Wien, Wiener Staatsoper, DIE FRAU OHNE SCHATTEN – 150 JAHRE OPERNHAUS AM RING, 25.05.2019

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

DIE FRAU OHNE SCHATTEN – Richard Stauss

 Jubiläum zur Eröffnung der Wiener Staatsoper 1869

Festpremiere am 25. MAI 2019

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Opernhauses am Ring – die heutige Wiener Staatsoper wurde am 25. Mai 1869 feierlich eröffnet – kommt Richard Strauss’ Die Frau ohne Schatten am 25. Mai 2019 zur hochkarätig besetzten Festpremiere.

Auf genau dieser Bühne wurde das Werk vor 100 Jahren, am 10. Oktober 1919, uraufgeführt. Das kongeniale Duo Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal diskutierte schon ab 1910 über einen neuen Opernstoff, der Titel Die Frau ohne Schatten – ihre vierte gemeinsame Oper – existierte spätestens ab 1911. Inmitten des Ersten Weltkriegs entstand das Werk, das 1917 fertig gestellt wurde und das der Komponist selbst als „schönste und erhabenste Arbeit“ prophezeite. Erzählt wird die (komplexe) Geschichte zweier Paare – Kaiser und Kaiserin sowie Färber und Färberin –, die durch Selbsterkenntnis und Selbstüberwindung zum glücklichen Ende finden.

Lotte Lehmann Wien © IOCO

Lotte Lehmann Wien © IOCO

Wien wäre nicht Wien, wenn nicht schon das Vorhaben, das Werk hier zur Weltpremiere zu bringen (auch Hofmannsthal hatte sich zuerst dagegen ausgesprochen), auch eine Opposition auf den Plan gerufen hätte, wie Staatsoperndramaturg Dr. Oliver Láng im Magazin „Prolog“ erläutert. Parallel dazu kam Kritik am neuen Direktor Strauss, der noch vor seinem Antritt angefeindet wurde. Nach der Uraufführung – unter Franz Schalk, u. a. mit Maria Jeritza (Kaiserin), Lotte Lehmann (Färberin), Karl Aargard-Oestvig (Kaiser), Richard Mayr (Barak) und Lucie Weidt (Amme) – waren die Lager gespalten. Doch seit der Uraufführung hat Die Frau ohne Schatten eine reiche Aufführungsgeschichte erlebt und gilt als einer der besonderen Höhepunkte des Wiener und internationalen Musiktheaters. Im Haus am Ring kam es nach der Uraufführung 1919 zu sechs weiteren Premieren: 1931 kam eine Neuproduktion unter Clemens Krauss heraus (sie wurde auch bei einem Gastspiel in Venedig gegeben, die italienische Erstaufführung), bereits zwölf Jahre später, 1943, eine weitere unter Karl Böhm. Zur Wiedereröffnung des Hauses am Ring 1955 war Die Frau ohne Schatten Teil des Premierenzyklus’, in einer Doppelpremiere (mit zwei Besetzungen) brachte Karajan im Juni 1964 eine Neuproduktion heraus, 1977 stand eine weitere Premiere unter Karl Böhm auf dem Programm. Die bislang letzte Neuinszenierung erfolgte 1999 unter Giuseppe Sinopoli (Inszenierung: Robert Carsen). Insgesamt erklang die Oper bislang 147mal im Haus am Ring.


Leading Team

Christian Thielemann dirigiert Die Frau ohne Schatten

Für die musikalische Leitung konnte mit Christian Thielemann einer der bedeutendsten Dirigenten der Gegenwart gewonnen werden. Die Frau ohne Schatten ist nach Tristan und Isolde (2003) und Hänsel und Gretel (2015) seine dritte Staatsopernpremiere. Seit seinem Debüt am Haus 1987 mit Così fan tutte dirigierte er hier – neben den Premierenproduktionen – Vorstellungen von La traviata, Le nozze di Figaro, Parsifal, Die Meistersinger von Nürnberg, Ariadne auf Naxos sowie den Ring des Nibelungen.

Als „Liebe auf den ersten Blick“ bezeichnete er rückwirkend das erste gemeinsame Konzert im Jahr 2000 mit den Wiener Philharmonikern, dessen Mitglieder ja bekanntlich in Personalunion das Staatsopernorchester bilden. Im Gespräch mit Staatsoperndramaturg Dr. Andreas Láng streut er dem unverwechselbaren, weich-goldenen, „im guten Sinne defensiven“ Klang des Orchesters und der musikalischen Flexibilität der einzelnen Musiker, die stets mit einem Ohr bei den Sängern auf der Bühne seien, Rosen. Gemeinsam mit dem Orchester erarbeitete er die Frau ohne Schatten 2011 für die Salzburger Festspiele und blickt zurück: „Einige Musiker zeigten sich verwundert, dass ich mit ihnen so entspannt arbeiten würde, worauf ich erwiderte, dass es genau umgekehrt wäre: Das ganze Orchester wäre mir gegenüber entspannt. Offensichtlich stimmt also die Chemie zwischen uns. Es herrscht ein wahres Geben und Nehmen, ein gegenseitiges Anbieten und Aufnehmen.

Inszeniert wird Die Frau ohne Schatten von Vincent Huguet, der mit dieser Produktion sein Staatsoperndebüt gibt. Der französische Regisseur arbeitete vor seiner Theatertätigkeit u. a. als Kunsthistoriker, bevor er 2008 seine Zusammenarbeit mit Patrice Chéreau begann, dessen Assistent er bis zum Tod des legendären Regisseurs 2013 blieb. Jüngste eigene Inszenierungen führten ihn nach Montpellier (Lakmé), Aix-en-Provence (Dido and Aeneas) und Luzern (Roméo et Juliette).

Hugo von Hofmannsthal Wien © IOCO

Hugo von Hofmannsthal Wien © IOCO

Dass Die Frau ohne Schatten in einer Zeitenwende entstanden ist, findet Vincent Huguet spannend: „Es war der Moment in Europa, als man sich genau an der Absprungkante zwischen Vergangenheit und Zukunft befand. Nicht nur politisch, sondern auch künstlerisch. Die Avantgarde kam auf und ließ manches plötzlich alt aussehen. Daraus ist der Gedanke der „letzten romantischen Oper“ entstanden: Ein letzter Höhepunkt, eine Verschmelzung von so vielen Dingen: Da ist die deutsche Romantik drinnen, die Welt von 1001 Nacht, Antik-Ägyptisches, Goethe und vieles mehr. Umso weiter man gräbt, desto mehr eröffnet sich eine faszinierende Welt!“ Er verschreibt sich nicht einer spezifischen Lesart der Oper – „die Oper ist so reich, so vielfältig, so vielschichtig, dass jeder Versuch, sie auf eine Denkschiene zu setzen, einer Reduktion ihrer Ausdruckskraft gleichkommt. […] Strauss und Hofmannsthal wollten diesem Werk die Qualität eines Märchens schenken. Nun wissen wir: Es gibt nichts Zerbrechlicheres als ein Märchen. Sobald man es erklärt, es fest zu machen versucht und die Symbolik ausdeutet, verliert es seinen Zauber. […] Man […] muss die Magie wirken lassen.

Er betont weiters die Parallele zum Heute, geht es in der Frau ohne Schatten doch „um den Krieg […], nicht direkt angesprochen, aber in einem höheren Sinne […] – als Künstler ist man gefordert Stellung zu beziehen und einen Kommentar abzugeben. Wie also nahmen sie Stellung? Sie sagten, dass wenn Menschen sich – nicht nur in ihrem Verhalten, sondern auch in der Art, wie sie mit der Liebe umgehen – nicht ändern, der Zyklus des Lebens, der Generationenweitergabe unterbrochen wird und es kein Weiter, keine Kontinuität mehr gibt. Es muss ein Umdenken stattfinden, ein Sprung über den eigenen Schatten! […] Und eigentlich ist es beklemmend, dass wir heute erneut an einem solchen Punkt angelangt sind! Vielleicht aktuell nicht militärisch. Aber auf ökologischer Ebene: Wenn wir heute nicht umdenken und unser Verhalten grundlegend ändern, werden die Generationen nach uns keine Erde mehr vorfinden, auf der man leben kann …“

Für das Bühnenbild zeichnet Aurélie Maestre verantwortlich, für die Kostüme Clémence Pernoud. Beide präsentieren mit der Frau ohne Schatten ihre erste Arbeit für das Haus am Ring. Das Lichtdesign stammt von Bertrand Couderc, Dramaturg der Produktion ist Louis Geisler.


Die Besetzung

KS Stephen Gould singt erstmals im Haus am Ring den Kaiser. Der amerikanische Heldentenor ist der Wiener Staatsoper seit seinem Debüt 2004 als Paul in der Premiere von Die tote Stadt eng verbunden. Nach Die tote Stadt, Siegfried und Götterdämmerung (Siegfried) sowie Ariadne auf Naxos (Tenor/Bacchus) ist Die Frau ohne Schatten seine fünfte Staatsopernpremiere. An der Wiener Staatsoper war er weiters als Erik (Der fliegende Holländer), Tristan (Tristan und Isolde) sowie in den Titelpartien von Parsifal, Peter Grimes und Tannhäuser zu erleben.

In der Interpretation der Frau ohne Schatten betont er im Gespräch mit Dr. Andreas Láng für den „Prolog“, dass es „essentiell ist, eine Erzähl-Metapher zu finden, die das ganze Werk veredelt und uns hilft, die geistig/menschliche Erkenntnis zu sehen, die sich dann zum Mythos erhebt.“

Die Kaiserin verkörpert – ebenfalls erstmals an der Wiener StaatsoperCamilla Nylund. Die Frau ohne Schatten ist nach Lohengrin (Elsa) und Der Freischütz (Agathe) die dritte Premiere im Haus am Ring der finnischen Sopranistin, die hier bisher u. a. auch die Titelpartien von Salome, Arabella, Rusalka, Ariadne auf Naxos; Elisabeth (Tannhäuser), Gräfin (Capriccio), Marschallin (Der Rosenkavalier), Sieglinde (Die Walküre), Marietta (Die tote Stadt), Donna Anna (Don Giovanni) und Leonore (Fidelio) sang.

Für sie ist Die Frau ohne Schatten „eine in jeder Hinsicht bombastische Oper – in dieser Ausprägung übertrifft sie wohl alle anderen Strauss-Opern“, wie sie das Außergewöhnliche dieses Werkes charakterisiert. Mit der Musik von Richard Strauss assoziiert sie mit dem Gesang „Riesenbögen“ und den „im wahrsten Sinn des Wortes sauberen, manchmal sogar fast kindlich-reinen Klang, den es so nur bei Strauss gibt. […] Wenn ich […] an die Strauss’schen Ausbrüche in der reinen Orchestermusik denke, so sehe ich vor mir hingegen das Bild eines sich öffnenden Himmels.“

Evelyn Herlitzius, die als Elektra in Trojahns Orest in der letzten Staatsopernpremiere einen großen Erfolg feierte, gibt mit der Amme ein weiteres weltweites Rollendebüt im Haus am Ring. Die Frau ohne Schatten ist nun die zweite Premiere an der Wiener Staatsoper der gefragten deutschen Sängerin. Sie debütierte 2000 als Leonore (Fidelio) im Haus am Ring, wo sie weiters u. a. als Brünnhilde (Der Ring des Nibelungen), Isolde (Tristan und Isolde), Färberin (Die Frau ohne Schatten), Marie (Wozzeck), Kundry (Parsifal) und zuletzt in der Titelpartie von Kátja Kabanová zu erleben war.

Ihre erste Annäherung an die Gesamtheit des Kunstwerkes fasst sie so zusammen: „Sich als erstes dem Ganzen einfach hinzugeben. Danach, wenn der Rausch nachlässt: darüber lesen, sich immer mehr hinein versenken.“

Den Barak singt – wie bereits bei der letzten Vorstellungsserie der Frau ohne Schatten im Haus am Ring 2012 – Wolfgang Koch. Der international renommierte deutsche Bariton debütierte 2008 als Fritz Kothner (Die Meistersinger von Nürnberg) im Haus am Ring und war hier weiters als Hans Sachs (Die Meistersinger von Nürnberg), Telramund (Lohengrin) und Jochanaan (Salome) sowie in der Titelpartie der Premierenproduktion von Dantons Tod zu erleben.

Nach der Kundry und der Elektra gibt schließlich KS Nina Stemme als Färberin ein weiteres wichtiges internationales Rollendebüt an der Wiener Staatsoper. Die gefeierte schwedische Sopranistin ist damit – nach Der fliegende Holländer (Senta), Die Walküre (Sieglinde), La forza del destino (Leonora), Siegfried (Brünnhilde), Tristan und Isolde (Isolde), La fanciulla del West (Minnie), Elektra und Parsifal (Kundry) – in ihrer neunten Staatsopernpremiere zu erleben. Im Haus am Ring war sie darüber hinaus u. a. als Tosca, Leonore (Fidelio), Marschallin und Brünnhilde (gesamter Ring des Nibelungen) zu erleben.

Angesprochen auf das Gefühl, mit welchem sie 100 Jahre nach der Uraufführung der Frau ohne Schatten an der Wiener Staatsoper ebendiese Bühne betreten wird, sagt sie: „Abgesehen von der Ehre und Freude tragen wir ein Stück Verantwortung, wenn wir dieses Werk vor dem Publikum in unserer Interpretation präsentieren. Einerseits sind wir diesbezüglich vollkommen frei, andererseits liegt die Musik dieser Oper gerade hier in Wien gewissermaßen in der Luft, sodass man nur nach ihr greifen muss.“

Den Geisterboten singt Sebastian Holecek. Der aus Wien stammende Bariton tritt seit seinem Debüt 1991 als Papageno (Die Zauberflöte) an der Wiener Staatsoper auf und sang hier bisher u. a. Peter Besenbinder (Hänsel und Gretel), Don Fernando (Fidelio), Harlekin (Ariadne auf Naxos) und Christian (Un ballo in maschera). Die Frau ohne Schatten ist seine erste Premiere im Haus am Ring.

Die weiteren Partien singen die Staatsopern-Ensemblemitglieder Maria Nazarova (Hüter der Schwelle des Tempels und Stimme des Falken), Benjamin Bruns (Stimme eines Jünglings), Monika Bohinec (Stimme von oben), Samuel Hasselhorn (Der Einäugige), Ryan Speedo Green (Der Einarmige), Thomas Ebenstein (Der Bucklige), Ileana Tonca (Erste Dienerin, Erste Stimme der Ungeborenen, Erste Solostimme), Mariam Battistelli (Zweite Dienerin, Zweite Stimme der Ungeborenen, Zweite Solostimme), Szilvia Vörös (Dritte Dienerin, Vierte Stimme der Ungeborenen, Vierte Solostimme), Virginie Verrez (Dritte Stimme der Ungeborenen, Dritte Solostimme), Bongiwe Nakani (Fünfte Stimme der Ungeborenen, Fünfte Solostimme) und Zoryana Kushpler (Sechste Solostimme).

Es spielen das Orchester der Wiener Staatsoper und das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper, es singt der Chor der Wiener Staatsoper.


Die Frau ohne Schatten im Radio und Livestream sowie internationale Übertragungen

Die Premiere am 25. Mai 2019 wird live auf Radio Ö1 (+ EBU) ausgestrahlt sowie
via WIENER STAATSOPER live at home übertragen (www.staatsoperlive.com). Die Premiere sowie alle Folgevorstellungen (30. Mai, 2., 6., 10. Juni 2019) werden zudem im Rahmen von „Oper live am Platz“ live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen.

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten „150 Jahre Opernhaus am Ring“ wird die Premiere zudem live bzw. live-zeitversetzt auf wichtige Plätze in den österreichischen Landeshauptstädten von Bregenz bis Eisenstadt sowie auf einen Riesenscreen im Moskauer Zaryadye-Park übertragen (www.wiener-staatsoper.at/150).

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Graz, Styriarte, FELIX AUSTRIA – Bilanz styriarte 2018

Juli 25, 2018 by  
Filed under Pressemeldung, Steirische Festspiele

Steirische Festspiele

Steirische Festspiele / Die fidelen Hirtenfelder auf der Bühne ©  Werner Kmetitsch

Steirische Festspiele / Die fidelen Hirtenfelder auf der Bühne © Werner Kmetitsch

FELIX AUSTRIA

Bilanz styriarte 2018

FELIX AUSTRIA ist die Quintessenz eines jahrhundertealten Verses, der dem Geschick der Habsburger huldigt, sich ein Weltreich zu erheiraten. Für die styriarte 2018 war dieses Motto Auftrag, den Glückszustand der hundertjährigen Republik Österreich zu erkunden und – vor allem – zu befördern. Dazu braucht es große sinnliche Erlebnisse, und das hat die styriarte einen großen Schritt weitergebracht in der Entwicklung festlicher Gesamtkunstwerke, von denen das große Fux.OPERNFEST den Maßstab setzte. Dabei bildete Fux’ Oper „Julo Ascanio“ in einer sängerischen Traumbesetzung, in der hinreißend feurigen Interpretation durch das Orchester Zefiro unter Alfredo Bernardini und in der aufregenden Lichtinstallation von OchoReSotto das Herzstück, um das herum ein Theaterabend mit Spielszenen und historischer Volksmusik ebenso aufgeboten wurde wie ein eigens angelegter Garten mit Gastronomie – verspielt, ironisch und prachtvoll ausgestattet wie das gesamte Fest von Lilli Hartmann, das Ganze erdacht von Karl Böhmer und in Szene gesetzt von Wolfgang Atzenhofer. Dieses Fux.OPERNFEST „Vol.1“ war der Beginn einer Reihe von Opern-Wiederentdeckungen des Steirers Johann Joseph Fux, des bedeutendsten österreichischen Barockkomponisten, dessen Werk damit eine Neubewertung erfahren wird.

Diesem Modell schlossen sich eine Reihe weiterer Feste an, die die Geschichte Österreichs immer wieder facettenreich beleuchteten und an spannenden Weichenstellungen besuchten: zum Beispiel „Ein Fest für Maria Theresia“ mit Glucks Oper „Le Cinesi“ als Zentrum. Oder das „Hochzeitsfest in Eggenberg“, bei dem man das wichtigste dynastische Ereignis der Habsburgermonarchie, das jemals in der Steiermark stattfand, tatsächlich am Originalort nachgespielt bekam: die Kaiserhochzeit zwischen Leopold I. und Claudia Felizitas.

Doch es war beileibe nicht nur monarchischer Glanz, den die styriarte 2018 zum Leuchten brachte. In einer ebenso hochgelobten wie kontrovers diskutierten Aufführung von Beethovens Freiheitsoper „Fidelio“ hatte Regisseur und Dramaturg Thomas Höft sieben AsylbewerberInnen, die ähnlich entsetzliche Erfahrungen machen mussten wie die Figuren in Beethovens Stück, von ihren Erlebnissen berichten lassen. Der vom hochenergetischen Dirigenten Andrés Orozco-Estrada mit einem herausragenden Solistenensemble und dem styriarte Festspiel-Orchester musikalisch gestaltete Abend, an dem auch ein Projektchor unter Beteiligung von MigrantInnen mitwirkte, stieß auch eine heiße Diskussion um die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Vergegenwärtigung von Kunst der Vergangenheit an.

Auch das weitere styriarte-Programm bot Reibungspunkte und sehr persönliche Sichtweisen auf Österreich. Immer wieder erinnerte Musik von Schönberg, Werbern und Berg an die österreichische Avantgarde im frühen 20. Jahrhundert. Peter Simonischek mit „Radetzkymarsch“ von Joseph Roth, Karl Markovics mit „Kaiser Joseph II. und die Bahnwärterstochter“ von Herzmanovksy-Orlando und Johannes Silberschneider mit Peter Roseggers „Waldschulmeister“ unternahmen seelische Tiefenbohrungen in die österreichische Mentalität. Und Franz Schuh bot schließlich ein radikal-subjektives Schmerzensbild der letzten „Hundert Jahre Österreich“.

Wie in den vergangenen Editionen der styriarte führten erlebnisreiche musikalische Ausflüge auch in die Landschaft und an entlegene Orte. Die „Reisen durch Österreich“ mit Ernst Krenek und Musik der Knaffl-Handschrift im Museumsdorf Stübing kamen dabei noch durchaus als Spaziergang daher, aber die Wanderungen ins Gesäuse, u. a. mit der Bläserfassung von Richard Strauss’ Alpensinfonie, war denn doch eine ebenso echte Herausforderung wie einmalige Erfahrung. Und dass nach einer Pause heuer wieder das kirchenmusikalische Highlight der styriarte in der Pfarrkirche Stainz anstand, mit dem Concentus Musicus Wien und dem Arnold Schoenberg Chor unter Andrés Orozco-Estrada, begeisterte nicht nur die Traditionalisten: In einer Klangwolke sendete der ORF dieses Ereignis, Schuberts As-Dur-Messe, live ins ganze Land und via 3sat ging es in weite Teile Europas.


Die styriarte 2018 in Zahlen


42 Veranstaltungen aus 32 Projekten standen von 22. Juni bis 22. Juli auf dem Programm der styriarte 2018.

Die styriarte 2018 lief in einem Budgetrahmen von rund 2,8 Mio. EUR, wovon etwas weniger als 50 % durch Karten- und Sponsorerträge vom Festival selbst erwirtschaftet wurden. 28.600 BesucherInnen bescherten der styriarte ein Auslastungsergebnis von etwas mehr als 90 % und einen Brutto-Kartenertrag von EUR 1,2 Mio.

Unsere 308 aufgelegten Restplatzabos (175 à 5 Konzerte und 133 à 8 Konzerte) wurden komplett ausverkauft. Unser junges Kartenangebot, 50%-Preis für Leute U 27, spricht sich auch herum: Mehr als 470 BesucherInnen haben dieses Angebot angenommen.

Als Hauptsponsor ist der Raiffeisen-Landesbank Steiermark zu danken, als Subventionsgeber dem Land Steiermark, der Stadt Graz und dem Bundeskanzleramt, Sektion Kunst.

14 Veranstaltungen wurden vom ORF Hörfunk aufgezeichnet und ausgestrahlt und auch über die EBU in die ganze Welt (etwa nach China, Deutschland, Island, Norwegen, Polen, Tschechien, Serbien oder Spanien) geschickt. Die Klangwolke am 7. Juli, „Schubert in Stainz“, wurde in ORF III und in 3sat live zeitversetzt ausgestrahlt.

 

—| Pressemeldung styriarte |—

Wien, Wiener Staatsoper, PREMIERE LULU – ALBAN BERG, 03.12.2017

November 23, 2017 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Wiener Staatsoper

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 

PREMIERE  LULU von  ALBAN BERG

TEXT ALBAN BERG NACH FRANK WEDEKIND

Premiere:  Sonntag, 3. Dezember 2017, 17.00 Uhr

Am Sonntag, 3. Dezember 2017 feiert Alban Bergs Lulu in der dreiaktigen, von Friedrich Cerha komplettierten, Fassung Premiere an der Wiener Staatsoper. Die Inszenierung von Willy Decker ist dem Staatsopernpublikum seit ihrer Premiere am 12. Februar 2000 bekannt – diese stand bis 2005 insgesamt 21 Mal auf dem Spielplan des Hauses am Ring, allerdings in der zweiaktigen Version. Lulu, basierend auf Frank Wedekinds Tragödien Erdgeist und Die Büchse der Pandora, konnte von Alban Berg nicht fertiggestellt werden und gelangte erst nach seinem Tod 1937 in Zürich zur Uraufführung. Es etablierte sich die Aufführungstradition, das Stück als zweiaktiges Fragment zu zeigen, bei der den ersten beiden Akten die letzten zwei Teile von Bergs Symphonischen Stücken angehängt wurden. Auch die Wiener Premiere 2000 folgte dieser Tradition. Zum ersten Mal wurde Lulu an der Wiener Staatsoper 1968 aufgeführt; in einer Inszenierung von Otto Schenk, Karl Böhm am Dirigentenpult und KS Anja Silja in der Titelpartie.

Die Orchestrierung des 3. Aktes vervollständigte schließlich Friedrich Cerha, die Weltpremiere der dreiaktigen Fassung fand 1979 in Paris statt. Am 24. Oktober 1983, unter der musikalischen Leitung des damaligen Direktors Lorin Maazel und mit Julia Migenes als Lulu, kam die dreiaktige Version zur Erstaufführung im Haus am Ring. Für die kommende Premiere kehrt Willy Decker zurück an die Wiener Staatsoper, um seine gefeierte Lulu-Inszenierung in der dreiaktigen Fassung zu präsentieren. Für das Haus am Ring schuf der international gefragte deutsche Regisseur noch Inszenierungen von Billy Budd, Die Tote Stadt und Idomeneo (im Theater an der Wien). Weitere Regiearbeiten führten ihn u. a. nach Amsterdam, Berlin, zu den Salzburger Festspielen und an die Dresdner Semperoper.

Seine Gedanken zu Lulu erläuterte Willy Decker im Programmheft für die Premiere 2000: „Lulu provoziert Unsicherheit – alles und jeder um sie herum verliert unter ihrem Einfluss Boden unter den Füßen, strauchelt und stürzt. Lulu, die Person, und Lulu, das Stück, sind auf Verunsicherung angelegt. […] das Stück beschreibt die Grundspannung zwischen Männlich und Weiblich als einen immerwährenden Kampf – der Ort dieses Kampfes und damit der Ort des Stückes ist die Arena.

Musikalisch geleitet wird die Premierenserie von Ingo Metzmacher. An der Wiener Staatsoper debütierte er 2009 mit der Neuproduktion von Lady Macbeth von Mzensk und leitete hier in weiterer Folge noch Vorstellungen von Parsifal; zuletzt wieder Lady Macbeth von Mzensk im Mai 2017. Der deutsche Dirigent ist gegenwärtig Intendant der KunstFestSpiele Herrenhausen in Hannover.

Die Ausstattung der Produktion stammt von Wolfgang Gussmann. Lulu ist neben Billy Budd und Die Tote Stadt die dritte Zusammenarbeit für die Wiener Staatsoper des deutschen Bühnen- und Kostümbildners mit Willy Decker; außerdem kreierte er die Ausstattungen von Moses und Aron sowie Lohengrin.

Die Sängerbesetzung – durchgehend Rollendebüts an der Wiener Staatsoper Bei der Sängerbesetzung gibt es vorwiegend Rollendebüts am Haus: In der Titelpartie stellt sich Agneta Eichenholz dem Staatsopernpublikum vor. Die aus Malmö (Schweden) stammende Sopranistin studierte in Stockholm und feierte bisher u. a. am Londoner Royal Opera House, Covent Garden, am Teatro Real in Madrid, an der Komischen Oper Berlin, der Oper Frankfurt, in Barcelona, Kopenhagen, Genf, Amsterdam und Basel Erfolge. Zu ihrem vielfältigen Repertoire zählen neben Lulu u. a. Alcina, Fiordiligi (Così fan tutte), Konstanze (Die Entführung aus dem Serail), Gilda (Rigoletto), Juliette (Roméo et Juliette), Violetta (La traviata), Daphne. 2015 debütierte sie als Ellen Orford (Peter Grimes) im Theater an der Wien.

Die Gräfin Geschwitz gibt KS Angela Denoke. Seit ihrem Staatsoperndebüt 1997 als Marschallin (Der Rosenkavalier) ist sie dem Haus am Ring eng verbunden und war bisher in 16 Partien an rund 120 Abenden zu erleben, darunter u. a. in Premierenproduktionen von Lady Macbeth von Mzensk (als Katerina Ismailowa), Parsifal (als Kundry), Die tote Stadt (als Marietta) und Jen?fa (in der Titelpartie).
Als Dr. Schön/Jack the Ripper kehrt KS Bo Skovhus zurück an die Wiener Staatsoper, auch er ist seit seinem Debüt 1991 als Silvio (Pagliacci) ein gern gesehener Gast auf der Bühne des Hauses am Ring. Lulu ist seine 9. Premiere an der Wiener Staatsoper nach den Titelpartien von Jonny spielt auf und Billy Budd, Graf (Capriccio), Danilo (Die lustige Witwe), Barbier (Die schweigsame Frau), Guglielmo (Così fan tutte) und Fritz/Frank (Die Tote Stadt).

KS Franz Grundheber, der bei der Premiere 2000 den Dr. Schön/Jack the Ripper verkörperte, singt erstmals am Haus den Schigolch. Der deutsche Bariton feiert mit dieser Premierenproduktion bereits seine 41jährige Zugehörigkeit zum Haus am Ring, wo er am11. Dezember 1976 als Figaro (Le nozze di Figaro) debütierte und an bisher rund 250 Abenden zu erleben war. Zu seinen meistgesungenen Rollen an der Wiener Staatsoper zählen die Titelpartien von Wozzeck, Der fliegende Holländer, Amfortas (Parsifal), Scarpia (Tosca), Orest (Elektra) sowie Dr. Schön/Jack the Ripper. 2010 wurde er zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt. Den Alwa singt – ebenfalls erstmals an der Wiener Staatsoper – Herbert Lippert. Er trat bzw. tritt seit über 30 Jahren im Haus am Ring, dessen Ensemblemitglied er ist, in bisher mehr als 30 Partien auf, so in den Titelpartien von Lohengrin, Peter Grimes, als Siegmund (Die Walküre), King of Naples (The Tempest), Matteo (Arabella), Tenor/Bacchus (Ariadne auf Naxos), Erik (Der fliegende Holländer), Eisenstein (Die Fledermaus), Paul (Die Tote Stadt), Tambourmajor (Wozzeck).

In den weiteren Partien geben die Staatsopern-Ensemblemitglieder Donna Ellen als Theatergarderobiere/Mutter, Ilseyar Khayrullova als Gymnasiast/Groom, Jörg Schneider als Maler/Neger, Carlos Osuna als Prinz/Kammerdiener/Marquis, Alexandru Moisiuc als Theaterdirektor/Bankier, Maria Nazarova als Fünfzehnjährige, Bongiwe Nakani als Kunstgewerblerin, Manuel Walser als Journalist und Ayk Martirossian als Diener ihre Rollendebüts am Haus. KS Wolfgang Bankl verkörpert wie bereits 2000 den Tierbändiger/Athleten.

Dirigent: Ingo Metzmacher | Regie: Willy Decker, szenische Einstudierung: Ruth Orthmann | Ausstattung: Wolfgang Gussmann, Kostümmitarbeit: Susana Mendoza

Mit: Lulu Agneta Eichenholz°, Gräfin Geschwitz Angela Denoke*, Theatergarderobiere / Mutter Donna Ellen*, Gymnasiast/Groom Ilseyar Khayrullova*, Medizinalrat Konrad Huber, Maler/Neger Jörg Schneider*, Dr. Schön/Jack the Ripper Bo Skovhus*, Alwa Herbert Lippert*, Schigolch Franz Grundheber*, Tierbändiger/Athlet Wolfgang Bankl, Prinz/Kammerdiener/Marquis Carlos Osuna*, Theaterdirektor/Bankier Alexandru Moisiuc*, Fünfzehnjährige Maria Nazarova*, Kunstgewerblerin Bongiwe Nakani*, Journalist Manuel Walser*, Diener Ayk Martirossian*, Orchester der Wiener Staatsoper, Bühnenorchester der Wiener Staatsoper

° Debüt an der Wiener Staatsoper | * Rollendebüt an der Wiener Staatsoper

Premiere:  Sonntag, 26. November 2017, 11.00 Uhr: Einführungsmatinee mit Mitwirkenden der   Reprisen: 6., 9., 12. ?, 15. Dezember 2017 ( WIENER STAATSOPER live at home) Die Premiere am 3. Dezember wird ab 19.30 Uhr live-zeitversetzt auf Radio Ö1 übertragen. PMWStO

 

 

Essen, Aalto Theater Essen, Premiere Die schweigsame Frau, IOCO Kritik 14.03.2015

März 17, 2015 by  
Filed under Aalto Theater Essen, Kritiken

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Aalto Theater Essen

 Die schweigsame Frau von Richard Strauss

14.03.2015

Aalto Theater Essen / R.Strauss / Die schweigsame Frau © Matthias Jung

Aalto Theater Essen / R.Strauss / Die schweigsame Frau © Matthias Jung

Nicht sehr häufig ist Richard Strauss’ Oper Die schweigsame Frau auf den Spielplänen zu finden. Das 1935 an der Dresdner Staatsoper uraufgeführte Werk, mit Maria Cebotari in der Titelpartie und unter Karl Böhms Leitung, ist  seine einzige Komische Oper geworden und er hat ihr musikalisch allerlei Köstlichkeiten mit auf den Weg gegeben; wenngleich doch Spaß und Komik sich etwas schwer tun und sich nicht auf den ersten Blick offenbaren.. Das Textbuch von Stefan Zweig, auf eine Vorlage von Ben Johnson, ist etwas zu intellektuell geraten und die Texte sind doch vielfach ein wenig gestelzt.

Aalto Theater Essen / R.Strauss / Die schweigsame Frau © Matthias Jung

Aalto Theater Essen / R.Strauss / Die schweigsame Frau © Matthias Jung

Das Werk braucht einen Regisseur, der mit viel Spielwitz und szenischen Einfällen die Hintergründigkeit des Werkes aufschlüsselt. Hier in Essen  hatte man ihn gefunden in dem Flamen  Guy Joosten, der hier kein Unbekannter mehr ist, hat er doch schon am Aalto La Cenerentola und Cavalleria/Pagliacci inszeniert. Er versteht sein Fach und seine solide Handwerklichkeit steht ebenso außer Zweifel wie sein Einfallsreichtum. Aber das wichtigste war auch am überzeugendsten: Die ausgefeilte, bis ins kleinste Detail präzise Personenführung.

Joosten setzt die Geschichte vom reichen, mürrischen Kapitän Sir Morosus, der nach bösen  Kriegsscharmützeln keinen Lärm mehr ertragen kann, geschweige denn eine geschwätzige Frau, mit viel Affinität zum Werk und großem Spielwitz in Szene.

Aalto Theater Essen / R.Strauss / Die schweigsame Frau © Matthias Jung

Aalto Theater Essen / R.Strauss / Die schweigsame Frau © Matthias Jung

Ein ganz großes Lob muss man seinem Ausstatter Johannes Leiacker aussprechen, der mit viel Phantasie und kunterbunter Palette, eine fabelhaft bespielbare Bühne schuf. Auch seine Kostüme waren an bunter Pracht kaum zu überbieten. Interessant gerieten die Video-Installationen von Seeschlachten, die Philipp Kramarczik erstellt hatte.

Das Sängerensemble war einfach großartig. Alle zeigten sich in unbändiger Spielfreude und Gestaltungswillen. Die schauspielerische Gesamtleistung aller war einfach toll. Hinzu kam, dass auch alle vokal überzeugen konnten.

Julia Bauer als Aminta war einfach phänomenal. Ihre Stimme girrte, jubelte und sie erreichte ihre wahnwitzigen Spitzentöne mit Bravour und traumhaft sicher. Auch war es ein Vergnügen, ihren Wandlungen von der lammfrommen über die hysterische, hin zur liebenden Frau zuzusehen.

Aalto Theater Essen / R.Strauss / Die schweigsame Frau © Matthias Jung

Aalto Theater Essen / R.Strauss / Die schweigsame Frau © Matthias Jung

Sir Morosus fand in Franz Hawlata einen ausgezeichneten Interpreten, der nicht nur die Schrulligkeit und das Verletzbare dieser Figur hervorragend zum Ausdruck brachte, sondern ihr auch mit immer textverständlichem, sonorem Bass gerecht wurde.

Ein Erzkomödiant in der Rolle des drahtzieherischen Barbiers, dazu mit schlankem, gut klingendem Bass-Bariton gesungen, war Martijn Cornet.

Sir Morosus Neffe Henry hatte in Michael Smallwood einen gut aussehenden und ebenso gut singenden Vertreter.

Mit prächtigem Mezzosopran und Talent zur Komik wartete die Carlotta von Liliana de Sousa auf. Überzeugend zickig und gekonnt gezwitschert war die Isotta von Christina Clark. Gefallen konnte auch Marie-Helen Joel als restlos überdrehte Haushälterin.

Aalto Theater Essen / R.Strauss / Die schweigsame Frau © Matthias Jung

Aalto Theater Essen / R.Strauss / Die schweigsame Frau © Matthias Jung

Ein herrliches Kabinettstückchen prallster Komik zeigte das Trio Tijl Faveyts (Vanuzzi), Karel Ludvik (Morbio) und Baurzhan Anderzhanov (Farfallo) in den Verwandlungen zu Oberrichter und Advokat. Auf soviel vokale und darstellerische Überzeugungskraft musste der arme Sir Morosus geradezu reinfallen.

Hervorragend klang es aus dem Graben. Die Essener Philharmoniker spielten mit ausgewogener Delikatesse. Martyn Brabbins waltete einfühlsam am Pult, ließ den Sängern Zeit zum atmen und war Garant für den reibungslosen Ablauf bei den turbulenten Aktivitäten auf der Bühne.

Großen, einhelligen Beifall gab es. Das Publikum feierte alle Mitwirkenden für diese schöne Produktion, die das Essener Repertoire bereichern wird.

Aalto Theater Essen / R.Strauss / Die schweigsame Frau © Matthias Jung

Aalto Theater Essen / R.Strauss / Die schweigsame Frau © Matthias Jung

IOCO / UGK / 14.03.2015

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