab, ihn herrisch auf den Boden stoßend nutzt er ihn, um Macht über die Gruppe zu gewinnen. Was bisher Fluss war, erstarrt, was im Paartanz mit gespiegelten Bewegungen Harmonie war, wird mit verbissenem Ziehen und Drücken konkurrenter Kampf.

Die Gruppe ordnet sich seiner Herrschaft unter, nachdem er sie mit dem Stab in immer kleinere Einheiten aufgespalten hatte. Sie lässt sich zur Riege formieren und schließlich wie eine Herde von der Bühne treiben.

Wenn sie dann wieder die Bühne quert, dann vereinzelt in absurden Purzelbäumen oder geschwächt zusammensinkend.

Ein Versuch, zu entkommen, scheitert, als die Gruppe in einem extatisch schnellen Tanz mit vielen akrobatischen Drehungen, Sprüngen und raumgreifenden Gesten an der Seitenwand einen Turm aus Leibern errichtet, als wollte sie eine Mauer überwinden; doch stürzt sie rasch kraftlos in sich zusammen. Vereinzelt zerstieben die Gescheiterten im blauen Bühnennebellicht.

Nach weiteren Bildern der Herrschaft bis hin zum Schnitter Tod, der mit dem Bambusstab wie mit einer Sense die sich wegduckende Gruppe niedermäht, kommt es zur gewaltfreien Rebellion. Die Machtgesten des Einzelnen haben sich abgenützt, ohne Angst gehen alle auf ihn zu, auch die Paare des Anfangs haben sich in spiegelndem Tanz wieder gefunden. In einer der schönsten Bewegungen des an schönen Bildern reichen Stücks weicht die Gruppe letzten Spaltversuchen mit dem Bambusstab aus, der in sie eintaucht wie in Wasser, das sich über ihm wieder schließt und in dem keine Spur von ihm zurückbleibt, wenn er wieder herausgezogen wird. Die Herrschaft hat ihre Macht verloren.

Theater Münster / Tanzstück Hold on hier - Jason Franklin © Oliver Berg

Theater Münster / Tanzstück Hold on hier – Jason Franklin © Oliver Berg

Schließlich geht Elizabeth Towles, deren Eigensinn Jason Franklin in einem quälend langen Duett schon gebrochen hatte, auf ihn zu und entwindet ihm den Bambusstab. Doch statt der Rache findet sie, vor ihm hockend, einen liebevollen Blick für ihn. Am Ende steht die Hoffnung, dass er angenommen wird.

Nach fünfundsiebzig durchgetanzten Minuten riesiger Beifall des Premierenpublikums für das kraftvolle, aktuelle Statement James Wiltons zur Situation unserer Zeit und die begeisternde Umsetzung durch die zehn Tänzerinnen und Tänzer vom TanzTheaterMünster.

Tanzstück Hold on am Theater Münster:  Die nächsten Termine: 10., 15. und 21.3., jeweils 19.30 Uhr.

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Düsseldorf, Tonhalle, Daniel_ Hope and Glory, IOCO Kritik, 04.03.2018

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Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Daniel Hope und das Zürcher Kammerorchester

„Hope and Glory“

 Von Albrecht Schneider

Hätten die Furien in der Tat derart furios getanzt, wie das Ensemble den gleichnamigen Tanz aus Christoph W. Glucks Oper Orfeo ed Euridice fiedelte, wären am Ende deren Beine verknotet gewesen. Mithin wurde sofort am Abend dem Publikum in der bestens  gefüllten Tonhalle der stickoxidsatte Feinstaub der Stadt aus den Ohren geblasen.

Das rund zwanzigköpfige Ensemble, in dem die Frauenquote dem gerechten feministischen Anspruch genügt, samt seinem sanguinischen Prinzipal Daniel Hope musizierte nicht zeitgemäß nach historischer Praxis, erst recht nicht nach entstellender früherer Lesart. In der Schweizer Spielweise kam Mozarts F-Dur Divertimento KV 138 weder aufgerauht noch zärtelnd daher, vielmehr funkelnd und durchsichtig wie ein geschliffenes Glas.

In dem wohl eher als Streichquartett, jedenfalls kammermusikalisch gedachten Stück frühklassischer Unterhaltungsmusik, führt der sechzehnjährige Komponist vor, welche Themen es braucht, wie sie zu teilen und zu färben sind, damit es sich nicht angestrengt aufmerksam, dafür lieber angenehm leicht zuhören lässt. Oder, wie einstmals üblich, damit die Herrschaften sich beim Speisen akustisch bloß mäßig inkommodiert fühlten. Was würde denn einem angestellten Tonsetzer widerfahren sein, wenn dem Salzburger Fürsterzbischof wegen dessen Musik ein Bissen Nockerl in die falsche Kehle geraten wäre?

Tonhalle Düsseldorf / Daniel Hope und das Zürcher Kammerorchester © Susanne Diesner

Tonhalle Düsseldorf / Daniel Hope und das Zürcher Kammerorchester © Susanne Diesner

Weil bereits von gereifterer kompositorischer Kunst, was Form, Themenvielfalt und deren mal fast fetzige und wieder fast sehnsuchtsvolle Behandlung anbetrifft, stellt das G-Dur Violinkonzert KV 216, das drei Jahre später entstand, einen anderen Anspruch an den Zuhörer. Nach dem ersten, wie ein Sektkorken herausplatzenden forte Tuttiakkord aufschäumend, rauschte das Stück voll Eleganz vorüber, wobei in dem Spiel von Daniel Hope und seinen Kollegen eine ähnliche Ausgelassenheit waltete, die Mozart ihm eingeschrieben hat. Als Kapellmeister der fürsterzbischöflichen Musiker hob er es einst wohl selbst aus der Taufe, sein geigerisches Können stand dem pianistischen ja nicht sehr viel nach.

Mit der gleichen Kunstfertigkeit, mit welcher der junge Diener seinem Herren in solchen Arbeiten aufzuwarten verstand, brachte der Solist unseres Abends seine Guarneri des Gesù zum Tönen. Und das nicht als stupender Virtuose, sondern als Prinzeps inter pares, der, stets heitere Miene zum allerbesten Spiel machend, sein Kollegium zu nicht minder gelösten, gleichwohl intensivem Musizieren anstiftete. Und auch umgekehrt.

Zur absoluten Belebung von Glucks, Haydns und Mozarts Partituren trug, neben der Perfektion, das erkennbare Vergnügen bei, mit dem die Zürcher ihre Instrumente strichen und in sie hineinbliesen.

Christoph Willibald Gluck © IOCO

Christoph Willibald Gluck © IOCO

Haydns Violinkonzert G-Dur. Hob.VIIa.4, dem Charakter nach noch eine Spur dem Barock verpflichtet, weil mit Cembalo als Fundament auftretend, hatten sie nach dem eröffnenden Auftritt von Glucks Furienwirbel genauso gemessen wie beschwingt aufgeführt. Die Sologeige bestand hier nicht fortwährend auf ihrem Primat; sie erhob zwar ihre Stimme, um zu zeigen, wie rührend und kunstvoll sie zu singen wusste, beteiligte sich aber dann wieder am Part ihrer Kolleginnen.  Daniel Hope und seine Mitspieler waren mit der Aufmerksamkeit und dem Elan am Werk, damit auch ein Stück gefälliger Hofmusik so dargeboten wurde, wie es sich des estherházischen Hauskomponisten Genie vorgestellt hatte.

Am Ende des Abends trat der Prinzipal wieder hinter das Pult des Konzertmeisters und exekutierte einträchtig mit dem Kammerorchester Mozarts Sinfonie A-Dur KV 201. Sie beginnt mit einem Thema, das ein wenig unspektakulär vorbeiflattert, um kurz darauf in seiner Repetition derart leuchtend aufzusteigen, als sei ein Scheinwerfer darauf gerichtet. Das frühe Kunststück offenbart, wie dieser ingeniöse junge Kopf die sinfonische Form zu bewältigen anstrebte, ohne dabei außer Acht zu lassen, dass das Ganze, gemäß eigener Diktion “angenehm in die Ohren klingt“.

Die Zürcher ließen es bei ihrer Interpretation an nichts fehlen, Textur und Ton gestalteten sie derart präzise und zugleich rasant, um nach dem Finale Allegro con spirito das Auditorium zu dankbarstem Applaus zu provozieren. Weil das sich schier die Hände rot klatschte, wurde es, nicht unbedingt außentemperaturgemäß, mit dem 3. Satz des Sommers aus Vivaldis Jahreszeiten sowie dem leicht elegischen Adagio E-Dur für Violine und Orchester KV 261 belohnt.

Aufmerksam sei darauf gemacht, dass man mit Daniel Hope nicht einzig einem exzellenten Geiger begegnet, sondern obendrein einem Bücherschreiber, Rundfunkmoderator (WDR3, Sonntags 13.00 Uhr)  und einem Entertainer, der einige launige Musikeranekdoten in das Programm einflocht.

Obschon einer würdigen, sogenannten E-Musik dergleichen saloppe Ausdrucksweise nicht geziemt, so muss trotzdem hier gemeldet werden, wie ordentlich dieser Tausendsassa und seine Musikerbande dem Publikum eingeheizt haben.

“Uf Widerluege“ Zürcher Kammerorchester, und lasst Euch bald mal wieder in Düsseldorfs Tonhalle blicken. Noch besser: hören.

—| IOCO Kritik Tonhalle Düsseldorf |—


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Hamburg, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Spielzeit 2018/19 – Kontraste und Dialoge, IOCO Aktuell, 04.03.2018

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Elbphilharmonie Hamburg

 Elbphilharmonie Hamburg / Prominente Spielstätte _ Philharmonisches Staatsorchester Hamburg © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Prominente Spielstätte _ Philharmonisches Staatsorchester Hamburg © Ralph Lehmann

Staatsorchester Hamburg

 Philharmonisches Staatsorchester Hamburg 2018/19

Georges Delnon (Intendant), Kent Nagano (Generalmusikdirektor) und Stefan Schäfer (Kammerkonzertmusikmeister) präsentierten am 27.2.2018 in der Stifter Lounge der Staatsoper Hamburg  die im Herbst 2018  beginnende Spielzeit 28018/2019 des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. Stolz verkündet Georges Delnon den anwesenden Journalisten und Musikfreunden eine Auslastung der Sinfoniekonzerte des Staatsorchesters der laufenden Saison von extremen 99,7%;  unter Berücksichtigung weiterer Spielstätten besteht eine Gesamtauslastung von genau 99%. Die Zahlen zeigen, dass nicht nur der Standort Elbphilharmonie zu dieser beeindruckenden Auslastung beiträgt. Mit Ausführungen zur Auslastung Hamburger Staatsoper ist Georges Delnon dagegen sehr zurückhaltend. IOCO / PK

Das Philharmonische Staatsorchester ist Hamburgs größtes und ältestes Orchester und blickt zurück auf einen langen musikalischen Werdegang. Als 1934 das „Philharmonische Orchester“ und das „Orchester des Hamburgischen Stadttheaters“ fusionierten, trafen zwei traditionsreiche Klangkörper aufeinander. Bereits seit 1828 wurden Philharmonische Konzerte in Hamburg gespielt, Künstler wie Clara Schumann, Franz Liszt und Johannes Brahms waren regelmäßige Gäste der Philharmonischen Gesellschaft. Die Historie der Oper reicht noch weiter zurück: seit 1678 gibt es in Hamburg Musiktheater, wenngleich sich ein festes Opern- bzw. Theaterorchester erst später konstituierte. Bis heute prägt das Philharmonische Staatsorchester den Klang der Hansestadt, ist sowohl Konzert- als auch Opernorchester in einem. PhStOHH

Philharmonische Orchester Hambrug / Georges Delnon, Orchesterintendant, und Chefdirigent Kent Nagano präsentierten Spielzeit 18/19 © Bertold Fabricius

Philharmonische Orchester Hambrug / Georges Delnon, Orchesterintendant, und Chefdirigent Kent Nagano präsentierten Spielzeit 18/19 © Bertold Fabricius

Philharmonisches Spielzeitprogramm 2018/19

Vorgestellt von  Kent Nagano und Georges Delnon

Mehr als 30 Konzerte in der Elbphilharmonie. Einzelkarten-Verkauf startet am 21.6.2018

Die Konzertsaison 2018/19 steht programmatisch ganz im Zeichen von Kontrasten und Dialogen. Standen in der laufenden Saison 2017/18 Komponistenporträts im Vordergrund, werden nun klassische Meisterwerke mit modernen und zeitgenössischen Werken konfrontiert. So spielt gleich das erste Philharmonische Konzert mit Christian Zacharias als Dirigent und Klaviersolist mit der Gegenüberstellung der Werke von Haydn und Mozart mit Schönberg. Im 2. Philharmonischen Konzert dirigiert Kent Nagano neben Beethovens Violinkonzert auch die 4. Symphonie von Charles Ives. Mit Werken wie La Noche de los Mayas des Mexikaners Silvestre Revueltas stehen auch Komponisten auf dem Programm, die hierzulande noch auf ihre Entdeckung warten, während sie in ihren Heimatländern längst Klassiker sind. Mehr als 30 Konzerte veranstaltet das Philharmonische Staatsorchester in der Elbphilharmonie, hinzu kommen weitere Konzerte in verschiedenen Stadtteilen. Ende Februar unternimmt das Orchester außerdem eine zweiwöchige Tournee durch Spanien.

Chefdirigent Kent Nagano dirigiert in der neuen Spielzeit fünf Philharmonische Konzerte sowie das Silvesterkonzert und das Sonderkonzert zum Internationalen Musikfest Hamburg. Zu hören sind Klassiker wie Mozart, Beethoven oder Brahms. Daneben wird Hamburgs Generalmusiker aber auch moderne Werke aufführen, wie Ligetis Requiem und Atmosphères oder Widmanns Con brio.
Gastdirigenten der Philharmonischen Konzerte sind Christian Zacharias, Alondra de la Parra, Bertrand de Billy, Paolo Carignani und Dennis Russell Davies. Als Solisten werden unter anderem die Pianisten Lucas Debargue und Herbert Schuch sowie die Violinistin Viktoria Mullova in der Elbphilharmonie zu hören sein. Ein Wiedersehen gibt es mit der jungen Cellistin Camille Thomas, ECHO Klassik Preisträgerin 2017, die bereits im Rahmen der ECHO-Gala mit dem Philharmonischen Staatsorchester aufgetreten ist. Philharmoniker-Konzertmeister Konradin Seitzer wird als Solist mit Mendelssohns Violinkonzert zu hören sein. Zu Gast sind auch der MDR Rundfunkchor, die Audi Jugendchorakademie, der Harvestehuder Kammerchor, das ChorWerk Ruhr sowie der Arnold Schoenberg Chor Wien und der Staatschor Latvija.

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg © Patrik Klein

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg © Patrik Klein

Auch in den Philharmonischen Kammerkonzerten stehen spannende Gäste auf der Bühne in der Elbphilharmonie: Erstmals wird Jan Philipp Reemtsma als Rezitator in den Philharmonischen Kammerkonzerten in Erscheinung treten. In einem Sonderkammerkonzert wird der Tenor Klaus Florian Vogt mit der Schönen Müllerin einen der wichtigsten Liederzyklen der Romantik zur Aufführung bringen. Der ehemalige Hornist des Orchesters wird dabei eine neue Bearbeitung des renommierten Arrangeurs Andreas N. Tarkmann singen, bei der das Klavier durch eine von Franz Schubert selbst kreierte Oktett-Besetzung ersetzt wird.

In der Reihe Musik und Wissenschaft steht im Mai 2019 das Thema „Europa – Idee und Realität“ im Mittelpunkt. In drei Themenkonzerten werden Kammermusik-Programme mit rund 30-minütigen Vorträgen aus unterschiedlichen Disziplinen kombiniert. Der musikalische Bogen reicht vom Barock bis in die Gegenwart. Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft stellen ihre Forschung aus den Bereichen der Rechts- und Sozialwissenschaften, aber auch der archäogenetischen Forschung vor. Dabei geht es um den Euro, das Demokratieverständnis in Osteuropa, die sozialen Auswirkungen der Finanzkrise oder auch die Besiedelung Europas in der frühen Menschheitsgeschichte. Die interdisziplinäre Reihe Musik und Wissenschaft wurde 2016 in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. gegründet.

Die Spielzeit wird wie in den Vorjahren eröffnet durch eine Philharmonische Akademie. In diesem Jahr wird der Schwerpunkt der Akademiekonzerte auf der Musik Mozarts liegen. Die Termine werden im Sommer 2018 bekannt gegeben.

jung – das Kinder- und Jugendprogramm:  Ein Familienkonzert in der Elbphilharmonie: Zum ersten Mal veranstaltet das Staatsorchester ein Konzert für Jung und Alt im Kleinen Saal der Elbphilharmonie (Sa, 23. Februar 2019). Aufgeführt wird Die drei kleinen Schweinchen, ein Orchestermärchen für Sprecher und Kammerorchester mit Musik von Andreas N. Tarkmann. Anschließend geht das Stück auf eine Kleine Tour durch Hamburg und ist unter anderem am 27. Februar 2019 im Haus im Park in Bergedorf zu erleben. Darüber hinaus bietet das Philharmonische Staatsorchester wieder Kinderprogramme parallel zu ausgesuchten Philharmonischen Konzerten in der Elbphilharmonie an und ist kammermusikalisch in den jung-Reihen „Tonangeber“ und „Spielplatz Musik“ in der Hamburgischen Staatsoper zu erleben. Alle Angebote gibt es unter www.jung-staatsorchester.de.

Ticketverkauf und Abonnements: Der Einzelkarten-Vorverkauf für die Konzerte des Philharmonischen Staatsorchesters der Saison 2018/19 beginnt am 21. Juni 2018. Pro Person können bis zu vier Karten für ein Konzert und insgesamt bis zu 10 Karten erworben werden. Abonnements können in der Zeit vom 28. März 2018 bis zum 19. April 2018 bestellt werden. Erstmals können neben Einzelkarten auch die Abonnements im Internet unter www.staatsorchester-hamburg.de bestellt werden. Gehen bis zum 19. April mehr Abonnementsanfragen ein, als Plätze verfügbar sind, entscheidet das Los.

Neben den klassischen Konzertabonnements gibt es auch eine Reihe von Kombi-Angeboten mit Veranstaltungen der Hamburgischen Staatsoper. In der Saison 2018/19 wird es ein neues Familien-Abo geben: Es enthält fünf ausgewählte Veranstaltungen, darunter zwei Philharmonische Konzerte in der Elbphilharmonie sowie eine Oper und ein Ballett in der Staatsoper. Mit dem Jugend-Abo kommen junge Menschen bis 30 Jahre für einmalig 40 Euro in insgesamt sechs Philharmonische Konzerte in der Elbphilharmonie.

—| IOCO Aktuell Elbphilharmonie Hamburg |—


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